Weniger Blech in der Linienstraße?

Mittwoch, 30.11.2011

Die Linienstraße ist von Bordstein zu Bordstein gemessen etwa sieben Meter breit. Nach Ansicht der Verkehrsplaner ist das Platz genug für zwei Parkstreifen sowie eine Fahrspur als kombinierte Autospur in beide Richtungen beziehungsweise als Fahrradstraße. Kfz-Lenker befahren die Linienstraße meist exakt mittig und geben in der Regel keinen Millimeter Platz, wenn ihnen Radfahrer entgegenkommen. Als Radler muss man sich zwischen den Autos hindurchzwängen, für Sicherheitsabstände bleibt kein Platz. Besonders misslich ist es für Radfahrer, wenn sich zwei Autos begegnen. Für die Autofahrer ist das Millimeterarbeit, sie tasten sich Zentimeter für Zentimeter voran, für die Radfahrer bedeutet das: absteigen und warten, bis die Autos endlich aneinander vorbei gekommen sind. Für eine Fahrradstraße ist dieser Zustand nicht zumutbar.

Die westlichsten hundert Meter der Linienstraße wurden gerade umgestaltet. Statt zweier Parkstreifen gibt es hier nur noch einen mit schräg geparkten Autos. Zusätzlich ist die Linienstraße zwischen Tucholksky- und Oranienburger Straße nun Einbahnstraße. Es wäre ein Gewinn für die Linienstraße als Fahrradstraße, wenn diese Regelung in der ganzen Straße eingeführt würde.

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Bier-Bikes vor dem Aus?

Montag, 28.11.2011

Wie der Tagesspiegel berichtet, stehen die Bier-Bikes in Berlin wohl kurz vor dem Aus. Nach gerichtlich bestätigten Verboten in Münster, Köln und Düsseldorf überlegt man nun auch in Berlin, diese mit bis zu 16 Personen besetzten, muskelbetriebenen Räder zu verbieten. Als Argumente nennt man das mögliche Ausbremsen von Feuerwehren oder etwas knapper “das geht nicht”. Ebenso ästhetische Aspekte und das Ärgernis für Autofahrer werden in dem Artikel genannt.

Tagesspiegel: Vollbremsung für rollende Theken

Speichenanimation

Freitag, 25.11.2011

Sehr schöne Animation der in London lebenden Video-Autorin Katy Beveridge: “Das Stück habe ich gemacht, um herauszufinden, ob man eine Animation in Realtime filmen kann.”

Das Video ähnelt ein wenig dem Cyclotrope-Experiment von Tim Wheatley (siehe hier), ist aber noch perfekter, weil es ein real fahrendes Rad zeigt.

Radfahrer in Baden-Württemberg sagen “Ja”

Freitag, 25.11.2011

ja-zum-ausstieg-aus-stuttgart-21.jpgWenige Tage vor der landesweiten Volksabstimmung über den Stopp der Mitfinanzierung durch das Land am Projekt “Stuttgart 21″ hat sich der ADFC im südwestlichen Bundesland noch einmal zu Wort gemeldet und für Ja-Simmen zum Austieg aus dem Milliardenloch geworben:

“Aus Sicht der Radfahrer-Lobby bringt der geplante Tiefbahnhof “Stuttgart 21″ für reisende Radfahrer deutlich mehr Nachteile als der bisherige Kopfbahnhof. Der ADFC Baden-Württemberg rät daher, mit JA für den Ausstieg des Landes aus dem milliardenteuren Projekt bei der Volksabstimmung am kommenden Sonntag zu stimmen. Radfahrer müssten künftig jeden Bahnsteig über Aufzüge oder Rolltreppen erreichen - nicht mehr ebenerdig wie bisher im Kopfbahnhof. Zudem könnten die Züge nicht mehr auf einem von 16 Bahnsteigen frühzeitig bereitgestellt werden. Die kurzen Haltezeiten im Tiefbahnhof zwingen vor allem bahnfahrende Radgruppen beim Umsteigen zum echten “Stresstest”. Die relativ schmalen Bahnsteige im Tiefbahnhof bedeuten für reisende Radfahrer eine weitere Komfort-Einschränkung.”

ADFC Baden-Württemberg: Stuttgart 21 ist kein Projekt für Radfahrer

So bringt das nichts = Lockfail

Donnerstag, 24.11.2011

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Nachmittags am Augsburger Hauptbahnhof. Das Fahrrad ist abgeschlossen. Niemand ist in Sicht. Der Schlüssel steckt.

