Jagd auf Fahrraddiebe als Plot einer Webserie

Freitag, 03.02.2012

“To Catch a Bike Thief”, “einen Fahrraddieb fangen” heißt eine Netzserie, die zur Zeit in Vancouver, B.C. in Kanada abgedreht wird. Im gerade veröffentlichten Trailer zur Serie heißt es: “Schalte To Catch a Bike Thief ein, hier verwenden wir die neueste Technologie, um Fahrraddiebe zu ködern und zu verfolgen, um unsere mit GPS ausgestattenen Räder zurückzuerbeuten und die Diebe vor der Kamera mit dem Problem des Fahrraddiebstahls zu konfrontieren.” Das Filmteam will mit der Serie das Bewusstsein für das Problem Fahrraddiebstahl schärfen, zu Diskussionen anregen und die Menschen wirksam vor Diebstahl schützen.

Die Jagd auf Fahraddiebe wird als Krimi inszeniert, Dunkelheit, wackelnde Kamera, halsbrecherische Verfolgungsfahrten, treibende Musik. Im Trailer und auf der Webseite wird nicht verraten, was mit den Fahrraddieben passiert, die dem Kamerateam auf den Leim gehen. Vielleicht erfahren wir das später, “the adventure begins April 2012″, dann soll der Pilotfilm der Serie ins Netz gehen.

To Catch a Bike Thief
[via]

Radfahrerin in Kreuzberg von Transporter erfasst

Freitag, 03.02.2012

“Mit einer Rückenverletzung kam gestern Abend eine Radfahrerin in ein Krankenhaus, nachdem sie in Kreuzberg von einem Kastenwagen touchiert worden war. Die 41-Jährige war mit ihrem Rad gegen 18 Uhr 20 am Tempelhofer Ufer unterwegs, als ihr Hinterrad von einem hinter ihr fahrenden Kleintransporter eines 37-Jährigen berührt wurde. Die Frau schleuderte einige Meter über die Fahrbahn und wurde nach einer notärztlichen Behandlung stationär in einer Klinik aufgenommen. Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Der Fahrer des „Renault“ kam mit dem Schrecken davon.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0384 vom  03.02.2012 - 09:15 Uhr

Fahrradsimulator in Hannover

Freitag, 03.02.2012

Die Polizeidirektion Hannover verfügt über einen Fahrradsimulator. Mit diesem können Kinder lernen, sich sicher und korrekt im Straßenverkehr fortzubewegen. Damit soll der Unterricht, der bisher nur aus Informationsbroschüren und praktischen Übungen auf dem Schulhof besteht, ergänzt werden.

NDR: Bode testet Verkehrstauglichkeit auf Simulator (1.2.2012)

gefunden in de.rec.fahrrad

Der Mann, der auf dem Fahrrad lebte

Donnerstag, 02.02.2012

Schlafen, rasieren, duschen, frühstücken, Haushalts- und Büroarbeit, telefonieren, Leute treffen, abhängen, spielen, Sport treiben, kochen, musizieren, mit Freunden quatschen, geht alles auf dem Fahrrad.
Von Guillaume Blanchet

Kampagne “Cities Fit for Cycling” der Tageszeitung “The Times”

Donnerstag, 02.02.2012

Save our cyclistsDie nationale Tageszeitung “The Times” in Großbritannien machte heute die ganze Frontseite frei für die Kampagne “Save our cyclists”, “Rettet unsere Radfahrer”. Den Anstoß zu dieser Aktion gab der Fahrradunfall der Reporterkollegin Mary Bowers, die im November letzten Jahres nur wenige Schritte von der Redaktion entfernt von einem Lastkraftwagen überfahren wurde und seitdem im Koma liegt.

Die Zeitung macht einen Vergleich: “Seit dem Jahr 2001 wurden in Afghanistan und im Irak 576 britische Soldaten getötet. In der gleichen Zeit starben auf den Straßen Großbritanniens 1275 Radfahrer. Die neuesten Daten zeigen, dass es in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres 1859 Tote oder Schwerverletzte gab, 12 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.”

Die Leser der Zeitung werden aufgefordert, den Aufruf der Times zu unterschreiben, ihn zu verbreiten und sich an den Parlamentsabgeordneten zu wenden.

Das 8-Punkte-Manifest der Times

  1. Ausrüstung aller LKWs mit Sensoren, akkustischen Wende- und Rückfahrwarnern, Extraspiegeln und Unterfahrschutz.
  2. Die 500 gefährlichsten Kreuzungen werden identifiziert und so neugestaltet, dass Radfahrer durch Ampelschaltungen Priorität besitzen und LKW-Fahrer durch fest installierte Verkehrssspiegel Radfahrer im toten Winkel neben ihnen erkennen können.
  3. Es ist eine landesweite Erhebung notwendig, wieviel Menschen in Großbritannien Rad fahren und wieviel Radfahrer getötet oder verletzt werden.
  4. Zwei Prozent des Verkehrsbudgets sollte für Radfahrerinfrastruktur zur Verfügung gestellt werden.
  5. Radfahrer und Kraftfahrer sollten besser trainiert werden und die Radlersicherheit sollte verbindlicher Bestandteil der Fahrausbildung sein.
  6. Die generelle Höchstgeschwindigkeit sollte in Ortschaften 20 Meilen pro Stunde sein, wenn keine separate Radspur vorhanden ist.
  7. Die Privatwirtschaft sollte eingeladen werden, Sponsor von Fahrradwegen zu werden.
  8. Es sollte in jeder Stadt ein Radverkehrsbeauftragter ernannt werden, um Reformen voranzutreiben.

