Stadtweite Verkehrskontrollen zur Verhinderung von Radverkehrsunfällen

Dienstag, 30.06.2009

Die Berliner Polizei führt in der Zeit vom 1. bis 12. Juli stadtweite Verkehrskontrollen “zum Schutz, aber auch zur Überwachung” des Radverkehrs durch.

Folgende Schwerpunkte werden bei der Überwachung gesetzt: Befahren von Gehwegen, Fahren auf Radwegen in falscher Richtung und Missachtung roter Ampeln. Bei Kraftfahrern wird das Verhalten von Rechtsabbiegern gegenüber Radfahrern überprüft. Die Kontrollen sollen vorrangig an Fahrrad-Unfallschwerpunkten stattfinden.

Pressemeldung der Polizei

Eingeschränkter S-Bahn-Verkehr

Dienstag, 30.06.2009

S-Bahn-MinibildWer in dieser Woche sein Fahrrad in der Berliner S-Bahn mitnehmen möchte, sollte zusätzliche Zeit einplanen. Die S-Bahn hat viel Pech mit ihrer Baureihe 481 und zudem in der Vergangenheit viele Fahrzeuge der Baureihe 485, die erst Anfang der 90er Jahren angeschafft wurden, verschrottet. Neben bereits seit längerem bekannten Mängeln an den Bremsen, die zu einer Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit führten, bestehen seit einem Unfall im Mai 2009 Bedenken bezüglich der Sicherheit der Achsen an besagter Baureihe 481. Einige Fahrzeuge dürfen nun nicht mehr fahren, am Austausch der Achsen wird fieberhaft gearbeitet. Erschwerend kommt dabei die Schließung einiger Betriebswerke hinzu.

In dieser Mischung aus Chaos, Pech und krankhaftem Sparwahn werden Radfahrer es in dieser und den nächsten Wochen oftmals schwer haben, die S-Bahn zu benutzen. Am heutigen Tage fahren die meisten Linien nur noch im 20-Minuten-Takt, viele Züge dürften zudem mit weniger Wagen als gewohnt fahren und hoffnungslos überfüllt sein.

Wir empfehlen Radfahrern den Umstieg auf U-Bahn und Regionalbahn. Regionalzüge dürfen generell mit normalen Fahrkarten benutzt werden.

S-Bahn-Webseite zur aktuellen Betriebslage

Entwicklung aus der Autoindustrie rettet Fixie-Fahrer das Leben

Samstag, 27.06.2009

Fahrer Foto

Der Fahrer dieses Fahrrades (Bild) ist vermutlich der erste, der von dem neuen Technologietrend profitiert hat, Sicherheitssysteme am Automobil auch für Fahrräder nutzbar zu machen.  Ohne den neuen Tubular-Lenker-Airbag, produziert von einem großen Automobilzulieferer, wäre dieser Unfall für den Fahrer tödlich verlaufen. “Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen”, sagt F. Gear, Experte für Verkehrssichherheit. “Der Lenker-Airbag bedeutet einen Quantensprung in der passiven Fahrersicherheit, insbesondere beim Fahren ohne Bremsen.”

Ob sich dieser Trend festsetzen wird, bleibt offen. Der Prototyp hat noch einen wesentlichen Mangel: er muss vor dem Zusammenprall aufgepumpt werden. Das verlängert die Reaktionszeit auf 45 - 60 Sekunden. Doch für Fixiefahrer B. war das genug Zeit, um Schlimmeres abzuwenden: “Ich hab einfach meine Pumpe genommen und gepumpt wie ein Blöder, und dann kam auch schon der Knall. Ab da hatte ich einen Filmriss. Aber passiert ist mir nichts.”

Das Leben als Fahrradkurier im Comic

Samstag, 27.06.2009

harda_bud-212x300.jpgHast du dich schon immer gefragt, wie das Leben als Fahrradkurier wohl ist? Du hast zwar ein brandneues, glänzendes Fixie gekauft und die Messergertasche und die passenden Klamotten besitzt du auch, aber es mangelt dir noch an tieferer Einsicht?

Dann klicke auf Hårda bud, einen Comic über einen Fahrradkurier in Göteborg in Schweden. Hier geht es um stinkende Messenger, die Widrigkeiten des Großstadtverkers, gewässerte Sendungen und weitere Alltagsprobleme.

Hårda bud
via: urban velo

Wie groß ist die Schuld der FahrerInnen dieser beiden Autos?

Freitag, 26.06.2009

Um kurz vor 11 Uhr geschah heute ein Unfall an der Schönhauser Alle, Ecke Fehrbelliner Straße. Ein typischer Rechtsabbiegerunfall: Fahrradfahrer fährt ordnungsgemäß auf dem Fahrradweg die Schönhauser Allee Richtung Mitte. Weißer Bulli biegt von der Schönhauser in die Fehrbelliner Straße ab, übersieht den Fahrradfahrer und fährt ihn an.