Größere Bilder nach dem Klick auf die Fotos.

Dank an A2011 - Fahrrader, Ideen

Rad-Rambo-Diskussion geht weiter

Donnerstag, 24.11.2011

Hintere Autotür aufmachen, Aufkleber auf die Windschutzscheibe pappen, Spiegel abtreten, den Wagen anspucken, ein Schlag mit der flachen Hand aufs Fahrzeugdach oder Air Zound einsetzen, so fasst Andrea Reidl bei Spiegel Online die wichtigsten Kampfmittel von Radfahrern gegen Autofahrer zusammen. So etwas erlebt sie zwar nicht auf den Straßen Hamburgs oder Berlins, es sind lediglich “die gängigsten Kampfmethoden, die im Web genannt werden”.

Spiegel Online ist natürlich fair und hat sich ebenfalls in Internetforen für Autofahrer umgesehen. Auch hier wird Reidl fündig und listet einige Rüpeltricks auf: anhupen, vor der Ampel dicht an den Straßenrand fahren oder Abstand zum Vordermann gering halten, damit dort kein Radler durchkommt.

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Also steht es irgendwie pari. Die Überschrift weist aber nur in eine Richtung: “Rad-Rambos blasen zur Auto-Hatz”. Kein Wort davon, dass es fundamentale Unterschiede bei Konflikten zwischen Radfahrern und Autofahrern gibt. Nur die eine Seite hat die Konsequenzen zu tragen.

Spiegel Online: Rad-Rambos blasen zur Auto-Hatz

Groningen: Grünphase für Radfahrer in alle Richtungen

Mittwoch, 23.11.2011

Hier in Groningen haben wir das Grün für Radfahrer in alle Richtungen eingeführt, weil insbesondere für linksabbiegende Radfahrer die Wartezeit sehr lang war. Nun gibt es grün für alle zur gleichen Zeit. Man startet und schaut nach links, ob andere Radler kreuzen, dann ist es gewissermaßen Verhandlungssache, wer zuerst fährt. Man redet miteinander, man hat Augenkontakt, das ist der große Vorteil, wenn man auf dem Fahrrad sitzt.

[via]

Verkehrspsychologe: Tempo 30 in der Stadt wird 2020 die Regel sein

Dienstag, 22.11.2011

Bernhard Schlag ist Professor für Verkehrspsychologie an der Technischen Universität Dresden. Schlag wurde vom ZDF zur Akzeptanz von Tempo-30-Zonen in Städten befragt.

Schlag: “Wir fordern Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit. Das bedeutet aber nicht, dass es gar keine 50er-Zonen mehr geben soll. Aber eben nur dort, wo es sinnvoll ist. Heutzutage müssen Behörden begründen, wenn sie eine 30er-Zone einrichten wollen, und da muss sozusagen eine Umkehrung der Beweispflicht her: Wir brauchen Tempo 30 als Standard und für jede 50er-Zone eine Begründung.”

ZDF: “Warum brauchen wir Tempo 30 in den Städten?”

Schlag: “Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, dass sich auf diese Weise die Unfallquote drastisch senken lässt. In London etwa hat man vor über zehn Jahren flächendeckend 20 miles per hour als Höchstgeschwindigkeit eingeführt, das entspricht etwa 32 Km/h. Seit Umsetzung der Maßnahme zählen die Behörden 200 Verletzte weniger pro Jahr.”

ZDF: “Sie sind überzeugt, dass Tempo 30 kommt. Wann wird es so weit sein?”

Schlag: “Es kommt nicht sofort flächendeckend. Aber bis 2020 werden wir in den deutschen Städten 30 km/h als Regelgeschwindigkeit haben. Die Lebensqualität wird in der Folge steigen.”

ZDF heute.de magazin: Tempo 30 in der Stadt: “Die Akzeptanz wächst”

Oregon Manifest Fahrraddesign-Wettbewerb

Dienstag, 22.11.2011

Oregon Manifest ist ein jährlich ausgetragener Wettbewerb von Fahrraddesignern in Portland im Nordwesten der USA. In diesem Jahr wurde das beste Gebrauchsrad gesucht, mehr als dreißig Rahmenbauer und Uni-Teams nahmen die Herausforderung an. Bei Oregon Manifest werden nicht nur fertige Fahrräder präsentiert, die Räder müsen sich auch einem harten Praxistest auf und abseits der Straße unterziehen. Gewinner des Wettbewerbs war Toni Pereira, der auch im Jahr zuvor schon den ersten Preis abgeräumt hatte. Das Video zeigt recht schön, wie unterschiedlich die Aufgabe “utility bike” interpretiert werden kann. Schlussstatement des Filmchens: “Was ich hier gesehen habe, war die Zukunft des Alltagsrades”.

