Mechanisches Doping

Donnerstag, 03.06.2010

Doping? Interessiert doch keinen mehr. Doch nun bekommt die Dopingdiskussion einen neuen Aspekt. Dem Schweizer Rennfahrer Fabian Cancellara wird vorgeworfen, die Flandern-Rundfahrt und das Eintagesrennen  Paris-Roubaix mit einem E-Bike gewonnen zu haben. Ein kleiner Motor im Sattelrohr soll dafür verantwortlich sein, dass Cancellara  seiner Konkurrenz davonsauste, nachdem er kurz zuvor eine mysteriöse Handbewegung an seinem Lenker machte. Immerhin sind es 60 bis 100 Watt, die ein im Rahmen versteckter Elektromotor an Zusatzleistung bringen kann.

Fabian Cancellara streitet natürlich alles ab und sagt: “So ein Schwachsinn. Ich bin geradezu sprachlos. Ich hatte noch nie Batterien im Rahmen”. Der Radsport-Weltverband ist durch die Dopinggerüchte irritiert und lässt an einem Scanner arbeiten, der Hilfsmotoren am Rennrad sichtbar machen soll.

Youtube-Video:  Bike with engine (doped bike) and Cancellara (Roubaix - Vlaanderen)
bicycle design: Mechanical doping and the future of e-bikes
Roadrunner: Fabian Cancellara mit Motor im Fahrrad zum Sieg der Flandern-Rundfahrt und der Paris-Roubaix?

Start der “Tour de Berlin” auf dem Kudamm

Freitag, 21.05.2010

Heute startet die 58. Auflage der Tour de Berlin. Es werden 21 Mannschaften mit je sechs Fahrern erwartet, darunter 13 aus dem Ausland, aus den Niederlanden, der Schweiz, den USA und der Türkei.

Zum Auftakt der Rundfahrt wird heute ein 5,2 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren auf dem Kudamm ausgetragen. Morgen folgt ein 175,5 Kilometer langes Straßenrennen und am darauffolgenden Tag erwartet die Fahrer morgens ein 16,4 Kilometer langes Einzelzeitfahren, bevor am Nachmittag ein Straßenrennen über 137,5 Kilometer gestartet wird. Am Montag schließt die letzte Etappe über 183,4 Kilometer die Rundfahrt ab.

Tour de Berlin

Velothon führt über Flughafen Tempelhof

Donnerstag, 08.04.2010

Das dritte Berliner Stadtmarathon für Radrennfahrer am 30. Mai 2010 wirft seine Schatten voraus. Erwartet werden wieder mehr als 10 000 Radler, die 60 oder 120 Kilometer durch die Berliner Innenstadt und das Umland auf komplett für den Autoverkehr gesperrten Straßen fahren wollen. Die 120km-Strecke führt auf einem etwa 10 Kilometer langen Abschnitt über die Bundesstraße 101 zwischen Ludwigsfelde und Heinersdorf. Beide Distanzen gehen kurz vor dem Ziel über das Flugfeld des ehemaligen Zentralflughafens Tempelhof.
Velothon

Rund um den Henninger-Turm

Donnerstag, 08.04.2010

rund-um-den-henninger-turm-2005.jpgDas waren noch Zeiten, in denen Frühjahrsklassiker auch noch klassische Namen hatten. Rund um den Henninger-Turm beispielsweise, das traditionell am 1. Mai ausgetragene Eintagesrennen in Frankfurt. das unter anderem von Rudi Altig, Eddy Merckx, Walter Godefrot und Erik Zabel gewonnen wurde. In diesem Jahr findet das Rennen ebenfalls am Maifeiertag statt, aber es heißt inzwischen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt. Nächstes Jahr wird es vermutlich wieder umbenannt in Rund um Deutsche Bank und Frankfurter Sparkasse von 1822, vorbei an Audi, Aldi und Hertie.
Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt
Foto: Wikipedia

Bahnrad-WM 2013 in Berlin?

Dienstag, 30.03.2010

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) möchte die Bahnrad-Weltmeisterschaften 2013 ins Velodrom nach Berlin holen. Laut rad-net waren erste Gespräche mit dem Weltverband UCI und dem Berliner Senat recht vielversprechend. Die Bahnrad-WM wird im nächsten Jahr 2011 in Apeldoorn in den Niederlanden ausgetragen, Melbourne in Australien hat den Zuschlag für 2012 bekommen.
rad-net: Bahnrad-WM 2013 soll nach Berlin geholt werden

Keirin Grand Prix 2009

Montag, 18.01.2010

Foto: Ohne Titel
Fotograf: kr!$+@1k?

