Polen: Alkoholisierte Radfahrer und Autofahrer sind gleichberechtigt

Freitag, 26.11.2010

Wenn man in Polen betrunken auf dem Fahrrad erwischt wird, muss man nicht mehr mit einem Entzug der Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge rechnen. Das sieht eine vom Sejm jetzt beschlossene Gesetzesänderung vor, die nach einem Urteil des Verfassungsgerichts notwendig geworden war.

Das polnische Verfassungsgericht hatte entschieden, dass ein Entzug des Autoführerscheins bei betrunkenen Radfahrern gegen den Gleichheitsgrundsatz verstösst, da betrunkene Autofahrer, denen die Fahrerlaubnis entzogen wurde, nicht auch gleichzeitig mit einem Verbot des Radfahrens belegt werden.
Infoseite Polen: Radfahrer endlich gleichberechtigt

Das Lasti

Donnerstag, 25.11.2010

Seit mehr als 15 Jahren tut das abgebildete Lastenfahrrad, genannt Lasti, gute Dienste für unsere WG. Vermutlich wurde es in den fünfziger Jahren in Holland gebaut und besitzt massive Blattfedern und einen unverwüstlichen Rahmen. Auf der 1,80 Meter langen Lädefläche können locker 250 bis 300 Kilo transportiert werden, wahlweise auch ein halbes Dutzend Kinder im Kita-Format. Eine Dreigangnabe von Fichtel & Sachs sorgt dafür, dass man das Lastenrad auch schwer beladen noch anfahren kann, allerdings musste die Nabe mehrmals ausgetauscht werden.

Mitte der Neunziger haben wir das Lasti von einem Händler im Prenzlauer Berg erworben, recht günstig, weil das Hinterrrad fehlte. In den ersten Jahren wurde es als Baufahrzeug verwendet und hat unermüdlich Materialien zum Hausbau herbeigekarrt. Inzwischen wird es nicht mehr so häufig benutzt, kommt aber immer noch mehrere Male im Monat zum Einsatz.

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Das Lasti auf der Sternfahrt 2010.

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Lasti auf einer Mediaspree-Fahrrademo im Jahre 2008.

Fahrrad-Polizisten sitzen im Winter lieber im Streifenwagen

Montag, 22.11.2010

Die Fahrradpolizisten in Potsdam, Cottbus, Frankfurt an der Oder und Königs Wusterhausen stellen ihre Fahrräder in den Schuppen. Wegen Personalmangels in der kalten Jahreszeit steigen sie auf Funkwagen um. Nur die Radstreifen in Brandenburg an der Havel sind weiter auf dem Bike unterwegs, “so lange es nicht nass oder glatt ist”.
Märkische Allgemeine: Im Winter sitzt man im Streifenwagen

Anne-Katrin Ebert über nationale Unterschiede im Umgang mit dem Fahrrad

Freitag, 19.11.2010

anne-kathrin-ebert-radelnde-nationen.jpgDie Historikerin Anne-Katrin Ebert ist Leiterin des Bereichs Verkehr am Technischen Museum Wien und hat im Sommer ihre Dissertation zur Fahrradgeschichte in Deutschland und Holland veröffentlicht:

Anne-Katrin Ebert: Radelnde Nationen
Die Geschichte des Fahrrads in Deutschland und den Niederlanden bis 1940
Campus, Frankfurt am Main Juni 2010
ISBN-10 3593391589
495 Seiten, 18 Abbildungen, 11 Grafiken
€ 49,90

Ich habe den Band noch nicht gelesen, irgendwann folgt ganz gewiss einmal eine Rezension. In der WDR-3-Sendung Resonanzen wurde Ebert zu den Anfängen des Radfahrens befragt.

