Polizei will Fixiefahrer stoppen

Montag, 30.03.2009

Die Polizei Berlin hat angekündigt, vom 1. bis 13. April 2009 im gesamten Stadtgebiet intensive Verkehrskontrollen zur Überwachung des Radfahrverkehrs durchzuführen. Schwerpunkt der Aktion wird das unzulässige Befahren von Gehwegen und Fußgängerzonen sowie das Fahren auf Radwegen in die Gegenrichtung sein.

Derartige Schwerpunktaktionen gab es bereits in den letzten Jahren. Neu ist degegen, dass sich die Polizei gezielt Radfahrer mit Singlespeedrädern vornehmen will. “Erstmals wird die Polizei verstärkt auch auf eine besondere Art von Fahrrädern achten, die so genannten „Fixies“ oder „Singlespeed-Bikes“. Dies sind nur minimalistisch ausgestattete Trend-Räder, die z.B. von Fahrradkurieren und Mitgliedern einer anwachsenden Fan-Szene vermehrt im Großstadtverkehr genutzt werden. Die Räder verfügen zum Zwecke der Gewichtsersparnis und zur Vermittlung eines ganz besonderen „Kicks“ bei der rasanten Fahrt über keinerlei Sicherheitsausstattung, auf Bremsen wird völlig verzichtet. Allein durch vorausschauendes Fahren und enormes Reaktionsvermögen müssen Unfälle verhindert werden. Der Gebrauch solcher ursprünglich für den Bahnradsport entwickelten Geräte im öffentlichen Straßenverkehr ist hochgradig gefährlich und zwangsläufig mit immensen Gesundheits- und Lebensgefahren für alle Verkehrsteilnehmer und die Fahrer selbst verbunden. In der Konsequenz wird die Polizei die Nutzer solcher Fixies nicht nur zur Anzeige bringen, sondern gleichzeitig eindringlich darauf hinweisen, dass die Räder künftig bei wiederholter Feststellung sichergestellt werden.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nr. 0893 vom 30.03.2009 - 09:40 Uhr

Fahrradfahrstreifenmarkierung

Montag, 30.03.2009

Originaltitel: Fahrradfahrstreifenmarkierung
Fotograf: 96dpi

Auf dem Fahrrad sind alle gleich: Mobilität und Gerechtigkeit an Hand der Generalisierten Geschwindigkeit

Donnerstag, 26.03.2009

Dass ein Auto schneller fährt als ein Fahrrad ist unbestritten, da es eine bestimmte Strecke in viel kürzerer Zeit zurücklegen kann. Gilt als Maßstab aber nicht allein die gefahrene Zeit, sondern auch die Zeit, die benötigt wird um überhaupt fahren zu können, sieht das Ergebnis ganz anders aus.

Eine solche Berechnung ist möglich, wenn alle Zeitfaktoren in Beziehung gesetzt werden, die mit dem Kauf und Betrieb eines Fahrzeuges verbunden sind. Heraus kommt die sog. `Generalisierte Geschwindigkeit´. Sie gibt an, wieviel Zeit pro Kilometer ein Mensch, abhängig von Wohnort, sozialem Status und Fahrzeugtyp für Mobilität aufbringen muß. Dieser Ansatz ist von dem Theologen und Philosophen Ivan Illich (gest. 2002) in seinem Buch `Die sogenannte Energiekrise´ (1973) entwickelt, und zwei Jahre später von Jean Pierre Dupuy und Francois Gerin auf Frankreich angewendet worden.

Das Ergebnis hat gezeigt, daß die generalisierte Geschwindigkeit zunimmt, je höher die Person in der sozialen Pyramide steht. Gleichzeitig hat das Fahrrad in allen Fällen die höchste generalisierte Geschwindigkeit. Der Zugang zur (Auto)Mobilität sowie die Grade der Mobilität sind also anhängig vom sozialen Status. Der leitende Angestellte muß weniger Lebenszeit für sein Auto aufbringen und kann sich schneller damit bewegen als der Landarbeiter. Sobald ein Auto benutzt wird, bildet sich soziale Ungleichheit im Verkehr ab. Das Fahrrad hingegen macht alle (fast) gleich, wie die Tabelle zeigt.

