Rätselhafte Radzählstelle Berliner Straße

Mittwoch, 22.02.2017

Im September letzten Jahres richtete die Verkehrslenkung Berlin (VLB) eine Internetseite ein, um die täglich aktualisierten Daten der 12 Berliner Radzählstellen zu veröffentlichen. Anfang Januar kamen fünf weitere Zählstellen hinzu. Neu ist auch die Zählstelle Berliner Straße im Pankower Norden. Sie stieg von Anfang an hoch in den Charts ein, in der Hitliste der beliebtesten Zählstellen liegt sie auf Platz zwei hinter dem Spitzenreiter Oberbaumbrücke, vom Jahresanfang bis gestern wurden hier bereits 186.034 Radfahrer gezählt.

In einem Punkt unterscheidet sich die Zählstelle Berliner Straße von allen anderen: hier werden erheblich mehr Radfahrer in die eine Richtung gezählt als andersherum. In der vergangenen Woche ab dem 12. Februar wurden bespielsweise insgesamt 30.977 Radfahrer gezählt. Von ihnen fuhren 20.639 Richtung Norden und nur 10.338 Richtung Süden. Exakt zwei Drittel fuhren nach Norden, nur ein Drittel nach Süden. In anderen Wochen ist das Missverhältnis zwischen Norden und Süden noch ausgeprägter, bis hin zum Verhältnis 75 % zu 25%.

Für die VLB ist es nicht ungewöhnlich, dass die Messergebnisse grundsätzlich unterschiedliche Werte zeigen: “Dieses Phänomen gibt es nicht nur im Radverkehr, sondern auch im Pkw-Verkehr. Die Menschen suchen sich ihre Wege täglichen Wege jeden Tag aufs Neue, ganz individuell. Morgens wird ein anderer Weg zur Arbeit gefahren wird, als abends, weil es beispielsweise noch zum Einkaufen oder Sport geht. Oder am Abend wird die schönere, aber etwas längere Strecke genutzt, morgens hingegen ist die Zeit eng, deswegen der direkte Weg. Nicht alle alle Radfahrenden machen alle Wege mit dem Rad, viele nutzen auch die Fahrradmitnahme in der Bahn. Diese Phänomene sind bei Verkehrszählungen bekannt und nichts ungewöhnliches.”

Mich selbst befriedigt diese Erklärung nicht und ich kann mir keinen Reim darauf machen. In einem Kommentar zu einem anderen Beitrag hat “Dackelblut” auf ein ähnliches Phänomen an der Jannowitzbrücke hingewiesen. Er schrieb: “Ich füttere quasi täglich die Zählstelle an der Jannowitzbrücke und musste nun, dank der Radzählstelle, eine dramatische Entwicklung feststellen. Jeden Freitag und Samstag überqueren 200-300 Räder die Zählstelle Richtung Kreuzberg häufiger als Richtung Alexanderplatz. Wahnsinn. Nun stellt sich die Frage: Was ist mit den Menschen in “Bermuda” Kreuzberg passiert? Fahrrad geklaut? In Mitte geklautes Rad am Landwehrkanal vertickt? Zu betrunken, um auf dem Rückweg die Zählstelle zu “treffen”? Geheimen Promilleschleichweg nach Hause genommen? Als Klappradbiker lässig mit dem ÖN auf den Heimweg gemacht? Viele Geisterradler aus Kreuzberg am Start? Fragen über Fragen! Eine klassische X-Akte.”

Verkehrslenkung Berlin: Übersicht über 17 Fahrradzählstellen
Verkehrslenkung Berlin: Fahrradzählstelle Berliner Straße

Anton Saefkow-Straße: Vom Quer- über Längs- zum Schrägparken

Montag, 20.02.2017

Die Anton Saefkow-Straße ist eine 3/4-Kilometer lange, schmale und unbedeutende Einbahnstraße im Berliner Bezirk Pankow. Sie erschließt eine Wohnzeile entlang des S-Bahn-Rings und des Anton Saefkow-Parks. Seit langer Zeit konnten hier die Anwohner ihre Autos auf der Parkseite quer parken. Radfahrer durften die Straße nur in Richtung Kniprodestraße benutzen.

Um die Anton-Saefkow-Straße für den Radverkehr in Gegenrichtung zu öffnen, wurde eine Änderung der Parkordnung beschlossen. Statt quer sollte nur noch längs geparkt werden, damit Radfahrer nicht von rückwärts ausparkenden Kraftfahrern gefährdet werden. Das wiederum brachte eine Anwohnerinitiative auf die Palme. Sie initiierte eine Petition zum Erhalt der Parkplätze in der Anton-Saefkow-Straße, an der sich 449 Menschen beteiligten.

Der politische Druck der Petition und die Anwesenheit von Anwohnern der Straße auf der Sitzung des Verkehrsausschusses der BVV reichte aus, um den Bezirk zum Einknicken zu bringen. Letzte Woche wurde folgender Beschlussantrag angenommen:

“1. Die Freigabe zum Befahren der Anton-Saefkow-Straße entgegen der Richtung der Einbahnstraße für Fahrräder wird aufgehoben. Der ruhende Verkehr von PKW wird in Form von Schrägparkplätzen mit Richtung Kniprodestraße angeordnet.

2. In den Maßnahmekatalog im Rahmen des Programmes Stadtumbau Ost (ISEK Prenzlauer Berg) wird die Anlage eines Radweges auf der Nordseite der Anton-Saefkow-Straße von der Kniprodestraße bis zur Greifswalder Straße aufgenommen. SeinePlanungen werden zunächst dem Ausschuss für Verkehr und Öffentliche Ordnung vorgestellt und, nach Zustimmung, möglichst im Rahmen der Aufwertung des Anton-Saefkow-Parkes umgesetzt.”

Zur Zeit noch erlaubt: Fahrradgegenverkehr in der Anton Saefkow-Straße

Zur Zeit noch erlaubt: Fahrradgegenverkehr in der Anton Saefkow-Straße.

Nun muss noch die Bezirksverordnetenversammlung zustimmen, was laut Prenzberger Stime reine Formsche ist. Die Öffnung der Straße für einen gegenläufigen Radverkehr ist auf die lange Bank geschoben und wird langfristig nur dadurch gelöst, dass ein Stück des Parks versiegelt wird und als Fahrradweg in Ost-West-Richtung entsteht.

Petition der Anwohnerinitiative zum Erhalt der Parkplätze in der Anton-Saefkow-Str.
Prenzlberger Stimme: Erstmal Schluss mit Fahrradgegenverkehr in der Anton Saefkow-Straße vom 19. Februar 2017
Prenzlberger Stimme: Erst quer, dann längs – Kommunikationsproblem an der Anton-Saefkow-Straße vom 16. November 2016

Berliner Fahrradwoche

Mittwoch, 15.02.2017

In knapp vierzehn Tagen startet wieder die “Berlin Bicycle Week” als Auftakt zur Messe “Berliner Fahrradschau”. Hier eine kleine und unvollständige Vorschau auf interessante Veranstaltungen der Fahrradwoche.

Dienstag, 28. Februar 2017
Die lange Nacht der Bikeshops startet mit fünf Läden zwischen Pankow und Neukölln.

Mittwoch, 1. März 2017
Die Radspannerei vertreibt den Fahrradwinter mit glühenden Schraubenschlüsseln. Am 1. März ab 20 Uhr: Schlauchwechsel nach Zeit, blind Fahrradteile raten, Musik und Getränke mit dem Team der Radspannerei. Dazu gibts heiße Scheiben von den Ding Dong Daddies!

Donnerstag, 2. März 2017
Cycling Prestige - Projekte für Berlin
Die SkyCycle-Route von Sir Norman Foster in New York, die Cykelslangen in Kopenhagen oder den Hovenring in Eindhoven – wer kennt sie nicht, die internationalen Prestige-Projekte der Cycling-Infrastrukturen. Darüber wollen wir, die Initiative für clevere Städte berichten, einen Überblick zeigen und uns in einem kurzen effektiven Brainstorming neue Ideen jenseits der RadBahn für Berlin ausdenken. Denn was ist anziehender für eine Metropolen-Cycling-Kultur als Bauwerke, die Träume verkörpern und Phantasien beflügeln. Der Volksentscheid Fahrrad lädt zum Open Forum im Rahmen der Berlin Bicycle Week in die Station Berlin ins Bicylcle Cinema. Ab 21:00 Uhr.

