Sie glaubt an Gott und Fahrradhelme

Dienstag, 29.05.2012

Seit letzter Woche hängen im Landkreis Paderborn viele Großplakate, die für das Tragen von Fahrradhelmen werben. Auf den Plakaten sieht man Ordensschwester Gertrud Terhorst mit wehendem Schleier und Helm auf einem Rad. Die Plakataktion ist Teil der Kampagne “Helle Köpfe tragen Helm!”, die von der Sparkasse Paderborn/Detmold sowie von Landkreis, Polizei und Verkehrswacht in Paderborn finanziert wurde.

Foto: Polizei Nordrhein-Westfalen
Dank an Gerrit für Hinweis und Formulierungshilfe.

Bicycle Club von NL Architects

Dienstag, 29.05.2012

Die Architekten des niederländischen Büros NL Architects erhielten den Auftrag, ein Gebäude für eine Fahrradverleihstation in Hainan in China zu bauen. Sie kamen auf die Idee, anstatt des Daches ein Mini-Velodrom anzulegen. Das geschwungene und weit auskragende Dach bietet dem Shop und einem Café im Erdgeschoss Schatten, was im tropischen Klima Südchinas sehr willkommen ist. Das Projekt Bicycle Club wird in diesem Jahr gebaut, ab 2013 werden Kunden ein Fahrrad ausleihen und einige Stufen weiter oben gleich ein paar Runden auf dem Miniaturvelodrom fahren können.

NL Architects

1. Treffen für Velo-powered Kulturevents

Montag, 28.05.2012

“Wie können wir gemeinsam eine durch Rad-betriebene Anlage entwerfen/ finanzieren und diese für verschiedene Musik- und Kulturveranstaltungen gemeinschaftlich nutzen (Fahrraddisko, Fahrradkino, etc.)?

Diese Frage beschäftigt uns und deswegen laden wir zum 1. Treffen für Velo-betriebene Kulturevents ein.

Eingeladen sind alle, die sich bereits mit technischen Lösungen zu Velo-betriebenen Anlagen auseinandersetzen oder sich aber in irgendeiner Weise für velo-betriebene Veranstaltungen in Berlin interessieren. Darüber hinaus wird die Idee des Bicycle Music Festival vorgestellt.”

Ort: Weltraum- Nachbarschaftsladen
Ratiborstr. 4
10999 Berlin/Kreuzberg

Zeit: Dienstag, 29.Mai 2012 um 19:30 Uhr

Weitere Infos:
Kiezwandler: 1. Treffen für Velo-powered Kulturevents

Autofahrer geht für Tötung von zwei Radfahrern 15 Jahre ins Gefängnis

Samstag, 26.05.2012

Im September 2011 fuhr ein alkoholisierter Mann bei Pyrzyce in Westpommern in eine Radfahrer-Gruppe und tötete zwei Menschen. Ein Bezirksgericht in Stettin verurteilte den Mann in der letzten Woche zu 15 Jahren Gefängnis. Der Autofahrer besaß wegen früherer Alkoholfahrten keinen Führerschein. Bereits im Jahr 1996 hatte eine dieser Fahrten zwei Menschen das Leben gekostet.

Infoseite-Polen: 15 Jahre Haft für alkoholisierten Autofahrer

Fahrrad in Rostock gestohlen und 4 Jahre später in Bayern aufgetaucht

Donnerstag, 24.05.2012

Es lohnt sich halt doch, die Rahmennummer eines Fahrrades zu notieren. Vor rund vier Jahren ist ein Fahrrad in Rostock als gestohlen gemeldet worden. In Merching in der Nähe Augsburgs, etwa 800 Kilometer weiter südlich, lehnte es nun an einem Zaun. Dem Grundstücksbesitzer kam es herrenlos vor und er verständigte die Polizei. Die Beamten prüften das Rad und siehe da: Es gehört zu einem Rostocker, der es damals als gestohlen gemeldet hat.
Augsburger Allgemeine: In Rostock gestohlen, in Merching wieder aufgetaucht
[via]

Every Bicyclist Counts

Donnerstag, 24.05.2012

Die Liga Amerikanischer Radfahrer (The League of American Cyclists) wurde 1880 gegründet und versteht sich als Anwalt der Radfahrerinnen und Radfahrer in den USA. Gestern hat die Liga das Projekt Every Bicyclist Counts gestartet, eine Art Ort im Netz zum Gedenken an die etwa 700 Radfahrer, die in jedem Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Auf der Webseite von Every Bicyclist Counts stehen die schlichten Namen der seit dem 1. Januar 2012 getöteten, wo noch keine Name bekannt ist, steht “Name Not Yet Released”. Es folgt der Polizeibericht zum Unfall sowie ein Satz an Daten zum Unfall und zum Unfallfahrer.

