Ramsauer will Helmpflicht

Bundesverkehrsminister Ramsauer will tödliche Fahrradunfälle reduzieren, notfalls mithilfe einer Helmpflicht. Sollte die Helmtragequote nicht innerhalb weniger Jahre auf mehr als 50% steigen, sei eine solche Pflicht unumgänglich. Derzeit liegt die Quote etwa bei 10%.

Nach Ramsauers Angaben habe jeder zweite tödliche Fahrradunfall mit Kopfverletzungen zu tun. Im Jahre 2010 gab es 381 tödlich verunglückte Radfahrer, 2009 waren es 462.

Laut Statistik waren im Jahre 2008 von 418 getöteten Radfahrern 226 am Kopf verletzt. (siehe Todesursachenstatistik, Volltextsuche nach “Kopfes”)

59 Kommentare zu “Ramsauer will Helmpflicht”

  1. Prokrastes schreibt:

    Woher Ramsauer sich seine Statistik zusammengeklaubt hat, wird wohl nur die Lobby der Nudelsiebhersteller wissen.

    Die Wahrscheinlichkeit, als Radfahrer einen Unfall mit Kopfverletzungen zu haben, ist nicht signifikant höher als die Wahrscheinlichkeit, als Fußgänger einen Dachziegel auf den Kopf zu bekommen.

    Die Haupttodesursache für Radfahrer sind rechtsabbiegende Autos und LKW. Ein Helm ist da so nützlich wie rotes Lenkerband.

    Ich fordere einen blick-, schall- und idealerweise auch luftdichten Helm für blöde Politiker (ein Pleonasmus?), der vom Scheitel bis zur Brust reichen muss. Optisch könnte man sich an der Burka orientieren.

  2. Madriz schreibt:

    Ich bezweifel, dass der gute Herr Ramsauer das Rad als alltägliches Verkehrsmittlel nutzt. Beim Verkehr scheint es so zu sein, dass immer nur Leute entscheiden die davon keine Ahnung haben - egal ob sie nun Papst oder Verkehrsminister sind…

    :(

  3. berlinradler schreibt:

    Vom Autofahren hat er bestimmt Ahnung …

    Ich wünsche mir weniger einen Autominister als mehr einen Vermittler zwischen allen Verkehrsarten. Ramsauer ist offen fahrradfeindlich, daraus macht er keinen Hehl. Eine weniger aufhetzerische Rolle, wie man sie z.B. vom Bundespräsidenten kennt, wäre in diesem Amt hilfreich.

    Ramsauers 50% habe ich übrigens wiedergefunden, und zwar tatsächlich in der Todesursachenstatistik. Das habe ich dem Beitrag hinzugefügt.

  4. Prokrastes schreibt:

    Die verlinkte Datei muss noch von Hand umbenannt werden, .pdf ist anzuhängen.

    Vermutlich sind die Deppen bei Destatis zu blöd, ihren Krempel richtig zu konfigurieren.

    Die “interessante” Seite dürfte die 41 sein, da stehen eben jene 226 Radfahrer mit Kopfverletzungen (von 418 gesamt).

    Allerdings stehen da auch 219 Fußgänger (von 744 gesamt), 141 Motorradfahrer (von 640 gesamt) und 381 Autofahrer (von 1490 gesamt) — und Ramsauer fordert weder für Fußgänger noch für Autofahrer eine Helmpflicht.

  5. berlinradler schreibt:

    Bei mir geht es, ich wüsste nicht, wie ich den Link umbenennen sollte.

    Destatis schätze ich für seine nichtausgewerteten Statistiken, das ist ein großer Unterschied zu denen der Länderpolizeien.

  6. Ulrike schreibt:

    Was machen wir denn, wenn die Helmpflicht käme? Aufsetzen das Ding oder ignorieren oder sich schon mal dran gewöhnen und jetzt schon einen kaufen?

    Unter den wenigen Kollegen, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, bin ich fast die einzige, die keinen Helm trägt und werde immer ganz erstaunt darauf angesprochen. Wobei mir eigentlich keiner explizit erklären kann, was ihn bewegt, einen zu tragen.

  7. Michael S schreibt:

    auf heute.de ist die Meldung mit einem Video und einer Abstimmung verknüpft.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1470242/Bald-Helmpflicht-fuer-Fahrradfahrer%253F#/beitrag/video/1470242/Bald-Helmpflicht-fuer-Fahrradfahrer%3F

    “Dieser Vorschlag ist auf Deutschlands Straßen umstritten” wonach ausser dem ADFC dann nur Befürwortende Radler (Potsdamer Platz) zu Wort kommen - als letzte eine Australieren (!). Haben die keinen Holländer fragen können?

  8. Pascal schreibt:

    Hm., ich weiß nicht. War denn die Gurtpflicht der Weltuntergang, zu dem sie zur Einführung deklariert wurde? Oder die Helmpflicht fur Krafträder?

    Ich weiß, dass es als Kind (einige Jahre nach der bußgeldbewehrten Gurtpflicht) noch etwas Gewöhnung bedurfte, aber dann wars okay und mittlerweile fährt fast niemand mehr unangeschnallt.

    Seit meinem letzten Beinahe-Unfall habe ich auch einen Helm, den ich emist auch trage. Das scheint auch immer verbreiteter zu sein, sodas es mir nicht mehr peinlich ist.

  9. Martin LE schreibt:

    Es geht ja nicht darum, ob ein Helm modisch ist, sondern dass er unter Umständen einen Unfallschaden um einen gewissen Anteil reduzieren kann. Allerdings fehlen völlig Studien die Vorteile (Dämpfung) mit den Nachteilen (vielleicht sinkender Radverkehrsanteil, Risikokompensation, erhöhtes Drehmoment, häufigere Wirbelsäulenverletzungen, engeres Überholen durch Autofahrer, schlechtere Sicht) abgleichen. Zu fast allen diesen Anteilen gibt es kaum verwertbare Daten.

