Radfahrerin fährt gegen geöffnete Autotür und erleidet Schädelbruch

“In Tempelhof stürzte gestern Abend eine Radfahrerin so schwer, dass sie einen Schädelbruch erlitt und derzeit in einem Krankenhaus behandelt werden muss. Die 47-Jährige fuhr gegen 18.45 Uhr mit ihrem Fahrrad im Wolffring. Ein 38-Jähriger, der die Frau scheinbar nicht bemerkt hatte, öffnete plötzlich die Fahrertür seines parkenden Autos um auszusteigen. Die Radfahrerin prallte gegen die Tür, stürzte und blieb zunächst bewusstlos auf der Fahrbahn liegen. Alarmierte Rettungskräfte der Feuerwehr brachten die Schwerverletzte in ein Krankenhaus.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2627 vom 15.10.2013 - 08:30 Uhr

Aus der Pressemeldung der Polizei geht nicht hervor, an welcher Stelle im Wolffring sich der Unfall ereignete. Die Tempo-30-Straße ist teilweise so eng geschnitten, dass nur Platz bleibt für ein Fahrrad oder ein Kraftfahrzeug. Berlinradler zu diesem Unfall in einem Tagesspiegel-Kommentar: “Fahren Radfahrer zu weit rechts, werden sie ständig knapp überholt werden. Fahren sie weiter links, werden sie Autofahrer gegen sich aufbringen, die meinen, es sei “genug” Platz da.

Und Autofahrer stehen vor der Wahl, hinter den Radfahrern herzufahren, obwohl da noch einige Zentimeter Platz sind, oder regelwidrig zu überholen. In solchen Situationen entscheidet sich eine Mehrheit für letzteres.

Wer als Radfahrer also “zu weit” links fährt, verursacht Ärger bei den nachfolgenden Kfz, wer zu weit rechts fährt, geht die Gefahr solcher Unfälle wie dem hier beschriebenen ein.”

Ein Mittel gegen Unfälle dieser Art wären Markierungen auf der Straße, die Radfahrer dazu motivieren, mittig auf der Straße zu fahren.

Tagesspiegel: Radfahrerin prallt gegen geöffnete Autotür

54 Kommentare zu “Radfahrerin fährt gegen geöffnete Autotür und erleidet Schädelbruch”

  1. Nebsler schreibt:

    “Ein Mittel gegen Unfälle dieser Art wären Markierungen auf der Straße, die Radfahrer dazu motivieren, mittig auf der Straße zu fahren.” … drei mal rot unterstreich!!

    Bzw. entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, sonst denken einige Blechkistler wieder, dass sich Radler da wo keine Markierungen vorhanden sind gefälligst in den Rinnstein zu verpissen hätten.

  2. Jeremy schreibt:

    Schutzstreifen Mindestmaß 1,25m
    Sicherheitsraum zu Längsparkständen, 0,25m

    Insgesamt: 1,50m

    Quelle: ERA2010, Seite 16

    Breite voll geöffnete Fahrzeugtür: 0,80m (viertürige Kleinwagen)-1,50m (zweitürige Coupés, LKW)

  3. Daniel schreibt:

    Tja, und wegen des schleswig-holsteinischen Gerichtsurteils bekommt sie jetzt wahrscheinlich noch ein Mitschuld. Eine Schande!!!

  4. Quirinus schreibt:

    Ich hoffe, es geht der Frau bald besser. Alles Gute!
    Und was geparkte Autos angeht: Mittlerweile fahre ich lieber an den sogenannten Senkrechtparkern vorbei, denn da sehe ich wenigstens am Rückfahrlicht ob ich aufpassen soll.

  5. siggi schreibt:

    Quirinus schreibt:
    Dienstag, 15.10.2013 um 20:59

    Mittlerweile fahre ich lieber an den sogenannten Senkrechtparkern vorbei, denn da sehe ich wenigstens am Rückfahrlicht ob ich aufpassen soll.

    Dann pass aber auf, dass es kein Audi Kombi ist. Der hat so eine automatisch öffnende Kofferraumklappe.
    Wäre mir mal fast zum Verhängnis geworden.

  6. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Die Frau ist zu bedauern. Aber.
    Zu rechts parkenden oder wartenden Kraftfahrzeugen ist als Radler ein Seitenabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten, das gilt immer, dabei ist völlig egal was da für Fahrbahnmarkierungen aufgemalt sein mögen. Hallo, zum mitschreiben: nicht höchstens, sondern MinDesTens! Mindestens bedeutet: etwas mehr ginge durchaus auch. 1,5 Meter, das ist recht genau die Gesamtlänge eines herkömmlichen Fahrrades, man denke sich als Seitenabstand also ein komplettes Fahrrad quer auf der Fahrbahn, gerechnet ab dem rechten Lenkergriff des vorbeifahrenden Fahrrades (und nicht etwa ab dessen Mitte) bis zum linken Außenspiegel des Blechkillers.
    Hinzu kommt daß ein ein Fahrrad überholendes Kfz wiederum mindestens 1,5m Seitenabstand einhalten muß. Ein Fahrrad ist physisch 0,5m breit (na gut, Messengerfixies natürlich nur 0,18m). De jure ist die Breite eines Fahrrades also mit 3,5m anzusetzen – und zwar doppel-mindestens.
    Nun ein Tip zur Freizeitgestaltung: man probiere das in der Praxis. (Ich habe viel Zeit, ich mache das regelmäßig.) So entsteht eine Umweltzone.
    Von hinten kommen dann des öfteren benzinverballernde Zeitgenossen heran. Sehr häufig hupen sie dann. Nun ist ja bekannt, daß innerorts nur bei unmittelbarer Gefahr gehupt werden darf und da ich niemandem ungeprüft ein Fehlverhalten unterstelle, bremse ich aufgrund der anscheinend gegebenen Gefahr natürlich ab, um mir erstmal Klarheit über die Verkehrslage zu verschaffen, denn vielleicht habe ich ja etwas übersehen? Da für mich dann aber keine Gefahr, vor der der Mensch hinter mir mich gewarnt hat, ersichtlich ist, stelle ich mein Fahrrad ab wo es gerade zum stehen kam und gehe den Karossenlenker mal freundlich fragen. Meistens beginnt der jedoch dann schon das Gespräch: Ja wieso fährst du Idiot denn nicht!? Als sehr hilfreich hat sich konsequentes Siezen, ruhige Satzmelodie und unbedingter Verzicht auf Beleidigungen erwiesen. Bis alle Sachfragen geklärt sind kann sich die Unterhaltung natürlich ein wenig hinziehen und tut es auch, denn da steht ja ein Fahrrad vorm Kühler…
    Ein Detail zur Ausrüstung: Autohupen sind sehr laut, und niemand muß sich bei der Verkehrsteilnahme das Gehör ruinieren lassen: körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht und schlägt also in der Rechtsgüterkonkurrenz ohnehin die eventuell andersmeinenden Regeln der StVO. Ich trage im innerstädtischen Verkehr demnach meistens leichten Gehörschutz (Empfehlung: Peltor Bull’s Eye 1 mit Faltbügel) Man kann damit ohne weiteres noch einer Unterhaltung mit Polizeibeamten folgen, es wird lediglich der Krawall auf ein erträgliches Maß gebracht. S-Klassen haben eine Schallschutzverglasung, das ist ganz genauso legal. Sehr inspirierend ist übrigens das Buch “Recht für Radfahrer”.

