Augsburg: mehr Verletzte trotz Helm?

Mittwoch, 21.03.2012

Die Polizei in Augsburg will verstärkt gegen Geisterradler vorgehen. Das ist nicht weiter erwähnenswert - interessant sind aber die Detailausführungen in der Pressemeldung, die nahelegen, dass in der Augsburger Unfallstatistik die Tatsache, ob der beteiligte Radfahrer einen Helm trug, mit erfasst wird.

Polizei Bayern:

“Auffällig, wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben: Bei ca. 80 % der Unfälle mit verletzten Radfahrern wurde von diesen kein Fahrradhelm getragen.”

Das ist angesichts einer Helmtragequote von 10% in Deutschland bemerkenswert.

Bayerische Polizei: “Geisterradler gefährden”

Finanztest: Diese Regeln gelten wirklich

Mittwoch, 21.03.2012

Die “Finanztest” hat neun häufige Irrtümer über Fahrradregeln aufgegriffen und sagt, welche Regeln wirklich gelten. Dabei geht es darum, ob man Radwege immer benutzen muss, Radwege entgegen der Fahrtrichtung nutzen darf, Musik hören kann sowie um die Folgen betrunkenen Radfahrens, Hundemitnahme an der Leine, Unfallschuld und Helmbenutzung, batteriebetriebene Beleuchtung, Nebeneinanderfahren und das Verhalten an Zebrastreifen.

Finanztest: Irrtümer rund ums Radfahren

Fahrradcodieraktionen der Berliner Polizei

Mittwoch, 21.03.2012

Eines muss man der Berliner Polizei lassen: sobald die erste Frühlingssonne die Radfahrer wärmt, strömt die Polizei auf die die Plätze und Straßen und bietet kostenlose Fahrradcodierungen an. Durch eine Codierung sinkt die Diebstahlsquote und erhöht sich die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen um teilweise über 30%. Ab heute bis zum 11. Mai werden an folgenden 18 Orten Fahrräder codiert:

21.03.2012
10:00-14:00 Uhr
Hampsteadstraße 67
14167 Berlin
24.03.2012
10:00-12:00 Uhr
Messe Eingang Ost
Messedamm (VeloBerlin)
25.03.2012
10:00-12:00 Uhr
Messe Eingang Ost
Messedamm (VeloBerlin)
27.03.2012
10:00-12:00 Uhr
Karl-August-Platz
10625 Berlin
27.03.2012
14:00-16:00 Uhr
Birkenstr., Ecke Stephanstr.
28.03.2012
13:00-15:00 Uhr
Ernst-Reuter-Platz, Marchstr./ 17. Juni
10587 Berlin
28.03.2012
14:00-16:30 Uhr
Eberswalder Straße 6-9
10437 Berlin
29.03.2012
13:00-18:00 Uhr
Ostseestr. 117
10409 Berlin
29.03.2012
15:00-17:00 Uhr
Bismarckstr. 111
10625 Berlin
18.04.2012
10:00-14:00 Uhr
S-Bhf. Mahlsdorf
18.04.2012
10:00-18:00 Uhr
Prerower Platz 1
13057 Berlin
23.04.2012
13.00-16.00 Uhr
S-Bhf. Friedrichshagen
24.04.2012
16:00-18:00 Uhr
Savignyplatz 13
10629 Berlin
25.04.2012
13:00-16:00 Uhr
S-Bhf. Grünau
25.04.2012
14:00-16:00 Uhr
Loschmidtstr.6-10
10587 Berlin
26.04.2012
15:00-17:00 Uhr
Bismarckstr. 111
10625 Berlin
05.05.2012
11:00-18:00 Uhr
Baumschulenstr. 79-81
12437 Berlin
06.05.2012
11:00-18:00 Uhr
Baumschulenstr. 79-81
12437 Berlin
11.05.2012
14:00-18:00 Uhr
Rudower Str./Glienicker Str.
12557 Berlin

Wichtig: Zur Fahrradcodieraktion benötigt man einen Eigentumsnachweis (Kaufbeleg bzw. Rechnung). Neu ist, dass man zum Ende der Codierung einen Fahrradpass von der Polizei erhält.

Berliner Polizei: Fahrradcodieraktionen als Kriminalprävention

14-Jähriger von LKW tödlich verletzt

Dienstag, 20.03.2012

“Nach einem Verkehrsunfall in Plänterwald erlag ein 14-Jähriger heute Vormittag in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Ersten Ermittlungen zufolge war der Junge gegen 7 Uhr 35 in der Köpenicker Landstraße gegenüber Am Plänterwald auf dem Schulweg mit einem LKW zusammengestossen und schwer verletzt worden. Die genaue Unfallursache ist Gegenstand der Ermittlungen, die der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 6 übernommen hat. Der Jugendliche ist das 7.Verkehrsunfallopfer in diesem Jahr in Berlin.”

Pressemeldung der Berliner Polizei # 0900 vom 20.03.2012 - 15:10 Uhr

Pop-up store von MissionWorkshop in der Torstraße

Dienstag, 20.03.2012

Ein pop-up store oder pop-up shop ist ein temporäres Ladengeschäft. Diese Läden poppen auf und sind häufig nach wenigen Wochen schon wieder verschwunden.

In der Torstraße 66 hat der Taschenproduzent MissionWorkshop aus San Francisco so einen befristeten Laden vor zwei Wochen geöffnet. Bis zum 7. April wird im Geschäft nahe dem Rosa-Luxemburg-Platz die gesamte Produktpalette von MissionWorkshop angeboten: Rucksäcke, Umhängetaschen und Funktionsjacken. Zudem werden in einer putzig umgesetzten Diashow die Geschichte der Marke und die Entwicklung der Produkte gezeigt.

