Fahrradzukunft Nummer 14: Kultur der Angst

Montag, 30.04.2012

Themenschwerpunkt der gerade erschienenen Nummer 14 der Online-Zeitschrift Fahrradzukunft ist der Fahrradhelm. Im ersten Beitrag fragt sich Wolfgang Strobl, ob das Radeln so gefährlich ist, dass man alles tun muss, um sich zu schützen. Die richtige Antwort lautet: “Nein, Radfahren ist viel sicherer als andere alltägliche Weisen der Fortbewegung”. In weiteren Beiträgen zum Thema Helm geht es um die Wirksamkeit von Fahrradhelmen sowie um die Helmpflicht.

Im Technikteil des 44-Seiten-Magazins Fahrradzukunft findet man bereits zum zweiten Mal einen Nabendynamotest von Andreas Oehler. Im Testlabor werden neue Dynamomodelle von Schmidt und Shimano sowie einige exotische Modelle auf Herz und Nieren geprüft. Schließlich berichtet Juliane Neuß von der European Handmade Bicycle Show in Schwäbisch Gmünd.

Fahrradzukunft 14

Erkunde deinen neuen Kiez mit dem ADFC!

Montag, 30.04.2012

Neu nach Berlin zugezogene und Leute, die es in einen anderen Stadtbezirk verschlagen hat, können am nächsten Wochenende das neue Wohnumfeld mit dem ADFC entdecken. Acht Stadtteilgruppen des Fahrradclubs bieten am Sonntag unterhaltsame und lehrreiche Radtouren mit erholsamer Geschwindigkeit und auf möglichst fahrradfreundlichen Wegen durch einzelne Bezirke an. Die Fahrradtour erleichtert den TeilnehmerInnen die Erkundung der neuen Umgebung und zeigt günstige Wege mit dem Rad zu Alltags- und Ausflugszielen auf. Es können Kontakte geknüpft werden und der Bezirk erschließt sich von seiner fahrradfreundlichen Seite.

Startpunkte sind die Rathäuser der Bezirke:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf (Stadtteilgruppe City-West): Rathaus Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100
  • Friedrichshain-Kreuzberg: Rathaus Kreuzberg, Yorkstr. 4
  • Lichtenberg: Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstr. 6
  • Mitte: Rathaus Wedding, Müllerstr. 146/147
  • Neukölln: Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Str. 83
  • Reinickendorf: Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215-239
  • Steglitz-Zehlendorf: Rathaus Steglitz, vor Dahlbeck, Schloßstr. 33
  • Marzahn-Hellersdorf (Stadtteilgruppe Wuhletal): Rathaus Marzahn, Helene-Weigel-Platz

Die Teilnahme an den Radtouren ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Start am Sonntag, 06. Mai 2012 um 14:00 Uhr.

ADFC: Kieztouren 2012

24-Stunden-Rennen Berlin-Kopenhagen

Samstag, 28.04.2012

Am 18. August 2012 um eine Minute nach Mitternacht wird der Startschuss für ein Jedermannradrennen über 430 Kilometer von Berlin nach Kopenhagen fallen. Auf den ersten dreißig Kilometern werden die Rennfahrer von einer Eskorte begleitet, bevor das Rennen freigegeben wird. Anschließend geht die Fahrt durch die Nacht weiter nach Rostock, hier wird die Zeit gestoppt und die Radfahrer gehen an Bord der Fähre. Es gibt um 11:00 und um 13:00 Uhr zwei Fährabfahrten in Rostock. Niemand braucht Angst zu haben, die Fähre zu verpassen, denn ein Grupetto-Bus sammelt die letzten Radfahrer ein, damit alle nach Gedser kommen. Ab hier sind es noch ca. 165 km bis zum Ziel in Kopenhagen. Das Radrennen Berlin-Kopenhagen 2012 findet seinen Abschluss um 20:30 Uhr in Dänemarks Hauptstadt mit der Siegerehrung.

Für das Rennen wird eine Renngebühr zwischen 107,- und 134,- Euro fällig, die Anmeldung läuft bereits.