In den USA gedenkt man getöteter Radfahrer bisher auf zweierlei Weise. Es werden die bekannten weißen Fahrräder, die so genannten Ghostbikes an den Unfallorten aufgestellt und es wird manchmal ein  Ride of Silence veranstaltet, eine Fahrradfahrt, bei der die Teilnehmer zur Erinnerung an den gestorbenen Radfahrer schweigen.

Every Bicyclist Counts
[via]

Berliner Zeitung: “Das ist erlaubt …

Dienstag, 22.05.2012

… und das verboten.”

So titelte das Blatt am vergangenen Freitag und stimmte die Leser auf die Polizeikontrollen ein, die jährlich bei schönem Wetter durchgeführt werden. Neben allgemein bekannten Tatsachen (rote Ampeln, Alkohol, Abbiegen) werden auch speziellere Fragen abgehandelt.

So wird behauptet, dass ein Radfahrer, der den Zebrastreifen fahrend überquert, 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg riskiert. Stattdessen müsse man absteigen und schieben. Schaut man in den echten Bußgeldkatalog, so ist von Schieben keine Rede. Vielmehr wird ein Bußgeld fällig, wenn der Vorrang von Fußgängern missachtet wird.

Auch der viel diskutierte Punkt “Kopfhörer” darf nicht fehlen. Immerhin gesteht man Radfahrern zu, dass sie während der Fahrt Musik hören dürfen. Aber: “Ist die Polizei der Meinung, dass [die Musik zu laut] ist, kostet das zehn Euro.” Na wer da nicht widerspricht, ist selber schuld.

Kontrollen von Radfahrern sind wichtig. So hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) herausgefunden, dass die Verkehrsverstöße von Radfahrern in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Das zugrundeliegende Messverfahren wäre mal interessant. Für GdP-Vorsitzenden Bernhard Witthaut ist diese wissenschaftliche Erkenntnis zumindest Grund genug, für eine Kennzeichenpflicht für Radfahrer einzutreten.

Wer von der Polizei erwischt wird, sollte selbst gründlich prüfen, ob er einen Verkehrsverstoß begangen hat:

  • Wo die Polizei eine rote (Fahrbahn-)Ampel sieht, kann der Radfahrer mitunter völlig legal nach der grünen Fußgängerampel fahren - z.B. wenn Fußgängerfurt und Radfurt direkt aneinander grenzen. Hier gibt es eine umfangreiche Tabelle, die aufzeigt, welche Ampel für Radfahrer gilt.
  • Wer als Radfahrer indirekt nach links abbiegt, muss gem. §9 (3) der STVO den Fahrzeugverkehr aus beiden Richtungen beachten, nicht aber beispielsweise eine Fußgängerampel. Dies kann schnell als Rotlichtverstoß wahrgenommen werden. Allerdings sind Fahrradampeln an einer eventuell vorhandenen Radverkehrs-Abbiegerführung zu beachten.
  • Radwege müssen nur benutzt werden, wenn sie mit entsprechenden Verkehrszeichen ausgestattet sind. Ein Bußgeld bei fehlender Benutzungspflicht sollte sich leicht mit einem Einspruch abwenden lassen.

Auf zum Lastenrad-Block bei der ADFC-Sternfahrt am 3. Juni!

Dienstag, 22.05.2012

Ob Bullitt, Christiania, Bakfiets oder was auch immer - Lastenräder werden immer mehr, machen Spaß und können so Einiges bewegen. Das wollen wir bei der ADFC-Sternfahrt erstmalig mit eigenen Lastenrad-Blöcken demonstrieren. Deswegen auf zu einem der drei Lastenrad-Treffpunkte am 3. Juni:

  • Prenzlauer Berg - S-Bahnhof Prenzlauer Allee
    11:25 Uhr am S-Bahn-Eingang [Abfahrt der Sternfahrt um 11:40 Uhr Richtung Alex]
  • Kreuzberg - Kottbusser Tor
    11:45 Uhr in der Kottbusser Straße 8 vor der Rad-Spannerei [Abfahrt der Sternfahrt um 12:10 Uhr durch die Kottbusser Straße]
  • Zehlendorf - S-Bahnhof Zehlendorf
    11:40 Uhr am Anfang der Machnower Straße/Ecke Teltower Damm [Abfahrt der Sternfahrt um 12:00 Uhr durch die Machnower Straße]

Wer Lust und Ladekapazität hat, kann an den Treffpunkten Kottbusser Tor und S-Bahnhof Zehlendorf Wasser in Form von 0,5 Liter Plastikpfandflaschen aufladen und sich an den Autobahnauffahrten Grenzallee und Spanische Allee an der Versorgung der durstigen Sternfahrt-TeilnehmerInnen beteiligen.