The Times: Save our cyclists (Artikel)
The Times: Cities Fit for Cycling (Kampagnenseite)
The Times: Cities Fit for Cycling (Manifest)
[via]

RadZeit Nummer eins 2012

Mittwoch, 01.02.2012

Frisch aus der Druckpresse kommt die neue Ausgabe des Mitgliedermagazins des ADFC Berlin. Die Titelstory der RadZeit heißt “Mein bester Feind” und beinhaltet ein Interview der Chefredakteurin Kerstin Finkelstein mit einer Verkehrspsychologin, die Menschen auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) vorbereitet. Ungewöhnlich ist, dass die befragte Psychologin Angst vor dem Radfahren in der Metropole hat: “Ich selbst fahre daheim in Brandenburg zum Beispiel sehr gerne Rad - hier in der Stadt würde ich es mich aber nie trauen, ich fühle mich viel zu unsicher in dieser Fülle von Menschen, Autos, Hunden und Rädern”.

Einkaufen mit dem Rad - HintergründeWichtig für die Entwicklung des Radverkehrs ist gewiss das Angebot an Fahrradparkplätzen vor Einkaufszentren. Die ADFC-Stadtteilgruppen haben bis Ende Oktober 2011 die Daten von rund 80 Berliner Einkaufzentren erhoben. Sie ermittelten teilweise skandalös niedrige Stellplatzzahlen. Beispiel Kaufhof am Alexanderplatz. Das Warenhaus mit 45.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche müsste nach der Bauordnung etwa 450 Fahrradstellplätze vorhalten, angeboten werden stattdessen 15 Radparkplätze, weniger als 3,5 Prozent der erforderlichen Anzahl. Mehr Infos gibt es auch unter
http://www.adfc-berlin.de/aktionenprojekte/emdr/hintergruende.html.

Die Radtourentipps führen uns in dieser Ausgabe zum alten Fritz im Ruppiner Land und zum exotischen Winterradeln auf Island. Wieder dabei ist auch BikeBlogBerlin mit einem Beitrag im Feuilleton. In “Die Entdeckung der Schnelligkeit” geht es um die Schwierigkeiten des Rennradlers mit der Slow Bicycle Movement.

Die neue RadZeit erhält man kostenlos im Buchladen des ADFC in der Brunnenstraße und in vielen Fahrradläden.

Link auf die Online-Ausgabe wird nachgereicht.

Gastkommentar: Fahrradfahrer, ihr werdet den Kampf gegen das Hochrad verlieren!

Mittwoch, 01.02.2012

Es kommentiert Edgar Bebeling (CDU), Mitglied der Enquete-Kommission “Zweiräder im Straßenverkehr”:

Die aktuellen Diskussionen über Radwege, Verkehrspolitik und Mobilität verfügen über alle Elemente, um - endlich? - den lang erwarteten und von einigen vielleicht ersehnten “Clash of Cyclists” zu provozieren. Es ist der Kampf zwischen der schönen neuen Flachfahrradwelt und dem realen Leben. Während die “Flachfahrradfahrer” den realen Hochradfahrer zum Dinosaurier erklären, vergessen sie dabei, dass es sich bei dieser Lebensform um die große Mehrheit der Menschen handelt. Auf Mehrheitsverhältnisse haben Revolutionen indessen nie wirklich Rücksicht genommen.
Die Schlachtordnung der letzten Tage erweckt den Eindruck, wir seien im dritten Teil von “Der Herr der Zweiräder” angekommen, und der Endkampf um die Radwege stehe bevor. Das ist die Gelegenheit, schon jetzt einen vorgezogenen Nachruf auf die Radfahrer, die Kämpfer für gleich große Vorder- und Hinterräder zu formulieren. Denn, liebe “Fahrradfahrer”: Ihr werdet den Kampf verlieren. Und das ist nicht die Offenbarung eines einsamen Apokalyptikers, es ist die Perspektive eines geschichtsbewussten Hochradfahrers. Auch die Zweirad-Revolution wird ihre Kinder entlassen. Und das flache Fahrrad wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel Fußgängerblut bis dahin vergossen wird.
Denn es ist Aufmerksamkeit geboten. Auch wenn das flache Fahrrad als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat es allemal das Zeug zum Destruktiven. Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der Radfahrerhorden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf der holprigen, verbrannten Erde unserer Kultur mit unseren Hochrädern fahren müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Großbürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unser Recht auf das Hochradfahren auch im Straßenverkehr zu verteidigen!
Die Gesellschaft der Hochradfahrer mit ihren Zylindern, Monokeln und Fräcken hat sich in mühevoller Arbeit aus den Barrikaden der Französischen Revolution heraus geformt – so entstand der Velozipedist. Und genau dort, in den Gassen von Paris im Jahr 1789, wurde die Idee des Hochradfahrens geboren. Welche Errungenschaft wider das Zufußgehen und Reiten des Ancien Régime! Endlich konnte man - abhängig von Herkunft und Status - mit seinem teuren Hochrad stolz und erhobenen Hauptes durch die Gegend radeln. Diese Idee des Hochrades sollte sich als pedalbetriebener Motor für Innovation und Entwicklung auf dem europäischen Kontinent erweisen. Eine Fortbewegungsart, deren Bewahrung auch im Zeitalter des flachen Fahrrades lohnt.
Sie ist im modernen Straßenverkehr in Gefahr. Nicht weil flache Fahrräder aus sich heraus wie kleine Drahtesel an den Ideen und Idealen unserer großbürgerlichen Gesellschaft knabbern würden. Nein, es sind die Menschen, die auf diesen widerlich niedrigen Fahrrädern in gebückter Haltung sitzen und eine andere Mobilität wollen. Die die totale Freiheit der Fahrzeugwahl apostrophieren und damit letztlich nur den “velozipedalen Totalitarismus”, wie es Jaron Lavier genannt hat, meinen. Es ist eine unheilige Allianz aus diesen “radelnden Maoisten” und kapitalstarken Velozipedisten, die hier am Werk ist. Auch wenn sie sagen, sie seien die Guten - nur weil man sagt, man sei gut, ist man es noch lange nicht.
Nun haben die Fahrradhersteller in den letzten Tagen ihren starken Arm gezeigt. Doch Herculesse und Gazellen dieser Welt, lasst euch zurufen: Auch wenn Hercules für einen Tag keine Fahrräder produziert und Gazelle-Fahrräder ohne Lenkstange gefahren werden, ist das nicht das Ende der Mobilität der Menschheit. Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Die Mobilität und vor allem die aufrechte Haltung der Welt liegen immer noch in den Waden der Menschen. Also, Großbürger, geht auf die Barrikaden und radelt. Am besten auf einem Hochrad aus dem 19. Jahrhundert!
Natürlich verändert die fortschreitende Umrüstung auf flache Fahrräder unsere Gesellschaft. Vieles wird einfacher. Auch dieser Text ist mit Hilfe der Errungenschaften der Velozipedisierung durch einen Fahrradkurier an die Postillon-Redaktion geschickt worden. Aber wir sollten uns zu wehren beginnen, wenn einzelne Menschen auf den vielen Fahrrädern uns unsere Lebensentwürfe vorschreiben. Noch ist es dazu nicht zu spät.
Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als radfahrende Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste für die Masse Mensch auf den Zweirädern sei. Mountain-Biker und BMXler sind jedenfalls dabei der schlechteste Ratgeber. Sie achten den Straßenverlauf des anderen nicht, setzen ihre hervorragenden aerodynamischen Eigenschaften nur für den eigenen Vorteil ein, sind darauf bedacht, im Gelände und in Halfpipes zu tricksen, was das Zeug hält. Und offensichtlich sind Narzissmus und Flachfahrradzismus Zwillinge. Natürlich soll niemandem verboten werden, auf einem Bonanzarad seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben. Jetzt haben wir noch die Zeit, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wir brauchen den Hochradfahrer, dem Werte wie fehlende Gangschaltung, schlechte Lenkbarkeit und tiefe, schmerzhafte Stürze auch im Straßenverkehr am Herzen liegen.