Die gute Nachricht:
Der Fahrradfahrer steht schon wieder und es geht ihm den Umständen entsprechend ganz gut. So etwas kann auch anders ausgehen, siehe Tödlicher Unfall in Pankow

schoenhauser-allee-ecke-fehrbelliner-strasse.jpg

Die Frage, die sich stellt, ist:
Wie groß ist die Mitschuld der FahrerInnen der beiden weißen PKWs auf den Bildern?
Beide stehen nämlich im absoluten Halteverbot! Und es hat auch einen Grund, warum an dieser Stelle ein Halteverbot besteht. Die Bürgerinitiative “Mehr Sicherheit im Verkehr für Kinder am Teutoburger Platz” hatte mit Untersützung des Stadtrats für Verkehr Jens-Holger Kirchner das Halteverbot durchgesetzt, um RadfahrerInnen und FußgängerInnen besser zu schützen. Gerade auch solche Unfälle, wie der heutige waren der Grund für das Schild. Aber was helfen die besten Regeln, wenn sich die AutofahrerInnen nicht dran halten! Das Kennzeichen des hinteren Autos lautet übrigens B-HU-1841.
Wahrscheinlich hätte der Fahrer des Bullis den Radfahrer frühzeitiger gesehen, wenn die beiden weißen PKWs ihm nicht die Sicht genommen hätten. Von einer Mitschuld der FahrerInnen der beiden Autos an dem Unfall kann man wohl ausgehen. Belangt werden sie trotzdem nicht. Zwar mußte der Notfallwagen kommen, aber die Polizei wurde nicht benachrichtigt. Nebeneffekt: Auch dieser Unfall wird in keiner Unfallstatistik auftauchen.

Dirk Jacobi
Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Kinder am Teutoburger Platz

Tilda Swinton auf dem Mauerradweg

Mittwoch, 24.06.2009

Die britische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton ist noch bis Freitag mit dem Fahrrad auf dem Berliner Mauerweg unterwegs und wird dabei gefilmt. Am 9. November 2009, am Tag des Mauerfalls wird der 45-minütige Dokumentarfilm “Cycling the Invisible Frame” auf 3sat aufgeführt und zeigt Swintons Blick vom Fahrrad auf den Berliner Mauerweg und die Spuren der Teilung. Benno Koch hat das Filmteam besucht.
Benno Koch: Berliner Mauerweg - am Set mit Tilda Swinton
Foto: Benno Koch

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Tödlicher Unfall in Pankow

Mittwoch, 24.06.2009

Heute morgen gegen 8:40 fiel eine 34-jährige Radfahrerin einem Lkw-Rechtsabbiegeunfall zum Opfer. Sie verstarb noch an der Unfallstelle.

Der Unfall ereignete sich an der Danziger Straße Ecke Prenzlauer Allee. Radfahrerin und Lkw-Fahrer bewegten sich auf der Danziger Straße in Richtung Schönhauser Allee. Als der Lkw rechts in die Prenzlauer Allee abbog, geriet die Radfahrerin, die auf dem Radweg fuhr, unter diesen und wurde überrollt.

Ein Gerücht, nach dem sich die Radfahrerin in falscher Richtung auf dem Radweg bewegte, bestätigte sich nicht. Sie ist somit nicht Unfallverursacherin. Sie fuhr bei grüner Ampel und hatte Vorrang gegenüber dem Lkw.

Zur Pressemitteilung der Polizei

Passend zum Thema:

Radfahrer und rote Ampeln (warum bei grün fahren gefährlich sein kann)

Rowdyplaner an der A113

Dienstag, 23.06.2009

Neben der A113 ist zwischen der Späthstraße in Neukölln und der Waltersdorfer Chaussee in Schönefeld ein durchgängig asphaltierter Fuß- und Radweg entstanden, der als “Kronprinzessinnenweg des Ostens” durchgehen kann. Durchgängig asphaltiert und nur eine Ampelkreuzung in Adlershof und eine weitere Straßenkreuzung - das lädt Radfahrer und Skater zu sportlichen Runden ein.

Auf einige komödiantische Einlagen in der Ausschilderung konnte man natürlich nicht verzichten, hier zwei Fotos vom Endpunkt in Schönefeld:

In Schönefeld in der Waltersdorfer Chaussee sollen Radfahrer und Fußgänger die andere Straßenseite benutzen. Einen linksseitigen Radweg gibt es dort aber gar nicht, ebensowenig eine Möglichkeit, die Straße überhaupt zu überqueren. Dass Radfahrer STVO-konform auf der Fahrbahn fahren könnten, scheint niemandem in den Sinn gekommen zu sein. Schlimmer noch: Das Schild macht den Eindruck, in Serie gefertigt zu werden.

Dem Unsinn in nichts nachstehend ist auch die Bushaltestelle nur für Radfahrer in derselben Straße:

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Ein getrennter Fuß- und Radweg wird hier zum Radweg, einen Gehweg gibt es nicht mehr.

Aber auch die Berliner haben sich etwas einfallen lassen. Dass der Weg durchgängig für Fußgänger, Radfahrer und sonstige Sportler gedacht ist, ist unbestritten - überall ist er als solcher ausgeschildert. In Adlershof am Ernst-Ruska-Ufer hat man aber vergessen, dass Verkehrsschilder auch für Radfahrer gelten, und den Weg somit für diese in einer Richtung gesperrt (schlechte Bildqualität):

p1080302x-448x336.jpg

Neben dem Mauerradweg und Europaradweg R1 ist also auch dieser Radweg streckenweise versehentlich so ausgeschildert worden, dass er nicht befahren werden darf.

Die Strecke selbst kann ich aber wärmstens empfehlen, bei Bedarf habe ich eine GPX-Datei fürs GPS. Fotos vom Berlinradler.

