Stirbt die Kettenschaltung aus?
Nabenschaltungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das liegt zum einen an den Neuerungen: 8 und 9 Gänge, ein Übersetzungsbereich von über 300 Prozent und weiches Schaltverhalten lassen Nachteile wie Gewicht und aufwändige Reparatur in den Hintergrund treten. Zum anderen ist der Leidensdruck angesichts miserabler Stabilität der Kettenschaltungs-Komponenten wie Ritzelpaket und Kette enorm hoch. Noch in den 80er Jahren wurden durchschnittliche Ketten und Ritzel mit Laufleistungen von 5000 und mehr Kilometern produziert. Wir beobachten bei 2000 Kilometern heute bereits mittleren bis starken Verschleiß von Kette und Ritzeln bei Kettenschaltungen! Ein modernes Getriebe einer Nabenschaltung hält unserer Erfahrung nach mindestens doppelt solange. Darüber hinaus wird der Anwendungsbereich auch über zusätzliche Features immer mehr erweitert: Nabenschaltung in Verbindung mit Rennlenker setzte noch vor kurzem umständliche Konstruktionen zur Befestigung des Schalters voraus.
Aber sowohl für Rohloff
als auch für Shimano 8-Gang
gibt es mittlerweile Lösungen die auf einen normalen Rennbügel zugeschnitten sind. Die Firma Jtek, von der dieser hübsche kleine Hebel kommt, hat noch allerlei andere sehr gelungene problemsolver fürs Fahrrad im Programm!
Um die Kettenschaltung für das Alltagsrad zu retten muss einiges geschehen. Weniger- und vor alle stabilere Zahnräder sind gefordert, von mir aus auch mit einem Verlust an Schaltkomfort bezahlt. Fahrräder sind Gebrauchsgegenstände die täglich in der Stadt bewegt werden und nicht permanent in der Werkstatt stehen können. Der Antrieb sollte sich an diesen Anforderungen orientieren.

Montag, 09.02.2009 um 02:10
hab gerade ne 10 jahre alte sachs super-7 zerlegt und gefettet - wahnsinn. die machts auch noch weitere 10 jahre. also nach zehn jahren sieht keine kettenschaltung auch nur annähernd brauchbar aus. deshalb am reiserad die rohloff, an der schnellen kiste die kettenschaltung - kettenschaltungen waren ja schon immer für sporträder gebaut worden - und dann eben noch fixed.
offene schaltungen sterben aus. zumindest für denjenigen, der etwas haltbareres will.
Montag, 09.02.2009 um 11:24
“Wir beobachten bei 2000 Kilometern heute bereits mittleren bis starken Verschleiß von Kette und Ritzeln bei Kettenschaltungen! Ein modernes Getriebe einer Nabenschaltung hält unserer Erfahrung nach mindestens doppelt solange.”
4000 km? Das wäre mir aber ein bißchen zu wenig …
Montag, 09.02.2009 um 13:57
Ein interessanter Artikel.
Soweit ich mich erinnere, gab es bei Nabenschaltungen etwas mehr Reibungsverluste, hat da jemand Vergleichswerte?
Da mein Antrieb (Kettenschaltung) wohl im Frühjahr oder Sommer erneuert werden muss - gibt es Empfehlungen bezügl. besonders langlebiger Teile?
Montag, 09.02.2009 um 14:20
Tatsächlich haben Nabenschaltungen einen etwas höhereren Reibungsverlust. Bei besseren Naben liegt der Wirkungsgrad aber nah an dem einer Kettenschaltung.
Besonders stabil ist die gute alte 3-Gangnabe von SRAM, oder im high-end Bereich die 14-Gang Rohloff-Nabe. Aber wie schon gesagt, auch die normale 8-Gang von Shimano hält mindestens doppelt so lange wie ein Standart Kettenschaltungs-Antrieb.
Montag, 09.02.2009 um 14:25
also ich steige bei meinem neuen rad definitiv auch auf ne 8gang-nabe von shimano um. den übersetzungsbereich meiner kettenschaltung hab ich nie voll genutzt.
und das mit dem schlechteren wirkungsgrad, seh ich sportlich
Montag, 09.02.2009 um 15:37
Stichwort Wirkungsgrad: Laut Wikipedia beträgt er bei der Nabenschaltung zwischen 92 und 97 Prozent; bei einer gutgepflegten Kettenschaltung erreicht er 96 bis 99 Prozent.
http://de.wikipedia.org/wiki/Nabenschaltung
Montag, 09.02.2009 um 15:40
… “01.09.2008: Rohloff wird auf der Eurobike die 100 000ste Rohloff-SPEEDHUB-500/14-Getriebnabe montieren” …
Pro Jahr werden allein in Deutschland übrigens rund 5 Millionen Fahrräder neu verkauft. Die genannte Verkaufzahl von Rohloff bezieht sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren seit Beginn der Serienproduktion 1999 - macht also einen Rohloff-Anteil von erstaunlichen 0,2 Prozent an allen Fahrrädern. Sieht so das Ende der Kettenschaltung aus? Der Radspannerei-Artikel nennt ja weder diese noch andere Zahlen - wäre ja zumindest für die aufgestellte These nicht ganz unwichtig.