    Was die Einführung der Helmpflicht für den Radfahrer bringt, hat Australien gezeigt, daher ist das Interview mit der Australierin vielleicht gar nicht verkehrt. Dort hat sich der Anteil der Radfahrer stark verringert, die Unfallwahrscheinlichkeit aber erhöht. Da ich (bereits jetzt mit Helm unterwegs) auch weiterhin mit dem Rad unterwegs sein werde, würde eine allgemeine Helmpflicht also eine höhere Unfallwahrscheinlichkeit bei unverändertem Verletzungsrisiko bedeuten.

    Wenn der Herr Ramsauer so von der Schutzwirkung eines Helmes überzeugt ist, sollte er diesen vor allem im Haushalt einführen, denn dort ereignen sich mit Abstand die meisten SHT und dies vor allem durch Alleinunfälle und nicht fremdinduziert, wie im Straßenverkehr.

  10. Michael S schreibt:

    @ Pascal: Lass uns doch bitte nicht einen Streit zum Helmtragen an sich vom Zaum brechen. Streiten sollte man doch wohl nur darum, ob eine Pflicht eingeführt werden soll. Und solange man in Holland keine Helmpflicht kennt, muss man mir schon sehr genau erklären können, wem die denn wohl wirklich nützen soll (im Sinne der Motivfindung).

    Für mich persönlich bedeutet ein Helm keine Peinlichkeit und die letzten Jahre konstanter Werbearbeit haben, wenn auch nicht die Helmtragequote, dann doch zumindest das Image von Helmen positiv beeinflusst. Wenn die Quote trotzdem unten ist, hat ein Helm eben auch konkrete Nachteile. Wenn nicht für dich, dann vielleicht für andere. Ich selbst habe auch eine Zeit lang einen Helm getragen und empfand ihn oft als nervig. Hab ihn dann immer häufiger liegen lassen. Vielleicht trage ich ab 65 einen oder vielleicht setze ich auch im Winter zukünftig einen auf? Bei Helmpflicht würde ich dagegen vielleicht immer häufiger das Rad stehen lassen? Macht das den Verkehr sicherer?

    Argumente, Helmgegner hätten Angst um ihre Frisuren oder Helmbefürworter vernachlässigten die Gefahr von verstärkten Nackenverletzungen halte ich für Scheinargumente, sie treffen nicht den Kern der Frage.

  11. Michael S schreibt:

    Hab schon drauf gewartet, was die Hauptstadtpresse draus macht ;-)

    http://www.tagesspiegel.de/politik/helmpflicht-fuer-radfahrer-eine-gute-idee/5265098.html

  12. Erhart schreibt:

    Die aktuelle Regierung wird bald abgewählt, und dann ist die Sache wieder in Ordnung. Bis dahin muss man eben das ahnungslose Gelaber der aktuellen Politikakteure aushalten.

  13. berlinradler schreibt:

    Den Vergleich mit der Gurtpflicht finde ich auch deshalb schwierig, weil diese zu einer Zeit eingeführt wurde, als allein in Westdeutschland mehr als 20.000 Menschen pro Jahr im Straßenverkehr umkamen. Teilnahme am Straßenverkehrt war damals ein spürbares Risiko, am Ende eines jeden Tages hatte man gut 50 Verkehrstote zu beklagen. Das ist in der Summe zu vergleichen mit mehreren schweren Zugunglücken oder Flugzeugabstürzen pro Woche! Die Verkehrsrisken zu dieser Zeit waren inakzeptabel hoch.

    Von diesen Zahlen sind wir beim Radfahren weit entfernt. Tödlich mit dem Fahrrad zu verunglücken, ist äußerst unwahrscheinlich. Meidet man häufige Unfallursachen, so wird das Risiko noch geringer. Pro Tag werden in Berlin ca. 1.000.000 Fahrten mit dem Rad durchgeführt bei einer Durchschnittstrecke von knapp 4 Kilometern. 1,4 Milliarden gefahrenen Fahrradkilometern stehen jeweils weniger als 10 Getötete, ein Großteil davon von Lastwagen überrollt, entgegen. Und 2.500 Verletzte.

    Es gibt Risiken für Leib und Leben, bei vielen davon wird uns die Wahlfreiheit gelassen. Man darf rauchen, sich einseitig ernähren, man darf auf Bewegung verzichten - alles Hochrisikoverhalten, das die Lebenserwartung um Jahre verringert. Man darf sogar auf Brandenburger Landstraßen Autofahren - und sich damit mehr gefährden als jeder Radfahrer ohne Helm.

    Also warum pickt man sich das eine Risiko der Kopfverletzung heraus und spricht über andere Risiken nicht? Mir erscheint das einfach willkürlich.

  14. benno schreibt:

    … interessant ist, dass 2008 fast doppelt so viele Autofahrer (381) mit Kopfverletzungen (als einer Verletzung bei tödlichen Straßenverkehrsunfällen) im Vergleich zu Fahrradfahrern (221) registriert wurden.

    Wie viel Prozent der Autofahrer müssen laut Ramsauer nun freiwillig einen Helm tragen, bevor die Helmpflicht für Autofahrer kommt?

    Interessant ist auch, dass von allen 1.383 tödlichen Transportmittelunfällen bei denen eine Verletzung des Kopfes eines Rolle gespielt haben soll, nur ganze 226 Fälle oder 16 Prozent Fahrradfahrern zugeordnet werden - das entspricht ja ziemlich nahe dem zu erwartenden Anteil aus dem Modal Split.