Fahrradcorso Berlin-Kopenhagen 2012
[via]

Fahrradunfälle in Berlin

Donnerstag, 26.04.2012

Das Wetter wird besser und viele fahren nun wieder Rad. Leider gibt es damit einhergehend wieder einige Fahrradunfall-Berichte:

In Steglitz-Zehlendorf fuhr eine Radfahrerin nach Polizeiangaben bei roter Ampel in die Kreuzung Teltower Damm / Potsdamer Straße / Berliner Straße ein und wurde von einem Kfz angefahren und dabei schwer verletzt. Polizeimeldung 1321 vom 25.4.2012

In Kreuzberg wurde eine Radfahrerin von einem Lkw angefahren und dabei schwer verletzt. Genaueres zum Unfall, der an der Kreuzung Wilhelmstraße / Kochstraße stattfand, ist noch nicht bekannt. Tagesspiegel: Radfahrerin von Lastwagen angefahren vom 25.4.2012

Eine Radfahrerin auf dem Kurfürstendamm in Charlottenburg fuhr in die Tür eines Taxis, die von einem Gast unachtsam geöffnet wurde. Auch sie wurde schwer verletzt.  Polizeimeldung 1333 vom 26.4.2012

Onlinebefragung zur Nutzung des Fahrrads

Mittwoch, 25.04.2012

Roland Brühe von Alltag eines Radfahrers hat im Februar eine Onlinebefragung ins Netz gestellt, die sich an Radfahrer richtet. Roland will wissen, wie der gemeine Radfahrer sein Fahrrad nutzt und welche Einstellungen er zum Radfahren hat. Die Fragen beziehen sich auf das eigene Verhalten im Verkehr und auf die Einstellungen hinsichtlich der Fahrradnutzung. Die gesamte Befragung besteht aus 18 Seiten und ist in einer viertel Stunde beantwortet.

Inzwischen sind 410 Fragebögen vollständig ausgefüllt worden. Roland: “Was ich bisher sehen kann und ganz toll finde ist das Engagement der Teilnehmer: Es gibt etliche Anmerkungen in den Freitextfeldern. Die Fragen werden also wirklich sehr gewissenhaft ausgefüllt. Ich bin sehr gespannt auf die Auswertung.”

Die Befragung bleibt bis Ende Juni online, im Juli werden die Ergebnissen auf Rolands Blog veröffentlicht.

radfahreralltag.de: BeNuFa – Befragung zur Nutzung des Fahrrads
Direkt zur Onlinebefragung
[via]

Berliner Stadtmöbel von Florian Rivière

Dienstag, 24.04.2012

Zwei Fahrradbügel in passendem Abstand, ein Palette und fertig ist die “Fast Bench”, die schnell errichtete Bank. Ein Projekt von Florian Rivière, gefunden bei urbanshit.de, dem Blog für StreetArt und urbane Kultur.

Dortmund will den Radschnellweg Ruhr nicht

Dienstag, 24.04.2012

Die Pläne, eine hundert Kilometer lange Fahrradschnellverbindung zwischen den Städten Hamm und Duisburg bis zum Jahr 2020 zu bauen, stehen vor dem Aus. Eine erste Kostenschätzung hatte ergeben, dass der Radschnellweg Ruhr etwa 110 Millionen Euro kosten wird. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagte nach einer SPD-Fraktionssitzung, das Projekt sei angesichts der Kosten „kaum noch vermittelbar“. Die Stadt hatte zwar im letzten Jahr eine Absichtserklärung unterschrieben, aber das sei ja generell unverbindlich. Die Dortmunder SPD möchte auch keine vom Bund bezahlte Machbarkeitsstudie erstellen lassen.

Der ADFC Nordrhein-Westfalen kritisierte die Entscheidung. Das, so ADFC-Pressesprecher Thomas Rommelspacher, ist ein Rücksturz in die Verkehrspolitik der 1980er Jahre. ADFC-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann rät der Dortmunder SPD, sich in den Niederlanden davon zu überzeugen, dass Radschnellwege einen wichtigen Beitrag zur urbanen Mobilität leisten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis, von Radschnellwegen, so Semmelmann, ist exzellent.