Viel interessanter ist doch, warum Kettenschaltungen so ein Dreck geworden sind und “normale” (angeblich “gute”) Nabenschaltungen heute kürzer halten, als Anfang der 1990er Jahre zum Beispiel Suntour-Kettenschaltungen.
Ich habe gerade bei einem (meinem) bekannten “Szene”-Fahrradladen (also nix die bösen Filialisten) wie üblicherweise zwei Mal pro Jahr alle Komponenten meiner Kettenschaltung tauschen lassen - mit Ausnahme der Umwerfer, die aus welchem Grund auch immer noch nicht zum Verschleißteil gemacht wurden.
Und mein Fahrradladen erklärt mir jedes Mal, ich würde zu viel Rad fahren. Tatsächlich sind’s vielleicht 6.000 bis 8.000 Kilometer pro Jahr (so genau weiß man das heute bei GPS ja nicht mehr, weil ja auch der Weg in der S-Bahn mitgezählt wird …) - mit besagter Suntour waren es Mitte der 1990er so 10.000 bis 12.000 pro Jahr, ich bin da mal als Student Fahrradkurier gefahren …
Praktisch quäle ich mich einen größeren Teil des Jahres mit einer Fahrqualität rum, die Autofahrern ein halbes Jahr nach Neukauf nie zugemutet werden würde. Warum? “Ja, die wären ja vieeel schwerer”, sagt zum Beispiel mein Fahrradladen auf meine Frage, wer auf die schachsinnige Idee gekommen ist Kettenblätter aus Aluminium herzustellen. Das mittlere 44-Kettenblatt wiegt übrigens erstaunliche 105 Gramm … ich wiege übrigens 83,7 Kilogramm …
Und wie konnte es überhaupt so weit kommen? Also ich selbst war zu oft beim Inder und beim Mexikaner … äh … und dem Fahrradhandel fehlt ein erkennbares Reklamationswesen.
Beispiel: Wenn ich mit meiner 400-Euro-Kamera nach drei Monaten zum Media-Markt gehe, kriege ich sofort eine neue Kamera oder nach vier Wochen eine reparierte (das Objektiv hatte Temperaturprobleme). Wenn ich mit einem 40-Euro-Schwalbe-”Marathon”-XR innerhalb der Garantiezeit von zwei Jahren zu meinem Fahrradladen gehe, wechselt der mir für knapp 60 zusätzlich zu zahlende Euro den Reifen und schmeißt den eigentlich zu reklamierenden Reifen weg: “das war leider keine Reklamation”, “da bist du wohl Bordsteinkanten hochgefahren” und überhaupt “du fährst zu viel Rad”. Der Reifen war übrigens an vier Stellen an den Nähten aufgerissen - siehe http://fotos.benno-koch.de/main.php?g2_itemId=54234. Nach meiner Intervention wird der Reifen jetzt doch dem Zwischenhändler mal gezeigt: “der kommt im nächsten halben Jahr mal vorbei” …
Montag, 09.02.2009 um 16:57
Herrjeh. Also ich bin auch etliche Jahre nur mit offener Schaltung gefahren. Allerdings Rennrad. Da ist der Vorteil offensichtlich - ein Maximum an effizienter Energieübertragung. Leicht, präzise und wenig Verluste. Ein Sportgerät eben. Nun hat aber die Angelzubehörbude aus Fern-Ost frühzeitig all ihre Energie in die Entwicklung, Herstellung und Verbreitung von Kettenschaltungen gesteckt. Obwohl schon unzählige andere Firmen an Getriebenaben gearbeitet haben und das nicht ohne Erfolg.
Wenn aber jedes Baumarktrad, jede Billiggurke und mit der Mountainbikewelle auch das letzte Rad ausschliesslich mit Kettenschaltung auf den Markt kommt - dann habens Nabenschaltungen schwer. Es hat ja auch ne ganze Weile gedauert bis Shimano sich dem Thema wieder genähert hat. Da hat Rohloff mit Qualitätsarbeit die Messlatte hochgelegt. Und Sachs/Sram echte Stückzahlen produziert.
Ich hab nix gegen Kettenschaltungen. Aber wenn ich deren vermeintlich geringeren Reibungsverluste nur dann ausnutzen kann, wenn ich entsprechenden Aufwand in Wartung und Pflege stecke. Eingedreckte Ketten fressen die Prozentchen viel zu schnell wieder auf. Im Grunde wollen die Leute doch nur fahren. Es wäre eigentlich nur natürlich, Ihnen als erstes eine Nabenschaltung anzubieten. Ohne der Rad-Spannerei zu Nahe treten zu wollen - ein paar Fragen drängen sich dabei auf:
Verdient man an den Reperaturen, Ersatzteilen und Verschleiss von Kettenschaltungsrädern mehr als an Nabenschaltungsrädern? Wenn der Anteil Nabenschaltungen höher wäre - würde sich das im Arbeitsaufwand niederschlagen? Was sind da Eure Erfahrungen und Vermutungen?