Resonanzen: Interview mit Anne-Katrin Ebert

Alleycat von Fahrtwind Berlin

Freitag, 19.11.2010

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Fahrtwind Berlin, die total unexklusive und freundliche Radcommunity, macht diesen Sonnabend ein Alleycat. Treff ist 19:00 Uhr auf dem  Hausvogteiplatz. Helm und Licht solltest du dabei haben.
Fahrtwind Berlin
Fahrtwind Berlin bei Facebook

Radwegebenutzungspflicht ist absoluter Ausnahmefall

Donnerstag, 18.11.2010

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute ein wegweisendes Urteil über die Radwegebenutzungspflicht gefällt. Danach ist eine Fahrradwegebenutzungspflicht nur bei “bei qualifizierter Gefahrenlage zulässig”. Im konkreten Fall ging es um die Anordnung der Stadt Regensburg, für einen am Stadtrand gelegenen gemeinsamen Fuß- und Radweg eine Benutzungspflicht anzuordnen. Dagegen hatte der ADFC Regensburg geklagt und hat nun in letzter Instanz Recht bekommen. Damit sind die Rechte der Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gestärkt.
Bundesverwaltungsgericht: Radwegebenutzungspflicht nur bei qualifizierter Gefahrenlage zulässig
ADFC Dresden: Bundesverwaltungsgericht bestätigt bayerisches Urteil

Google Street View

Donnerstag, 18.11.2010

Seit heute ist der umstrittene 3D-Kartendienst Google Street View für 20 deutsche Städte verfügbar. Der Dienst ist auch für Radfahrer gut geeignet, kann man doch Strecken virtuell am Rechner befahren, bevor man sie real abradelt. Hier ein Blick auf unsere Werkstatt in der Admiralstraße. Einfach mit dem Cursor ins Bild und weiterfahren. Den Standpunkt ändert man, indem man auf die Pfeile klickt, die nach links oder rechts weisen. Man dreht den Bildausschnitt, indem man mit der Maus den Ring um die Windrose oben links ein wenig verändert.


Größere Kartenansicht

Umbau der Kastanienallee

Donnerstag, 18.11.2010

BikeBlogBerlin hat gestern einen Aufruf zu einem Krisentreff zum Umbau der Kastanienallee veröffentlicht: “Eine Bürgerinitiative aus der Kastanienallee macht sehr polemisch gegen den Radfahrstreifen in der Kastanienallee mobil. Wer an diesem Donnerstag, den 18.11., um 13 Uhr (Treffpunkt Oderberger Straße/Kastanienallee) eine gute Stunde Zeit hat, ist herzlich willkommen. Es wäre gut, wenn sich viele Fahrradfahrer deutlich für den Radstreifen aussprechen würden.”

Zur Zeit besitzt die Kastanienallee eine Fahrspur in jede Richtung. Auf dieser Spur tummeln sich Straßenbahnen, Autos und Radfahrer. Viele Radfahrer haben mit Recht großen Respekt vor dem Fahren auf der Castingallee, weil sich immer mal wieder Unfälle ereignen, wenn Radfahrer in die Straßenbahngleise geraten.

Nach dem Willen des Bezirksamtes Pankow soll die Straße erheblich verbreitert und der Bürgersteig ebenso erheblich verkleinert werden. Neben den Gleisen sollen Radfahrspuren entstehen. Dafür sollen die Parkstreifen verschwinden, Autos sollen künftig in Parktaschen abgestellt werden, die wiederum vom Bürgersteig abgezwackt werden. Allerdings soll die Zahl der Parkplätze in der Kastanienallee um etwa 40 Prozent reduziert werden. Dennoch wird die Straße nach dem Umbau breiter und die Bürgersteige schmaler. Für eine Flaniermeile wie die Kastanienalle ist das meines Erachtens das falsche Signal. Breite Straßen verführen zu schnellem Fahren. Bemerkenswerterweise konnte sich die Verkehrslenkung Berlin (VLB) noch nicht einmal dazu entschließen, aus der Kastanienallee eine Tempo-30-Zone zu machen.

Parallel zur Kastanienallee verläuft im Abstand von einhundert Metern die Choriner Straße, die in wenigen Wochen zu einer Fahrradstraße umgestaltet wird. Radfahrer aus dem Bezirk Pankow mit einem Ziel im Bezirk Mitte werden also in Zukunft auf die Choriner Straße ausweichen können.

