“Fahrwerk” Kurierkollektiv gegründet

Montag, 31.08.2009

Die schlechten Arbeitsbedingungen bei der Fahrrad-Kurieren sind ja schon sprichwörtlich: Unterbezahlung, fehlende soziale Absicherung und Stress in der Firma können einem den Spaß am Radfahren in der Stadt ganz schön vermiesen. Fahrwerk ist jetzt angetreten diese Zustände zu beenden Gemeinsam und solidarisch wird über Bezahlung und anstehende Investitionen entschieden. Für größere Transportgüter steht sogar ein Bullit Lastenfahrrad zur Verfügung!

Fahrwerk Kurierkollektiv

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Fahrrad-Messe in Friedrichshafen

Montag, 31.08.2009

Wir fahren auf die Eurobike nach Friedrichhafen, das bedeutet für uns 3 Tage Rummelbude, 13 Hallen, tausende Männer in schlecht sitzenden Anzügen und hoffentlich auch mal neue Fahrräder aus Stahl, die keine Fixies sind. Vielleicht schaffen wir dieses mal ja auch eine ausführlichere Berichterstattung…

Für unseren Laden bedeutet die Messe: 4 Kollegen weniger! Also habt bitteVerständnis für eingeschränkte Auftrags-Annahme zwischen 31. August und 5. September. In der nächsten Woche sind wir wieder schnell wie gewohnt.

Wer hat Schuld an toten Radfahrern?

Montag, 31.08.2009

In den USA sind in den letzten 80 Jahren mehr als 52.000 Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet worden. Das geht aus einer Auswertung der US-Regierung hervor. Viele Menschen nehmen an, dass Unfälle zwischen Autos und Fahrrädern üblicherweise von Radfahrern verursacht werden und eine Folge von rücksichtsloser und aggressiver Fahrweise von Radlern sind. Eine Untersuchung der Polizei von Toronto zeigt jedoch das genaue Gegenteil. Von 2.752 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung wurde zu 90 Prozent von unaufmerksamen Autofahrern verursacht. Die wichtigsten Ursachen waren: Überfahren eines Rotlichts oder eines Stop-Schildes, Abbiegeunfälle und das Öffnen der Autotür, ohne auf Radfahrer zu achten.
New York Times: Who Causes Cyclists’ Deaths?
Dank an Uwe für den Hinweis

Unfälle unter Radlern

Samstag, 29.08.2009

In den vergangenen Tagen gab es einige Unfälle unter Radfahrern, teils mit Schwerverletzen. Der Tagesspiegel macht gar eine steigende Tendenz solcher Unfälle aus.

Zum Artikel

Die Gefahren des Radfahrens auf dem Schulweg

Freitag, 28.08.2009

Wolfgang Atzler von der Unfallkasse Berlin wird in einem Tagesspiegel-Bericht über die Risiken des Schulweges zitiert. Er sieht eine Ursache für Unfälle darin, dass Eltern ihre Kinder bereits mit 8 oder 9 Jahren mit dem Fahrrad zur Schule schicken. Die Koordinationsfähigkeit sei “oft noch nicht so weit ausgebildet, dass die Kinder wirklich sicher im Verkehr agieren können”. Da Unfallverletzungen meist den Kopfbereich betreffen, könnte Atzler sich eine Helmpflicht für Kinder vorstellen. Die Rechtsabbiegerproblematik nennt er immerhin.

Leider bleibt der Artikel reichlich unkonkret - so fehlen greifbare Zahlen leider völlig, auch auf der Webseite der Unfallkasse Berlin sind keine Schulweg-Unfallzahlen zu finden.

Berlinradlers Meinung dazu: Unfallfolgenvermeidung (Helmpflicht) statt Unfallvermeidung - das ist zwar die allgemeine Denkweise, gerade gegenüber Kindern auf dem Schulweg allerdings reichlich unfair. Eine städtische Infrastruktur kann eben nicht nur auch erwachsene Autofahrer ausgerichtet werden, und wenn doch, darf man sich über Unfälle eben nicht wundern. Statt auf Helmpflicht zu pochen oder gar das Radfahren zu meiden, kann nur eine auf alle Verkehrsarten ausgerichtete Infrastruktur und eine echte Verkehrsausbildung, die neben STVO-Kenntnissen eben auch reale Gefahrenkenntnisse vermittel, Abhilfe schaffen.

Berlins dienstältester Fahrraddieb

Donnerstag, 27.08.2009

Eine rührende Story tischt heute der Berliner Kurier seinen Lesern auf. Es geht um den 82-jährigen Rudi S., der wegen des Diebstahls von acht Fahrrädern und einem Mofa von dem Gericht in Moabit zu einer Strafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt wurde. Der alte Herr verbüßt bis Oktober 2010 Strafen aus früheren Urteilen. Wenn er die neue Strafe voll absitzen muss, kommt er also nicht vor Januar 2013 aus dem Gefängnis heraus. Rudi S. wird dann 85 Jahre alt sein.