Oregon Manifest Constructor`s Design Challenge

Piraten-Aktion “Fahrrad statt Dienstwagen” spart 370 000 Euro

Montag, 21.11.2011

In einem Brief an den Innensenator erklärten die Berliner Piraten heute, dass sie auf den ihnen zustehenden Dienstwagen verzichten möchten. Stattdessen bitten sie um die “einmalige Anschaffung von 15 Fahrrädern im Wert von je maximal 2000 Euro sowie die jährliche Anschaffung von 15 VBB-Umweltkarten Berlin ABC”.

Dienstwagen mit Fahrer hätten das Land 93 028 Euro im Jahr gekostet, das sind 465 190 Euro in der fünfjährigen Legislaturperiode. Die Fahrräder sollen dagegen nur 30 000 Euro und die Jahreskarten für Bahnen und Busse jährlich 13 125 Euro kosten, also 65 625 Euro für fünf Jahre. Gesamtersparnis: 369 565 Euro.

Die Morgenpost berichtet, dass die Grünen noch nie einen ihnen zustehenden Dienstwagen beansprucht hat. Stattdessen können sie in bestimmten Fällen Taxirechnungen einreichen, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und besitzen zwei Fraktionsräder.

Berliner Morgenpost: Piraten wollen durch Dienstfahrräder 370 000 Euro sparen

Fahrraddiebstahl-Ranking

Montag, 21.11.2011

Alle paar Monate werden neue Zahlen zu den Fahrraddiebstählen in Deutschland veröffentlicht. Zuletzt haben wir im März auf ein Großstadt-Ranking hingewiesen, das sich auf das Jahr 2009 als Datenbasis bezog. Ein Verbraucherportal hat nun die Zahlen für 2009 und 2010 in Deutschland Österreich und der  Schweiz zusammengeführt und heute als Fahrraddiebstahlstudie veröffentlicht.

Danach sind die Top Fahrraddiebstahl-Hochburgen:

  1. Münster, NRW (1.828 Fahrräder auf 100.000 Einwohner)
  2. Bern CH (1.826)
  3. Oldenburg, NS (1.521)
  4. Basel (1.502)
  5. Celle, NS (1.361)

Auf den weiteren Plätzen liegen Städte wie Lübeck, Bremen, Lüneburg, Göttingen, Freiburg. Alles Städte mit einem hohem Radverkehrsanteil.

Als sicherste Städte gelten:

  1. Remscheid, NRW (36 Fährräder auf 100.000 Einwohner)
  2. Neunkirchen/Saar, SL (50)
  3. Balingen, BW (59)
  4. Wuppertal, NRW (59)
  5. Suhl, TH (61)

Auch hier ist der Zusammenhang relativ eindeutig. Da, wo wenig Rad gefahren wird, ist auch das Angebot für Diebe relativ niedrig.

Aufgeklärt werden durchschnittlich 10,1 Prozent der Fälle. Aber je nachdem, wo das Fahrrad entwendet wird, variiert die Aufklärungsquote. In Deutschland schwankt sie zwischen 60 und 2,1 Prozent.

Höchste Aufklärungsquote in Deutschland:

  1. Balingen, BW (60 %)
  2. Neubrandenburg, MV (51,2 %)
  3. Pirmasens, RP (32,3 %)
  4. Magdeburg, SA (29,5 %)
  5. Fürth, BY (28,6 %)

Niedrigste Aufklärungsquote in Deutschland:

  1. Traunstein, BY (2,1 %)
  2. Schwäbisch-Hall, BW (2,8 %)
  3. Esslingen, BW (3,2 %)
  4. Potsdam, BB (3,4 %)
  5. Passau, BY (3,8 %)