Die BVG befürwortet den Umbau der Kastanienallee, weil sie sich eine höhere Geschwindigkeit der Straßenbahn erwünscht. Dieses Ziel wäre aber mit einem Umbau des Weinbergswegs viel besser zu erreichen. Auf der ebenen Kastanienallee ist ein Radfahrtempo von 15 oder 20 kmh locker zu erreichen, während der relativ steile Anstieg im Weinbergsweg dazu führt, dass die Straßenbahnen im Schritttempo hinter Radfahrern hinterherfahren, die sich den Weinbergsweg hochkämpfen. Der Verzicht auf einen Parkstreifen im Weinbergsweg und die Anlage eines Radfahrstreifens in diesem Bereich würde also zu einer deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit der Straßenbahnlinie M12 führen.

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Wenn man alle Argumente für und gegen einen Umbau der Allee abwägt, dann kann das Ergebnis nur lauten, sich gegen eine Verbreiterung der Kastanienallee auszusprechen.

Kann es einen Kompromiss geben? Ja, den kann es geben. Verkehrsstadtrat Jens-Holger Kirchner hat vor kurzem in der taz gesagt: “Am besten wäre es, wenn es gar keine Parkplätze gäbe. Aber das haben wir uns nicht getraut.” Wenn Kirchner sich trauen würde, statt der vierzig Prozent der Parkplätze achtzig oder neunzig Prozent zu eliminieren, wäre allen geholfen. Den Radfahrern, die dann eine eigene Spur hätten, und den Flaneuren, denen der Platz auf dem Bürgersteig bliebe.

Grafik: taz

Das sicherste Fahrradschloss der Welt

Dienstag, 16.11.2010

Werbung für einen Elektro-Discounter.

Automatische Fahrradpumpe

Dienstag, 16.11.2010

automaticbicyclepump-small.jpg

Auf dem Foto seht ihr eine automatische Fahrradpumpe, manche bezeichnen sie auch als Notfallpumpe.  Außer dem Schlauchgelöt braucht man lediglich ein parkendes Auto, dessen Reifen man anzapfen kann.

Bauanleitung gibts bei Instructables. Achtet auch auf den Warnhinweis auf der letzten Seite von Instructables: “Remember! Thou shalt not steal air from public transportation. Public transportation is good.”
[via]

The Bicycle

Dienstag, 16.11.2010

Kurzfilm über einen außergewöhnlichen Tag im Leben eines Fahrrads in Amsterdam. Von Mateo Perez und Jeroen Klokgieters.

Auf der Straße fährt es sich am sichersten

Montag, 15.11.2010

Die Lübecker Nachrichten berichteten gestern von einer Langzeitstudie des Bad Oldesloer Polizeihauptkommissars Karsten Witt, der die Radunfälle im Kreis Stormarn und in Lübeck analysiert hat. Danach gibt es in Stormarn 200 bis 250 Unfälle mit Radfahrern und in Lübeck etwa 1800 Unfälle im Jahr. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Das Ergebnis: „Von Unfällen sind überwiegend Radfahrer betroffen, die nicht auf der Straße gefahren sind, sondern auf Geh- oder Radweg.“

Die Statistik wird angeführt von Radfahrern, die auf dem linken Radweg fahren und von abbiegenden Autos übersehen werden. Auf Platz zwei der Unfallursachen liegen Ein- und Ausfahrten, wo Radfahrer auf Geh- und Radweg von Autos erfasst werden. Drittens bergen Fußgängerüberwege Gefahren, wenn Radfahrer diese auf dem Rad queren. Auf Platz vier: Radfahrer, die sich begegnen, gefolgt von Rechtsabbiegern an der Ampel und der geöffneten Autotür.

„Tödliche Unfälle passieren am häufigsten dann, wenn Radfahrer die Straße plötzlich überqueren“, so Witt weiter. Kindern sage ich im Präventionsunterricht, dass sie zum Queren der Straße absteigen sollen.“ Bis zehn Jahre sei das Fahren auf dem Gehweg erlaubt, was nach Witts Einschätzung eine zwiespältige Sache ist. „Es gibt eine Risikofaktor-Liste, nach der das Fahren auf der Fahrbahn mit dem Rad einen Risikofaktor von 3,4 hat, auf dem linken Radweg dagegen von 11,9.“ Das Fahren ohne Licht spiele für das Unfallgeschehen kaum eine Rolle, „das ist nur ein gefühltes Problem.“