Ansonsten - es darf sich halt keiner wundern wenn er ein Sportgerät im Alltag nutzt - das braucht nun mal ein bisschen mehr Zuwendung.
Montag, 09.02.2009 um 17:14
Wenn Nabenschaltung, dann aber ohne diese bei Sachs/SRAM verwendete “Klickerbox”. Das ist diese /außen!/ auf das Achsende gesetze riesige Plastikkiste, in der der Schaltzug verschwindet. Die muss man wie den Augapfel hüten und noch hässlichere Schutzbügel montieren, weil der Rotz sonst bei einem Parkrempler oder Umfallen kaputtgeht.
Daß es auch anders geht, zeigen Roloff und -Erstaunen!- Shimano. Erstere sind hinreichend bekannt, letztere haben auf der Nabe einen Ring, in den das Ende des Schaltzuges eingehängt wird. Dieser Ring befindet sich zwischen Ausfallende und dem beweglichen Teil der Nabe, ist also annähernd optimal geschützt.
Keine klobige hässliche Plastikbüchse.
Und die Shimano-Nabe kann auch halten; ein Kumpel fährt seit 15 Jahren praktisch jede Strecke in Berlin bei jedem Wetter mit dem Rad, er kommt so locker auf 5000 km/Jahr. Mittlerweile hat er die zweite Nabe “durch”, aber das ist bei der Laufleistung auch erlaubt.
Richtig zum Kotzen war hingegen die erste 5-Gang-Nabe von Sachs, beknackterweise /zwei/ Schaltzüge und ein gigantischer, ach, was sage ich, riesenhafter Schaltdildo für Lenkermontage, der vom Design her durchaus auch aus dem “VEB Kombinat für unbenutzbare Alltagsgegenstände und Atomwaffen Ernst Thälmann” hätte stammen können.
Betr. miese Teile: Mit der zunehmenden Amerikanisierung wurde alles schlechter. Früher saßen die Edelschmieden in Frankreich und Italien, heute kommen klobige Unfälle in der Ofenrohrfabrik aus dem Lande der unbegrenzten Geschmacklosigkeit, das fing mit “Cannondale” an und hat leider seitdem nicht aufgehört.
Shimanos “New 105″ von 1988 war, obwohl Billigschaltung, exzellent. Und funktionierte an meinem Rad bis vor ein paar Jahren auch noch, allerdings habe ich diverse Verschleißteile ausreichend oft gewechselt. Ketten vor allem, die kosten weniger als Kettenblätter oder Ritzel.
Montag, 09.02.2009 um 17:17
@benno: Du solltest in Deiner Studenten-Vielfahrerzeit aber dann doch schon eine Methode kennengelernt haben, wie man auch heute noch zu einigermaßen langlebigen Antrieben kommt: alles weg was Ärger machen könnte. Berlin ist doch topfeben, was will man da überhaupt schalten?
Ich habe es übrigens den Winter genossen, mich einfach auf das schaltfreie Stadtrad mit vollvereister Kette zu setzen, einmal deftig anzutreten, KRACKS das Eis in alle Richtungen spritzen zu sehen und dann lief die Möhre. Immer. Zuverlässig.
Montag, 09.02.2009 um 17:37
@dan … wie sagte doch mein Fahrradhänder: “Singlespeed bin ich zu Ostzeiten lange genug gefahren” …
Also damals vor dem Krieg … äh … Mitte der 1990er bin ich mit einer ganz normalen 21-Gang-Schaltung durch das flache Berlin gegurkt. Und offenbar habe ich auch immer brav geschaltet, denn meine Knie haben es gedankt und ein paar Jahre länger schmerzfrei durchgehalten.
Übrigens auch heute schalte ich im flachen Berlin immer noch gerne - wenn man weiß wie es geht, tut auch das Bremsen an Ampeln nicht so weh und man liegt bei der Durchschnittsgeschwindigkeit trotzdem noch unter den oberen Zehntausend.
Lustig anzuschauen finde ich im Land der Nabenschaltungen - Niederlande - übrigens immer, wenn die Eingeborenen dort versuchen einen “Berg” (die Grachtenbrücken in Amsterdam …) hochzufahren …
Montag, 09.02.2009 um 18:14
Gibt es denn auch einen Hersteller, der haltbare Kettenschaltungen produziert? Und welches ist die Nabenschaltung mit dem geringsten Reibungsverlust? Ich liebe das Fahrgefühl mit einer Kettenschaltung, und außerdem sind viele Gänge besser für meine Knie, aber wenn das mit dem Verschleiß so weitergeht, benutze ich die Kettenschaltung entweder nur noch im Trockenen oder ich nehme bei meinem nächsten Rad gleich eine Nabenschaltung.
Montag, 09.02.2009 um 19:24
Kettenschaltungen sind nicht schlechter geworden. Es fahren nur zu viele Radfahrer mit unnötigen Übersetzungen durch die Gegend.