ADFC-Blog: ADFC NRW kritisiert den Ausstieg der SPD Dortmund aus dem Projekt Radschnellweg Ruhr

Critical Mass Budapest

Montag, 23.04.2012

Zehntausende Fahrradfahrer haben gestern den Autoverkehr in Budapest lahmgelegt, als sie laut klingelnd und hupend durch die ungarische Hauptstadt fuhren. Am Earth Day demonstrieren traditionellerweise viele Radfahrer in Budapest für bessere Bedingungen. Hier der Start der Demo.

Pendlersteuer statt Pendlerpauschale

Montag, 23.04.2012

Die Entfernungspauschale, im Volksmund auch Pendlerpauschale genannt, garantiert Steuerzahlern eine pauschalierte Minderung der Steuer, abhängig von der Entfernung des Arbeits- vom Wohnort. Praktisch bedeutet das: Großverdiener sparen eine Menge, Mittelverdiener schon deutlich weniger und Kleinverdiener gehen leer aus. Wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise wurde vor kurzem von der FDP gefordert, die Pendlerpauschale anzuheben. Vielverdiener sollten noch mehr sparen können und Menschen mit geringem Einkommen sollten weiterhin für Sprit jeden Cent aus der eigenen Tasche zahlen.

Der Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) Thomas Straubhaar plädiert dagegen für einen radikalen Kurswechsel. Die Pendlerpauschale gehöre abgeschafft, die Pendler sollten stattdessen sogar besteuert werden. “Abgase, Verkehrslärm, Stau oder Parkplatzmangel könnten gute Gründe sein, die Pendlerpauschale abzuschaffen und sie durch eine Pendlersteuer zu ersetzen.” Damit würden Städter für das Leid entschädigt werden, das ihnen autofahrende Pendler antun, so Straubhaar.

Focus.de: Wirtschaftsexperte Straubhaar fordert Steuer für Berufspendler
[via]

Fahrradstencil

Freitag, 20.04.2012

Fahrradstencil

via uBikeBarcelona

Interview mit Jesper Pørksen vom dänischen Radfahrerverband

Freitag, 20.04.2012

Die in Berlin bereits gezeigte Ausstellung “Eine Stadt fährt Rad - Kultur -  Design - Stadtentwicklung - Beispiel Kopenhagen” macht gerade Station in Leipzig. Noch bis zum 27. April werden Bilder und Texttafeln über Kopenhagens Fahrradkultur in einem Hörsaalgebäudes an Leipzigs Augustusplatz gezeigt. Alexander John, Referent für nachhaltige  Mobilität im StudentInnenRat der Universität Leipzig: “Das beliebteste studentische Verkehrsmittel soll mit der Ausstellung  auch in Leipzig einen neuen Schwung bekommen.”

Anlässlich der Ausstellung war der Sprecher des dänischen Radfahrerverbandes Jesper Pørksen diese Woche Gastredner an der Uni Leipzig. Radio mephisto 97.6-Redakteur Alexander Hertel hat Pørksen über das Radfahren befragt, die Entwicklung Kopenhagens, und was Leipzig daraus lernen kann.

Radio mephisto 97.6: Interview Jesper Pørksen
mephisto 97.6: Leipzig auf dem Weg zur Radfahrerstadt?

App belohnt korrektes Verkehrsverhalten

Donnerstag, 19.04.2012

Eine Handy-Applikation für die Betriebssysteme iPhone und Android ist in der Stadt Breda in den Niederlanden in Arbeit und wird bald eingeführt. Nach der kostenlosen Installation der App trackt das Programm die Geschwindigkeit von Radfahrern und Automobilisten. Man kann die App lediglich nutzen, um sein eigenes Verkehrsverhalten zu überprüfen. In Verbindung mit einer Lotterie, an der man über die App zusätzlich teilnehmen kann, soll gutes Fahrverhalten belohnt werden. “Gutes Fahrverhalten” bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings lediglich, dass man nicht zu schnell fährt. Anderes negatives Verkehrsverhalten wie zu enges Überholen, Rotlichtverstöße etc. können mit der App natürlich nicht erfasst werden.
Fietsberaad: App beloont goed verkeersgedrag

Radfahrer

Mittwoch, 18.04.2012

 Max Vähling: Radfahrer

Zeichnung: Max Vähling
Dreadful Gate: Radfahrer

Der Tagesspiegel zum Thema “Sicher Fahrrad fahren”

Dienstag, 17.04.2012

In einem Bullshit-Bingo zum Thema Radverkehrssicherheit in Berlin kämen vielleicht folgende Schlagwörter vor: Steigerung des Radverkehrs, Anstieg der Unfallzahlen, Verweis auf den 55-Prozent-Schuld-Anteil der Radfahrer bei Unfällen, Zahl toter Radfahrer, Abbiegeunfälle, Radlerchaoten, rücksichtslose Radfahrer, Bürgersteigradler, nicht verkehrssichere Fahrräder, Fixies.