Tour de France 2010 in 3D

Donnerstag, 15.10.2009

Die 97. Tour de France im kommenden Jahr wird einhundert Jahre Radrennsport in den Pyrenäen mit einigen Besonderheiten zelebrieren. Unter anderem wird der Col du Tourmalet zweimal hintereinander an den Etappen 17 und 18 erklettert. Außerdem wird es Kopfsteinpflasteretappen geben, ähnlich wie bei Eintagesklassikern “Lüttich-Bastogne-Lüttich” oder “Paris-Roubaix”. Tourchef Prudhomme sagte: “Wir haben nicht deshalb Kopfsteinplaster gewählt, damit die Fahrer stürzen, sondern wir wollen das Feld selektieren.”

Route der Tour de France 2010

3. Juli , Prolog: Rotterdam, 8km
4. Juli, 1. Etappe: Rotterdam-Brussels 224km
5. Juli, 2. Etappe: Brussels-Spa 192km
6. Juli, 3. Etappe: Wanze-Arenberg Porte du Hainaut 207km
7. Juli, 4. Etappe: Cambrai-Reims 150km
8. Juli, 5. Etappe: Epernay-Montargis, 185km
9. Juli, 6. Etappe Montargis-Gueugnon, 225km
10. Juli, 7. Etappe: Tournus-Station des Rousses 161km
11. Juli, 8. Etappe: Station des Rousses-Morzine Avoriaz 189km
12. Juli, Ruhetag: Morzine Avoriaz
13. Juli, 9. Etappe: Morzine Avoriaz-St Jean de Maurienne 204km
14. Juli, 10. Etappe: Chambery-Gap 179km
15. Juli, 11. Etappe: Sisteron-Bourg les Valence, 180km
16. Juli, 12. Etappe: Bourg de Peage-Mende, 210km
17. Juli, 13. Etappe: Rodez-Revel 195km
18. Juli, 14. Etappe: Revel-Ax 3 Domaines 184km
19. Juli, 15. Etappe: Pamiers-Bagnes de Luchon 187km
20. Juli, 16. Etappe: Bagneres de Luchon-Pau 196km
21. Juli, Ruhetag: Pau
22. Juli, 17. Etappe: Pau-Col du Tourmalet 174km
23. Juli, 18. Etappe: Salies de Bearn - Bordeaux 190km
24. Juli, 19. Etappe: Bordeaux-Pauillac, Einzelzeitfahren 51km
25. Juli, 20. Etappe: Longjumeau-Paris Champs Elysees 105km

Gesamtstrecke: 3,596km

Hier die ganze Tour de France 2010 als dreidimensionale Animation.

“Rund um Berlin” wegen Nazis abgesagt

Montag, 24.08.2009

Das älteste deutsche Radrennen fällt aus. Der für den 6. September geplante Klassiker Rund um Berlin kann nicht gestartet werden. “Die Polizei ist überfordert. Am 6. September planen die Rechten Aufmärsche in Brandenburg, da kann uns die Polizei keine Kräfte für das Radrennen zur Verfügung stellen”, sagte Organisator Werner Ruttkus. Rund um Berlin hatte 1896 erstmals stattgefunden und war zuletzt nach einer Pause wiederbelebt worden. Das Rennen sollte in diesem Jahr im brandenburgischen Wünsdorf gestartet werden.
Rund um Berlin

rad-net: “Rund um Berlin” findet nicht statt
rad-net: Abgesagt und wiederbelebt: “Rund um Berlin” am 6. September
Dank an Konrad für den Hinweis

Statt einer Tourberichterstattung …

Dienstag, 07.07.2009

… muss in diesem Jahr ein Bild reichen.

Wir wollen aber noch einen Linktipp geben, den wir bereits im Juli 2005 in einem Beitrag (hier) veröffentlicht haben, aber vielleicht sind in der Zwischenzeit einige Leser neu hinzugekommen. Das Tour de France Lanterne Rouge Blog kümmert sich um den Letzten einer jeden Etappe und natürlich den Letzten im Gesamtklassement. In den Jahren 2007 und 2008 war das der belgische Radrennfahrer Wim Vansevenant. Außerdem hat die Blogschreiberin Nancy Toby ein Herz für die Verletzten und Ausgeschiedenen der Tour de France. Vielleicht ist der letzte Platz eine kleine Garantie dafür, dass nicht gedopt wurde, oder ist so eine Wahnsinnstour grundsätzlich nur mit Chemie durchhaltbar?