  7. Ulrike schreibt:

    Wirklich übel. Ich hoffe auf vollständige Genesung der Radlerin. Abgesehen davon bin ich gespannt, ob sie ebenfalls eine Mitschuld bekommt. Ist ja fast zu befürchten…
    Ich halte zu allen parkenden Autos mittlerweile großzügigen Abstand, egal ob sie in Längs- oder Querrichtung parken. Und mache “natürlich” die Erfahrung, von Blechkistenkutschern knappest überholt zu werden. Ist unangenehm, aber besser als ‘ne Autotür vor den Kopf/auf die Schulter.

  8. berlinradler schreibt:

    @Currywurst, bei Opferkritik sollte man immer auch daran denken, dass man selbst Fehler macht. Die macht jeder, in allen Lebensbereichen - auch im Straßenverkehr. Unfälle kann man natürlich zum Lernen nutzen - wenn etwas häufig geschieht, und das ist bei Dooring wohl der Fall - sollte man also über Strategien nachdenken.

    Du schreibst, dass Du in solchen Straßen so weit links fährst, dass Dich keiner mehr überholen kann. Das ist richtig und sicher. Dass man dabei aber damit leben muss, ständig angefeindet zu werden, finde ich nicht erstrebenswert. Mein Ansinnen bei der Fortbewegung von A nach B ist nicht, andere Leute zu erziehen, sondern sicher, stressfrei und möglichst komfortabel voranzukommen.

  9. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Berlinradler, wenns wie Opferkritik klingt ist das mitnichten was ich beabsichtige. Die Frau wurde vermutlich so lange von motorisierten Menschmaschinen bedrängt bis sie sich um dem zu entgehen sich in die Gefahrenzone der Autotüren “flüchtete” und so erst recht tragisch zum Opfer wurde. Faktisch hat man “kaum” mehr als die Wahl zwischen Pest oder Cholera, wie Du ganz richtig im Tagesspiegel schreibst. Eine Teilschuld wird ihr von der Autostaatsjustiz aber dennoch zuerkannt werden können, schätze ich, ohne das im geringsten gutzuheißen. Mir geht es um das besagte Kaum. Für das was ich mit der Choreografie der beschriebenen Szene aufzeigen will, einen dritten Weg nämlich, setze ich auf größtmögliche Anschaulichkeit, gehe also in Richtung einer scheinbaren Übertreibung. Viele Leute werden diese Rechtsauslegung erstmal befremdlich finden, ich möchte aber doch darauf hinweisen wie pervers der Krieg, den der Straßenverkehr darstellt, ist; daß man sich als ein Nichtmotorisierter in einem stetigen Geschoßhagel aufhält: aus sämtlichen Richtungen prasselt Blechmantelmunition, Kaliber 1850 Millimeter, Mündungsgeschwindigkeit 67km/h, Geschoßenergie 30 Megajoule (die Großkaliberpistole Magnum kommt auf lediglich 0,8 MJ). Was der Kraftverkehr da macht heißt beim Militär Sperrfeuerschießen. (die Wikipedia äußert sich dazu, ganz interessant deren Definition mal unter diesem Verkehrsaspekt zu lesen.) Das Überleben eines Radfahrers in der Stadt ist vom Goodwill jedes einzelnen der herannahenden Autofahrer abhängig und dem Einwirken des Radfahrers entzogen. Natürlich widerspricht das jedem menschlichen Instinkt. Natürlich gibt da ein Gutteil der Radfahrer dem Druck der Straße bzw. der Feuerkraft nach - und pfercht sich, eine Stufe abwärts auf der Nahrungskette, auf dem Reservat zusammen (Radweg), oder fährt eben wie hier zu nah an den Autotüren, oder reicht den Druck weiter und bedrängt seinerseits (im Schneckentempo und dennoch nur vermeintlich gefahrlos) auf dem Gehweg die Fußgänger. Diese Zustände halte ich für unerträglich. Das Wahrnehmen seiner Rechte, oder auch leifsteilisch “reclaim the streets” als Konzept ist eine mögliche Antwort darauf. Das erfordert freilich daß man Muße, Mut und (anders als das Unfallopfer, aber dennoch) eine gewisse Opferbereitschaft mitbringt. Du magst das andereleuteerziehen nennen, ich frage mich ob das nicht zu kurz greift? Wo ich mit Dir gänzlich übereinstimme: es ist weder sicher, noch streßfrei, noch komfortabel. Radfahrertum bedeutet in der Praxis oft: nach oben zu buckeln, nach unten zu treten. Oben, das sind die Autos, und unten, das sind die Fußgänger. Nur bin ich eben das Duckmäusertum bzw. die Appeasementpolitik absolut leid. Anspruch auf kategorischen Imperativ erhebe ich nicht, aber höchstpersönlich ich rein privat werde jedenfalls versuchen niemanden mehr zum Ausleben des Überholreflex verleiten seitdem ich mal im Rinnstein fahrend von einem Auto umgemäht wurde.

  10. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Korrekturzettel:
    300 kJ die Karre
    vs 1 kj die Knarre.

  11. Joachim schreibt:

    Dienstliche Currywurst, genauso mache ich es ebenfalls. Für Diskussionen mit Auto-Spackos habe ich allerdings keine Zeit. Lieber ertrage ich das Gehupe hinter mir. Darum danke für den Tipp mit dem Peltor-Gehörschutz.

  12. class:bicycle schreibt:

    Currywurst’s Maßnahme habe ich auch schon des öfteren angewandt. Ist aber stark launenabhängig, und ist tatsächlich stressig. Ruhig und sachlich bleiben ist wichtig. Es ist immer eine Gratwanderung zum Oberlehrertum, hilfreich ist oft ein Appell zum Gedankenexperiment wenn z.B. Kindersitze im Auto sind: “Möchtest Du Deine Kinder in dieser Situation sehen?”
    Ich rechtfertige solche Aktionen mit der Hoffnung den Verkehr etwas sicherer zu machen, die Beteiligten sich zumindest in der nächeren Zukunft rücksichtsvoller verhalten.

  13. berlinradler schreibt:

    Schön geschrieben @Currywurst.

    Den Krieg sehe ich ganz so nicht, auch wenn einige sich tatsächlich in so einem Modus befinden. Hatte erst vorgestern so einen, der mir mit enormer Geschwindigkeit in einer sehr engen Gasse entgegenkommen musste. In solchen Fällen fahre ich zunächst mittig und weiche dann rechtzeitig aus. Die einzige Freude aus diesem beängstigen Vorfall: Er ist mit hoher Geschwindigkeit am Bürgersteig langgeschabt, ich hoffe die Reifen haben ordentlich Schaden genommen.

    Aber dennoch - ich sehe keinen kriegerischen Willen, sondern eine unglaublich weit verbreitete Gedankenlosigkeit. Man macht sich tatsächlich keine Gedanken darüber, welche Gefahren und Ängste man anderen Menschen zumutet. Ein Großteil der Verkehrsteilnehmer hat überhaupt kein Einfühlungsvermögen in andere Verkehrsarten.