Anstatt mit zunehmender Gangzahl die Gänge enger zu stufen packt man einfach oben oder unten ein Ritzel mehr dran. Das hat meistens zur Folge, dass man trotzdem wieder die gleichen Gänge tritt wie vorher. Stuft man aber enger, so das man in seinem Geschwindigkeitsbereich mehr Gänge zur Verfügung hat, wird die Arbeit auf mehr Ritzel verteilt.
Mein Stadt und Touren MTB hat z.B eine 8fach Kettenschaltung mit einer 12-21 Kassette. So nutze ich auch in der Stadt alle Gänge und der Verschleiss verteilt sich auf alle 8 Ritzel.
Wer den Vorteil der freien Übersetzungswahl von Kettenschaltungen nicht nutzt braucht sich natürlich nicht zu wundern, dass immer wieder nur die gleichen 3 Ritzel verschleissen und dadurch letztendlich Kette und Kettenblätter auch früher kaputt gehen.
Montag, 09.02.2009 um 20:06
@siggi … das mit den unnötigen Übersetzungen stimmt, ist aber wohl von 95 Prozent der Zielgruppe nicht zu beeinflussen. Die kaufen nach der in der Fahrradbranche üblichen Art: “Möchten Sie ein rotes, grünes oder blaues Fahrrad?”
Mal angenommen irgendein normaler Kunde wäre in der Lage sein Anliegen klarer zu artikulieren: “Ich hätte gerne das blaue Fahrrad, aber statt mit 30 Gängen gerne mit 21!” In mindestens 50 Prozent der Fälle (Discounter usw.) wäre ein Umbau ohnehin weitgehend ausgeschlossen, beim Rest extrem fraglich, unangemessen teuer und im schlimmsten Fall ein wilder Komponenten-Mix. Und vor allem warum?
Und gibt es dann wirklich alltagstaugliche Fahrräder? Ich meine solche, die zumindest die Garantiezeit von zwei Jahren bei normaler Nutzung (täglich vielleicht zehn Kilometer, gerne auch mehr) überleben, ohne dass nach drei Tagen der Seitenständer abfällt, nach einer Woche die Kette quitscht und natürlich nach einem halben Jahr das Getriebe seinen Geist aufgibt, sich die Lager lösen, die Schrauben rosten und natürlich die Pulverbeschichtung abfällt.
Letzteres hatte neulich ein bekannter deutscher “Hersteller” aus dem Hochpreissegment innerhalb der Garantiezeit nicht als Mangel anerkannt: “Da haben Sie wohl einen Kindersitz angeschraubt”, “Und warum haben Sie denn das Rad mit einem Bügelschloss am Rahmen angeschlossen?”, “Oder sind Sie etwa im Winter mit dem Rad gefahren?” - die Geschichte ist wirklich wahr …
Noch mal zum Thema verschlechterte Qualität: Kettenblätter waren mal aus Stahl und größer - zum Beispiel bei Suntour. Hatte zur Folge: Last auf mehr Zähne verteilt, Material nicht Butterweich und kaum Verschleiß. Muss man ja heute nicht in der bewährten Tonnenideologie nachmachen, vielleicht gibt es ja auch moderne und trotzdem verschleißfreie Materialien …
Montag, 09.02.2009 um 21:12
@benno Also was die Materialien angeht - ich halte die Alu-Legierungen die von T.A. oder Sugino verwendet werden für ordentlich. Auch Shimano dürfte kein Interesse haben da zu schlampen - zumindest bei den besseren Gruppen. Bloss allzu oft werden Kette, Blatt und Ritzel allenfalls im Frühjahr mal saubergemacht. Und das oft auf die nicht unbedingt sinnvollste Weise - damit sind Verschleiss etc. vorprogrammiert. Ein Alu-Blatt lebt bei guter Pflege auch extrem lange. Noch länger, wenn in einem Chainglider eingepackt. Bloss den bekommt man natürlich nicht an Kettenschaltungen. Zu den anderen punkten und Erfahrungen mit Garantie etc. hab ich keine Erfahrungen, da ich die Räder eh immer selbst aufbaue.
Zu den Kassetten: ich hab mir 11-12-13-14-15-16-18-21 zusammengestapelt. Aus älteren Dura-Ace-Ritzeln. Und die Dinger halten wirklich erstaunlich lange. Schaltfaul sollte man sowieso nicht sein. Oder halt ein Eingangrad benutzen.
Finde das irgendwie immer sehr … süss … , wenn Leute stundenlang über ihre schlechten Räder meckern, sich aber vor dem Kauf nur fünf Minuten überlegen was sie eigentlich brauchen.
Ansonsten zum Thema Nabenschaltungen: Ich bin gespannt, wieviel leichter die neue Rohloff wird - bis jetzt war das ja immer so ein Lieblingsargument gegen das gute Stück. (Auch wenn ich deswegen meine nicht abgeben werde - ihr braucht gar nicht nachfragen
…)
Dienstag, 10.02.2009 um 02:29
@Benno Klar, die meisten Radfahrer machen sich kaum Gedanken darüber ob sie die, für sich richtige, Übersetzung am Rad haben. Sie wissen meist garnicht, dass man so etwas ändern kann. Schuld daran sind die Händler, die zu faul sind die Kunden zu beraten. So wird eben allen Kunden egal ob Trekking oder MTB Rad die “Standard” Übersetzung 11-32 und 22/32/42 angedreht. Auch über den Sinn der richtigen Kurbellänge werden die Kunden nicht aufgeklärt.
