Vorstoß zur Senkung der Promillegrenze für Radfahrer

Dienstag, 21.05.2013

Morgen treffen sich Frank Henkel und seine Innenministerkollegen aus den Bundesländern in Hannover zur Frühjahrskonferenz. Auf der Agenda steht eine Initiative zur Senkung der Promillegrenze für Radfahrer. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Boris Pistorius (SPD), begründete den Vorstoß damit, dass niemand in der Lage sei, ein Fahrrad bei dem gültigen Grenzwert von 1,6 Promille sicher zu führen. Hintergrund ist die hohe Zahl von verunglückten betrunkenen Radlern, der ADFC spricht von 3725 Radfahrern, die 2011 unter Alkohol in einen Unfall verwickelt wurden.

Der ADFC setzt sich für einen Grenzwert von 1,1 Promille bei Radfahrern aus. Das wäre immer noch deutlich höher als der Grenzwert für Kraftfahrzeugführer, der bei 0,5 Promille liegt.

SPON: Alkohol am Lenker: Innenminister wollen Promillegrenze für Radfahrer senken

ADFC und Taxiverband stellen Warnaufkleber gegen unvorsichtiges Türöffnen vor

Mittwoch, 15.05.2013

Der ADFC und der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) haben einen Warnaufkleber gegen unvorsichtiges Türöffnen vorgestellt. Der Hinweis in auffälligem Orange soll Blickfeld der Fahrgäste angebracht werden und sie daran erinnern, den Gurt anzulegen und beim Aussteigen auf Radfahrer zu achten. Der Warnaufkleber wird jetzt mit einer Startauflage von 100.000 Stück an die Taxiunternehmer im BZP verteilt.

ADFC: Fahrgäste: Vorsicht beim Aussteigen

Wiener Diagonale: Verkehrswissenschaftler der TU Wien schlagen eine neue Variante von Radweg-Kreuzungen vor

Montag, 13.05.2013

Wer als Radfahrer eine vielbefahrene diagonal überqueren will, muss zwei Grünphasen abwarten und verliert eine Menge Zeit – wer mit dem Auto fährt, hat es da leichter. Dieser Bevorzugung von Autos gegenüber Fahrrädern will man am Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien eine fahrradfreundliche Alternative entgegensetzen: Die „Wiener Diagonale“, ein Kreuzungs-Ampel-Design, bei dem RadfahrerInnen in einer eigenen Ampelphase diagonal kreuzen können.

Statt der üblichen zwei Ampelphasen gäbe es bei der Wiener Diagonalen drei: Während der dritten Phase müssten die Autos in alle Richtungen stehenbleiben, Fahrräder könnten diagonal kreuzen und die Fußgänger, deren Schutzwege nicht die diagonale Fahrradspur schneiden, hätten gleichzeitig auch grün.

Zusätzlich zur Verbesserung des Verkehrsflusses für Fahrräder sieht Verkehrswissenschaftler Tadej Brezina von der TU Wien einen Hauptnutzen der Wiener Diagonale in ihrer Signalwirkung: „Es ist eine gut sichtbare Bevorzugung von Radfahrern – vielleicht trägt das zu einem weiteren Umdenken in Richtung ökologische Mobilität bei.“

Technische Universität Wien: Die Wiener Diagonale: Kreuzungen fürs Fahrrad

Ströbele über Fahrraddiebstahl und Steuerhinterziehung

Freitag, 10.05.2013

Kurzer Ausschnitt aus der gestern ausgestrahlten Sendung von “Markus Lanz” im ZDF. Eingeladen war unter anderem der Bundestagskandidat der Grünen, Hans-Christian Ströbele. Ab Minute sieben redet er über den Diebstahl seines eigenen Rades und das Wiederauftauchen des Fahrrads auf einem Kreuzberger Flohmarkt. Anschließend führt die Diskussion vom Fahrradklau zur moralischen Bewertung einer Steuerhinterziehung.

Bikekitchen Augsburg wird Opfer des eigenen Erfolgs

Donnerstag, 09.05.2013

Die Bikekitchen Augsburg ist ein offenes, unkommerzielles Angebot für Selbsthilfe-Fahrrad-Reparaturen. Die Selbsthilfewerkstatt, eine private Initiative von etwa zehn Augsburgern, wurde vor gut zwei Jahren gegründet, der ADFC Augsburg stellte einen 25 Quadratmeter großen Raum zur kostenlosen Verfügung und mit wenig Werkzeug aber viel Energie wurde die Werkstatt Anfang Mai 2011 eröffnet. Seitdem bietet die Kitchen einmal in der Woche einen offenen Raum für alle zum Schrauben. Das Prinzip ist Selbsthilfe, also selber machen. Hilfestellung gibt es immer, wenn eine dritte Hand benötigt wird oder wenn ein Tipp gefragt ist. Je nach Situation kann ein Reparatur-Projekt auch zusammen mit einem erfahrenen Schrauber erledigt werden. Inzwischen hat die Bikekitchen Augsburg einen eigenen Fuhrpark (Tallbikes, Anhänger), sie wird regelmäßig von Augsburger Fahrradläden mit Ersatzteilen unterstützt und sie macht ihrem Namen Ehre, weil nicht nur geschraubt sondern auch gemeinsam gekocht und gegessen wird.

Es war kein Wunder, dass so ein tolles Fahrradprojekt das Interesse der lokalen Fahrradszene weckte. Immer mehr Leute kamen zum Schrauben am Donnerstagabend. Die Arbeiten am Fahrrad fanden meist vor dem Bikekitchen-Laden auf dem Bürgersteig einer Sackgasse statt. Doch das hat nun ein Ende. Das Tiefbauamt der Stadt hat der Kitchen die Nutzung untersagt. Hintergrund sind Beschwerden von Anwohnern über Lärm. Eine Sondernutzungsgenehmigung für den Platz vor der Werkstatt kann sich die Bikekitchen abschminken. „Das ist eine öffentliche Straße, das geht nicht“, sagt Josef Weber, Leiter des Tiefbauamtes.

Provisorisch werden die Arbeiten am Rad erst einmal auf dem engen Hinterhof durchgeführt. Das Team der Bikekitchen sucht nun nach einer neuen Unterkunft.