Der Postillon, das Magazin für ehrliche Nachrichten - unabhängig und schnell, seit 1845 - erteilte uns die freundliche Genehmigung zum Abdruck dieses Beitrags. Vielen Dank dafür.
Originalartikel: Gastkommentar: Fahrradfahrer, ihr werdet den Kampf gegen das Hochrad verlieren!

LKWs verletzen Radfahrerinnen

Dienstag, 31.01.2012

Zwei Abbiegemanöver von Lastkraftwagen und zwei schwerverletzte Radfahrerinnen, das ist die Bilanz der letzten Stunden. Unter der Überschrift “Radfahrer übersehen” berichtet die Polizei von einem Rechtsabbiegeunfall in Treptow-Köpenick, der sich vor Einbruch der Dunkelheit ereignete:

“Bei einem Verkehrsunfall ist gestern Nachmittag eine Frau in Adlershof schwer verletzt worden. Gegen 16 Uhr bog ein Lastwagenfahrer, der die Rudower Chaussee befuhr, an der Einmündung Groß-Berliner-Damm nach rechts ab und übersah dabei die Radfahrerin, die in gleicher Richtung die Rudower Chaussee befuhr. Es kam zum Zusammenstoß. Die 34-Jährige stürzte zu Boden und brach sich den rechten Unterschenkel. Sie wurde von alarmierten Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht. Der 52-jährige Fahrer des Lkw blieb unverletzt.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0352 vom 31.01.2012 - 09:00 Uhr

Das ist die Perspektive des Lastwagenfahrers in der Rudower Chaussee. Der Hochbordradweg, auf dem sich die Radfahrerin vermutlich befand, wird etwa zwanzig Meter vor der Ecke zum Groß-Berliner-Damm direkt an die Fahrbahn herangeführt.

Einen Linksabbiegeunfall zwischen einem LKW und einer Radfahrerin gab es heute früh in Tempelhof-Schöneberg. Überschrift der Polizeimeldung: “70-jährige Radfahrerin bei Verkehrsunfall schwer verletzt”.

“Schwere Kopfverletzungen erlitt eine 70-jährige Radfahrerin heute Vormittag in Tempelhof bei einer Kollision mit einem Lkw. Der 47-jährige Fahrer bog gegen 9 Uhr 45 mit seinem Selbstlader von der Ringbahnstraße nach links in die Manteuffelstraße ein. Dabei streifte er nach bisherigen Erkenntnissen die 70-Jährige, die mit ihrem Rad – aus derselben Richtung kommend – gerade die Fußgängerfurt in der Manteuffelstraße überquerte. Die Frau erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen und wurde durch alarmierte Rettungskräfte in ein Krankenhaus gebracht. Der Lkw-Fahrer blieb äußerlich unverletzt, konnte aufgrund eines Schocks seine Fahrt jedoch nicht fortsetzen.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0359 vom 31.01.2012 - 15:05 Uhr

Neue Verkehrsschilder in Frankreich erlauben Radfahrern das Rechtsabbiegen bei Rot

Montag, 30.01.2012

Vergangenen Freitag wurde im Amtsblatt des französischen Innenministeriums ein Erlass veröffentlicht, der die Einführung neuer Verkehrsschilder für Radfahrer betrifft. In Zukunft können Radfahrer an innerörtlichen Kreuzungen bei rotem Ampellicht nach rechts abbiegen oder die Kreuzung queren, wenn die abgebildeten Ampeln oder Verkehrsschilder dies erlauben. Dabei müssen sie den Fahrzeugen mit grünem Ampellicht und Fußgängern Vorrang einräumen und, wenn nötig, stoppen. Die neue Beschilderung soll schrittweise auf ausgewählten Kreuzungen auf bestimmten Strecken eingesetzt werden. Das Überfahren einer roten Ampel oder ein Verstoß gegen die Vorfahrt anderer Verkehrsteilnehmer kostet in Frankreich 135 Euro.