Freitag, 3. März 2017
Die Fahrradschau öffnet ihre Pforten und bereits am ersten Tag werden einige Wettbewerbe ausgetragen, darunter der “Berlin Trials Cup” und die Vorrunde im “Bike-Polo”.

Sonnabend, 4. März 2017
Retro-Fans werfen sich in stilechte Klamotten und treffen sich um 10:00 Uhr vor dem Brandenburger Tor zum “Berlin Tweed Day”, der Ausflug startet um 10:30 Uhr mit dem Ziel Station Berlin.

Sonntag, 5. März 2017
Station Berlin: Classsiv Bike Market von 10:00 bis 18:00 Uhr
Nach Besucheranstürmen im letzten Jahr geht der Classic Bike Market auf dem Vorhof der Station Berlin in diesem Jahr in die zweite Runde. Angeboten werden alle Preziosen, die sich als „Zweirad-bezogen“ und „gebraucht“ verstehen – vom Sammlerstück bis zum modernen Trackframe, vom klassischen Schaltwerk bis zur Kuriertasche.

Berlin Bicycle Week

Podiumsdiskussion “Volksentscheid Fahrrad schützt Eisbären”

Montag, 13.02.2017

Berlin wird bis 2020 seine selbstgesteckten Klimaschutzziele verfehlen, auch 2050 steht in den Sternen. Dabei ist Berlins 2050-Ziel nicht einmal ambitioniert genug, um die Erderwärmung, wie international vereinbart, auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dafür braucht es  schnelle, finanzierbare und effektive Veränderungen – auch im Verkehr.

Volksentscheid Fahrrad lädt in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung ein, mit Vertretern des Senats, des Club of Romes bzw. des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, des Verbands der Automobilindustrie, des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg und des Volksentscheids Fahrrads zu diskutieren.

Wir möchten klären, ob die Verkehrswende in Berlin schnell genug vorankommen wird, damit die CO2-Emissionen bis 2050 auf Null sinken.

Es diskutieren:

  • Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal-Instituts, Mitglied im Club of Rome und im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)
  • Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär für Verkehr, Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima
  • Dr. Martin Koers, Leiter unserer Abteilung Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik, , Verband der Automobilindustrie (VDA),
  • Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB)
  • Heinrich Strößenreuther, Volksentscheid Fahrrad

Die Veranstaltung wird moderiert von Sabine Drewes (Heinrich-Böll-Stiftung) und Marion Tiemann (Volksentscheid Fahrrad).

Zeit: Freitag, 17. Februar 2017 von 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

70 Tagessätze Strafe gegen LKW-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung von Radfahrerin

Mittwoch, 08.02.2017

Am 17. Dezember 2015 um 7:30 Uhr steht ein 52-jähriger Lkw-Fahrer mit seinem fünfachsigen Sattelauflieger an der Kreuzung Karlshorster Straße und Hauptstraße als erstes Fahrzeug vor einer roten Ampel. Er wartet dort 43 Sekunden auf das grüne Ampellicht. Als die Ampel auf grün springt, setzt der Fahrer seinen Truck in Bewegung und biegt mit einer Geschwindigkeit von 11 bis 13 km/h nach rechts ab. Danach nimmt er Fahrt auf und wird 340 Meter weiter von einem PKW-Fahrer gestoppt, der beobachtet hat, dass der LKW-Fahrer beim Abbiegevorgang eine 32-jährige Radfahrerin überfahren hat. Die Frau stirbt Minuten später an der Unfallstelle, noch bevor die Polizei an der Unfallkreuzung eintrifft.

Der Prozess gegen den LKW-Fahrer fand heute vor dem Amtsgericht Tiergarten in der Kirchstraße statt. Außer dem Angeklagten werden sieben Zeugen des Unfalls beim Prozess gehört. Manchen Zeugen ist anzumerken, dass sie noch heute stark unter dem Eindruck des Geschehens leiden. Eine 47-jährige Radfahrerin, die auf der anderen Straßenseite steht und den Unfall erst dadurch bemerkt, dass der LKW einen kleinen Satz macht, als die beiden hinteren Achsen die Radfahrerin überrollen, eilt zur verunglückten Radfahrerin und muss ansehen, wie die junge Frau in ihren Händen stirbt. Weitere Zeugen, die den Unfall aus ihren Autos beobachtet haben, machen teils widersprüchliche Angaben zum Unfallhergang, zur Kleidung der Verunglückten und zur Frage, ob die Radfahrerin auf dem Bürgersteig oder auf dem Schutzstreifen fuhr.

Nach den Zeugen wird ein Sachverständiger gehört, der am 17. 12.2015 am Unfallort war. Der Sachverständige hatte das Unfallfahrzeug sicherstellen lassen, um die Spiegelstellungen des LKW zu rekonstruieren. Die Rekonstruktion ergab keine Fehlstellung der Spiegel. Der sichergestellte LKW wurde auch dazu genutzt, um den Unfall nachzustellen. Alle Spuren am LKW deuten darauf hin, dass der LKW vorn rechts die Radfahrerin traf.  Als nächstes traf der Tank des LKW´s die Radfahrerin, die daraufhin nach rechts mit ihrem Fahrrad kippte, dann von der angehobenen dritten Achse des Fahrzeugs einige Meter mitgeschleift wurde, bevor die Radfahrerein von den letzten beiden Achsen des LKW überrollt wurde. Obwohl die Nachstellungsversuche bei Tageslicht durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass Radfahrer sehr schlecht zu erkennen sind. Und weiter: “Es gibt einen Punkt, an dem die Radfahrerin gestanden haben könnte und von dem Fahrer des LKW nicht zu erkennen gewesen ist.” Allerdings hätte der Angeklagte sie kurz nach dem Anfahren im Spiegel sehen müssen. Wenn er dann sofort auf die Bremse getreten hätte, hätte der Bremsweg des LKW 4,70 Meter betragen. Das wiederum bedeutet, dass der LKW zum Stillstand gekommen wäre, bevor die Radfahrerin von den hinteren Achsen des Fahrzeugs überrollt wurden. Der Sachverständige konnte ebenfalls berichten, dass das Fahrrad der Frau mit funktionierendem Seitenläuferdynamo sowie Vorderlicht und Rücklicht ausgestattet war. Ob das Licht der Radfahrerin angeschaltet war, ließ sich angesichts des zerstörten Fahrrads nicht ermitteln.

Im Plädoyer der Staatsanwältin wurde eine Strafe von 90 Tagessätzen a 40 Euro gefordert. Die Staatsanwältin beantragte auch, dass dem Angeklagten die Fahrerlaubnis nicht entzogen wird. Der Angeklagte hatte keine Vorstrafen und auch keine Punkte in Flensburg. Die Verteidigung forderte einen Freispruch für ihren Mandanten und begründete das damit, dass sich “Radfahrer nur eingeschränkt an die Straßenverkehrsordnung halten”. Das letzte Wort hatte schließlich der Angeklagte. Er beließ es bei einem Satz: “Es tut mir leid.”

Das Urteil: 70 Tagessätze a 40 Euro wegen fahrlässiger Tötung. Außerdem muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen.  Der Führerschein wird ihm nicht entzogen.

Polizeimeldung vom 18.12.2015 

Weitere Prozessberichte:
BZ: Brummifahrer überrollte Radlerin (32) – 2.800 Euro Geldstrafe
Tagesspiegel: Lkw-Fahrer bekommt 2800 Euro Strafe für Unfalltod einer Radlerin
Berliner Zeitung: Tödlicher Rad-Unfall in Lichtenberg Elf, vielleicht 13 Stundenkilometer  

Das sich selbst bauende Fahrrad

Freitag, 20.01.2017

Mit fast sechs Minuten eine Idee zu lang für zwischendurch, aber ein großer Spaß für Stop-Motion-Fans: 5349 Bilder Fahrradzusammenbau und Fahrradreise durch schöne polnische Landschaft.

via: Fahrtwind Berlin

Workshop: Radstreifen freiräumen

Mittwoch, 18.01.2017

Der Berliner ADFC führt Anfang Februar einen Workshop zum Freiräumen von Radstreifen durch. In der Einladung zur Veranstaltung heißt es: “Falschparken auf Fahrradstreifen, Busspuren, Fußgängerüberwegen oder im Kreuzungsbereich ist in Berlin eher Regel als Ausnahme. Für Radfahrende ist das nicht nur ärgerlich, sondern oft gefährlich, weil sie in den fließenden Verkehr ausweichen müssen. An anderen Stellen verspäten sich Busse; Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen können die Straße nicht überqueren.