Augsburger Allgemeine: Fahrradreparaturen verärgern Anwohner
Bikekitchen Augsburg

Willem-Alexander, König der Niederlande und Radfahrer

Donnerstag, 02.05.2013

Anfang dieser Woche erhielten die Niederlande ein neues Staatsoberhaupt. Nach der Abdankung von Königin Beatrix wurde ihr ältester Sohn Willem-Alexander König der Niederlande. Wenn man eine Bildersuche mit den Suchbegriffen “Willem-Alexander” und “fiets” startet, erhält man eine endlose Liste von Fotos, auf denen der neue König auf dem Fahrrad zu sehen ist, vom fünfjährigen Prinzen auf dem Kinderrad bis zum Bakfietsfahrer, der seine eigenen Kinder auf dem Lastenrad zu einem Picknick radelt. Auf den vielen Fotos wird deutlich, dass Willem-Alexander nicht nur bei königlichen Fototerminen mit dem Rad posiert, sondern aktiver Radfahrer ist.

Das Radfahren hat eine lange Tradition im niederländischen Königshaus. Bereits im Jahre 1897 lernte die damalige Kronprinzessin Wilhelmina auf einem Urlaub in Österreich das Fahrrad kennen und lieben. Sie kaufte gegen den Willen ihrer Mutter Königin Emma ein Velo und ließ sich nicht davon abbringen, selbst Rad zu fahren. Das tat sie natürlich erst recht, als Wilhelmina  ein Jahr später selbst Königin wurde. Seitdem sind alle Generationen der königlichen holländischen Familie als aktive Radfahrer bekannt. Willem-Alexander setzt diesen Brauch nun fort.

In Deutschland ist es schlicht undenkbar, dass die Kanzlerin einmal die zwei Kilometer von ihrem Wohnort am Kupfergraben zum Kanzeleramt radelt. Wie schwer es ist, Prominente als Fahrradpropagandisten zu gewinnen, zeigt der Deutsche Fahrradpreis. Regelmäßig zeichnet der Fahrradpreis auch eine “fahrradfreundlichste Persönlichkeit” aus. In diesem Jahr 2013 wird die Seriendarstellerin Michaela May mit dem Preis geehrt, die kannte ich ehrlich gesagt noch nicht. In den vergangenen Jahren wurde unter anderem Wigald Boning, Wolke Hegenbarth, Leonard Lansink und Heike Götz als “fahrradfreundlichste Persönlichkeiten” ausgezeichnet, allesamt allenfalls B-Promis.

Immerhin hat sich die Kanzlerin sich dazu durchgerungen, am 28. August die Eurobike in Friedrichshafen zu eröffnen. Frau Merkel will sich rund zwei Stunden Zeit nehmen, um bei einem Rundgang die neuesten Trends und Neuheiten aus der großen Fahrradwelt kennenzulernen. Vermutlich macht sie das aber nicht aus Fahrradbegeisterung, sondern weil sie bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 wiedergewählt werden möchte.

Bicycle Dutch: The new King of the Netherlands on a bicycle
Deutscher Fahrradpreis
Schwäbische Zeitung: Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt am ersten Messetag auf die Eurobike
Foto: Bicycle Dutch

Fahrradzukunft Ausgabe 15

Mittwoch, 17.04.2013

Knapp ein Jahr nach der Nummer 14 ist vor einigen Tagen die 15. Ausgabe der Zeitschrift Fahrradzukunft erschienen.

Was steht drin? Zunächst eiunmal ein Nachtrag zum Schwerpunktthema der letzten Ausgabe: Fahrradhelme. In Nummer 14 hatten die Autoren Wolfgang Strobl, Ingo Keck, Jörg Ortlepp und Ervin Peters das Thema von unterschiedlichen Positiuonen aus beleuchtet. In der neu erschienen Nummer 15 kommt Juliane Neuß zu Wort: “Warum ich immer (noch) Helm trage” heißt ihr Artikel, der die Helmdebatte ganz gewiss nicht abschließt.

Weiterhin hat Bernd Sluka die am 1. April in Kraft tretende StVO analysiert. Darin wurden gegenüber der letzten großen Änderung aus 2009 einige Neuheiten versteckt. Stephan Rohn ist ein Fan von Zweigang-Nabenschaltungen und stellt die Double-Speed-Naben von Sturmey Archer und SRAM vor. Sehr interessant klingt auch der Artikel “Praxistaugliche Verbundfederung”, ein Beitrag von Adrian Griffiths, der urspünglich in “Velovision” erschien und von Heiner Schuchard  ins Deutsche übersetzt wurde. Darin geht es um die Konstruktion eines vollgefederten Fahrrads nach Art der legendären Citroen-2CV-Federungen.

Fahrradzukunft 15

Neue Öffnungszeiten der Werkstatt

Mittwoch, 03.04.2013

Liebe Leute!

Ab Mai haben wir neue Öffnungszeiten in der Werkstatt.

Mo: 11 - 19 Uhr

Di: 11 - 19 Uhr

Mi: 12 - 19 Uhr

Do: 11 - 20 Uhr

Fr: 11 - 19 Uhr

Sa: 11 - 16 Uhr

Die Öffnungszeiten des Verkaufsladens bleiben unverändert.

Viele Grüße, Euer Radspannerei-Team

Über Ostern geschlossen!

Donnerstag, 28.03.2013

Wir haben beschlossen, Ostersamstag, den 30.3.2013 unseren Laden geschlossen zu halten. Ab Dienstag, den 2.4.2013 haben wir wieder geöffnet. Euch vergnügliche Feiertage wünschend, verbleibt

Euer Euch zutiefst ergebenes Radspannerei-Team

Fahrradgaragen von Cervotec

Sonntag, 24.03.2013

Das Unternehmen Cervotec aus Münster fertigt seit 2007 Fahrradgaragen in eigener Manufaktur. Die Rahmenkonstruktion, Rückholfedern und bewegliche Teile der Bike Ports sind aus rostfreiem Edelstahl, die Beplankung besteht aus druckstabilem Kunststoff, wahlweise transparent, weiß oder farbig. In die Rahmenkonstruktion integriert sind Sicherheits-Schließzylinder, die die Garage verriegeln. Zum Öffnen und Entnehmen der Fahrräder lässt sich die vordere Haube leicht nach oben schieben. Durch seine Transparenz fügt sich der Fahrradunterstand unaufdringlich in seine Umgebung ein und ist optisch keine Barriere.