    Ich kann ja sogar nachvollziehen, warum ein Autofahrer sich von einem in der Mitte einer relativ breiten Spur fahrenden Radfahrer genervt fühlt. Das kommt keinesfalls als Eigensicherungsmaßnahme an, sondern als absichtliches Ausbremsen des Verkehrs.

    Daher ist mein Ansatz in solchen Streitereien, immer wieder auf die Verkehrsregeln zu verweisen. Würden Autofahrer in solchen Straßen die Regeln strikt einhalten, gäbe es gar kein Problem. Man könnte mit dem normalen Abstand zu parkenden Kfz fahren und die verbleibenden 30 Zentimeter Differenz zwischen Autobreite und Restfahrbahnbreite würden nicht ständig ausgenutzt werden.

    Warum kann denn die Polizei neben ihren schönen Infoseiten über reflektierende Kleidung nicht auch mal Aufklärungskampagnen zu grundlegenden Verkehrsregeln machen? Es ist doch klar, dass einem radfahrenden Spinner wie mir keiner glaubt, selbst wenn ich die STVO-Paragraphen benennen kann. Wenn alle gemeinsam die Relevanz bestimmter Verkehrsregeln herunterspielen, ist es nicht verwunderlich, dass diese am Ende gar nicht mehr ernst genommen werden.

    Und so warten die Leute seelenruhig an jeder Ampel, weil “wichtig”, und hetzen in anderen wartepflichtigen Situationen die Radfahrer zur Seite. Weil die Regeln nicht vermittelt werden und eine Empathie grundlegend fehlt.

    Auf der Straße diskutier ich übrigens überhaupt nicht, da hat sowieso jeder immer Recht. In de.rec.fahrrad schrieb neulich jemand aus der Schweiz, dass Deutsche sich nicht im Straßenverkehr fortbewegen, um von A nach B zu kommen, sondern um Recht zu haben. Scheint mir auch so.

  14. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Bin ganz überwiegend einverstanden, renne aber gerade aus dem Haus Richtung Süddeutschland: als Fahrer eines jener immens gefährlichen “schweren” Sattelzüge! (schomma wer nen leichten gesehen? ich nich!) Werde mich auch dabei fleißig vollhupen lassen (Honk if you’re horny, honey) und äußere mich dann gegen Wochenende wieder.
    “So long”!

  15. Stefan schreibt:

    “Ein Mittel gegen Unfälle dieser Art wären Markierungen auf der Straße, die Radfahrer dazu motivieren, mittig auf der Straße zu fahren.”
    Leider schaffen die meisten Städte nur Markierungen die dafür sorgen, dass man in der Doorzone fährt. Das nennt sich dann ganz ironiefrei Schutzstreifen (manchmal auch Radstreifen).

    Ansonsten handhabe ich das wie hier beschrieben. Ausreichend Abstand und auch mal so mittig, dass kein Depp auf die Idee kommt zu überholen. Gerade der ausreichende Abstand hat mir schon mehrmals die Gesundheit bewahrt. Allerdings bin ich in der glücklichen Lage nicht zu oft solche Strecken fahren zu müssen. Außerdem bin ich relativ schnell unterwegs, was die Geduld der allseits gehetzten KFZ-Führer dann nicht überfordert.

    Damit alle Radfahrer sicher außerhalb der Doorzone fahren können, bedarf es leider einer besseren Führscheinausbildung und auch den Mut diesen nicht jeden Pyschopathen zu geben.

  16. siggi schreibt:

    berlinradler schreibt:
    Mittwoch, 16.10.2013 um 15:34

    …und hetzen in anderen wartepflichtigen Situationen die Radfahrer zur Seite. Weil die Regeln nicht vermittelt werden und eine Empathie grundlegend fehlt.

    Und genau dieses Hetzen mit einem Auto ist “Krieg”.
    Oftmals liegt es nur noch in der Hand des Radfahrers solche Aktionen zu überleben. Viele Autofahrer ziehen gnadenlos durch ohne eine Option die Situation eventuall noch mal zu korrigieren zu können.

  17. berlinradler schreibt:

    Krieg setzt für mich einen Tötungswillen voraus, den sehe ich hier nicht. Ansonsten wäre mittig fahren keine Option, da man dann ja von hinten angefahren werden würde. Gedankelosigkeit, völliges Desinteresse an der Sicherheit anderer, Empathielosigkeit oder der Hang zu fahrlässigem Handeln - all das sehe ich in solchen Manövern, und dennoch keinen echten Tötungs- oder Verletzungswillen.

  18. class:bicycle schreibt:

    @ berlinradler
    Wie gehst Du dann mit solchen Situtionen um, wenn Du nicht “auf der Strasse diskutierst”? Ignorierst Du Hupen einfach und fährst weiter?
    Ich teile Deine Einschätzung, dass die allermeisten Autofahrer schlicht die nötige (Verkehrs)bildung fehlt. Aber solange die Aufklärungskampagnen der verantwortlichen Stellen sich mit Scheingefechten (Reflektoren, Helme etc) beschäftigen, sind “wir” doch leider die Einzigen die solche Unfälle durch sachliche Aufklärung verhindern können!

  19. Michael S schreibt:

    Ich finde die martialische Rhetorik hier unangebracht. Die meisten Autofahrer bewegen sich ihrem Selbstverständnis nach in einem allgemein akzeptierten Verkehrsmittel nach allgemein akzeptierten Regeln. Wenn man sich als Radfahrer in einer Bedrohungslage wie im Kriege wähnt und dem sein Verhalten anpassen will, muss man aufrüsten oder abhauen. Ein offensives Mittig-Fahren mit Kriegseinstellung mag zwar dem eigenen Ego dienen, baut aber darauf, dass die Feinde sich friedlich verhalten. Ich fahre sicherlich kaum anders, erlebe deshalb oft genug Konflikte, bin aber immer noch in der Lage zu verstehen, warum wer sich unter welchen Bedingungen falsch verhält. Da deckt sich meine Haltung mit der von berlinradler - allerdings diskutiere ich durchaus auch auf der Straße, denn da hat nicht immer jeder Recht sondern auf Radthemen bezogen meistens ich selbst ;-)

  20. Michael S schreibt:

    @ class: Das ist ja fast wie abgesprochen …

  21. berlinradler schreibt:

    @class, und was machst Du? Anhalten und den Hupaffen zur Rede stellen? Die Hupenden haben doch meist eine geschlossene Seitenscheibe und fahren schnell davon, wenn sie genug Platz haben - nur ganz selten ergibt sich überhaupt die Möglichkeit eines Gesprächs. Es ist nicht so, dass ich nicht ab und zu mal gefragt habe, was das denn sollte. Die Antworten könnten oft aus einer Nachmittags-Talkshow stammen, völlig emotionalisiert und irrational. Sachliche Argumente und “Aufklärung” bringen da gar nichts, das geht nur im unaufgeregten Rahmen durch ständige Berieselung. Und es geht auch nur, wenn das Gegenüber eine Grundintelligenz besitzt, was nicht immer der Fall ist. Manche Intelligenzgruppen wird man nie erreichen können.

  22. siggi schreibt:

    berlinradler schreibt:
    Donnerstag, 17.10.2013 um 09:15

    Krieg setzt für mich einen Tötungswillen voraus,.

    Wie kommst Du darauf?

  23. Michael S schreibt:

    Manche Intelligenzgruppen wird man nie erreichen können.