    Unklar bleibt die Datengrundlage: Die “Studie” schreibt von insgesamt 418 tödlich verletzten Fahrradfahrern im Jahr 2008 - tatsächlich waren es in jenem Jahr 472 im Straßenverkehr in Deutschland getötete Radfahrer.

  15. Tim schreibt:

    Die Diskussion um eine Helmpflicht ist eine ganz klare und offene Anti-Radverkehrspolitik. Hier wird mit der Angst von Menschen gespielt um sie vom Rad zu bringen (zumindest unterbewusst). Es ist belegt, dass die Gurtpflicht für Autofahrer und die Helmpflicht für Motorradfahrer zur Senkung von Verletzten und Toten beigetragen hat. Für eine Helmpflicht bei Radfahrern gibt es einen solchen Beleg NICHT! Ausgerechnet Australien (s. ZDF-Beitrag) ist da das Parade-Beispiel. Nach Einführung der Helmpflicht ist der Radverkehr dort rapide gesunken, am Ende sind weniger Leute Rad gefahren und Rad fahren war noch gefährlicher, weil Autofahrer weniger an Radfahrer gewohnt waren.
    Mikael Colville-Andersen hat sich damit ja auch viel beschäftigt. Ich hatte vor längerer Zeit mal bei urbanophil einen sehr guten Vortrag von ihm bei TED verlinkt. Da ging es genau um dieses Thema: Um die Kultur der ANGST und warum es immer wieder um Helme beim Fahrrad fahren geht, beim Autofahren aber erstaunlicherweise nie. Ich kann das Anschauen dieses Vortrags wirklich jedem empfehlen, der sich über Herrn Ramsauer aufregt: http://www.urbanophil.net/index.php/video/mikael-colville-andersen-erklart-fahrradhelme-sind-ein-produkt-der-kultur-der-angst/

  16. der_radler schreibt:

    Ich hatte heute bei Twitter “Innerorts Tempo 20 statt Helmpflicht” gefordert. ;-)
    Tempo 30 in allen Wohngebieten würde mir ja auch schon reichen.

    Bedenklich fand ich die Reaktion einiger Schnellradler und Helmträger, die um keinen Preis von ihrem Tempo 30 oder gar 40 herunterkommen wollen.
    Zitat:
    “Mindesttempo? ;-) RT @der_Radler: Innerorts Tempo 20 für alle statt #Helmpflicht”
    oder
    “@der_Radler Nix is! Da muss ich ja langsamer als bisher radeln! :-) (Hab ja immer nen Helm auf, also darf ich das 8-) )” …
    oder
    “@der_Radler oO ja is klar, wir können aber auch einfach alle wieder zu Fuß gehen.”

    Die großen Geschwindigkeitsunterschiede sind ja nun mal auch Grund für viele Unfälle.

    Wenn selbst der Schnellradler nicht vom Tempo runter will, wie will man denn dem Autofahrer ein flächendeckendes Tempo 30 verkaufen?

  17. Tim schreibt:

    Die Antwort darauf ist doch klar und gilt auch für Radfahrer: Ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer funktioniert es nicht im Straßenverkehr!!!!!

    In Kopenhagen z. B. gibt es wesentlich weniger Radfahrer die “Berliner Geschwindigkeiten” fahren, das funktioniert dort einfach nicht. Allerdings sind dort die Bedingungen für Radfahrer auch wesentlich besser und das mit dem “Rücksicht nehmen” fällt viell. leichter, wenn man weiß, dass man als Radfahrer als vollwertiger Verkehrsteilnehmer akzeptiert wird… Davon sind wir in Deutschland ja zum Teil noch etwas entfernt…

  18. berlinradler schreibt:

    Für einen Tagesspiegel-Kommentar hab ich folgendes ausgerechnet:

    In Berlin werden täglich ca. 1.000.000 Fahrten mit dem Rad durchgeführt. Die Annahme, dass 500.000 Menschen pro Tag radeln, halte ich für eine realistische Größenordnung.

    Innerhalb eines Jahres sterben davon statistisch ca. 5.000 Menschen. Davon ca. 10 mit dem Fahrrad, davon ca. 5 mit einer Kopfverletzung.

    Von dem Risiko, dass ein Radfahrer innerhalb eines Jahres stirbt, gehen also 0,2% auf das Radfahren zurück, 0,1% auf eine Kopfverletzung, die bei einem Fahrradunfall erlitten wird.

    Dem liegen einige Annahmen zugrunde, aber selbst wenn diese um den Faktor 10 falsch wären, was ich für ausgeschlossen halte, stiege das Kopfverletzungsrisiko auf 1% aller möglichen Todesursachen für einen Radfahrer.

  19. Jochen schreibt:

    Für derzeit Bayerns unwürdigsten Exportschläger, äh, Exportpolitiker or whatever.

    http://www.iac-research.ch/autohelm/neuforschung.htm

  20. hamburgize.com schreibt:

    Nimmt man die Datengrundlage, die Benno, nennt, dann starben 2008 etwa gleich viele Personen an ganz banalen Treppenstürzen (768) wie Radfahrer, Fußgänger und Pkw-Insassen zusammen (817), für die bislang keine Helmpflicht gilt.

    Vielleicht sollte an allen Treppen Helme zwangsausgeliehen werden?

  21. ekh schreibt:

    Vor einigen Jahren wurde ein alter Schulfreund vom Auto angefahren, flog über die Motorhaube. Keine Knochbrüche, nichts. Leider ist er auf den Kopf gefallen - ohne Helm. Das wars. Helme können durchaus Sinn machen, verhindern aber natürlich nicht rücksichtsloses Fahren, oder den Schwachsinn von Autos/ LKWs/ Fussgängern.
    Das der Rammsauer ein riesen Depp ist, ist ‘eh klar. Ich kann jedoch die Empörung gegen die Helmpflicht echt nicht nachvollziehen. Wenn die Gurt- und Helmpflicht bei Autos und Mopeds geholfen hat, dann kann sie das bei Fahrrädern nicht, weil …. das würde ich bitte mal erklärt bekommen. Und zwar verständlich.

