Critical Mass Danziger Ecke Prenzlauer Allee aufgelöst

Freitag, 30.07.2010

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Etwa fünfzig Leute waren gegen 18 Uhr am Heinrichplatz aufgetaucht und als jemand kurz vor halb sieben meinte, man solle doch mal losfahren, setzte sich die Kritische Masse der Sonne entgegen in Bewegung. Unter den Radfahrern waren erstaunlich viele, die sich auf französisch oder englisch unterhielen. Hinter dem Oranienplatz war die Zahl der Biker auf sechzig, vielleicht siebzig gestiegen, aber es reichte nicht, um flashmobmäßig den Kreisverkehr am Moritzplatz zu blockieren, also gings weiter Richtung Check Point Charlie. In der Zwischenzeit hatten sich eine ganze Reihe von Polizeifahrzeugen hinter der Critical Mass eingefunden. An der Ecke Leipziger und Friedrichstraße gab es den ersten Versuch der Polizei, die Leute an der Weiterfahrt zu hindern.

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Die quergestellte Wanne wurde locker umkurvt, über Friedrichstraße und Unter den Linden ging es gut gelaunt an Alex und Volksbühne vorbei die Schönhauser Allee hinauf.  Neben den geschätzt sechs bis acht Polizeifahrzeugen tauchten nun mehrere Zivilautos der Polizei in den Seitenstraßen auf, von denen hektisch das Blaulicht vom Dach gerissen wurde, sobald sich die Critical Mass näherte. An der Ecke Danziger Straße und Prenzlauer Allee sah die Polizei ihre Chance. Auf dem linken Fahrstreifen hatte sich eine Lücke gebildet, in die zwei Polizeiwannen mit hohem Tempo setzten, die Fahrraddemo überholten und sie vor der Kreuzung blockierten. Da sich hinter der Demo ebenfalls Polizeifahrzeuge gesammelt hatten, bildete sich eine Art Kessel, aus der zunächst mal niemand hinaus kam. Nach der (vergeblichen) Suche der Polizei nach einem „Verantwortlichen“ für die CM folgte eine ellenlange Prozedur, in der die Personalien der Teilnehmer aufgeschrieben wurden. Außerdem wurde den Teilnehmern das Verbot ausgesprochen, weiter im Tross auf der Straße zu fahren. Ansonsten würde das Fahrrad eingezogen werden. Ende der CM gegen 20 Uhr.

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Radfahrerin im Wedding nach Verkehrsunfall gestorben

Donnerstag, 29.07.2010

“Eine Radfahrerin, die gestern Abend bei einem Verkehrsunfall in Wedding verletzt worden war, erlag in der Nacht im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Die 60-Jährige hatte gegen 18 Uhr 50 die Seestraße in Höhe des Nordufers überquert, als es zum Zusammenstoß mit dem in der linken Spur fahrenden, aus Richtung des Stadtrings kommenden „Toyota“ eines 70-Jährigen gekommen war. Bei dem Zusammenstoß wurde die Radlerin mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Die Rettungskräfte der Feuerwehr brachten die Frau in ein Krankenhaus, wo sie wenige Stunden nach dem Unfall verstarb. Wer zum Zeitpunkt des Unfalls „Grün“ hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen, die der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 übernommen hat.”
Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2244 vom 29.07.2010 - 09:25 Uhr

Sonntagsfahrt ab dem Gendarmenmarkt

Mittwoch, 28.07.2010

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Freitag, 30. Juli: Critical Mass Berlin

Mittwoch, 28.07.2010

“Jeden letzten Freitag im Monat treffen wir uns um 18:00 Uhr am Heinrichplatz in Kreuzberg, um gemeinsam gemütlich durch die Straßen unseres geliebten Berlins zu  cruisen. Verschiedenste Menschen auf verschiedensten Fahrrädern. Wir sind keine Demo, wir sind kein reiner Flashmob, wir zeigen auf entspannte Art, dass wir da sind und Radfahrer kein Verkehrshindernis sind. Wir sind zu respektierender Verkehr und zwar der in Städten der erwiesen sinnvollste! Es soll Spaß machen seinen geliebten Drahtesel durch Berlin zu reiten, ohne dass man um sein Leben fürchten muss!