Geld.de: 2. Große Fahrraddiebstahlstudie

Neuer Lampenhalter - LaHa

Montag, 21.11.2011

LaHa - Dieser neue Lampenhalter überzeugt durch folgende Merkmale.
1. Er wird nicht mehr abbrechen können. Vorbei die Zeit, das man jedes Vierteljahr sein Lampenhalter austauschen mußte, da er abbrach.
2. Die so angebrachte Lampe sitzt deutlich höher als eine herkömmlich am Gabelkopf angebrachte Lampe. Dadurch ist man gerade im Verkehr besser zu sehen.
3. Es lassen sich auch 2 - 3 Lampen an diesen Halter montieren. Oder auch andere Dinge, wie Navis, Mp3 Player etc.
Der Universal Halter für alle Dinge die man so am Fahrrad montieren will . . .
lampenhalter.jpg

Radverkehrsanteil in München steigt auf 17,4 Prozent

Sonntag, 20.11.2011

In den Straßen von München sind immer mehr Radfahrer unterwegs. Laut einer von Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Studie lag der Anteil der Radler am Gesamtverkehr in diesem Jahr bei 17,4 Prozent. Zum Vergleich: im Jahre 2002 wurden zehn Prozent aller Fahrten mit dem Fahrrad bewältigt, 2008 lag der Wert bei 14 Prozent. Die rot-grüne Stadtregierung will den Anteil weiter steigern, bis 2021 sei ein Anteil von 25 Prozent denkbar, heißt es aus dem Kreisverwaltungsreferat.
Süddeutsche Zeitung: Stadt der Speichen

Bürgerbegehren Kastanienallee gescheitert

Freitag, 18.11.2011

Die “Initiative Stoppt K21″ gab gestern bekannt, dass sie “nur” 6.874 Unterschriften für das Bürgerbegehren für einen Baustopp in der Kastanienallee im Bezirk Pankow gesammelt hat. Für einen Erfolg wären 8.837 Unterschriften nötig gewesen. Damit endet der letzte Versuch, die Umbaupläne des Bezirksamtes für einen 650 Meter langen Abschnitt der Kastanienallee zwischen der Schwedter Straße und der Schönhauser Allee zu Fall zu bringen.

Seit April 2011 wird die Kastanienalle umgebaut. Wo bisher noch Autos parkten, entstehen neben den Straßenbahngleisen Fahrradstreifen, die Zahl der Parkplätze wird etwa halbiert, sie werden in Einbuchtungen auf dem Bürgersteig gebaut, der für Fußgänger ein wenig schmaler wird.

Der Umbau endet an der Bezirksgrenze zwischen Pankow und Mitte, südlich der Schwedter Straße bleiben Kastanienalle und Weinbergsweg unverändert. Für Radfahrer ist der Weinbergsweg gefährlicher, weil er abschüssig ist und Radler dort nicht selten hohe Geschwindigkeiten erreichen. Vor zwei Tagen erlitt dort eine Radfahrerin lebensgefährliche Verletzungen:

“Eine 42-jährige Radfahrerin erlitt heute Vormittag bei einem Verkehrsunfall in Mitte schwere Verletzungen. Die Radlerin war gegen 9 Uhr 40 im Weinbergsweg in Richtung Rosenthaler Platz unterwegs, als sie mit ihrem Vorderrad in die Straßenbahnschienen geriet und stürzte. Dabei stieß sie mit dem Kopf gegen eine entgegenkommende Straßenbahn der Linie M 1. Die 42-Jährige musste mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen zur stationären Behandlung in eine Klinik eingeliefert werden. Der 32-jährige Straßenbahnfahrer blieb unverletzt.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 4205 vom 16.11.2011 - 14:50 Uhr

Stoppt K21: Gutachten Kastanienallee

Xave Ruth: My Ten-Speed Lady

Freitag, 18.11.2011

Die Kategorie Fahrradmusik wurde zuletzt arg vernachlässigt. Deshalb hier gleich Musik im Doppelpack. Xave Ruth aus Toronto besingt sein Zehngangrad.

Xave Ruth bei Facebook
[via]

Simian Ghost: Bicycle Theme

Freitag, 18.11.2011

Simian Ghost machen “alternative pop” und kommen aus Sandviken in Schweden. Ursprünglich war es ein reines “recording project”, nun ist die Band aus drei Mitgliedern auch live unterwegs. Hier mit ihrem neuesten Stück, dem Bicycle Theme.

Simian Ghost bei Facebook
Simian Ghost bei Soundcloud

Koalitionsvereinbarung zwischen Berliner SPD und CDU zum Radverkehr

Donnerstag, 17.11.2011

Heute wurde die Koaltionsvereinbarung zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten in Berlin veröffentlicht. Auf insgesamt 98 Seiten wird das Politikprogramm erläutert, das die große Koalition in den nächsten fünf Jahren abarbeiten will. Unter der Überschrift “Fahrradfreundliches Berlin” findet man auf Seite 38 fünf Absätze zur Entwicklung des Radverkehrs in der Hauptstadt. Wir dokumentieren diese Passagen im Wortlaut.