“Wie ein armes Männlein saß der Klau-Opa vor der Richterin. Dicke Tränen kullerten. Er bettelte: „Ick höre mit solchen Sachen uff. Ick will doch nicht im Knast sterben.“ Aber er hat schon so oft hoch und heilig Besserung gelobt: Seit 62 Jahren klaut er, meistens Fahrräder. Rund 46 Jahre saß er dafür bereits hinter Gittern.”

Der Kurier zeigt zum Artikel ein Foto des Fahrraddiebs, einen alten Mann mit schlohweißen Haaren, der zum Gerichtstermin mit gestreiftem Hemd und Krawatte erschienen ist. Irgendwie tut er einem Leid. 46 Jahre Knast für Fahrraddiebstahl. Es gibt Massenmörder, die nicht so lange eingesessen haben wie Rudi. S.

Berliner Kurier: Rudi (82): Berlins ältester Ganove

PEP: Fietsen

Donnerstag, 27.08.2009

PEP ist eine Mädchenband aus Holland und besteht aus Ella, Tirtsa, Myrle & Klaartje.  Das Debutalbum von PEP heißt Broek Uit! und daraus ist die aktuelle Single Fietsen.
PEP
via: copenhagenize

Kinder können immer schlechter Fahrrad fahren

Mittwoch, 26.08.2009

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat 2009 eine Studie “Psychomotorische Defizite von Kindern im Grundschulalter und ihre Auswirkungen auf die Radfahr-Ausbildung” durchgeführt. Bereits vor zwölf Jahren hatte der GDV eine erste Untersuchung zu diesem Thema erstellt. Ergebnis: Kinder in Deutschland können immer schlechter Fahrrad fahren. “Viele Kinder, vor allem im großstädtischen Bereich, haben im Vergleich zum Jahr 1997 deutliche psychomotorische Schwächen. Das wird besonders bei der Fahrradausbildung sichtbar, die nahezu alle Grundschüler in (der) 4. Klasse absolvieren.”

Den größten Nachholbedarf sehen die Forscher bei Stadtkindern, Mädchen mit Migrationshintergrund, Übergewichtigen und überbehüteten Kindern. “Um den Teufelskreis Fehlende Bewegung – mehr Unsicherheit – weniger Fahrradpraxis – weniger Bewegung zu durchbrechen, müssten Schulen, Eltern und Lehrer gezielt Bewegungsdefizite erkennen und bekämpfen.

Rund 95 % aller Viertklässler legen pro Jahr die Fahrradprüfung ab. Einerseits ist die Radfahrausbildung ein wichtiger Teil der Mobilitäts- und Verkehrserziehung, anderseits werden durch sie auch psychomotorische Mängel schonungslos aufgedeckt. So beherrschen immer mehr Kinder wichtige Alltagssituationen des Radfahrens nicht, beispielsweise das Spurhalten beim Blick zur Seite oder nach hinten. Diese Defizite, die vor allem in Großstädten sichtbar werden, können während der Fahrradausbildung aber immer seltener ausgeglichen werden.”

Psychomotorische Defizite von Kindern im Grundschulalter und ihre Auswirkungen auf die Radfahr-Ausbildung (pdf-Dokument)
via: Fahrradportal

Bullit Meeting Berlin

Mittwoch, 26.08.2009

Am Sonnabend (29. August) steigt im Vokspark Friedrichshain von 15:00 Uhr bis zum Abwinken das Bullit Berlin Meeting. Gezeigt wird unter anderem das erste E-Bullit, ein Bullit-Lastenrad mit elektrischer Unterstützung. Am Sonntag (30. August) wird das Meeting am Amphitheater im Mauerpark von 11:00 bis 20:00 Uhr fortgeführt. Joe Hatchiban präsentiert das Karaoke-Bullit und natürlich wird man jede Menge Bullit-Transporträder sehen können.
Bullit Berlin

MC SpandX: Performance

Mittwoch, 26.08.2009

Wir sind gestern per Mail ultimativ aufgefordert worden, endlich das Video Performance von “MC SpandX” zu posten. Das sei “sensationell gut und lustig”, im Gegensatz zu manch anderem unsäglichen Scheiß auf unserem Blog. Immerhin, MC SpandX wurde am 10. August bei YouTube hochgeladen und ist bereits weit mehr als eine halbe Million mal angeklickt worden, kein schlechter Wert für Fahrradmusik.

It’s all about performance.
That’s the name of the game.
I pump up my tires and I oil my chain.
Performance
That’s the name of the game.
And I always ride through the pain.

Brandenburg bei zertifizierten Radwegen vorn

Dienstag, 25.08.2009

Radwege gibt es wie Sand in der Wüste. Man kann sich den Spaß machen und Begriffe wie Kirchen, Schlösser, Burgen, Mühlen, Käse, Wein, Bier mit dem Wort Radweg kombinieren und wird immer den entsprechenden Fahrradweg bei Google finden. Über 200 Radfernwege in Deutschland konkurrieren mit einer unüberschaubaren Vielzahl kleinerer und nur lokal bedeutsamer Fahrradwege.