Niedrige Bußgelder und falsches Ermessen mancher Mitarbeiter des Ordnungsamts und der Polizei führen dazu, dass viele Falschparkende sich nicht von einfachen „Knöllchen“ abschrecken lassen.”

Das muss nicht so sein. Erst ein Abschleppwagen führt zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung. Fahrrad-Aktivist Andreas Schwiede - bei Twitter bekannt unter Polizeibeobachter - beschäftigt sich seit Jahren mit dem Problem zugeparkter Rad- und Gehwege und Busspuren. Er verfügt über umfassende Erfahrungen und rechtliches Fachwissen. Parkverstöße, die andere Verkehrsteilnehmende gefährden, meldet er in Eigeninitiative der Polizei oder dem Ordnungsamt und erreicht in der Regel die Umsetzung der Fahrzeuge. In seinem Vortrag erzählt er von seinen Erfahrungen und gibt praktische Tipps, um selber aktiv zu werden. Gemeinsam wollen wir anschließend Strategien diskutieren, mit denen wir auf das Problem aufmerksam machen und den Druck auf die Politik erhöhen können.

Der ADFC bittet darum, sich zur Veranstaltung auf der Facebook-Seite des ADFC mit dem “Zusagen”-Button anzumelden, da die Teilnehmerzahl bei dem Workshop begrenz ist. Bei Bedarf wird es Folgetermine geben.

Zeit: Donnerstag, 2. Februar 2017 von 19:30 bis 21:00 Uhr
Ort: ADFC Berlin Brunnenstraße 28, 10119 Berlin

ADFC Berlin bei Facebook: Workshop Radstreifen freiräumen
RadZeit 4/2016: Die Stadt als Hindernisparcours
Andreas Schwiede auf Twitter
Autofreies Kreuzberg: Leitfaden zum Räumen von Radwegen

Berliner Radverkehrszählstellen 2016

Montag, 02.01.2017

An sechs der zehn automatischen Radverkehrszählstellen in Berlin wurden im gesamten Jahr 2016 mehr als eine Million Fahrräder gezählt. Spitzenreiter ist die Zählstelle an der Oberbaumbrücke mit 3.368.703 gezählten Rädern. Hier eine Übersicht über die Zahlen aller Zählstellen vom 1. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016  in absteigender Reihenfolge:

1 Oberbaumbrücke 3.368.703 Fahrräder
2 Jannowitzbrücke 2.805.576 Fahrräder
3 Yorkstraße 1.673.246 Fahrräder
4 Monumentenstraße 1.288.240 Fahrräder
5 Invalidenstraße 1.267.409 Fahrräder
6 Paul-und-Paula-Uferweg 1.094.119 Fahrräder
7 Schwedter Straße 738.725 Fahrräder
8 Prinzregentenweg 433.634 Fahrräder
9 Markstraße 341.138 Fahrräder
10 Alberichstraße 177.368 Fahrräder

An welchem Tag waren die meisten Radfahrer in Berlin unterwegs? Das war am Dienstag, dem 7. Juni 2016. An diesem Tag verzeichnete die Hälfte aller Radverkehrszählstellen den stärksten Tag des Jahres. Die Woche vom 6. bis zum 12. Juni war die stärkste Woche des Jahres. Acht von zehn Zählstellen haben in dieser Woche die meisten Radfahrer gezählt. Stärkster Monat war ungewöhnlicherweise der September.

Berliner Verkehrssicherheitsbericht 2016

Donnerstag, 29.12.2016

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat gestern den Verkehrssicherheitsbericht 2016 vorgelegt. Dieser seit 2005 jährlich erscheinende Bericht soll den Fortschritt des Programms “Berlin Sicher Mobil 2020″ dokumentieren. Ziel dieses Programms ist eine Senkung der Verletzten- und Totenzahlen gegenüber 2011 um 30%.

In den Jahren bis 2006 gab es einen stetigen Rückgang der Unfallzahlen. Dieser Trend kehrt sich jedoch seitdem um und die Zahlen steigen wieder. Eine Ursache liegt darin, dass die Anzahl in Berlin zugelassener Kraftfahrzeuge zugenommen hat. Der Zuwachs betrug von 2011 bis Ende 2015 bei Pkw 5,2 %, bei Motorrädern 8,6 %, bei Lkw 20,6 % und lag im Durchschnitt bei 6,4 %. Der generelle Trend spiegelt sich auch in den Zahlen der getöteten Verkehrsteilnehmer. Nach dem absoluten Tiefstand im Jahre 2013 mit 37 Getöteten wurden im vergangenen Jahr  48 Menschen in Berlin im Straßenverkehr getötet.  Das Risiko, im Berliner Straßenverkehr schwer verletzt oder getötet zu werden, hat sich entgegen aller Zielsetzungen seit 15 Jahren nicht nachhaltig verringert.

Radfahrer gehören zu den Hauptrisikogruppen im Straßenverkehr. Radfahrer haben nach den letzten Daten von 2013 einen Anteil von 13% am Modal Split. Der Anteil der Radfahrer unter den Verunglückten der Jahre 2013 bis 2015 macht jedoch 30,2 Prozent aus. Hauptunfallursachen von Radfahrern sind:

  • Benutzung der falschen Fahrbahn“ (880 bis 940 Unfälle pro Jahr)
  • Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (600 bis 690 Unfälle pro Jahr)
  • Nicht angepasste Geschwindigkeit (320 bis 380 Unfälle pro Jahr)
  • Falsches Verhalten gegenüber Fußgängern (210 bis 250 Unfälle pro Jahr).

Hauptunfallursachen gegenüber Radfahrern sind

  • Falsches Verhalten beim Abbiegen (1.400 bis 1.600 Unfälle pro Jahr)
  • Verkehrswidriges Verhalten beim Ein- und Aussteigen (530 bis 630 Unfälle pro Jahr)
  • Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr (390 bis 440 Unfälle pro Jahr)
  • Ungenügender Sicherheitsabstand gegenüber Radfahrern (160 bis 180 Unfälle pro Jahr).

Alle Hauptunfallursachen betreffen Verhaltensweisen von Kraftfahrern. Demgegenüber ist die Unfallursache “Falsches Verhalten von Fußgängern beim Überschreiten der Fahrbahn” mit 160 bis 180 Unfällen pro Jahr recht klein.

Das Risiko von Radfahrern, bei einem Unfall schwer verletzt zu werden, ist für alte Menschen mit rund 25 % weitaus am höchsten. Ältere Menschen (19 %) weisen ebenfalls ein überhöhtes Risiko auf.

Der Verkehrssicherheitsbericht 2016 präsentiert auch Daten zum relativen Unfallrisiko im Vergleich der Stadtbezirke. Um kleinere räumliche Einheiten als die heutigen Bezirke zu betrachten, werden im Bericht die Unfallzahlen auf die “alten” Stadtbezirke vor 2001 heruntergebrochen. Hier eine Übersicht über das Unfallrisiko von Radfahrern in einzelnen Stadtteilen im Drei-Jahres-Mittel 2013 bis 2015 (im unten verlinkten Verkehrssicherheitsbericht auf Seite 30):


Wie ist diese Karte zu lesen? Wenn in ganz Berlin ein Unfallrisiko für Radfahrer von 1,0 besteht, dann haben alle grün markierten Altbezirke ein unterdurchschnitliches Unfallrisiko. Die niedrigsten Werte erreichen Hohenschönhausen, Hellersdorf, Marzahn und Steglitz. Orange und rot markierte Stadtteile haben ein erhöhtes Unfallrisiko für Radfahrer. Hier zeigt sich, dass im Altbezirk Mitte das mit Abstand höchste Unfallrisiko für Radfahrer besteht. Mit einem Wert von 4,4 für die alte Mitte ist das Risiko für Radfahrer hier mehr als vier mal höher als in ganz Berlin. Nach Einschätzung des Verkehrssicherheitsberichts stellt deshalb die Einrichtung der Polizei-Fahrradstaffel “vor diesem Hintergrund eine geeignete und räumlich gut platzierte Maßnahme dar”. Erhöhtes Risiko für Radfahrer besteht auch in den Stadtteilen Friedrichshain, Kreuzberg und Tiergarten.