Acht Fragen zu Reelight

Dienstag, 23.06.2009

Seit dem Wochenende wird es wieder jeden Tag ein Stück dunkler. Grund genug, sich mal wieder mit dem Thema Beleuchtung am Fahrrad zu beschäftigen. Andreas hat in seinem Blog acht Fragen eines Lesers zu Reelight SL 150 beantwortet:

“Ich habe auf deinem Blog gesehen, dass du im 2007 das SL150 Reelight Induktionslichtmodell bei deinem Fahrrad eingebaut hast. Und überlege, ob ich mindestens ein weiteres Rad damit ausrüste … wenn nur der Preis nicht wäre!

Ich hätte ein paar Fragen betreffend Langzeiterfahrungen.
1. Brennt das Licht heller, wenn man schneller fährt?

Heller als wenn man das Rad von Hand dreht auf jeden Fall. Irgendwann ist allerdings die Maximalhelligkeit erreicht. Bei so ca. 15 Km/h schätze ich.

2. Brennt das Licht auch im Stand einige Sekunden weiter?

Bei meinen schon, es gibt aber auch die Version ohne weiter leuchten. Ich glaube das sind die, die auch nur blinken.

3. Da das Licht relativ weit unten montiert ist: wird man von entgegenkommenden Fahrzeugen wirklich gesehen? Wird das Licht nicht durch das Rad abgedeckt?

Das kann ich nicht in letzter Konsquenz beurteilen. Das Licht ist schon hell und wirkt im dunklen sogar wie ein greller Lichtpunkt. Natürlich kann man die Fahrbahn nicht damit ausleuchten. Ist ein reines “Ich werde gesehen Licht.” Das klappt IMHO aber auch durch das Rad. Immerhin ist der Winkel, unter dem Felge und Decke die Lampe verdecken recht spitz. Oder hast Du soviele Speichen im Rad, dass man da nicht durch gucken kann? ;-)

4. … hatte ich vor, das Vorderlicht aus technischen Gründen nicht links, sondern rechts zu montieren. Glaubst du, dass man dadurch doch in den meisten Situationen gesehen wird?

In erster Linie will man ja von vorne gesehen werden. Zu etwas anderem taugen ja auch höher montierte Lampen nicht wirklich. Und ja, ich glaube das klappt mit den Relights ganz gut. In jedem Fall besser als gar keine Beleuchtung.

5. Ist das Licht wirklich so stark, dass es auch tagsüber etwas bringt?

Nunja … ich bin ja eher ein Zweifler was das Tagfahrlicht angeht. Je mehr man auf einer Seite aufrüstet, desto mehr muß die andere Seite nachziehen. Siehe Warnwesten bei Fußgängern etc. … je mehr es blinkt auf den Straßen, desto weniger werden geringere Reize wahrgenommen. Bei strahlendem Sonnenschein sieht man die Relights nicht mehr, soviel ist sicher. Bei leichter Bewölkung schon.

6. In der Schweiz ist ein Licht, das die Strasse ausleuchtet keine Vorschrift, jedoch eins, dass aktiv so leuchtet, dass man gesehen wird und als Radfahrer erkannt wird. Ist deines Erachtens das Reelight für einen solchen Zweck geeignet?

Da ich kein Rechtsgelehrter bin, möchte ich dazu keine Empfehlung abgeben. Als ich im April in der Schweiz Fahrrad gefahren bin, hatte ich an meinem Rad gar kein Licht … und alle die mir begegneten auch nicht. Ich denke, man wird mit den Relights unter den Bedingungen, unter denen man als Radfahrer denkt “Och, so’n Licht wäre jetzt nicht schlecht!”, besser gesehen wird. Jedenfalls habe ich mich schon tagsüber in mancher Unterführung oder Walddurchfahrt gefreut, dass ich die Dinger dran hatte! Das wirkt schon.

7. Bringt es etwas, wenn man 4 anstatt nur 2 Magnete befestigt?

Keine Ahnung.

8. Erzeugt die Induktionstechnik wirklich keinen relevanten Widerstand beim Treten?

Ich spüre definitiv keinen. Er wird vorhanden sein, ist aber mit dem Oberschenkel garantiert nicht meßbar!”

aus: Mein Senf mit Dank an Andreas

Basil Fahrradtaschen und Körbe

Montag, 22.06.2009

basil-forte-220x160.jpgDie niederländische Firma Basil stellt seit Anfang der siebziger Jahre ein umfangreiches Sortiment von Fahrradtaschen, Fahrradkörben, Tierfahrradkörben und sonstigen Artikeln rund um Transportprobleme auf dem Fahrrad her. Neu in der Kollektion 2009 ist der in schwarz und weiß erhältliche Fahrradkorb Forte für knapp 45,- Euro.  Ein Bierkasten passt locker in den Korb aus Stahldraht mit den Maßen 50 mal 37 mal 27 Zentimetern. Forte wird mit Bodenhaken befestigt, hat Tragegriffe und passt auf sehr viele Gepäckträger von Transporträdern, optional ist ein Befestigungssatz erhältlich. Weitere schöne Produkte zum Gepäcktransport auf der Website:
basil.nl

Rasende Radler

Freitag, 19.06.2009

Die österreichische Onlinezeitschrit oe24.at nimmt eine Studie des ÖAMTC (österreichischer Automobilclub) zum Anlass, steigendes Rowdytum bei Radfahrern zu beklagen. Zum Artikel.