Die nicht festgelegte Route endet meist in einem Park, bei einem Bierchen, für Musik ist gesorgt, vielleicht wird gegrillt.”

Aus dem Aufruf zur Critical Mass am kommenden Freitag, 18:00 Uhr am Heinrichplatz

Critical Mass Berlin

Radfahren als Papier-Stopmotion

Dienstag, 27.07.2010

[via]

Radsportmuseum in Wünsdorf nahe Zossen

Dienstag, 27.07.2010

In der Bücherstadt Wünsdorf bei Zossen hat sich unter dem Dach des Gutenberghauses ein Radsportmuseum etabliert. Das Museum ist das Lebenswerk des Radsportenthusiasten Werner Ruttkus und seiner Freunde. Es zeigt die Geschichte des Klassikers Rund um Berlin und die Entwicklung des Radsports in Berlin und Brandenburg. Eine Sonderschau widmet sich der Radsportlegende Täve Schur. Ruttkus über die Museumsfahrräder: „Es handelt sich unter anderem um die Zeitfahrmaschine von Jan Schur, mit der er im Mannschaftsfahren 1988 in Seoul Olympiasieger wurde, um das Straßenrennrad, mit dem Falk Boden 1983 bei der Friedensfahrt siegte, und um ein Rennrad von Roger Kluge, das er in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Manchester gefahren hat. Diese Maschine ist so ziemlich das Modernste, was es gibt.“ Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr der Ausstellungsbereich Retro 1960, in dem an die Radsport-Weltmeisterschaften 1960 in der DDR in Leipzig, Chemnitz und auf dem Sachsenring erinnert wird.

Radsport-Museum Wünsdorf
Gutenbergstraße 1:

Montag - Freitag 10:00 bis 18:00 Uhr (Anmeldung im Büro Haus Oskar)
Samstag und Sonntag von 11:00 bis 17.00 Uhr
Vereins- und Gruppenführungen nach Voranmeldung
Tel: 033702 - 9600

Paula will ihr Fahrrad zurück

Dienstag, 27.07.2010

Weil mein Herz für mein Fahrrad schlug, geh ich jetzt auf die Suche nach ihm. Mein Appell an Euch: Bitte seht auch das Foto an und haltet Ausschau! Ich bin für jeden Hinweis dankbar. Sollte das Fahrrad wirklich gefunden werden, gibts einen saftigen Finderlohn und einen Freudentanz!

Danke an alle Unterstützer!

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Peugeot Rennrad PX 10 von 1987 blau/weiß

Rahmen: Reynolds 531 Pro, 54cm
Schaltung: Shimano 600 Ultegra

Merkmale:
- Delle im vorderen Drittel der Rahmenstrebe zwischen Lenker und Sattel
- Mantel vorne Original
- Mantel hinten neu von Schwalbe
- Lenkerband original (leicht beschädigt)

Tatort: Berlin, Schöneberg, Martin-Luther Straße
Zeitpunkt: Nacht von 22. auf 23. Juli 2010

Mail an: paula.fahrrad(at)googlemail.com

Wie hast du Radfahren gelernt?

Dienstag, 27.07.2010

Im Projekt “My First Ride” werden Teilnehmer der Konferenz Velocity im Juni 2010 befragt, wie sie Radfahren gelernt haben. Hier erzählt Jan Gehl, Chefarchitekt von Kopenhagen, dass er im zweiten Weltkrieg als Sechsjähriger mit seinem Vater eine Strecke von 100 Kilometern auf dem Fahrrad fuhr, um den Nachstellungen der deutschen Nazis zu entgehen, die die Stadt besetzt hatten.

Ich selbst habe das Radfahren ebenfalls mit fünf oder sechs Jahren gelernt. Die ersten Übungen wurden mit Stützrädern gemacht, wie es in den fünfziger Jahren üblich war. Meine Trainingsstrecke war  ein leicht abschüssiger Feldweg, der auf die ungeteerte Dorfstraße führte. Nach einigen Stunden wurden die Hilfsräder abgeschraubt. Im ersten Versuch ohne Hilfsräder wurde mein Kinderrad so schnell, dass ich mit einer Frau kollidierte, die auf ihrem Rad auf der Hauptstraße des Ortes unterwegs war. Hätte mich der Unfall nicht aufgehalten, wäre ich geradewegs im Dorfteich gelandet.