Ist es das Vehikel der klassenlosen Gesellschaft?

Generalisierte Geschwindigkeit in Km/h

Schicht/Beruf Fahrrad Citroen 2CV Simca Citroen DS 21
         
Leit. Angest. Paris 14 14 14 12
Angest. mittl. Stadt 13 12 10 8
Facharbeiter mittl. Stadt 13 10 8 6
Landwirtschaftl. Arbeitskraft 12 8 6 4

Diese Faktoren fließen in die Berechnung ein: Jährliche Ausgaben für das Auto, Abschreibung der Kosten für den Kauf des Wagens, für den Erwerb des Führerscheins. Jährliche Fixkosten wie Steuer und Versicherung. Parkgebühren, Treibstoff, Reifenverschleiß und anderer, Geldbußen, Kauf von Zubehör, etc.

Wird die Summe dieser Ausgaben durch den Stundenlohn geteilt, kommt ein Zeitwert heraus. Dieser Wert zeigt, wie viele Stunden jemand im Jahr für sein Auto arbeiten muß. Addiert wird zu diesem Wert die Zeit, die tatsächlich für Fortbewegung aufgebracht wird, plus der Zeit, die sonst in Verbindung mit dem Fahrzeug steht: in Staus verbrachte Zeit, Parkplatzsuche, Lesen von Autoreklame, etc. Im Ergebnis steht die Gesamtzeit, die für Anschaffung, Betrieb, und Wartung eines Fahrzeuges nötig ist. Dividiert durch die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl ergibt sich die `Generalisierte Geschwindigkeit´.

Radfahren ist Musik in Bewegung

Mittwoch, 25.03.2009

Die australische Musik-Performance Gruppe Pursuit hat ein paar tolle Beispiele parat.
Ihre Themen sind:
-Die Übertragung von Geräusch auf Geschwindigkeit
-Schall und Rhythmus des Rades
-Die Wichtigkeit von physischer Bewegung beim Erleben von Musik
-Die Beziehungen von Sport und Musik

Habt ihr noch nie den Wind in den Speichen singen- und in der Sattelstütze heulen gehört?

Via John Rose Web

Fahrrad-Versteigerung bei der S-Bahn Berlin

Mittwoch, 25.03.2009

Ich muss gestehen, ich war noch nie bei einer Versteigerung der S-Bahn und ich habe keine Ahnung wie viele Fahrräder in drei Monaten bei der Bahn angeschwemmt werden. Sind es eher Hunderte, Tausende gar? Lagerhallen voller Fahrräder? Oder eher eine überschaubare Anzahl, sauber katalogisiert von einem gewissenhaften Lageristen, wohlmöglich geputzt und aufgepumpt…
Was ist mit den Leuten, die ihr Fahrrad irgendwo in der S-Bahn liegenlassen oder vergessen und dann nicht mehr abholen? Komisch…
Vielleicht ist die S-Bahn ja ein Müllcontainer für Billig-Räder aus dem Baumarkt, die ihre vordefinierte Lebenszeit von 2 Jahren überschritten haben?
Ich werde es zumindest dieses mal nicht erfahren, denn zum Versteigerungstermin stehe ich im Laden und arbeite.
Falls jemand unseren geklauten Long-John sieht…

Versteigerung bei der S-Bahn am 26.3.09 im Bahnhof Zoo von 15-18 Uhr

Achtung! Gewinnspiel: Was ist das?

Montag, 23.03.2009

was ist das?

Die erste richtige Antwort auf unserem Blog gewinnt dieses tolle Fahrradteil und eine Deore Octalink-Kurbel (FC-M510!) 175 mm in schwarz! Ihr müsst den Gewinn aber bei uns im Laden abholen!

Für zweite und dritte Gewinner_innen gibts Trostpreise, versprochen!

Viel Spaß beim Raten!