Garagen dieses Typs eignen sich meines Erachtens gut, im öffentlichen Straßenland aufgestellt zu werden. Ein Bewohnerparkausweis für ein Kraftfahrzeug kostet in einer Parkraumbewirtschaftungszone 20,40 Euro für zwei Jahre, im Monat fallen also Kosten in Höhe von 85 Cent für einen  Autostellplatz an. Wenn sich sechs Fahrradeigentümer zusammentun, könnte ein witterungs- und vandalismusgeschützter Unterstand zu vertretbarem Preis auf auf die Straße vor dem Haus gestellt werden, vorausgesetzt, die Kommune  erlaubt es, Autostellplätze in Fahrradparkplätze umzuwidmen. Eine abschließbare Cervotec-Fahrradgarage für sechs Räder kostet ungefähr 3.500,- Euro.

Fahrradgaragen von Cervotec können heute noch bis 18:00 Uhr auf der Messe VELO Berlin besichtigt werden.

Cervotec

Fahrradschau 2013 - Mode

Montag, 11.03.2013

Es hat sich einiges getan bei der Berliner Fahrradschau, Presse und Blogs sind voll des Lobes. Es würde mich freuen, wenn die Aussteller ein ebenso positives Fazit ziehen können.

Ich kann die Gesamteindrücke nicht in einen Beitrag quetschen und will das auch nicht versuchen. Ich fange daher einfach mal mit ein paar Einzeleindrücken an. Die Reihenfolge ist keinesfalls als Rangliste zu verstehen.

Mehr Mode

Im direkten Vergleich zum Vorjahr fiel mir auf, die Modeabteilung ist größer und modischer geworden, man verzeihe mir das Wortspiel. Es wirkte durchgestyled und erinnerte entfernt an eine Mischung aus “Bread & Butter” und die Auslage bei H&M.

Da ich formatbedingt keine große Begeisterung für Skinny Jeans oder enganliegende Trikots aufwarten kann, habe ich mich eher für funktionale Kleidung und Taschen interessiert. Mir wurde aber von feinsten Wolltrikots etc. vorgeschwärmt.

Kuriertaschen waren überall, nicht nur an den Besuchern zu sehen (gerne auch klatschenass mit Schneematschtropfen) sondern auch von diversen Ausstellern. Das Rad neu erfunden hat meines Erachtens nach keine der Firmen, es freut mich aber, die Option zu haben für moderates Geld eine lokal hergestellte Tasche für den Rücken oder den Gepäckträger erstehen zu können wie von BagjackParsley Bags oder Feewerk und auch Fahrer haben größeres Zubehör als die bekannten Hosenclips ausgestellt.

Mir persönlich gefallen haben die Regencapes in “zivilen” Farben von Cleverhood, einem US-amerikanischem Unternehmen aus Providence (Rhode Island). Im Gegensatz zu den üblichen Capes, die den Träger zur Warnboje mutieren lassen sieht man hier tatsächlich noch wie ein relativ normal bekleideter Mensch aus.

Dann ist mir aufgefallen, dass von diversen Firmen intensiv daran gearbeitet wird, den Helm schick zu machen, oder wenigstens dafür zu sorgen, dass es nicht so aussieht als wäre man Teil einer Invasionsflotte von Vognor8.

Als Mensch, der unter dem Rampensauerschen Damoklesschwert der Helmpflicht konstant nach tragbaren Helmen sucht, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, habe ich die Innovationen in Sachen schützender Kopfbedeckung immer irgendwo im Hinterkopf, auch wenn nichts über eine gepflegte Schiebermütze auf dem Rad geht.

Etwas intensiver habe ich mich mit den Produkten von Rockwell beschäftigt, ein kurzes Gespräch geführt, der Stand war optisch für mich der ansprechendste, man merkt den Design-Hintergrund der Unternehmer deutlich. Wenig Text, klare Linien und schön drapierte Produkte.Der Minimalismus hat mir durchaus zugesagt.

Das Produkt auch, für einen Helm zumindest, es handelt sich um eine art feste Schale, in der ein Innenfutter und darin eingearbeitete mit Granulat gefüllte Halbkugeln sitzen. Die Außenschale wirkt ähnlich “stabil” wie herkömmliche Helme, der Sitz allerdings ist bedeutend besser. Das Granulat in den Halbkugeln passt sich gut an die Kopfform an. Ein magnetischer Clip (scheint inzwischen eine Art Standard zu sein, Helt hat diese ebenfalls verbaut) rundet das ganze ab.

Der Helm hat kein Verfallsdatum wie normale Helme und verliert seine Schutzfunktion nicht, wenn er mal herunter fällt.
Mir gefiel insbesondere durch diese Alltagstauglichkeit, was die Leute aus Düsseldorf da vorstellen konnten.

Weiter ging es mit der mir bekannten Ribcap aus der Schweiz, einer Art Mütze mit eingebauten Schaumstoffprotektoren, die mich leicht an Panzerfahrerhelme erinnert. Viele Farben, viele Modelle für verschiedene Wetterbedingungen. Der Tragekomfort ist der einer dicken Mütze, die Schutzwirkung ist gefühlt aber leider ähnlich, ich weiss nicht, ob so etwas den Ramsauerschen Forderungen genügen würde. Bequemer als eine irgendwie geartete Styroporkonstruktion ist die Ribcap aber allemal.

Weiter ging es zu Helt . Helm mit Tarnkappe scheint hier das Konzept zu sein, kennt man von anderen Herstellern “urbaner” Helme schon. Sieht hier aber deutlich weniger nach Helm aus obwohl das Innenleben einem herkömmlichen Helm sehr ähnelt. Von Radlerkappe über Chapka,Sonnenhut bis Cowboyhut geht das Programm der Mützen die austauschbar sind, dem Ausleben der inneren Modepuppe steht also wenig im Weg.

Dass ich was über Mode und Helme schreibe, hätte ich selbst nicht von mir erwartet. Bald dann mehr über interessantere Sachen von der Messe.