My first Ride

Unfallstatistik des Amtes für Statistik Berlin Brandenburg

Dienstag, 27.07.2010

In früheren Blog-Einträgen habe ich die jährlich von der Berliner Polizei herausgegebenen Unfallstatistiken bemängelt. Die Zahlen werden u.a. für den Radverkehr gesondert aufbereitet und dabei mit fragwürdigen Interpretationen und tendenziell fahrradfeindlichen Nebensätzen, die Radfahrern eine Mitschuld an allen Unfällen unterstellen, ausgeschmückt. Eine fehlende gesonderte Aufbereitung der Zahlen für den Kfz-Verkehr macht einen präzisen Vergleich des Unfallgeschehens von Rad- und Kfz-Fahrern unmöglich.

In meinem Blog wies mich Kommentator “Zahlendreher” darauf hin, dass das Amt für Statistik Berlin Brandenburg ebenso Unfallstatistiken herausgibt. Dort beziehen sich zwar die meisten Zahlen auf Unfälle mit “Verunglückten” (Verletzte und Getötete), verzichten dafür aber auf Zahlenauslassungen und verbale Interpretationen.

Auf eine weitere “reißerische” Auswertung im Polizeistil will ich an dieser Stelle verzichten, wer seriöse Zahlen sucht, findet sie in dieser Statistik (PDF).

Reifenpanne? Mehr als die Hälfte der Radfahrer kennt das nicht

Montag, 26.07.2010

Die Angst vor einer Reifenpanne fährt immer mit. Die niederländische Fahrradlobby fietsen123 wollte wissen, ob diese Angst berechtigt ist. In einer Umfrage wurde ermittelt, wie häufig Radler eine Reifenpanne im letzten Jahr erlitten haben. Die letzte Untersuchung mit der gleichen Fragestellung wurde 2005 gemacht (siehe Ergebnisse in Klammern). Fietsen123 hat angekündigt, in fünf Jahren die Untersuchung das nächste Mal durchzuführen.

Kein platter Reifen: 53% (2005: 43%)
Eine Reifenpanne: 24% (2005: 26%)
2 platte Reifen: 14% (2005: 17%)
3 oder mehr Reifenpannen: 9% (2005: 14%)

fietsen123: Is de vrees voor een lekke band wel terecht?

Berliner Fixieurteil komplett veröffentlicht

Freitag, 23.07.2010

Im Mai 2010 hatte das Verwaltungsgericht Berlin die Sicherstellung eines Fixed Gear Fahrrads durch die Berliner Polizei für rechtmäßig erklärt (Aktenzeichen: 1 K 927.09). Anfang Juni haben wir in diesem Post bereits Auszüge aus dem Urteil zitiert. Das gesamte Urteil unter dem Titel “Zulassung eines Bahnrades ohne Bremsen (Fixie-Fahrrad) im öffentlichen Straßenverkehr” findet man auf

Gerichtsentscheidungen Berlin-Brandenburg

Fahrradproduktion in Deutschland nimmt leicht zu

Donnerstag, 22.07.2010

Seit 2005 befindet sich die Fahrradproduktion in Deutschland auf dem absteigenden Ast. Waren es vor fünf Jahren noch 2,1 Millionen Räder, so wurden im vergangenen jahr lediglich 1,3 Millionen Velos hier hergestellt. Die stetige Abwärtsbewegung wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres jedoch gestoppt. Die Produktion von Fahrrädern ist im ersten Quartal 2010 auf 424 000 Stück angestiegen, was einer Steigerung von 5,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 entspricht.