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100 Jahre Berliner Sixdays

Donnerstag, 22.01.2009

Als vom 15. bis 21. März 1909 in den Ausstellungshallen am Zoologischen Garten das erste europäische Sechstagerennen durchgeführt wurde, übernahm man das Veranstaltungskonzept vom New Yorker Madison Square Garden. Damals ging ein Sechstagerennen noch über echte 6 mal 24 Stunden, also insgsamt 144 Stunden. Heute gibt es schon lange keine Sixdays in Amerika mehr, in Europa und besonders in Deutschland, Holland und Belgien erfreuen sich Sechstagerennen nach wie vor großer Beliebtheit. Von den sechs geplanten Rennwochen in Deutschland sind nur die Stuttgarter Sixdays wegen der Krise des professionellen Radsports abgesagt worden. In Berlin werden 75 000 Zuschauer zu den Renntagen im Velodrom  kommen und können sich auf ein prominentes Fahrerfeld freuen. Im Zentrum des Interesses steht der gebürtige Berliner Eric Zabel, der zum letzten mal in die Pedalen tritt. “Nur zwei Kilometer von hier bin ich im Krankenhaus Lichtenberg geboren und habe hier auch mit dem Radsport begonnen”, sagt Ete Zabel.

Berliner Sechstagerennen vom 22. bis 27. Januar
Velodrom an der Landsberger Allee
Stehplätze ab 30,- Euro pro Nacht.
www.sechstagerennen-berlin.de

Foto: And now something completly different! (Berlin Sixdays)
Fotograf: jonas k

Königsetappe der Tour de France

Mittwoch, 23.07.2008

Die drei Wochen lange Radsportveranstaltung in Frankreich geht langsam dem Ende entgegen. Heute müssen die Pedaleure gleich drei Alpen-Giganten der höchsten Kategorie mit insgesamt 60 Kilometer Anstieg erklimmen. Am Ende der 17. Etappe wartet die Bergankunft auf dem legendären L´Alpe d´Huez. Danach ist wohl klar, wer in Paris ganz vorn mitfährt.

Bei Google Streetview kann man die heutige Etappe ebenso wie alle anderen Etappen der Tour de Fance 2008 am Rechner mitfahren.
Tour de France 2008 bei Google Streetview
Wikipedia: L’Alpe d’Huez

Bike Wars auf dem Mariannenplatz

Samstag, 31.05.2008

Früher war Fahrradfahren bei Punx ja total verpönt. Sowas von uncool, “da loof ik doch lieba zufuß oder fahr schwarz mit der BVG”. Seit einigen Jahren hat sich das netterweise verändert. Inspiriert von der Fahrrad-Subkultur in den USA hat sich mittlerweile auch in Berlin eine anti-kommerzielle Bikescene entwickelt. Heute fand auf dem Mariannenplatz glaube ich der erste “Bike War” Berlins statt: In verschiedenen Disziplinen kommt es entweder darauf an die Gegenspielerin vom Hochrad zu stoßen oder aber das Fahrrad zu zerstören. Ach ja: Fahrradweitwurf gab es auch und einen Wettbewerb im Langsamfahren, Fixies waren nicht zugelassen.

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Bike War Berlin

Bike War Berlin

Freitag, 16.05.2008

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Habt ihr noch Fahrradleichen im Keller? Jetzt gibt es die Chance sie als Bike-Zombies wiederauferstehen zu lassen! Am 31. Mai findet in der Køpi in Berlin ein Materialtest der besonderen Art statt: Bike War! Hell on Wheels, aufgemotze zwei und mehrrädrige pedalgetriebene Fahrzeuge und ihre todesmutigen FahrerInnen treten gegeneinander an. Gewonnen hat wessen Fahrzeug am Ende fahrtüchtig bleibt. Das Photo stammt von einer ähnlichen Veranstaltung in New York City.
Bike War Berlin

Barloworld-Rennfahrer Ryan Cox ist tot

Freitag, 03.08.2007

Ryan CoxVöllig überraschend ist vorgestern der südafrikanische Radrennfahrer Ryan Cox im Alter von 28 Jahren gestorben. Cox war vor drei Wochen an der Arterie im Bein operiert worden; die Komplikationen infolge der Gefäßverletzung führten am Mittwoch zu seinem Tod.