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: Berliner Verkehrssicherheitsbericht 2016

Heute Mahnwache in der Königin-Elisabeth-Straße

Donnerstag, 08.12.2016

Heute vormittag gab es erneut einen tödlichen Unfall mit einer Radfahrerin in Berlin. Wieder war ein Lastwagen beteiligt. Deshalb wird heute um 18:30 Uhr zu einer Mahnwache an der Unfallstelle Königin-Elisabeth-Straße Ecke Knobelsdorffstraße aufgerufen. Der ADFC Berlin wird bei der Mahnwache ein weißes Geisterrad aufstellen. Der Volksentscheid Fahrrad wird 16 Grablichter aufstellen - für jede und jeden getöteten Radfahrenden eines.

Ein Jahr Volksentscheid Fahrrad

Montag, 21.11.2016

Heute vor einem Jahr trafen sich knapp drei Dutzend Fahrradintressierte in einer alten Brauerei in Kreuzberg zu einem Wochenendworkshop, um Möglichkeiten und Risiken eines “Volksentscheid Fahrrad-Stadt-Berlin” auszuloten, wie es damals noch hieß. Eingeladen dazu hatten Frank Masurat, Schatzmeister des Berliner ADFC, und Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte. Unter den Teilnehmern des Workshops waren Mitglieder von ADFC, VCD, NABU sowie Leute aus der freien Fahrradszene.

Jeder hatte jeweils fünf Ziele mitgebracht, die er oder sie in einer möglichen Fahrradstadt Berlin verwirklicht sehen wollte. Aus dieser langen Liste mit Zielen wurden in dieser Klausurtagung und in den folgenden Tagen die zehn Ziele des Volksentscheids Fahrrad herausgearbeitet. Unter allen Teilnehmern bestand Einigkeit, dass die Zeit reif ist für eine Kampagne für das Fahrrad. Es gab aber auch skeptische Stimmen, ob das Ziel eines Volksentscheids realistisch ist.

In den darauffolgenden Monaten haben sich viele Menschen vom Virus des Fahrradvolksentscheides anstecken lassen und mit unglaublicher, kreativer Energie viele Aktionen durchgeführt, die das Thema breit in der Öffentlichkeit verankert hat. Als dann auch noch die Mitgliederversammlung des ADFC den Volksentscheid gegen den Rat des Vorstandes mit einer breiten Mehrheit unterstützte, entwickelte sich eine Euphorie, die auch heute noch nicht abgeklungen ist.

Ein Jahr später sind Forderungen des Fahrradvolksentscheides Bestandteil des Koalitionsvertrages. Damit ein RadGesetz im kommenden Jahr verabschiedet wird, hat die Initiative eine Fundraising-Kampagne gestartet: Ziel ist, drei Stellen in Vollzeit für sechs Monate sowie die Büromiete zu finanzieren.

Volksentscheid Fahrrad
Volksentscheid Fahrrad Fundraising-Kampagne

R2G-Koalitionsvertrag in Berlin zum Thema Radfahren

Donnerstag, 17.11.2016

Heute hat die künftige Koalition von Sozialdemokraten, Linken und Grünen die Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode von 2016 bis 2021 veröffentlicht. Wir dokumentieren die Passagen des Vertrages, die den Radverkehr betreffen.

Neue Impulse für einen großstadtgerechten Radverkehr

In einem ersten Schritt wird die Koalition bis zum Frühjahr 2017 – unter Berücksichtigung von Zielen des „Volksentscheid Fahrrad“ und der im Koalitionsvertrag genannten Maßnahmen – einen Gesetzentwurf für den Radverkehr vorlegen und einbringen. Dazu wird ein Dialog mit dem „Volksentscheid Fahrrad“ und anderen Mobilitätsinitiativen und Verbänden geführt. Die Koalition will in dieser Wahlperiode massiv in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur und des -netzes investieren sowie die Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigen.

Es wird ein Bündnis für den Radverkehr / Bündnis zur Förderung des Radverkehrs, u. a. mit dem Land, den Bezirken, der Verkehrslenkung Berlin, der BVG und S-Bahn, den Leitungsbetrieben sowie mit weiteren relevanten Akteur*innen bzw. Entscheidungsträger*innen geschaffen. Eine Projektsteuerung soll die von der zuständigen Senatsverwaltung in Auftrag gegebenen gesamtstädtischen Projekte koordinieren, planen und umsetzen und alle relevanten diesbezüglichen Aufgaben übernehmen. Hierfür wird eine landeseigene Velo-GmbH gegründet, die in der Startphase bei der Grün Berlin GmbH angesiedelt werden soll.

Es wird eine Koordinierungsstelle Radverkehr eingerichtet, die für die Kommunikation und Koordination mit der Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene, den Verkehrs- und Leitungsbetrieben, der Projektsteuerung, dem Parlament, den Verbänden und der Öffentlichkeit zuständig ist.

Bei der zuständigen Senatsverwaltung werden mindestens zehn Vollzeitstellen und bei der o. g. Projektsteuerung eine angemessene Zahl an Vollzeitstellen eingerichtet, sowie Personalmittel für durchschnittlich zwei Ingenieursstellen pro Bezirk zur Verfügung gestellt. Die Personalmittel für die Bezirke werden an die Umsetzung von Maßnahmen gekoppelt. Zur Finanzierung werden im Jahr 2018 40 Mio. und ab 2019 jährlich 51 Mio. Euro Mittel in den Landeshaushalt eingestellt, die ausschließlich der Radverkehrsinfrastruktur zugutekommen, und für die langfristige Finanzplanung entsprechend auch Mittelzusagen für die folgende Legislaturperiode getroffen. Nicht ausgeschöpfte Mittel sind in das nächste Haushaltsjahr übertragbar. Die bezirklichen Straßenverkehrsbehörden werden wieder bei der Abteilung Tiefbau in den Straßen- und Grünflächenämtern (SGA) eingegliedert. 2017 werden mindestens 10 Mio. € zusätzlich für die Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur eingestellt.

Radverkehrsinfrastruktur ausbauen

Die Koalition verfolgt die Errichtung von im Regelfall mindestens zwei Meter breiten Radstreifen entlang des Hauptstraßennetzes. Die Streifen sollen so breit sein, dass ein sicheres Überholen möglich ist. Aus Gründen der Mobilitätssicherheit soll abschnittsweise eine physische Trennung des Radverkehrs sowohl vom Auto- als auch vom Fußverkehr erfolgen.

Auf Nebenstraßen will die Koalition ein Netz aus Fahrradstraßen planen und errichten, das mit der restlichen Radverkehrsinfrastruktur verknüpft wird. Die Koalition nimmt zur zügigen Umsetzung die notwendigen Änderungen des Allgemeinen Zuständigkeitsgesetzes (AZG) vor. Und sie erarbeitet einen Leitfaden für die Gestaltung von Fahrradstraßen.

Einbahnstraßen sollen so weit wie möglich in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet werden. Die Koalition bringt den Umbau von Kreuzungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit voran; in den nächsten fünf Jahren sollen die laut Unfallkommission ermittelten gefährlichsten Kreuzungen umgebaut werden. An Baustellen müssen die Bedürfnisse von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen berücksichtigt werden.

Bei den gehwegbegleitenden Radwegen, die in den nächsten Jahren voraussichtlich erhalten bleiben, werden Sichthindernisse vor Kreuzungen beseitigt, damit die Radfahrer*innen im Blickfeld der abbiegenden Autofahrer*innen sind. Die Koalition wird den Bau von Radschnellverbindungen vorantreiben, damit Pendler*innen weitgehend kreuzungsfrei – oder an Knotenpunkten bevorrechtigt – auch größere Distanzen überwinden können. Ziel ist eine Gesamtlänge von 100 km. Die Koalition wird Prioritätsnetze für ÖPNV, Fahrrad und Motorisierten Individualverkehr (MIV) definieren, auf denen das jeweilige Verkehrsmittel Vorrang hat und bevorzugt beschleunigt wird (Grüne Welle).