Bis zum 3. Juni!
Eure Lastenrad Fans Berlin/urban transport pioneers

PS: Wer bei facebook ist, bitte hier Teilnahme bekunden und FreundInnen einladen

Unterstützer und Mitaufrufer:
3RadRent, Moghul Rikschas, Rad-Spannerei, Klara Geist, Fahrradladen Mehringhof, messenger

Fahrradparkplätze am Bahnhof Ostkreuz

Dienstag, 22.05.2012

Am S-Bahnhof Ostkreuz gibt es jetzt mehr Fahrradparkplätze. Die erste offizielle Fahrradabstellanlage ist südlich der Ringbahnhalle am Ausgang Hauptstraße/Markgrafen Damm entstanden. Der Fahrradparkplatz ist ein Provisorium, denn hier wird sich später die südliche Doppelfahrbahn der Hauptstraße befinden.

Dank an Stefan vom Ostkreuzblog
Ostkreuzblog: Mehr Fahrradparkplätze am Bahnhof Ostkreuz

36. Fahrradsternfahrt am 3. Juni 2012

Freitag, 18.05.2012

Am 3. Juni 2012 findet in Berlin und Brandenburg die 36. Fahrradsternfahrt statt. Auf 19 Routen werden die Radfahrer aus dem Berliner Umland via Avus und Autobahn-Südring zum Großen Stern radeln. Die Sternfahrt endet gegen 14 Uhr beim traditionellen Umweltfestival am Brandenburger Tor.

sternfahrtspinne 2012Die Veranstalter stellen in jedem Jahr ein Motto in den Mittelpunkt der Fahrraddemonstration. 2009 hieß es schlicht Berlin fährt Rad, im Jahr darauf war das Motto Radfahren – aber sicher! Nach dem Aufruf Freie Fahrt für freie Räder! von 2011 heißt das Motto in diesem Jahr Berlin auf der Radspur! Zur Begründung schreibt der ADFC: “Mit dem diesjährigen Motto »Berlin auf der Radspur!« demonstrieren wir dafür, mehr Radspuren an Hauptverkehrsstraßen einzurichten und diese für Radfahrerinnen und Radfahrer vorgesehenen Verkehrsflächen für die entsprechende Nutzung freizuhalten. Immer wieder werden für Radfahrende vorgesehene Streifen − unabhängig von Beschaffenheit und Markierung − zum Parken von Kraftfahrzeugen missbraucht. Für Radfahrerinnen und Radfahrer können dadurch gefährliche Situationen entstehen, die mitunter tödlich enden. Selbst in Fällen massiven Parkens auf diesen Spuren werden die zuständigen Behörden selten tätig, weil sie keine akute Gefährdung des Verkehrs zu erkennen meinen.”

Auch im Jahr 2012 wird es wieder eine Kinderroute geben. Sie führt von der Jannowitzbrücke durch den Bezirk Mitte zum Großen Stern.

Eine Expressroute von Frankfurt (Oder) mit verschärftem Tempo (25 km/h) und früher Startzeit (6:25 Uhr) wird ebenfalls angeboten.

ADFC: Fahrradsternfahrt

Fahrradparken am Hauptbahnhof Utrecht

Donnerstag, 17.05.2012

In der Animation wird der Bahnhof Utrecht Centraal gezeigt, der bis zum nächsten Jahr komplett umgestaltet wird. Nach dem Umbau werden für Radfahrer unter dem Bahnhofsvorplatz Ost 12.500 Fahrradparkplätze angeboten. Der Hauptbahnhof ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Rad in den Niederlanden unverzichtbarer Bestandteil der Mobilitätskette ist.

Update 7. Juni 2012: Das zu diesem Beitrag gehörige Video wurde vom Nutzer gelöscht und ist bei Youtube nicht mehr zu sehen.

Bike Shorts in Berliner Kinos

Mittwoch, 16.05.2012

Heute und am kommenden Sonntag können Fahrradfilmfreunde in Berliner Kinos Bike Shorts auf großer Leinand betrachten. Bike Shorts ist ein bunter Strauß von Fahrradkurzfilmen, von denen einige bereits hier im Blog zu sehen waren (zum Beispiel hier und hier und hier), aber das Filmvergnügen auf einem kleinen Monitor ist doch begrenzt verglichen mit dem richtigen Kinogenuss. Eine Übersicht über alle 16 Kurzfilme gibt es hier.