Die einzelnen Segmente der Fahrradproduktion:

Mountainbikes: 148 000 Stück (+ 18,5%)
Tourenrädern: 120 000 Stück (- 12,0%)
Sporträdern: 28 000 Stück (- 29,1%)
Andere Räder (unter anderem BMX- und Klappräder): 124 000 Stück (+ 20,0%)

Destatis: Wieder mehr Fahrräder „Made in Germany“

Der Berliner Velozipedist

Donnerstag, 22.07.2010

Der Berliner Velozipedist (lataeinisch: tyrannocyclus rex):

  1. Standardgesichtsausdruck: total konzentriert und übelst entnervt
  2. Mütze (zum Verbergen erster testosteronbedingter Haarausfallserscheinungen)
  3. Kopfhörer mit heftigem On-the-Road-Sound (Zweck: Ausblendung des nervtötenden Verkehrsgedröns)

Weiter bei sugarhigh: meet the berlin cyclist

[via]

Ein Experiment mit Fahrrad, Video und GPS

Donnerstag, 22.07.2010

Zächerl hat eine Videokamera an die Gabel geklebt und ist mit dem Rad von Prenzlauer Berg über Friedrichshain nach Mitte geradelt. Die Route wurde mit dem Smartphone aufgezeichnet und ist in das Video (9,51 Minuten) eingeblendet, wenn auch nicht immer 100% exakt. Interessant ist, wie Zächerl durch die Bezirke surft: auf der Straße, auf dem Radstreifen, auf dem Fußgängersteig mir Radweg, auf dem Bürgersteig ohne Radweg, gern auch mal auf der linken Seite. Irgendwie scheint alles zu gehen.

Zächerl

Umschulung zum/r Fahrradmonteur/in in Oberschöneweide

Mittwoch, 21.07.2010

Der Radverkehr in Berlin nimmt immer mehr zu. Das bietet gute Chancen für Profis im Fahrradbereich. Zielgruppe einer 16-monatigen Umschulung der TÜV-Rheinland-Akademie sind Arbeitslose ab 25 mit Berufsabschluss oder mehrjähriger Berufserfahrung. Eine Förderung z.B. durch Jobcenter oder Berufsgenossenschaft ist möglich. Die nächste Ausbildung inklusive eines 3 Monate langen Betriebspraktikums beginnt am 1. November 2010.

TÜV-Rheinland-Akademie: Umschulung zum/r Fahrradmonteur/in (pdf-Dokument)

Das war bestimmt nicht die letzte Tour!

Dienstag, 20.07.2010


Eine Runde durch Südtadschikistan

Was macht mensch mit noch ein paar Tagen bis zum Flug nach Riga: Natürlich Radfahren und nicht in Duschanbe langweilen. Von Duschanbe startete ich ohne Begleitung anderer Radreisender in den Süden von Tadschikistan. Dies war zunächst sehr ungewohnt, doch egal wo ich hielt, lange alleine war ich nie.

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Zunächst durchfuhr ich eine grasbewachsene Hügellandschaft. An den Füssen der Hügel wurde meist Ackerbau betrieben.

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Der letzte Pass stand bevor: ein 1500der. Die Straße über den Pass hatte ich für mich alleine, da ein neuer Tunnel den Verkehr durch den Berg leitet. Ein Blick auf einen wunderschönen See öffnete sich auf der kurzen Abfahrt. Hier konnte ich bei einer sehr netten Familie übernachten.

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Nach einigem hin und her Überlegen habe ich mich entschieden auf diesem Blog über eine sehr unschöne Situation zu berichten. An einem klaren Fluss wollte ich übernachten. Ich fragte die Besitzer eines nahegelegenen Restaurants, ob es ein Problem sei. Nach über 40°C tagsüber ging ich eine Runde schwimmen, bevor ich mich an einem von getrocknetem Bambus umrundeten, sichtgeschützten Platz legte. Auf Grund der Temperaturen baute ich das Zelt nicht auf. Ich trug Ohrstöpsel, um nicht vom Hundegebell wach zu bleiben. Mitten in der Nacht schreckte ich auf, mich berührte etwas. Ein betrunkener Mann lag neben mir, versuchte mich zu umarmen. Heftig stieß ich in weg, rannte zu Häuser auf der anderen Straßenseite. Die Situation endete natürlich mit einem nächtlichen Umzug und kaum Schlaf.

Um kurz nach fünf saß ich bereits wieder auf dem Rad, eine Bergkette stand an.