Das ist verwunderlich, denn augenscheinlich hat sich die Studie nur mit der gefahrenen Geschwindigkeit in der Stadt beschäftigt. Ein Drittel der Radfahrer sind demnach mit “bis zu 30 km/h” in der Stadt unterwegs. Mal davon ausgehend, dass damit nicht gemeint ist, dass 2/3 der Radler noch schneller sind, sondern “bis zu” durch “um die” ersetzt werden kann, sind die Schlussfolgerungen seltsam. Die Tatsache, dass 30 km/h als zu schnell empfunden wird, könnte zum Nachdenken anregen - schließlich sind europäische Städte meist für Geschwindigkeiten um die 50 km/h ausgelegt.

In Deutschland gilt: Temposchilder gelten auch für Radfahrer. Die innerstädtische, nicht ausgeschilderte Tempobeschränkung von 50 km/h gilt nur für Kraftfahrer. In jedem Falle muss der Situation angepasst gefahren werden - auf Fahrbahnen dürfte Tempo 30 selten zu schnell sein, auf Radwegen kann diese Geschwindigkeit durchaus unangepasst sein.

Bike not Cars Festival in Amsterdam

Donnerstag, 18.06.2009

bikes-not-cars.jpg

Endlich stellen mal wieder Leute Zusammenhänge her. Das Radtourenprogramm des ADFC in Ehren, immerhin feiern Energiekonzerne, Autofirmen, Lobbyorganisationen wie der ADAC und autozentrierte Planungs-und Baubehörden im Gleichklang mit weiten Teilen der Politik den Fetisch Auto. Dieses Götzenbild muss, wenn wir unser aller Lebensbedingungen verbessern wollen, vom Sockel gestoßen werden. Ein bisschen mit der Fahrradklingel spielen am Sonntag ist zu moderat. Ich will keine Gleichberechtigung mit dem Auto! Der motorisierte Individualverkehr ist nur das Symptom für eine gewaltförmige (das Recht des Stärkeren), letztlich selbstzerstörerische Gesellschaft.

via bikesnotcars.wordpress.com

Die Fahrradbranche in der Finanzkrise

Mittwoch, 17.06.2009

Wenn man nach Infos über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Fahrradindustrie sucht, dann erhält man ein uneinheitliches Bild. Vor einigen Tagen meldete das Statistische Bundesamt, dass der Fahrradeinzelhandel wieder im Tritt sei. Der Umsatz 2008 sei nach drei schlechten Jahren um 5,2% gestiegen, entgegen dem Trend im Einzelhandel insgesamt. Diese Tendenz würde sich auch 2009 fortsetzen. Im März hätten die ungefähr 5000 Fahrradfachhändler in Deutschland einen um 4,9 Prozent höheren Umsatz gemacht als im Vorjahrsmonat.

International sieht die Lage der Fahrradbranche ganz anders aus. Shimano konnte beispielsweise 2008 einen Umsatzsprung von elf Prozent und einen Gewinnanstieg um satte 26.4 Prozent vermelden. In dem laufenden Jahr prognostiziert Shimano dagegen einen scharfen Einbruch in den Absatzzahlen, sodass der Gesamtumsatz wieder auf das Niveau des Jahres 2007 fallen soll.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb Mitte Mai: “Die Wirtschaftskrise bremst nicht nur den Absatz von Autos, sondern auch den von Fahrrädern. Anders als bei Kraftfahrzeugen geht aber vor allem die Nachfrage nach billigen Modellen zurück.” Große Verkaufsstellen wie Baumärkte, Kaufhäuser oder Discounter würden ihre Orderzahlen zurückfahren, während der Fachhandel gut im Geschäft sei.

Die deutsche Fahrradproduktion bedient vor allen Dingen den billigen Massenmarkt. Da der Anteil der preiswerten Räder zurückgeht, wird sich das auf die deutschen Fahrradhersteller auswirken. So hat zum Beispiel der größte Fahrradproduzent Mifa AG 100 seiner 530 Arbeiter in Sangershausen in Sachsen-Anhalt zum Monatsende gekündigt. Siegfried Neuberger, der Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV), stellte gar die These auf: “Wir sind stärker von der Witterung abhängig als von der Finanzkrise.”

Statistisches Bundesamt Deutschland: Fahrradeinzelhandel wieder im Tritt
BikeBIZ: Shimano forecasts sharp declines in ‘09
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Rücken- und Gegenwind für die Fahrradbranche, 19. Mai 2009, Seite 17 (nicht online)
Süddeutsche Zeitung: Gegenwind für Fahrradbauer, 9. Juni 2009, Seite 20 (nicht online)

Freie Fahrt

Dienstag, 16.06.2009

via: Velowahnsinn

Critical Mass der Studis

Dienstag, 16.06.2009

Eine Critical Mass der etwas anderen Art gibt es am Donnerstag, 18.6. um 13:00 im Rahmen des Bildungsstreiks in Berlin:

“Missstände an den UNIs unter die Räder nehmen!”
Wir haben vor am Donnerstag eine schöne Fahrradtour mit vielen Teilnehmern durch die stadt zu machen um damit auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Treffpunkt ist das Volleyballfeld hinter dem Hauptgebäude der Technischen Universität.

via: Critical Mass Berlin

WHO-Studie zu Verkehrstoten in armen Ländern

Dienstag, 16.06.2009

Die WHO hat eine Studie veröffentlicht, nach der in armen Ländern die Gefahr eines tödlichen Verkehrsunfalls neunmal so hoch ist wie in den reichen Ländern. “Mehr als 90 Prozent der weltweiten Verkehrstoten treten in Ländern mit unteren und mittleren Einkommen auf, während diese Länder nur über 48 Prozent der weltweiten Fahrzeuge verfügen”. Zum Presseartikel bei Google News.