Im Vorraum bietet ein weiteres Unternehmen aus San Francisco seine Produkte an. Bicycle Coffee Co. brüht biologischen Kaffee aus fair gehandelten und in Kleinmengen gerösteten Bohnen auf. Diese Zusammenarbeit soll Fahrräder, Kunst, Kaffee und Design zusammenbringen und in der Mitte Berlins das Flair von San Francisco verbreiten.

MissionWorkshop
Torstrasse 66
10119 Berlin

Velothon nicht am Brandenburger Tor

Dienstag, 20.03.2012

Das Velothon am 10. Juni 2012 wird in diesem Jahr zum vierten Mal ausgetragen. Anders als in den vorhergehenden Jahren wird es jedoch nicht am Brandenburger Tor starten und auf der Straße des 17. Juni enden. Grund: Das Bezirksamt Berlin Mitte musste im Genehmigungsverfahren zur Nutzung öffentlicher Flächen wegen mehrerer Anträge für diesen Bereich einen Kompromiss finden. Dabei konnte es dem ursprünglichen Antrag der Organisatoren des Berliner Radrennens für Jedermann und Profis nicht entsprechen.

Die Veranstalter sind nun auf der Suche nach einem neuen Standort für den Start- und Zielbereich.  Frank Bertling, Geschäftsführer von Velothon: “Das ist angesichts eines Vorlaufes von zehn Wochen bis zur Veranstaltung eine immense Herausforderung.” Die Veranstalter sind aber zuversichtlich, bald einen Standort und eine partiell geänderte Streckenführung des Rennens präsentieren zu können.

Velothon

Umbau Kottbusser Tor

Montag, 19.03.2012

Ab Mai 2012 bis zum Oktober 2013 wird der Verkehrsknoten Kottbusser Tor umgebaut. Der Kotti und die auf ihn zuführenden Straßen Skalitzer und Kottbusser Straße haben wichtige verkehrliche Aufgaben, um das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr zu entlasten. “Daher achtet der Senat wegen der gesamtstädtischen Bedeutung dieses Straßenzuges auf die Beibehaltung der verkehrlichen Leistungsfähigkeit für den MIV (motorisierter Individualverkehr).” Darüber hinaus erfordert der ständig zunehmende Radverkehr sowie die Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für den Fußverkehr mit einer verbesserten Erreichbarkeit des ÖPNV einschließlich der Einhaltung der Barrierefreiheit für ältere und behinderte Menschen eine Umgestaltung. Grundforderung für alle Verkehrsteilnehmer ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch den Umbau.

Für den Radverkehr sind folgende Umbauten vorgesehen:

  • “Ausstattung aller Lichtsignalanlagen mit einer Radverkehrssignalisierung
  • Neubau von Aufstellflächen für linksabbiegenden Radverkehr an der Zufahrt Reichenberger Straße/Kottbusser Tor und Skalitzer Straße/Admiralstraße sowie an der Ausfahrt Kottbusser Tor / Skalitzer Straße  und Kottbusser Tor/Kottbusser Straße.
  • Im Innenkreis durchgängige Radführung auf Radfahrstreifen mit einer Nettobreite von 1,60 m einschließlich der baulichen Sicherung mittels Hochbord gegen die Mitnutzung der Radfahrstreifen durch den Kfz-Verkehr.  Darüber hinaus wird diese Lösung in der Ausfahrt Kottbusser Tor /Adalbertstraße angewandt.
  • Bau und Ausschilderung einer direkten Radwegeverbindung außerhalb des Kreisverkehrs zwischen nordwestlicher Reichenberger Straße und Admiralstraße
  • Schaffung von ca. 50 weiteren Fahrradabstellplätzen unter der Hochbahn.”

Auch zwischen Rad- und Fußweg werden Verkehrsschutzgitter gebaut, damit Gehwege nicht widerrechtlich durch den Radverkehr genutzt werden.

Der Umbau des Kottbusser Tors wird etwa 1,5 Mio € kosten, er wird durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und durch die BVG finanziert.

Zitate aus der Maßnahmebeschreibung zum Umbau
Ausführungsplanung Kottbusser Tor

Große Rochade in der Rad-Spannerei

Montag, 19.03.2012

Am vergangenen Wochenende war die Rad-Spannerei mit internen Umzügen beschäftigt. Die Reparaturwerkstatt ist von der Adminralstraße in die Kottbusser Straße gezogen, im Gegenzug wurde der Neuradaufbau von der Kottbusser in die Admiralstraße verlegt. Für unsere Kunden heißt das, dass in Zukunft sowohl der Neuradladen als auch die Werkstatt gut hundert Meter entfernt vom Kottbusser Tor in der Kottbusser Straße 8 zu erreichen sind:

Rad-Spannerei
Kottbusser Straße 8
10999 Berlin
Telefon Neuradladen: 030 - 615 29 39
Telefon Werkstatt: 030 - 615 07 218
Fax: 030 - 615 07 217

Nehmt es uns nicht übel, wenn der Betrieb in den ersten Tagen noch nicht ganz rund läuft. Wir arbeiten am Feintuning.

Berlin ohne Fahrradbeauftragten

Samstag, 17.03.2012

Im Lokalteil der taz erschien heute ein Artikel, der sich mit den widrigen Bedingungen des Radfahrens in Berlin beschäftigt. Beiläufig erwähnt wurde folgende Nachricht: “Zudem ist der ehrenamtliche Posten des Fahrradbeauftragten derzeit unbesetzt. Für den zum Ende der vergangenen Legislaturperiode ausgeschiedenen Arvid Krenz wurde bisher kein Nachfolger gefunden.”