    Wie wahr :-D

    Nun, ich kann nicht ganz abschalten bei einem Hupanfall hinter mir und wenn ich die Gelegenheit habe, jemanden daraufhin anzusprechen, nehme ich die auch wahr. Mein Grundgedanke dabei ist, dass ich sonst noch daran zu kauen habe und ich den Spieß lieber umdrehe. Wenn ich jemanden auf sein Fehlverhalten anspreche, wird der sich im Zweifel über diesen Radfahrer aufregen. Besser der wälzt was im Kopf als ich. Ausserdem stehen die Chancen gut, dass sich so jemand bei anderen über den doofen Radler und seine schwachsinnigen Argumente beklagt. Fall 1: er trifft auf Gesinnungsgenossen, kein Schaden passiert (entsprechende Intelligenzgruppe). Fall 2: er trifft auf jemanden, der sein Verhalten ebenfalls nicht gut findet und den bekloppten Radfahrer bestätigt, im Zweifel jemand aus dem persönlichen Umfeld mit mehr Glaubwürdigkeit als ein Fremder.

  24. Michael S schreibt:

    Passt vielleicht: http://rebelmetropolis.org/its-time-to-stop-sharing-the-road/

  25. joshua schreibt:

    Interessante Diskussion, Danke! Dass es alles ein bisschen theoretisch abgeht ist sicher allen Beteiligten klar. Will das ja auch nicht kritisieren, ist eben so. Dazu nur zwei “Polaroids” der letzten Tage:

    Eigene Erfahrung 1: Fahre nach dem “Currywust-Prinzip” (s.o.), hinter mir der obligatorisch hupende Autofahrer. Wer aber hat geschimpft und mich grundlos beleidigt? Ein anderer Radfahrer! Inklusive Drohungen “ick hau Dir aufs Maul!”.

    Eigene Erfahrung 2: Auto aus Gegenrichtung kommend macht eine 180° Kehre und “grätscht” direkt vor mir auf den Radweg. Ich gehe in die Eisen, gerade noch rechtzeitig, spreche den Fahrer an (wirklich nett, habe nur den Vergleich angestellt: Was wäre wenn ich das ggü Autos machen würde, als Radfahrer?). Die Antwort wie aus der Pistole geschossen: “Das ist immer noch das kleinere Übel!”. Gegenüber … was? Fahrbahn parken, Parkplatz suchen … für wen denn das kleinere Übel? Da blieb mir doch der Mund offen stehen, so nassforsch und selbstverständlich kam das. Aber eben auch scheinbar unverblümt von Herzen - Autofahrerperspektive eben.

    Berlin - nur Verrückte?

    LG - Joshua

  26. Dienstliche Currywurst schreibt:

    berlinradler, du machst eine Art Tagcloud auf aus Begriffen wie Fahrlässigkeit, Gedankenlosigkeit, Tötungswillen, Desinteresse usw.
    Auch ich habe mich mit der Frage nach der Willentlichkeit auseinandergesetzt und mußte eine Weile schmökern bis ich zufrieden war. Zur Beschreibung des am häufigsten auftretenden Fehlverhaltens der Kraftfahrer habe ich unter juristischen Kategorien „Eventualvorsätzlicher Versuch gefährlicher Körperverletzung“ als am besten passend gefunden.
    Den Enzyklopädieartikel der ‚Eventualvorsatz‘ erklärt finde ich trefflich und höchst aufschlußreich, diejenigen über ‚gefährliche‘ und ‚Versuch‘ schaden auch nicht.
    Schau doch mal ob Du darin verwertbares findest.

  27. Karsten Strupp schreibt:

    Wer aber hat geschimpft und mich grundlos beleidigt? Ein anderer Radfahrer!

    Ja, kann ich bestätigen. Ist mir so auch schon passiert (siehe o.g. Intelligenzgruppe). Es ging darum, dass ich den nicht benutzungspflichtigen Radweg auch tatsächlich nicht benutzt habe. Andere Fälle, in denen es um den Seitenabstand zu parkenden Fahrzeugen ging, habe ich ähnlich auch schon erlebt.

    Viele Radfahrer wissen es eben nicht besser. Was kann man tun? Bei für Radfahrer freigegebenen Busspuren denke ich z.B. an Markierungen in der Art, “BUS, TAXI” und Fahrradsymbol auf der Fahrbahn, damit auch jedem Taxifahrer klar ist, dass er da keinen Radfahrer von der Straße zu putzen hat. (Ist mir im Juni passiert, konnte gerade noch rechtzeitig bremsen, um eine Kollision zu verhindern. Dem Taxifahrer unterstelle ich tatsächlich Verletzungs- bzw. Tötungswillen!)

    Für Seitenabstand vielleicht eine gestrichelte Linie, 1,5 m links neben den parkenden Autos mit einem Fahrradsymbol LINKS davon, aber nur ab und zu ein Strich, damit diese Markierung nicht als bindendes Verkehrszeichen nach StVO verstanden werden kann.

  28. Ricarda schreibt:

    Manche Autofahrer sind echt total rücksichtslos und steigen einfach aus dem Auto, ohne sich umzusehen. Echt krass!

  29. berlinradler schreibt:

    @Currywurst, wir diskutieren hier ja sehr subjektive Themen, insofern kann da eh keiner Recht haben. Jeder empfindet es anders.

    Ich kenne viele Autofahrer, sowohl unter meinen Verwandten als auch in meinem Umfeld. Wenn ich die alle für brutale, schlechte Menschen halten würde, wäre das sehr deprimierend.

    Der einzige Vorwurf, den ich einem Großteil der genannten Gruppe machen muss, ist sich mit seinen “Meinungen” eher an denen der Gesellschaft zu halten. Es gibt bestimmte Denk- und Verhaltensmuster, die zwar völlig unlogisch sind, aber dennoch so mehrheitsmeinungskompatibel, dass selbst externe Denkansätze da wenig dran rütteln können. Wenn jeder nur “Kampfradler” und “Ampel” schreit, scheint es unmöglich zu sein, die Gedanken aus diesem Dunstkreis herauszubewegen. Wenn ich “Überholabstand” oder “Unfallstatistik” schreie, trifft das auf eine Firewall im Gehirn.

    Interessanterweise habe ich auch viele Menschen in meinem Umfeld beobachtet, die irgendwann vom Rad aufs Auto umgestiegen sind. Es dauert dann nur wenige Wochen, bis die entsprechenden Denkmuster auch dort angekommen sind. Trotz eventuell einkassierter Bußgelder und einiger knapper Situationen sind schon bald die Radfahrer das Feindbild Nr. 1. Auch wenn man selbst noch ab und zu fährt.