Bei der Auswahl des Radwegs für den nächsten Urlaub haben die mehr als 20 Millionen Radtouristen in Deutschland die Qual der Wahl. Um Licht in den Dschungel der Radrouten zu bringen, hat der ADFC besonders attraktive Radwege zu Qualitätsradrouten gemacht. Ähnlich wie in einem Hotelbewertungssystem werden zwischen einem und fünf Sterne für besonders gute Radrouten verliehen, gut aus der Perspektive des Radwanderers natürlich. Bisher hat der ADFC 14 Routen als Qualitätsradroute prämiert, wobei auffällt, dass allein das Land Brandenburg mit acht Radrouten vertreten ist.

Allerdings ist eine Aufnahme in den exklusiven Kreis zertifizierter Routen nicht kostenfrei. Der ADFC testet die Radwege durch eigenes, geschultes Personal und lässt es sich bezahlen, wenn ein Radweg für drei Jahre prämiert werden will.

Die vom ADFC empfohlenen Radrouten:

5 Sterne
Main-Radweg (Bayern/Hessen)

4 Sterne
100 Schlösser Route (NRW)
EmsRadweg (NRW/Niedersachsen)
Fürst-Pückler-Weg (Brandenburg)
Lahntalradweg (NRW/Hessen/Rheinland-Pfalz)
Oderbruchbahnradweg (Brandenburg)
Oder-Spree-Tour (Brandenburg)
Vom Main zur Rhön (Bayern)

3 Sterne
Radweg Berlin – Kopenhagen (Berlin/Brandenburg/MV)
Bischofstour (Brandenburg)
DahmeRadweg (Brandenburg)
Kohle-Wind & Wasser-Tour (Brandenburg)
Oder-Neiße-Radweg (Sachsen/Brandenburg/MV)
Spree-Radweg (Sachsen/Brandenbrurg/Berlin)

ADFC: Ausgezeichnet unterwegs

Multimedia-Fahrrad

Dienstag, 25.08.2009

multimedia-lastenrad-300x192.jpg…. ausgestattet mit Laptop, digitalem Projektor, Kamera, Audiosystem, Modulen zur Stromversorgung und weiterem Multimedia- Schnickschnack. (Große Ansicht nach dem Klick auf das Bild.)

via: cargocycling.org

Schwerer Rechtsabbiegeunfall in Köpenick

Dienstag, 25.08.2009

Bei zwei Unfällen in gab es gestern zwei schwerverletzte Radfahrer. In Reinickendorf wurde auf dem Oraniendamm eine 66-jährige Radfahrerin mit erheblichen Verletzungen aufgefunden. Ein weiterer Unfall ereignete sich in Köpenick:

“Ein 35-jähriger LKW-Fahrer hat heute gegen 11 Uhr offenbar beim Rechtsabbiegen von der Salvador-Allende-Straße in die Pablo-Neruda-Straße eine 39–jährige Radfahrerin übersehen. Die Frau fuhr auf der Salvador-Allende-Straße in Richtung Müggelheimer Straße und überquerte gerade die Pablo-Neruda-Straße, als sie von dem LKW erfasst wurde. Die Radlerin kam mit einem offenem Unterarmbruch und Verletzungen am Rücken zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der LKW-Fahrer erlitt einen Schock. Während der Unfallaufnahme war die Salvador-Allende-Straße kurzfristig gesperrt.”

Pressemeldungen der Berliner Polizei Nummern 2368 und  2369 vom 24.08.2009 - 17:15 Uhr

Radweg als Puzzlespiel

Dienstag, 25.08.2009

 

Ohne Titel
Fotograf: ariel.chico

Fußgängerinseln

Montag, 24.08.2009

Fußgängerinseln in der Mitte von Fahrbahnen können für Radfahrer gefährlich werden. Nämlich dann, wenn sich die Fahrbahn auf ein Maß verengt, so dass Radfahrer von Autofahrern geradeso noch überholt werden können. Das wird dann in der Regel gnadenlos gemacht. Hier hilft es nur, sich als Radfahrer mittig einzuordnen. Autofahrer müssen dann abbremsen und warten, bis sie wieder genug Platz haben, regelkonform zu überholen.

Bei einer kürzlichen Abendfahrt habe ich es leider versäumt, mich an solch einer Stelle ausreichend weit nach links einzuordnen. Es passte zentimetergenau ein Kleintransporter mit Anhänger links neben mich. Gerne hätte ich Werbung für die Firma gemacht - aber bei den ganz harten Verkehrsteilnehmern ist man meist so perplex, dass man nicht aufs Firmenschild achtet.

Ich kann hier nur die Bitte an alle Autofahrer aussprechen - überholt Radfahrer nur dort, wo es möglich ist. Und an Verkehrsplaner - rechnet an solchen Stellen mit Fehlverhalten und engt die Fahrbahn entweder so stark ein, dass kein Auto und Radfahrer nebeneinander passen, oder macht sie breit genug!