In einer Fotoserie stellt Spiegel.de das Problem so dar, als würde es lediglich aus einer schlechten Infrastrutur bestehen. Zur Fotoserie.

Im Tagesspiegel-Artikel zu dem Thema äußert sich Alfred Fuhr vom AvD. Er sieht weniger ökonomische, sondern eher kulturelle Gründe bei den hohen Verkehrsopferzahlen in armen Ländern. Dieser Ansatz scheint vernünftig, auch wenn ich mir nicht zutraue, die Gründe klar zu durchschauen. Beim Weiterlesen des Textes tritt die Autoperspektive in den Vordergrund: Fuhr sieht Unfallrisiken bei nichtangeschnallten Arabern, die Unfälle als gottgegebenes Schicksal betrachten, und in einem Nebensatz deutet er an, dass (hierzulande) eher Geringverdiener mit Bus und Bahn fahren (und sich damit einem geringen Unfallrisiko aussetzen). Verkehrssicherheit sieht Fuhr durch Airbags, Gurte und elektronische Warnsysteme gegeben. Auch der klassische Denkfehler bleibt nicht aus, er behauptet, dass diese Systeme die Zahl der Unfälle vermindern - dabei lindern sie nur die Unfallfolgen. Zum Tagesspiegel-Artikel.

Im Stadtverkehr der reichen Länder sind Fußgänger und Radfahrer die am stärksten gefährdeten Gruppen - mit Airbags erreicht man da nichts. Der Löwenanteil der Verkehrsunfallgefahren geht von Kraftfahrzeugen aus. Klassische Infrastrukturversuche - insbesondere Radwege - gelten als gescheitert. Die Verkehrsgefahren kann man nicht mindern durch ein Anpassen der Fußgänger und Radfahrer an den Kraftverkehr. Der Kraftverkehr muss sich den in der Stadt lebenden Menschen anpassen, nur dieser Ansatz kann funktionieren und funktioniert in Teilen bereits. Nicht zuletzt die vielen Tempo-30-Zonen dürften beispielsweise dazu beigetragen haben, dass die Unfalltotenzahlen in Berlin in den letzten Jahrzehnten um Größenordnungen gesunken sind.

Was der berlinradler meint: Das Phänomen “Auto” ist realistisch betrachtet ein zeitlich endliches Phänomen. Die Erdölreserven reichen nicht unendlich, sondern nur noch wenige Jahrzehnte. Der Stromsektor (Elektroauto) kann den Verkehr in seiner heutigen Form (tonnenschwere Fahrzeuge) unmöglich übernehmen, und wenn, dann nicht ewig, denn auch seine Rohstoffe sind begrenzt. Will man weiterhin einen Individualverkehr ermöglichen, ist das langfristig ohne Leichtbauweise nicht zu schaffen. Unser Verkehrssystem und die dazugehörigen Denkweisen kann und sollte nicht in arme Länder exportiert werden. Einige der Folgen zeigt dieser Bericht.

RP online über böse Radfahrer

Samstag, 13.06.2009

Im wesentlichen gibt es zwei Arten von Presse für Radfahrer: Zum einen die Beschreibung von Radfernrouten durch schöne Landschaften, zum anderen Artikel über bösartige Verkehrsrowdies. Die Rheinische Post hat auf ihrer Internetseite RP online einen Beitrag für die zweite Kategorie geschrieben.

Rücksichtslose Radfahrer - in der Stadt Münster, in der für mehr Strecken das Fahrrad (38%) als das Auto (36%) genutzt wird, scheinbar ein großes Problem. Daran, dass sich pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr 244 mit dem Fahrrad verletzten, ist laut dem im Artikel zitierten Polizeidirektor Udo Weiss die mangelnde Normenakzeptanz der Radfahrer schuld. Solche Sätze, in denen lapidar ein Hauptschuldiger erklärt wird, sind für mich immer eine offene Einladung zu einem Blick in die Unfallstatistik: In Münster gab es im Jahr 2008 insgesamt 754 Fahrrad-Verkehrsunfälle, davon 41% (315) durch Radfahrer verursacht, weitere 10% (79) unter einer Mitschuld der Radfahrer. Gerade einmal 22% (167) der Unfälle fanden ohne Beteiligung von Kraftfahrzeugen statt. Hauptunfallgegner und damit Hauptrisiko im Straßenverkehr sind also motorisierte Fahrzeuge. Dass es insgesamt 9322 Verkehrsunfälle in Münster gab, ist ebenfalls interessant. Der grundauf schlechte münsteraner Radler ist nicht mal 10% der Unfälle des Straßenverkehrs verwickelt - und das als Hauptverkehrsträger.

Spulen wir nochmal zurück zur “mangelnden Normenakzeptanz” der Radfahrer, so drängt sich der Verdacht auf, dass ein riesiger Block einfach unterschlagen wurde - die Normenakzeptanz der Kraftfahrer.