London will mehr als 1 Milliarde Euro in den Radverkehr investieren

Montag, 11.03.2013

Die Stadt London will in den nächsten zehn Jahren eine Gesamtsumme von 913 Millionen britischen Pfund in die Hand nehmen, um den den Radverkehr in der britischen Metropole zu revitalisieren. Mit dieser massiven Investition soll eine Fahrradinfrastruktur im holländischen Stil geschaffen werden. Ein Großteil der baulichen Infrastruktur soll innerhalb der nächsten vier Jahre entstehen.

Im Einzelnen sind folgende Projekte geplant:

  1. Ein neues Netzwerk von Fahrradrouten soll im inneren Bereich der Stadt gebaut werden.
  2. Eine breite Fahrradschnellstraße soll die Stadt von West nach Ost durchqueren (siehe Video).
  3. Die vor einigen Jahren gebauten Barclays Cycle Superhighways sollen aufgepimpt werden.
  4. Es sollen Quietways oder grüne Wege für Radfahrer entstehen, die durch Parks und ruhige Seitenstraßen führen.
  5. In den Außenbezirken sollen kleine Mini-Hollands entstehen, eine Art verkehrsberuhigte Zonen.

Andrew Gilligan, der “cycling commissioner” der Stadt London, sagte zu der Entscheidung: “Der Bürgermeister und ich bedanken uns bei der London Cyclists’ Campaign, bei Journalisten, Bloggern und anderen Aktiven. Ohne ihr Engagement wäre das Thema nicht auf die politische Agenda geraten.”

European Cyclists’ Federation: London’s Billion Euro Cycling Plan – A Story of Successful Advocacy.
A view from the cycle path: London’s new plans. Serious campaigning must start now
(Dank an Michael für den Hinweis.)

Bicycled - A bike made out of cars

Freitag, 08.03.2013

Ein kleines Video einer Werbeagentur aus Madrid macht seit kurzem die Runde im Netz. In Bicycled - A bike made out of cars wird ein Fahrrad fast komplett aus alten Autoteilen zusammengebaut. Ein Rahmen aus recycelten Karosserierohren, ein Transmissionsriemen als Kette, Rücklicht aus einem Autoblinker, Sattelbezug und Lenkerband aus Autositzen vom Schrotthandel.

Auf der Website zum Video heißt es: “Cars go to the junkyard and we recycle them to create the most efficient, ecological and healthy mean of transportation.” Dennoch sind die so produzierten Räder, die natürlich alle absolute Einzelstücke sind, nicht wirklich umweltfreundlich entstanden. Hier geht es darum, ein Statement zu machen.

Ein wenig erinnert das Video an die Aktion der Künstler Folke Köbberling und Martin Kaltwasser im Jahre 2009, die damals ein Fahrrad komplett aus Autoteilen zusammenbauten.

Bicycled
(Dank an johnklein für den Hinweis.)

Call a Bike und der nasse Hintern

Mittwoch, 06.03.2013

Der Leihradanbieter “Call a Bike” hat derzeit mindestens in Berlin ein beträchtliches Problem: Etwa die Hälfte der Sättel hat sich über den Winter mit Wasser vollgesogen. Das führt zu sichtbar nassen Hosen und verschafft peinliche Momente. Betroffen sind sowohl die Sättel der gefederten als auch die der ungefederten Räder, subjektiv würde ich sagen, dass die ungefederten stärker betroffen sind.

Auf Facebook schreibt Call a Bike zu dem Problem, dass es bekannt sei und die Sättel sukzessive ausgetauscht würden. Ich werde, nachdem ich gestern wieder mal mit klitschnassem Hintern im Büro ankam, so lange auf das Angebot verzichten. Beim Konkurrenten “Nextbike” hat zwar die Winterpause geendet, aber noch scheinen kaum Räder verfügbar zu sein. Dieser Anbieter hat nun übrigens, ähnlich wie “Call a Bike”, auch eine Art Flatrate im Angebot, mit der man für 3€ monatlich die jeweils erste halbe Stunde kostenlos fährt.

ADFC-Fahrradklimatest 2012

Freitag, 01.02.2013

Im Bundesverkehrsministerium präsentierte heute der ADFC die Ergebnisse des Fahrradklimatests 2012. Der Test fand zum fünften Mal statt. Bereits 1988 startete die Radfahrervereinigung die erste bundesweite Befragung von Radlern. In den Jahren 1991, 2003, 2005 sowie im vergangenen Jahr 2012 wurde der Klimatest wiederholt.

Positiv ist, dass seit dem Jahr 2003 mit jedem Befragungsdurchgang eine Verdreifachung der Teilnehmerzahlen erreicht wird. So nahmen am vorletzten Test 2005 rund 26.000 Radfahrer teil; 2012 waren es rund 80.000 Teilnehmer. Davon voteten 90% oder 75.000 Teilnehmer online. Damit ist der ADFC-Fahrradklima-Test die größte Untersuchung ihrer Art weltweit.

Der Fahrradklima-Test ist eine Befragung mit dem Ziel der vergleichbaren Erfassung von Radfahrbedingungen in Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Da vermutlich eher fahrradaffine Menschen an dem Test teilgenommen haben, bildet der Test keinen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab. Vielmehr sollen Radfahrer die Radverkehrsbedingungen vor Ort bewerten.

Die Durchschnittsbewertung 2012 verschlechterte sich im Vergleich zum letzten Fahrradklimatest 2005 deutlich. Damals gaben alle Radfahrer in Deutschland ihrer Kommune eine Durchschnittsnote von 3,71 auf der Schulnotenskala, im aktuellen Klimatest von 2012 sackte die Note auf 3,91.

Woran liegt das? Die Antwort der gemeinsamen Pressemitteilung von ADFC und Bundesverkehrsministerium: “Dass sich die Situation tatsächlich verschlechtert hat, ist allerdings kaum anzunehmen”. Zurückgeführt wird die insgesamt schlechtere Bewertung einerseits auf veränderte Befragungsmethoden und andererseits darauf, “dass sich in den letzten Jahren ein stärkeres Bewusstsein für die Probleme von Radfahrern gebildet hat” (ADFC-Vorsitzender Syberg).

