Fahrradlicht

Fahrradlicht bleibt ein Dauerthema. Anfang Dezember hatten wir hier gemeldet, dass eine batteriebetriebene Fahrradbeleuchtung ab dem 1. Januar 2010 legal sei. Wie aus den Kommentaren zu dem Beitrag bereits hervorgeht, war die Meldung falsch. Der Gesetzgeber hat Anfang des Jahres alles beim schlechten alten belassen.

Um das Kuddelmuddel bei der Fahrradbeleuchtungsfrage geht es auch in einem Beitrag von Holger Dambeck bei SpiegelOnline: Erleuchtung auf zwei Rädern gesucht. Dambeck beschreibt anschaulich, wie antiquierte gesetzliche Vorschriften gepaart mit maroder Technik zu einer katastrophal niedrigen Beleuchtungsquote bei Fahrrädern führt. Nicht immer zielführend aber interessant sind auch die mehr als hundert Kommentare.

SpiegelOnline: Erleuchtung auf zwei Rädern gesucht

15 Kommentare zu “Fahrradlicht”

  1. berlinradler schreibt:

    Schön, solche Artikel auch mal in der als seriös empfundenen Presse zu lesen. Im Einstieg hatte ich gelesen “Schuld daran sind nicht nur marode Technik und antiquierte gesetzliche Vorschriften, sondern auch die Radfahrer selbst” - das wurde leider nicht weiter konkretisiert.

    Warum der Gesetzgeber Angst vor einer Überregulierung hat, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wie im Artikel beschrieben, könnte man heutzutage auf Vorgaben insbesondere für die Spannung völlig verzichten. In diesem Punkt hätte man die Regulierung also zurücknehmen können. Eine zweiadrige Verkabelung hingegen ist so wichtig, dass sie auch gesetzlich festgeschrieben werden sollte.

    Schuld sind in meinen Augen Radfahrer, die in ihre Beleuchtungsanlage weniger Geld zu investieren bereit sind, als andere Leute in eine einzige Tankfüllung. Schwierig finde ich dabei auch, dass Lampen angeboten werden, die schlichtweg ungeeignet und unzuverlässig sind. Das Preisempfinden bei Fahrrädern ist durch Billigangebote verschoben - man bekommt neue “Räder” schon ab 199 Euro. Wenn eine nachgerüstete Beleuchtungsanlage dann 50-100 Euro kosten soll, wird viele das wundern.

  2. Philip schreibt:

    seit massenhafter verbreitung des nabendynamos ist die situation deutlich besser geworden, glaub ich. der ist eben einfach und zuverlässig. so sollte der rest der beleuchtungsanlage auch sein.
    seitenläufer sollten wegen ihrer unzuverlässigkeit verboten werden. gerade, wenn man sie am dringendsten braucht, schnee, regen, versagen sie gerne.

    es wäre doch kein problem in die stvo einfach zu schreiben, dass ein rad diese und jene lichter braucht mit dieser und jener lichtleistung und sonst nichts. unabhängig von der art der beleuchtung: dynamo, akkulicht, was auch immer …

  3. der Radler schreibt:

    Jetzt die eine Beleuchtungstechnik gegen eine andere zu tauschen ist ja genauso unsinnig wie die zur Zeit noch per Akku betriebenen Beleuchtungsanlagen zu verbieten. Jeder Radfahrer ist für die Beleuchtung selbst verantwortlich. Geht das Licht nicht, schiebt man halt.

    Ich fahre übrigens seit Jahren mit den “verpönten” Seitenläufer-Dynamos mit austauschbaren Gummilaufrollen. Die funktionieren einwandfrei, den ganzen Winter übrigens, also auch bei Schnee, Eis oder Regen.

    Zur Not führe ich immer 2 LED-Lampen mit, habe ich aber bisher noch nicht gebraucht.

    Nabendynamos haben den Nachteil, dass sie höchst attraktiv für Diebe sind. Meiner Frau wurde bei ihrem letzten Rad über Nacht das Vorderrad plus Scheinwerfer und Rückstrahler “fachmännisch” demontiert. Außerdem laufen Nabendynamos immer mit, Seitenläufer kann man “ausstellen”.