Mittwoch, 16. Mai um 20:00 Uhr im Kino Babylon
Sonntag, 20. Mai um 20:00 Uhr in den Passage-Kinos

Das Programm Bike Shorts wird bundesweit gezeigt, weitere Aufführungsorte in den nächsten Wochen sind Bremen, Nürnberg, Magdeburg, München, Essen, Dresden und Hamburg.

Teil des Bike Shorts Programms ist der 12 Minuten lange Kurzspielfilm “Faster!” von Marie Ullrich aus dem Jahre 2009. Er zeigt das Leben einer Fahrradkurierin in Chicago. Stress pur, kaum Geld, die Kunden hetzen und Pförtner nerven. Wenn da mal alles gut geht … Hier der 48-Sekunden-Trailer zum Film:

Bike Shorts

Autofahrer muss für Tötung von zwei Radfahrern 4800 Euro Geldstrafe zahlen

Dienstag, 15.05.2012

Im August 2011 wollte ein 57-jähriger Autofahrer im ostfriesischen Burhafe in einer Kurve eine aus 50 Personen bestehende Radfahrergruppe überholen. Ein entgegenkommendes Auto musste wegen des Überholvorgangs ausweichen und schleuderte in die Gruppe. Zwei Radfahrer wurden getötet, weitere 15 Radfahrer wurden verletzt.

Das Amtsgericht Wittmund hat den 57-Jährigen nun zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro verurteilt. Der Autofahrer hatte jede Schuld bestritten.

Auch der zweite Autofahrer, dessen Auto in die Radfahrergruppe geschleudert war, hatte jede Schuld von sich gewiesen. Ein Gutachten ergab, dass die Geschwindigkeit des entgegenkommenden Autos “technisch realistisch” bei 137 Stundenkilometer lag. Erlaubt sind an dieser Stelle 100 Kilometer pro Stunde. Der Richter maß der Geschwindigkeit des entgegenkommendes Autos keine Bedeutung zu. Ursächlich für den Unfall sei allein die Fahrweise des ersten Autofahrers gewesen. “Sie hätten nur überholen dürfen, wenn eine Gefährdung des Gegenverkehrs ausgeschlossen gewesen wäre”, sagte er.

Welt Online: Autofahrer muss für Tötung von zwei Radfahrern Geldstrafe zahlen

Rad-süchtig? Die Fahrrad-Comedy

Dienstag, 15.05.2012

Hat Sie auch schon der leise Verdacht beschlichen, Ihr Fahrrad könnte mehr für Sie sein als ein nützliches Gerät? Ein Begleiter, ein treuer Freund, ja, vielleicht sogar ein Partner und Geliebter? Sind Sie ‘ohne’ geradezu auf Entzug, verzehren sich und sind dem Wahnsinn nahe? Dann brauchen Sie Hilfe! RAD-SÜCHTIG? ist die Lachtherapie für all jene, die sich Ihrer Leidenschaft stellen wollen.

Was tun, wenn ich nicht mehr anhalten kann?
Wenn mich mein Rad verlassen hat?
Kann der Mensch mehrere Fahrräder gleichzeitig lieben?
Wo kann ich ein neues Rad kennen lernen?
Wie groß darf der Altersunterschied sein?

Und wussten Sie…
… dass es in Berlin Ärzte für Fahrradsucht gab?
… dass zu schnelles Radfahren zum Fahrradgesicht führt?
… dass es getrennte Radwege für Frauen und Männer gibt?

Diese und weitere Fragen beantwortet Harald-Alexander Korp in Ton und Bild, gemeinsam mit seiner Bühnenpartnerin, dem etwas anderen Fahrrad.

Freitag, 1. Juni 2012 um 20:30 Uhr
Sonnabend, 2. Juni 2012 um 20:30 Uhr
Ort: Charlottchen
Droysenstraße 1
106229 Berlin
Eintritt: 12,- Euro (ermäßigt 9,-)
Kartenvorbestellung Tel 324 38 29
www.liebesfahrrad.de

Junge auf dem Fahrrad wird zum Symbol des russischen Widerstandes

Dienstag, 15.05.2012

Ein iPhone-Schnappsschuss der Journalistin Julia Ioffe ist zum Symbol der Protestbewegung gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin geworden. Das Foto wurde am Sonntag, dem 6. Mai aufgenommen, als Tausende von Moskauern gegen die Inthronisierung Putins demonstrierten. Ioffe postete das Bild des Jungen auf dem Kinderfahrrad mit Stützrädern sofort auf Twitter und brachte es mit dem Tian’anmen-Platz in Peking in Zusammenhang, wo 1989 ein Volksaufstand gegen die chinesische Diktatur blutig niedergeschlagen wurde.