Ryan Cox begann seine Karriere 2000 beim Radsport-Team Amore e Vita. Nach einem Jahr wechselte er zum Team Cologne, wo er zwei Jahre fuhr. Seit 2003 fuhr Cox für das britische Professional Continental Team Barloworld. Sein erfolgreichstes Jahr hatte er 2005. Erst gewann er die Gesamtwertung der Tour de Langkawi und später wurde er dann noch südafrikanischer Straßenmeister. In der abschließenden Gesamtwertung der UCI Africa und Asia Tour wurde er jeweils Zweiter. Das Foto zeigt Ryan Cox bei dem Radrennen “Rund um den Henninger Turm”.

Homepage von Ryan Cox
Wikipedia über Ryan Cox
Photo: Wikipedia

Keine Tour de France bei ARD und ZDF

Mittwoch, 18.07.2007

Die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF steigen vorläufig aus der Tour-de-France-Berichterstattung aus, nachdem der Telekom-Radfahrer Patrik Sinkewitz am 8. Juni  in einer A-Probe der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada positiv getestet wurde. Nach Bericht von Spiegel-Online soll der Boykott solange anhalten, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Tour-de-France-Apotheke: Amphetamin

Freitag, 13.07.2007

Amphetamin ist eine synthetische Substanz, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom Chemiker Lazar Edeleanu gefunden wurde.

Amphetamin ist ein sogenanntes Sympathomimetikum, das heißt es wirkt stimulierend auf den Sympathikus ein. Im Gehirn bewirkt Amphetamin die Ausschüttung und Wiederaufnahmehemmung von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, dadurch ergibt sich eine enorm hohe Konzentration dieser 3 Neurotransmitter bzw. Hormone. Durch Amphetamin werden Kraft, Schnelligkeit sowie die Libido gesteigert, Gefühle wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Schmerzen werden ausgeschaltet. Diese Eigenschaften machen Amphetamin zu einem idealen Dopingmittel für Radrennfahrer.

Bis 1939 war Amphetamin in Deutschland frei verkaufbar, danach wurde der Verkauf reguliert. Im Radrennsport hatte Amphetamin in den fünfziger und sechziger Jahren seine große Zeit, als es noch keine Dopingvorschriften gab. Die ersten Doping-Kontrollen bei der Tour de France wurden 1966 durchgeführt.

Heute vor vierzig Jahren, am 13. Juli 1967, kollabierte der englische Tour-Rennfahrer Tom Simpson mit einer Überdosis Amphetamin im Körper beim Anstieg zum Mont Verdoux und verlor das Bewußtsein. Trotz einer durchgeführten Herz-Lungen-Wiederbelebung verstarb er noch am Ort des Zusammenbruchs.

Wegen der leichten Nachweisbarkeit spielt Amphetamin im Leistungssport mit echten Dopingkontrollen heute keine große Rolle mehr.

Wkipedia über Amphetamin
Wikipedia über Tom Simpson
Uni Regensburg: Doping mit Amphetamin (pdf)

Tour-de-France-Apotheke: Höhentraining

Mittwoch, 11.07.2007

Bei der Methode Höhentraining geht es wieder um die roten Blutkörperchen. In großer Höhe ab zweieinhalbtausend Metern befindet sich in der Atemluft weniger Sauerstoff. Der Körper des Menschen reagiert auf diese Belastung mit vermehrter Produktion von körpereigenem Erythropoetin (Epo), das wieder zu mehr roten Blutkörperchen und zu mehr Blutgefäßen führt.

Radsportler und andere Ausdauersportler gehen deshalb vor wichtigen Wettkämpfen in das Höhentraining. Weil aber das Höhentraining sehr anstrengend ist für den Athleten, haben Ärzte versucht, den Effekt des Höhentrainings in das Flachland zu verlegen. Man schläft in der Nacht in einem Raum, in der eine künstlich hergestellt Sauerstoffarmut herrscht und trainiert am Tag normal.

Vorgestern gab Jan Ullrich der französischen Sportzeitung L’Equipe ein Interview. Laut Spiegel Online  sagte Ullrich den Journalisten: “In meiner früheren Höhenkammer in unserem Haus trocknet jetzt die Wäsche.”