Die Koalition wird in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode für einen Zeitraum von zwei Jahren ein Pilotprojekt “Grüner Pfeil für Radfahrer*innen” durchführen. In einem klar abgegrenzten, nicht hoch verdichteten Stadtbereich werden Ampelkreuzungen speziell ausgeschildert, um Radfahrer*innen das Abbiegen nach rechts oder das Geradeausfahren an T-Kreuzungen zu ermöglichen. Die Verkehrssituation muss dies trotz Rotampel erlauben.

Die Koalition wird das sichere und bedarfsgerechte Fahrradparken weiter vorantreiben. Dazu werden vermehrt Fahrradbügel aufgestellt und in dicht besiedelten Stadtbereichen auch Kfz-Plätze umgewandelt. In den Außenbezirken werden Bike&Ride-Plätze geschaffen. An den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten, wie z. B. Ostkreuz, Hauptbahnhof, Südkreuz, Zoo oder Gesundbrunnen, werden Fahrradparkhäuser gebaut. Die Koalition startet eine Öffentlichkeits-Kampagne, um die Berliner*innen zu einem Umstieg auf das Fahrrad zu ermuntern. Die Koalition will gemeinsam mit dem Land Brandenburg die schadhaften Stellen des Mauerwegs beseitigen und die Defizite beheben.

Koalitionsvereinbarung zwischen SPD, den Linken und Grünen, Seite 51ff

Bikeshorts auf der Interfilm

Donnerstag, 10.11.2016

Vom 14. bis zum 20. November 2016 werden auf dem 32. Internationalen Kurzfilmfestival “Interfilm Berlin” etwa 600 Filme aus 70 Ländern in 50 Programmen, 6 Wettbewerben, 9 Kinos und 4 Stadtteilen gezeigt. Mit dabei: die sechste Ausgabe der Bike Shorts mit drei Screenings in drei verschiedenen Kinos. Gezeigt werden zweihundert Jahre nach der Erfindung des Fahrrads Filme aus Estland, Spanien, England, Australien, Brasilien, den Niederlanden, Thailand, den USA und aus Deutschland. Sie zeigen, dass das Fahrrad wieder zum Sinnbild von Freiheit geworden ist: Von der Erleichterung nach einer harten, persönlichen Herausforderung, der Freiheit am Stau vorbeizufahren, der Weite unendlich scheinender Landschaften sowie der Chance, durch das Radfahren neue Perspektiven zu entwickeln.

Gezeigt werden die Kurzfilme im:
Il Kino am 16.11 um 20:00 Uhr
Passage 1 am 18.11. um 23:00 Uhr
Roter Salon am 20.11. um 21:00 Uhr

Interfilm
Bikeshorts auf Facebook

3.500 Lidl-Bikes für Berlin

Donnerstag, 03.11.2016

Im kommenden Frühjahr fällt der Startschuss für das vom Senat geförderte Fahrradverleihsystem. Nextbike heißt der neue Anbieter, der mit mindestens 1.750 Leihrädern an mindestens 175 Standorten innerhalb des S-Bahnrings loslegen will. Im Endausbau soll das Nextbike-System auf 5.000 Räder an mehr als 700 Stationen wachsen. Der Senat wird das öffentliche Fahrradverleihsystem mit einem Millionenbetrag jährlich unterstützen.

Das bei der Ausschreibung unterlegene Unternehmen Deutsche Bahn mit seinem Leihradsystem Call a Bike will aber trotz des Wegfalls öffentlicher Förderung weiter in Berlin aktiv bleiben. Dafür hat sich die DB mit dem Discounter Lidl zusammengetan und das Lidl-Bike kreiert. 3.500 der rollenden Litfasssäulen sollen im Frühjahr 2017 zur Verfügung stehen, die die Kunden innerhalb des S-Bahn-Rings, ohne feste Stationen, flexibel ausleihen und zurückgeben können. Bei dem Deal übernimmt die Firma DB Rent den Part des Systembetreibers und betreut die Kunden. Lidl wird der Namensgeber des neuen Fahrradverleihsystems sein und die Farbgestaltung der vollständig neuen Radflotte prägen.

Alle Kunden von Call a Bike sowie der Fahrradverleihsysteme mit weiteren Kooperationspartnern werden auf „Lidl-Bike“ ohne gesonderte Anmeldung zugreifen können. Genauso steht dann auch Lidl-Bike-Kunden die gesamte Call a Bike-Familie deutschlandweit ohne weitere Registrierung zur Verfügung.

Deutsche Bahn: Größtes Fahrradverleihsystem der Deutschen Bahn: 3.500 „LIDL-BIKES“ für Berlin

unterwegs

Mittwoch, 02.11.2016

Berliner Fahrräder aus dem KEIRIN cycle culture café (darunter ein Rad von Nico Bonnano) und Bilder des Künstlers Eici Sonoda zeigt die Ausstellung “unterwegs”, die ab kommenden Sonnabend bis Anfang Januar in der Galerie des Café Kohi gezeigt wird.

Unterwegs mit dem Fahrrad. Das Fahrrad verbindet beide.

Das Keirin ist einer der schönsten Fahrradläden der Stadt. Hier trifft die Fahrrad-Kultur zusammen. Wer Fahrräder liebt, sollte diesen Laden kennen! Neben dem hauseigenen Kaffee “messenger- by passenger” findet man hier immer Inspiration und News rund ums Bike. -bunt und international, since 2004-

Auch der Künstler Eici Sonoda war stets mit dem Fahrrad unterwegs, immer auf der Suche nach dem passenden Motiv. Fahrräder tauchen auch in seinen Ölbildern auf. Sie prägen das Berliner Stadtbild und bilden neben der U+S-Bahn spannende Kompositionen in seinen Bildern.

Zeiten: 7. November 2016 bis 6. Januar 2017
Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 - 17 Uhr
Ausstellungseröffnung am 5. November 2016 ab 20:00 Uhr

Ort: Café Kohi
Rungestr. 20
10179 Berlin
Mitte

Facebook-event

Kopenhagen (19 Mio.), Groningen (85 Mio.) und Berlin (? Mio.)

Freitag, 28.10.2016

Zur Zeit scheinen sich viele Städte zu überbieten in den Anstrengungen für den Radverkehr. In Kopenhagen wurde gerade ein Budget von 19 Millionen Euro für das kommende Haushaltsjahr beschlossen, um die Bedingungen für das Radfahren noch angenehmer zu machen. Mit dem Geld sollen veraltete Radwege ein upgrade erhalten, Schulwege sollen sicherer werden und mehr und bessere Fahrradabstellplätze sollen an Mobilitätsstationen entstehen. Ebenfalls sehr viel will die niederländische Stadt Groningen investieren. In den kommenden fünf Jahren soll für eine Gesamtsumme von 85 Millionen Euro ein Fahrradtunnel gebaut werden, neue Fahrradstraßen angelegt werden, 5.000 zusätzliche Fahrradparkplätze entstehen und die Fahrradhauptrouten sollen im Winter schneefrei gehalten werden.

Und Berlin? Hier muss man die Gespräche zur Regierungsbildung abwarten. Vielleicht können sich die künftigen Koalitionspartner darauf einigen, bereits jetzt ein Schild an der Beusselstraße am Eingang zum Berliner Großmarkt aufzustellen: “Achtung! Radfahrer kreuzen”.

Cycling Industry News: Copenhagen granted near €19 million for cycling upgrades in 2017 budget
ECF: Groningen spending €85,000,000 on cycling

14. Radtote in Berlin im Jahr 2016

Montag, 24.10.2016

Gestern starb eine 32 Jahre alte Radfahrerin in der Beusselstraße, nachdem sie von einem rechtsabbiegenden Lastkraftwagen überfahren worden war. Mit der jungen Frau sind bereits 14 Radfahrer in diesem Jahr auf Berliner Straßen umgekommen. Wir wollen nicht weiter hinnehmen, dass in jedem Jahr mehr Radfahrer zu Tode kommen. Kommt heute um 19:30 Uhr zu einer Mahnwache an der Beusselbrücke, um unserer Trauer Ausdruck zu verleihen und die Politiker in dieser Stadt aufzufordern, endlich wirkungsvolle Maßnahmen zu regreifen, damit das sinnlose Sterben ein Ende hat.