    Vielleicht sollte man einfach die Lösung der Österreicher übernehmen, wie in den Kommentaren beschrieben.

  4. Philip schreibt:

    na, da kannst du froh sein, dass der seitenläufer bei dir immer so gut funktioniert hat. ich hab nur geflucht über meinen.
    das mitlaufen des nabendynamos stört mich wenig. glaube, dass ist ca. 1 W verlustleistung im ausgeschalteten zustand. also deutlich unter 1% der tretleistung. verschmutzte kette kostet sicher mehr kraft ;)

  5. rbt schreibt:

    Hat jemand infos zur Effizienz von Naben vs Seitenläuferdynamo? gefühlt ists zumindest so, dass der Dynamo in der Nabe deutlich weniger stört als der an der Seite. Ist das nur rein subjektiv so, oder kann man das Bauchgefühl auch empirisch untermauern?

    Bezüglich der Batteriebeleuchtung von Fahrrädern über 9kg scheint es in meiner Gegend (Münster + Münsterland) zu einer stillschweigende Duldung gekommen zu sein. Kenne keinen Fall, in dem deshalb jemand belangt worden wäre, auch nicht in Schwerpunktkontrollen. Es gilt die Devise: Licht ans Rad, egal welches. Batterielichter haben hier auch jenseits der Sporträder eine hohe Verbreitung, da die Seitenläufer im feucht-kalten Klima dauernd ausfallen. Nabendynamos fahren auch nur die alten Leute, sowas gibts nur an neuen Rädern und die kann (will) sich in der Studentenschaft kaum jemand leisten.

    wie sieht es in anderen Teilen der Republik aus, besteht die Rennleitung dort noch auf der strengen Einhaltung des Gesetzestextes?

    mfg

    RBT

  6. Axelander schreibt:

    Wie sieht es eigentlich mit den neuen Lichtern von Reelight aus?
    Die sollen Magneten in den Speichen und Spulen am Rahmen haben, um so nur durch Induktion den Strom für die Lampen zu erzeugen, die am Lenker und Sattelstange montiert werden können.
    Da keine mechanischen Komponenten dabei sind, klingt das System sehr wartungsarm und effizient. Hat ein solches System die Chance in Deutschland zugelassen zu werden?

    Grüße

  7. Egon schreibt:

    Der Wirkungsgrad ist unter aller Kanone. Zwar sind die Dinger in der Tat wartungsarm, aber alles andere als effizient.
    Damit das überhaupt funktioniert, müssen äußerst kräftige Magnete aus seltenen Erden verbaut werden - die, weil sie in die Speichen geklemmt werden, sicher nicht immer da bleiben.
    Mit kleineren Abständen zwischen Spule und Magnet steigt der Wirkungsgrad, der Abstand kann hier aber nicht reduziert werden, da sonst bereits ein leicht verzogenes Rad zu Störungen führt.

    Hipster-Junk.

  8. Axelander schreibt:

    Ich denke man sollte hier den Wirkungsgrad genauer definieren:
    Wenn man bedenkt, dass sich das Rad so oder so dreht, weil ich ja fahre, dann ist die Lücke zwischen den Magneten und Spulen nebensächlich, so lange wie genug Spannung in der Spule induziert wird um die LEDs zum Leuchten zu bringen. Bei einer Rechnung “Nutzen zu Aufwand” kann bei Aufand nur der Widerstand stehen, den man benötigt um den Magneten mit dem entsprechenden Abstand an der Spule vorbei zu führen (Dieser ist extrem gering). Mechanische Verluste gibt es nicht (bis auf das Mehrgewicht der Magnete und Lampen am Fahrrad). Daher müsste der Wirkungsgrad meiner Meinung nach sehr hoch sein.
    Der Magnet für den Tacho verrutscht bei mir auch nicht. Warum sollte man diese Magneten nicht anständig befestigen können?

  9. Abwrackprämie schreibt:

    Der Wirkungsgrad ist sowas von klar definiert, da gibt es keine Deutelei: Rausgeholte Nutzenergie durch reingesteckte Energie. Im vorliegenden Falle wohl zusätzliche Bremsenergie durch die Magnetfelder/Induktion. Vermutlich fällt das alles nicht ins Gewicht, weil die absolute Energie die diese Lampen verbrauchen äußerst gering sein dürfte. Ich finde die Teile eine ganz witzige Idee und könnte mir vorstellen, dass die als Reflektoren-Ersatz taugen (solange man sie nicht montieren muss).