  22. Nullbock-Horst schreibt:

    Der Spiegel hat sich des Themas angenommen und schreibt - für den Spiegel - erstaunliche Töne:
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,792690,00.html

    Gut, der übliche Schwachsinn von “sicheren Fahrradwegen” steht da auch drin, man kann ja nich allet haben.

  23. Christoph schreibt:

    In welchen demokratischen Ländern ausser Australien gibt es denn bereits eine Helmpflicht für Fahrradfahrer?

    Ich glaube nicht, dass dieser George W. Bush der Verkehrspolitik wirklich eine Helmpflicht durchsetzen wird. Sogar ihm müsste bewusst sein, dass dann von einem Tag auf den anderen geschätzte 30% weniger Radfahrer unterwegs sind.
    Aus diesem Grund will er auch noch die nächsten Jahre abwarten. Er will nur Angst schüren. Bald wird es ihn sowieso nicht mehr geben. Das einzige was er dann zu Stande gebracht hat, werden Warnschilder auf Autobahnen gegen Geisterfahrer sein, 3 Wochen Flugverbot während eines Vulkanausbruchs und eine Vignette für 70 EUR, mit der 50.000 km Dienstreise exakt das gleiche kosten, wie der Weihnachtsausflug von Paderborn nach Osnabrück.

  24. Tim schreibt:

    @ekh: In dem Spiegel-Artikel findest du eine ganze Menge Infos.

    Falls du Dich noch weiter informieren möchtest, könntest du hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus Australien lesen, wo nach der Einführung einer Helmpflicht der Radverkehr um 30% zurückgegangen: http://www.cycle-helmets.com/index.html

  25. Jochen schreibt:

    Mal ne Frage:
    Wie kommt man eigentlich auf diese Prozentzahlen der helmtragenden Radfahrer? Und gehe ich richtig in der Annahme, dass hierbei nicht weiter aufgedröselt wird, welche Gruppe der Radfahrer sich da in welcher helmspezifischen Weise verhält?

  26. urbanophil e.V. » Das Gegenteil von guter Radverkehrspolitik schreibt:

    […] Online empfohlen: Warum eine Helmpflicht wenig hilft. Auch bei der Rad-Spannerei hat sich eine spannende Diskussion zum Thema entwickelt. Und bei Copenhagenize findet sich ein empfehlenswertes Interview zur […]

  27. Ze evil Kohl schreibt:

    Wieso kommen eigentlich immer die Vergleiche zu Gurtpflicht oder Helmpflicht beim Motorrad? Weil es eine Pflicht ist? Weil man den Leuten die dagegen sind Irrsinn und Eitelkeit unterstellen will? Das Mediengewäsch heute mit Konsens: wer keinen Helm trägt ist ein Ignoranter Mensch der sich nur um seine Frisur kümmert kotzt mich an, ich habe nichtmal eine Frisur und selbst dann, ist Bevormundung bei zweifelhaftem Nutzen was eindeutig gutes?

    Fahrradhelmchen in der Form wie man sie heute kaufen kann bringen physikalisch nichts, ein Auto aufhalten schonmal garnicht.

    Wo die Ähnlichkeit zum Anschnallgurt beim Auto ein soll konnte mir auch noch niemand erklären mal abgesehen das dennoch mehr Leute im Auto an SHT sterben als auf dem Rad…Apropos AUTOFAHRERHELME JETZT!!!!

    Übrigens ekh Anekdotische Belege um eine allgemeine Pflicht einzuführen ist wie Lebensmittel verbieten weil es einem selbst nicht schmeckt. Gesetze und Dinge für die Allgemeinheit sollten immer statistisch relevante Dinge beeinflussen, nicht einzelschicksale. Um deinen Freund, wenn es ihn denn gibt und das keine der Typischen Helmbefürwortenden Horrorstories ist, tut es mir Leid, aber statistisch relevant ist das Landen auf dem Kopf für Radfahrer eher nicht. Vom Rechtsabbieger mitgenommen werden schon eher, und ein Helm, egal wie gut, hilft leider nicht gegen multiple Quetschungen und Innere Verletzungen. Der Helm könnte unter Umständen bei alleinunfällen von Radfahrern helfen, unter sehr Praxisfernen Bedingungen, beim “üblichen” tödlich für Radfahrer verlaufenden Unfall, dieser beinhaltet idR. den Kontakt mit einem PKW oder LKW, hilft das Styroporgitter leider herzlich wenig.

    Ich empfehle als Lektüre noch das hardshell-magazin

    http://iolfree.ie/~hardshell/

  28. Jochen schreibt:

    Im Radreise-Forum wird ja auch diskutiert und vorhin hat jemand eine Sendung des DLF von heute verlinkt, in dem direkt zu Anfang ein hochinteressantes Interview mit einem Unfallforscher drin ist. Das Interview lohnt sich u-n-b-e-d-i-n-g-t !! Da ist alles drin und zudem so nüchtern und sachlich, dass das Zuhören Spaß macht.

    Es wird alles rund um die Helmthematik “entlarvt” und nebenbei ebenso zu den wichtigsten Punkten der üblichen Radwegprobleme.