The New Yorker: The Boy on the Bicycle

The New Yorker: The Boy on the Bicycle

Norm für Fahrradabstellanlagen

Montag, 14.05.2012

Um das spannende Thema Fahrradparkanlagen geht es morgen auf einer Sitzung des Deutschen Instituts für Normung (DIN). Um den Diebstahl von Fahrrädern zu reduzieren, den Komfort beim “Parken” zu verbessern und das Fahrrad an sich zu schützen, sollen auf Anregung des ADFC Normen für Fahrradabstellanlagen erarbeitet werden. Inhalt der zukünftigen Norm(en) sollen Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit und Prüfverfahren sein.

Das DIN-Institut ruft alle interessierten Kreise (z. B. Handelsvertreter, Hersteller, Prüfinstitute, Regelsetzende Institutionen, Verbraucherorganisationen, Anwender sowie Wissenschaft und Forschung) zur Mitarbeit auf. Normalerweise kostet die Mitarbeit im Arbeitsausschuss jährlich 1.010,00 Euro zzgl. 7 % Umsatzsteuer, das Institut weist jedoch darauf hin, dass die Teilnahme an der konstituierenden Sitzung am 15. Mai 2012 kostenfrei ist.

DIN-Institut: Norm für Fahrradabstellanlagen geplant

Baden Württemberg lobt Ideenwettbewerb rund um das Fahrrad aus

Montag, 14.05.2012

Unter dem Motto “Ich habs” will das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg eine mehrjährige Kampagne für das Radfahren starten.

Grundlage der Radverkehrspolitik des Landes ist ein Landesradverkehrsplan, der 2012 erarbeitet wird. Ziel ist ein leistungsfähiges und flächendeckendes Radverkehrsnetz, das sowohl direkte und schnelle Alltagsrouten als auch touristische Radfernwege und einen sinnvollen Umweltverbund aus Radverkehr und Öffentlichem Personen-Nahverkehr (ÖPNV) einschließt. Im Haushalt 2012 stehen für den Fördertatbestand “verkehrswichtiger Radweg” erstmals Gelder bereit.

Neben den harten Zielen will das Land eine fahrradfreundliche Mobilitätskultur fördern. In einem Ideenwettbewerb werden die pfiffigsten Ideen rund um die Technologie und die Nutzung des Fahrrads im Alltag gesucht. “Wir freuen uns besonders über schlaue Lösungen, die die Verkehrssicherheit beim Radfahren steigern. Gesucht werden auch Lösungen die das Fahrrad beim Abstellen und Parken vor Diebstahl besser schützen und doch pragmatisch und einfach sind. Wenn dabei noch Platz gespart werden kann, wäre dies ein zusätzlicher Nutzen, den wir natürlich gern honorieren. Im Bereich Mode suchen wir Ideen, die das Fahrradfahren nicht nur angenehmer oder sicherer machen, sondern gleichzeitig Modetrends setzen und die Freude am Radfahren erhöhen.”

Bis zum 30. September 2012 können Texte, Fotos, Skizzen, Prototypen oder marktreife Produkte zu den Themenschwerpunkten Sicherheit und Mode / Bekleidung beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) Baden-Württemberg eingereicht werden. Für den Ideenwettbewerb werden Preise in Höhe von 25.000,- Euro ausgelobt.

RadKULTUR Baden Württemberg

Sternfahrt Szczecin (Stettin)

Montag, 14.05.2012

Am Sonntag, dem 27. Mai ist die Großstadt  Szczecin (Stettin) das Ziel einer grenzüberschreitenden Fahrradsternfahrt. Die Demo gehört zu einem landesweiten Fahrradtag, der von einem Verein namens Städte für Fahrräder (Miasta dla Rowerów) organisiert wird und für bessere Bedingungen für das Radfahren in Polen wirbt. Zwei Hauptrouten der Sternfahrt beginnen in Mecklenburg-Vorpommern beziehungsweise in Brandenburg. Radfahrer aus dem Raum Pasewalk fahren über den Grenzübergang Linken, ein weiter Strang der Demonstration wird den weiter südlich gelegenen Grenzübergang Rosow nutzen. Alle Routen vereinigen sich um 12:00 Uhr in Szczecin zu einer Radlerdemo durch die 400.000 Einwohner große Stadt. Ziel der Radfahrerdemonstration ist ein großer Platz im Zentrum Stettins, auf dem ein buntes Rahmenprogramm mit Infos, Spielen und Wettbewerben veranstaltet wird.