“Rund um Berlin” wegen Nazis abgesagt

Montag, 24.08.2009

Das älteste deutsche Radrennen fällt aus. Der für den 6. September geplante Klassiker Rund um Berlin kann nicht gestartet werden. “Die Polizei ist überfordert. Am 6. September planen die Rechten Aufmärsche in Brandenburg, da kann uns die Polizei keine Kräfte für das Radrennen zur Verfügung stellen”, sagte Organisator Werner Ruttkus. Rund um Berlin hatte 1896 erstmals stattgefunden und war zuletzt nach einer Pause wiederbelebt worden. Das Rennen sollte in diesem Jahr im brandenburgischen Wünsdorf gestartet werden.
Rund um Berlin

rad-net: “Rund um Berlin” findet nicht statt
rad-net: Abgesagt und wiederbelebt: “Rund um Berlin” am 6. September
Dank an Konrad für den Hinweis

Wo Radstreifen funktionieren und wo nicht

Montag, 24.08.2009

Im den Kommentaren zum Beitrag Immer weniger Autoverkehr in Berlin geht es zur Zeit um das Thema Radstreifen. Chris vertritt eine grundsätzlich kritische Haltung zu Fahrradstreifen und belegt das mit einer Reihe von absurden Fotos. Das folgende Bild ist der Seite Radwege in Chemnitz entnommen, größere Version nach dem Klick auf das Bild. Hier sind es exakt 1,24 Meter zwischen der fahrbahnseitigen Außenkante der Markierung und dem Bordstein, wobei der Rinnstein bereits 32 Zentimeter breit ist.

radstreifen-chemnitz-400x300.jpg

Dass es auch anders geht, zeigt ein Foto aus der Wichertstraße im Bezirk Pankow. Die lichte, innere Breite des Angebotsstreifens beträgt mehr als 170 Zentimeter, hinzu kommt der 45 Zentimeter breite Abstandsstreifen zu den parkenden Autos. Meiner Erinnerung nach gab es früher zwei Fahrbahnen für Autos pro Richtung. Nach der Umgestaltung existiert nur noch eine Fahrbahn für Autos in jede Richtung. Ich finde, man kann auf der Wichertstraße entspannt und bequem radfahren, ohne von Autos behelligt zu werden.

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Ein weiteres schlechtes Beispiel für einen Radstreifen ist die Lichtenberger Straße zwischen Straußberger Platz und der Michaelkirchbrücke. Die Lichtenberger Straße hat ebenso wie die Wichertstraße eine breite grüne Mittelinsel, die die Richtungsverkehre trennt. Vor der Aufpinselung des Angebotsstreifens gab es zwei Fahrbahnen für Autos, durch eine unterbrochene Linie getrennt. Nun hat man links des Parkstreifens einen 150 Zentimeter breiten Angebotsstreifen für Radfahrer abgezwackt und die Fahrbahn für Autos entsprechend verkleinert. Es gibt nun keine unterbrochene Mittellinie für Autos mehr, dennoch ordnet sich der Autoverkehr zweispurig an. Das führt dazu, dass Radfahrer häufig äußerst knapp überholt werden, weil die rechts fahrenden Autos nicht selten mit einem Reifen auf dem Angebotsstreifen fahren. Hinzu kommt, dass die Radfahrer eh durch den nicht vorhandenen Abstandsstreifen eng an die parkenden Autos gedrückt werden.

radstreifen-lichtenberger-strasse-400x300.jpg

Radfahren im Gewitter

Montag, 24.08.2009

Seit Wochen bietet der Sommer 2009 immer wieder das gleiche Schauspiel. Erst ist es schwülheiß, dann zieht eine Gewitterfront herauf und lässt etliche Bltze zur Erde jagen. Ist es eigentlich gefährlich, bei Gewitter mit dem Rad unterwegs zu sein?

Ein Fahrrad ist kein Faradayscher Käfig wie ein Auto, in dem man vor Bltzschlägen geschützt ist. Im Gegenteil, die vielen Metallteile eines Fahrrads können ein gutes Ziel für einen Blitz sein. Dennoch ist es innerhalb von Ortschaften auf dem Fahrrad relativ unbedenklich, denn meist befinden sich höhere Gebäude in der Nähe, die Blitze ablenken. Auf dem freien Feld heißt es dagegen: “Runter vom Rad!” und einige Meter neben dem Rad in die Hocke gehen.

Andererseits werden in Deutschland höchstens ein Dutzend Menschen pro Jahr von einem Blitz gegrillt. Bei den Abermillionen von Blitzen, die hier jedes Jahr niedergehen, ist die Chance, getroffen zu werden, nicht gerade groß, egal ob auf dem Fahrrad oder nicht.