“Männer mit Fahrrad sind süß …”

Donnerstag, 19.03.2009

sixt-werbung-450x309.jpg

Der Autoverleiher SIXT macht mit einer Anzeigenkampagne auf sich aufmerksam. Vier Printmotive zeigen Frauen in sexy Posen, die mit gewagten Aussagen für Autos von Sixt werben. In einem Anzeigenmotiv, das gestern auf einer Doppelseite in der Frankfurter Allgemeinen  Zeitung abgedruckt war, heißt es: “Ich finde Männer mit Fahrrad süß. Wenn es im Kofferraum eines Oberklasse-Fahrzeugs liegt.” Laut Preisliste der FAZ kostete diese Werbung 87 010,- Euro.

Pedalmontage

Dienstag, 17.03.2009

Kurzer Film über Aus- und Einbau von Fahrradpedalen. Eigentlich eine ganz einfache Aufgabe, trotzdem wird dabei viel falsch gemacht. Denn die rechte Pedale besitzt ein Rechtsgewinde und linke Pedale ein Linksgewinde. Gerade in diesen Zeiten, in denen viele Fahrräder versendet und die Pedalen dann zuhause eingebaut werden, soll dieses Video dabei helfen, Fehler beim Pedaleinbau zu vermeiden. Das Video findet ihr auch auf den statischen Seiten der Rad-Spannerei:
Pedalmontage

Schaukelfahrrad

Montag, 16.03.2009

Originaltitel: PLAY!
Fotograf: pavelm
via: bikehacks

PLAY!

Auszeichnung „FahrRadStadt Berlin“

Montag, 16.03.2009

Die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer wird am Mittwoch zum zweiten Mal die Auszeichnung „FahrRadStadt Berlin“ an Personen und Organisationen verleihen, die sich für den Radverkehr in Berlin in besonderem Maße stark gemacht haben. Geehrt werden in diesem Jahr:
1 Vorstandsmitglied der S-Bahn
1 Vorstandmitglied der BSR
1 Bezirksstadträtin
1 Leiter einer Polizeidirektion
1 prominenter Filmregisseur

Dass der Regisseur Wim Wenders auf dieser Liste auftaucht, ist verständlich. Schließlich soll ein bekanntes Gesicht in die Kameras der Journalisten grinsen. Dennoch stellt sich beim Anblick der Liste der Geehrten die Frage: Wo bleiben die Radfahrer?
Presseeinladung: Preisverleihung “FahrRadStadt Berlin”

Nationaler Radverkehrskongress im Mai

Montag, 16.03.2009

Am 7. und 8. Mai 2009 findet an der Holzmarktstraße in Berlin der Nationale Radverkehrskongress statt. Dort soll eine Zwischenbilanz für den 2002 gestarteten und bis 2012 laufenden Nationalen Radverkehrsplan gezogen werden. Ebenso erfolgt ein Blick in die Zukunft. Internationale Experten berichten über die Vorteile des Fahrrades im innerstädtischen Verkehr.

An beiden Tagen des Kongresses finden jeweils vier Foren gleichzeitig statt. Hier die Themenpalette aller Foren:

  • Do: Von Nachbarn lernen – Metropolitane Fahrradstrategien
  • Do: Konkurrenten oder Dream-Team? – Öffentlicher Radverkehr und ÖPVN
  • Do: Straßen für alle? – Attraktive und verkehrssichere Straßenräume
  • Do: Die Entdeckung der Nähe – Beitrag des Radverkehrs zur integrierten Stadtentwicklung und zum Klimaschutz
  • Fr: In Bewegung bleiben – Gesundheitsförderung durch Radfahren im Alltag
  • Fr: Neue Marktpotenziale – Kooperation von Touristikern, ÖPNV und Fahrrad
  • Fr: Straßen für alle? – Erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit
  • Fr: Fahrradparken – Fahrradparken und Radverkehrsförderung – untrennbar?

Eine Teilnahme am Radverkehrskongress ist kostenlos und offen für alle Interessierte. Bitte die Anmeldefrist bis zum 24. April 2009 beachten!

Einladung NRV-Kongress 2009 (pdf)

New Orleans, Jazz und Fahrräder

Sonntag, 15.03.2009

Das Video zeigt das New Orleans von Mitte 2005, als das French Quarter noch nicht vom Hurrikan Katrina heimgesucht war. Das Lied “Complicated Life” stammt aus der Feder von Ray Davis von den Kinks und wird hier gespielt von Clint Maedgen und der Preservation Hall Jazz Band.