Montag, 24. Oktober 2016 um 19:30 Uhr: Mahnwache an der Beusselbrücke vor dem Eingang zum Berliner Großmarkt

Neuköllner Stickoxid- und Feinstaubwarnsystem

Mittwoch, 19.10.2016

In Berlin sind insgesamt 16  Anlagen an vielbefahrenen Hauptstraßen installiert, um täglich Messungen von Stickoxid und Feinstaub durchzuführen. Die Daten werden am Folgetag vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht. Danach passiert mit den Messwerten nichts mehr, obwohl die Kommune eigentlich verpflichtet ist, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Messergebnisse über den in der EU zulässigen Höchstwerten liegen.

Die “Initiative Fahrradfreundliches Neukölln” will das nicht weiter einfach hinnehmen und hat das mehrsprachige “Neuköllner Stickoxid- und Feinstaub-Warnsystem (NSFW)” ins Netz gestellt. Auf ihrer Seite kann man die dem Wohnort oder dem Arbeitsweg nächstgelegene Messstelle ermitteln und die aktuellen Daten dieser Messstelle auslesen. Neben den aktuellen Werten werden auch die Durchschnittswerte sowie die Tage, an denen die Grenzwerte in den zurückliegenden zwölf Monaten überschritten wurden, dargestellt. Außerdem erhält man automatisch Warnmeldungen per E-Mail, wenn eine Messstation nahe des Wohnortes einen zu hohen Messwert registriert.

“NSFW möchte die Bevölkerung nicht nur informieren, sondern auch zum Protest gegen die dauerhafte Luftverschmutzung aufrufen”, sagt Yvonne Hagenbach vom Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln. “Denn Politik und Verwaltung bleiben trotz der Gesundheitsrisiken der hohen Luftverschmutzung tatenlos”, so Hagenbach weiter. Während beispielsweise in Stuttgart seit Anfang dieses Jahres an besonders schadstoffreichen Tagen Feinstaubalarm ausgelöst werde und die Menschen zum Autoverzicht aufgerufen werden, mache die Berliner Verwaltung nichts.

Initiative Fahrradfreundliches Neukölln
Initiative Fahrradfreundliches Neukölln: Neuköllner Stickoxid- und Feinstaub-Warnsystem

Sonnabend, 8. Oktober: Laden und Werkstatt der Rad-Spannerei geschlossen

Donnerstag, 06.10.2016

Am nächsten Sonnabend bleiben Laden & Werkstatt zu, weil wir das Schmuddelwetter in der Uckermark testen wollen. Montagmorgen geht´s weiter wie immer.

Radverkehr in Berlin im September 2016

Donnerstag, 06.10.2016

Der September 2016 zeigte sich in Berlin mit einer langanhaltenden Hochdruckzone und durchweg hohen Temperaturen. Das Thermometer stieg verlässlich auf über zwanzig Grad, Regen gab es wenig und nur an zwei Tagen in der Mitte des Monats.

Das gute Spätsommerwetter spiegelt sich auch in den Zahlen der automatischen Radverkehrszählstellen. An allen zehn Radfahrerzählstellen zusammengenommen wurden im September 2016 exakt 1.633.863 Radfahrer gezählt. Verglichen mit dem September 2015 (1.346.940 Radfahrer) ist das eine Zunahme um 21,3 %. Dieser Anstieg führte dazu, dass an sieben der zehn Radzählstellen der September 2016 der Rekordmonat aller gemessenen Monate ist. Auf der Oberbaumbrücke wurden zum Beispiel im vergangenen Monat 414.804 Menschen auf Fahrrädern registriert, ein Jahr zuvor waren es noch 332.155 Radfahrer. Das ist umso bemerkenswerter, als normalerweise in den Monaten Juni, Juli und August die stärksten Radverkehrsmengen gezählt werden.

Kombiniert man die objektiven Zahlen der Zählstellen mit den Ergebnissen der händischen Radverkehrszählungen, die in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt wurden, dann ergibt sich daraus, dass der Radverkehr in Berlin im September 2016 sein stärkstes Volumen seit Anfang der sechziger Jahre hatte.


Entwicklung des Fahrradverkehrs in Berlin von 1951 bis 2015

Größere und lesbare Version dieser Grafik bei: Fahrradverkehr-Pegelzählungen Berlin Jahresbericht 2015, Seite 3 (pdf-Dokument)

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Automatische Dauerzählstellen für den Radverkehr in Berlin

Fahrradklimatest Nummer sieben

Donnerstag, 22.09.2016

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wird in diesem Jahr zum siebten Mal durchgeführt. Zuletzt waren Deutschlands Radfahrer vor zwei Jahren aufgefordert worden, das Fahrradklima in ihrer Stadt zu bewerten. Mehr als hunderttausend Menschen nahmen am Test teil und vergaben teils gute, teils schlechte Noten. Die 3.814 Berliner Radfahrer bewerteten ihre Stadt mit einer Gesamtnote von 4,1 negativ, in der Rangfolge der Städte größer als 200.000 kam Berlin auf Platz 30 von 39 Städten.

Nun also wieder die Frage, ob Berlin ein Herz für Radler hat. Meine Selbstbefragung, was sich in den letzten zwei Jahren in Berlin verändert hat, ergab folgende Punkte:

Neue Fahrradstraßen? Keine.
Neue Fahrradwege? Radweg Berlin-Leipzig zwischen Gleisdreieck und Südkreuz.
Neue Abstellanlagen?`Geht schleppend voran, aber immerhin voran.
Neue Straßenmalerei? Vielleicht 10 Kilometer?
Beseitigte Unfallschwerpunkte? Moritzplatz?
Oberflächenqualität der Radwege? Unverändert schlecht.
Fahrradklima zwischen Verkehrsteilnehmern? Schlechter geworden
Neue Fahrradwegweisungen? Gefühlt relativ viele.

Insgesamt würde ich Berlin wieder die gleiche Note wie vor zwei Jahren geben. Bisher haben 879 Berliner Teilnehmer ihre Stimme abgegeben. Deshalb ran an die Tasten, dauert nur zehn Minuten und tut nicht weh! Die Abstimmung ist noch bis zum 30. November offen.

Fahrradklimatest

Ergebnisse der automatischen Radzählstellen in Berlin sind jetzt tagesaktuell abrufbar

Mittwoch, 21.09.2016

Ab heute veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Daten der zehn automatischen Radverkehrszählstellen zeitnah. Das heißt, dass die Ergebnisse einen Tag nach der Messung tage-, wochen oder monatsweise online abrufbar sind.

In den vergangenen Jahren hatte der Senat damit begonnen, automatische Radverkehrszählstellen zu installieren. Sie sollen die händischen Radverkehrszählungen ersetzen, die 20 Jahre an acht Stellen in der Stadt einmal im Monat durchgeführt wurden. Damit die Daten der manuellen Zählungen vergleichbar waren, wurden sie in einem recht komplizierten Verfahren wettermäßig angepasst. Je nachdem, ob es am Zähltag zu warm oder zu kalt war, nasser oder trockener als statistisch erwartbar, wurden die echten Daten mit einem Wetteraufschlag oder -abschlag versehen. Diese statistischen Kunstgriffe fallen durch die kontinuierliche Zählung an automatischen Zählstellen weg. Jetzt kann man einen Tag später wirklich feststellen, ob und wie sehr ein verregneter Tag die Radfahrer dazu bringt, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen.

Die Daten der automatischen Zählstellen liegen für 265 Tage vor, das ist die Zeit zwischen dem 1. Januar 2016 und gestern. Damit ist es noch nicht möglich, Vergleiche zu den Vorjahren zu ziehen, aber mit jedem Tag wird das Datenmaterial reicher und aussagekräftiger. Hier die Rangliste der Fahrradzählstellen mit den kumulierten Radfahrerzahlen seit Anfang 2016:

Auf der Oberbaumbrücke fuhren seit Jahresbeginn  2.598.010 Radfahrer, das sind 9.841 Radfahrer durchschnittlich. Gestern waren es 13.770.