Tour-de-France-Apotheke: Eigenblut

Dienstag, 10.07.2007

Der Trick beim Eigenblutdoping ist schon seit langer Zeit bekannt, wird aber in jüngster Zeit vermehrt eingesetzt, weil die Eponachweise immer besser gelingen. Man zapt dem Rennradfahrer ungefähr einen halben Liter Blut ab. Das Blut wird nun zentrifugiert und die roten Blutkörperchen werden abgeschöpft. Auf diese Weise erhält man etwa 200 Milliliter Konzentrat. Spritzt man später das Eigenblutkonzentrat in die Venen, kann man den Anteil der roten Blutkörperchen um etwa drei Prozent steigern.

Allerdings ist Eigenblut nicht lange haltbar, nach spätestens 50 Tagen ist das Konzentrat nicht mehr zu gebrauchen. Die Lösung für das Problem liegt in der tiefgekühlten Aufbewahrung von Eigenblut. Es ist aber recht kostspielig, Blutkonzentrat auf -70 Grad herunterzukühlen und später wieder aufzutauen, ohne dass das Eigenblut seine Wirkung verliert. Eigenblutdoping ist bisher noch nicht nachweisbar.

Eine Alternative zum Eigenblutdoping ist das Fremdblutdoping, das jedoch nachweisbar ist. Hier steigt jedoch die Gefahr allergischer Reaktionen beim Radfahrer stark an. Der Radprofi Tyler Hamilton wurde am 11. September 2004 bei der Spanien-Rundfahrt des Fremdblutdopings überführt. Er war der erste Sportler, dem Fremdblutdoping nachgewiesen werden konnte.

Wikipedia über Blutdoping

Tour-de-France-Apotheke: Epo

Montag, 09.07.2007

Epo (Erythropoetin) ist ein körpereigenes Hormon, das die Produktion roter Blutkörperchen anregt. Die Aufgabe roter Blutkörperchen ist es, Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen zu transportieren. Je mehr rote Blutkörperchen man besitzt, desto leistungsfähiger ist man, und das ist der Grund, weshalb Epo von Leistungsradfahrern und anderen Ausdauersportlern so begehrt ist.

Körpereigenes Epo wird zum größten Teil in der Niere gebildet. Seit dem Jahr 1985 kann man Epo gentechnisch herstellen. Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Amgen brachte 1989 das erste EPO-Präparat (Epogen, Epoetin α) auf den Markt. Medzinisch verordnet wird Epo bei Nierenversagen, Blutarmut oder Krebs. Im Jahre 1997 konnte man erstmals Epo-Doping nachweisen, seit dem Jahr 2000 setzt sich der Epo-Test mehr und mehr durch.

Epo ist sehr effektiv. Man spricht von einer Leistungssteigerung von etwa fünf Prozent durch Epo, was ein Spitzenwert bedeutet, da die Leistungsunterschiede bei Spitzensportlern üblicherweise im Promillebereich liegen. Nach Berechnungen des italienischen Sportwissenschaftlers Prof. Alessandro Donati dopen sich weltweit 500.000 Menschen mit EPO. Gemäß den Untersuchungen Donatis übersteigt die jährlich produzierte Menge an EPO den tatsächlichen therapeutischen Bedarf um das Fünf- bis Sechsfache.

Als Therapeutikum rangiert EPO unter den zehn weltweit erfolgreichsten Medikamenten überhaupt, unter den Biopharmazeutika ist es der herausragende Blockbuster. Eprex/Procrit von Johnson & Johnson erzielte im Jahr 2004 3,6 Milliarden US-Dollar, Amgens Epogen 2,6 Milliarden Dollar und Roches NeoRecormon 1,7 Milliarden Dollar.

Wikipedia über Epo
siehe auch: “Turbolader Epo” in der Süddeutschen Zeitung vom 7. Juli 2007, Seite 24

55. Tour de Berlin 2007

Sonntag, 27.05.2007

Die Tour de Berlin 2007 ist mit 26 Teams aus sieben Ländern hochkarätig besetzt. Dabei sind unter anderem die Nationalmannschaften von Australien, Italien und Dänemark. Das Fünf-Etappen-Rennen hat am 25.5.2007 begonnen und endet am Pfingstmontag mit dem Straßenrennen “Berlin - Premnitz - Berlin”. Start und Ziel des Straßenrennens ist am Tauentzien in der Westberliner City.