Der Polizeidirektor hat die Lösung für die Verbesserung der Situation parat - er fordert, “das Fahrrad und sein Besitzer als eigenständigen Punkt in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen”- dabei orientiert er sich (man lese mit ironischem Unterton) natürlich an den Unfallursachen: “Neben Geschwindigkeitsbegrenzungen, Parkverbotsflächen und Promillegrenzen schlägt er […] vor, dass alle Radfahrer über 16 einen Ausweis bei sich tragen. Und zu einer Haftpflichtversicherung verpflichtet werden.” Unfallvermeidung durch Parkverbote und Ausweispflicht - super! Einzig die Haftpflichtforderung ist sinnvoll, trägt aber ebenfalls nicht zur Unfallvermeidung bei.

Polizeidirektor Weiss fährt übrigens laut Artikel nicht Rad, wegen der Unfallstatisik. Womit er sich fortbewegt, steht nicht im Artikel. Welches Verkehrsmittel bietet den optimalen Kompromiss zwischen Gefahr der Verletzung von Fremden und der eigenen Verletzung? Die Antwort des Herrn Polizeidirektor wäre interessant.

Fahrradrouten bei Google Street View

Freitag, 12.06.2009

google-street-view-trike.jpgDer Google-Dienst Street View ist eine Ergänzung zu Google Maps und wird in Deutschland noch nicht angeboten. In Europa gibt es ihn bereits in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien und den Niederlanden. Es handelt sich um 360-Grad-Panoramabilder, die mit speziell ausgerüsteten PKW aufgenommen werden. Diese Spezialfahrzeuge haben auf dem Dach neun Kameras montiert: Acht Kameras für den 360-Grad-Blick, eine Kamera ist nach oben gerichtet. Da etwa alle zehn Meter Fotos gemacht werden, ist es möglich, eine Strecke virtuell in Google Maps “abzufahren”. Allerdings können solche Bilder nur von Straßen gemacht werden, die von Autos befahren werden können. Um darüber hinaus auch Parks, Fahrradwege und Fußgängerzonen zu erfassen, hat Google in den USA ein Kamera-Dreirad konstruieren lassen. Vermutlich werden in Amerika schon bald die ersten Fahrradwege mit Street View ausgeleuchtet.
BikePortland: USA Today: Google’s photo-taking trike now on bike trails

Mit RFID-Chips gegen Fahrradklau?

Freitag, 12.06.2009

Die Stadt Kopenhagen hat Anfang des Monats einen Feldversuch gestartet, um zu testen, ob sich RFID-Chips als wirksames Mittel gegen Fahrraddiebstahl eignen. Die Grundidee ist einfach: Fahrräder werden von der Stadtverwaltung mit einem sendenden Chip ausgestattet. Wenn ein Rad gestohlen wird, kann man das per Mail dem Amt mitteilen. Ordnungsamtsmitarbeiter, die normalerweise den ruhenden Verkehr kontrollieren und Tickets an Falschparker verteilen, haben nun einen Scanner dabei. Sobald das Gerät ein gestohlenes Fahrrad in der Nähe meldet, wird eine Mail mit dem Standort des Velos an den Eigentümer gesandt. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, sollen später an Verkehrsknopenpunkten ebenfalls automatische Scanner installiert werden. Ein Nachteil des neuen Systems besteht meines Erachtens darin, dass von einem mit Chip ausgerüsteten Fahrrad ein Bewegungsprofil erstellt werden kann.
copenhagenize.com: The Chips Are Up in Copenhagen

Få en lille chip på from Kristian Foldager on Vimeo.

Günstige Verkehrsprognose für das Fahrrad

Donnerstag, 11.06.2009

Immer mehr Berliner werden innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre auf das Fahrrad umsteigen. Das ist das  Ergebnis der ersten gemeinsamen Verkehrsprognose für Berlin und Brandenburg. Die drei wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Die Bedeutung des Radverkehrs nimmt zu.
  2. Längere Strecken werden zunehmend mit dem ÖPNV statt dem Auto zurückgelegt.
  3. Der Verkehr auf den Straßen nimmt ab. Nur in den äußeren Bezirken bleibt das Auto wichtigstes Transportmittel, im Inneren dominiert der Öffentliche Verkehr.

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer sage: “Die Fahrradfahrer werden zu einem Markenzeichen der Hauptstadt.” Dieser Effekt wird  noch verstärkt durch die Annahme, dass die durchschnittlich mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken länger werden. Heute sind es 3,8 Kilometer, die im Schnitt pro Fahrt auf dem Rad absolviert werden, bis zum Jahr 2025 sollen 4,4 Kilometer pro Radfahrt abgestrampelt werden.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung:  Die Metropolregion wächst zusammen: Erste Gemeinsame Verkehrsprognose Berlin-Brandenburg 2025
Johannes Hampel: Berlin wird zur Fahrradstadt - und ist es schon
Morgenpost: Berlin wird zur Fahrradstadt
Tagesspiegel: Mehr Autos – aber weniger Verkehr

Radlerin in Pankow schwer verletzt

Mittwoch, 10.06.2009

Eine Radfahrerin fuhr gestern in den Kreuzungsbereich Berliner Straße Ecke Breite Straße bei Rot ein und wurde von einem Pkw angefahren. Sie wurde schwer verletzt. Leider ist aus der Polizeimeldung nicht die genaue Fahrtrichtung ersichtlich.

Trotz der Schuld der Radfahrerin - mit Tempo 30 wäre das nicht passiert. Der Bereich der Berliner Straße fällt durch häufige Unfallmeldungen auf.

Liebe Radfahrer, passt auf Euch auf!