Nicht unbedingt vor im Bingo käme das Schlagwort Radverkehrsführung. Der Rosenthaler Platz in Mitte, der im folgenden Video des Tagespiegels als gefährlicher Knotenpunkt bezeichnet wird, ist ein Beispiel dafür, wie die Führung des Verkehrs die Radfahrer zu Verkehrsteilnehmern zweiter Klasse degradiert. Am Rosenthaler hat der Autoverkehr Vorrang, alles andere wird hier sprichwörtlich an den Rand gedrängt. Radfahrer werden dort schon mal Dutzende Meter durch dichten Touristenstrom geführt. Bürgersteigradeln, sonst streng sanktioniert, am Rosenthaler Ecke Weinbergsweg ist die von den Verkehrsplanern vorgesehene Form des Radfahrens. Und anders als der Tagesspiegel sagt, müssen sich die Radfahrer den Knoten Rosenthaler in der Tat antun, wenn sie von Pankow nach Mitte fahren.

Der Tagespiegel: Sicher Fahrrad fahren

Radfahrerin von Lkw mitgeschleift

Montag, 16.04.2012

“Heute Vormittag erfasste ein Sattelschlepper eine Radfahrerin in Moabit. Gegen 9 Uhr 15 hatte ein 55-jähriger Lkw-Fahrer nach bisherigen Erkenntnissen beim Rechtsabbiegen aus der Straße Alt-Moabit in die Gotzkowskystraße eine 32-jährige Radfahrerin übersehen, angefahren und 30 Meter mitgeschleift. Die alarmierten Rettungskräfte der Feuerwehr bargen die Frau und brachten sie zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen erlitt sie multiple Prellungen und Frakturen. Die weiteren Ermittlungen hat der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 übernommen.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1220 vom 16.04.2012 - 15:50 Uhr

Bikekitchen Augsburg

Montag, 16.04.2012

Die Bikekitchen Augsburg ist ein offenes, unkommerzielles Angebot für Selbsthilfe-Fahrrad-Reparaturen. Die Bikekitchen bietet einen ausgestatteten Werkstattraum und eine Küche für gemeinsames Essen und Trinken. An jedem Donnerstag zwischen 6 und 8 sowie am ersten Freitag im Monat kann die Werkstatt kostenlos genutzt werden. Dafür steht ein kleines Lager mit den gängigen gebrauchten Ersatzteilen und natürlich Fahrradreparaturwerkzeug zur Verfügung. Seit knapp einem Jahr ist die Bikekitchen für alle Augsburgerinnen und Augsburger offen.

Bikekitchen Augsburg

Erster Fahrradschnellweg in Kopenhagen wird eröffnet

Mittwoch, 11.04.2012

Mit der Bezeichnung Fahrradschnellweg, englisch Cycle Highway oder mit der Steigerungsform Cycle Superhighway ist es so eine Sache. In London erhalten bereits schlichte Fahrradwege mit 1,5 Metern Breite diese Auszeichnung. In Kopenhagen hat man für Cycle Superhighways einen Kriterienkatalog entwickelt: es handelt sich um eine Fahrradverbindung, auf der die Bedürfnisse von Pendlern höchste Priorität besitzen. Diese Wege sollen schnell, so direkt wie möglich und mit so wenig Stopps wie machbar sein. Das heißt zum Beispiel, dass die Wege mit einer grünen Welle für Radfahrer ausgestattet sind. Normalerweise sind Ampelschaltungen so optimiert, um den höchsten Durchfluss für den Autoverkehr zu gewährleisten. Ampeln an Fahrradschnellwegen in Kopenhagen werden so getaktet, dass Radfahrer mit einer Geschwindigkeit von 20 km/h auf einer Grünen Welle ohne Stopps Richtung Zentrum fahren können. Abends verläuft die grüne Welle vom Zentrum in Richtung der Wohngebiete.