“Das Fahrrad ist ein effizientes und umweltfreundliches Verkehrsmittel in der Stadt und in der Kombination mit dem ÖPNV auch für längere Strecken attraktiv. Die Koalition wirbt für eine gegenseitige Rücksichtnahme von Fußgängern und Radfahrern, wobei Fußgänger/-innen auf den ihnen zugewiesenen bzw. für sie bereitgestellten Flächen einen vorrangigen Schutz genießen.

Mit einer Sicherheitsoffensive für den Radverkehr wollen wir den Anteil der Nutzer von Fahrradhelmen steigern. Die Bedeutung intakter Beleuchtungs- und Sicherheitsanlagen sowie der gegenseitigen Rücksichtnahme im Straßenverkehr wird durch regelmäßige Kontrollen auch von Radfahrern unterstrichen.

Wir wollen den weiteren Weg Berlins zur „fahrradfreundlichen Stadt“ umfassend voranbringen. Den Rahmen dafür stellt eine neue Radverkehrsstrategie dar. Das derzeitige Investitionsvolumen wird fortgeschrieben. Wesentliche Elemente der Radverkehrspolitik der Koalition sind der weitere Ausbau des Radroutennetzes und der Radverkehrsinfrastruktur unter Berücksichtigung der neuen Anforderungen zur Abwicklung großer Radverkehrsmengen, die Erprobung neuer Infrastrukturelemente und verkehrsregelnder Maßnahmen sowie die Instandhaltung und Weiterentwicklung des vorhandenen Radwegenetzes.  Innerhalb des Nebenstraßennetzes muss die Instandsetzung von Fahrradroutenabschnitten Vorrang haben vor sonstigen Nebenstraßen.

Die Koalition wird einen „Masterplan Fahrradparken“ erarbeiten, der ein angemessenes und sicheres Abstellangebot für Fahrräder vor allem im öffentlichen Raum und an Stationen und Bahnhöfen des ÖPNV schafft.

Wir wollen fallbezogen prüfen, wie sich die Belange von Radfahrern am besten in Einklang bringen lassen mit einem flüssigen Gesamtverkehr und den Interessen der Fußgänger.

Bei erfolgreichem Ausgang des bis 2012 laufenden Vorhabens „Stationsgebundene öffentliche Fahrradverleihsysteme“ wollen wir ein solches System dauerhaft einrichten und auf die gesamte Innenstadt von Berlin sowie ggf. weitere Stadtteilzentren ausweiten.”

Quelle: Koalitionsvereinbarung zwischen Berliner SPD und CDU, Seite 38

Grace sucht Fahrrad-Dauertestfahrer

Donnerstag, 17.11.2011

Grace ist eine mittelständische Firma aus dem Berliner Umland, die Pedelecs und E-Bikes in Kleinserie und Einzelanfertigung herstellt. In Zukunft will der Elektrofahrradhersteller kräftig expandieren, auf der letzten Eurobike in Friedrichshafen gab Grace die Zusammenarbeit mit dem Daimler-Konzern bekannt. Im Zuge der Entwicklung von neuen E-Fahrrädern sucht Grace einen Fahrrad-Dauertestfahrer (m/w). Wer sich bewirbt, sollte enthusiastischer Radfahrer mit guter Ausdauer sein, denn die Aufgaben des Testfahrers bzw. der Testfahrerin sind nicht gerade klein:

  • Fahren mit dem Fahrrad: 100km/Tag an 5 Tagen die Woche bei jedem Wetter
  • Fahren in Berlin und Umgebung
  • Vorgegebene Aktionen am Rad regelmäßig durchführen
  • Auch mit Rekuperation fahren (lädt den Akku mit Muskelkraft auf)
  • Tägliches Ausfüllen eines Fragenkatalogs
  • Wöchentliches Treffen mit Rücksprache zum aktuellen Stand
  • Dauer der Fahrten: 15.12.11 bis 30.04.12

Weitere Details zum Job auf dem  Grace-Blog.

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Das Foto zeigt 20 E-Bike-Prototypen, die Grace an die Deutsche Post AG geliefert hat.