Mise en place d’une nouvelle signalisation à destination des cyclistes

Fahrradbotschaften

Sonntag, 29.01.2012

Die Stadt Kopenhagen im besonderen und Dänemark im allgemeinen machen bereits seit einigen Jahren die Erfahrung, dass der Begriff einer Fahrradstadt oder der eines Fahrradlandes ein vorzügliches Marketinginstrument ist. Das lockt fahrradinteressierte Touristen ins Land und Dänemarks Image in der Welt erhält einen grünen Anstrich. Deshalb wurde bereits vor zwei Jahren eine neuartige Botschaft gegründet. Die dänische Fahrradbotschaft, englisch: Cycling Embassy of Denmark, ist ein Zusammenschluss von privaten Unternehmen, der öffentlichen Hand und von Organisationen aus dem Non-Profit-Bereich, die die Fahrradbotschaft gemeinsam finanzieren. Ihr gehören Experten zu Stadtplanung, Infrastruktur, Radverkehrsförderung, Abstellangeboten, Fahrradtourismus und zur Ausstattung von Fahrrädern an. Die Danish Cycling Embassy hat den Anspruch, zur Quelle für Fahrradwissen und Fahrradprodukte zu werden.

Cycling Embassy of Denmark

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die niederländische Fahrradbotschaft, die im letzten Oktober gegründet wurde. Sie wird von 26 Firmen, staatlichen Organisationen und NGOs getragen. Ziel der Botschaft ist ausdrücklich der Export fahrradbezogener Expertise, Produkte und Dienstleistungen. Und schließlich soll die Botschaft zum holländischem Branding beitragen und die Marke “Niederlande” international stärken. Im Einzelnen will die Fahrradbotschaft
- ein lebendiges Bild der niederländischen Fahrradkultur in allen seinen Facetten bieten.
- Ansprechpartner für Fragen und Anfragen aus dem Ausland sein.
- eine Wissensdatenbank zur niederländischen Fahrradmobilität zur Verfügung stellen.
- vielfache Dienstleistungen zur Marktforschung und Entwicklung des Fahrradmarktes bereit stellen.

Dutch Cycling Embassy

Berliner Fahrrad Schau versteigert eingestricktes Fahrrad

Samstag, 28.01.2012

Die Velomesse Berliner Fahrrad Schau, die heute in fünf Wochen in der Station-Berlin nahe U-Bahnhof Gleisdreieck stattfinden wird, versteigert an diesem Wochenende ein eingestricktes Fahrrad bei Ebay. Es handelt sich um das Modell Courier 3i in der Farbe Chicago Grey des Herstellers Electra. Das Rahmenschild aus Echtholz, die lackierten Felgen und cremefarbenen Reifen machen das Teil zu einem echten Eisdielenfahrrad. Das Rad wurde liebevoll in den Farben der Berliner Fahrradschau eingestrickt und wird morgen um 14:00 Uhr bei dem Onlineauktionshaus versteigert. Etwa 22 Stunden vor dem Ende der Auktion liegt das aktuelle Gebot bei 457,98 Euro und damit noch deutlich unter dem Listenpreis des Fahrrads.

Der Erlös der Auktion kommt der gemeinnützigen Organisation betterplace.org zugute, die damit den Kauf von Fahrrädern für benachteiligte Kinder in Berlin finanzieren möchten. Das Rad wird dem Gewinner der Auktion von Schauspieler und Moderator Ole Tillmann auf der Berliner Fahrrad Schau am 3. & 4. März in der Station-Berlin überreicht oder mit einer Widmung versehen zugesandt.

Berliner Fahrrad Schau
Ebay-Versteigerung “Stahlschaf”

Entkriminalisierung von Verkehrsdelikten?

Freitag, 27.01.2012

“Es regnet und es ist dunkel - das Scheinwerferlicht entgegenkommender Fahrzeuge spiegelt sich auf der nassen Straße. Auf der Rückbank quengelt ein Kind. Der Fahrer dreht sich kurz nach hinten. Als er wieder nach vorne sieht, taucht unvermittelt ein Schatten vor ihm auf. Es kracht. Die Bremsen quietschen - zu spät. Auf der Fahrbahn liegt ein schwer verletzter Radfahrer, der später im Krankenhaus stirbt. Der Autofahrer kommt wegen fahrlässiger Tötung auf die Anklagebank.” (newsclick.de)

Ein Schreckenszenario! Nicht etwa wegen dem getöteten Radfahrer, sondern wegen dem lästigen Papierkram und den Gerichtsbesuchen hinterher. Grund genug für den  50. deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar, über eine Entkriminalisierung der Verkehrsdelikte nachzudenken. Im letzten Jahr wurden laut Automobilclub Deutschland (ACE) 714 Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung und 13.500 wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.