Beste Fahrradstadt in der Größengruppe über 200.000 Einwohnern bleibt Münster mit einer extrem guten Durchschnittsnote von 2,61. Berlin bleibt mit einer Gesamtnote von 4,01 in der unteren Hälfte der großen Städte. Bei der Fragengruppe “Spaß oder Stress” bewerten die Berliner ihre Stadt mit einer Note 3,31 noch recht gut, andere Aspekte des Radfahrens in Berlin werden aber richtig schlecht gesehen. Note fünf mit Tendenz zur sechs (5,18) geben die Berliner Radfahrer für den Fragenkomplex “Falschparker auf Radwegen”. Schlechter als Berlin werden in diesem Aspekt nur Hamburg, Düsseldorf und Wiesbaden bewertet.

ADFC: Überwiegend heiter - Das Fahrradklima in Deutschland

Höhere Bußgelder für Verkehrsverstöße von Radfahrern

Mittwoch, 30.01.2013

In der heutigen Ausgabe der Bild-Zeitung wird berichtet, dass der Bußgeldkatalog für Radfahrer geändert wird. Die Strafen sollen um fünf bis 10 Euro angehoben werden, ein normaler Regelverstoß kostet dann 15 statt bisher 10 Euro. Schon am kommenden Freitag soll im Bundesrat über die neuen Bußgeldhöhen abgestimmt werden.

Im Einzelnen sollen folgende Regelverstöße mit höheren Strafgeldern bedacht werden:

  • Fahren auf dem Fußweg (je nach Situation): 10–20 Euro​ (bisher 5–20)
  • Nichtbenutzen der rechten Fahrbahn: 15–40 Euro​ (bisher 10–35)
  • Nichtbenutzen des Radwegs: 20–35 Euro​ (bisher 15–30)
  • Falsches Einbiegen in Einbahnstraße: 20–35 Euro​ (bisher 15–30)
  • Fahren in Fußgängerzone: 15–30 Euro​ (bisher 10–25)​
  • Fahren ohne Licht: 20 Euro​ (bisher 15)

Bild-Zeitung: Härtere Strafen für Rad-Rüpel

Modal Split in Millionenstädten

Montag, 28.01.2013

Die folgende Tabelle zeigt den Modal Split von zwanzig Städten weltweit mit mehr als eine Million Einwohnern geordnet nach dem Radverkehrsanteil. Die letzte Spalte gibt das Jahr der Datenerhebung an.

Stadt Fahrrad Fuß ÖPNV Auto Jahr
Peking 32% 21% 26% 21% 2011
Schanghai 20% 27% 33% 20% 2011
München 14% 28% 21% 37% 2008
Tokyo 14% 23% 51% 12% 2009
Berlin 13% 30% 26% 31% 2008
Delhi 12% 21% 48% 19% 2011
Hamburg 8% 8% 33% 51% 2004
Mumbai 6% 27% 52% 15% 2011
Portland 6% 6% 12% 70% 2009
Wien 6% 28% 39% 27% 2012
Taipei 4% 15% 33% 48% 2009
Paris 3% 61% 27% 9% 2010
San Francisco 3% 10% 32% 46% 2009
Seattle 3% 8% 20% 63% 2009
Bogota 2% 15% 64% 19% 2008
Boston 2% 14% 35% 45% 2009
Budapest 2% 22% 30% 46% 2004
London 2% 20% 41% 37% 2008
Philadelphia 2% 9% 25% 60% 2009

Quelle: Wikipedia: Modal share (englisch)

Deutscher Verkehrsgerichtstag will, dass härter gegen Radfahrer vorgegangen wird

Donnerstag, 24.01.2013

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) ist eine jährlich stattfindende Konferenz für Straßenverkehrsrecht. Sie hat bundesweit Relevanz, da ihre Empfehlungen häufig in der Politik bei der Ausgestaltung von Gesetzen und Vorschriften berücksichtigt werden. Die Tagung, die seit 1963 stattfindet, befasst sich interdisziplinär mit allen Bereichen der Verkehrswissenschaft, wobei der Schwerpunkt bei der Rechtsprechung in Verkehrssachen liegt.

Präsident des Verkehrsgerichtstags ist Ex-Generalbundesanwalt Kay Nehm. Der sagte heute zur Eröffnung der 51. Konferenz in Goslar , die “offensichtliche behördliche Duldung lebensgefährlicher Verhaltensweisen” vieler Radler sei ein Skandal. Nehm wörtlich: “Kaum ein Radler fährt mit vorgeschriebener Beleuchtung, kaum ein Radler kümmert sich um Fahrtrichtung oder um Ampeln”. Laut der Zeitung Die Welt sagte Nehm, die Misere werde nicht dadurch gemildert, “dass uns die Lichtmuffel nach den Vorstellungen der Verkehrspolitik künftig unter dem Helm begegnen sollen”.

Die Welt zitierte dazu die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Danach sprachen sich 82 Prozent der Deutschen für mehr Polizeikontrollen und teurere Strafen für Rüpel-Radler aus. Der Umfrage zufolge fühlen sich 81 Prozent der Autofahrer bedroht, wenn Radfahrer ohne Licht fahren, rote Ampeln missachten und falsch in Einbahnstraßen einbiegen.

Die Welt: Verkehrsgerichtstag rüffelt Rüpel-Radler und neuen Punktekatalog

NDR Satire-Show über Polizei-Einsatz gegen Kampfradler

Montag, 07.01.2013

Polizeiwachtmeister Herr Holm erklärt radikalen Radfahrern mit fundierten Argumenten den Krieg: “Die Verdopplung der Geschwindigkeit bedeutet die Vervierfachung der Beule!”

Dynamopflicht fällt weg - vielleicht

Donnerstag, 03.01.2013

“Fahrräder müssen für den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlussleuchte mit einer Lichtmaschine ausgerüstet sein, deren Nennleistung mindestens 3 W und deren Nennspannung 6 V beträgt (Fahrbeleuchtung).” So heißt es in § 67 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Nun prüft das Bundesverkehrsministerium, ob die seit den 1970er-Jahren bestehende Dynamopflicht abgeschafft werden kann. Eine Sprecherin von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bestätigte der Saarbrücker Zeitung, dass derzeit eine Änderung der „lichttechnischen Vorschriften“ in der StVZO erarbeitet werde, die „mindestens das jetzige Sicherheitsniveau erhält aber den aktuellen Stand der Technik berücksichtigt“. Endgültig soll darüber im Frühjahr entschieden werden.

Saarbrücker Zeitung: Dynamopflicht für Fahrräder steht auf der Kippe

Darf man bei Schnee und Eis Rad fahren?