Lübecker Nachrichten, Ausgabe Stormarn: Risiko Radweg: Auf der Straße fährt es sich am sichersten

Fahrradcodierung eine Erfolgsgeschichte

Montag, 15.11.2010

Die Polizei im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat in diesem Jahr bereits 1000 Fahrräder kostenlos mit einem Code zum Diebstahlschutz versehen. “Sonst hatten wir immer so um die 400 Menschen pro Jahr, die mit ihren Rädern zu uns gekommen sind”, sagte Hagen Zemke vom Sachgebiet Prävention der Wustermarker Polizei.

Mit dem Anstieg der Fahrradcodierungen sank in den letzten Jahren die Zahl der Fahrraddiebstähle im Brandenburger Landkreis. Hatte es im Jahr 2005 im Landkreis noch 674 Fahrraddiebstähle gegeben, so sind es in diesem Jahr bisher 315. Für Zemke ist klar, dass das Codieren mit dazu beigetragen hat.

Für Berlin liegen keine Zahlen vor, wieviel Fahrräder durchschnittlich von der Polizei codiert werden. Da jeder Polizeiabschnitt die Codieraktionen einzeln plant und durchführt, gibt es keine Übersicht über die Gesamtzahl der Codierungen.

Märkische Allgemeine: 1000. Fahrrad in diesem Jahr mit Zahlen versehen / Diebstähle haben sich halbiert

Radfahrer #7: Herbie, 36, Berlin-Kreuzberg

Sonntag, 14.11.2010

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Was für Räder fährst du?
Ich hab ein “checker pig” für den Alltag, ein altes “Apothekerrad” für kleine Transporte und neuerdings dieses Esimex Lastenrad, das ist im Kollektivbesitz - und mehrere Leute/Gruppen nutzen es für grössere Transporte.

Was bedeutet Dir Dein Fahrrad?
Eine Freiheit jenseits von öffentlichen Verkehrsmitteln, dazu schnelles Vorankommen, gelebtes Umweltbewusstsein und oft auch ein gemütlich durch die Stadt fahren und die Stadt anders wahrnehmen, als aus dem Bus oder Auto heraus.

Wie benutzt Du Dein Rad? Wie sieht Dein Fahrrad-Alltag aus?
Ich fahre fast das ganze Jahr und alle Wege die jenseits meines Wohnblockes sind, mit dem Lastenrad fahre ich dann auch noch Produkte aus die ich mit meinem Kollektiv “Schnittstelle” vertreibe.

Wie pflegst Du Dein Rad?
Viel liebe und gut zureden, OK, kleine Sachen mache ich selbst, hin und wieder Öl an die Kette, platten flicken, alles andere lasse ich gerne machen

Was könnte die Situation für Fahrradfahrer_innen verbessern?
Manchmal denke ich es sollte zum Auto-Führerschein machen dazugehören, dass mensch 2 Monate Fahrrad fahren muss, aber mit so Strecken die über den Kotti gehen und viel an schlecht gesicherten Baustellen oder da wo Fahrradwege einfach aufhören, vielleicht würde das schon ein wenig helfen.

Herbie, 36, Kreuzberg-Berlin, Mitglied im Kollektiv Schnittstelle, die Produkte vertreiben, die in Kollektiven, Genossenschaften, Kommunen oder Kleinstproduzenten produziert werden.
Schnittstelle

Hosenklettband von BeBack

Freitag, 12.11.2010

hosenklett-mit-reflektorstreifen.jpgKette rechts und los!

Aber erst die Hose schonen: mit einem bunten Hosenklett, der auch Hosen aus festerem Material zusammenhält.

Mit Reflektorstreifen für die Sicherheit. Waschbar bis 30 Grad.

Umfang dank Klettverschluss variabel von 29 bis 34 cm. Höhe 7cm. Preis zehn Euro.

Im DaWanda-Shop von BeBack findet Ihr schönen SchnickSchnack - nicht nur - für Radfahrer!

Jetzt schon an Weihnachten denken!