Unterschiede zwischen Radfahrerinnen und Radfahrern

Mittwoch, 16.11.2011

Der niederländische Fahrradhersteller Gazelle hat eine Untersuchung zu den Unterschieden zwischen Radlerinnen und Radlern in Auftrag gegeben. Die Studie De Fietsende Hollander ergab gravierende Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Danach führen 75% der Männer Wartungsarbeiten am Fahrrad durch, aber nur 35% der Frauen nehmen Werkzeug in die Hand, um kleinere Reparaturen am Rad durchzuführen. Dagegen sind Frauen auf dem Rad glücklicher als Männer. Sie singen oder summen deutlich häufiger als Männer während einer Radfahrt.

Auch das Geschlechterverhältnis zwischen Frau und Mann ist unterschiedlich in Stadt und Land. In städtischen Gebieten sind 25% mehr Frauen auf Fahrrädern unterwegs, während sich diese Relation auf dem platten Land umkehrt. Hier fahren doppelt so viel Männer wie Frauen ein Fiets. Frauen ärgern sich über das eigene Rad, Gegenwind und rutschige Straßen, während Männer in den Niederlanden sich mehr über Rotfahrer und Fietser ärgern, die sich nicht überholen lassen. Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung war, dass doppelt so viele Frauen  wie Männer Taschen auf dem Fahrrad mitführen.

Fietsen.123: De verschillen tussen fietsende mannen en vrouwen

Baden-Württembergs grüner Verkehrsminister Hermann fordert Helmpflicht

Montag, 14.11.2011

Nach Bundesverkehrsminister Ramsauer hat sich nun auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für eine Helmpflicht bei Radfahrern ausgesprochen. In einem Interview mit der Welt sagte er: “Es muss jede Möglichkeit genutzt werden, um die Köpfe der Radfahrer vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen. Eine bessere Methode als den Helm kenne ich nicht. Er ist das Schutzschild Nummer eins.” Ausdrücklich will er diese Vorschrift nicht auf Kinder und Jugendliche beschränken. “Helmpflicht für Kinder und Jugendliche wäre ein Anfang, aber letztlich zu wenig.” Die Drohung Ramsauers, den Helm zu Pflicht zu machen, sollte die Helmtragequote nicht kurzfristig von derzeit neun auf über fünfzig Prozent steigen, reicht Herrmann nicht: “Das ist eine Drohung wie einst beim Dosenpfand, als die Recyclingquote bei Pfandflaschen zurückging. Wie soll eine derart komische allgemeine Drohung beim Einzelnen wirken?! Der Bundesverkehrsminister sollte entweder eine überzeugende Kampagne zum Helmtragen machen oder mit den Ländern die Tragepflicht vorbereiten.”
Welt: Grüner Verkehrsminister fordert Helmpflicht für alle

Fahrradliebe

Sonntag, 13.11.2011

bike ♥ von Rick Darge mit Dee Dee K in der Hauptrolle. Musik von Françoise Hardy & Daniel Johnston.
[via]

Verkehrssicherheitsprogramm 2011

Freitag, 11.11.2011

Bundesverkehrsminister Ramsauer hat ein Verkehrssicherheitsprogramm 2011 veröffentlicht. Dieses ist hier zu finden. Es handelt u.a. auch die Radfahrer-Sicherheit ab, und zwar in folgender Reihenfolge:

  • Förderung des freiwilligen Tragens eines Fahrradhelms,
  • Verbesserung der Sichtbarkeit (im Text dann beschränkt auf Beleuchtung, Reflektoren und Textilien),
  • Rücksichtnahme von und gegenüber Radfahrern verbessern (im Text geht es dann insbesondere um Aufklärung der Radfahrer),
  • Fahrradaktionen (insbesondere Mobilitätserziehung von Kindern).

Immerhin will man auch darauf hinwirken, dass Radverkehrsanlagen an neuralgischen Punkten so gestaltet werden, dass Radfahrer für den Kraftverkehr sichtbar sind. Die für Radfahrer relevante Abbiegeproblematik wird in dem Dokument nicht erwähnt - dafür finden sich u.a. umfangreiche Passagen zur akustischen Wahrnehmung von Elektrofahrzeugen.