Be-cycle: Soundsystem auf Transportfahrrad

Sonntag, 23.08.2009

be-cycle-255x368.jpgBe-cycle ist eine Gruppe von Leuten, die Spaß haben und Party machen will, Musik auflegen und Videos und Animationsfilme drehen will und das alles mit und um ein zum Soundsystem ausgebautes Lastenfahrrad. “Design, Set-Konstruktion, Musik, Fotografie, Animation, Filme machen, Mechanik und Kochen – wir sind grenzenlos. Frei nach diesem Motto gibt es keine Einschränkung von Ideen, sondern jede Menge Raum zum Ausprobieren neuer Möglichkeiten, den »Cycle« zu vergrößern.”

Auf diesem YouTube-Video wird gezeigt, wie das Transportrad gebaut und ausgestattet wurde, die ersten Veranstaltungen mit Be-cycle gab es Mitte Juli im im Görlitzer Park in Kreuzberg und im Mauerpark in Mitte.

“Präsentieren wollen wir Live Konzerte, Sound Systems, Projektionen und Performances in und um Berlin, an so unterschiedlichen Orten wie Parks, Gärten, Strassen, verlassenen Fabrikhäusern und Metrostationen, sowie allen anderen Räumen, die wir diesen Sommer entdeckt haben und vorbereiten können.”

Be-cycle
Foto: Be-cycle

Benutzungspflichtiger Radweg am Südstern

Sonntag, 23.08.2009

Nicht ungefährlich ist dieser benutzungspflichtige Radweg am Südstern (vergrößerte Version nach dem Klick auf das Bild). Zwischen Bauzaun und Halteverbotsschild für Autos bleibt so wenig Platz, dass die meisten Radfahrer diese Stelle zu Fuß nehmen. Der Kindertransporter vorn rechts verzichtet gleich auf die Slalomfahrt und weicht auf den Bürgersteig aus.

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Radfahrer verletzt Fußgänger schwer und flüchtet anschließend

Sonntag, 23.08.2009

Von einem besonders rücksichtslosen Radfahrer berichtet eine Pressemeldung der Polizei von gestern:

“Schwere Verletzungen erlitt gestern Abend ein Mann bei einem Verkehrsunfall in Schöneberg. Ein Fußgänger hörte gegen 21 Uhr 45 in der Potsdamer Straße plötzlich einen lauten Knall hinter sich. Als er sich umdrehte sah er einen Fußgänger auf der Straße liegen und einen Radfahrer, der sich ohne um den am Boden Liegenden zu kümmern, vom Unfallort entfernte. Der 32-Jährige zog den 58-jährigen Mann von der Fahrbahn und alarmierte die Feuerwehr. Der am Kopf schwer Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht und musste sofort notoperiert werden. Die weiteren Ermittlungen werden von dem zuständigen Verkehrsermittlungsdienst durchgeführt.”
Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 2334 vom 22.08.2009 - 10:35 Uhr

Der Radfahrer muss nicht Schuld gehabt haben. Da sich der Unfall auf der Fahrbahn ereignet hat, kann der Fußgänger ihn verursacht haben oder gar selbst hingefallen sein, obwohl das meist nicht mit einem Knall passiert. Aber es ist skrupellos vom Radfahrer, so einen Verunglückten seinem Schicksal zu überlassen und zu flüchten.

Bambus-Fahrräder aus Berlin

Sonntag, 23.08.2009

Auf Bildern habe ich Bambusfahrräder schon häufig gesehen, in Natur allerdings noch nie. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass Bambus in seinen Festigkeitskennwerten Stahl gleich kommt oder gar “Stronger Than Steel” ist. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Werkstoff Bambusrohr auch im Fahrradbau Einzug hält. Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Bambus-Fahrradrahmen die Festigkeit von herkömmlichen Fahrradrahmen erreicht, denn es kommt nicht nur auf die Haltbarkeit der Bambusrohre an sondern auch auf die der Verbindungsstücke aus Metall oder Kohlefaser und vor allen Dingen darauf, wie sie  mit dem Bambus verbunden sind. Jedes Bambusfahrrad ist deshalb ein Einzelstück und entsprechend teuer.

berlin-bamboo-bikes.jpgTrotz dieser Schwierigkeiten hat sich eine Projektwerkstatt von Studierenden an der Technischen Uni Berlin vorgenommen, Berliner Bamboo Bikes zu entwickeln. Die Studis wollen ein breites Spektrum an Bambusrädern zu günstigen Preisen designen, z.B.: Cityräder, Liegeräder, Transportbikes und Rikschas. Die Konstruktionspläne der Bambusbikes werden unter einer Open-Source-Lizenz stehen, so dass man privat Räder nachbauen kann.
Berlin Bambus Bikes

Parteiprogramme zur Bundestagswahl 2009

Freitag, 21.08.2009

In gut einem Monat sind Bundestagswahlen. Ich habe mal in den Wahlprogrammen der im Bundestag vertretenen Parteien danach gesucht, welche Aussagen zum Thema Fahrrad und allgemein zum Verkehr und zur Mobilität gemacht werden.