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Mich verblüffte der schnelle landschaftliche Wandel. Die Täler sind überzogen von grünen Wassermelonenplantagen oder Sommerblumenfeldern. Bewässert werde diese durch den Grenzstrom zu Afghanistan. Doch mit der ersten Serpentine wurde es staubtrocken, unter vereinzelten Bäumen konnte ich Schatten finden. Pünktlich zur Siesta hatte ich die Abfahrt geschafft und fand ein nettes Schattenplätzchen.

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Erneut wurde ich eingeladen. Magenprobleme verhinderten eine Weiterfahrt, die Familie wollte mir helfen. Ich sollte mich auf in Wasser eingeweichte Blätter legen, mit welchen ich anschließend zugedeckt wurde. Da ich niemanden vor den Kopf stoßen wollte, tat ich dieses ohne an eine Genesung zu glauben. Die Situation fand ihren Klimax, als die ältere Frau anfing zu betten!

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Riga - Berlin

Bereits aus dem Flugzeug konnte ich große Wälder, Seen und Flüsse sehen. Das erste Einatmen der nach Gras riechenden Luft war super. Das Rad hat den Flug ohne Beschädigungen gut überstanden, so konnte gleich losgestartet werden. Eine nagelneue Asphaltstraße, das Rad flog. Die Lust, die Stadt Riga zu besuchen, war verflogen. Ich wollte nach Berlin, so schnell wie möglich, endlich Freund_innen wiedersehen. Viele Kilometer wurden täglich runtergefahren. Das alleine Zelten und Unterwegssein wurde mir von Tag zu Tag langweiliger, auch wenn die vielen Seen  und die Hügellandschaft reizten. Die letzten guten 600 Kilometer legte ich schließlich mit dem Zug zurück.

Vom Radfahren habe ich immer noch nicht genug! Ihr hört von mir.

Fahrrad im Treppenhaus. Zulässig oder nicht?

Dienstag, 20.07.2010

Eine im Mietvertrag vereinbarte Klausel, die das Abstellen von Gegenständen im Treppenhaus von der Zustimmung des Vermieters abhängig macht, ist unwirksam. Diese Klausel schränkt den vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache unzulässigerweise pauschal ein, so das Landgericht Berlin.

Dem Mieter ist gestattet seinen Kinderwagen oder Fahrrad  im Treppenhaus abzustellen, allerdings nur dann, wenn der Vermieter keine geeignete Abstellmöglichkeit zur Verfügung stellt und wenn keine Brandschutzbestimmungen verletzt werden.

LG Berlin, Az.: 63 S 487/08 Urteil vom 15.09.2009

[via]

Fahrradstencil

Dienstag, 20.07.2010

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… in Quedlinburg
[via]

Sponsoring für Fahrradwege in London

Dienstag, 20.07.2010

Gestern wurden in London die ersten beiden 1,5 Meter breiten Fahrradwege eröffnet. Sie sind Teil eines sternförmigen Netzes von Radfahrwegen, die innerhalb der nächsten Jahre eröffnet werden soll. Insgesamt 37 Knotenpunkte an beiden jetzt freigegegebenen Strecken wurden mit Spiegeln ausgestattet, um LKW-Abbiegeunfälle zu vermeiden.

Die neuen Wege heißen unbescheiden “Barclays Cycle Superhighways”, benannt nach einer Bank in London. Wäre das auch ein Modell für Berlin? Nehmen wir an, ein deutscher Softwarehersteller finanziert eine glatte, breite und kreuzungsfreie Fahrradverbindung zwischen Mitte und der FU und darf sie dafür “SAP Karriereschnellweg” nennen.

Europäisches Fahrradlexikon, Version 2.0

Montag, 19.07.2010

Du möchtest dich in einem Fahrradladen in Litauen verständigen? Du willst in Griechenland nach einem Fahrradweg fragen? Wie heißt Flickzeug auf polnisch? Das ist kein Problem mit dem Europäischen Fahrrad-Lexikon, das gerade in einer zweiten verbesserten Auflage erschienen ist. Das kleine Bildwörterbuch im Reiseformat gibt Antwort auf all diese Fragen. Es listet in insgesamt 27 Sprachen (darunter den 23 EU-Amtsprachen) nützliche Begriffe rund ums Fahrradfahren und verschiedene Radtypen auf. Die Neuauflage zeichnet sich durch eine Reihe von Verbesserungen aus:

  • Vier zusätzliche Sprachen in der gedruckten Fassung (Russisch, Japanisch, Chinesisch, Arabisch) und sechs zusätzliche Sprachen in der Online-Version (Kroatisch, Türkisch, Isländisch, Mazedonisch, Montenegrinisch, Albanisch), um Europäer ebenso wie Europa-Touristen zu erreichen.
  • Ein Kapitel über EU-Finanzierungsmöglichkeiten für Fahrrad-Projekte und Infrastruktur, erstmals in dieser Zusammenstellung.
  • Ein Kapitel mit Statistiken und Informationen rund um das Radfahren und seinen wirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Nutzen.
  • Mehr Beispiele für modernste Fahrrad-Infrastruktur (z.B. ” grüne Welle für Radfahrer” oder Kreisverkehr mit Vorfahrt für Radfahrer).
  • Eine Wiki-Version des Lexikons auf der EWSA-Website, in der die Benutzer selbst Begriffe und Übersetzungen hinzufügen können (ab Herbst 2010).

Die Online-Version des Europäischen Fahrrad-Lexikons findest du unter:
http://www.eesc.europa.eu/sections/ten/european-cycling-lexicon.

Dein kostenloses Exemplar forderst du bitte bei folgender E-Mail-Adresse an:
ten@eesc.europa.eu

Bleibt  nur noch die Frage: Wer macht daraus eine App für das Smartphone?

GPS-Kunst mit dem Fahrrad

Montag, 19.07.2010

Wenn man auf dem Rad einen Weg fährt und dabei sein GPS-Gerät anweist, die Strecke zu protokollieren, dann entsteht gewisermaßen eine Linie auf einer Landkarte. Diesen Umstand machen sich Künstler zunutze und “malen” auf der Karte. Im Juni gab es in Portland in den USA einen GPS Art by Bike Ride. Dabei entstand zum Beispiel die “Zeichnung” des pissenden Hundes von Ken Southerland.

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Still-Leben auf dem Ruhrschnellweg

Sonntag, 18.07.2010

Der ADFC in Nordrhein-Westfalen erwartet heute bis zu einer halben Million Radfahrer auf dem größtem Fahrradfestival der Welt zwischen Duisburg und Dortmund. Dazu wird der Ruhrschnellweg, die Hauptverkehrsader der Region, zwischen 11 Uhr und 17 Uhr für den motorisierten Verkehr gesperrt und bietet auf einer Strecke von fast 60 Kilometern Platz für ein Fahrradmuseum. Es sollen an sieben Museumsständen Fahrradgeschichte(n) erzählt werden. Neben Information und Kultur können die Besucher auf Aktionsflächen die Welt des Fahrrades “erfahren”. Hochräder, Liegeräder, Pedelecs und Juxräder laden zum Ausprobieren ein. Zusätzlich wird die längste Tafel der Welt zur Bühne kultureller Vielfalt der Metropole Ruhr.

Still-Leben Ruhrschnellweg
ADFC präsentiert das längste Fahrradmuseum der Welt

MC Spandex: Get Dirty

Sonntag, 18.07.2010

Im letzten Jahr hat MC Spandex mit seinem Rap “Performance” gepunktet, mehr als 1,3 Leute haben sich das Video bei Youtube angesehen. So wie MC Spandex sich damals über die Singlespeeder lustig gemacht hat, so hat er es bei seinem neuen Video “Get Dirty” auf die BMX-Szene MTB-Szene abgesehen.

[via]

Radfahren ist auch in der Stadt gesund

Samstag, 17.07.2010

Trotz der Gefahren, denen Radfahrer im städtischen Straßenverkehr ausgesetzt sind, ist es deutlich gesünder, aus dem Auto aus- und auf ein Rad zu steigen. Das hat das Institut for Risk Assessment Sciences (IRAS) an der Universität Utrecht in einer Untersuchung ermittelt. Die Berechnungen der IRAS zeigen, dass die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens in der Stadt bei weitem die Risiken überwiegen, die darin bestehen, dass Radler Partikel einatmen oder in Verkehrsunfälle verwickelt werden. Menschen, die auf kurzen Strecken das Fahrrad nehmen, werden dafür mit einem Anstieg der Lebenserwartung von drei bis vierzehn Monaten belohnt. Statistisch gesehen verringert sich die Lebenserwartung um 1 bis 40 Tage durch die Inhalation schädlicher Stoffe und um weitere 5 bis 9 Tage für ein erhöhtes Risiko, einen tödlichen Verkehrsunfall auf dem Rad zu erleiden. Im Saldo bleibt ein sattes Plus an Lebenserwartung für den Radfahrer in der Stadt.