Weitere Information auf deutsch auf der Internetseite:
Rowerowy Szczecin
[via]

Bergelheim: Ich fahr’ Fahrrad

Sonntag, 13.05.2012

“Ich fahr’ Fahrrad” ist eine Single-Auskopplung aus dem Album “Bergelheim2″ der Frankfurter Band Bergelheim. Komposition, Text und Gesang: Janni Blond.
Bergelheim

[via]

Europäische Bürgerinitiative für Tempo 30

Freitag, 11.05.2012

Der Lissabon-Vertrag der Europäischen Union sieht vor, dass Bürgerinnen und Bürger der EU ihre eigenen Themen auf die Agenda der Kommission setzen und so die Gesetzgebung mitbestimmen können. Wenn innerhalb eines Jahres 1 Million Unterstützer-Unterschriften aus mindestens 7 Ländern für das gewünschte Thema gesammelt werden, wird das Thema in der EU geprüft und eventuell beschlossen. Zur Zeit wird eine solche Europäische Bürgerinitiative (EBI) zum Thema Tempo 30 in unseren Städten vorbereitet.

Die Kernaussage der “EBI Tempo 30″ ist folgende: “Die reguläre Höchstgeschwindigkeit für Wohngebiete und Hauptstraßen mit erheblichem Fuß- und Fahrradverkehr in der Europäischen Union beträgt 30 km/h (20 mph). Lokale Behörden können Ausnahmen öffentlich begründen und beschildern.”

In der Begründung heißt es: “Die Vorschrift von 30 km/h für alle Wohn- und Stadtstraßen würde einen signifikanten Beitrag dazu bedeuten, dass die Straßen der EU sicherer werden und die Lebensqualität für ihre Bürger steigt. Es würde eine klare und unmissverständliche Botschaft aussenden, dass der Schutz von Leben und die Gleichberechtigung der Mobilitätsarten die Fundamente für die Verkehrspolitiken der Europäischen Union sind. Sie würde darüber hinaus eine weltweite Vorbildfunktion schaffen, die, wenn sie von sich entwickelnden Ländern übernommen wird, zum weltweit größten Einzelbeitrag zur Senkung der Unfallzahlen in der UN-Dekade der Straßenverkehrssicherheit werden würde.”

Tempo 30 in unseren Städten
[via]

Lebenslängliches Radfahrverbot für Münsteraner

Donnerstag, 10.05.2012

Ein junger Mann aus Münster in Westfalen wurde im Jahre 2008 bei einer Alkoholfahrt mit dem Auto erwischt. Deshalb war ihm der Führerschein entzogen worden. Im März 2012 wird der Münsteraner erneut geschnappt, diesmal auf dem Fahrrad. Eine Alkoholkontrolle erbrachte 2,1 Promille sowie ein Drogenvergehen. Der Mann wurde zu einem Fahrverbot fürs Fahrrad verurteilt. Nachdem eine Klage gegen das Urteil unterblieb, ist es nun rechtskräftig und wird im Flensburger Verkehrszentralregister eingetragen. “Egal wo in Deutschland der Mann auf dem Fahrrad erwischt wird, die Polizei weiß so sofort Bescheid. Wird er nun erneut auf dem Rad erwischt, zahlt er ein Zwangsgeld von 500 Euro.”

Über elf weiteren Radfahrern in Münster schwebt ebenfalls das Schwert des Fahrradfahrverbots. Sie alle müssen die medizinisch-psychologischen Untersuchung durchlaufen, eine langwierige und mit immensen Kosten verbundene Prozedur. Sollten sie durchfallen, gehen demnächst 12 Münsteraner zu Fuß.

WDR: Lebenslänglich Rad-los in Münster
(Dank an Micha)

Ist Kopenhagens Superfahrradweg wirklich super?

Dienstag, 08.05.2012

Vor einigen Wochen wurde der erste Fahrradschnellweg in Kopenhagen eröffnet. Die dänische Zeitung Politiken hat den knapp 18 Kilometer langen Radweg getestet und ein Fünf-Minuten-Video als Zeitraffer gepostet. Der Testfahrer mit der Kamera fährt von einem Außenbezirk Kopenhagens in das Zentrum. Die Leser der Politiken bewerten den Schnellweg ambivalent. Viele kritisieren Belag, Wegeführung, Hindernisse und Rampen. Mir kommt der Weg stellenweise wie ein ganz normaler Hochbordradweg vor.

politiken.dk: Er Københavns nye cykelsti virkelig ’super’?
[via]

www.berlin-nimmt-rücksicht.de

Montag, 07.05.2012

“Rücksicht im Straßenverkehr! Wirkt sofort. Kostet keinen Cent.”