    Der Link zur DLF Seite:
    http://wissen.dradio.de/helmpflicht-der-zwang-zum-schutz.92.de.html?dram:article_id=13027&dram:audio_id=64224&dram:play=1

    Und hier der Link zum MP3-Podcast der Sendung:
    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/19/drw_201110191803_redaktionskonferenz_-_der_zwang_z_025e1017.mp3

  29. Peter schreibt:

    Ich würde wetten, dass ein guter Prozentsatz der tödlichen Autounfälle mit einem Integralhelm zu vermeiden gewesen wäre. Ergo müssten Autofahrer diese auch tragen…

  30. berlinradler schreibt:

    Dieser anekdotische Stil geht mir auf die Nerven. Ich kenne einen starken Raucher, dem ein Bein amputiert wurde. Ich kenne mehrere alte Leute, die in ihrem Leben so gut wie nie gelaufen sind und nun nahe an der Bewegungslosigkeit leben. Ich kenne mehrere Leute, die sich beim Fußballspielen sehr schwere Beinverletzungen zugezogen haben, die kompliziert operiert werden mussten. Die sind große Risiken eingegangen und es ist schiefgegangen. Niemand macht ihnen Vorwürfe, niemand erklärt sie für dumm. Und das ist auch gut so. Denn sie haben ein normales Leben gelebt, so wie ein Radfahrer.

    Radfahrer, die auf den Kopf gefallen oder sich überhaupt mal schwer verletzt haben, kenne ich keine.

  31. STOP Ramsauer schreibt:

    http://nueb.net/fahrrad/verkehr/stop-ramsauer/

  32. Bundesverkehrsminister Ramsauer droht mit Helmpflicht für Radfahrer « BikeBlogBerlin schreibt:

    […] Blog der Radspannerei […]

  33. Prokrastes schreibt:

    > In welchen demokratischen Ländern ausser Australien
    > gibt es denn bereits eine Helmpflicht für Fahrradfahrer?

    AFAIK in Spanien, das wird jedenfalls allgemein als so was wie ein demokratisches Land angesehen.

  34. STOP Ramsauer schreibt:

    [Wo Helmpflicht?]
    > AFAIK in Spanien, das wird jedenfalls allgemein als
    > so was wie ein demokratisches Land angesehen.

    Neuseeland auch (ähnlich lange wie AU), Schweiz ist gerade dabei und Österreich hat die Pflicht bereits für Kinder.

  35. Philip schreibt:

    In Spanien gilt Helmpflicht nur außerhalb geschlossener Ortschaften.

  36. Philip schreibt:

    Der Radiobeitrag ist wirklich gut!

  37. Michael S schreibt:

    @ Jochen: Danke für den Link, der Beitrag scheint mir wirklich das Problem an sich ausgewogen zu betrachten und ein paar Dinge in punkto Helmbenutzung und Helmpflicht gerade zu rücken.

  38. Hein Bloed schreibt:

    Hier mal aktuelle Zahlen zu Radfahrern in Australien:
    http://www.cyclingresourcecentre.org.au/post/national_cycling_participation_survey

  39. vera schreibt:

    Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie ist auch für eine Helmpflicht: http://idw-online.de/de/news446538

    Unter anderem weil: “Kopfverletzungen sind die Ursache für die Hälfte aller Todesfälle bei unbehelmten Radfahrern” - interessant wäre, woran die behelmten Radfahrer sterben und ob die Quote der behelmten toten Radfahrer niedriger ist als die der behelmten Radfahrer insgesamt. Steht leider alles nicht drin in der Pressemeldung.

  40. Mogger schreibt:

    “Kopfverletzungen sind die Ursache für die Hälfte aller Todesfälle bei unbehelmten Radfahrern”
    Kann das mal bitte einer ausrechnen? Gesamt sterben 59 % (226 von 381) Radfahrern an Kopfverletzungen. Da aber in Veras Quelle die 91 % Nicht-Helmträger nur zu 50 % an Kopfverletzungen sterben, müssten doch die verbleibenen 9 % Helmträger wesentlich häufiger als 50 % an Kopfverletzungen sterben, damit die Gesamtzahl auf 59 % kommt. Oder habe ich gerade einen riesigen Denkfehler (abgesehen davon, dass ja nicht unbedingt auch bei den Opfern die Helmquote 9 % betragen haben muss)?

  41. Michael S schreibt:

    @ vera: Ja, die Haltung ist bekannt. Ich hab erst vor kurzem mal mit David Hembrow gemailt, weil ich persönlich meine Helmabstinenz mit jemandem abstimmen wollte, der dort lebt, wo man sicher radelt und trotzdem fast nie mit Helm fährt. Ich hab ihn auch explizit auf die Meinung der deutschen Unfallchirurgen angesprochen. Seine Meinung dazu: “First aid doctors are just about the worst people to ask. They are too close to the subject.”

    Was wäre, wenn ich als Nichthelmfahrer morgen allein verunfalle und einen Schädelbruch erleide, mit Tod oder anschließender gravierender Behinderung und der Unfallchirurg sagt dazu, mit Helm wäre das besser für mich ausgegangen. Würde ich mir dann nicht selber in den Arsch treten wollen? Ich glaube nein. Ich entscheide ja jeden Tag, wieviel Risiko ich auf mich nehme und ich habe nicht den Eindruck, dass Radfahren _besonders_ gefährlich wäre, wenn ich mich nicht _besonders_ risikobereit verhalte. Ich nehme einfach mal an, Unfallchirurgen bekommen besonders die besonders gefährdeten Leute auf den Tisch: Kinder und ältere Alleinunfaller, Autoopfer und: Betrunkene. Wenn man die Pressemitteilung der DGU weiterverfolgt stößt man auf das Papir vom Frühsommer. Darin ganz oben:

    “Besorgniserregend ist, dass 25 Prozent der Verletzten eine
    Kopfverletzung erlitten, aber umgekehrt nur sechs Prozent einen Fahrradhelm trugen. Vielfach war
    Alkoholkonsum die Ursache der schweren und tödlichen Fahrradunfälle.