BeBack bei DaWanda

Strike Bike schließt Ende 2010

Freitag, 12.11.2010

Der Fahrradproduzent Strike Bike aus Nordhausen in Thüringen muss Ende des Jahres seine Produktion einstellen. Das bestätigte Insolvenzverwalter Rolf Rombach am Donnerstag in Erfurt. Strike Bike hatte in der letzten Woche Insolvenz angemeldet. Hintergrund der Pleite sind fehlende Aufträge. Strike Bike war 2007 aus einer Besetzung des Fahrradwerks Nordhausen entstanden und hatte die Fahrradproduktion mit 21 Mitarbeitern begonnen. Zuletzt hatten in der Firma nur noch zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte gearbeit.
MDR Thüringen: Strike Bike ist pleite

ADFC: Saison der Diavorträge beginnt

Donnerstag, 11.11.2010

Wenn es draußen regnet und stürmt, dann kommt die Zeit der Diavorträge im Buchladen des ADFC. Regelmäßig freitags um 19:00 Uhr kann man sich inspirieren lassen durch virtuelle Fahrradreisen in fast jeden Winkel dieser Welt. Die ersten fünf Angebote der diesjährigen Saison:

  • 12.11.: Asien
  • 19.11.: Fahrradtour durch die Wüsten und Steppen Nordargentiniens mit Querung der Anden nach Nordchile
  • 26.11.: Kanäle, Wein und Berge - Jura, Elsass und Vogesen im Herbst
  • 03.12.: Karpaten, Krim und Kaukasus
  • 17.12.: Mit Fahrrad, Zelt und Zeichenblock - Äthiopien

Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4,5 Euro. ADFC-Mitglieder zahlen nur drei Euro. Eine Anmeldung wird wegen der starken Nachfrage empfohlen!

Veranstaltungsort:
ADFC Buch- und Infoladen
Brunnenstraße 28
10119 Berlin-Mitte

ADFC: Diavorträge 2010/2011

rad

Donnerstag, 11.11.2010

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keine autos die einen mit regenwasser vollspritzen oder einen hupend überholen, keine laster die einen von der strasse drängen. auf der isla volante ist radfahren ein echtes vergnügen und es fördert den apettit.

Text und Bilder: rad vom 5. November 2010 aus dem logbuch isla volante von rittiner & gomez

VeloBerlin

Mittwoch, 10.11.2010

Eine Fahrradmesse am Messestandort Berlin? Das war schon immer ein schwieriges Thema. Es gab den einen oder anderen Versuch, mehr aber auch nicht.

Im Frühjahr 2011 startet mit der VeloBerlin ein neuer Versuch, eine eigenständige Fahrrad-Publikumsmesse ins Leben zu rufen: “VELOBerlin wird der neue Dreh- und Angelpunkt zum Thema Fahrrad und urbane Mobilität in der Hauptstadt. Zu Beginn der Saison will die neue Messe eine umfassende Orientierung für die Kaufentscheidungen der Konsumenten bieten und dies mit zusätzlichen attraktiven Informationsangeboten kombinieren.

Von Workshops mit praktischer Wissensvermittlung bis hin zum Fahrspaß auf mehreren Indoor-Parcours will VELOBerlin die Begeisterung für das Fahrrad in all seinen Facetten zelebrieren.”

Drei Erlebniswelten sollen die Besucher in den Bann ziehen. Unter dem Motto Fine.Art.Handmade werden Liebhaberstücken feinmechanischer Ingenieurskunst gezeigt. Weitere Hallen stehen unter dem Thema Trends&Innovations sowie Urban.Wild.Style.

VeloBerlin wird vom 26. bis 27. März 2011 auf dem Berliner Messegelände stattfinden.

VeloBerlin

Europäische Kommission sagt Nein zum 500-Watt-Ebike

Mittwoch, 10.11.2010

Die European Twowheel Retailers’ Association (ETRA), die europäische Händlervereinigung für Zweiräder, fordert seit längerer Zeit, die maximale Motorleistung für zulassungsfreie Pedelecs von 250 Watt auf 500 Watt anzuheben. Die ETRA erwartet von diesem Schritt eine breitere und vielfältigere Nachfrage nach Elektrofahrrädern in ganz Europa.