Nacktfahrerdemonstrationen am 13. Juni 2009

Mittwoch, 10.06.2009

Fahrraddemo zum dritten. Am kommenden Sonnabend jährt sich wieder der weltweite Tag der Nacktradler. Hier ein Auszug aus dem Aufruf zum nackigen Radfahren.

“Gerechtigkeit auf den Strassen, fordern wir mit fester Überzeugung, ernsthaft aber gleichzeitig mit Symphatie und einer guten Zeit verbringend. Die Autos drücken uns ihre Geschwindigkeit, Präpotenz, ihre “dicke Luft“ und Gewalt auf. Deswegen wandeln wir durch unsere Beweglichkeit die täglichen Fahrten durch die Stadt in einen Akt zivilen Ungehorsams um. Wenn wir außerdem noch auf den Fahrrädern demonstrieren und das nackt, wandeln wir den Ungehorsam in einen exemplaren beispielhaften Protest um. Die Coordinación de Colectivos Ciclonudistas (CCC) aus Aragón (Spanien) ruft dazu auf, am 13. Juni 2009 weltweit Nackfahrerdemonstrationen durchzuführen.

Befreie Deinen Geist und Deinen Körper!
Genieße eine einzigartige Spazierfahrt durch das Zentrum Deiner Stadt!
Runter mit den Klamotten, rauf auf´s Rad!
Gerechtigkeit auf den Strassen!”
ciclonudista.net

Critical Mass in Leipzig durch Polizei beendet

Mittwoch, 10.06.2009

Am vergangenen Freitag gab es in Leipzig eine Critical Mass - eine gemeinsame Radtour, wie sie in vielen Städten der Welt regelmäßig stattfindet - doch diese Critical Mass wurde ruppig von der Polizei beendet. Robert Christiansen im Studiogespräch mit Redakteuren der Sendung “Rennradio” von Radio Blau (Leipzig 99,2 MHz), die vor Ort waren.
Sendung hören (OGG-Datei) oder mit dem
JOrbis-Player hören (19 Minuten)
Critical Mass Leipzig
Dank an Sebastian für den Hinweis.

Nachtrag: Das Rennradioteam hat die ganze Sendung als mp3-Datei zum Download bereitgestellt. Diese könnt ihr euch hier herunterladen.

Fahrraddemo gegen steigende Mieten

Mittwoch, 10.06.2009

Kaum ist die Sternfahrt vorbei, da kündigt sich bereits die nächste Demonstration auf Rädern an. Am Freitag geht´s zur “Fahrraddemo gegen Gentrifizierung, steigende Mieten, Verdrängung von alternativen Projekten, Media-Spree und die ganze blöde Stadtumstrukturierung”. Angekündigt ist eine Strecke über Mitte (Wagenplatz Schwarzer Kanal), Friedrichshain (RAW & Osthafen), Alt-Treptow (Lohmühle) und zurück nach Kreuzberg (Carlofts). Die Demo wird initiiert vom vom Initiativkreis Media-Spree versenken! und ist Teil der Aktionswochen gegen Gentrifizierung (6.-21. Juni) wie der Kampagne Steigende Mieten stoppen. Eine Liste aller Veranstaltungen der Aktionswochen gegen Gentrifizierung gibt es auch.

fahrraddemo-gegen-steigende-mieten.jpg

Karaoke-Bike im Mauerpark

Montag, 08.06.2009

Im Stadtbild sind Cargobikes namens Bullit von Larry vs Harry immer häufiger zu sehen, mal als klassisches Arbeitsgerät von Fahrradkurieren, mal als privates Lastenfahrrad. Ungewöhnlich ist jedoch das Bullit, das in diesem Frühjahr im Mauerpark aufgetaucht ist. Es wurde mit Lautsprechern, einem Karaoke-System, Mikrofon und Laptop bestückt und fährt als mobile Karaokebar durch Berlin. Die Verlockung, einmal als Sängerin oder Sänger vor einem richtig großen Publikum aufzutreten, ist groß. Bei gutem Wetter versammeln sich manchmal tausend Leute im Amphitheater im Mauerpark und lauschen den mehr oder weniger hörbaren Gesängen der Karaokestars.
via: copenhagenize.com

Fahrradladen Rembetis

Montag, 08.06.2009

Der schönste Fahrradladen der Stadt befindet sich nicht in Kreuzberg sondern in der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg. Dort in der Nummer 35 nahe dem Mauerpark hat sich Georgios Velissario einen Lebenstraum verwirklicht und einen Shop für alte Fahrräder eröffnet. Wer nun einen der x-beliebigen Gebrauchtfahrrradläden vermutet, liegt ganz falsch, denn hier werden ausgesuchte Stücke der Fahrradgeschichte zwischen den Dreißigern und den Siebzigern des letzten Jahrhunderts verkauft. Zur Zeit hat man die Auswahl unter sechzig historischen Fahrrädern vom Rennrad bis zum Lastenfahrrad. Die Preise sind ausgesprochen moderat, die günstigsten Räder gehen bereits für 150,- Euro über den noch nicht vorhandenen Ladentisch. Nach oben ist die Preisskala offen, manch edles Velo ist weit teurer als tausend Euro. Aber Achtung: Velissario verkauft nicht an Jede und Jeden, er muss schon das Gefühl haben, dass seine Räder in gute Hände kommen.