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Hamburger Leihradsystem läuft unrund

Dienstag, 18.08.2009

“StadtRAD Hamburg - aufsteigen und abfahren!” Mit diesen Worten wirbt das vor einigen Wochen eingeführte Hamburger Leihfahrradsystem. Nun hat die Deutsche Bahn als Betreiber des Verleihsystems eingeräumt, dass es noch Schwierigkeiten gibt.

An knapp 70 Ausleihstationen kann man die auffälligen roten Leihfahrräder ausleihen und an einer beliebigen anderen Station wieder zurückgeben. Da an etwa 40 Stationen die Kartenlesegeräte nicht funktionieren, ist dort eine Ausleihe nur mit Hilfe eines Telefons möglich. Nach und nach sollen aber die defekten Lesegeräte durch funktionierende ersetzt werden.

Das Hamburger Leihradsytem wurde Mitte Juli eingeführt und besteht aus 67 Leihstationen im erweiterten Innenstadtbereich, an denen insgesamt 700 Fahrräder ausgeliehen werden können. Um das System nutzen zu können, müssen sich die Kunden im Internet, am Telefon oder an einer Leihstation einmalig registrieren. Fahrten bis zu 30 Minuten sind kostenlos, die zweite halbe Stunde kostet 90 Cent bis 1,20 Euro. Ab der 61. Minute werden sechs Cent pro Minute für Inhaber einer Bahncard oder einer Zeitkarte des Hamburger Verkehrsverbundes fällig, alle anderen zahlen acht Cent. Ein ganzer Tag Ausleihe schlägt mit 12 Euro zu Buche. In den ersten Wochen wurden die Erwartungen des Betreibers übertroffen. Bisher haben sich 12.000 Hamburger und Auswärtige für das System registriert.

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StadtRAD Hamburg
NDR: Leihrad-System in Hamburg läuft nicht rund
Foto: Radpropaganda

Abwrackprämie für Fahrräder in Wien

Freitag, 14.08.2009

“Was Mannheim vorgemacht hat, können wir Wiener auch.”  Das hat sich wahrscheinlich der Bürgermeister der Stadt Wien Rudolf Schicker gedacht und eine Abwrackprämie für Fahrräder eingeführt. Um die Prämie von 70 Euro zu bekommen, musste der Interessent ein Fahrrad im Wert von mindestens 140 Euro erstehen. Allerdings wurde die Initiative auf 500 Fahrräder begrenzt. Die Fahrradverschrottungsprämie war nach einem Tag aufgebraucht, keine 24 Stunden nach Bekanntwerden der Aktion waren die 500 Prämien am Dienstag Vormittag schon reserviert. Noch begehrter war lediglich eine Förderung der Photovoltaik, die bereits nach sieben Minuten ausgebucht war.
Standard: 70 Euro für den alten Drahtesel

Immer weniger Autoverkehr in Berlin

Dienstag, 11.08.2009

Die Nachricht ist zwar nicht neu, aber im Tagesspiegel gibt es aktuelle Daten aus einer Haushaltsbefragung der TU Dresden. In Berlin verschiebt sich der Modal Split zugunsten von Fußgängern, Radfahrern und ÖNPV. Demnach hat der Anteil der Fußgänger in den letzten 10 Jahren um vier, der Anteil der Radfahrer um drei Prozent zugenommen (Sind hier Prozentpunkte gemeint?). Der Autoverkehr hat um 7% abgenommen. Es werden 30,9% aller Wege mit dem Auto zurückgelegt, 29,8% zu Fuß, 26,2% im ÖPNV und 13,1% mit dem Rad. Das Auto hat eine durchschnittliche Auslastung von 1,3 Personen.

Während die Bundesregierung die Umwelt mit fragwürdigen Prämien “rettet”, an der Verkehrsverteilung aber lieber nichts ändern will, wird Berlin hier die Möglichkeit eines ernsthaften umweltverträglichen Handelns in die Hand gegeben. In vielen Straßen ist der Verkehrsanteil der Radfahrer bereits höher als derjenige der Autos, dennoch dominieren sie das Bild und benötigen fast den gesamten Verkehrsraum, und sei es nur zum Parken.

Ein noch schnelleres Umsetzen der die Bezirke verbindenden Fahrradrouten, die Schaffung echter autofreier Fahrradstraßen, die Abschaffung gefährlicher Radwege und - wo nötig - die Markierung von ausreichend breiten Radstreifen - all dies ist geeignet, um mehr Leute aufs Rad steigen zu lassen.

Sofia überrascht mit kreativen Radwegen

Sonntag, 09.08.2009

Um noch mehr Radtouristen in die bulgarische Hauptstadt Sofia zu ziehen, hat die Stadtverwaltung beschlosssen, dem Radfahrer in Zukunft themenzentrierte Radwege anzubieten.

Der erste so gestalte Radweg ist der Bauhaus-Radweg, benannt nach der Avantgarde der Klassischen Moderne in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts. Klare, geometrische Linien begrenzen den Bauhaus-Radweg, der wie geschaffen ist für den exakten und präzisen Radfahrer.