  30. berlinradler schreibt:

    Und @Karsten, interessanterweise kommen meine Erfahrungen mit pöbelnden Mitmenschen überwiegend von Fußgängern. In Erfurt fuhr mal ein Autofahrer dermaßen unvorsichtig aus einer Ausfahrt heraus, dass der gefährdete Radfahrer sich lauthals darüber aufregte. Die Fußgänger, die mit mir auf der anderen Straßenseite das Geschehen beobachteten, schimpften dann über den Radfahrer. Ich selbst habe das auch schon so erlebt, dass mir nach einer Vollbremsung (ausparkendes Fahrzeug hatte mich nicht beachtet) ein Fehlverhalten seitens anwesender Fußgänger unterstellt wurde. Auch Abbiegen ist nicht ohne - sowohl nach dem Links- als auch nach dem Rechtsabbiegen wurde mir von Fußgängern schon unterstellt, ich wäre geradeaus bei Rot gefahren. Eine Fußgängerin, auf die ich beim Rechtsabbiegen wartete, ließ mich entnervt mit dem Spruch vor “na wenn Sie schon hier sind …” ;-)

    Radfahrer-Pöbelei hatte ich schon, als ich vor ner roten Ampel wartete und damit den Weg versperrte, oder als ich lieber abbremste, weil eine Frau von rechts auf dem Fußweg angerast kam und ich nicht wusste, ob sie bremsen würde oder nicht. Das verzögerte dann ihr Vorankommen, was sie sehr ärgerte.

  31. DMHH schreibt:

    “Ein 38-Jähriger, der die Frau scheinbar nicht bemerkt hatte, öffnete plötzlich die Fahrertür seines parkenden Autos um auszusteigen. ”

    Ich hoffe mal, dass die Person in der Pressestelle nur einen schlechten Tag hatte. Anderenfalls wird es zynisch. Der Unterschied zwischen “scheinbar” und “anscheinend” ist beträchtlich!

  32. Jochen schreibt:

    “Krieg setzt für mich einen Tötungswillen voraus, …….. oder der Hang zu fahrlässigem Handeln - all das sehe ich in solchen Manövern, und dennoch keinen echten Tötungs- oder Verletzungswillen.”

    Betrachte es bitte auch anders herum, dann wird der Nebel klarer.
    Wenn Krieg Tötungswillen voraussetzt, was ich dann “kein Krieg”? Weniger absolut formuliert, wird aus dem Tötungswillen eine Tötungsbereitschaft, wo sich fahrlässiges Verhalten schon recht gut wiederfinden läßt.
    Und “kein Krieg” würde bedeuten auch das sehr klare Tötungsrisiko ausschließen zu wollen!

    Nun frage dich noch einmal, ob das was auf den Straßen stattfindet, wirklich kein Krieg sein soll.

  33. Jochen schreibt:

    Oops! Mist, der Beitrag eben ist @Berlinradler gemeint.

  34. siggi schreibt:

    berlinradler schreibt:
    Freitag, 18.10.2013 um 12:04

    Ich kenne viele Autofahrer, sowohl unter meinen Verwandten als auch in meinem Umfeld. Wenn ich die alle für brutale, schlechte Menschen halten würde, wäre das sehr deprimierend.

    So etwas hat es leider schon immer gegeben.
    Schau in die Geschichte zurück.
    Es muss nur gesellschaftlich akzeptiert werden und schon denken sie sich nichts mehr dabei und machen mit.

  35. Michael Link schreibt:

    Hallo!

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den 11. Juni verweisen und meinen Blog: http://stadtradler.berlin1.de/page/4/

    Gleicher Vorfall, gleiche Unschuld der Radfahrerin – und das nach endlosen Diskussionen in der BVV Zehlendorf, ob hier ein Radstreifen nötig sei. War er natürlich nicht, die Anwohner hätten ja sonst ihre Parkplätze verloren. nun verliert der Radfahrer seine Gesundheit. So soll es ja wohl auch sein.

  36. Till schreibt:

    Ja, in der Schorlemalle sieht man immer wieder viele, die Angst haben ein Auto für ein paar Sekunden auszubremsen und deshalb viel zu weit Rechts fahren. Da dort immer relativ wenig Verkehr ist fühlen sich auch viele Autofahrer besonders genötigt dort schnell vorbeizukommen, obwohl in der Strasse eigentlich kein legales Überholen ausser bei den Einkreuzungen oder Parklücken möglich ist. Ein Radstreifen halte ich da nicht für nötig, da dafür eh kein Platz ist. Nimmt man die Parkplätze weg ist die Spur eh brei genug. Evenutell einfach Fahrradsysmbole auf die Mitte der Fahrbahn und fertig ist.

  37. Makro schreibt:

    Hi,

    um die Zahl der Unfälle zu vermindern, müsste eigentlich überall gelten:

    1. Der Schwächste (meist Langsamerere) hat Vorfahrt. Also Fußgänger vor Radfahrer, Radfahrer vor Autofahrer.

    2. Verletzt ein Schnellerer einen Langsameren, hat der Schnellere immer Schuld. Schon allein deshalb, weil der Radler ungeschützt ist, und sich durch Fehlverhalten auch immer selbst gefährdet, der Autofahrer nicht, er hat einen Schutzkäfig um sich herum.

    Diese Regelung würde dazu führen, dass jedem Autofahrer klar wird, dass er höllisch aufpassen muss, denn das Auto ist eine Waffe, die sehr schnell töten kann, wenn nur eine Sekunde nicht aufgepasst wird.

    3. Autos und Fahrradfahrer passen nicht zusammen. Radfahrer und Fussgänger sind weiche Subjekte, Autos harte Objekte. Der Weichere muss immer verlieren.

    Da Autofahrer immer Fehler machen, die ich nicht verhindern kann, da Menschen nun mal fehlbar sind, muss ich entweder die Fahrbahnen physisch voneinander trennen, oder da, wo ich es nicht kann, durch Verkehrsführung oder elektronische Eingriffe in den Motor die Geschwindigkeit der schnellen Fahrzeuge in der Stadt an die Durchschnittsgeschwindigkeit der Langsamen angleichen, das wären ca. 20kmh. Dann werden die meisten Unfälle eher glimpflich ausgehen.

    Wenn die Autos gezwungen sind, langsamer zu fahren, werden sich die Radfahrer eher trauen, mehr in der Fahrbahnmitte zu fahren, da sie ja nicht mehr überholt werden.

    Fazit:
    Wir brauchen Mut zu Langsamkeit und eine breite öffentliche Entschleunigung. Der Zeitstress fordert täglich seine Opfer (unter anderem sind die häufigsten Unfälle im Haushalt Stürze von Treppen und Leitern auf Grund von Hast und Eile). Radfahrer sind da nicht besser als Autofahrer, sie sind lediglich gefährdeter.

    Solange diese Punkte nicht eingehalten werden, gilt: Radfahrer, hab Acht!, Am Besten Augen vorne und hinten, und rechne mit Allem!

    Also Kopfhörer ab und Augen und Ohren auf im Krieg auf Deutschlands Strassen.
    Durchschnittlich 3000 Tote und mehr als 100.000 Schwerverletzte und traumatisierte Menschen jährlich auf Deutschlands Strassen sprechen eine deutliche Sprache.

    Alles Gute

    Euer Mobilcenterberlin

  38. Hein Bloed schreibt:

    Ich kenne auch Straßen, die gefühlt so schmal sind (und auf denen an beiden Fahrbahnrändern geparkt wird), dass man die 1,5 m zu beiden Seiten gar nicht einhalten kann. Die Hauptgefahr geht hier von entgegenkommenden Fahrzeugen aus, die mit eingebauter Vorfahrt ausgestattet sind.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Dooring-Unfall der schlimmste war, den ich bisher hatte.

    Deshalb möchte ich anfügen, dass es auch nur selten sinnvoll ist, auf einer so schmalen Straße als Fahrradfahrer aus falsch verstandener Rücksicht in rechts vorhandene Lücken hereinzufahren, da ein solches Manöver einen wieder zu nah an das nächste parkende Fahrzeug heranbringen kann.

