Freitag, 31. Juli: Critical Mass

Mittwoch, 29.07.2015

Die Juli-CM war in den vergangenen Jahren immer ein wenig schwächer als die Critical Mass des Vormonats, im Juli ist eben eine Ferien-CM. Dafür lässt es sich besonders entspannt fahren. Los geht es am Freitag wie immer von den beiden Kreuzberger Treffpunkten Heinrichplatz und Mariannenplatz. Anders als im Vorjahr scheint an diesem Freitag das Wetter mitzuspielen.

Bereits vor der Critical Mass laden die Berliner Cargo Bike Fans zum Chillen und Grillen auf dem Tempelhofer Feld ein. Danach geht es in einer fetten Lastenfahrradparade zur Critical Mass am Heinrichplatz.

Cargo Bike Fans Berlin bei Facebook

Natürlich werden auch wieder mitRadgelegenheiten zur CM angeboten. Aus allen Himmelsrichtungen kann man sich an mehr einem Dutzend Treffpunkten anderen auf dem Weg nach Kreuzberg anschließen und schon mal den CM-Modus üben.

mitRADgelegenheit bei Facebook

Satteltiere

Dienstag, 28.07.2015

Seit Mitte Juni pimpt ein Unbekannter in Utrecht in den Niederlanden fremde Fahrradsättel mit Augen auf, fotografiert sie und stellt die Bilder im Twitter-Account Zadeltier (deutsch: Satteltier) ins Netz. Die Sättel blicken nun munter in die Welt, mal staunend mit kugelrunden Augen, mal fremd mit Raubtierblick. Zadeldier schwört, dass sich die Augen rückstandsfrei wieder entfernen lassen, aber viele (unfreiwillige) Besitzer von Sätteln mit Augen lassen sie einfach dran.

Satteltiere

Zadeldier bei Twitter
Vogelfrije Fietser: Mysterieuze zadeldieren in Utrecht

Zusatzzeichen „E-Bikes frei“ kommt

Montag, 27.07.2015

Noch in dieser Legislaturperiode plant die Bundesregierung die Einführung eines Zusatzzeichens „E-Bikes frei“. In der Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen heißt es “Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird den zuständigen Straßenverkehrsbehörden durch eine Änderung der StVO die Freigabe von Radwegen für E-Bikes durch Einführung eines Zusatzzeichens „E-Bikes frei“ ermöglichen.”

Darüber hinaus soll eine Ergänzung des § 2 Absatz 4 Satz 6 StVO um E-Bikes erfolgen. Zur Zeit heißt Satz 6 so: “Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit Mofas Radwege benutzen.”

In Zukunft soll es ebenfalls legal, sein, auf dem Gehweg fahrende Kinder mit dem Rad zu begleiten: “Ferner soll § 2 Absatz 5 StVO geändert werden, um der Aufsichtsperson künftig die Begleitung junger radfahrender Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehweg zu ermöglichen.”

Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage  – Drucksache 18/5184 –

Sonnabend, 25. Juli: Berliner Fahrradmarkt

Freitag, 24.07.2015

Nach nur drei Terminen hat sich der Berliner Fahrradmarkt jeweils am letzten Sonnabend des Monats etabliert. Der Flohmarkt rund ums Thema Fahrrad, Recycling und urbane Mobilität in der Waldemarstraße in Kreuzberg zieht immer mehr Leute an, die Fahrräder mögen. Hier können Gebrauchtfahrräder von privat an privat verkauft werden, es gibt eine Tauschbörse für Kinderfahrräder, vielleicht repariert dir jemand dein kaputtes Rad gegen Spende oder du nimmst an einem Workshop teil.

Berliner Fahrradmarkt
Zeit: Jeden letzten Sonnabend im Monat ab 9:00 Uhr
Ort: Civili-Park, Waldemarstraße 54, Kreuzberg

Berliner Fahrradstaffel der Polizei kassiert Radfahrer ab

Dienstag, 14.07.2015

Am 16. Juli 2014 schickte die Berliner Polizei die ersten Beamten auf Fahrrädern auf Streife. Nach knapp einem Jahr sieht die Bilanz für die Polizei sehr gut aus.

Auf der Ausgabenseite stehen Kosten in Höhe von 88.000 Euro für Fahrräder, Pedelecs und Bekleidung sowie für die laufenden Kosten (z.B. zusätzliche Winterbekleidung, Übergangsunterwäsche, Fahrradersatzteile).

Auf der Einnahmenseite der Fahrradstaffel stehen die Erlöse durch Verwarn- oder Bußgelder. Gegen Radfahrer wurden 5.474 Verwarnungen ausgesprochen und Bußgelder verhängt. Die Gesamteinnahmen durch Buß- und Verwarnungsgelder gegen Radfahrer belaufen sich auf 328.269,20 Euro, davon allein circa 270.000,00 Euro wegen des Überfahrens von roten Ampeln in etwa 3.200 Fällen. Manch andere Verkehrsverstöße von Radfahrern werden dagegen von der Fahrradstaffel komplett ignoriert. So wurden lediglich zwei Bußgelder wegen des Fahrens auf Radverkehrsanlagen entgegen der Fahrtrichtung ausgesprochen, eine im Januar 2015 und eine weitere im März diesen Jahres.