In einem ersten Entwurf zur Überarbeitung der Typengenehmigung für zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge hat die Europäische Kommission die Vorschläge der ETRA nicht akzeptiert. Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen in Zukunft drei Kategorien für Elektrovelos gelten. Die kleinste Kategorie L1Ae soll für Ebikes bis zu 250 Watt und einer unterstützten Geschwindigkeit bis zu 25 kmh gelten. Die Hersteller dieser Bikes sollen ab 2021 verpflichtet werden, eine Art Black Box einzubauen, die eine Manipulation des Antriebs verhindert.

Das letzte Wort in dieser Frage ist aber noch nicht gesprochen. Der nun vorgelegte Entwurf ist nur ein erster Schritt in einem langen und komplizierten Gesetzgebungsverfahren.

Bike Europe: European Commission Says No to 500 Watt Max. Power for Pedal Assisted Bikes

Schwerpunktaktion zur Überwachung des Fahrzeuglichts - Polizei zieht Bilanz

Dienstag, 09.11.2010

In der vergangegen Woche hat die Berliner Polizei im gesamten Stadtgebiet verstärkt die Beleuchtungseinrichtungen an Fahrzeugen im Straßenverkehr überprüft. Gecheckt wurden insgesamt 5.879 Kraftfahrzeuge und 8.265 Fahrräder.

“Im Ergebnis wurde gegen 613 Fahrzeugführer und 742 Radfahrer Anzeige erstattet, weil Beleuchtungseinrichtungen nicht funktionierten oder gar nicht vorhanden waren. Insgesamt fertigten die Beamten 2.253 Mängelberichte wegen technischer Beleuchtungsmängel. Zum Teil musste die Weiterfahrt untersagt werden. Wegen Fahrens ohne eingeschaltete Beleuchtung bei Dunkelheit erhielten darüber hinaus 379 Radfahrer und 130 Autofahrer Anzeigen.”

Die Polizei kündigte an, auch weiterhin auf Beleuchtungsmängel an Fahrzeugen zu achten.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 3563 vom 09.11.2010 - 10:00 Uhr

Camioncyclette

Dienstag, 09.11.2010

Der Designer Christophe Machet hat auf der Ausstellung interieur biennale in Kortrijk in Belgien das Camioncyclette vorgestellt, eine radikale Interpretation eines Stückguttransporters.

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Christophe Machet: Camioncyclette

Landesdelegiertenkonferenz der Grünen zum Thema Verkehr in Berlin

Sonntag, 07.11.2010

Neben dem Rummel um die Nominierung von Renate Künast zur Spitzenkandidatin für die nächste Bürgerschaftswahl am 18. September 2011 ging ein wenig unter, dass die Grünen auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz wichtige Festlegungen in Sachen Verkehr treffen wollten. Im Antrag “Grün unterwegs – nachhaltige, gerechte und maßgeschneiderte Mobilität für Berlin” heißt es auf Zeile 20:

“Ein Blick in die Stadt zeigt: Auf vielen Berliner Straßen und Plätzen ist das Automobil dominant. Die meiste Fläche steht dem fließenden motorisierten Verkehr und den Parkplätzen zur Verfügung. Radwege und Bürgersteige pflegen häufig nur ein schmales Dasein, von Aufenthaltsqualität an diesen Orten keine Spur. Das wollen wir ändern: Die knappen Flächen müssen allen zur Verfügung stehen. Lärm, Abgase, Platz greifende „Blechhaufen“ sind auf ein Minimum zu reduzieren.”

Konsequenterweise soll deshalb nach Vorstellung der Grünen kein Geld mehr in den Neubau von Straßen gesteckt werden (Zeile 34): “Die finanziellen Ressourcen zum Umbau von Straßen und Plätzen und zum Ausbau der Infrastruktur für Radwege, Bus und Bahn sind knapp. Straßenneubau wird in Zukunft nur noch in Ausnahmen zu rechtfertigen sein.” Auch der Bau der A100 wird  abgelehnt.