Die Stadt hat also seit mehreren Monaten keinen Radverkehrsbeauftragten mehr und niemand hat es bemerkt. Auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt wird als Fahrradbeauftragter noch Arvid Krenz genannt, auf einer weiteren wird gar noch der Name Heribert Guggenthaler angegeben, ehemals kommissarischer Fahrradbeauftragter des Senats.

taz: Holperstein im Sonnenschein

Fahrradmesse VELOBerlin bietet Freikarten

Samstag, 17.03.2012

Kurz vor der zweiten Berliner Fahrradmesse VELOBerlin am Wochenende 24. und 25. März in den Messehallen am Funkturm kann man Freikarten abgreifen. Einfach folgende Aufgabe lösen: “Finde ein VELOBerlin Plakat und zeige uns vor dem Plakat, was Dir Dein Fahrrad bedeutet oder was Dich mit deinem Fahrrad verbindet und poste dieses Foto bei uns auf der Facebook-Pinnwand! Sofern Du unter den ersten 25 bist, schicken wir Dir zwei Freicodes (2 Tagestickets) für Dich und Deine Begleitung.”

VELOBerlin
VELOBerlin bei Facebook

Das Wiener Radmanifest

Donnerstag, 15.03.2012

Anfang Februar hat die britische Zeitung The Times die Kampagne Cities fit for Cycling ins Leben gerufen. Eine Online-Plattform unterstützte die Berichte der Printausgabe, zusätzlich forderte eine an das Parlament gerichtete Petition mehr Sicherheit für Radfahrer auf den Straßen Großbritanniens.

Die Initiative der Times hatte eine sehr große Wirkung, sie gipfelte in einer dreistündigen Parlamentsdebatte über das Radfahren. David Cameron, der britische Premierminister, erklärte in seiner Stellungnahme, dass “wir mehr unternehmen müssen, um Fahrradfahren sicherer zu machen. Wir müssen Kampagnen wie diese unterstützen”.

Angeregt durch die intensive Diskussion in Großbritannien hat die italiensche Zeitung Gazzetta dello Sport das Thema aufgegriffen. Auch in Österreich nimmt der Diskurs Fahrt auf: die Radlobby IGF und die Wiener Zeitung veröffentlichten Textvorschläge für ein Radmanifest. Letztlich soll das Manifest in Form einer Petition an die österreichischen Parlamentsparteien gehen. Hier die 6 Punkte des Manifestes für ein radverkehrsfreundliches Österreich der Wiener Zeitung.

Das Radmanifest

1. STVO-Reform
Um die Situation des umweltfreundlichen, gesunden und energieautarken Verkehrsmittels Fahrrad nachhaltig zu stärken und die Sicherheit der RadfahrerInnen zu verbessern, muss die Straßenverkehrsordnung deren Bedürfnisse zeitgemäß berücksichtigen und die nötige Basis für modernen Radverkehr herstellen. Das betrifft v.a. die gefährlichen Nachrangregelungen für den Radverkehr, die kontraproduktive Radwegbenützungspflicht und die Einführung von Fahrradstraßen, Begegnungszonen und Radschnellrouten sowie die notwendige Umgestaltung der Fahrradverordnung.

2. Tempo 30 im Stadtgebiet
In Stadtgebieten ist Tempo 30 einzuführen, um die Verkehrssicherheit für alle am Verkehr teilnehmenden Menschen, besonders aber für FußgängerInnen und RadfahrerInnen, zu erhöhen.

3. Straßenbau drosseln, stattdessen mehr Investitionen in Radinfrastruktur
Österreich hat bereits eines der dichtesten Autobahnnetze Europas. Ein weiterer Ausbau ist angesichts ökonomischer Engpässe, ökologischer Bedenken und eines stetigen Anstiegs der Erdölpreise nicht sinnvoll. In Zukunft sollten zumindest 5% der öffentlichen Ausgaben für Straßeninfrastruktur für zukunftsorientierte Radverkehrslösungen aufgewendet werden, statt weiterhin Milliardenbeträge für den hochrangigen Straßenbau zu verwenden.

4. Bei Bauprojekten: Obligatorische Rad-Verträglichkeitsprüfung
Verpflichtende Fahrrad-Verträglichkeitsprüfungen bei geplanten Straßenbauprojekten sowie Wohn- und Gewerbebauten müssen in allen Bundesländern eingeführt werden. Bestehende Straßen und Bauten sind anhand derselben Kriterien zu evaluieren. Eine Einbindung von Radverkehrs-Interessenvertretungen trägt in diesem Bereich zur Qualitätssteigerung bei. Stellplatzverordnungen, die die Einrichtung von Garagenplätzen bei der Errichtung von Wohnbauten vorschreiben, sind zu streichen oder in Richtung Radabstellanlagen zu modifizieren.

5. Ursachenforschung bei Verkehrsunfällen
Eine bundesweite, umfassende Untersuchung von Verkehrsunfällen mit RadfahrerInnen ermöglicht eine genaue, objektive Analyse von Unfallursachen und Verursachern und soll in eine sicherheitsorientierte Verkehrsgestaltung statt in umstrittene Unfallfolgenbekämpfung wie z. B. die Helmtragepflicht münden.

6. Abstellanlagen und Öffentlicher Verkehr
Wirtschaftsbetriebe und Transportunternehmen müssen dazu angehalten und dabei unterstützt werden, das bestmögliche Service für ihre Rad fahrenden KundInnen und MitarbeiterInnen zu bieten. Das betrifft vor allem qualitätsvolle, sichere Abstellanlagen in ausreichender Anzahl sowie Radmitnahmemöglichkeiten bei Bus und Bahn.