Freitag, 14.12.2012

Ab morgen geht das kalte Winterwetter seinem Ende entgegen. Damit wird wohl auch eine Diskussion auf den Kommentarspalten des Tagesspiegel beendet, in der nicht wenige Leser forderten, bei winterlichen Bedingungen komplett auf das Radfahren zu verzichten. Nachdem der Tagesspiegelleser fsiggi gemeldet hatte, dass die Straßen für Radfahrer gut befahrbar seien, brach ein Sturm der Entrüstung los: “Ich kann nicht umhin mein Unverständnis darüber zu äußern, warum man bei Schnee und Eis überhaupt Rad fährt. Diese Selbstgefährdung und Gefährdund Anderer halte ich für vermeidbar.” Leser vinzenz pflichtet dem Vorposter bei: “Mir ist grad vor ner Stunde so dödeliger, rumeiernder Radfahrer vor den Kühler gefallen. Das ich diesen Mann NICHT überrollt habe grenzt an ein Wunder, es fehlten cm. Und wegen so einem Dödel, der sich Maßlos überschätzt, der Gefahr aber wie ein Mann 1:1 ins Auge blickt, hätte ich wohl eine Menge Ärger bekommen. Das regt mich auf. Und hätte im Ernstfall mein Mitleid arg in Grenzen gehalten.” Auf die Rückfrage eines anderen Lesers, ob der Sicherheitsabstand möglicherweise zu gering war, antwortet vinzenz: “Sicherheitsabstand war völlig ausreichend. Nur wenn urplötzlich der Fahrradpilot die Hoheit über sein Verkehrsmittel verliert, abrupt nach links eiert und dabei noch nach links auf meine Spur fällt ? Nun bin ich durchaus Menschenfreund, aber in dieser Situation ausreichend Egoist NICHT in den Gegenverkehr auszuweichen.”

Ähnliche Bedenken hatten offenbar auch die Stadtväter von Bologna in Italien. Dort wurde das Radfahren zwischen dem 1. Dezember 2012 und dem 15. März 2013 selbst bei leichtestem Schneefall verboten. Wer dennoch Fahrrad fährt, zahlt eine Strafe von 39,- Euro.

Kommentare aus Tagesspiegel: Achtung, heute Nacht wird es richtig rutschig
Corriere di Bologna: Con la neve vietati scooter e bici, per i trasgressori multa da 39 euro
[via]

Das “Diims” gegen Fahrraddiebstahl

Freitag, 14.12.2012

Der Name “Diims” ist angelehnt an das dänische Wort “dims”, auf deutsch etwa das “Ding, dessen richtigen Namen ich nicht kenne, aber du weißt schon, was ich meine.” Das Diims ist ein neues Produkt der Firma Abus A/S in Dänemark gegen den Fahrraddiebstahl. Es ist ungefähr so groß wie eine 2-Euro-Münze und circa 1,5cm dick. Nachdem man das kleine Gerät am Fahrrad - zum Beispiel unter dem Sattel - befestigt und scharf gestellt hat, sendet es alle acht Sekunden ein Radiosignal aus, die Batterie dafür reicht für ein bis zwei Jahre.

Nun braucht man nur noch jemanden, der das Signal auch empfängt. Das erledigen die Postautos und zahlreiche Briefkästen und Poststationen, die an das System der Dänischen Post zur Optimierung des Zustellprozesses angeschlossen sind. Das System wird von der Firma Commotive A/S für die Post betrieben und erfährt durch Diims einen Zusatznutzen. Die Daten aus den stationären und mobilen Empfängern werden abgeglichen und für den Eigentümer des gesuchten Rades sichtbar gemacht. Das geschieht über eine Internetseite oder über Smartphone-Apps für Android und iOS.

Der neue Diebstahlschutz von ABUS kostet einmalig 499,- dänische Kronen für das Funkgerät, das sind etwa 70,- Euro. Zusätzlich ist eine Gebühr in Höhe von 120,- DKK (etwa 16,- €) für ein Jahr beziehungsweise 192,- DKK (25,- €) für zwei Jahre fällig. Der Vorteil von Diims gegenüber herkömmlichen GPS-Trackersystemen besteht in dem relativ moderaten Preis, in der geringen Größe und in der langen Batterielaufzeit.
(Dank an Michael für den Hinweis.)

Diims
Diims bei Facebook
Pressemitteilung ABUS DK

Neue Beförderungsbedingungen beim VBB

Dienstag, 11.12.2012

Am 9. Dezember 2012 tritt beim VBB ein neuer Fahrplan in Kraft. Gleichzeitig ändern sich im Regionalverkehr die Beförderungsbedingungen. In den roten Regionalzügen des Unternehmens DB Regio entfällt der Bordzuschlag von 2,50€, der bisher fällig war, wenn bei Antritt der Reise ein Fahrkartenschalter geöffnet oder ein zur Annahme von Bargeld betriebsbereiter Automat vorhanden war. Stattdessen hat der Fahrgast nun in jedem Falle einen gültigen und entwerteten Fahrschein vorzuzeigen, andernfalls gilt er als Schwarzfahrer. Eine Ausnahme bilden Zusteigende von Bahnhöfen ohne Fahrkartenverkauf, diese müssen sich wie bisher unaufgefordert beim Zugbegleiter melden und können dort ein Ticket ohne Aufpreis erwerben.

Das unaufgeforderte Melden beim Zugbegleiter stellte Reisende mit Fahrrad bisher bereits auf die Probe, schließlich ist es schwierig, das Fahrrad bei der Suche nach dem Zugbegleiter durch einen Zug mitzunehmen. Andererseits ist auch das Entwerten eines Tickets vor Fahrtbeginn ein Risiko, da die Fahrradmitnahme nicht garantiert werden kann. Denn: Wird der Platz für Krankenfahrstühle oder Kinderwagen benötigt, muss der Fahrgast mit dem Fahrrad das Verkehrsmittel verlassen. Ein Anspruch auf Erstattung des bereits gezahlten Beförderungsentgeltes besteht nicht. Das war auch die Erfahrung unseres Lesers Erik, der die Rechtsabteilung des VBB in einem solchen Falle kontaktierte. Die Beförderungsleistung wurde nicht erbracht, der gelöste Fahrschein wurde allerdings auch nicht erstattet.