Den Rennradbereich klammere ich mal etwas aus, da ist es nicht ganz so schlimm mit der Gedankenlosigkeit.
Kettenblätter sind heute genau noch so gross wie früher, man muss sie sich nur dran schrauben. An meinem Stadt und Touren MTB ist eine 170mm Kurbel mit 24-36-48 Übersetzung.
Dienstag, 10.02.2009 um 08:27
Die aus meiner Sicht gerade für zügiges Fahren in nicht allzu extremem Gelände am besten geeignete & trotzdem bezahlbare Getriebenabe gibt’s in Deutschland leider nur ganz vereinzelt. Das: http://www.sturmey-archer.com/hubs_8spd_XRF8.php
Gänge 2 bis 7 sind noch einen Hauch enger beieinander als bei Rohloffs Speedhub, und sie ist etwas leichter als Shimano 8-Gang oder Sram 9-Gang.
zu beschaffen wäre doch mal eine Aufgabe für die Rad-Spannerei
Bei schönem Wetter ziehe ich hier im Berliner Flachland allerdings auch Kettenschaltung mit Zahn für Zahn-Kassette vor. Der Verschleiß pro Rad verringert sich übrigens deutlich, wenn Ihr ein paar Räder mehr zur Auswahl habt
Dienstag, 10.02.2009 um 10:27
Dabei gibts die in meinen Augen für Straßenfahrten jenseits der Hochgebirge am besten geeignete Schaltnabe in Deutschland allenfalls mal ganz vereinzelt. Das zu beschaffen: www.sturmey-archer.com/hubs_8spd_XRF8.php wäre doch mal eine Aufgabe für die Rad-Spannerei
An einem meiner Räder (das ich vertrauenswürdigen Zeitgenossen gern auch mal zum Erproben zu Vefügung stelle) funktioniert das Ding richtig prima. Die Abstufung der Gänge 2 bis 7 ist noch etwas feiner als bei Rohloff und die Nabe etwas leichter als die Shimano 8-Gang- und Sram-9-Gang-Getriebe.
Bei schönem Wetter allerdings nehme ich doch lieber ein Rad mit Kettenschaltung und hier im Berliner Flachland Zahn-für-Zahn-Kassette. Gegen Verschleiß hilft übrigens ganz gut, ein paar Fahrräder zur Auswahl zu haben & öfter zu wechseln. Mindestens das ist sicher auch ein Konzept, das die Rad-Spannerei gern unterstützen wird
Dienstag, 10.02.2009 um 11:49
Ich finde die Diskussion sehr interessant, mangels Fachwissen kann ich da nicht viel beitragen. Was sich aber zeigt ist ein hohes Interesse an Diskussionen über Fahrradtechnik, vielleicht könnte man ja in dem Zusammenhang auch mal eine Diskussion über Beleuchtungstechnik anregen. Generell sind ja auch die Erfahrungen der Rad-Spannerei interessant, vielleicht würden sich in einigen Sparten Seiten mit Produkterfahrungen anbieten.
Ich fragte ja für meine in diesem Jahr anstehende Reparatur einer Kettenschaltung nach empfehlenswerten Ersatzteilen - leider ohne wirkliche Antwort. Gibt es denn auch im Hochpreissegment wirklich keine langlebige Kettenschaltung?
Zum Thema “nicht schalten in der Stadt”: Das fände ich äußerst unkomfortabel. Ich fahre meist mit relativ gleicher Leistung, allerdings sind ja die Umwelteinflüsse variabel: Gegenwind, Fahrbahnuntergrund, Steigung. Dem passe ich den Gang gerne an - einfach weil ich es als komfortabel empfinde.
Dienstag, 10.02.2009 um 15:13
@siggi … Du erinnerst Dich noch an “Das Rad”? Das war diese Manufaktur-Gurke Anfang der 1990er mit Suntour, Rennlenker und Schnicki.
Weil ja auch an so genannten langlebigen Alltagsrädern pünktlich nach fünf Jahren und drei Tagen der Rahmen bricht (wenn man nicht wie VorTrieB seinen Verschleiß auf mehrere Räder und damit insgesamt noch teurere Komponenten verteilt), brauchte ich irgendwann ein neues Rad.
Und da ich nett zu meinem Fahrradladen bin (der im Wesentlichen Manufaktur hat) und ich kein alltagstaugliches Fahrrad auf dem Markt kenne, habe ich mich für das Nachfolge-Manufaktur-Rad entschieden.