    Aber Licht ist für mich was anderes - das muss auch taugen um selbst was zu sehen. Ich finde, dass der Spiegel-Autor völlig recht hat, zumindest in den wesentlichen Punkten. Die Reglementierung im Fahrradbeleuchtungsbereich ist abartig und verhindert vernünftige und effiziente Beleuchtung schon im Ansatz.

    Wir können von Glück sagen, dass vor etwa drei Jahren die Technologie einen Level erreicht hat, die es erlaubt, trotz der rigiden Beschränkungen Beleuchtung zu konstruieren, die für viele Zwecke schon ausreicht. Vorher hatte man die Wahl legal unterwegs zu sein und nichts zu sehen, oder eben auf die Vorschriften zu scheixxen.

    Mein Dynamorad hatte gestern übrigens schon wieder ein Problem in der (zweiadrigen) Verkabelung zum Rücklicht. Einmal versuche ichs noch zu reparieren und ersetze die komplette Verkabelung. Wenns dann nochmal ausfällt, upgrade ich wieder auf Akkulicht. Das ist dann zwar nicht mehr erlaubt, aber immerhin zuverlässig.

  10. Egon schreibt:

    Stichwort “bewegte Masse”.

    Nix verstehn? Nix Physik?

    Danke für das Gespräch.

  11. ozelot schreibt:

    Ich finde es nicht angemessen, dem Gesetzgeber die Schuld zu geben weil das Licht am Fahrrad nicht ausreichend gesetzlich reguliert ist. Jeder Radfahrer müßte eigentlich im eigenen Interesse für vernünftiges Licht sorgen.

    Und was Akkulichter angeht: Diese mögen praktisch sein, aber je nach Modell sieht man diese nur sehr schlecht oder gar nicht, vor allem wenn sie im Blinkmodus sind.

  12. berlinradler schreibt:

    @ozelot, der normale Radfahrer kauft sein Fahrrad im Laden. Das hat dann meist eine dem Gesetz genügende Lichtanlage - also eine solche, die nach 50 km kaputt ist, egal ob angeschaltet oder nicht. Schuld hin oder her, pragmatisch wäre es, über Vorschriften dafür zu sorgen, dass neue Fahrräder mit einer Lichtanlage ausgestattet sind, die sinnvollen Mindestanforderungen genügt. In meinen Augen ist es unrealistisch, von den Leuten zu erwarten, dass sie erstmal die Lichtanlage wegschmeissen und eine richtige anbauen.

    Ich bin sicher, würde eine Auto-Lichtanlage nur 50 km halten, würde es viel mehr Dunkeldosen geben. Das würde auch nicht jeder ständig reparieren.

  13. ozelot schreibt:

    Klar, aber Autos müssen zum TÜV. Jetzt könnte man diskutieren, ob man sowas für Fahrräder braucht. Das ist wahrscheinlich mit der Überregulierung gemeint, die der Gesetzgeber angeführt hat.

    Außerdem wird man gerade wegen verschmutztem, dejustiertem oder defekten Licht am Auto gerne von der Polizei angehalten.

  14. Jom&Terry schreibt:

    SPAAAAAM!

  15. kalle schreibt:

    @alle: der Ausruf von Jom&Terry bezog sich auf einen Spam-Kommentar, der inwischen gelöscht ist. Normalerweise sorgt Akismet, das Anti-Spam-Plugin, das wir einsetzen, zuverlässsig dafür, Spam-Kommentare zu filtern. Bis heute hat Akismet 73,881 Spamkommentare auf dem Rad-Spannerei Blog entdeckt und gelöscht.

    Zur Zeit hakelt das Plugin und lässt ab und zu einige Spams durch. Die Kommentare werden aber mindestens dreimal am Tag überprüft und wenn wir Spam entdecken, wird er sofort gelöscht.

    Tut uns leid für den Ärger, den das euch bereitet. Die Alternative wäre, alle Kommentare zurückzuhalten und händisch zu moderieren.

    Gruß von Kalle vom Rad-Spannerei Blog

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