Mit den neuen Beförderungsbedingungen verschärft sich für Radfahrer im Regionalverkehr eine bisher unpraktikable Lösung: Die Tickets müssen auf dem Bahnhof entwertet werden, auch wenn die Mitnahme im Zug nicht garantiert ist.

Im Gegensatz zu den Zügen der DB Regio verfügen Züge von anderen Unternehmen (der Betreiber wird u.a. in der Fahrplanauskunft genannt, die bisherige “alternative” Bezeichnung - z.B. NE27 der Niederbarnimer Eisenbahn - wird vereinheitlicht) häufig über Fahrkartenautomaten im Zug. Und der kann natürlich auch weiterhin direkt nach Einstieg in den Zug aufgesucht werden (sagt der VBB). Unserem Leser Erik nützte das allerdings nichts, da er einen Teil seiner Strecke mit einem DB-Regio-Zug gefahren ist und der Umstieg in einen ODEG-Zug wegen dessen Überfüllung nicht geklappt hat.

Südwest-CDU Stuttgart: Maut für E-Bikes?

Mittwoch, 05.12.2012

Das Sommerloch ist längst vorbei, doch um alberne Vorschläge sind Politiker und Medien derzeit nicht verlegen. Die kürzlich diskutierten Fahrradschranken als Maßnahme gegen Rotlichtverstöße durch Radfahrer erhielten ein durchgehend negatives Echo. In Stuttgart hingegen fordert die Südwest-CDU nun eine Fahrrad-Maut für E-Bikes. Natürlich muss das Geld “zweckgebunden” ausgegeben werden, was bedeutet, dass es in die Radweg-Infrastruktur investiert werden soll.

Dass Pedelecs (Tretunterstützung bis 25 km/h) rechtlich als Fahrräder gelten und “schnelle Pedelecs” (unlimitierte Unterstützung) als Mofas, die Radwege nur bei expliziter Freigabe und außerhalb von Orten benutzen dürfen, scheint bei diesem Vorschlag keine Rolle zu spielen. Ganz zu schweigen von der immer präsenteren Erkenntnis, dass innerörtliche Radwege in der Regel einen negativen Einfluss auf die Sicherheit der Radfahrer haben.

Man wolle die Nutzer an den Kosten beteiligen, denn man könne ja “nicht immer nur einseitig die Autofahrer belasten”. Von einer Steuerbefreiung für autofrei lebende Bürger ist mir zwar nichts bekannt, aber vielleicht sollte ich die endlich mal beim Finanzamt beantragen.

Stuttgarter Nachrichten vom 5.12.2012: CDU fordert Fahrrad-Maut für E-Bikes

Critical Mass

Dienstag, 04.12.2012

Wieso ist die Critical Mass in manchen Städten sehr erfolgreich, während sie andersorts vor sich hin dümpelt? In Hamburg zieht die CM von Monat zu Monat mehr Radfahrer an. Am vergangenen Freitag zog es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mehr als tausend Menschen zur großen Radfahrer-Party auf die Straßen. Auf Helmuts-Fahrrad-Seiten wird so über die Ausfahrt berichtet: “Der jeweils letzte Monats-Freitag ist wirklich immer ein Highlight. Kaum über null Grad, am Ende leichter Schneeregen und trotzdem über 1.000 Teilnehmer - Wahnsinn. Die November-CM war wieder eine geniale Sache. Begeistert hat mich natürlich die zum Teil extrem aufwendige und abgefahrene Beleuchtung der Räder. Speziell was mit einfachen Knicklichtern möglich ist, haut mich vom Sattel. Sehr, sehr cool und nachahmenswert.” Hier ein Video der Critical Mass Hamburg vom 25. November 2012.

Beispiele für wenig erfolgreiche CMs gibt es viele. In Berlin hat die örtliche CM-Facebook-Seite zwar 1.700 Likes (Hamburg: 5.100 Likes), aber am letzten Freitag des Monats versammeln sich selten mehr als hundert Radfahrer auf dem Heinrichplatz, dem traditionellen Startplatz der Berliner CM. Ist es das wenig konstruktive Verhalten der Polizei der Grund für die niedrigen Teilnehmerzahlen? Sie schafft es in Berlin immer wieder, die Demo zu zerbröseln.

Oder ist der Leidensdruck für Radfahrer in Berlin geringer? So wird die Berliner Critical Mass im April mit den folgenden Worten kommentiert: “Critical Mass in Berlin, seriously?! What the hell is the point of that? Doing it in a city where bike lanes are wide and plentiful and public transport is well above average, thanks to moronic events like this you‘re just giving car/truck drivers yet more reasons to hate cyclists.”

Guaia Guaia: Unplugged:Leben

Freitag, 16.11.2012

Die Band Guaia Guaia fährt seit Jahren mit Lastenfahrrädern durch Deutschland und macht Straßenmusik. Guaia Guaia, das sind Elias Gottstein und Carl Louis Zielke, beide aus Neubrandenburg, die 2010 ihre Wohnung aufgaben und als Straßenmusiker ohne festen Wohnsitz Musik machen. Der Film “Unplugged:Leben” dokumentiert  das Leben und die Musik der Straßenmusiker. Premiere hatte der Film Anfang Juli auf dem 30. Filmfest München. Dort gewann er auch den Publikumspreis. Hier der Trailer:

Schweizerische Initiative “Schutz vor Rasern”

Freitag, 16.11.2012

RoadCross Schweiz ist eine gemeinnützige Schweizer Stiftung, die sich für eine generelle Hebung der Verkehrssicherheit und “die Förderung einer gesunden und massvollen Entwicklung des Strassenverkehrs” einsetzt. Im Jahre 2010 hat RoadCross die eidgenössische Volksinitiative Schutz vor Rasern gegründet, die von Angehörigen von Strassenverkehrsopfern und Mitgliedern aller Fraktionen und zahlreicher Parteien der Schweizer Politik von links bis rechts unterstützt wird. Ziel der Initiative ist wörtlich, “jährlich 1.000 gefährliche Raser von der Strasse zu holen”.

Kern der Initiative ist eine neue Definition des Rasertatbestandes Art. 90 Absatz 2bis Strafgesetzbuch:

“Mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren bestraft wird, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen.