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In nächster Zeit wird auch der Hundertwasser-Radweg gebaut. Der in Wellenform verlaufende Radweg hat sich als ideal erwiesen für touristische Radler zwischen 0,7 und einem Promille, weil die Eigenschwankungen des Radfahrers prima mit den geschwungenen Linien des Fahrradwegs harmonieren. Besondere Hoffnungen setzt man in Sofia darauf, mit dem Hunderwasserradweg mehr österreichische Gäste anzuziehen.

Umstritten ist noch der Bau des Keith-Haring-Radweges. Er soll in wilden Zick-Zack-Linien letzendlich an das Ziel führen. Zu bewältigen ist der nach dem New Yorker Künstler Haring benannte Radweg nur von Fixies. Mit denen kann man zur Not auch mal einige Meter rückwärts fahren, um besonders kniffelige Stellen erneut zu versuchen. Radlerverbände kritisierten den Haring-Radweg allerdings als “zu schwierig”.

Man darf gespannt sein, wer sich in dieser Frage durchsetzt. Engstirnige Radfahrerorganisationen, die nur mäkeln, oder innovative Stadtplaner, die mit der Idee thematischer Radwege eine Marktlücke entdeckt haben.

Rechtsfragen zum Thema Fixie

Donnerstag, 06.08.2009

Gastbeitrag von Rechtsanwalt Sebastian Dramburg.

Fixies sind in aller Munde. Es wird viel berichtet über die Popularität dieser Fahrräder. Die einen halten sie für Teufelszeug, die anderen sind genervt von der Fixie-Diskussion. Es gibt die abgefahrensten Ansichten und Befürchtungen zu den Folgen, wenn man mit einem Fixie von der Polizei erwischt wird. Diese Spekulationen sind aber im Wesentlichen auf Gerüchte und Berichte vom Hörensagen zurückzuführen sind.

Im Folgenden will ich versuchen das Thema aus der juristischen Sicht kurz zu beleuchten. Dabei geht es natürlich in erster Linie um die Bremsen-Frage. Denn die Erfordernisse von Klingel, Licht und Reflektoren ergeben sich eindeutig aus dem Gesetz und sollten bekannt sein. Auch bin ich kein Experte auf dem Gebiet, also lasse ich mich gerne aufklären. Nur bitte keine Gerüchte und Stories vom Kumpel, der einen Kumpel hat, der…

Auf geht’s:

1. Reicht eine starre Nabe als Bremse für ein Fahrrad aus?
Nein. Das Gesetz, die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, schreibt vor, dass “alle Fahrzeuge eine ausreichende Bremse haben müssen, die während der Fahrt leicht bedient werden kann und ihre Wirkung erreicht, ohne die Fahrbahn zu beschädigen. Fahrräder müssen zwei voneinander unabhängige Bremsen haben.” (§ 65 StVZO). Das heißt völlig unabhängig von der Frage, ob eine starre Nabe als Bremse ausreicht (dazu sogleich), muss ein Fahrrad zwei Bremsen haben, um dem Gesetz Genüge zu tun. Ohne Vorderbremse geht es nicht. Zumindest rechtlich.

2. Ist eine starre Nabe eine Bremse im Sinne der StVZO?
Aus der ersten Frage ergibt sich die Folgefrage: Reicht eine Vorderbremse und eine starre Nabe aus, um die Erfordernisse der StVZO zu erfüllen?

Die Kernfrage ist, ob eine starre Nabe als Bremse „leicht zu bedienen ist“. Als Bremse an einem Fahrrad versteht man eine Vorrichtung, die geeignet ist, die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren und das Fahrrad damit zum stehen zu bringen.

Ganz frisch hat nun das Amtsgericht Bonn (Az. 337 Js 1152/09) eine starre Nabe als Bremse anerkannt und damit entschieden, dass eine Vorderbremse und eine starre Nabe die Voraussetzungen des § 65 StVZO erfüllen. Bei diesem Urteil handelt es sich aber nicht um eine richtungsweisende Entscheidung oder gar einen Präzedenzfall (gibt es im deutschen Recht nicht). Jedes Gericht kann anders entscheiden, und der starren Nabe keine Eigenschaft als Bremse bescheinigen. Daher bleibt die Frage weiterhin offen und letztendlich wird der Punkt zu klären sein, ob man ein Fahrrad mit einer Vorderbremse und einer starren Nabe genauso gut anhalten kann wie ein Rad mit Vorderbremse und bspw. einer Rücktrittsbremse.

3. Darf die Polizei Fixies einfach so einziehen?
Dies ist keine ja/nein Frage, sondern eine juristische Frage. Das heißt je nach Auslegung des Gesetzes kann sie unterschiedlich beantwortet werden.