Christophorus, Schutzpatron der Reisenden, der Verfechter von Paragraph 1 der StVO, der Mann, der Rücksicht im Straßenverkehr erfunden hat, hat ein Problem: nicht alle haben ihm sein Produkt abgekauft. Er hat noch nicht alle Verkehrsteilnehmer überzeugt, anderen mit Rücksicht, Fairness und Gelassenheit zu begegnen. Christophorus kommt in Kontakt mit Werbern, die ihm helfen, sein Produkt moderner zu präsentieren.

Das ist der Plot einer Werbekampagne in Berlin und Freiburg, mit der eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht werden soll. Finanziert wird die Kampagne. die besonders auf die Radfahrer fokussiert, vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat und der Unfallforschung der Versicherer. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und soll breit gestreut werden, vom klassischen Plakat über den Hörfunkspot bis zu Facebook und Youtube.

Berlins Verkehrssenator Michael Müller betonte zum Kampagnenstart die Relevanz von Kommunikationsmaßnahmen für die Verkehrssicherheit. “Wir haben dieses Projekt auch deshalb initiiert, weil wir ein besseres Verkehrsklima in den Städten brauchen und dafür neue Wege beschreiten müssen”.

www.berlin-nimmt-rücksicht.de

Fahrradparkplatz Nordbahnhof

Montag, 07.05.2012

Gäbe es eine Hitliste der besten Fahrradparkplätze Berlins, dann landete die Anlage am Nordbahnhof mit Sicherheit auf den vorderen Plätzen. Ebenerdiger Zugang, breite automatisch öffnende Schiebetüren, ausreichend Platz zwischen den Fahrradbügeln, nachts beleuchtet, im Winter geheizt, unmittelbar neben dem Fahrstuhl zu den Gleisen gelegen. Ich wüsste nicht, was man an dieser Anlage noch verbessern könnte. Vielleicht eine elektronische Hinweistafel, in wieviel Minuten die nächste Bahn abfährt. Aber das wäre für 50 Fahrradabstellplätze doch etwas zu viel des Guten.

Fahrrad als mechanisches Musikinstrument

Sonntag, 06.05.2012

Ein Fahrrad, das gleichzeitig ein selbstspielendes mechanisches Musikinstrument sein kann, hat Samuel Goss 1899 als Patent angemeldet. Wie bei einem normalen Fahrrad treibt die Tretkurbel das Hinterrad an. Mithilfe einer weiteren Kette versetzt die Kurbel eine Walze unter dem Oberrohr in Bewegung, die ähnlich einer Spieldose Metallzungen zum Klingen bringt. “My invention relates to bicycles, and has for its object to provide a combined bicycle and musical instrument whereby the rider when so disposed may treat himself and others in his immediate neighborhood to a musical accompaniment as he rides along.” Die Erfindung von Gross hat sich nicht durchgesetzt, ist vielleicht auch ganz gut so.

[via]

Velogistics.net - Plattform zum Ausborgen von Lastenrädern

Samstag, 05.05.2012

Lastenfahrräder sind die besseren Kleinwagen in der Stadt. Wenn ein Großeinkauf auf dem Wochenmarkt oder eine Shopping-Tour zu Ikea ansteht, wenn zum Saisonauftakt Pflanzen, Gartenmöbel und Grillkohle in den Kleingarten transportiert werden oder wenn die Kids zum Spielplatz gekarrt werden sollen, Kinder- und Transporträder leisten bei vielen Transportproblemen wertvolle Dienste. Doch nicht jeder besitzt ein Lasti oder kann sich eins beim Nachbarn ausleihen.

Hier kommt Velogistics.net ins Spiel. Auf dieser Seite können Leute, die ein Lastenrad zu verleihen oder zu vermieten haben, ihr Angebot mit einem Foto und Angaben zum Verleihort und den Verleihbedingungen machen. Alle Lastenfahrräder werden auf einer großen Google-Landkarte markiert, sodass Mietinteressierte schnell das passende Angebot in der Nähe finden können. Die Nutzung der Seite ist komplett kostenlos, sowohl für Lastenradverleiher als auch für Lastenradinteressierte. Ist das Ausleihen von Rädern auch kostenlos? Nein, besser gesagt: nicht immer, die Leihkonditionen werden vom Verfasser eines Lastenrad-Eintrages festgelegt und stehen auf der jeweiligen Detailseite.