Fietsen.123: Ook in de stad is fietsen gezond

Radfernweg Berlin–Usedom: gesperrte Brücke südlich von Buch

Samstag, 17.07.2010

Mal wieder ein Brückenproblem.

Info-Tafel über Brückenneubau

Was für AutofahrerInnen einmal aufs Gas/Bremspedal-drücken ist, kann einen Fahrrad fahrenden Menschen schon mal nerven, besonders bei 35 Grad auf dem Radfernweg Berlin–Usedom.

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Im Schatten einen Apfel essen und erst einmal gucken. Mehrere Radfahrende kommen aus/radeln in die gesperrte Richtung. Ein Mann: Immer an der Panke entlang. Recht hat er. Funktioniert. An der Panke entlang erst unter die Bahn-Trassen und dann unter die A10, Kopf einziehen.

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Funktioniert auch in Gegenrichtung. Vorm Norden kommend an der Absperrung links unter die Bahnlinie (Wiltbergstraße), über eine Holzbrücke über die Panke, direkt rechts (entlang der Panke, wo sonst?), unter die A10, ‘versteckte’ Brücke mal wieder über die Panke, wieder unter der Bahn durch und fertig.

Sehr gut bei Google Maps zu erkennen:


Größere Kartenansicht

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei fiktionen.net. In der Kategorie Fahrrad erscheinen bei fiktionen regelmäßig Beiträge über das Radfahren in Berlin.

Julius Fischer: Mein neues Fahrrad

Samstag, 17.07.2010

Julius Fischer gewann mit “Mein neues Fahrrad” das Finale des Kreuzberg Slam am 2. Juni 2009.

[via]

Europäische Union will Schutzzölle auf Fahrräder aus China um fünf Jahre verlängern

Samstag, 17.07.2010

Die EU will, dass die Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Fahrräder für fünf weitere Jahre aufrechterhalten bleiben. Erstmals eingeführt wurde ein Zoll für chinesische Velos im Jahre 1993, sie lagen damals bei 30,6 Prozent. Dieser Satz wurde 2000 noch einmal verlängert und 2005 dann auf heute noch bestehende 48,6 Prozent angehoben. Gleichzeitig wurden auch Schutzzölle auf vietnamesische Fahrräder eingeführt. Sie liegen zur Zeit bei 34,5 Prozent.

Bei dem Schutzzoll geht es weniger um fiskalische Einnahmen für den Staatenbund als vielmehr um den Schutz europäischer Fahrradproduzenten. Der Antrag zur Überprüfung der Zölle wurde von der Vereinigung der Europäischen Fahrradhersteller eingereicht.

China Observer: EU will Anti-Dumping-Maßnahmen auf Fahrräder aus China um fünf Jahre verlängern

Pleasant Revolution am Wochenende in Berlin

Freitag, 16.07.2010

pleasant-revolution-teamshot.jpgWer Spaß an Fahrradmusik hat, der bekommt am kommenden Wochenende die einmalige Chance, die verschiedenen Fahrradmusikprojekte von Pleasant Revolution kennen zu lernen. Pleasant Revolution ist mehr als eine Fahrradtour und ein Musikfestival, es ist eine neue Bewegung für eine nachhaltige Transportkultur mit Fahrrädern, für erneuerbare Energie und für eine grünere Musik.

Hier das vorläufige Lineup:

Sonnabend, 17. Juli
Um 11:00 Uhr könnt ihr alle 17 Leute der Pleasant Revolution am Brandenburger Tor sehen und wohl auch hören. Neben dem Heinrichplatz ist hier der historische Startpunkt für critical masses in Berlin. Es wird dort einige Kostproben geben und danach gehts los mit dem Fahrradtreck von Pleasant Revolution durch die Stadt.