    Ich sags mal ganz ketzerisch: Die Chirurgen kriegen also viele besoffene schwer verletzte Radfahrer ohne Helm auf den Tisch. Wieviele von denen wollten Party machen und dabei ihren Führerschein nicht riskieren und sind dementsprechend nur wenig routinierte Radfahrer, wieviele von diesen Opfern hätten ihren Fahrradhelm wohl noch (ordnungsgemäß) aufgesetzt?

    Ich frage mich aber auch, warum nur 10% (bei Kindern knapp 40%) einen Helm tragen und die kleine Gruppe der Helmträger oder derjenigen, die nicht fahren, absolut auf die große Gruppe einwirken wollen, die aus irgendeinem Grund die Entscheidung zum Nichthelmtragen getroffen hat. Jeder der Rad fährt, hat sich schon mal ordentlich auf die Schnauze gelegt und kennt das ungute Gefühl, wenn plötzlich alles wie im Zeitraffer abläuft. Wenn nun die meisten dennoch nicht zum Helm greifen, wird das oft einen anderen Grund haben, als “ruiniert die Frisur” oder “wer kein Hirn hat, hat auch nix zu verlieren”. In Berlin kommt es mir ohnehin so vor, als sei die Helmtragequote sehr deutlich über den 9% Bundesdurchschnitt 2010.

    Das ganze spielt sich irgendwie in einem Spannungsfeld ab: “durchschnittlich vermutlich ein größerer Schaden für das Individuum bei einem Unfall ohne Helm möglich” und “möglicherweise negative Folgen für die Radnutzung allgemein und damit durchschnittlich negative Folgen für die Gesundheit aller”. Und dabei sollte doch jeder nach eigener Erfahrung und Bedürfnis urteilen.

  42. Michael S schreibt:

    Ich hab das Papier (http://www.dgu-online.de/pdf/allgemeines/presse/pressemitteilungen/2011_05_03_Fahrrad.pdf)der DGU ja erst gar nicht zuende gelesen, gegen Ende steht da ja noch was sehr aufschlussreiches:

    [1. Helm, 2. kein Alk, …]

    “Als dritte Säule der Prävention gilt eine noch weiter gehende Verbesserung der technischen
    Sicherheitsstandards. Dabei kommt der Sichtbarkeit von Fahrzeug und Fahrer eine zentrale Bedeutung zu.
    „Wer ohne Licht fährt, der fährt auch ohne Verstand“ stellt Professor Johannes Sturm unmissverständlich
    klar und ergänzt: „Ob jung oder alt, wir empfehlen jedem Radfahrer auch beim Stehen und Schieben des
    Rades für gute Sichtbarkeit zu sorgen, am Besten durch Reflektoren, helle Kleidung und Standlicht“.”

    Soweit ich weiß, haben diese Faktoren anders als im allgemeinen Bild doch nur einen geringen Einfluss auf die Unfallbilanz von Radfahrern.

    Mein Bild ist also: Helme, weil viele Betrunkene mit Kopfverletzungen auf dem Tisch landen, klaro, deshalb kein Alk, und dann noch bitte Licht an, obwohl das in der Unfallstatistik kein dominantes Thema ist. Also tut mir leid, da zäumen die Leute das Pferd wirklch von der falschen Seite auf….

  43. Martin schreibt:

    Jetzt hab doch glatt die Unfallchirurgen mit den Neurochirurgen verwechselt, aber macht nichts, leztere sind genauso unfähig:
    http://www.lithe.de/node/91
    Interessant ist, daß sich die Gesellschaft schon selbst widerspricht (unten im Blog).
    Etwas Rechnerei auch hier: http://erichsieht.wordpress.com/2007/04/27/ahnungslose-mediziner-oder-propaganda/

    Mit den Medizinern ist es wie mit den Zivis oder Rettungssanitätern, die in jedem Helm-Thread irgendwann auftauchen, und erzählen wieviele blutverschmierte Radlerköpfe sie gesehen haben. Daraus leiten sie dann ohne jeglichen Sachverstand irgendwelche Zahlen ab.
    Daß diese dann jeder Statistik widersprechen stört solche Leute dann auch nicht mehr. Sie haben’s ja selber gesehen. Bei den Medizinern wird’s nicht anders sein. Ihnen fehlt der Überblick über das Unfallgeschehen, die nötige Sachkenntnis um physikalische und technische Zusammenhänge zu begreifen oder zu untersuchen.
    Aber Sie haben ja blutige Köpfe gesehen und reimen sich daraus solche Märchen zusammen.

  44. Ze Kohl schreibt:

    Das ist halt immer das Problem, bei der Gefährlichkeit des Radfahrens kommen immer a) anekdotische Belege b) Gruselgeschichten c) die Unterstellung das man ein Idiot sei wenn man keinen Helm trägt und oft auch d) auch wenns nichts hilft, schadet es ja nichts.

    Das sind alles keine Argumente um sinnvoll Sicherheitsrelevante Entscheidungen zu treffen, weder für sich noch für die Verkehrspolitik. Die Leute sollten doch endlich versuchen Statistik zu verstehen.

    Das alles hat nichts damit zu tun ob man als Individuum für sich selbst entscheidet einen Helm zu tragen, das ist, wie die arbe der Kleidung jedem frei gestellt. Wenn es einem damit besser geht, super, von Risikokompensation will ich nicht anfangen. Aber bitte nicht eine allgemeine Pflicht mit dem eigenen falschen Risikoverständniss begründen wollen.

  45. Prokrastes schreibt:

    Interessant wäre auch noch eine statistische Erfassung der individuellen Erfahrung der Unfallopfer.