Diskussion zu dem Thema in de.rec.fahrrad

Hollywood fährt Rad

Donnerstag, 26.01.2012

hollywood-rides-a-bike.jpgEines der erfolgreichsten Fahrradblogs des letzten Jahres ist Rides a Bike. Das Ende 2010 gegründete Tumblr-Fotoblog zeigt nichts anderes als Kinostars auf ihren Fahrrädern. Im jüngsten Beitrag sieht man Willy Fritsch und Lilian Harvey von einem Tandem in die Kamera grinsen. Von Humphrey Bogart über Audrey Hepburn, Elvis Presley, Brigitte Bardot, alle sind sie vertreten bei dem Stelldichein prominenter Hollywood-Schauspieler auf Rädern. Mein Lieblingsfoto zeigt Cate Blanchett auf einem Rad im Berlin des Jahres 1945.

Nun ist aus dem gelungenen Fahrradblogprojekt ein Hardcoverbuch geworden. Das spin-off des Tumblr Blogs zeigt auf 160 Seiten 125 bekannte Kinostars auf dem Fahrrad in schwarz/weiß und in Farbe, die besten Bilder aus dem Blog aber auch bisher unveröffentlichte Promi-Fahrrad-Fotos. Das Buch “Hollywood Rides a Bike” von Steven Rea wird 20 Dollar kosten.

Rides a Bike

“ZDF heute” - Fußgängerunfälle durch Kopfhörer

Mittwoch, 25.01.2012

In der Sendung “ZDF heute” wird über die Gefahren von Kopfhörern im Straßenverkehr berichtet. Kopfhörer tragen “mag modern sein, vor allem aber ist es gefährlich. Die tödlichen Unfälle von Fußgängern im Straßenverkehr haben rapide zugenommen.” Nach einem Allgemeinposten über die Gefahren der Abschottung zieht man weitere Parallelen zwischen Kopfhörertragen und der Gesamtheit aller Fußgängerunfälle. So seien allein von Januar bis Oktober 2011 432 Fußgänger tödlich verunglückt - 21,7% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies sei auch auf das Tragen von Kopfhörern zurückzuführen. Konkrete Zahlen nennt man leider nicht.

ZDF Mediathek: “heute vom 25.1.2011” (voraussichtlich 7 Tage lang abrufbar)

Danke @Christoph für den entsprechenden Hinweis.

Bei Fahrradpech kommt der Fahrradnotdienst

Dienstag, 24.01.2012

In Berlin heißen sie RadAmbulanz, Verrücktritt oder Dienstrad / Dienstrad. Gemeint sind die mobilen Fahrradnotdienste, die vor Ort Fahrradreparaturen durchführen. Wer keine Zeit oder keine Möglichkeit hat, das defekte Fahrrad zum nächsten Laden zu schieben, kann einen Fahrradschrauber auch zu sich kommen lassen. Das ist in der Regel ein wenig teurer, weil zusätzlich zu den Reparaturkosten eine Anfahrtpauschale anfällt. Vom schlichten Platten bis zur kompletten Inspektion sind einfache Reparaturen, Reinigungs- und Wartungsarbeiten und der fachgerechte Austausch von Verschleißteilen möglich. Für den mobilen Fahrradnotdienst Fiestforce in Amsterdam wirbt das folgende kurze Werbefilmchen.

Fietsforce

Radfahrertrendfarbe Neon

Samstag, 21.01.2012

Die Welt Online ist einem Hamburger Trend auf der Spur: “Immer mehr Hamburger wappnen sich mit Warnwesten gegen die schlechten Wetterbedingungen - und sorgen so für mehr Sicherheit”.  Ob beim Joggen an der Alster oder beim Radfahren auf dem Grindelberg, überall sieht es die Zeitung Krassgelb und Neonorange leuchten. Autorin Larissa Kopp fragt bei Karstadt Sport in der Mönckebergstraße nach. Im Kaufhaus wird die erhöhte Nachfrage nach Leuchtwesten bestätigt: “Der Absatz hat sich zweistellig erhöht”, sagt Filialleiter Georg Kant. Der Inhaber eines Fahrradladens in Hamburg berichtet gar von einem “wahren Hype. Es ist schon sehr auffällig, wie viele Erwachsene plötzlich nach der Sicherheitsbekleidung fragen”. Während früher lediglich Kinder mit reflektierenden Westen und Capes ausgestattet wurden, greife der Trend nun auf Radfahrer, Jogger und Fußgänger über.

Welt Online warnt: “In Frankreich sind die Westen für Radfahrer schon verpflichtend”. So weit will es die Hamburger Polizei nicht kommen lassen, aber auch sie rät dringend zu hellen Sachen und reflektierenden Streifen. Eine Nachfrage beim ADAC ergibt: “Auch für Fahrradfahrer und Jogger sieht der ADAC die Dringlichkeit für die Reflektorwesten”.

Welt Online: Neon ist die Farbe der Saison

Fahrradverkäufe in Europa

Freitag, 20.01.2012

Der Europäische Radfahrer-Verband (abgekürzt ECF, European Cyclists’ Federation) hat eine Sammlung von Zahlen und Fakten rund um das Fahrrad veröffentlicht. Unter den Grafiken befindet sich eine Übersicht der Neuradverkäufe pro eintausend Einwohner in den 27 EU-Staaten. Erstaunlich ist der große Abstand des Fahrradlandes Dänemark vor allen anderen EU-Ländern.

fahrradverkaeufe-in-europa.jpg
Größere Grafik nach dem Klick auf das Bild.