  39. Dienstliche Currywurst schreibt:

    berlinradler, ich möchte eingehen auf Deinen Satz: “Wenn ich die alle für brutale, schlechte Menschen halten würde, wäre das sehr deprimierend” dies nur als Erklärungsangebot und nicht als Theorem.
    Herrn Joseph Fischer, ehedem Außenminister, wird der Satz zugeschrieben: Die Veränderung des Menschen durch das Amt nimmt weniger Zeit in Anspruch als die Veränderung des Amtes durch den Menschen. Oder volksläufig: Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er den Verstand.
    Der Unterschied zwischen Amt und Auto ist dabei vielleicht vorallem der, daß man den Verstand beim besteigen/verlassen des Autos wesentlich schneller verliert/zurückbekommt, quasi instant, als beim bekleiden/verlassen des Amtes. Solchermaßen vom Autofahrer zum Menschen rückverwandelt ist dieser dann natürlich auch nicht mehr auffällig, sondern eben der nette Menschen als den man ihn immer kannte. Die Gemeinsamkeit von Amt und Auto ist, daß Macht, dem Gelde ähnlich, den Charakter zumindest vorübergehend korrumpiert. Diese Tendenz wird stärker bei schwachem Selbstbewußtsein und fehlender sozialer Kontrolle. (Der Klick auf mein Pseudonym führt zu einem themenverwandten Text dazu.)

  40. class:bicycle schreibt:

    @ berlinradler
    Natürlich ist es nicht immer praktikabel den Hupenden zur Rede zu stellen, ich war nur erstaunt von Deiner recht kategorischen Ablehnung. Ich mache das auch bei weitem nicht immer, aber wenn für mich nichts dagegen spricht (Zeit & Laune) kriege ich schon fast ein schlechtes Gewissen wenn ich den Pöbler ohne ein deutliches negatives Feedback weiterziehen lasse ;-)
    Oft ist es in engen Strassen mit parkenden Autos auf beiden Seiten, so dass eine “Flucht” nur mit Rückwärtsgang möglich wäre.
    Ansonsten sieht man sich ja meistens an der (über)nächsten Ampel wieder. Seit einiger Zeit wende ich dann gerne einen Tipp von dieser Seite an (weiß nicht mehr wer genau das war) - Türe hinten rechts zur freundlichen Kontaktaufnahme nützen und fragen ob das vorsätzlich war oder “nur” Unachtsamkeit.
    Bei mir ist die erste Reaktion grob 50/50 zwischen eienr Entschuldigung und Stammtisch. Den Stammtischlern versuche ich wenigstens was zum Nachdenken mitzugeben.
    Je nach Situation und Reaktion:

    Aufklärung/Fakten,
    Appelle,
    Warnungen/Versprechen/Drohungen.

    Natürlich ist nicht sicher wieviel das im Einzelfall bringt, aber da halte ich es mit Michael S “Besser der wälzt was im Kopf als ich” und insbesondere bei der Kategorie Appelle stirbt die Hoffnung zuletzt:
    “Denk an Deine Kinder”, “Erzähl mal Deiner Frau/Mann was Du gemacht hast”
    Und selbst wenn auch das nicht bei Allen zur Einsicht verhilft, sind es mir die Anderen (und dadurch möglicherweise verhinderte Unfälle) wert.

    Wenn genügend Radfahrer das machen, sollte das auch bei besonders renitenten Egomanen irgendwann dadurch zum Erfolg führen, dass diese keine 500m mehr kommen ohne zur Rede gestellt zu werden ;-)

  41. class:bicycle schreibt:

    @ all:
    komisch, mit Fußgängern habe ich fast gar keine Probleme, und mit anderen Radfahrern nur ser selten, aber dann auch eher in der Kategorie “musste das jetzt sein” ohne Bedrohung für Leib und Leben.

    Wahrscheinlich ist es doch so, dass einfach ein Großteil der Verkehrsteilnehmer mitunter kopflos handelt, nur kann man das insbesondere bei Fußgängern nicht immer übelnehmen (Kinder, geistig Verwirrte), während im Gegensatz dazu die möglichen Konsequenzen bei Autofahrern schlicht inakzeptabel sind.

  42. berlinradler schreibt:

    Heute hat mich ein BVG-Bus angehupt. Hab mal im Kontaktformular der BVG angefragt, ob sie mir mitteilen wollen, was er mir auf diesem Wege sagen wollte ;) Eigentlich weiss ichs ja - “Radweg” …

  43. berlinradler schreibt:

    Und nochmal zu der ganzen Diskussion - wie man auf stressige Zeitgenossen reagiert, das kann man wohl kaum umfassend klären, weil jeder Mensch anders ist.

    Über den “Krieg” - insbesondere Siggis Einwand mit den (ich bin mal so frei, das suggerierte offen auszusprechen) Henkern, die jede Gesellschaft im “Bedarfsfall” so einfach findet wie Deutschland zu Nazizeiten, hat mich stark zum Nachdenken angeregt. Die “Krieg oder nicht”-Frage können wir schwer klären, da gibt es kein “richtig” oder “falsch”, aber in einer vergleichbaren Situation wie die zu Nazizeiten Verfolgten befinden wir Radfahrer uns nun wirklich beiweitem nicht.

    Für mich bleibt der Verkehrssektor ein eigenständiges Problem, bei dem ich besser keine Parallelen zu Kriegen ziehen will. Das muss aber wirklich jeder selbst wissen, ich halte die Diskussion nicht wirklich für wichtig.

  44. botchjob schreibt:

    wenns wort krieg nicht mundet nennts doch einfach ressourcenkonflikt …
    denn defakto ists das. eine auseinandersetzung um ein bestimmtes stückerl öffentlichen raum.
    manche nutzen halt die mittel demokratischer mitbestimmung, andere haben den weg in die militanz schon angetreten ;)

  45. siggi schreibt:

    berlinradler schreibt:
    Dienstag, 22.10.2013 um 14:48

    ..aber in einer vergleichbaren Situation wie die zu Nazizeiten Verfolgten befinden wir Radfahrer uns nun wirklich beiweitem nicht.

    Darum ging es mir auch nicht.
    Die Nazizeit zähle ich da garnicht mal so dazu, da es da oft nach dem Motto ging :Wer nicht dafür ist, ist dagegen.
    Apartheid ist für mich da schon treffender.

  46. Dienstliche Currywurst schreibt:

    A propos Henker: dieser Strang hier (oder neudeutsch thread) bereitet (zumindest mir) einige Vergnüglichkeit. Bei dieser Gelegenheit mein Hutlüften in allseitiger Richtung, geehrte Mitdiskutanten.