Neuinvestitionen sind dagegen in drei Bereichen notwendig (Z 130):

  • Schienenanbindung des Flughafen BBI
  • Ausbau der Straßenbahn, insbesondere die Strecken Alexanderplatz – Steglitz, Nordbahnhof – Turmstraße, Warschauer Straße – Hermannplatz, Rosenthal – Märkisches Viertel
  • Velorouten und Fahrradstreifen

Im Programmpunkt 5.3 “FahrRad!” heißt es (Z 261): “Beim Ausbau von Fahrradspuren, den wir dringlich vorantreiben wollen, ist eine Mindestbreite von 2 Metern, bei Magistralen von 2,5 bis 3 Metern notwendig, um bei perspektivisch mehr RadlerInnen nicht nachrüsten zu müssen.” Die Grünen fordern mehr Fahrradstraßen, lehnen eine flächendeckende Benutzungspflicht für Radwege ab, möchten ein kostengünstiges und attraktives Fahrradverleihsystem, verlangen bessere Abstellmöglichkeiten und eine optimierte Mitnahme von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bündnis 90 / Die Grünen: Grün unterwegs – nachhaltige, gerechte und maßgeschneiderte Mobilität für Berlin

Ulrich Syberg neuer Vorsitzender des ADFC

Sonntag, 07.11.2010

An diesem Wochenende fand in Erfurt die 30. ADFC-Bundeshauptversammlung statt. Wichtigste Weichenstellung war die Wahl eines neuen Bundesvorstzenden. Gewählt wurde Ulrich Syberg aus Herne in Nordrheinwestfalen. Syberg kündigte eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit an, der ADFC will außerdem seine Berlinpräsenz forcieren, damit der Radverkehr in der Bundespolitik eine stärkere Bedeutung bekommt.

Verbessertes Fahrradparken am Hauptbahnhof

Samstag, 06.11.2010

In der Vergangenheit war das Fahrradparken am Berliner Hauptbahnhof eine ziemliche Katastrophe. Die etwa 170 Parkbügel in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs waren häufig völlig überbelegt. Nun hat die Bahn auf die dramatische Situation reagiert und unter dem Bahnviadukt westlich des Hauptbahnhofes ein größeres Areal für das Fahrradparken freigegeben.

Bisher wird das Angebot allerdings noch nicht genutzt. Der gut versteckte Fahrradparkplatz befindet sich zwischen den Taxistellplätzen, einer Wurstverkaufsbude und der Einfahrt zum Parkhaus. Muss man erst mal finden.

hauptbahnhof-berlin-fahrradparken.jpg

Blog Berlin Hauptbahnhof: Gut gemeint, schlecht gemacht
Foto: Blog Berlin Hauptbahnhof

“Tausche schönes Damenfahrrad gegen Sofa”

Freitag, 05.11.2010

“Tausche mein schönes, kaum gefahrenes Fahrrad (28 Zoll, gem. Abbildung) gegen ein 2er, 3er oder kleines Ecksofa oder gegen Damenkleidung XXL, Modeschmuck oder Fachbücher.
Einfach mal anfragen. Freue mich über jede Zuschrift.”

Inserat vom 05.11.2010 in SucheBiete

Radfahren und Fettleibigkeit

Freitag, 05.11.2010

Das Fahrrad verbrennt Fett und spart dein Geld. Das Auto kostet Geld und macht dich fett.

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Auf den weltweit zu beobachteten Zusammenhang zwischen Radfahren und Fettleibigkeit weist das Stencil hin. Geklaut von
Bristol Traffic

Pilotprojekt zur Fahrradmitnahme im ICE gestoppt

Freitag, 05.11.2010

Die Bundesregierung hat ein Pilotprojekt zur Fahrradmitnahme im ICE gestoppt. In der  Antwort auf eine entsprechende Frage sagte das Ministerium von Minister Ramsauer, dass es der unternehmerischen Verantwortung der Bahn und den Marktkräften beim Wettbewerb im Schienenfernverkehr vertraue.

Dazu sagte Anton Hofreiter, Sprecher für Verkehr der Grünen:

“Minister Ramsauer ist es offenkundig völlig egal, ob Reisende in der Bahn ein Fahrrad mitnehmen können oder nicht. Auch die Förderung des wachsenden Fahrradtourismus interessiert ihn nicht. Der Minister ringt sich nicht einmal zu einem Lippenbekenntnis wie seine Vorgänger durch. Stattdessen rudert er gleich zurück. Für Jemanden der sich zu Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Bahnverkehr bekennt, ist dies ein ausgesprochenes Armutszeugnis, gerade und vor allem wenn er sich dabei auf Wirtschaftlichkeit beruft.