Fahrradladen Rembetis

Es ist ebenfalls möglich, mal ein altes Fahrrad zu mieten. Und wenn der Laden erst einmal fertig ist, wird man bei Rembetis auch einen Milchcafe trinken können, denn eine Cafe-Ecke ist in Planung.
Fahrradladen Rembetis
Oderberger Straße 35
Öffnungszeiten:
Mo bis Sa 10:00 bis 22:00 Uhr

33. Berliner Fahrradsternfahrt

Montag, 08.06.2009

Trotz des relativ schlechten Wetters haben sich gestern nach einer Schätzung des ADFC etwa 100.000 Demonstranten an der 33. Ausgabe der Berliner Sternfahrt beteiligt. Die Polizei sprach von deutlich weniger Teilnehmern, ohne allerdings konkrete Zahlen vorzulegen. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Radler auf 18 Routen mit einer Gesamtstreckenlänge von über 1000 Kilometern zum Umweltfest zwischen dem Großen Stern und dem Brandenburger Tor. Viel Spaß machte den Radlern die Fahrt auf den Autobahnen Südring und Avus. Besonders stark vertreten waren in diesem Jahr die Helmträger. Die Berliner Morgenpost meinte gar, dass jeder zweite Radfahrer behelmt war. Nach meinem Eindruck ist das stark übertrieben, dennoch bleibt der Eindruck, dass 2009 deutlich mehr Radfahrer mit Helm unterwegs war als in den Vorjahren.
Video: bemme51

Kreuz(ungs)gefährlich

Sonntag, 07.06.2009

Wer der Tangentialroute 8 von Dahlem nach Köpenick folgt, kommt derzeit - auch wegen des Ostkreuz-Umbaus - nicht um die Kreuzung Stralauer Allee / An den Treptowers herum. Auf der Stralauer Allee ist es für Radfahrer besonders gefährlich, in Ostrichtung geradeaus weiterzufahren.

Den Charakter der Straßenführung kann man bei Bing Maps sehr gut erkennen - der Hauptverkehr fließt von der Stralauer Allee nach rechts ab, zweispurig. Zwar führt der benutzungspflichtige Radweg gerade weiter in Richtung Stralauer Insel, dennoch entspricht die Situation (Geradeausverkehr Radfahrer / Rechtsabbiegeverkehr Kraftfahrer) eher einer Kreuzungssituation. Die Ampelphase wird dem leider nicht gerecht:

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Zwar haben Radfahrer und Autofahrer weitgehend unterschiedliche Ampelzeiten, dennoch überschneiden sie sich kurz, wie im Bild zu sehen. Das ist besonders gefährlich - ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit, vielleicht noch auf der linken der beiden Rechtsabbiegerspuren und mit verdeckter Sicht, rechnet ggf. überhaupt nicht mit “querenden” Radfahrern.

Eine dringende Empfehlung an dieser konkreten Stelle ist, bei der Ampelplanung als Vorbild eine Kreuzungssituation anzunehmen. Wenn Radfahrer grün haben, haben Autofahrer rot - und umgekehrt. Auch an anderen Kreuzungen ist das Rechtsabbiegen aus zwei Spuren problematisch, auf so etwas sollte, wenn Radwege vorhanden sind, generell verzichtet werden.

Foto vom berlinradler (7.6.2009)

Sternfahrt ohne den Südring?

Donnerstag, 04.06.2009

Die Berliner Polizei hat dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) verboten, die Fahrradsternfahrt am kommenden Sonntag über die Stadtautobahn A100 zu führen. Das berichtet die taz heute. Die Polizei begründet das Verbot damit, dass es zu einem Verkehrskollaps führen könne, wenn die Autobahn zwischen den Ansschlussstellen Buschkrugallee und Alboinstraße für zwei/drei Stunden nicht dem Autoverkehr zur Verfügung steht. Der ADFC kündigte an, vor dem Verwaltungsgericht Widerspruch gegen Demonstrationsverbot auf der Autobahn einzulegen. Nach Einschätzung von ADFC-Geschäftsführer Greve kann es gut sein, dass sich erst am Sonnabend oder Sonntagmorgen entscheidet, ob die Radfahrerdemo wie geplant über die A100 führt.
taz: Polizei bremst Radfahrer aus
taz-Kommentar: Vorfahrt hat stets der Autofahrer
da isser: Sternfahrer bedrohen Berlins Lebensader
Siehe auch Diskussion zum Sternfahrt-Beitrag.
Tagesspiegel: Am Sonntag legen Radler die Innenstadt lahm

Lichtenrade: Verkehrsunfall mit Fahrerflucht

Donnerstag, 04.06.2009

Erst heute gab die Berliner Polizei bekannt, dass sich am 25.5. in Lichtenrade ein schwerer Verkehrsunfall mit einem verletzten Radfahrer ereignete. Zur Polizeimeldung, Stadtplan von der Unfallstelle.

Der 72-Jährige Radfahrer befuhr die Pechsteinstraße und wurde von einem Auto so knapp überholt, dass er gegen ein geparktes Fahrzeug stieß, stürzte und sich dabei schwer verletzte.

Der Unfallverursacher flüchtete - auf ihrer Webseite sucht die Polizei nach Zeugen.

Zur Beruhigung möchte ich anmerken, dass die Unfallart “knapp überholen” äußert selten ist und man sich auf andere Gefahren einstellen sollte. Fremdverursachte Hauptunfallursachen sind (in dieser Reihenfolge) falsches Verhalten beim Abbiegen, Nichtgewähren der Vorfahrt und Fehler beim Einfahren in den Fließverkehr.

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