Da war dann so einiges anders: Rennlenker gab’s nicht mehr, musste teuer umgebaut werden (Stichwort neue Schalter usw.). Der Seitenständer brach nach drei Tagen ab (Stichwort Minischrauben und davon ganze zwei). Rennpedalen waren ein einfach zu lösendes Problem. Statt Suntour mit brauchbarer Reiseübersetzung und Stahl-Kettenblättern, gab es nun Deore-Mist, mit kleinen Kettenblättern aus Alu. Mein Wunsch, auch dieses umbauen zu lassen, ist grandios gescheitert - mein Fahrradladen sagte, die anderen Kettenblätter gibt’s nicht mehr und es wäre sowieso unbezahlbar geworden - Stichwort gesamte Kurbelgarnitur wechseln. Megarange um in Norwegen die Berge hochzukommen war schon fast wieder einfach und über die nach wenigen Wochen abgebrochenen Lampenhalter eines großen deutschen und sehr teuren Herstellers habe ich mich doch gerne geärgert …
Kurz um, in grauer Vorzeit habe ich sogar mal jede einzelne Kugel meines demontierten Ritzelpaketes geputzt und gefettet. Und natürlich kann ich das prinzipiell auch heute - mit der Kette darf ich es ja zwangsweise noch wöchentlich machen. Letztere ist übrigens zehn Tage alt, von “Profis” montiert und quitscht.
Nur haben wir in diesem Land nicht angeblich eine Fahrradindustrie? Auch wenn diese im Wesentlichen nur Einzelteile zusammenwürfelt, muss ja nicht immer Mist rauskommen. Und haben wir nicht alleine in Berlin 250 Fahrradhändler, die im Vergleich zu anderen Branchen (Elektronik, Lebensmittel, Autos …) eine traumhafte Handelsspanne haben? Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht und mal bei den üblichen verdächtigen Fahrradsachverständigen nach Tests von Kettenblättern zu suchen - wahrscheinlich habe ich ja was übersehen, aber da war nix …
Dienstag, 10.02.2009 um 19:30
@Benno
Ist leider so was Du sagst. Der Markt richtet sich eben nach dem Durchschnittradler und bei dem halten Kette, Ritzel und Kettenblätter so lang er das Fahrrad besitzt - also über zehn Jahre und 5000km.
Die paar Vielfahrer, die sich wirklich Gedanken um ein sinnvoll abgestuftes und ausgestattetes Fahrrad machen, interessieren doch kaum. Die Masse ist zufrieden und das zählt.
Trotzdem ist eine hochwertige Kettenschaltung auch heute noch sehr langlebig.
Dienstag, 10.02.2009 um 22:55
@siggi … welche so genannte hochwertige Kettenschaltung soll doch noch mal angeblich langlebig sein …
Das mit der Masse ist übrigens kompletter Quatsch. Zwar wird die durchschnittlich pro Jahr von jedem Deutschen mit dem Fahrrad zurückgelegte Strecke mit 300 Kilometern pro Jahr seit mindestens zehn Jahren nicht mehr aktualisiert angegeben. Die Zahl ist aber falsch, wenn man sich diejenigen anschaut die tatsächlich Rad fahren - das sind etwa ein Drittel der Deutschen.
Interessant ist dabei, wer wie viel und warum Rad fährt - bei mir melden sich ja täglich Anfänger und auch Menschen die mir erzählen warum sie nicht oder nicht so viel Rad fahren.
Da spielt die Produktqualität eine große Rolle - die einen wissen nicht warum sie das Rad fahren als anstrengend empfinden, die anderen verzweifeln, weil so genannte hochwertige Fahrräder bei täglicher Nutzung einfachste Ansprüche nicht erfüllen und im schlimmsten Fall Schrott sind.
Einer meiner Fahrrad-Sachverständigen sagte mir kürzlich, Rahmenbrüche seien im Motorradbereich vollkommen unüblich. Was ich allein bei meinen eigenen Fahrrädern bereits an Rahmenbrüchen erleiden musste plus der Geschichten mit denen sich die Leute an mich wenden sind schon erschreckend.
Da kam neulich einer derjenigen, denen ich im letzten Jahr Lust aufs Rad fahren gemacht hatte mit einem neuen Rad bei mir an. Auf die Frage was denn mit seinem (furchtbar wichtig aussehenden) alten Rad sei, antwortete er ganz devot: naja, der Rahmen sei gebrochen, und es sei ja irgendwie seine eigene Schuld, er hätte wohl zuviel Gepäck transportiert …
Tatsächlich handelte es sich um einen dieser schlimmen vollgefederten Aluminiumrahmen, die in der Vergangenheit immer wieder zu Rückrufaktionen geführt haben. Die Leute kenne ihre Rechte nicht und fordern sie nicht ein und außerdem sei das Rad ja schon “alt” gewesen (weniger als fünf Jahre …) …
Nicht immer muss was kaputt gehen - meistens reicht ja ein “normales” Fahrrad, um den Leuten die Lust am Rad fahren zu verderben: zu weiche und zu breite Sättel (was da für ein Mist noch immer hergestellt wird), die nach einer Woche quitschende Kette, der nach vier Wochen halbierte Reifendruck (fühlt sich doch so schön bequem an - auf den ersten 500 Metern …), die üblicherweise (auch von Fachhändlern) vollkommen falsch eingestellten Multifunktionslenker, die unsäglichen V-Brake-Bremsen, die zusammen mit einer ungeeigneten Rahmengeometrie noch immer gerne zu Überschlägen führen (durfte ich mir im letzten Herbst wieder mal ansehen …) …
Meiner Erfahrung nach ist es gerade der minderwertige Schrott (in allen Preisklassen), der das vorhandene Bedürfniss mehr Rad zu fahren abwürgt. Schließlich fahren die Leute ja auch nicht deshalb so gerne Auto, weil’s so anstrengend ist - und falls es doch so sein sollte, ist zumindest die Werbung cleverer …
Mittwoch, 11.02.2009 um 04:47
@berlinradler und benno:
Langlebige Kettenschaltungen gibt es durchaus noch. Geht sogar mit Alublättern. Mit einer Ultegra-Kette hinten und eigentlich noch eher “billigen” Stronglight-Blättern vorn komme ich am geschalteten Rad so um die 12000 km weit. Dabei muss dann vorn nur das mittlere (38er-)Blatt getauscht werden, das grosse (50er-)Blatt erweist sich als mehr oder weniger unkaputtbar. Kettenwechsel ca. alle 4000 km (HG93, ist ein 9fach-Antrieb).