Weitere Detail zum Konzept der Fahrradschnellwege erfährt man auf englisch hier.

Der erste Fahrradschnellweg dieser Güte wird am kommenden Sonnabend in Kopenhagen geöffnet. Die Verbindung führt geschätzte 15 Kilometer vom Kopenhagener Zentrum geradewegs Richtung Westen über die Vororte Frederiksberg und Rødovre nach Glostrup. An sieben Servicepunkten kann man auf der Strecke kostenlos Luft tanken.

In den nächsten Jahren werden in Kopenhagen 26 Fahrradschnellwege mit einer Gesamtlänge von 300 Kilometern errichtet. Hinsichtlich der Kosten hat sich die Stadt noch nicht festgelegt. Eine Basisversion der Fahrradschnellwege würde 55 Millionen Euro kosten, während der Maximalausbau 117 Mio. Euro teuer wird.

[via Mikael]

frontal21: „Im toten Winkel“

Dienstag, 10.04.2012

In der Sendung frontal21 im ZDF wird heute Abend ab 21:00 Uhr der Beitrag “Im toten Winkel - Risiko Radfahren” ausgestrahlt. Der Unfallanalytiker Hansjörg Leser wird dazu befragt, weshalb Rechtsabbiegeunfälle zwischen Lastkraftwagen und Radfahrern nicht ab- sondern zunehmen. Leser sagt, dass die Überlastung von LKW-Fahrern das eigentliche Problem sei. Es gäbe zwar Assistenzsysteme, die den Fahrer warnen, er könne aber nicht sagen, wie ausgereift diese Systeme seien. “Das beste aktive System, das warnen kann, ist selbstverständlich ein Beifahrer, der im Ballungsraum im LKW sitzt und diese Aufgabe übernimmt.” Leser empfiehlt dem Rad- und dem Lastwagenfahrer, zu kommunizieren. Wenn kein Sichtkontakt besteht, sei es für den Radfahrer besser, nachzugeben.

ZDF: Im toten Winkel
[via]

Das Vier-Fuß-Gesetz in Pennsylvania

Freitag, 06.04.2012

In Pennsylvania in den USA wurde am 2. April gesetzlich vorgeschrieben, dass Kraftfahrzeuge Radfahrer mit einem Mindestabstand von vier Fuß (gut 1,2 Meter) überholen müssen. Pennsylvania ist der 19. Bundesstaat, der eine solche Regelung eingeführte.

Nur einige Stunden später ereignete sich der im Video gezeigte Verkehrsunfall in der Stadt Bethlehem in Pennsylvania. Ein 17 Jahre alter Autofahrer rammt am 2. April einen Radfahrer auf der Fahy-Brücke. Nach dem Aufffahrunfall versucht der Autofahrer zu fliehen. Da ein vor ihm fahrender städtischer Busfahrer die Szene im Rückspiegel beobachtet, blockiert er mit seinem Bus die Straße und verhindert die Flucht des Autofahrers. Ein weiterer Autofahrer setzt seinen Wagen hinter den Unfallfahrer und blockt ihn ebenfalls. Passenderweise erscheint wenige Sekunden später die Polizei.

Das Video wurde hochgeladen von BethlehemPoliceDept, also von der Polizei in Bethlehem. Auf der Webseite der Polizei wird berichtet, dass die beiden Bürger wegen ihrer Tat geehrt wurde. Interessant ist auch, dass das Polizeivideo zum Abschluss auf das Schild “May Use Full Lane” schwenkt. Das Verkehrsschild, das darauf hinweist, dass Radfahrer ganze Autospuren benutzen dürfen, setzt sich in den USA langsam durch.

[via]

rbb: Auto gegen Fahrrad - Krieg auf der Straße?

Donnerstag, 05.04.2012

In der rbb-Sendung “Klipp & Klar” vom 3.4.2012 wurde über Radfahrer im Straßenverkehr diskutiert.  Bernhard Brink (Schlagersänger und Autofahrer), Christian Gaebeler (SPD-Staatssekretär beim Senator für Stadtentwicklung), Kerstin Emma Finkelstein (ADFC, Chefredakteurin radzeit) und Gunnar Schupelius (bz-Redaktion) stellten ihre unterschiedlichen Perspektiven dar.