ECF: Cycling facts and figures

Poller auf Fahrradwegen

Freitag, 20.01.2012

Wenn man auf dem benutzungspflichtigen Teil des Fahrradwegs an der Schönhauser Allee fährt, begegnet man ihnen in Hülle und Fülle. Gemeint sind die Poller, Laternenpfähle und scharfkantige Eisengitter, die Radler zu einer Slalomfahrt zwingen. Die Hindernisse sind Ursache für viele Alleinunfälle von Radfahrern. Etwa 60 Prozent aller Radfahrer, die in niederländischen Krankenhäusern behandelt werden, wurden Opfer eines sogenannten Alleinunfalls.

Durch das Entfernen unnötiger Poller von Radwegen oder deren bessere Kenntlichmachung könnten einige dieser Alleinunfälle besser verhindert werden. Einwohner der Stadt Amersfoort können nun auf der Website Fietspaaltjesamersfoort.nl aktiv an der Auffindung gefährlicher Hindernisse auf Radverkehrsanlagen mitwirken. Wenn Besucher von einem mobilen Internetzugang auf die Seite zugreifen, identifiziert diese den Standort und zeigt dem Besucher alle Pollerstandorte in dessen Nähe an. Auf Basis der Rückmeldungen auf der Website entscheidet die Kommunalverwaltung über die Entfernung gefährlicher Poller bzw. über einen sicheren Umbau, um zukünftige Gefährdungen auf ein Minimum reduzieren zu können.

Fietspaaltjesamersfoort.nl
[via]

Lifecycle: 365 Tage im Leben eines Fahrradbügels in New York City

Donnerstag, 19.01.2012

“Nimm ein Fahrrad, schließe es an einen Bügel an und mache an jedem Tag des Jahres ein Foto.

Am 1. Januar 2011 haben wir ein komplett straßentaugliches Fahrrad - mit Klingel, Korb, Lichtanlage und allem Drum und Dran - an einer belebten Ecke in Soho in Manhattan an einen Fahrradbügel geschlossen. Wir haben an den folgenden 365 Tagen ein Foto gemacht und sahen es langsam verschwinden. Das Projekt haben wir “Lifecycle: 365 Tage im Leben eines Fahrrads in New York City” genannt.”

Immerhin hat es 270 Tage gedauert, bis das Rad vollständig weg war. Fahrradbesitzlevels mal anders illustriert.

Kein Straßenneubau in Baden-Württemberg in den nächsten vier bis acht Jahren

Mittwoch, 18.01.2012

Die grün-rote Landesregierung unter Ministerpräsident Kretschmann will vorerst nur noch Straßen sanieren, keine neuen mehr bauen. Für die Sanierung von Straßen will die Regierung im südwestlichen Bundesland zusätzlich 50 Millionen ausgeben. Kretschmann sagte, jeder Landrat, jeder Bürgermeister und viele junge Unternehmer verlangten von der grün-roten Landesregierung immerzu die Unterstützung für neue Straßenprojekte. Diese Mentalität müsse geknackt werden. In Zukunft dürfe es keinen Straßenbau “auf Pump” geben. Kretschmann: “Aus dem freien Gut Straße muss das knappe Gut Straße werden.” Überdies werde das Verkehrssystem effektiver, wenn mehr Menschen zu Fuß gehen und wenn das Radwegesystem ausgebaut wird.
FAZ: Kretschmann stoppt Planung neuer Straßen

Die perfekte Fahrradmitfahrtechnik

Mittwoch, 18.01.2012

Amsterdamize zeigt, wie man als Mitfahrer richtig auf den Gepäckträger steigt.

1. Anschieben und das Fahrrad auf Tempo bringen
2. Fahrer greifen und aufspringen
3. Hintern zurechtrücken und Beine kreuzen

[via]

Fahrradschnellstraße Malmö - Lund

Mittwoch, 18.01.2012

Malmö ist die drittgrößte Stadt Schwedens und liegt im Südwesten des Landes, gleich auf der anderen Seite des Öresundes und nicht weit von Kopenhagen entfernt. Etwa siebzehn Kilometer in nordöstlicher Richtung entfernt von Malmö befindet sich die Universitätsstadt Lund. Sowohl Malmö als auch Lund haben bereits jetzt relativ hohe Radverkehrsanteile. In Zukunft werden beide Städte durch eine 5,5 Millionen Euro teure Fahrradschnellstraße miteinander verbunden. Der Radschnellweg soll vierspurig ausgestaltet sein - zwei in jede Richtung - und gegen das durchweg windige Wetter mit niedrigen Büschen und feste Zäune geschützt werden. Planung und Bau der Schnellstraße werden ungefähr acht Jahre dauern.
Treehugger: A New Cycling Superhighway. Not in the U.S.A.

Tempo 30 auf Berliner Hauptstraßen

Dienstag, 17.01.2012

Das gesamte Berliner Straßennetz hat eine Länge von etwa 5.340 Kilometern. Hiervon fallen ca. 1.540 km Straßenlänge auf die städtischen Hauptverkehrsstraßen.  Im Jahr 2007 war für ca. 3,8 % des Hauptverkehrsstraßennetzes eine Reduzierung auf Tempo 30 angeordnet. Anfang 2009 war auf ca. 230 km, das sind knapp 16 % des Hauptverkehrsstraßennetzes, Tempo 30 angeordnet.

Nicht bei allen Tempo-30-Abschnitten im Hauptverkehrsstraßennetz wird rund um die Uhr ein Tempolimit angeordnet. Etwa 130 Kilometer sind von 0-24 Uhr temporeduziert. Auf 70 Kilometern ist die Geschwindigkeit zwischen 22-6 Uhr auf 30 km/h beschränkt, während 30 Kilometer sonstige zeitliche Beschränkungen hat.

Das geht aus der Antwort des neuen Verkehrs-Staatssekretärs Christian Gaebler (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling hervor.

Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling (pdf-Dokument)

4. IndoorCycling Team-Marathon

Dienstag, 17.01.2012

Die Betriebssportgemeinschaft der Berliner Feuerwehr veranstaltet am Sonnabend, den 11. Februar 2012 ein IndoorCycling Team-Marathon. Austragungsort ist die große Sporthalle des Sport Club Siemensstadt e.V. , Buolstraße 14, in 13629 Berlin. Der Startschuss wird um 11:00 Uhr erfolgen, das Finish ist um 17:00 Uhr. Insgesamt 200 Räder stehen den gemeldeten Mannschaften zur Verfügung.

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Wer jetzt noch mitmachen möchte, kann sich beim Team Wir spenden Leben um einen von sechs freien Plätzen bewerben. Dazu musst du auf die Facebook- respektive Google+-Seite von Wir spenden Leben gehen und auf den “Gefällt mir”-Button oder den “Plus 1″-Button klicken. Für jede dieser Aktionen bekommst Du ein Los, je mehr du machst, desto größer Deine Chance, einen Platz zu bekommen. Ende der Aktion ist der 28.01. um 23:59 Uhr.

Wir spenden Leben
Wir spenden Leben bei Facebook und Google+

Toolimation

Dienstag, 17.01.2012

Aaron Lisco ist Fahrradmechaniker und Fahrradreisenabenteurer. Lange war er auf der Suche nach seiner Berufung. Er hat sie gefunden in “the non-over consuming, sustainable, earth-friendly, human powered way to everything… the BICYCLE!”. Auf seiner Internetseite Beyond The Great Divide berichtet er von seinen Fahrradtouren. Über die Montage seines “perfekten Tourenfahrrads” hat er mit viel Leidenschaft einen Stop-Motion-Film erstellt, der wirklich beeindruckend ist (ab Minute 2:25 geht es richtig los):

[via Stefan von a2011]

CDU und SPD in Hamburg wollen Fahrradhelmpflicht für Kinder

Montag, 16.01.2012

Mit einer Bundesratsinitiative will die Hansestadt Hamburg dafür sorgen, dass in der Bundesrepublik eine Helmpflicht für minderjährige Radfahrer eingeführt wird. Ein entsprechender Antrag wurde von der CDU-Bürgerschaftsfraktion gestellt. Die allein regierende SPD signalisierte bereits ihre Zustimmung. Innensenator Michael Neumann (SPD): “Für Kinder befürworte ich die generelle Helmpflicht uneingeschränkt. Bei Jugendlichen ab 14 Jahren bin ich nicht festgelegt und würde gerne die Beratungen der Bürgerschaft abwarten”. Über die Initiative soll bereits am 25. Januar in der Bürgerschaft abgestimmt werden.

Laut Hamburger Abendblatt sagte der Initiator des Antrags, Klaus-Peter Hesse (CDU), die geplante Helmpflicht solle “den Schutz von Kindern und jugendlichen Radfahrern im Straßenverkehr verbessern”. Es sei die Aufgabe der Politik, “wie beim Autoverkehr oder bei Motorrädern auch über angemessenen Selbstschutz von Radfahrern als Verkehrsteilnehmer nachzudenken”.

Der Verkehrsforscher Martin Randelhoff hat sich in einem Artikel mit der Forderung der “großen Hamburger Koalition” befasst. Randelhoff vergleicht die Zahlen der in den Jahren 2009 und 2010 im Straßenverkehr umgekommenen Kinder: “Von den im Jahr 2010 getöteten Kindern verloren 49 und damit fast die Hälfte der Kinder als Mitfahrer in einem Pkw ihr Leben. Mehr als jedes vierte getötete Kind (27%) war zu Fuß, 19% waren auf einem Fahrrad unterwegs, als der Unfall passierte. Gegenüber dem Vorjahr sind vor allem mehr Kinder in einem Auto zu Tode gekommen (+ 32%), davon betroffen waren vor allem die jüngeren Kinder bis neun Jahre (+ 67%). Aber auch als Fußgänger starben mehr Kinder als im Jahr 2009 (+ 22%). Dagegen verunglückten weniger Kinder als im Jahr 2009 mit ihren Fahrrädern tödlich (– 17%).”

Randelhoff kommt zu dem Schluss, dass 19 Kinder und Jugendliche noch leben würden, wenn ein Fahrradhelm alle Kinder und Jugendlichen, die durch einen Verkehrsunfall getötet wurden, zuverlässig geschützt hätte. Im besten Falle würden 29 Kinder und Jugendliche aufgrund der Radhelmpflicht noch am Leben sein, wobei die Zahl 0 bei Verkehrstoten immer das Ziel ist, das jedoch kaum oder gar nicht erreicht werden kann.

Da die Zahl radfahrender Kinder nach der Einführung einer Fahrradhelmpflicht sinkt, stellt sich Randelhoff in seinem Fazit folgende Frage: “Ist es richtig, den Tod von 29 Kindern im Jahr 2010 möglicherweise verhindert zu haben, gleichzeitig aber die sportliche Aktivität einer ungleich großen Zahl von Kindern zu senken und somit andere gesundheitlichen Risiken hervorzurufen?”