Well I woke this morning with a pain in my neck,
A pain in my heart and a pain in my chest,
I went to the good doctor and the good doctor said,
You gotta slow down your life or you’re gonna be dead,
Cut out the struggle and strife,
It only complicates your life.

via: copenhagenize.com

Fixiefahren – Eine gute Sache!?

Freitag, 13.03.2009

Über das Fahren mit starrem Antrieb hat es schon viele Debatten gegeben, viele Argumente sind gebracht und verschwendet worden. Neu ist das Fixiefahren nicht. In der Bahn ist es der Antrieb der Wahl, und noch in den späten dreißiger Jahren fuhren Chikagoer Polizisten auf Fahrrädern mit starrem Antrieb und riesigen Kettenblättern. Ohne Bremsen, wohlgemerkt.
Die aktuelle Wiederauflage der starren Sturmey/Archer Dreigangnabe ist ein Griff in den Fundus der Fahrradtechnik des beginnenden 20 Jahrhunderts. Und in Zeiten von vorverschlissenen Antriebskomponenten ist die minimalistische Fahrradmode eine erfrischende Bewußtseinserweiterung.

Dazu kommt, daß die vorgeschriebenen Sicherheitskomponenten am Fahrrad einzig der passiven Sicherheit der Radler/innen dienen. In Verkehrssystemen, die allein die körpereigenen Antriebskräfte zum Maßstab haben, mit Geschwindigkeiten, die nicht über 25 km/h hinausgehen, sind Bremsen und Beleuchtung überflüssig. Wichtig sind allein die Übersicht und das Verantwortungsbewußtsein der Fahrer, sowie die Möglichkeit, den vorhanden Raum ganz auszunutzen. Wer in Berlin Fixie fährt, weiß die Weite des Raumes in unseren Straßen zu schätzen. Beschränkt wird die Bewegungsfreiheit einzig durch die geordneten Bahnen der Auto-Infrastruktur. Wo einem Hindernis einfach ausgewichen könnte, muß angehalten werden, um das eigene Leben nicht zu gefährden.

Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet das (noch)Autoland Deutschland mit die absurdesten Sicherheitsstandards für Fahrräder hat (Standlichtpflicht, kiloweise Reflektoren, Radwegbenutzungspflicht, etc.). In Ländern, die gezielt Freiräume für das Fahrrad schaffen, sind diese Vorschriften weniger streng oder werden weniger penibel überwacht. (Nicht umsonst ist das Reelight eine Erfindung aus Dänemark, einem Land, das noch mehr Fahrräder auf die Straße gebacht hat als die Niederlande.)

Fixiefahrerinnen sind also nicht pauschal verrückt. Vielmehr ist die gelebte Lust am puren Fahren eine Form urbaner Lebenskunst. Ganz wie beim Skaten, beim Free-Running und BMX geht es auch um die freien Entfaltung im urbanen Raum, verantwortungsbewußt als Gleiche/r unter Gleichen.

Rad&Touren 2009 erschienen

Freitag, 13.03.2009

adfc-rad-touren-2009.jpgAn der Seitenzahl hat sich nichts geändert. Wie im letzten Jahr erscheint das ADFC-Heft “Rad&Touren 2009″ mit 128 Seiten. Dennoch steckt im aktuellen Heft mehr: mehr und unterschiedlichere Touren (600 statt 550), mehr Tourenleiter (58 statt 54), von allem mehr und besser.

Die Neuberliner Touren sind ein Angebot für Berlin-Frischlinge. In einer zweieinhalbstündigen kostenlosen Radtour durch den Heimatbezirk kann man seinen Stadtteill besser kennen lernen. An drei Samstagen im April, im Juni und im Augsut werden die Berlin-Newbie-Touren in immerhin in acht verschieden Bezirken angeboten.