Wiener Zeitung: Das Radmanifest

Der Vorschlag der Radlobby IGF umfasst 8 Punkte und ergänzt die sechs Kernforderungen der Wiener Zeitung um die Punkte Radverkehrsbeauftragte/Radverkehrsbeauftragter sowie Einbindung des Radverkehrs in die Führerscheinausbildung.

Radlobby.IGF: Manifest für ein radverkehrsfreundliches Österreich – zur Diskussion!

1987

Dienstag, 13.03.2012

Bis zum Jahre 1987 wurden in West-Berlin Radwege in einer Gesamtlänge von 520 Kilometern gebaut. 720 Kilometer des Westberliner Straßennetzes waren Hauptverkehrsstraßen, insgesamt bestand es aus 2350 Kilometern (ausschl. Autobahnen).

Radwege ohne Qualitätskriterien - meist schlecht gepflastert, sehr oft weniger als einen Meter breit, oft auch in Rechts-vor-Links-Straßen. Und in jedem Falle benutzungspflichtig. Eine so fahrradfreundliche Verkehrspolitik ermunterte die Polizei dazu, in einer Sonderuntersuchung die Auswirkungen der Radwege auf das Unfallgeschehen zu untersuchen. Das Ergebnis war für die damalige Zeit verheerend, es konnte - so der Autor - “der falsche Eindruck entstehen, dass etwa Straßen mit Radwegen gefährlicher sind als Straßen ohne Radwege”.

Tatsächlich ereigneten sich im Jahre 1985 bereits 47,2% der Unfälle auf Straßen mit Radwegen, die aber nur an 22% des Gesamtstraßennetzes vorhanden waren. Eine Aufschlüsselung der Unfälle nach Art der Fahrbahnbenutzung gibt es seither nicht mehr.

Grüne Radler Berlin / Polizei Berlin: Verkehrsunfälle mit Radfahrern 1981- 1985 (PDF)

Danke @Jeremy für den Hinweis.

Keine Mindestqualitätsmerkmale auf Fahrradrouten?

Dienstag, 13.03.2012

Rummelsburger Ufer - TR4

Bild: Rummelsburger Ufer, TR4

Neben  dem häufigen Verzicht auf Hochbordradwege, dem Aufzeichnen von Fahrradspuren auf der Fahrbahn und der Abschaffung von Benutzungspflichten in einigen Fällen waren die Fahrradrouten ein zentraler Bestandteil der Fahrrad-Verkehrspolitik des rot-roten Senats in Berlin. Diese Routen verbinden Berliner Bezirke miteinander, sind relativ gut ausgeschildert und unter anderem in der Radfahrerkarte von Openstreetmap verzeichnet.

Leider fehlt aber jede Mindestdefinition von Qualitätskritieren. Auf den Routen kann man sich nicht auf festen Bodenbelag, Beleuchtung oder gar Winterdienst verlassen. Häufig führen sie über Wege, die eher für Fußgänger gedacht sind oder durch verkehrsberuhigte Zonen, in denen Schrittgeschwindigkeit angesagt ist.

Und - wie im Bild zu sehen - kann sich der Radfahrer nicht auf durchgängige Befahrbarkeit verlassen. Radfahrer werden aufgefordert, abzusteigen - was an der Stelle wegen der Enge und der Fußgänger zwar angemessen erscheint, sich in seiner Auswirkung aber von einem Fahrverbot für Radfahrer nicht unterscheidet. Für eine bevorzugte Radverkehrsroute ein schlechter Standard, und ein Zeichen dafür, dass solche Routen zwar einmalig eingerichtet, dann aber nie wieder ernsthaft gewartet werden. Wenn man auf einer Fahrradroute wegen einer Baustelle das Radfahren verbietet, könnte man vom “großen Bruder” Autoverkehr lernen - Umleitungen sind dort eine Selbstverständlichkeit.

Übrigens - hat man sein Rad brav geschoben (oder auch nicht) und kommt nun in der Straße “Alt Stralau” an, wartet schon das nächste Fahrverbot.

Polizei stellt Bilder gestohlener Räder ins Netz

Dienstag, 13.03.2012

Nachdem die Berliner Polizei vergangene Woche einen Verdächtigen in Pankow festgenommen und rund 50 Fahrräder beschlagnahmt hat, wurden heute die Fotos von 47 Rädern und Rahmen veröffentlicht. “Betroffenen Eigentümern wird hiermit die Möglichkeit geboten, sich die Bilder anzuschauen, um festzustellen, ob ihr gestohlenes Fahrrad dabei sein könnte. Darüber hinaus bietet die Kriminalpolizei am Mittwoch, den 21. März 2012 in der Zeit von 9 bis 14 Uhr an, sich die Räder auf der Polizeidienststelle Am Nordgraben 7 in 13437 Berlin-Reinickendorf im Rahmen eines Besichtigungstages anzuschauen. Besucher werden gebeten, einen Eigentumsnachweis zur Identifizierung ihres Rades mitzubringen, damit sie ihr Eigentum alsbald ausgehändigt bekommen können.”

Nach Festnahme von Fahrraddieb - Polizei veröffentlicht Bilder von gestohlenen Rädern
Pressemeldung der Berliner Polizei # 0806 vom 13.03.2012 - 10:00 Uhr

Berlin: Polizei verspricht besseren Schutz für Radfahrer

Montag, 12.03.2012

“Mindestens ein Jahr lang soll sich die Berliner Verkehrspolizei gezielt um die Sicherheit der Radfahrer kümmern.” So lautet dem Tagesspiegel zufolge eine Anweisung aus dem Präsidium an die Berliner Polizei. Es geht darum, Gefahrenquellen für Radfahrer auf den Straßen umgehend zu beseitigen.