An dem insbesondere im letzten Jahr primär gefahrenen Stadtfahrgerät (schaltungsfreier Starrantrieb) habe ich das dicke Alu-Kettenblatt noch nicht kleingekriegt und es ist auch nicht abzusehen, wann das der Fall sein wird. Ritzel halten auch gern 10.000 km. Nur die Kette will man gelegentlich tauschen, aber so 5000 km hält eine auch.
Alles Allwetterbetrieb nach dem Prinzip “es wird gefahren, was gefahren werden muss”. Meine Räder werden lieblos behandelt. Wenn sie zu laut jaulen wird die Kette in Schmierung ersäuft, einen Lappen sehen die Räder normalerweise nicht. Lediglich der Reifendruck wird alle paar Tage wieder auf Stand gebracht.
Es geht also schon, mit dem weitgehend wartungsfreien und haltbaren Rad.
Die Kritik an der Fahrradindustrie teile ich. Vor allem nervt es tierisch, dass die Industrie durchaus wohl gewisse Trends erkennt und darauf reagiert, dies aber dummerweise nur auf eine dämlich-oberflächliche Weise tut. Das ist mir gerade im letzten Jahr besonders im Bereich der “Singlespeed”-Räder aufgefallen. Da werden die abstrusesten Modekonstrukte von Designern zusammengestellt. Aber das, warum Leute klassisch ‘nen Fixie oder SSP fahren, leisten die Dinger auch wieder nicht. Weil z. B. am wichtigsten Teil, nämlich dem Antrieb, gespart wurde. Oder so tolle “Produktionsunfälle” passieren wie bei einem britischen Hersteller, der ein SSP/Fixed mit Flipflop-Nabe auf den Markt brachte, voreingestellt SSP, drehte man das Hinterrad um paßte die Kettenlinie überhaupt nicht… Aber hübsch aussehen tat das Ding.
Und so sieht’s gerade bei den Pseudo-MTBs ja wohl auch aus. Downhill-Geometrie, aber Hinweis in der Anleitung dass das Rad so besser nicht einzusetzen ist. Super Sache das.
Ich bin jetzt mal gespannt auf die Haltbarkeit der Pedelecs, die sich ja seit dem letztem Sommer geradezu seuchenartig verbreitet habem. Zumindest hier bei uns am Ende der Welt.
Mittwoch, 11.02.2009 um 11:26
Hallo dan,
darf man fragen wo das Ende der Welt ist? Hier in Berlin habe ich ein Pedelec noch nicht gesehen. In Deutschland tut man sich leider auch extrem schwer, ich bin mir nicht sicher ob man diese Dinger überhaupt legal benutzen kann.
Mittwoch, 11.02.2009 um 19:38
@berlinradler: Ostwestfälisch-Sibirien. Nächste “Großstadt” ist Paderborn. Die Gegend hier scheint innerhalb kürzester Zeit zu einer außerordentlich hohen Pedelec-Dichte gekommen zu sein. Das ist mir insofern aufgefallen, als dass ich im 1. Halbjahr 2007 überwiegend in Frankfurt/M war und quasi nach der Rückkehr so richtig deutlich den Unterschied zum Vorjahr bemerkt habe.
Wenn ich demnächst wohl eh in Berlin auf der Straße bin werde ich dann auch mal die Augen offenhalten, ob ich bei euch welche im Verkehrsbild sehe.
Pedelecs sind oft nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Es gibt Hilfsantriebe sowohl für das Vorder- wie auch das Hinterrad, und diese Naben sind auch nicht klobiger als ein Rohloff-Getriebe. Auffallen tun Pedelecs bzw. ihre Fahrer meist daran, dass Typ und Entspanntheit des Fahrers und Fahrgeschwindigkeit nicht zueinander passen, während gleichzeitig ein subtiles “Klicken” (etwa in halber Klickfrequenz verglichen mit einem üblichen Freilaufgeräusch, dann etwas lauter) zu hören ist.