Zusätzlich zu den schon arbeitenden zehn Radzählstellen sollen bis Ende des Jahres folgende weitere Zählstellen in Betrieb gehen:

Mariendorfer Damm (Tempelhof-Schöneberg)
Maybachufer (Neukölln)
Berliner Straße (Pankow)
Frankfurter Allee (Friedrichshain-Kreuzberg)
Klosterstraße (Spandau)
Breitenbachplatz Steglitz-Zehlendorf
Kaisersteg (Treptow-Köpenick)

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Automatische Dauerzählstellen für den Radverkehr in Berlin

Lastenrad gestohlen

Montag, 12.09.2016

Stolen! Samstag gegen 18.30 Uhr in Alt-Treptow (Kiefholzstraße/Wildenbruchstraße) und von dort in Richtung Kreuzberg/Neukölln gefahren: Ein brandneues Winther Kangaroo Luxe mit E-Antrieb - wahrscheinlich das einzige Modell in ganz Berlin. Rahmennummer: WAYA 3642K - steht auch gut sichtbar vorne auf einem Nummernschild. Wer es sieht oder gefunden hat bitte bei Arne melden: 0178 / 2843743

Großes Foto des Lastenrades

Radverkehrszählung in Berlin bereits vor achtzig Jahren

Dienstag, 16.08.2016

Radverkehrszählungen scheinen in Berlin ein recht alter Hut zu sein. Der Twitterer Museum Radverkehr hat diese Grafik aufgetan, die die Ergebnisse der Radverkehrszählung 1936/1937 visualisiert. Gezählt wurde in der Zeit zwischen dem 1. April 1936 und dem 30. September 1937 der gesamte Radfahrverkehr in beiden Richtungen zwischen 6:00 und 20:00 Uhr. Die zwölf Zählpunkte befanden sich kreisförmig um das Zentrum etwa auf der Höhe des Berliner S-Bahn-Rings. Leider enthält die handschriftlich erstellte Grafik keine aussagekräfigen Zahlenwerte. Lediglich der Vergleichsbalken, der Werte bis 12.000 Radfahrer (pro Tag) abbildet, lässt vermuten, dass die gezählten Radfahrer an manchen Messpunkten werktäglich zwischen 15 und 20.000 Radfahrern liegen, zum Beispiel an der Hauptstraße in Schöneberg.

Grafik Radverkehrszählungen 1936/1937 im Original

Presseschau zum ADFC-Vorschlag für Radschnellwege in Berlin

Dienstag, 16.08.2016

Die gestrige Vorstellung geeigneter Strecken für Radschnellwege in Berlin hat ein reges Presseecho gefunden. Eine kleine Auswahl:

Morgenpost: Grüne fordern Ausbau der Fahrrad-Schnellwege in Berlin 
Berliner Zeitung: Berlin bekommt schnelle Radwege - aber erst ab 2019 
Berliner Zeitung: Grafik aller vorgeschlagenen Radschnellwege 
Morgenpost: Zwölf Radschnellwege für Berlin gesucht 
taz: Warum nicht nah am Wasser bauen?
RBB24: Expressradeln in die Mitte Berlins 
Berliner Kurier: Pendeln per Pedal So wird Berlin zum Rad-Paradies 
Tagesspiegel: Radschnellweg wird Stammbahn wiederbeleben (Beitrag der CDU-Mitglieder Wellmann, Heilmann und Escher)
Tagesspiegel: Berlin sucht den Super-Radweg 

ADFC präsentiert Vorschläge für Berliner Radschnellwege

Montag, 15.08.2016

Vor einigen Wochen hatte der Berliner ADFC alle aufgerufen, geeignete Radschnellrouten für Berlin zu finden. Die potentiellen Schnellwege sollten eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Sie sollten mindestens vier Meter breit und fünf Kilometer lang sein, wenig Kreuzungen, wenig enge Kurven und wenig starke Steigungen haben. Einsendeschluss für den Ideenwettbewerb war der erste 1. Juli 2016. Heute hat der ADFC das Ergebnis des Wettbewerbs präsentiert und stellt es zur Diskussion. Eingereicht haben neun Personen oder Gruppen insgesamt 15 Vorschläge für Radschnellwege.

Es fällt auf, dass viele Schnellwege in der Mitte Berlins starten und entlang dicht bebauter Gebiete radial nach außen führen. Ein Schnellweg dieses Typs ist der Panke-Trail, der den ersten Preis des ADFC erhalten hat. Der Panke-Trail beginnt an der Bernauer Straße am Südende des Mauerparks und folgt auf den ersten beiden Kilometern dem Mauerradweg nach Norden. Das ekelhafte Kopfsteinpflaster im Mauerpark soll im Zuge des Ausbaus des Mauerparks umfahren werden. Nördlich der Bornholmer Straße verlässt der Panke-Trail den Mauerradweg und führt konsequent entlang der S-Bahn der Stettiner Bahn bis nach Buch. Die gesamte Strecke ist 13,3 Kilometer lang, verbindet die Ortsteile Buch, Karow, Blankenburg, Heinersdorf sowie Französisch-Buchholz mit Pankow und dem Bezirk Mitte. Da der vorgeschlagene Radschnellweg fast kreuzungsfrei und schnurgerade ist, wird mit einer Reisezeit von einer knappen Stunde zwischen Buch und dem Berliner Zentrum gerechnet.

Panke-Trail bei GPSies

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln griff mit seinem Vorschlag Radschnellweg Neukölln den zweiten Preis ab. Die 15,38 km des Neuköllner Vorschlags bestehen aus zwei Strecken. Die erste Strecke verbindet den Lausitzer Platz über Görlitzer Park mit dem Hafen Britz und mündet dann in den Radweg am Teltowkanal, sodass man nahezu kreuzungsfrei von Adlershof/Rudow nach Kreuzberg kommt. Nach Einschätzung des ADEFC ist die zu erwartende Nachfrage nach dieser Verbindung gut. Nicht ganz so gut weg kommt der zweite Pfad des Vorschlags. Er folgt ab der Neuköllnischen Allee dem S-Bahnring und führt bis zum Tempelhofer Damm.

Radschnellweg Neukölln bei GPSies

Dritter Preis: Radschnellweg Nord. So wie der erste Preis nach Nordosten und der zweite Preis nach Südosten aus der Stadt herausführen, so führt der dritte Preis radial nach Nordosten und zwar parallel zur S1 von Wilhelmsruh nach Frohnau. Nach Aussage der Jury ist der Aufwand für diese attraktive 6,5 Kilometer lange Verbindung allerdings nicht unerheblich. Sechs Brücken sind zwar vorhanden, sechs weitere aber müssten neu gebaut werden.

Die Jury des ADFC vergab einen weiteren Sonderpreis für eine interessante Version von Radschnellwegen. Henry de Vries schlägt gleich ein ganzes Netz von Fahrradschnellwegen auf breiten Magistralen vor, die das Westend mit Friedrichsfelde, Weißensee mit Friedenau und das Afrikanische Viertel mit dem Böhmischen Dorf in Neukölln verbinden.

Sonderpreis: Radschnellwegnetz in Mittellage

Das so entstandene Netz hätte eine Gesamtlänge von 18 Kilometern und würde auf sehr breiten Straßen grundsätzlich in Mittellage geführt werden. Einschätzung der Jury: “Näher beschrieben ist insbesondere die Route von Westend nach Friedrichsfelde. Die Ost-West-Achse vom Theoder-Heuss-Platz bis zum Kleinen Stern/Bellevueallee ist der Abchnitt, der vom Verfasser näher betrachtet wurde. Unter Bezug auf den historischen Querschnitt bis 1936 wird für Kaiserdamm und Bismarckstraße ein Vorschlag für eine Radschnellroute in Mittellage gemacht. Vorteil einer Route in Mittellage ist die geringe Anzahl an einmündenden Straßen. Zu prüfen wäre die Möglichkeit, die Zahl der Kreuzungen zu reduzieren und teilweise durch U-Turns zu ersetzen.”

Neben den mit Preisen bedachten Vorschlägen für Radschnellwege durch Berlin gab es eine ganze Reihe von weiteren interessanten Vorschlägen. Ein Vorschlag verbindet das Charlottenburger Tor mit Neukölln durch einen Radweg im Landwehrkanal. Richtig gelesen, der Radweg soll im und nicht neben dem Landwehrkanal entstehen. Realisiert werden soll das durch Teilverfüllung des Kanals sowie durch eine Führung auf Stegen knapp oberhalb des Wasserspiegels.