Die Anordnung wird mit dem wachsenden Fahrradverkehr in der Stadt begründet. Der aktuelle Radverkehrsanteil liegt bei etwa 13 Prozent, in den Zentrumsbezirken sollen es schon 25 Prozent sein. Und es werden immer mehr. Noch bevor die Saisonradler aufs Rad gestiegen sind, ist bereits im März eine Menge Radverkehr auf den Straßen zu beobachten.

Die Polizei will sich “zielorientiert an Unfallbrennpunkten” postieren und die Hauptunfallursachen bekämpfen: “rücksichtslos abbiegende Autos”. Im letzten Jahr war jeder zweite tödliche Fahrradunfall von Abbiegern verursacht worden.

Bei den Fahrradfahrern will die Polizei verstärkt achten auf Gehwegradler und Radfahrer, die auf Radwegen entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind. Der Fokus soll ebenfalls auf Radfahrer gerichtet sein, die in den Fließverkehr schneiden, ohne sich umzusehen. Weniger im Blickpunkt sollen defekte Klingeln und nicht funktionierende Lampen tagsüber stehen.

Tagesspiegel: Polizei will besseren Schutz für Radfahrer
(Dank am Philip für den Hinweis.)

11 Geisterräder für die getöteten Radfahrer 2011

Samstag, 10.03.2012

Seit vier Jahren werden vom ADFC zu Beginn eines Jahres weiße Fahrräder an den Stellen aufgestellt, an denen Radfahrer im Jahr zuvor tödlich verunglückt sind. Unter den Radlern gab es im letzten Jahr elf Tote, fünf mehr als 2010. Elf weiße Räder mahnen seit Mittwoch an den Unfallorten und möchten zum Gedenken an die verstorbenen Radfahrer anregen.

Sechs Radfahrer fuhren bei grüner Ampel geradeaus über die Kreuzung und verließen sich auf ihre Vorfahrt, als sie durch abbiegende Kraftfahrzeuge erfasst und tödlich verletzt wurden. Sie verstarben meist noch am Unfallort. Jacob B. ist einer von ihnen. Er wurde 23 Jahre alt. Das weiße Fahrrad für Jacob steht an der Kreuzung Holzmarktstraße und Stralauer Platz.

ADFC: Geisterräder

Sons of Science: Motherfucking Bike

Freitag, 09.03.2012

Das Stück Motherfucking Bike von den Sons of Science ist eine “Hip-Hop-Reise durch die Erlebniswelt des urbanen Ami-Radfahrers”.

Textprobe:
I rise in the morning, and greet the day
pull out the bike and I’m on my way
The transportation shows I care
Every turn of the pedal - cleans the air

Greener than green, I’m saving the planet
just like my friends Daryl, Sean, Toby and Janet
no greenhouse gas, a tiny carbon footprint up your ass

Sons of Science: Motherfucking Bike (komplette Lyrics)

Kurse für das sichere Radfahren in der Stadt

Freitag, 09.03.2012

Der ADFC Baden-Württemberg bietet Kurse für das sichere Stadtradeln an: “Sie fahren gerne mit dem Rad im ländlichen Raum, vermeiden aber die Fahrradfahrt im städtischen Bereich, weil dort die Autos so dicht überholen oder gar Radfahrer schneiden? Sie fahren lieber auf dem Gehweg als auf der Fahrbahn, weil Sie befürchten im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen umgefahren zu werden? Sie fühlen sich im Mischverkehr unsicher?”

Im Kurs “Besser Rad fahren” können sich Radfahrende Erwachsene, die sich im innerörtlichen Verkehr unsicher fühlen oder mangelnde Fahrpraxis haben, das nötige Gefühl von Sicherheit im Straßenverkehr holen.

In neunstündigen Kursen wird Theorie wie die Grundlagen des sicheren Radfahrens, Radverkehrsanlagen und Recht des Radfahrers vermittelt. In der Praxis auf dem eigenen Rad lernt man, wie man richtig bremst, ausweicht, sich umschaut, abbiegt oder gar wie die richtige Fahrbahnpostion ist und wie man Radverkehrsanlagen souverän nutzt. Die nächsten Kurse finden in Baden-Baden, Freiburg, Tübingen und Stuttgart statt. Weitere Termine sind geplant für Karlsruhe, Lörrach, Mannheim, Mosbach und viele weitere Orte.

ADFC Baden-Württemberg: Mit dem Fahrrad sicher im Verkehr

CharRie’s Café

Mittwoch, 07.03.2012

Bereits seit zwei Jahren ist Rie mit ihrem Kaffefahrrad CharRie’s Café unterwegs, zuerst in Nagoya in Japan und nun schon seit vielen Monaten in Berlin. Auf der VeloBerlin, die Ende des Monats auf dem Messegelände am Funkturm ihre Pforten öffnet, wird man die immer freundliche Japanerin mit ihrem Minicafé wieder erleben können. Rie wird dort ihre neue Kaffeemischung Berlin vorstellen.

CharRie’s Café

Kleine Anfrage im Bundestag zur Verkehrssicherheit im Radverkehr

Mittwoch, 07.03.2012

Die taz berichtet heute von einer kleinen Anfrage der Bundestagsbgeordneten Kühn, Hofreiter und Wilms von den Grünen zur Verkehrssicherheit im Radverkehr. In der Antwort des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gibt es keine großen Überraschungen. Es bleibt bei der Ablehnung der Helmpflicht:

Die Freiwilligkeit des Tragens eines Fahrradhelms ist der Ansatz des gerade verabschiedeten Verkehrssicherheitsprogramm 2011. Um die Helmtragequote zu erhöhen, führt das BMVBS gemeinsam mit der DVW die auf mehrere Jahre angelegte Aktion „Ich trag’ Helm“ durch. Ob sich eine Erhöhung der Tragequote feststellen lässt, wird genau beobachtet, um dann ggfs. darüber zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden sollten. Wichtig ist dabei aus Sicht der Bundesregierung auch, dass Eltern darauf achten, dass ihre Kinder einen Helm tragen. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass dann Kinder ihre Eltern bitten, ebenfalls einen Helm zu tragen, sofern dies bisher nicht erfolgt.