Während Schupelius (Co-Autor des Buches “Deutschland schafft das Auto ab”) die Ansicht äußerte, dass der Autoverkehr schon heute durch die Radverkehrspolitik benachteiligt würde, indem ihm Platz weggenommen wird, verteidigte Gaebler unter anderem das Anlegen von 1,20-1,50 Meter breiten Radstreifen, da diese die Sicherheit gegenüber Rechtsabbiegern erhöhen würden. Brink unterstellte den Radfahrern, “keine Regeln” einzuhalten, um später in der Sendung zuzugeben, es früher als Autofahrer auch nicht allzu genau genommen zu haben. Finkelstein wies u.a. darauf hin, dass ein großer Teil der im letzten Jahr getöteten Radfahrer von Rechtsabbiegern umgefahren wurde, der notwendige Überholabstand in Berlin “von keinem” Auto eingehalten würde, und die von den Kontrahenten als “vernünftig” empfundene Helmpflicht auch negative Folgen hätte.

Die Sendung ist in der rbb-Mediathek bis zum 10. April 2012 abrufbar.

Rückblick auf die VeloBerlin 2012

Donnerstag, 05.04.2012

Die zweite Frühlingsfahrradmesse in Berlin am 24. und 25. März 2012 liegt nun auch schon einige Tage zurück. Beide Berliner Fahrradmessen haben angekündigt, im Jahr 2013 weitermachen zu wollen. Wir haben sowohl auf der BerlinerFahrradSchau als auch auf der VeloBerlin unsere erste eigene Marke - das Paripa - vorgestellt, um mal einen Link unterzubringen. Hier eine Minute Rückschau auf die VeloBerlin 2012:

Berliner Mauerstreifzüge Sommer 2012

Donnerstag, 05.04.2012

Der Europa-Abgeordnete der Grünen Michael Cramer lädt zum zwölften Mal zu den Mauerstreifzügen ein. Natürlich mit dem Fahrrad - schnell genug, um viel zu sehen und langsam genug, um um sich das alles anzuschauen - kann man in acht Etappen den ehemaligen Mauerverlauf um Westberlin erfahren. Die Mauer ist nur an wenigen stellen noch sichtbar, viele authentische Zeugnisse des Grenzverlaufs sind in der Zeit nach der Wende beseitigt worden.

In acht Etappen kann man über den Sommer hinweg Cramer begleiten. Die Touren beginnen immer um 14:00 Uhr und finden bei jedem Wetter statt. Jede einzelne Tour ist zwischen 20 und 30 Kilometer lang und wird nach Möglichkeit durch eine Rast in einem Biergarten unterbrochen. Wie in den letzte Jahren wird Reiseführer Cramer von Prominenten aus Politik und Kultur unterstützt.

  1. Sonnabend, 26. Mai 2012: Potsdamer Platz - S-Bahnhof Adlershof
  2. Sonnabend, 09. Juni 2012: S-Bahnhof Adlershof - S-Bahnhof Lichterfelde Süd
  3. Sonnabend, 23. Juni 2012: S-Bahnhof Lichterfelde Süd - Volkspark Potsdam (TRAM-Halt “Buga-Park”)
  4. Sonnabend, 07. Juli 2012: Volkspark Potsdam (TRAM-Halt “Buga-Park”) - Bahnhof Staaken
  5. Sonnabend, 21. Juli 2012: Bahnhof Staaken - Bahnhof Hennigsdorf
  6. Sonnabend, 04. August 2012: Bahnhof Hennigsdorf - S- Bahnhof Hermsdorf
  7. Sonnabend, 18. August 2012: S- Bahnhof Hermsdorf - S- Bahnhof Wollankstraße
  8. Sonnabend, 01. September 2012: S- Bahnhof Wollankstraße - Potsdamer Platz

Berliner Mauerstreifzüge Sommer 2012 (pdf)