Hier ein Bild von heute morgen, als das Einzelzeitfahren in Lehnitz/Oranienburg über eine Distanz von 16,4 Kilometern stattfand.
Weitere Fotos: Flickr-Set 55. Tour de Berlin 2007

55. Tour de Berlin 2007 - Einzelzeitfahren Oranienburg

Vizeweltmeister Erik Zabel

Freitag, 25.05.2007

Die Dopingbeichten von Erik Zabel und Rolf Aldag werden in den Medien zu Recht unterschiedlich wahrgenommen. Während Aldag erstaunlich cool davon redete, dass er sich über Jahre systematisch den Junkie-Schuss in das Tattoo auf dem rechten Oberarm gesetzt hatte, rang Zabel mit den Tränen, als er seinen einwöchentlichen Dopingversuch im Jahre 1996 gestand. Während Zabel nach dem Geständnis aus der Öffentlichkeit abtauchte, war der ehemalige Wasserträger Aldag keineswegs um Worte verlegen. Am Abend trat er in der Sendung von Maybritt Illner auf und konnte dafür werben, dass er der Richtige sei, um das T-Online-Profi-Team aus dem Doping-Schlamassel zu führen.

Eine Erinnerung an den fairen Radsportler Erik Zabel ist das Finale der Straßen-Radweltmeisterschaft 2006 im österreichischen Salzburg, als Erik Zabel hinter Paolo Bettini Zweiter wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Zabel nach eigenen Angaben bereits mehr als zehn Jahre nicht gedopt.

Sendung Maybritt Illner vom 24.05.2007 (Link wird nachgereicht)
Stern: Die Tränen eines Champions
Welt Online: Warum Erik Zabel Respekt verdient

Zabel: “Ich habe gedopt, weil es ging”

Donnerstag, 24.05.2007

Erst gesteht Rolf Aldag ein systematisches Doping über Jahre. Gekauft habe er seine Epo-Rationen über das Internet, berichtet Aldag auf der Pressekonferenz der Telekom. Dann ergreift Erik Zabel das Wort und entschuldigt sich unter Tränen für seinen “einmaligen Dopingversuch”. “Wenn ich will, dass mein Sohn einen sauberen Sport betreibt, dann kann ich ihn nicht mehr anlügen”, sagt Zabel und fügt hinzu: “Ich habe meine Karriere an der Garderobe abgegeben und lege meine Zukunft in die Hände der Journalisten und Fans. Es war eine Bauchentscheidung, meine Vergangenheit offenzulegen, damit der Radsport vielleicht eine Zukunft hat.” Vielleicht hat der professionelle Radsport seine Zukunft bereits hinter sich.

Die große Beichte im Radsport

Donnerstag, 24.05.2007

In einer Stunde wird die Telekom eine Pressekonferenz mit Stapleton, Frommert und Aldag machen, live übertragen vom ZDF. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass danach das Doping-Gebäude im Radsport eingestürzt sein wird. Geknackt hatte es schon länger im Gebälk, aber mit den Aussagen der Freiburger Ärzte scheinen nun Stützpfeiler wegzubrechen, die das ganze Haus zum Einsturz bringen. Alle haben gedopt, nur Jan Ullrich nicht. Bei seinem großen Talent hatte Ullrich es nicht nötig, zu dopen, meint sein Anwalt.

Schnäppchen der Woche: Basso-Blutbeutel

Donnerstag, 10.05.2007

Basso-BlutbeutelDirekt aus Madrid via Italien und Deutschland kommt das Ebay-Angebot der Woche: Diese nur wenig benutzten, komplett “sauberen” Blutbeutel könnten alles enthalten, was du für dein nächstes Training benötigst. Neben dem Basso-Beutel bringt der Ebay-Anbieter rbulis (100% Positive) bald weitere Beutel aus der Kollektion zur Versteigerung, darunter die Modelle Jaksche, Sevilla, Valverde, Hamilton. Das Modell Jan ist leider schon weg.
Ebay-Versteigerung: Used Basso Blood doping bags (empty & clean for re-use)
via: Cyclelicious

Jan Ullrich und der Rücktritt

Montag, 26.02.2007

Lange war es erwartet worden, heute ist es endlich raus: Jan Ullrich hat auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt vom Radsport bekannt gegeben. Er arbeitet in Zukunft als Berater vom “Team Volksbank” aus Österreich.