Abenteuerfilm “What a Trip” online verfügbar

Donnerstag, 10.11.2011

Im letzten Jahr wurde der Abenteuerfilm “What a Trip” in ausgesuchten Kinos gezeigt. Im Film geht Maximilian Semsch auf die Reise seines Lebens. Von München aus geht er auf eine Radreise über 18.000 Kilometer bis Singapur durch insgesamt 12 Länder. Untrainiert macht er sich mit über 50 kg Gepäck und einer Videokamera auf den Weg. Herausgekommen ist ein Filmtagebuch, das auf einer Reihe von Filmfestivals Preise und Anerkennungen erhielt. Nun zeigt Maximilian bis Mitte Dezember den ganzen Film online auf seiner Homepage. Er tut das, um seine neue Reise zu promoten: er will Australien mit einem Stromfahrrad umrunden. Diesmal ist er nicht allein unterwegs, sondern lässt sich von einem ganzen Team begleiten, die die einzelnen Episoden seines neuen Trips ins Netz stellen wollen.
What A Trip

Klappbares Dreirad

Donnerstag, 10.11.2011

gazelle-transportdreirad-453.jpgIn der goldenen Ära des Fahrradbaus war gewiss nicht alles besser, aber manche Erfindung aus den Zwanzigern und Dreißigern könnte sich auch heute noch auf dem Markt behaupten. Das abgebildete Dreirad stammt aus einem Katalog von Gazelle aus dem Jahre 1938. Mit der Patentnummer 22810 präsentierte der holländische Fahrradbauer ein faltbares Dreirad, das zusammengeklappt nicht viel breiter als als normales Fahrrad war. Der Faltvorgang erfolgte ohne Werkzeug und war in einer Minute getan. Auch der Transportkorb aus Ulmenholz konnte zusammengeklappt werden. Keine Ahnung, ob das Ding für Gazelle ein wirtschaftlicher Erfolg war, aber die Vorteile des Faltdreirads waren unbestritten, ließ es sich doch sehr platzsparend parken.

Eine moderne Version des Klapptransporters hat Gazelle 2008 vorgestellt. Das Cabby hat eine einklapp- und abnehmbare Ladefläche und besitzt nützliches Zubehör für den Transport von Material und Kindern. Gazelle gewann mit diesem Lastenrad vor drei Jahren den niederländischen Design Award für das beste Produkt in der Kategorie “Mobilität”.

gazelle-kindertransporter.jpg

Gazelle

[via]

Taxigast verletzt Radfahrer

Mittwoch, 09.11.2011

“Beim Öffnen der Taxitür verletzte gestern Abend ein 41-Jähriger einen Radfahrer in Mitte. Der Tourist wollte gegen 19 Uhr 45 in der Prenzlauer Allee aus dem Fahrzeug steigen und bemerkte den 53-Jährigen offenbar nicht, der in diesem Moment auf dem Radfahrstreifen mit seinem Rad an dem Taxi vorbeifahren wollte. Der Radler prallte gegen die Autotür, stürzte und erlitt Verletzungen an der Wirbelsäule und am Bein. Die alarmierten Rettungskräfte der Feuerwehr brachten ihn zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 4119 vom  09.11.2011 - 10:10 Uhr

dooring-sticker-in-bostoner-taxis.jpg

Auch wenn in diesem Fall rein rechtlich gesehen der Taxigast alleiniger Verursacher des Unfalls ist, trägt der Taxifahrer zumindest eine moralische Verantwortung für den schwer verletzten Radfahrer. Er hat dort zu halten, wo der Taxigast sicher aussteigen kann, ohne sich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden oder zu verletzen. Vielleicht wird die Gefahr von Dooring-Unfällen ein wenig geringer, wenn sich Berliner Droschkenkutscher ihre Kollegen aus Boston in den USA zum Vorbild nehmen. In deren Taxis weist ein kleiner Sticker darauf hin, vorbeifahrende Radfahrer zu beobachten, bevor die Taxitür aufgerissen wird.

Lovely Bicycle: Anti-Dooring Decals in Taxi Cab

Alles klar? 2.0

Mittwoch, 09.11.2011

Radwegbeschilderung

Eine kuriose Schilderkombination in der Treskowallee Ecke Wandlitzstraße sorgte vor kurzem für Belustigung.

Nun hat man nachgebessert. Zeichen 240 ist bestehengeblieben, die zahlreichen Zusatzschilder wurden durch ein “Radfahrer Fußgängerüberweg benutzen” ersetzt.

FußgängerüberwegEin solcher ist auf der gesamten Treskowallee nicht zu finden. Denn Fußgängerüberwege sind das, was der Volksmund Zebrastreifen nennt.