Öffentlicher Fahrradmontageständer

Dienstag, 03.04.2012

Eine Firma in Minneapolis in den USA hat einen Fahrradmontageständer entworfen, der dazu gedacht ist, an öffentlichen Orten aufgestellt zu werden. Der Fixit Bike Repair Stand hält alle Werkzeuge vorrätig, um einfache Reparaturen am Fahrrad durchzuführen. Man hängt das Rad auf einen gummiüberzogenen Arm und kann Pedalen und Laufräder frei bewegen. Der Austausch eines Fahrradschlauchs sowie das Einstellen von Bremsen und Gangschaltung sind kein Problem, da alle Werkzeuge einschließlich Fahrradpumpe für unterschiedliche Ventil-Formate vorhanden sind. Alle Tools werden durch Stahlseile gegen Diebstahl gesichert. Unerfahrene Fahrradreparierer können ihr Smartphone auf einen QR-Code richten und werden so auf eine Seite mit Tipps zur Fahrradreparatur geführt. Der Fixit Fahrradmontageständer bietet außerdem Platz, um Werbung oder einen Hinweis auf den Sponsor anzubringen. Die Firma wartet auf ein Patent und wird den Ständer danach auf den Markt bringen. Feine Idee für Städte und Gemeinden, die ihren Radfahrern einen besonderen Service bieten möchten.

Fixit Bike Repair Stand

Rummelsburger Bucht

Montag, 02.04.2012

Gastbeitrag von M. Stoß: An der Rummelsburger Bucht gibt es seit einigen Wochen eine Baustelle an der Kynaststraße, wo man bisher zur Bucht runterfahren konnte. Dort ist jetzt das Ufer gesperrt und die Radfahrer werden darauf hingewiesen, ein Stück weiter in Richtung Ostkreuz zu fahren, um dann erst wieder auf den Uferweg zu schwenken.

Positiv an der Sache ist, dass man sich ja immerhin die Mühe gemacht hat, diesen Weg auszuschildern. Negativ ist, dass der Weg natürlich viel zu schmal ist, um jetzt mit dem Fußverkehr gemeinsam dort geführt zu werden. Die Auffahrt auf diesen Weg, wenn man denn die Kynaststraße weiter gefahren ist, ist in keiner Form angepasst worden. Weder hat man eine Asphaltkante od.ä. gegossen, um die Kante zu überfahren, noch hat man 2 Parkplätze gesperrt, um den Weg überhaupt sichtbar und übersichtlich zu machen. Alles wieder nur halbgar und als solches typisch. Ebenso typisch dann die ergänzende fantasievolle „Beschilderung“ seit einigen Tagen…

Passend dazu die Meldung der Berliner Polizei:

“Baustellen im öffentlichen Straßenraum bergen immer Gefahren für Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund hat die Polizei Berlin mit gut 150 Polizisten schwerpunktmäßig vom 27. bis 29.März 2012 in enger Zusammenarbeit und Teilnahme mit der Verkehrslenkung Berlin und den Bezirksämtern knapp 800 Baustellen auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Ein Großteil von den 275 Beanstandungen konnte durch die verantwortlichen Baustellenbetreiber sofort beseitigt werden. In 92 Fällen wurden Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1027 vom 31.03.2012 - 10:45 Uhr

Modal Split Datenbank für Europa

Montag, 02.04.2012

Die Organisation EPOMM hat eine Datenbank mit den Modal-Split-Daten von mehr als 300 Städten in Europa veröffentlicht. Mit diesem Tool kann man wunderbar spielen. Wenn man zum Beispiel alle deutschen Großstädte mit einem Radverkehrsanteil von zehn Prozent oder mehr sucht, bietet die Datenbank 44 Ergebnisse, von Münster mit 38 Prozent bis Osnabrück mit elf Prozent anteiligem Radverkehr.

Nachteil der Datensammlung: sie sind unterschiedlich stark veraltet. Die Berliner Zahlen sind von 2009, die Zahlen vieler weiterer deutscher Städte wurden zwischen 2004 und 2008 erhoben, zuweilen sind sogar grotesk antiquierte Daten vorhanden wie etwa von Lübeck aus dem Jahre 1994. Das Modal-Split-Tool erfasst insgesamt 287 europäische Städte über 100.000 Einwohnern sowie 50 weitere kleine Städte aus Europa und zwölf Städte aus Kanada, USA, Mexiko und Australien.

TEMS - The EPOMM Modal Split Tool