    Betrachtet man den Fahrstil mancher Radfahrer, so ist es nicht weiter verwunderlich, wenn es bei denen eher zu Unfällen kommt als bei anderen.

    Gerade gestern sah ich eine Frau mit durchaus passablem Tempo ( > 20 km/h) die Prinzregentenstraße entlangfahren, die sich äußerste Mühe gab, nie mehr als 50cm Abstand zu den rechts von ihr parkenden Autos zu halten, und die sich so völlig unnötig dem Risiko der sich öffnenden Autotür oder zwischen Autos auf die Straße latschenden Fußgängern aussetzte. Gut, sie trug einen Helm, hatte also irgendwie vorgesorgt …

    Worauf ich hinauswill: Es gibt Radfahrer, die sicher im Verkehr fahren und es gibt welche, die das eben nicht tun. Wie schlägt sich das in der Unfallstatistik nieder?

    Ich fahre seit knapp 30 Jahren in Berlin mit dem Rad und hatte auch schon den einen oder anderen Unfall, da war aber in keinem Fall irgendein Auto oder ähnliches beteiligt. Mal brachen irgendwelche Teile am Rad (Lenker, Sattelstütze), mal war das Glatteis doch zu glatt, und einmal kollidierte ich mit einem Idioten, der nach rechts auswich, um dann schlagartig nach links abzubiegen, ohne sich umzusehen oder auch nur anzudeuten, was er vorhat. Tja, da ich den da gerade überholte, knirschte es.

    Also: Eine Statistik, die bei den Radunfällen deren Erfahrung (wie lange schon wieviel Fahrrad gefahren) erfasst, wäre in der Diskussion sicherlich hilfreich.

    Wenn mir ein taumelnder 12kmh-Rentner vorschreiben will, ich müsse ein Nudelsieb aufsetzen, weil das ja alles so gefährlich ist, dann fühle ich mich unnötig bevormundet. Wenn der taumelnde Rentner dann “gedoort” wird, weil er unbedingt auf dem Parkstreifen rechts neben der eigentlichen Fahrspur fahren muss, dann ist das eine Folge seines Fehlverhaltens, aber nicht eine Folge der “Gefährlichkeit” des Radfahrens.

  46. Michael S schreibt:

    @ Prokrastes: “Also: Eine Statistik, die bei den Radunfällen deren Erfahrung (wie lange schon wieviel Fahrrad gefahren) erfasst, wäre in der Diskussion sicherlich hilfreich.”

    Das wirft die Frage auf, wieviel Fahrkompetenz muss man haben, um sicher am Verkehr teilnehmen zu können? Das Faß mache ich mal im Nachbarbeitrag auf ;-)

  47. tomtom schreibt:

    Da wäre ja noch vorher die Helmpflicht für Autofahrer zu diskutieren.Der SCHUMIE machts doch vor.

  48. berlinradler schreibt:

    @Prokrastes, ich denke auch, die Unfallrisiken verteilen sich sehr stark. Wie man das zahlentechnisch feststellen kann, weiss ich nicht - könnte mir aber vorstellen, dass ein unvorsichtiger Radler um den Faktor 2-3 über dem Durchschnitt und ein vorsichtiger erfahrener Radler um den Quotienten 2-3 unter dem Durchschnitt liegt.

    Was mir Bauchschmerzen bereitet sind die vielen Radfahrer, die offensichtlich neu auf der Straße sind (meist im Frühjahr) und ihr Verhalten unhinterfragt bei der Masse abschauen. Dann kommt eigene Unerfahrenheit zu falschem Verhalten - manchmal mag ich gar nicht hinsehen. Wenn jemand, der sicher schlechter bremst und im Zweifelsfalle falscher reagiert als ein erfahrener Radfahrer genau die Dinge tut, wo der erfahrene Radfahrer Angstschweiss auf der Stirn hätte, ist das echt ein gruseliger Anblick.

  49. ekh schreibt:

    @Ze evil Kohl: Meinen alten Schulfreund gab es wirklich. Da ich mir anscheinend anmaßte persönliche Erfahrungen ins Spiel zu bringen, hab ich wahrscheinlich drum gebettelt, dass mein Beitrag so behandelt wird.
    Dennoch habe ich nie unterstellt, dass Radler ohne Helm eitle Idioten sind, denen die Frise wichtig ist.

    Ich habe mir die Links durchgelesen und akzeptiere das Argument gegen die Pflicht.

    Alles weitere spare ich mir. Feier dich einfach weiter.

    Gute Fahrt

  50. Prokrastes schreibt:

    @ekh: Das Problem bei solchen Einzelfallbeschreibungen ist, daß sie eben Einzelfallbeschreibungen sind.

    Willst Du aber ausgehend von Einzelfällen, die so in etwa das maximale mögliche Risiko beschreiben, auf den Regelfall verallgemeinern?

    Es gibt Fußgänger, denen Ziegelsteine auf den Kopf fallen. Und trotzdem kommt niemand auf die Idee, eine allgemeine Helmpflicht für Fußgänger zu fordern, obwohl so ein Helm ganz sicher Chancen gehabt hätte, das Leben der vom Ziegelstein getroffenen Einzelfälle zu retten.

    Es gibt Flugzeuge, die abstürzen. Und trotzdem werden weder Fallschirmvorräte für Fluggäste oder ein allgemeines Verbot von Flugzeugen gefordert.

    Es gibt Menschen, die im Haushalt von der Leiter fallen und sich dabei das Genick brechen. Ist die Konsequenz ein allgemeines Leiterverbot?

    Es gibt Fußgänger, die ausrutschen oder stolpern und sich dann den Kopf verletzten. Wird deswegen eine Helmpflicht für Fußgänger gefordert?

    Es gibt Radfahrer, die von 40-Tonnern plattgewalzt werden. Werden deswegen ausreichend stabile Rüstungen für Radfahrer gefordert?