In diesem Zusammenhang gab das Bundesministerium bekannt, dass die Helmtragequote im Jahr 2011 über alle Altersgruppen hinweg bei 11 Prozent der Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer lag. Damit ist die Helmtragequote leicht angestiegen, im Jahr zuvor lag sie noch bei neun Prozent. Bei den sechs bis zehn Jahre alten Kindern waren es im vergangenen Jahr 56 Prozent, die einen Helm trugen.

Ebenfalls bleibt es bei der Ablehnung der Warnwestenpflicht:

Auffällige Leuchtwesten können die Sichtbarkeit von Radfahrerinnen und Radfahrern verbessern. Allerdings wird eine verpflichtende Regelung angesichts der Sorge, dass sich viele Radfahrerinnen und Radfahrer bevormundet und in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, für unverhältnismäßig gehalten. Deshalb werden Kampagnen verschiedener Verkehrssicherheitsorganisationen unterstützt, die gerade in der dunklen Jahreszeit für ein Tragen auffälliger Westen oder ähnliche Kleidung. Es ist darüber hinaus zu betonen, dass im Straßenverkehr auch die Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefragt ist. Bei Kindern müssen die Eltern darauf achten, dass diese im Verkehr gut sichtbar sind.

Zur Frage, wie die Bundesregierung zu einer generellen Tempo-30-Regelung mit Ausnahmen an Hauptverkehrsstraßen steht, kam folgende Antwort:

Heute haben wir bereits abseits der Hauptverkehrsstraßen in Deutschland die Möglichkeit, Tempo-30-Zonen einzurichten. Dies wird bereits mit großen Erfolg praktiziert. Auf den Hauptverkehrsstraßen werden allerdings ca. zwei Drittel der Verkehrsleistung abgewickelt. Deshalb wäre ein generelles Tempolimit von 30 km/h nicht angemessen.

Wir wollen Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Die ständigen Forderungen nach einem generellen Tempolimit auf Bundesautobahnen und auch für ein generelles Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften ist daher nicht zielführend. Deutschlands Straßen zählen mit den geltenden Regelungen zu den sichersten in Europa.

Ansonsten nichts Neues. Anhebung der Bußgelder für das Falschparken von Kraftfahrzeugen auf Radverkehrsanlagen? Wird geprüft. Verpflichtender Einsatz von Fahrerassistenzsystemen? Die Bundesregierung will dazu einen “Runden Tisch” einrichten und wartet ab, bis die Systeme den notwendigen hohen technologischen Reifegrad bei den jeweiligen Fahrzeugkategorien erreicht haben.

Eingerückte Stellen sind wörtliche Zitate aus der Antwort der Bundesregierung.

taz: Der Helm bleibt freiwillig
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage zur
Verkehrssicherheit im Radverkehr
Dank an Nils für den Hinweis.

Radfahrer von abbiegendem Lastwagen erfasst - Zeugen gesucht

Dienstag, 06.03.2012

“Ein 50-jähriger Lkw-Fahrer übersah heute Morgen in Kreuzberg beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer, der bei dem Unfall schwer verletzt wurde. Gegen 7 Uhr 25 wollte der „Volvo“-Fahrer von der Zossener Straße nach rechts in die Blücherstraße abbiegen. Hierbei übersah er offenbar den gleichaltrigen Radfahrer, der auf dem Radweg der Zossener Straße in Richtung Bergmannstraße fuhr. Der Zweiradfahrer geriet unter den rechten Vorderreifen des Lkw und erlitt hierbei mehrere offene Brüche an den Beinen. Er kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion 5 hat die Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen.

Zeugen des Unfalls werden gebeten sich bei beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 5 10965 Berlin, Golßener Str. 6 unter der Telefonnummer (030) 4664-581800 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.”

Pressemeldung der Berliner Polizei # 0733 vom 06.03.2012 - 13:25 Uhr

Streetviewperspektive der Zossener Straße Ecke Blücherstraße

50 gestohlene Fahrräder in Prenzlauer Berg sichergestellt

Dienstag, 06.03.2012

Am Montag hat die Polizei in einem Mehrfamilienwohnhaus in der Hufelandstraße im Bezirk Pankow mehrere Dutzend offenbar gestohlene Fahrräder entdeckt. Aufgrund eines Zeugenhinweises entdeckten die Beamten im Keller des Hauses zwei prall mit Rädern gefüllte Verschläge. Die Ermittlungen führten sie dann zu einem 42-jährigen Mieter, in dessen Wohnung sie weitere, teils hochwertige Zweiräder und entsprechende Einzelteile vorfanden. Gemeinsam mit Kollegen des zuständigen Kommissariats wurden die Fahrräder auf zwei Lkw geladen und abtransportiert. Gegen den 42-Jährigen wird wegen des Verdachts des Fahrraddiebstahls und der Hehlerei ermittelt.

Pressemeldung der Berliner Polizei # 0725 vom 05.03.2012 - 17:50 Uhr
Dank an Philip für den Hinweis.