Volle Breitseiten richtete Ulle gegen den Präsidenten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping. Ullrich: “Der hat mir in meiner erfolgreichen Zeit auf die Schulter geklopft und mit einem eigenen Fotografen Bilder gemacht.” Als der Wind wechselte, habe Scharping Ullrich zur Zielscheibe gemacht. “Es ist wahnsinnig schlecht für den Radsport, wenn er solche Präsidenten hat, die den Sport nicht lieben sondern sich aus persönlichen Motiven profilieren”.

Man mag von der radelnden Apotheke halten, was man will, aber bei den letzten Worten hat Ullrich meine Sympathie.

Eine-Million-Dollar-Radrennen

Montag, 29.01.2007

Das Radrennen selbst ist gar nicht so spektakulär, drei kurze Etappen an vier Tagen. Doch die Preisgelder haben es in sich. Eine Million Dollar erhält der Sieger des “Cycling Race of Champions” in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten vom 6. bis zum 9. November 2007. Eingeladen werden die Teams der Gewinner der Tour de France, des Giro d’Italia und der Vuelta a España, ergänzt um drei weitere Teams, die bei diesen Rennen am besten abgeschnitten haben. Drei Wildkarts mit ihren Teams vervollständigen das aus insgesamt 72 Startern bestehende Feld, das um das Rekordpreisgeld strampeln wird.
via: cycle·licious

96. Berliner Sechstagerennen

Sonntag, 28.01.2007

Ganz so brutal wie vor hundert Jahren ist ein Sechstagerennen nicht mehr. Damals waren die Zweierteams noch rund um die Uhr auf dem Velodrom unterwegs. Heute wird nur noch in den Abendstunden gefahren, aber auch das ist hart genug. Zu schweren Stürzen kommt es auf der nur sieben Meter breiten Bahn immer wieder mal. Nicht verändert hat sich der Showcharakter des Radrennspektakels. Noch bis kommenden Dienstag wird zu den Klängen des Sportpalastwalzers und Frank Zanders Schnulzen im Velodrom an der Landsberger Allee gefeiert.

Aus Anlass der Sixdays rekonstruiert Dagny Lüdemann eine Katastophe im Jahre 1909 auf der neuerbauten Radrennbahn im Sportpark “Alter Botanischer Garten” in Berlin. Damals explodierte ein Motorrad, sechs Menschen kamen beim Bahnspektakel ums Leben.

Berliner Sechstagerennen
Feuer auf der Radrennbahn

“The green light for Ulle”

Sonntag, 14.01.2007

“Freie Fahrt für Ulle!” und “Keine Sündenböcke mehr: Lasst Jan Ullrich fahren!” fordert eine Website, die seit dem letzten Spätsommer relativ unbemerkt von der Radsportöffentlichkeit ihr Leben fristet. Umso erstaunlicher, dass sich dort schon mehr als 6000 Leute auf der virtuellen Unterschriftenliste gesetzt haben, darunter ganz viele Radsportfans aus Japan.
Website: Freie Fahrt für Ulle

Radfahren in der Nach-Ullrich-Zeit

Donnerstag, 20.07.2006

Hat der Doping-Skandal vor der Tour de France etwas bei normalen Freizeitradlern verändert? Die Hobbyradler der "Equipe Heiner" haben Ihre Terminplanung aktualisiert. Früher begann es am Sonntag um 10:00 Uhr mit der Abfahrt. Heute sieht der Plan so aus:
"8 Uhr: Eigenblutinfusionen (bitte eigene Beutel mitbringen)
8.30 Uhr: Ausgabe Wachstumshormone
8.45: Jan Ullrich und Hagen Boßdorf signieren ihr neues Buch "Sauberer Radsport"
9.15 Uhr: Insulininjektionen
9.45 Uhr: Ausgabe RSR-13-Tabletten (noch nicht zugelassen)
9.50 Uhr: Shake it: Rudy Pevenage präsentiert die neuesten Mixgetränke. Heute: Perflorierte Kohlenwasserstoffe mit einem Schuß Dynepo.
10 Uhr: Abfahrt"
Equipe Heiner

«Radsport für immer verseucht»

Donnerstag, 20.07.2006

Für Werner Franke ist der Radsport ein «durchweg kriminelles System». Im Interview mit der Netzeitung spricht der renommierte Dopinggegner über Jan Ullrich, die aktuelle Tour de France und den nachlässigen Kampf gegen Doping.
Netzeitung

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