13:00 bis 15:00 Uhr: Zwischenraum Festival
16:30 bis 18:30 Uhr: Görlitzer Park
19:30 bis 21:00 Uhr: Hasenheide
ab 21:00 Uhr: Live auf dem Tempelhofer Feld

Sonntag, 18. Juli
14:00  bis 19:00 Uhr: Mauerpark

Pleasant Revolution

Pole Position fürs Fahrrad! Eine Aktion für Ampel-Halteflächen

Freitag, 16.07.2010

Die österreichische Radlobby IG-Fahrrad machte Anfang des Monats in einer Aktion auf den Sicherheitsgewinn durch Vorgezogene Halteflächen für Radfahrer aufmerksam.

“Diese Markierungen, auch als „aufgeblasene Radstreifen“ oder englisch „Bike Boxes“ (watch this Movie!) bezeichnet, geben den Radfahrenden den nötigen Raum auf der Fahrbahn, während sie bei Rotphasen an der Ampel warten. Sie erhöhen ihre Sicherheit durch Sichtbarkeit und die Möglichkeit, vor dem stehenden KFZ zu starten und sich unbedrängt einordnen zu können. In vielen europäischen und US-amerikanischen Städten wird diese billige und unaufwändige Maßnahme flächendeckend eingesetzt, bedeutende Beispiele unter zahllosen sind London, Brüssel oder Portland, Oregon.”

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Das Resume, das die Austriaaktivisten für Wien zogen, lässt sich ebenfalls auf Berlin übertragen: “Hier wäre schnelles Handeln im Interesse des Radverkehrs leicht möglich, der sprichwörtliche Kübel Farbe hilft dabei tatsächlich! Das Aufbringen von Fahrrad-Halteflächen in großer Zahl wäre ein deutlich sichtbares Signal der Stadt Wien für mehr Radverkehr.”

IG-Fahrrad: Pole Position fürs Fahrrad! Eine Aktion für Ampel-Halteflächen.

Esimex Acrobat

Freitag, 16.07.2010

Das Transportfahrrad Acrobat des Herstellers Esimex aus Jütland in Dänemark ist das altbekannte Bäckerfahrrad, das man aus den fünfziger Jahren kennt. Gefertigt aus klassischen, geschweißten Stahlrohren in den Maßen 28,9 Millimeter (Unterrohr) beziehungsweise 24,8 mm (Oberrohr) kann es locker 30 Kilogramm auf dem vorderen Gepäckträger und 30 Kilo auf dem Hinterradgepäckträger transportieren. Die Mopedfelgen aus Stahl (vorn: 20 Zoll und hinten: 23 Zoll) werden in Italien von Raedelli produziert und vertragen eine höhere Belastung als gewöhnlliche Alu Hohlkammerfelgen. Die Anbauteile (Schutzbleche und Kettenschutz) sind alle eigens für das Acrobat produziert und sämtlich aus Stahl. Der vordere Gepäckträger hat einen Rohrdurchmesser von 22,3 Millimeter und macht einen sehr soliden Eindruck. Integriert in den Vorderradgepäckträger ist der 46 Zentimeter breite Ständer, der selbst bei schwerem Gepäck das Lastenrad sicher stehen lässt.

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Das Fahrrad wiegt 25 Kilogramm, etwa so viel wie ein herkömmliches Hollandrad. Es ist mit einer Fichtel & Sachs Dreigangschaltung ausgestattet. Eine Beleuchtung besitzt das Fahrrad von Werk aus nicht, eine Aufnahme für einen Seitenläufer ist jedoch vorhanden. Alternativ würde sich anbieten, das Lastenrad mit einer zugelassenen batteriegespeisten Beleuchtung (etwa 50 Euro) auszustatten. Der Grundpreis des Lastenrades liegt bei 825,- Euro, mit Hinterradgepäckträger kostet es 900,- Euro. Das Esimex Acrobat ist ab sofort in der Rad-Spannerei in den Farben Schwarz und Patrol zu erhalten und kann gerne bei uns im Laden in der Kottbusser Straße probegefahren werden.

Esimex

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