Magnic Light

Montag, 05.03.2012

Dirk Strothmann und Kurt Pohlmann sind begeisterte Radfahrer, waren für Fahrten in der Dunkelheit bislang aber nicht wirklich gut ausgerüstet. Im letzten Sommer kommen die beiden nach Experimenten zu Wirbelstrombremsen auf eine Idee: Es müsste möglich sein, einen Fahrraddynamo zu bauen, der berührungslos die magnetische Kraft von der Felge absorbiert.

Gedacht, getan. Stroth- und Pohlmann entwickeln Magnic Light, das erste berührungslose dynamobetriebene Fahrrad-Beleuchtungssystem ohne zusätzliche Komponenten an den Rädern. Die Energie zur Stromerzeugung wird berührungslos aus der rotierenden Felge auf Wirbelstrombasis unter Verwendung starker Neodymmagnete aufgenommen. Diese neue Technik ist die Basis dervollständig gekapselten Fahrradbeleuchtung, die ohne Batterien und externe Kabel auskommt, jedoch durch ihren enormen Wirkungsgrad das Gefühl einer sehr starken Batterielampe vermittelt, die das Rad nur minimal abbremst.

Magnic Light kann man noch nicht kaufen, es existieren lediglich Prototypen. Auf der Fahrradmesse am Gleisdreieck am vergangenen Wochenende wurde das Beleuchtungssystem demonstriert und verursachte beim Publikum jede Menge offene Münder und enthusiastischende Kommentare. Um aus den ersten Mustern eine am Markt erfolgreiche Fahrradbeleuchtung zu machen, werden auf der  Crowdfunding-Plattform Kickstarter 50.000 Dollar eingesammelt. Dreizehn Tage vor Abschluss der Funding-Aktion sind bereits 42.341 $ von 292 Unterstützern eingesammelt worden. Benötigt werden also lediglich noch knapp 8.000 Dollar. Das müsste doch zu schaffen sein. Wir drücken jedenfalls Magnic Light beide Daumen und hoffen, dass das revolutionäre Fahrradlicht in ein paar Monaten erhältlich ist.

Magnic Light
Magnic Light bei Kickstarter
Magnic Light bei Facebook

Berlin: Neue Fahrradspuren erst im September?

Sonntag, 04.03.2012

Das Abgeordnetenhaus von Berlin möchte erst kurz vor der Sommerpause, also etwa im Juni, den Doppelhaushalt für die Jahre 2012/2013 beschließen. Bis dahin sind die Tiefbauämter der Bezirke gehalten, nur unbedingt nötige Ausgaben zur Straßenerhaltung zu tätigen. Da die Markierung neuer Streifen erst ausgeschrieben werden muss, können diese wohl erst im September 2012 markiert werden.

Geplant sind Fahrradspuren in der Straße der Pariser Kommune, Am Friedrichshain, Schönholzer Weg, Müllerstraße, Germanenstraße, Kniprodestraße, Michelangelostraße, Hansastraße, Sömmeringstraße, Lise-Meitner-Straße, Stadtrand-Straße, Schnellerstraße, Suermondtstraße und Markstraße.

Der Tagesspiegel: Die Fahrradstadt kommt in die Spur (4.3.2012)

Rollapaluza auf der Berliner Fahrrad Schau

Samstag, 03.03.2012

ADFC Rad&Touren 2012

Samstag, 03.03.2012

Es ist inzwischen eine gute, alte Tradition, dass die Berliner Sektion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in den ersten Märztagen ein Überblicksheft über Tourenangebote in Berlin und im Berliner Umland herausbringt. Das Heft “Rad&Touren 2012″ ist wieder prall gefüllt mit Angeboten für Leute, die Lust auf gemeinsame und geführte Fahrradausflüge haben. Die ADFC-Tourenleiter haben Hunderte von interessanten Angeboten zusammengestellt, von der kurzen Stadtstrecke für Ungeübte und Gelegenheitsradler bis zur längeren Srecke mit höherem Tempo über 22 km/h für den sehr gut trainierten Radfahrer. Natürlich bietet der ADFC auch Mehrtagestouren in alle Richtungen an, ob an die Ostsee oder ins Miitelgebirge Thüringens mit mehreren Teusend Höhenmetern.

Ein Schwerpunktthema im diesjährigen Rad&Touren-Heft sind Pedelecs. Passend dazu werden in dieser Saison geführte E-Bike-Touren angeboten. Dazu hat sich der ADFC zwei Kooperationspartner ins Boot geholt, die Leihpedelecs zur Verfügung stellen. Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbst ein elektrsich unterstütztes Fahrrad zu kaufen, hat hier gute Gelegenheit, Pedelec-Modelle in der Praxis auszuprobieren.

Rad&Touren 2012 (Link zur Online-Ausgabe wird nachgereicht)

Warum Fahrradhelme nicht die Verletzungsgefahr von Radfahrern reduzieren

Freitag, 02.03.2012

Ein Papier von Theo Zeegers vom Fietsersbond in den Niederlanden belegt, dass der Effekt von Fahrradhelmen bei weitem überschätzt wurde. Es ist nicht einmal sicher, dass Fahrradhelme überhaupt einen positiven Effekt haben. Für den Fietsersbond ist deshalb die Propagierung des Helmgebrauchs aus gesundheitlicher Sicht kontraproduktiv.

Nach Einführung der Helmpflicht für Fahrradfahrer in Australien erhöhte sich die Helmtragequote von 40 auf 90 Prozent. Dem stand eine Verminderung des Radverkehrs um 29% sowie eine Verminderung der verunfallten Radfahrer um 22% gegenüber. Das Resultat aus diesen Ergebnissen ist, dass das Unfallrisiko für jeden einzelnen Radfahrer durch die Helmpflicht um 10% angestiegen ist.