    Von der politischen Einordnung nun wieder hin zu direkter Aktion:
    Ich hatte einen Traum, in dem ich im Eisenundhaushaltwarenhandel eine leichtgewichtige hellrote Plasteschneeschaufel von 30×30  cm² erstand und diese mit dem Stilende am vorderen Ende des Gepäckträgers befestigt waagerecht quer zur Fahrtrichtung transportierte, zur beßren Sichtbarkeit die Schaufelfläche hochkant gestellt, mit Flatterband am Stile. Gesichert war dies mit dreierlei diagonal verlaufenden Drähten: zur Ladungssicherung beim Bremsen einer vom hinteren Ende des Gepäckträgers zur Stilmitte, ein weiterer vom Sattelrohr zum Stil. Gegen die beim Durchfahren von Bodenwellen auftretenden Momente verläuft schließlich der Drittdraht vom oberen Ende einer zusätzlich rechts am Gepäckträger vertikal montierten, knapp 1m langen Stange zur Schaufel hin. Solchermaßen drapiert kam das Fahrzeug mitsamt Ladung kam auf 1,78m Gesamtbreite, von der rechten Lenkerspitze gemessen. Da ich nur bei Tag fuhr waren gemäß Paragraph 22 StVO keine weiteren Beleuchtungsmaßnahmen erforderlich. Wäre ich doch nach Einbruch der Dämmerung angekommen, so hätte ich mich selbstverständlich gemäß Pgf. 25 Absatz 2 verhalten.

    A propos gefühlt: der Seitenabstand der schnelleren Verkehrsteilnehmer lag realistisch natürlich unverändert im Bereich des üblichen (wenn auch nicht normalen) Viertelmeters, nur diesmal von der Schaufelkante. Der gefühlte Abstand war eine in diesem Maße gänzlich unerwartete Sternstunde des Radfahrens, ein traumhaftes Wohlgefühl, und das mitten im Verkehr! Ich fuhr gar nicht mehr auf der Straße, nein, ich radelte right in the middle of Abrahams Schoß. Es war Abstand MIT Anstand, exakt das, was normal wäre.

    Wie meistens trug ich leichten Gehörschutz, durch den das Hupen der Kraftfahrer freudig ermutigend und bestätigend wirkte. In schönstem Sonnenschein zog sich ein geschlossener Verband über die Skalitzer und Passanten hielten neugierig Ausschau nach dem geschmückten Wagen mit dem Brautpaar. Immer wieder betätigte auch ich mich als helltönender Glöckner, denn, soviel sei gesagt, man will ja nicht durch von der Norm abweichendes Verhalten unangenehm auffallen!

  47. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Analog zu berlinradlers drittartiger Begegnung kann ich beisteuern daß mich gestern frühmorgens ein Bus überholte, Radfahrstreifen war durch Baustelle belegt. Zwischen den Fahrradlenker und den Bus hätte ein Tennisball noch gepaßt, eine Klopapierrolle wohl nicht, ein Handball ganz sicher nicht. Der verkehrsgelbe Brummer war seit einer Ampel über 80 Meter hinweg hinter mir gewesen, Fahrlässigkeit ist auszuschließen. Eine freundliche Dame von der Hinweisundbeschwerdestelle nahm meine telefonische Eingabe entgegen, verwies jedoch auf dreiwöchige Bearbeitungsdauer, deshalb steht morgen Betriebshof auf dem Plan.
    Nicht schlecht die Idee eines beruflich damit befaßten Herrn: Faustschlag aufs Autodach und hoffen daß der Insasse sich beschwert. Distanz Brustwirbel bis Faust 85cm minus halbe Lenkerbreite 25cm minus horizontal von Außenspiegel bis Dachkante weitere 30cm. Damit bewiesen ist daß der Überholabstand deutlich weniger als 30cm betrug. Einen Schlag auf die Dachkante würde man nicht hören, es muß schon weiches Blech weiter innen sein. Einfacher Tatbestand enttäuschende 30 Euro und 1 Punkt, viel mehr Spaß macht dergleichen mit Gefährdung, dann 250 Euro, 4 Punkte und 1 Monat umwelt&menschenfreundlich. Wie nicht anders zu erwarten ist Gefährdung allerdings nur geschmackssachig definiert.
    Verstörend die Aussage des gleichen Herrn daß in der Rechtsprechung ein Unterschied zwischen dem von 315c (1) 2.b) stgb geforderten Beinaheunfall und einem Unfall praktisch garnicht gemacht wird, Urteile wegen Gefährdung des Straßenverkehrs also höchst selten seien und Verfahrenseinstellung die Regel.
    Weiß jemand mehr darüber?

  48. Wurstmaxe schreibt:

    Wie mir die Staatsanwaltschaft mehrmals mitgeteilt hat, natürlich anders formuliert: wenn keiner ins Krankenhaus muss, ist nichts passiert mit dem man sich beschäftigen wird. Sämtliche von mir angezeigten Beinaheunfälle oder gar Berührungen sind eingestellt worden, Zeugen hin oder her, Berufskraftfahrer auch egal.

    Die Wahrscheinlichkeit bei einem Faustschlag aufs Autodach eine Anzeige wegen Sachbeschädiung zu bekommen ist ungleich höher, und der wird, nicht zuletzt dank des heiligen Status des Automobils viel häufiger nachgegangen.

  49. class:bicycle schreibt:

    ach was sachbeschädigung. flache hand aufs glas geklatscht ist nicht mehr als das equivalent der hupe - und weckt verträumte aus dem tiefschschlaf.
    ansonsten bin ich kein fan von sachbeschädigung, auch wenn ich zugeben muss schon einige male möglicherweise nicht maximal gebremst zu haben und folglich meine hörnchen leichten blechkontakt hatten. waren aber allesamt situationen größter gefährdung und klarer schuldfrage (rechtsabbieger, ein/ausparker, ausfahrtraser) und seit ich fast ausschliesslich strasse fahre so gut wie nicht mehr vorgekommen.
    das ungleichgewicht bei der ahndung von lappalien gegenüber potentieller körperverletzung ist eine schande. das sanfte anklopfen daher leider oft die einzige realistische möglichkeit einen autofahrer überhaupt zu erreichen…traurig!

  50. Karsten Strupp schreibt:

    Urteile wegen Gefährdung des Straßenverkehrs also höchst selten seien und Verfahrenseinstellung die Regel

    Das kann ich durchaus bestätigen. Allerdings habe ich die Hoffnung, dass der letzte Fall, der gerade offen ist, der vom Juni, vor Gericht landet.

    Einige Autofahrer, die mich demonstrativ knapp überholt und geschnitten haben, derart, dass ich gerade noch nicht eingreifen (bremsen, ausweichen) musste oder mich mit Dauerhupe überholt haben, hatten Glück. Ein Fahrer war nicht identifizierbar, die anderen Verfahren (Taxis) wurden eingestellt.
    Im Schreiben der Amtsanwaltschaft hieß es dann sinngemäß, dass das Fahrzeug mich ja in keiner Weise beeinflusst hätte.

    Lediglich eine einzige Anzeige, es ging um einen Rechtsabbieger, den ich zwar nicht berührt habe, aber so panikartig anhalten musste, dass ich mich dabei leicht geschrammt habe, ist aufgrund Unfallflucht vor Gericht gelandet.

    Was die Busse betrifft: Da hatte ich auch mal so einen hupenden und demonstrativ gefährlich überholenden Gesellen (”Da ist ein Radweg, Freund!”), den ich wegen Nötigung angezeigt hatte. Datum/Uhrzeit hatte ich, aber nicht das Kennzeichen resp. Busnummer. Angeblich ließ sich der Fahrer nicht ermitteln, ist also auch davon gekommen.
    Ich nehme aber schon an, dass er innerhalb der BVG sehr wohl identifiziert wurde und eins auf den Deckel bekommen hat.