Zukunft Mobilität: Bundesratsinitiative: SPD und CDU wollen Radhelmpflicht für Kinder

Polizei codiert nun auch im Winter

Montag, 16.01.2012

In den vergangenen Jahren hat die Berliner Polizei pünktlich zum Beginn der Schönwetterradelzeit die ersten Fahrradcodiertermine angeboten. Da aus Wettergründen in diesem Winter (bisher) erheblich mehr Radfahrer als in den vergangenen Wintern unterwegs sind, führen die Berliner Ordnungshüter ihre Informationsveranstaltung “Sicherheit rund ums Fahrrad” nun schon durch:

“Trotz des kalendarischen Winters ist das Fahrrad derzeit ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Daher bieten die Mitarbeiter des Polizeiabschnitts 46 in Lankwitz am Dienstag, den 17. Januar, in der Zeit von 11 bis 14 Uhr Informationen rund um das Thema Fahrrad an. Wie kann ich mein Fahrrad wirksam vor Langfingern schützen und wie komme ich sicher durch den Straßenverkehr – dazu und natürlich zu weiteren polizeilichen Themen stehen die Polizeibeamten Rede und Antwort im Foyer des Abschnitts 46 an der Gallwitzallee 87.
Darüber hinaus bieten sie eine kostenfreie Fahrradcodierung an. Interessierte Fahrradbesitzer, die eine Codierung wünschen, sollten ihren Personalausweis sowie einen Eigentumsnachweis nicht vergessen!”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0199 vom 16.01.2012 - 12:50 Uhr

Infoseite der Berliner Polizei: Fahrradcodieraktionen als Kriminalprävention

Polizei testet alternative Antriebe

Mittwoch, 11.01.2012

Die Berliner Polizei stellt am 19. Januar elf alternativ angetriebene Fahrzeuge in Dienst. Damit soll der CO2-Ausstoß verringert und die Umwelt geschützt werden. Fahrräder befinden sich nicht unter den von Toyota, Opel, Mitsubishi und Renault gelieferten Fahrzeugen.

In Diskussionen über die Polizeiarbeit werden häufig Fahrradstaffeln gewünscht, da man sich davon ein besseres Einfühlungsvermögen in die Belange der Radfahrer erhofft. Kritikpunkte an der Polizeiarbeit sind u.a. häufige Verkehrsregelunkenntnis sowie parteiische Unfallberichte und -statistiken.

Berliner Polizei: Blau fährt jetzt grün

Erster Blick auf die Ausstellung “Kopenhagen – eine Stadt fährt Rad”

Mittwoch, 11.01.2012

Seit heute und bis zum 29. Februar ist die Ausstellung “Eine Stadt fährt Rad – Kultur, Design und Stadtentwicklung am Beispiel Kopenhagen” in den Nordischen Botschaften im Tiergarten geöffnet. e-Rad-Hafen hat die Ausstellung gut gefallen, kompakt und auf den Punkt: “Ich finde man spürt, dass eine aufrichtige Überzeugung fürs Fahrrad vorhanden ist: Im Gegensatz zur Gratwanderung zwischen schüchternem kleinklein Probieren und Sonntagsreden-Heuchelei in Städten der deutschen Autokratie.”

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Wer einen kleinen visuellen Eindruck der Ausstellung bekommen möchte, klickt sich durch die Slideshow bei
e-Rad-Hafen: Ausstellung: Kopenhagen – eine Stadt fährt Rad

Ausstellung: Eine Stadt fährt Rad
Zeit: 11. Januar 2012 bis  29. Februar 2012
Ort: Nordische Botschaften Felleshus / Gemeinschaftshaus
Rauchstraße 1
10787 Berlin
Nordische Botschaften: Eine Stadt fährt Rad

Nachtrag:
Ausstellungsbesprechungen in
Tagesspiegel: Fahrradkultur auf Dänisch (12.01.2012)
taz Berlin: Ein Teil des Lebens (19.01.2012)

Lastenrad-Bauworkshops am Moritzplatz

Mittwoch, 11.01.2012

In der OpenDesignCity am Moritzplatz werden auch in diesem Jahr wieder mindestens vier Workshops zum Lastenradbau angeboten. Die Grundidee ist, an einem langen Wochenende ein Lastenrad aus Alt-Rädern, Schrott und Restmaterialien zu bauen. Die Workshops werden in frei zugänglichen Videos, Fotos, Texten und Zeichnungen dokumentiert. Die im letzten Jahr durchgeführten Workshops in Berlin und anderswo geben einen breiten Einblick, was alles im Lastenradbau möglich ist: ob Schubkarren-Tieflader, dreirädriger Frontlader, Fahrrad mit Seitenwagen, Einkaufswagen-Lastenrad, Hecklader oder Lastenfahrad auf Long-John-Basis, allein die Vielzahl der Lastenradkonzepte ist beindruckend.

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Der nächste Workshop findet von Freitagmorgen bis Sonntagabend (20. bis 22. Januar 2012) statt. Gebaut wird ein Vorderlader mit drei Laufrädern für schwere Lasten. Infos zum Workshop gibt es bei Christophe Vaillant von der Open Design City (cvail101@gmail.com).

Zusätzlich findet an jedem ersten Dienstag im Monat von 19:00 bis 21:00 Uhr ein Jour Fixe zum Lastenfahrradbau statt. Alle, die die Themen rund um urbane, pedale Mobilität interessant finden und mehr dazu erfahren wollen, sind eingeladen.

Zweites Arbeitsfeld ist der Aufbau einer Lastenrad-Verleihplattform im deutschsprachigen Raum. Auf eine Google-Maps-Karte sollen die Transporträder samt Beschreibung, Bildern und Kontaktdaten eingetragen werden. Die Plattform will das Ausborgen von Transporträdern von privat zu privat erleichtern und fördern. Jede/r wird hier bald Lastenräder einstellen können oder ein geeignetes Lasti zum Ausleihen finden können.

Open Design City
Prinzessinnenstr. 19-20
10969 Berlin Kreuzberg

Lastenrad-Bauworkshop Postfossile Mobilität

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