Absatz 2bis ist in jedem Fall erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird um:
mindestens 40 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 30 km/h beträgt;
mindestens 50 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 50 km/h beträgt;
mindestens 60 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt;
mindestens 80 km/h, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 120 km/h beträgt.”

Bei einer Verurteilung droht die Einziehung und Verwertung des Autos oder Motorrads durch das Gericht.

Die Volksinitiative wurde am 15. Juni 2011 mit 105′763 gültigen Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Am 9. Mai 2012 lehnte der Bundesrat die Initiative mit Verweis auf das Verkehrssicherheitspaket des Bundes „Via Sicura“ ab. Einen Tag nach der Einreichung der Initiative wurden die Initiativanliegen weitgehend in diese neue Gesetzesvorlage aufgenommen. Damit wurde das Begehren der Raserinitiative praktisch 1:1 in den Gesetzestext übernommen. Das neue Gesetz, das Raser deutlich härter bestraft, tritt am 1. Januar 2013 in Kraft.

Initiative “Schutz vor Rasern”

Radfahrer verursachen S-Bahn-Chaos

Donnerstag, 15.11.2012

S-Bahn und Fahrrad, Rücksicht nötig

Zwei Radfahrer, die am gestrigen Morgen in einen abfahrbereiten Zug am Hackeschen Markt stürmten, haben damit eine Verspätungswelle ausgelöst. Sie blockierten die Tür so, dass diese sich daraufhin nicht mehr schließen ließ und provisorisch repariert werden musste. 37 Züge waren dadurch verspätet. Die S-Bahn will den unvorsichtigen Fahrgästen die Kosten in Rechnung stellen. Zudem wurde Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und betriebsstörenden Handlungen gestellt.

Tagesspiegel: S-Bahn-Tür blockiert - Strafanzeige

Laden wegen Umbau geschlossen

Donnerstag, 15.11.2012

Liebe Leute!

In der Woche vom 19.11. bis 25.11. 2012 sind Werkstatt und Laden der Radspannerei wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Leider können wir während dieser Zeit weder Reparaturen noch sonstige Anfragen bearbeiten.

Ab Montag den 26.11.2012 stehen wir euch dann wieder zur Verfügung.

Das Radspannerei-Team

Fahrrabblogs

Donnerstag, 08.11.2012

Wolfgang Scherreiks vom fahrradjournal hat sich die Mühe gemacht, eine aktuelle Liste von Fahrradblogs aus deutschsprachigen Ländern beziehungsweise deutschsprachige Blogs zusammenzustellen.

Liste aktualisiert am 19. November 2012.

54.elf, a2011 – Fahrräder; Ideen, ADFC Blog, adfc-bremen news, Alexander´s Rennrad-Touren-Blog, Alexander Theis, Alle Macht den Rädern, Alltag eines RadfahrersBakfiets Blog, Bakfiets totaal,

Benno KochBerlin Cycle Chic, Berlin Cycle Style, Bike-Blog, BikeBlogBerlin, Bike Kitchen Augsburg, Bikekitchen München, Bikelane Berlin, Brückenheilige, bxa’s Greetings from Germany,

Carlo ForteCarl vs. KarlChris Hübsch,  Christian Koeln´s BlogChregu’s BikeblogCritical Mass AugsburgCritical Mass Austria, Critical Mass BerlinCritical Mass BremenCritical Mass Dortmund,

Critical Mass FrankfurtCritical Mass FreiburgCritical Mass HamburgCritical Mass Koblenz, Critical Mass KölnCritical Mass StuttgartCritical Mass Wuppertal, Cycleture, Cycling Societies, Da isser …,

Die RadreporterEingangradEisenschweinkader, e-bikeinfo, e-Rad Hafen, Fahrradbau Stolz, Fahrrad-blog, fahrrad.blogger, Fahrradforum, Fahrradio,

fahrradjournalfahrradmodeFahrradportal Nationaler Radverkehrsplan, Fahrradreisen Blog, Fahrradreparatur, FahrRat, fahrstil-Magazin, fahrtwind BerlinFahrwerk KurierkollektivFrankfurter Fahrradsommer,

FreitrittFXD Nostra, GABAGeorgBlaschkeBikes, Goldsprint.de, Hamburgize, Highner & Bikes, Holger Dambeck, Holgers Blog, Immer auf Achse / Georg Inderst,

It all started with a fight …Johannes Hampel, Johanns FahrradblogJonathan Sachse, Jule radelt, Kathrins Notizen, Keirin Berlin, Kettenblatt, Kettenstift, Kinderfahrrad-Blog,

Klassikerausfahrtksued, Langweilige BilderLastenradkollektivles lanternes rouges, Liegeradtouren und Photographie, Andreas Edler – Mein Senf, Matschhühner – MTB Frauenpower, Max Kellermann, Mit dem Fahrrad in und um Köln,

Mountainbike BlogMTB-derfati, mtbisokay, MucradblogMünchenierung, My own blog, Naviki, Okej, Optimus Fixed, Os(zedos) Blog,

Panda Cycles Berlinpd-f (pressedienst-fahrrad), r2-bike, rad3.deRad der Stadt Blog, Radfahren in Köln, Radfahren macht glücklich, Radfahren macht schön, Radfahrers Lust & Frust, Radlobby IG-Fahrrad,

Radlust im SiegerlandRadl-Wadl, radpropaganda, RadverkehrspolitikRauhe Sitten, Rennfieber-Blog, RuhrbikeRotscher´s Bike BlogRund ums Rad, Schlaflos im Sattel,

Schwerlasttransport on TourSommers, Speak Louder, Spoony’s Bike Blog, SpreebikerStahlrahmen-Bikes, Stadtmobil, Starrgang BlogSwiss BikeBlog,  Sysadmin by Bike,

TalradlerThe CerveloverThorsten Bachner, Tin Donkey, TomsBikeCornerTrailblazerTwenty Inch CargobikesUrbaner InstinktUrbanophil, Vazifar’s blog,

Velo Blog Schweiz, Velo Blog (DE)Velocityruhr.netVelofahrer, Velomobil Quest 370, Velophil, Velopflock, Veloruzzer / Bernd van RadauVelovielVentoux,

Veteranum, Vienna Cycle Chic, We are trafficZabotrailsZukunft Mobilität

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