Wer lieber mit als gegen den Wind radelt, kann sich für eine Rückenwindtour entscheiden. Je nach Windrichtung einen der großen Radwege in eine Richtung und mit der Bahn zurück. Klasse sind auch die vielen thematischen Touren, die einen die Kulturgeschichte unserer Stadt und des Umlandes im Vorbeifahren erleben lassen. Fazit: das neue Heft ist eine Fundgrube für alle, die gern mit anderen Touren unternehmen.

Zur 2009er Ausgabe von Rad&Touren wurde ebenfalls der Internetauftritt aufgefrischt. Unter
www.radtourenprogramm.com
bietet er neben dem kompletten Radtourenprogramm auch die Möglichkeit einer unkomplizierten Registrierung. Danach kann man seine persönlichen Touren zusammenstellen und in Zukunft auch eine Art individuelles Tourenarchiv führen.

Sturmey-Archer baut 3-Gang Fixed Nabe!

Mittwoch, 11.03.2009

sturmey s3x

Der ehemals britische Getriebenaben-Spezialist Sturmey-Archer hat eine lange Tradition im Bau von Getriebenaben und noch heute ein beeindruckendes Repertoire: Allein dreizehn verschiedene 3-Gang Naben sind im Programm! Mit Begeisterung vernehme ich noch heute den satten Klang der Sperrklinken wenn an unserem Laden ein altes Hollandrad vorbeirollt. In Deutschland sammelte sich die Sturmey-Gemeinde früher vornehmlich bei hochwertigen (und hochgewichtigen) Rädern aus Holland. Nach dem Verkauf an Sunrace aus Taiwan und der folgenden Schließung des Werkes in Nottingham sind Sturmey-Archer Naben hierzulande eigentlich nur noch an Fahrrädern aus Baumärkten zu finden. Da schrillen bei uns sofort die Alarmglocken, und tatsächlich machten die neuen Dreigang-Naben keinen sonderlich stabilen Eindruck mehr.

Doch ganz schlimm scheint es um die Qualität der Naben nicht bestellt zu sein. Denn in vielen anderen Ländern ist Sturmey-Archer nach wie vor ein bekannter und geschätzter Hersteller für Fahrradtechnik. Und es kommen immer wieder bei uns fast unbemerkt Neuentwicklungen dazu: Jetzt hat Sturmey-Archer die 14te Dreigangnabe entwickelt, eine Neuauflage der mystischen ASC Fixed Nabe aus den 50er Jahren! Der Übersetzungsbereich liegt bei 3-Gang-typischen 180 % und die gesamte Ausführung inclusive edlem Schalter macht zumindest auf dem Photo einen recht ordentlichen Eindruck.

via Sturmey-Archer Blog

Auch auf der für höchste Qualität bürgenden “North American Handmade Bicycle Show” 2009  war der Prototyp dieser Nabe schon in einem Fahrrad verbaut, sieht echt schick aus!

s3x at nahbs

Salsa Vorbau Rückruf!

Dienstag, 10.03.2009

Der deutsche Großhändler (der mit dem galaktischen Namen) für Salsa Fahrräder und Teile scheint es nicht soo wichtig zu finden, sonst hätten sie uns informiert: Salsa ruft den CroMoto S.U.L. Stem zurück nachdem in den USA drei Vorbauten gebrochen sind! Schade, das waren die einzigen mir bekannten Stahl-Ahead Vorbauten die einigermaßen bezahlbar waren. A propos: leichte Lenkerbügel unter 200 Gramm sollten übrigens nicht länger als ein Jahr am täglich benutzten Fahrrad Verwendung finden. Auch Vorbauten, zur Zeit hauptsächlich aus Aluminium, haben keine unbegrenzte Haltbarkeit. Alle paar Jahre mal die Lenker-Vorbau-Einheit wechseln beugt plötzlichen Überraschungen vor.