Der Fahrradtourismus hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen und ist zu einem eigenen Wirtschaftsfaktor geworden. Doch im Fernverkehr der Deutschen Bahn AG verringert sich das Angebot der Fahrradmitnahme.

Das Netz an Fernverkehrsverbindungen der Bahn, das es ermöglicht, Fahrräder mitzunehmen, ist lückenhaft und durch häufiges Umsteigen sowie lange Fahrzeiten so unattraktiv, dass sich ein überregionaler Radtourismus in Deutschland nicht weiter entwickeln kann.

Der Hinweis des Ministeriums auf die “Marktkräfte im Fernverkehr” ist eine Frechheit. Offenbar weiß das Ministerium nicht, dass es im Schienenfernverkehr keinen Wettbewerb gibt. Von winzigen Ausnahmen abgesehen gibt es nur die DB, die kein Interesse an Fahrradmitnahme hat.”

Auch der VCD-Bundesvorsitzende Michael Ziesak kritisierte den Pilotprojekt-Stopp zur Fahrradmitnahme im ICE:

“Mit dem heute verkündeten Stopp der von der Vorgängerregierung geplanten Einrichtung einer Pilotstrecke zur Fahrradmitnahme im ICE wird die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber Radfahrern erneut verdeutlicht. Der VCD fordert schon seit Langem, die Kombination der beiden umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Rad auch auf längeren Strecken zu vereinfachen. Die Attraktivität beider Verkehrsmittel kann weiter gesteigert werden, wenn die Fahrräder auch im Fernverkehr mitgenommen werden dürfen.”

Gefunden im LOK-Report

Statistisches zu Berliner Radverkehrsanlagen

Donnerstag, 04.11.2010

“Das Berliner Straßennetz hat eine Länge von knapp 5.300 Kilometern. Davon sind etwa 3.800 km Straßen mit Tempo 30 oder darunter, in denen keine Radverkehrsanlagen errichtet werden.”

Solche Zahlen haben für uns keine große Aussagekraft, wenn wir nicht wissen, wie sich das Berliner Straßennetz im Laufe der Zeit entwickelt hat. Claudia Hämmerling von der Abgeordnetenfraktion der Grünen wollte in einer kleinen Anfrage an den Senat wissen, wie sich die Fahrradinfrastruktur in Berlin seit dem Jahr 2006 verändert hat. Die letzten verfügbaren Zahlen der Senatsverwaltung beziehen sich auf den Dezember 2009. Alle Angaben in Kilometern.

2006 2009
Benutzungspflichtige Radwege 150 110
Radfahrstreifen auf der Fahrbahn 80 125
Bussonderfahrstreifen 70 80
Radwege auf dem Gehweg 50 50
Radwege außerhalb öffentlicher Straßen 190 400
Einbahnstraßen* 200 250

*: Einbahnstraßen, die entgegen der Fahrtrichtung für den Radverkehr geöffnet wurden.

Quelle: Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling vom 02. Juni 2010 und Antwort

Google pixelt Verkehrsschild 240

Mittwoch, 03.11.2010

oberstaufen-verkehrsschild-240.jpgGoogle stellte gestern die ersten Streetview-Bilder aus Deutschland ins Netz. Einmal um die Goldelse, eine kurze Strecke vor dem Kanzlerinnenamt, das wars auch schon von Berlin.

Oberstaufen, eine kleine Stadt in Bayern, wurde anlässlich der deutschen Streetview-Premiere komplett abgelichtet, einschließlich der verpixelten Häuser von Bürgern, die dies bei Google beantragt hatten. Aber es wurden nicht nur Gesichter von Menschen, Kraftfahrzeugkennzeichen und ganze Häuser verpixelt, sondern auch Verkehrszeichen, wenn auch nur halb. Was will Google uns damit sagen?

Landkartenblog: Die kuriosesten Google Streetviewbilder von Oberstaufen im Allgäu

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