Zu den Aufgaben der Fahrradstaffel gehört es auch, Kraftfahrer wegen des Haltens oder Parkens in zweiter Reihe, auf Radwegen, Radfahr- oder Schutzstreifen sowie Busspuren zu überwachen. Die Polizei erzielte durch Buß- und Verwarngelder aus diesen Delikten eine Gesamteinnahme von 25.484,17 Euro. Hinzu kommen 6.611,17 Euro aus Verwarnungen gegen Kraftfahrer wegen Fehler beim Abbiegen und 252,77 Euro wegen der Nichtgewährung der Vorfahrt. Somit belaufen sich die Einnahmen gegen Kraftfahrer auf eine Gesamtsumme von 32.348,11 Euro.

Senatsverwaltung für Inneres: Antwort auf die Schriftliche Anfrage Nr. 17/16457 - Bilanz nach einem Jahr Fahrradstaffel Teil 1
Senatsverwaltung für Inneres: Antwort auf die Schriftliche Anfrage Nr. 17/16458 - Bilanz nach einem Jahr Fahrradstaffel Teil 2

Wieso bleiben manche allein fahrenden Fahrräder aufrecht?

Montag, 13.07.2015

Meist geht man davon aus, dass man auf dem Fahrrad nicht umfällt, weil man ständig kleine Lenkbewegungen um den Schwerpunkt durchführt und sich in kleinen Schlangenbewegungen dem Ziel nähert. Aber wieso ist ein allein fahrendes Fahrrad ab einer bestimmten Geschwindigkeit eigenstabil?

Die Antwort: wenn sich ein allein fahrendes Rad leicht nach links neigt, schlägt auch der Lenker ein wenig nach links ein und sorgt dafür, dass die Räder wieder unter den Schwerpunkt des Fahrrads kommen. Der Nachlauf bewirkt, dass der Lenker sich nach links bewegt, wenn das Fahrrad nach links geneigt wird. Wenn der Schwerpunkt des Vorderrades und des Lenkers leicht vor dem Steuerkopfwinkel liegt, sorgt das ebenfalls dafür, dass sich der Lenker nach links bewegt, wenn das Fahrrad nach links kippt. Der gyroskopische Effekt ist eine dritte Kraft mit dem gleichen Effekt und stabilisiert das Fahrrad aufgrund des Trägheitsmoments.

Fahrradlieferdienst TringTring

Dienstag, 07.07.2015

TringTring ist ein Lieferdienst in Amsterdam, wie es ihn dutzendfach in vielen anderen Ländern gibt. Das besondere an TringTring: alle Mahlzeiten, Getränke, Leckereien und Waren werden per Fahrrad innerhalb von 60 Minuten zum Endverbraucher gebracht. Jeder, der in Amsterdam wohnt und ein Fahrrad und ein Smartphone besitzt, kann sich bei TringTring als Nebenerwerbskurier anmelden. Als nebenberuflicher Fahrradkurier kann man eine spezielle App installieren, die einem die gerade zu vergebenden Kurierfahrten zeigt. Pro Auftrag erhält der Kurierfahrer fünf Euro. “Oder mehr”. Laut Fietsen123 haben sich bereits 45 Amsterdamer als Kurier angemeldet. Auf der Facebook-Seite von TringTring werden viele Freizeitkurierfahrer vorgestellt.

Fragt sich lediglich, ob auf diese Weise der Markt für Fahrradkurierdienstleistungen nicht endgültig kannibalisiert wird und die hauptberuflichen Kurierfahrer für noch weniger Geld arbeiten müssen.

TringTring
TringTring bei Facebook
Fietsen123: Bijverdienen als fietskoerier? Maak kennis met TringTring

Fahrradzukunft Ausgabe 20

Mittwoch, 01.07.2015

Seit fast zehn Jahren gibt es die unabhängige Zeitschrift “Fahrradzukunft” schon, die vor einigen Tagen die zwanzigste Ausgabe veröffentlicht hat.

Anja Hänel und Jörg Thiemann-Linden stellen das Shared-Space-Konzept vor und untersuchen es unter dem Blickwinkel der Radfahrer. Eher was für Tech-Profis ist der Beitrag von Stefan Buballa-Jaspersen, der eine spezielle gefederte Reiseradgabel testet. Ausnehmend unterhaltend ist Ralf Stein-Cadenbachs Ausflug in die Geschichte des Fahrradsattels. Ein zweiter Artikel von ihm beschäftigt sich mit der Frage, ob Fahrradsättel Nasen benötigen. Kurzantwort: nein, denn seine heutige, übliche Form mit Nase ist historisch bedingt. Andreas Oehler hat bereits in früheren Ausgaben der Fahrradzukunft Beiträge zu Wirkungsgrad-Messungen an Nabenschaltungen geschrieben, in der jüngsten Ausgabe testet er den Wirkungsgrad des Pinion P1.18 Tretlagergetriebes.

An der FH Lübeck wurde danach geforscht, wie Schwerhörige Fahrradklingeln wahrnehmen. Olaf Schultz fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zum Schluss, dass eigentlich die StVZO geändert werden müsste, denn in ihr wird eine “helltönende Glocke” gefordert, die von Schwerhörigen nicht optimal wahrgenommen wird.

Der letzte Beitrag ist ein Nachdruck aus dem lesenswerten Blog von Tobias Kröll: “Erinnerung: Flüchtlingsgeschichten, verbotenes Radfahren und Anne Frank”

Fahrradzukunft