Der Zusammenhang zwischen Helmgebrauch und Unfällen von Radfahrern (gemessen in Unfällen pro Milliarden Kilometer Fahrleistung) in acht Länden (Niederlande, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Finnland, Großbritannien und USA) wird auch in der folgenden Grafik deutlich.

Risikostudien tendieren dazu, den Effekt bestimmter Instrumente zu überschätzen, weil sie vom optimalen Gebrauch in einer optimalen Umgebung ausgehen. Bezogen auf den Helmgebrauch gibt es eine Reihe von Faktoren, bei der Theorie und Praxis auseinanderklaffen:

  1. Viele Radfahrer tragen den Helm nicht richtig oder besitzen einen zu großen Helm.
  2. Viele Helme sind zu alt oder haben bereits einen Sturz überstanden und sind deshalb unbrauchbar.
  3. Es existiert eine positive Korrelation zwischen Helmgebrauch und höherem Unfallrisiko. Für Rennradfahrer ist dieser Zusammenhang nicht überraschend, aber andere Studien belegen auch den besagten Zusammenhang bei langsamen Radlern.
  4. Ein weiterer Faktor ist die Tatsache, dass behelmte Radfahrer enger von Kraftfahrern überholt werden als solche ohne Helm.

Fahrradhelme sollen Radfahrer bei Unfällen um 20 km/h schützen, das ist ungefähr die Geschwindigkeit, mit der ein durchschnittlicher Radfahrer unterwegs ist. Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, das eine Geschwindkeit von 40 km/h hat, entstehen Kollisionskräfte, die zehnmal höher sind als die Norm. Deshalb bieten Fahrradhelme mit durchschnittlichen Dicken keinen Schutz bei Unfällen mit motorisiertem Verkehr.

Fietsersbond: Why bicycle helmets are not effective in the reduction of injuries of cyclists.
Vogelvrije Fietser: Helpt een Helm?

Fahrradpannendienst in den Niederlanden

Donnerstag, 01.03.2012

Der Algemene Nederlandse Wielrijdersbond (abgekürzt: ANWB, auf deutsch: Allgemeiner niederländischer Radfahrerverbund) besteht seit dem Jahr 1883. Anders als der deutsche ADFC öffnete der niederländische ANWB seine Pforten auch für Automobilisten. Heute ist er mit vier Millionen Mitgliedern der größte Verband in den Niederlanden und da er - ähnlich wie der ADAC - auch Reisen und Testberichte anbietet und einen Pannendienst unterhält, kann man ihn als Pendant zum deutschen Autofahrerclub ADAC betrachten. Allerdings nimmt der Verein seine Radfahrerwurzeln immer noch ernst. Deshalb ist der ANWB-Pannendienst ab sofort nicht nur für Kraftfahrzeuge zuständig sondern ebenfalls für Fahrräder. Der Dienst kann rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche in Anspruch genommen werden. Eine Mitgliedschaft im Pannendienst ist personengebunden und kostet zum Beispiel für Elektroräder 32,- Euro im Jahr.

ANWB: Nieuwe services van de Wegenwacht voor fiets en bromfiets

Radfahrer müssen da durch

Donnerstag, 01.03.2012

 

aus: Cycle Facility of the Month

3. Berliner Fahrrad Schau mit Blogger Lounge

Dienstag, 28.02.2012

Am Sonnabend und Sonntag öffnet die 3. Berliner Fahrrad Schau in der “Station Berlin” in der Luckenwalder Straße in Kreuzberg ihre Pforten. Gezeigt werden vom Design Bike bis zu Freizeit- und Sporträdern und E-Bikes alles, was im 2-Rad-Bereich wichtig ist. Öffnungszeiten: Sonnabend, 3. März: 10 bis 19 Uhr, Sonntag, 4. März: 11 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen für das Tagesticket 6 Euro (ermäßigt 4 Euro). Das 2-Tages-Ticket kostet 10 Euro (ermäßigt 6 Euro).

Dank der großen Initiative der Bloggerkollegen von BikeBlogBerlin, e-Rad Hafen, fahrradjournal und Stahlrahmenbikes gibt es zum ersten Mal auch einen durchgängig bespielten Fahrradbloggerstand. Das vorläufige Programm der Blogger Lounge sieht so aus:

Sonnabend, 03. März

  • 14.00 Uhr Elmar Schenkel liest aus seinem Buch „Cyclomanie – Das Fahrrad und die Literatur.“ (fahrradjournal – Das Feuilleton für Radkultur)
  • 16.00 Uhr Wir spenden Leben – Radsportler für die Stammzellspende. Vorstellung des Projekts und des Teams, Informationen zur Stammzellspende. (BikeBlogBerlin)

Sonntag 04. März

  • 12.00 Uhr Wir spenden Leben – Radsportler für die Stammzellspende. Vorstellung des Projekts und des Teams, Informationen zur Stammzellspende. (BikeBlogBerlin)
  • 14.00 Uhr E-Lastenräder – Die besseren Kleinwagen! Infos und Diskussion zu unterschiedlichen e-Lastenrädern mit: Maximilian Bauer, Elektronenrad, e-Bullit; Oliver Hoson, Uma Zooma; Andres Moreno, Velonom, prana; Calos Labrana, carryo bikes (e-Rad Hafen)

Mal so in die Runde gefragt: Hat jemand Lust auf einen Rad-Spannerei Blog Klönschnack? Schlagt ein Zeitfenster vor, vielleicht Sonntag 16:00 Uhr? Wenn eine Handvoll Leute zusammenkommen, fahren wir ein/zwei Torten auf, Kaffee müssen wir uns so organisieren.

Berliner Fahrrad Schau

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