    Übrigens können die auch anders. Neulich war ich auf der Hardenbergstraße (3 Spuren+Busspur, kein Radweg) auf der Busspur unterwegs. Es überholte mich ein langer Bus, zog an mir vorbei und ich erwartete schon, dass er kurz vor mir auf der Busspur einscheren würde.
    Tat er aber nicht, die Fahrerin wartete tatsächlich ab, dass ich vorbei war und scherte erst hinter mir ein. Also auch mal ein Lob an dieser Stelle.

  51. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Fahrer nicht ermittelbar? Anstelle von Tachoscheiben aus Pappe (schon für die gab es eine strafbewehrte Aufbewahrungspflicht von 1 Jahr) gibt es heute Chipkarten, das Lesegerät im Auto zeichnet auf wer wann damit fuhr. Was da nicht ermittelbar sein soll muß mir erst noch erklärt werden.
    Die berliner Busfahrer machen mir wenig Angst. Mein Empfinden ist: Sie sind quasi allesamt Profis mit einer exzellenten Fahrzeugbeherrschung und exzellenter Geübtheit. Sie verrichten einen Dienst längs dessen sie von Verkehrsteilnehmern wie Fahrgästen behindert, beleidigt und belästigt werden. Zwar eignet sich ein Bus als Waffe, aber Führerscheinentzug nebst berufl. Neuorientierung fungieren gut als Maulkorb. Sie sollen nicht nur ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht walten lassen, sondern pünktlich und spritsparend fahren. Das ist nicht ein quadratischer Kreis der da gefordert wird sondern eher schon eine würfelige Kugel. Fahrpläne werden enger, Dienstzeiten länger, Überfallrisiko nicht nur nachts und nicht nur an Endhaltestellen, wo eigentlich Erholungs!pausen vorgeschrieben sind. Daß sie häufig sogenannte Originale sind, daß sie als unfreundlich gelten, daß ihr Sozialverhalten immer eine Spur aus der Spur ist ist eher insofern verwunderlich als man sich fragt, wieso sie nicht regelmäßig amok laufen. Als eine leise Vorahnung dessen ordne ich ein was mir da passiert ist, denn auch Maßregelei läuft üblicherweise nicht derart dicht ab. Rein handwerklich kann man nicht meckern, „mein“ Busfahrer steuerte völlig präzise über die komplette Fahrzeuglänge mit ca 10cm gleichbleibend. Meisterlich, fast so gut wie youtu.be/AH66TfHs2ik
    Naja, gefallenlassen werde ich es mir trotzdem nicht.

  52. berlinradler schreibt:

    @Currywurst, ich denke mir einfach mal einen den Text umschließenden Ironietag dazu.

    Mit den “Profis”, also sowohl Bussen als auch Taxen, habe ich eigentlich gar nicht so häufig meine Probleme. Gerade letztere fahren zwar durchaus mal “sportlich” und nicht streng nach STVO, man merkt aber, dass sie ihr Fahrzeug und seine Maße meist einschätzen können und wissen, was um sie herum stattfindet. Gerade dieses Wissen, also wer ist noch so auf der Straße und um einen herum, haben private Fahrzeugführer dank Wohnzimmeratmosphäre oft nicht, was dann beim Spurwechsel oder unkoordinierten Losfahren deutlich wird.

    Allerdings fehlt Busfahrern wohl, so wie anderen auch, der Blick der anderen Seite. Ich habe mal den Fehler gemacht, auf der Elsenbrücke, bei vereistem Radstreifen, fast auf der linken Begrenzung des Radstreifens zu fahren. Trotz Glatteis überholte dort jeder, inklusive Bussen, in solchem Abstand wie von Dir kürzlich erlebt. Ein paar solcher Manöver hab ich mir angetan, danach war die rechte Fahrspur dicht.

    Solche groben Fahrfehler sind wohl nur durch regelmäßige Schulungen und rigidere Führerscheinvergabe auszumerzen.

  53. Dienstliche Currywurst schreibt:

    Ein zumindest semipermeabel umschließender Ironietag ist bei dem was ich von mir gebe oft angebracht, gewiß. Allerdings wollte ich Karstens Lanzenbruch bekräftigen und auf die Mehrheit der (eigenen Erfahrungen mit) Linienbusfahrer/n erweitern.

    Hingegen sind die Fahrer der Taxen zwar geübter als der Durchschnitt der Inhaber drittklassiger (d.h. Pkw-) Führerscheine, doch der Anteil der in den beigen Büchsen umhermarodierenden, charakterlich ganzundgar ungeeigneten Heißsporne mit Mutations- oder wasweißichfürnem Hintergrund beschädigt das Gesamtbild der Taxifahrer doch ziemlich. Deren cholerische Unberechenbarkeit „führt zur Abwertung“, ganz im Sinne der Stiftung Wagentest.

    Busfahrer dürften zumindest die Pkwperspektive kennen, denn den Pkwschein bekommt man zum Lkw-oder Busschein als Dreingabe hinzu, also Bewußtsein der Unterschiedlichkeit der Fahrzeugklaßen sicher vorhanden. Der Anteil der Busfahrer mit Motorraderfahrung dürfte erheblich höher sein als der Anteil der Pkwfahrer mit Motorraderfahrung, also Kenntnis der Grundprobleme der Einspurigen ebenfalls verbreiteter.

    Je einfacher (ebener, senkrechter, rechtwinkliger) die Außenflächen eines Fahrzeugs desto einfacher das präzise Durchfahren von Engstellen, einverstanden? Hinzu kommen Trainings- und Ausbildungsläwwel. Ich versteige mich zu der Behauptung, ein durchschnittlicher Busfahrer beherrscht den rechten Seitenabstand seiner Karre um Größenordnung zehnmal genauer als ein durchschnittlicher Pkwfahrer, insbesondere bei geringer Geschwindigkeit. Gleichwohl ist einleuchtend daß Taxifahrer über Pkwdurchschnitt sind.

    Eisbelag schließt Benutzbarkeit und damit etwaige Benutzungspflicht aus, nicht anders als wenn da ein Graben wäre halte ich zu ner Eisfläche möglichst 1m Abstand (und dann wars das mit der Überholpsychose). Dir anderenfalls Dein dennoch auf dem Eis herumgegurke als mutwillige Eigengefährdung und Teilschuld auszulegen werden sich weichbirnige Wannenwichte wohl wieder nicht entgehen lassen. – Wetten?!

    Nachschulungen. Achjaa. In der Fliegerei gehts für jeden alle Jahre wieder zum LBA-Checker, (siehe beispielsweise nYg_z-7wBI0 )
    Aber wie, überhaupt, kann man sowas wie youtu.be/hvCxozVpoEg denn vergessen!? Ich glaube: garnicht! – Man kann es nur mißachten.

  54. Gregor Samimi schreibt:

    Leider kommt es immer wieder zu derartigen Unfällen, weil Autofahrer oft unachtsam sind. Problematisch kann es werden, wenn keine Zeugen parat stehen. Dann kommt es allzu oft vor, dass Versicherer eine andere Unfallursache, als die geöffnete Tür ins Feld führen und nicht zahlen wollen. In diesem Fall kann der Anscheinsbeweis ein nützliches Mittel sein, dass die Versicherer dazu bringt einzulenken und die entstandenen Schäden zu übernehmen.

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