Zur Zeit findet man auf Velogistics.net 44 Lastenräder und Fahrradanhänger. Der Schwerpunkt liegt noch auf Deutschland, lediglich 5 Nutzräder kommen aus Ländern außerhalb der Bundesrepublik. Das Berliner Angebot ist mit elf Nutzrädern schon recht breit, wenn man bedenkt, dass die Seite erst wenige Wochen im Netz ist. Viele der Berliner Lastenräder sind mit zehn Euro Miete pro Tag sehr günstig.

Es wäre sehr schön, wenn die Landkarte auf Velogistics bald übersäht wäre mit vielen kleinen bunten Stecknadeln.

Velogistics

Wie ein Fahrrad entsteht

Freitag, 04.05.2012

Die Kollegen von fahrstil haben einen hübschen Film aus den vierziger Jahren ausgegraben. “How a Bicycle is made” ist ein Viertelstundenfilm über die industrielle Produktion von Fahrrädern in England und zeigt Schritt für Schritt, wie ein Stahlfahrrad entsteht.

“Mit dem Fahrrad kommt man auf komfortable und kostengünstige Weise an sein Ziel. Das Rad ist ein großer Fortschritt für die Menschheit, ideal für das Einkaufen, einfach zu Parken und ein treuer Begleiter des Arbeiters auf dem Weg nach Hause. Auf dem Fahrrad findet der Mensch Entspannung, Gesundheit und Glück.” Auch wenn die Stimme aus dem Off für unsere Ohren ein wenig pathetisch klingt, im Grunde sagt sie nichts anderes als die vielen Imagefilmchen, die heute Youtube überschwemmen: Das Fahrrad ist eine der tollsten Erfindung, die je gemacht wurde.

Urbanophil über den E-Bike-Boom

Freitag, 04.05.2012

In keinem Wahlprogramm der bürgerlichen Parteien fehlt das Loblied auf Elektroautos, obwohl sie hier praktisch inexistent sind. Am 1. Januar 2012 waren in Deutschland 42.927.647 Pkw gemeldet, die Zahl der zugelassenen Elektroautos belief sich am Jahresanfang auf 4.541 Stück, also weit weniger als ein Promille. Prophezeit werden bis zum Jahr 2020 etwa eine Million Fahrzeuge.

Im Schatten der allseits bejubelten Elektroautomobiltät hat sich der Markt für E-Räder ganz anders entwickelt. Im letzten Jahr wurden in Deutschland 310.000 Stück verkauft, der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) schätzt, dass der Bestand an E-Bikes bereits heute die Millionengrenze überschritten hat.

Noch mal andere Zahlen werden aufgerufen, wenn es um den E-Bike-Boom in China geht. Zur Zeit werden jedes Jahr über 50 Millionen Elektrofahrräder in China verkauft, für das Jahr 2018 schätzt die amerikanische Marktforschungsgruppe Pike Research ein Volumen von 60.2 Millionen verkaufter Pedelecs in China.

Ein Doppel-Artikel im Urbanophil-Blog beschäftigt sich mit dem Aufschwung der Elektroräder in Deutschland und China. Wasilis von Rauch vom e-Radhafen beleuchtet im Beitrag Die (urbane) Mobilität der Zukunft fährt Elektrorad! den Wandel der Mobilität.

Nikolas Neubert, der seit 2009 in Shanghai lebt, beschreibt in China’s road to e-bike den dortigen Boom von Elektrofahrrädern.

Kamera dokumentiert Fahrradunfall

Donnerstag, 03.05.2012

Vorab: das Video kann sich jeder ansehen. Kein Blut fließt, unmittelbar nach dem Unfall sieht man beide Radfahrer wieder auf den Beinen. Der kurze Film zeigt, wie zwei Radfahrer am Mittwoch, dem 25. April in Berkeley in den USA von einem Auto angefahren werden und zu Fall kommen. Der Fahrer begeht anschließend Unfallflucht. Einer der Rennfahrer hatte eine kleine Kamera am Lenker dabei, ein Videoschnipsel des Unfalls wurde bei Youtube gepostet. Das wiederum rief die Polizei auf den Plan. Obwohl das Kennzeichen der schwarzen Limousine nur eine Zehntelsekunde im Bild war, reichte es, das Kennzeichen des Unfallfahrers zu ermitteln. Der Eigentümer des Autos behauptete, sein Fahrzeug sei gestohlen worden und er selbst hätte den Unfall nicht verursacht. Er wurde dennoch festgenommen.