Radschnellweg im Landwehrkanal

Der Wettbewerb hat gezeigt, dass es eine Fülle von Möglichkeiten gibt, Radschnellrouten durch Berlin zu führen, die den Radverkehr in dieser Stadt auf eine neue Stufe heben würde.

ADFC: Ideenwettbewerb Deine Radschnellroute
ADFC: Übersichtskarte und alle Jurybewertungen (Ordner mit pdf-Dokumenten)

Sit-in vor der CM

Freitag, 29.07.2016

Für heute Abend ruft eine neu gegründete Bürgerinitiative Oranienstraße zu einem kurzen Sit-in vor Beginn der Critcal Mass ein. Grund ist die Untätigkeit und Unfähigkeit des Senats in der„Radfahrerhölle Oranienstraße“. Die Oranienstraße war im Online-Dialog des Senats zur Radverkehrssicherheit im Jahr 2013 denkbar schlecht abgeschnitten und wurde in die Top-5-Gefährdungsstellen von Berlin gewählt. Nicht nur die Sicherheit ist hier gefährdet, auch die Pünktlichkeit der BVG leidet massiv unter Zweite-Reihe-Parkern. Der Volksentscheid Fahrrad unterstützt mit dem Sit-in die BI Oranienstraße, die Radwege und Tempo 30 fordert. Das Sit-in soll ab 19:30 Uhr in der Oranienstraße vor dem Fahrradladen Zentralrad (O-Straße 21) zwischen der Adalbertstraße und dem Heinrichplatz stattfinden und um 20:15 Uhr beendet sein, rechtzeitig, bevor die übliche Freitags-CM um 20:00 Uhr auf dem Heinrichplatz startet.

Initiative Volksentscheid
Initiative Volksentscheid Fahrrad: Aufruf zum Sit-in

Art Spin Berlin 2016

Donnerstag, 28.07.2016

Am Freitag, dem 5. August 2016 bietet Art Spin Berlin die dritte Fahrradtour zu zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum. Bereits in den beiden vergangenen Jahren hatte Art Spin Hunderte von Radfahrern auf den Radtouren durch Lichtenberg und durch den Berliner Südosten begeistert. In diesem Jahr führt die Kunsttour auf Fahrrädern vom Invalidenpark nahe des Hauptbahnhofs über 13 Kilometer Richtung Wedding und Moabit. Enden wird die Tour im “Zentrum für Kunst und Urbanistik” auf dem Gelände des des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit.

Mit dabei wird das Berlin Bicycle Bell Orchestra sein. Das Orchester soll den Queen-Hit “Bicycle Race” auf der Fahrradtour spielen. Dafür werden noch Mitspieler mit Fahrrad und ausdruckstarker Fahrradglocke gesucht. Diie Generalproben für das Fahrradorchester finden einen Tag und zwei Stunden vor dem Event auf dem Invalidenpark statt. Weitere Infos dazu auf der Facebook-Seite von Art Spin Berlin. Ebenfalls dabei auf der Art Spin Tour ist wie in den letzten Jahren Musik von der Klara Geist Sound Factory.

Art Spin Berlin ist für alle offen, unabhängig von der eigenen Fitness oder Kunstkenntnis. Die Teilnehme ist spendenbasiert, der empfohlene Beitrag liegt bei 8,50 €.

Zeit: Freitag, 5. August 2016 ab 18:00 Uhr
Ort: Invalidenpark an der Invalidenstraße

Art Spin Berlin

CycleHack Berlin

Montag, 27.06.2016

Die CycleHack-Bewegung entstand vor zwei Jahren in Glasgow, als sich einige Leute trafen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, die das Radfahren für alle leichter machen sollen. Heute ist daraus ein CycleHack-Wochenende an 38 Orten auf mehreren Kontinenten geworden. Auch in Berlin gab es von Freitag bis Sonntag eine CycleHack-Premiere in der offenen Werkstatt FabLab auf dem Bötzow-Brauerei-Gelände.

Aus einer Vielzahl von Projektvorschlägen wählten die Teilnehmer fünf Aufgaben, um sich mit ihnen 48 Stunden zu beschäftigen. Eines der Projekte hieß “Dekoboko”, das japanische Wort für “uneben”. Aufgabe war, die Fahrbahnbeschaffenheit der Fahrradinfrastruktur zu messen und zu dokumentieren.

Mit dem Oberrohr eines Fahrrads wurde ein Beschleunigungssensor fest verbunden, der die Erschütterungen beim Radfahren maß und sie auf einer Karte verortete. Der am Wochenende gebaute Prototyp wurde rund um den Veranstaltungsort getestet. Die nächste Grafik zeigt die protokollierten Testfahrten im Kollwitzkiez zwischen den Magistralen Prenzlauer Allee rechts Richtung Nordosten und der Schönhauser Allee links Richtung Norden, am unteren Bildrand befindet sich die Torstraße.

Eine ebene Fahrbahn wird grün markiert, je heftiger die Erschütterungen sind, desto röter werden die Messpunkte. Die Kopfsteinpflasterstraßen (Straßburger Straße, Kolmarer Straße, Rykestraße) sind tiefrot markiert, hellgrüne Punkte in der Wörther Straße, der Choriner, der Schwedter und der Torstraße zeigen eine erschütterungsfreie Fahrbahn an.

Andere Projektgruppen des Berliner CycleHacks bauten eine mobile Fahrradzählanlage mithilfe eines Druckschlauches, programmierten den Chatbot “BerlinBikeBot” für den Messenger Telegram, der Daten von verschieden Seiten abgreift und sie an einer Stelle komprimiert zur Verfügung stellt, konstruierten ein “Smart Dynamo”, der über die Frequenz des Nabendynamos eine Geschwindigkeitsmessung erlaubt, analysierten Unfalldaten aus offenen Senatsquellen, um die Unfallhäufigkeit auf einzelnen Straßen im Zeitverlauf darzustellen. Eine letzte Gruppe zeigte, wie man aus einem Fahrrad in Minutenschnelle ein Windrad bauen kann. Alle diese Projekte zeigen, dass CycleHack Berlin seinem Motto “48 Stunden voller neuer Ideen für die Fahrradstadt Berlin.” gerecht wurde.

CycleHack weltweit
CycleHack Berlin
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Grüne bringen Radentscheid-Gesetzentwurf ins Abgeordnetenhaus ein

Mittwoch, 22.06.2016

Die grüne Fraktion im Abgeordnetenhaus macht sich den Volksentscheid zu eigen und hat gestern in einem dringlichen Antrag das  ”Gesetz zur Förderung des Radverkehrs in Berlin (RadG)” ohne Veränderungen im Abgeordnetenhaus eingebracht. Der von Pop, Kapek und Gelbhaar unterschriebene Antrag wird nun wohl schon vor der Auflösung des Abgeordnetenhauses diskutiert und darüber abgestimmt.

Stefan Gelbhaar, Sprecher für Verkehrspolitik, begründet die Einbringung des Gesetzesentwurfs so: “Berlin muss Fahrradhauptstadt werden. Darum haben wir, die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Berlin, den Gesetzesentwurf des Volksentscheides Radverkehr ins Berliner Abgeordnetenhaus eingebracht.

Wir teilen die Ziele der InitiatorInnen des Radentscheides, denn besserer Radverkehr bedeutet mehr Sicherheit, größere Schnelligkeit und Komfort für alle VerkehrsteilnehmerInnen in Berlin. Insbesondere die gerechtere und sicherere Aufteilung des Straßenraums löst Konflikte zwischen Autos, Rädern und dem Fußverkehr. Das hilft allen und ist die Basis für moderne Mobilität, die ermöglicht, dass alle BerlinerInnen sicher von A nach B kommen.

Die Einbringung ist dringend geboten, um eine parlamentarische Befassung des Gesetzesentwurfes zu ermöglichen. Wir laden die anderen Fraktionen ein, sich gerne der Initiative anzuschließen.”

Grüne Fraktion Berlin: Dringlicher Antrag zum Radverkehrsgesetz (RadG) (pdf-Dokument)
Grüne Fraktion Berlin: Grüne bringen Radentscheid-gesetzentwurf ein
Volksentscheid Fahrrad

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