  51. Michael S schreibt:

    @Prokrastes: ekh hat doch geschrieben, dass er die Sache über die diversen Links hier abgeklopft hat und die Argumente gegen eine Helmpflicht akzeptiert, trotz der persönlichen Betroffenheit. Soviel Lernfähigkeit wünschte ich mir von jedem Schreiber. Muss man jetzt also nicht weiter vertiefen.

  52. Ze evil Kohl schreibt:

    Lieber ekh, das hat nichts mit feiern zu tun, ich denk ich habe es auch ausreichend ausgeführt, die anderen auch. Ich kenne jemandem dem XY passiert ist, ist einfach kein Argument für oder gegen irgendwas, gen Statistische ausreißer kann man sich nicht 100% absichern. Ich kenne Leute die haben viel Geld im Lotto gewonnen, das macht die Gewinnchancen für mich aber auch nicht besser.

    Die Sache mit dem andere als Idioten bezeichnen war nicht auf dich bezogen, hast du ja auch nicht getan. Das kommt aber bei Helmdiskussionen regelmäßig, die unheilige dreifaltigkeit der Argumentationsunfähigkeit : Anekdotische Belege, Ad hominem und es schadet ja nichts. Ist regelmäßig sowohl im Netz als auch in Vivo zu beobachten, wenbn es dich persönlich getroffen hat, tut mir das leid. Schön übrigens, dass du für argumente offen bist, trotz anekdotischer gegenerfahrung, das spricht für deine Vernunft :)

  53. Johann 170 schreibt:

    Prokrastes schrieb:
    „Die Haupttodesursache für Radfahrer sind rechtsabbiegende Autos und LKW. Ein Helm ist da so nützlich wie rotes Lenkerband.“

    Dann wissen wir ja jetzt alle, was zu tun ist: Zusätzlich zur Helmpflicht auch eine Lenkerbandpflicht einführen! :)

  54. sven schreibt:

    aber nur rotes

  55. Ulf schreibt:

    Die Verlautbarungen der DGU werden ja auch von den Chefärzten formuliert, die diese wie jede Fachgesellschaft dominieren. Alles alte Autofahrer, da kann nicht viel anderes rauskommen. Und andere Statistiken haben die ja auch nicht, auch wenn es immer mal wieder kleinere Studien gibt, die bei den Radfahrern, die wegen einer Kopfverletzung behandelt wurden, eine geringere als die allgemeine Helmtragequote vermelden, aber wenn das dann mal 200 sind, ist sicher die Vergleichbarkeit mit allg. Bevölkerungszahlen schwierig.
    Der 18 Jährige, der gestern mal wieder durch einen rechten Haken eines LKW schwer verletzt wurde, hatte jedenfalls schwerste innere Verletzungen, Kopf war o.k.

  56. berlinradler schreibt:

    Das Problem ist meines Erachtens, dass es Experten in vielen Fachgebieten gibt, die bei der Unfallgefahr mitreden. Das sind Verkehrsexperten, Ärzte, Polizeien, Autovereine und -clubs. Sie alle haben eine bestimmte Perspektive, bestimmte Interessen und daher keinen unparteiischen Blick auf das Geschehen.

    Welche Institution beschäftigt sich denn ernsthaft mit dem Unfallgeschehen? Vielleicht noch die Krankenkassen und Versicherungen, denen wohl das beste Zahlenmaterial zugänglich ist. Die äußern sich in solchen Debatten sehr zurückhaltend, fördern im Gegenteil das Radfahren und schätzen Radfahr-Risiken so gering ein, dass sie bei Haftpflichtversicherungen nicht mal 10€ im Jahr verlangen. Und selbst wenn eine Versicherung gerne die Helmpflicht hätte, dann vermischt sich die Interessenlage ja wieder mit ihren Kosten - denn eine 100%-Tragequote gibt es mit der Pflicht nicht, Leute ohne Helm könnte man auf ihren Kosten sitzen lassen.

  57. Kölnradler schreibt:

    Die Debatte verwechselt Risiko mit Schadenshöhe.

    Die Formel für Risiko lautet:
    Schadenseintrittswahrscheinlichkeit X Schadenshöhe

    Ein Helm senkt den Faktor Schadenshöhe um 50% gegenüber dem Worst Case (ungeschützt da kein Helm)

    Eine vorausschauende Fahrweise senkt den Faktor Schadenseintrittswahrscheinlichkeit um 95% gegenüber dem Worst Case (ungeschickter Tagträumer)

    Die Senkung des Risikos ist also durch Verkehrserziehung deutlich signifikanter zu erreichen als durch eine Helmpflicht.

  58. Kölnradler schreibt:

    Dieser Artikel spricht mir als weiteres Argument gegen die Helmpflicht aus der Seele:
    http://www.zeit.de/auto/2011-10/fahrradhelm-pflicht-ramsauer-contra

  59. Dgl schreibt:

    Gibt doch schon eine Helmpflicht ->

    Oberlandesgericht München, Urteil vom 03.03.2011 - 24 U 384/10 -

    […]Darüber hinaus hat das Gericht den Mitverschuldensanteil des Radfahrers und damit seine Haftungsquote aber auch noch deswegen erhöht, weil er gegen die Obliegenheit verstoßen hatte, einen Fahrradhelm zu tragen.

    Hierzu hat das Gericht ausgeführt, dass bei einem Radler, der, wie vorliegend der Fall, ein Rennrad mit Klickpedalen im freien Gelände benutzt, bereits ein so genannter Anscheinsbeweis für eine „sportliche Fahrweise“ spreche, welche eine Obliegenheit zum Tragen eines Schutzhelms begründet.[…]”

    Rückschlüsse erwünscht :D

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