Rückruf-Formular

Anderer Blickwinkel auf Radfahrer

Freitag, 06.03.2009

In der Stadthalle von Kopenhagen fand ein Kongress über Schwerverkehr statt. Dafür mietete das Fahrradbüro der Stadt diesen Lastwagen, behängte ihn mit einer Plane und stellte das Fahrzeug vor die Halle. Dort kann man lesen: “Hey Radfahrer, probier mal diesen Laster aus und sieh dich selber aus einem anderen Blickwinkel!” Copenhagenize.com, bei dem wir das Foto geklaut haben, meint dazu: “Einfache und wirkungsvolle Botschaft! Da ist es nicht nötig, mehr und angstverbreitenden Text zu schreiben. Wir alle kennen die Gefahr von rechtsabbiegenden Lastwagen.” Und weiter: “Es ist wichtig, zu verstehen, wie man vom Steuer eines großen Trucks Radfahrer wahrnimmt!”

icyclecph-lastwagen.jpg

Foto: copenhagenize.com

Fahrradzukunft

Donnerstag, 05.03.2009

Jan stellte gestern hier die Frage nach einer lesbaren Fahrradzeitung. Meine Antwort darauf heißt Fahrradzukunft. Von der Zeitschrift Fahrradzukunft ist in der letzten Nacht die Nummer 8 erschienen. Fahrradzukunft ist eine etwa vierteljährlich erscheinende reine Online-Zeitschrift, die es nirgendwo zu kaufen gibt. Man kann aber nach einer Registrierung eine PDF-Version herunterziehen und auf dem eigenen Drucker ausdrucken. Zusammengetackert hast du dann eine interessante Fahrradzeitung von 20 bis 36 Seiten in der Hand.

Gut finde ich an Fahrradzukunft die Schwerpunktsetzung. In der neuesten Nummer geht es um das Thema “Leben mit Kindern ohne Autos”, das aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Da geht es darum, wie autofreie Familien ihre Mobilitätsbedürfnisse organisieren, wie man Kinderanhänger aufpimpen kann und welche Möglichkeiten es für den Säuglingstransport auf dem Fahrrad gibt. Schwerpunktthemen der letzten Nummern waren Lastentransport auf dem Fahrrad, Dynamos und Licht, Lowräder und Reiseräder. Abgerundet wird eine Nummer der Fahrradzukunft durch die Rubriken “Gelesen”, “Leserbriefe” und “Hohlspeiche”, so wie der Spiegel den “Hohlspiegel” auf der drittletzten Seite hat.

Allergisch bin ich gegen Onlinemagazine und Fahrradzeitschriften, bei denen Werbung und redaktionelle Inhalte eine klebrige Mischung ergeben. Manche Artikel scheinen zum Beispiel beim Pressedient Fahrrad nur geschrieben, um Fahrradwerbung platzieren zu können. Dagegen hebt sich Fahrradzukunft wohltuend ab. Hier gibt es keine Werbung, auch keine versteckte.

Deshalb Fahrradzukunft lesen! (Dank auch an Kai für seinen Kommentar im Beitrag “Wieder eine neue Fahrrad-Zeitschrift”)

Wieder eine neue Fahrrad-Zeitschrift

Mittwoch, 04.03.2009

Pünktlich zum Saisonstart erscheint die erste Ausgabe der Fahrradnews, Untertitel: Technik, Trends und Emotionen.  Das Magazin soll in Zukunft zweimonatlich erscheinen und kostenlos in Fahrradläden ausliegen. Beim ersten Durchblättern macht sich bei mir allerdings Enttäuschung breit. Vielleicht weil wir im Laden sowieso gerade über Fahrradzeitschriften diskutieren und in unseren Augen Bedarf nach einer neuen Zeitschrift besteht. Die typischen kritiklosen Vorstellungen von neuen Produkten reihen sich aneinander, der Fokus ist wieder nur auf dem Fahrrad als Sportgerät, Anforderungen und Probleme des Alltagsbetriebes  spielen höchstens bei der Vorstellung von Kinder-Fahrradanhängern eine Rolle.

Derartige Zeitschriften gibt es schon zur genüge, sie sind Sprachrohr der Fahrradindustrie, insofern ist es konsequent wenn sie kostenlos (wie andere Werbebroschüren auch) zu haben sind.

Wir suchen eine Zeitung, die Entwicklungen der Fahrradbranche kritisch-kompetent begleitet, die in der Verkehrspolitik Position für Fahrrad-und Fußgängerbelange bezieht und deren Horizont nicht nur bis zur deutschen Verkehrsordnung reicht. Wer kann uns helfen?