Bei der Beantwortung zunächst davon auszugehen, dass der Radfahrer das erste Mal von der Polizei angehalten wird (zum Wiederholungstäter s.u.). Nach meiner Auffassung ist die erstmalige Einziehung eines Fahrrades mit starrem Gang rechtswidrig, selbst wenn es keine Vorderbremse hat. Vier von mir betreute Fixie-Fahrer haben ihre Räder alle wieder, ohne dass es ein Gerichtsverfahren gegeben hat.

Sowohl die Sicherstellung als auch deren Aufrechterhaltung sind rechtswidrig, da sie nicht im Verhältnis zum angestrebten Zweck stehen. Soweit darauf abgestellt wird, dass das Rad nicht verkehrssicher ist, so ist dazu zu sagen, dass die Gefahrenabwehr (Schutzgut: die Sicherheit des Straßenverkehrs und die des Fahrers) auch durch ein milderes Mittel hätte erfolgen können (z.B. schieben).

4. Was droht, wenn erwischt werde und mein Rad nicht der StVZO entspricht?
Mach dich gefasst auf ordentlich Bußgeld (über 100 € sind drin), wenn du ohne Vorderbremse, Reflektoren und Klingel unterwegs bist. Und Punkte, wenn du einen Führerschein hast (rechne mit bis zu 3 Punkten).

Die Ordnungsbehörden fordern z.B. bei den eingezogenen Fixies, dass diese nach Herausgabe nachgerüstet und später auf dem Polizeiabschnitt vorgezeigt werden sollen. Meines Erachtens ist der Eigentümer eines Bahnrades nicht verpflichtet, dies zu tun. Die Polizei kann nicht vorschreiben, wo das Rad gefahren wird (z.B. Privatgelände).

5. Kann die Polizei mein Fixie verschrotten?
Die Frage stellt sich nur, wenn man kein Ersttäter ist (siehe Frage 3).

Wird man widerholt mit einem Rad erwischt, das nicht verkehrssicher ist, dann muss im Einzelfall entscheiden werden, ob die Sicherheit des Verkehrs nur durch die endgültige Wegnahme des Rades erreicht werden kann. Ein wiederholter Verstoß führt jedenfalls nicht zwingend zur Verschrottung.

Juristisch bezeichnet man dies als Einziehung, was den Zweck hat, den weiteren Umgang mit dem Gegenstand zu unterbinden. Die Einziehung erfolgt durch einen Richter. Die Polizei kann dies nicht entscheiden. Aber die dauerhafte Wegnahme ist grundsätzlich möglich.

6. Und sonst?
Außer dem oben genannten Urteil aus Bonn (der Volltext des Urteils liegt mir leider noch nicht vor) ist mir kein Fall bekannt, in dem sich die Gerichte schon mal mit dem Thema befasst haben. Auch an sich ist das Thema juristisch gesehen ja eher eine neue Materie, daher bleibt abzuwarten, ob die harte Linie der Polizei irgendwann mal von den Gerichten bestätigt wird oder nicht. Ein Gerichtsverfahren kostet erst mal Geld und vor diese Alternative gestellt, rüsten die Leute ihre Räder meist doch lieber nach.

Der Autor:
Rechtsanwalt Sebastian Dramburg, LL.M. (University of Auckland) ist als Rechtsanwalt in Berlin tätig und hat als Schwerpunkt eigentlich die Bereiche rund um das Internet- und Urheberrecht im Blick, fährt aber auch gerne Fahrrad.
dramburg.eu

Bonner Richter: Starrantrieb ist Bremse

Donnerstag, 06.08.2009

Dass völlig bremsenlose Fixed-Gear-Räder gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen, ist unzweifelhaft, denn die StVO schreibt zwei baulich unabhängige Bremsen vor. Aber wie wird ein Fixie mit Starrgang und nur einer Vorderrradbremse rechtlich beurteilt?

Das Urteil eines Bonner Gerichts könnte die Diskussion um diese Frage beleben. In Bonn war ein Fixie-Fahrer von der Polizei erwischt worden. Er sollte 55 Euro zahlen, weil sein Fahrrad keine Klingel, keine seitlichen Reflektoren und keine Hinterrradbremse besaß. Zusätzlich wurde er mit einem Punkt in Flensburg bestraft. Der Radfahrer klagte gegen den Strafbescheid, weil nach seiner Argumentation eine Bremse gemäß § 65 Abs. 2 StVZO eine feste Einrichtung am Fahrzeug zur Verminderung der Geschwindigkeit ist und in diesem Sinne auch der Starrlauf am Fixie als Bremse zu werten ist.

Das Gericht folgte dieser Ansicht und reduzierte die Strafe für den Radler auf 15 Euro Bußgeld für die fehlende Klingel und Reflektoren.
pd-f: Bonner Richter erklären starren Antrieb zur Bremse

I Bike London

Donnerstag, 06.08.2009

Das T-Shirt I Bike London kommt in den Geschmacksrichtungen Brompton, Cityrad oder Fixie und in einem halben Dutzend Farben für 20,- Pfund bei Velorution.
I Bike London

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