Wer geradeausfahren möchte, kann an dem oben zu sehenden Schild nicht mehr erkennen, wie er das tun soll. Soll er der Fußgängerampel folgen und linksseitig auf dem Radweg fahren? Dann müsste dieser dafür freigegeben werden. Soll er auf der Fahrbahn weiterfahren? Schlechte Idee - denn hinter der Kreuzung, eigentlich zu spät zum Umkehren, erwartet ihn ein Durchfahrverbot für Radfahrer.

Soll er auf den Gehweg wechseln? So ist es gemeint - der gemeinsame Geh- und Radweg wird dort jedoch nach wenigen Metern zum “Gehweg, Radfahrer frei”.

In den Kommentaren des vorherigen Artikels über das Schild ergab sich eine kuriose Geschichte. User “cd” hatte bei der Verkehrslenkung Berlin (VLB) angefragt, was es denn mit diesem Schild auf sich habe. Diese antwortete ihm daraufhin, dass sie das Schild nicht angeordnet habe und es auch nicht für sinnvoll halte. Sie habe auf seinen Hinweis hin die Absicherungsfirma beauftragt, Zeichen 240 mit dem Zusatz “Radfahrer bitte Fußgängerfurt benutzen” anzubringen. Sollte dies nicht in einer angemessenen Frist geschehen, wollte sich die VLB eine Anzeige vorbehalten - schließlich ist das eigenmächtige Aufstellen von Verkehrsschildern untersagt.

Aber auch die Wunsch-Anordnung durch die VLB ließe die Frage offen, wie der Radfahrer geradeaus weiterfahren soll. Denn, so sagt Wikipedia: “Eine Fußgängerfurt ist in Deutschland eine durch Markierungen, hauptsächlich an Ampelanlagen, gekennzeichnete Fläche auf der Straße.” Damit kann also der geradeausführende Gehweg wiederum nicht gemeint sein, vielmehr werden Radfahrer auf die linke Straßenseite gebeten.

Ramsauers nächste Idee

Dienstag, 08.11.2011

ramsauers-naechste-idee.jpg

Große Version nach dem Klick auf das Bild.
aus: Titanic

Fahrradweg im Schlossgarten Charlottenburg ist wieder offen

Dienstag, 08.11.2011

Nach einem Jahr Bauzeit wird heute der Spree-Uferweg im Schlossgarten Charlottenburg eröffnet. Der Fahrradweg ist Bestandteil des Spree-Radwegs, der von der Oberlausitz bis an die Havel in Spandau führt. Das Teilstück im Schlosspark eignet sich gut als Ausweichstrecke zum stark befahrenden Spandauer Damm und dem Tegeler Weg.

2007 hatte die Schlösserverwaltung ein komplettes Radfahrverbot im Schlosspark verfügt. Das Verbot stieß auf starken Protest, der dazu führte, dass die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG) das Radfahren auf ausgesuchten Wegen wieder erlaubte. Nun ist der Uferweg umgebaut und zwei Brücken wurden neu errichtet.

ADFC: Legal Rad fahren an der Spree

Achtung: Polizei verteilt Bußgelder am Alexanderplatz

Montag, 07.11.2011

Besonders gemein, weil von der Verkehrsplanung eine untragbare Situation für Radfahrer_innen geschaffen wurde, die zu ordnungswidrigen Verhalten quasi zwingt:

Da die Rechtsabbiegespur für Fahrräder auf Höhe des Saturn-Gebäudes in Richtung Alexanderstraße fehlt, fahren viele (auch ich) auf dem Bürgersteig, um in die Grunertstraße abzubiegen.  Genau dort steht heute die Polizei und knöpft allen 15 € ab, die sich nicht zwischen die rechtsabbiegenden Autos quetschen wollen. Ein Beispiel von vielen für eine verfehlte Verkehrsplanung zu Lasten von Radfahrenden.

Betriebsfahrt

Donnerstag, 03.11.2011

 betriebsfahrt 2011

Radfahren, ratschen, Alkohol vernichten; einfach mal den Kopf freikriegen für neue Ideen. Wie jedes Jahr machen wir im Herbst einen gemeinsamen Ausflug-

deshalb haben wir Freitag, den 4.11.2011 und Samstag den 5.11. 2011 geschlossen.

Wenn wir uns nicht völlig verfahren sind wir aber ab Montag früh wieder für euch da.

Bis dahin

Eure Radspinner_innen

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