Diese Fahrräder mit Elektrodoping sind zulassungs- und führerscheinfrei, sofern der Hilfsmotor nur bis 25 km/h unterstützt und man eben treten muss. Ferner gibt es für die Funktion “Anfahrhilfe” Sonderregelungen.
Hier in Ostwestfalen habe ich sogar schon Jugendliche mit sowas rumfahren sehen. Erschreckend.
Und ansonsten frage ich mich, wie lange es wohl gut gehen kann, wenn jetzt alle möglichen Leute mit 25 km/h wild rumgetorkeln statt wie bisher nur mit 10-15 km/h.
Mittwoch, 11.02.2009 um 19:39
Korrektur zu obigem: die Auswärtszeit war erste Hälfte 2008. D. h. mir ist aufgefallen, dass es in 2007 eben noch so gut wie keine Pedelecs gab, in der 2. Jahreshälfte 2008 jedoch eine recht hohe Verbreitung auffiel.
Montag, 16.02.2009 um 16:00
….und wieder viele Gründe für keine Gangschaltung
Mittwoch, 18.02.2009 um 04:47
So, zurück aus Berlin mit 250 km Stadtverkehr dort (bähhh, ich weiß noch nicht wie ich nach den letzten Tagen die Radklamotten je wieder sauber kriegen soll), Rückmeldung wegen Pedelecs:
In Berlin fahren die Dinger vereinzelt auch. Soll heißen ich habe so ungefähr ein gefühltes Dutzend davon aktiv wahrgenommen. Also erheblich niedrigere Verbreitungsquote als in Ostwestfalen.
Vom Verkehrsgeschehen, wie ich es jetzt gerade so aktuell noch vor Augen habe, würde ich auch mal vermuten, dass in Berlin ein Pedelec gar nicht so viel bringt wie z. B. bei uns in der Gegend. Die bei auch nur einigermaßen StVO-konformem Fahrstil unterbrechungsfrei fahrbaren Strecken sind einfach zu gering. Es macht in Berlin auf vielen Strecken wenig Unterschied, ob jemand nun mit 20 oder 25 km/h unterwegs ist.
BTW an dieser Stelle nochmal Dank und Gruß an die Radspannerei. Ich hatte mir prompt meine Frontfunzel ruiniert (Halterung hat sich gelöst und das Ding ist blöd gefallen). In der Admiralstr. war tauglicher Ersatz sofort zur Hand…
Mittwoch, 25.03.2009 um 22:51
Rohloff & Rennlenker:
ist die von Euch auf dem Foto gezeigte Variante der Mittelmeyer-Schaltgriff oder etwas anderes?
Ich suche bessere Alternativen als die mir bisher bekannten und mit wenig Begeisterung getesteten:
* Geteilter Rennlenker mit Point-Klemmung (war mir zu groß, suche Abnehmer dafür) oder der
* Norwid-Vorbau mit einem separaten Stummel für den Schaltgriff.
Vom Mittelmeyer-Schaltgriff höre ich, dass er zeitweise mal klemmt und fürchterlich in der Hand liegen soll.
Habt Ihr eigene Erfahrungen?
Vielen Dank!
Donnerstag, 26.03.2009 um 01:09
Das ist tatsächlich der Mittelmeyer-Schaltgriff. Viel Erfahrung haben wir damit bis jetzt nicht, er ist aber sehr sauber und solide verarbeitet, ein Klemmen kann ich mir bei korrekter Schaltzugverlegung eigentlich nicht vorstellen, weil er genau nach dem Prinzip des Rohloff Schalters funktioniert. Der Griff hat natürlich bauartbedingt einen deutlich größeren Durchmesser als es der Lenker mit Lenkerband hat, er soll aber auch nicht permanent in der Hand liegen, sondern nur zum Schalten benutzt werden.
Sonntag, 07.06.2009 um 02:45
“VEB Kombinat für unbenutzbare Alltagsgegenstände und Atomwaffen Ernst Thälmann” ? oh ja SRAM s Pentasport war schon ein schräges ding, dabei wollte ich es wartungsarm (nach zuvielen VEB Angelrolle und Gangschaltung - Ritzelpaketen, Ketten und auch Schaltungen)
ach was, ja ich habe fachhändler des vertrauens schon zwei mal resatz wegen rahmenbruch* aus dem kreuz geleiert… (der hat sich eben dran gemacht, statt mich abzuwimmeln)
*einmal Rabeneick, dann Villiger (die den schönen Stahlrahmen gegen einen Hässling aus Alu tauschten - Modellpflege, technischer Fortschritt… ha!
naja, die Kettenschaltung werde ich nicht wieder anbauen… eher eine 7-8-9-Gang-Nabe
Montag, 07.02.2011 um 15:51
Nun, ich kenne beides.
Meiner Erfahrung nach hängt viel vom Fahrstil und den Umgebungsbedingungen ab.
Wenn ich nur bei trockenem Wetter unterwegs bin, und vernünftig schalte - das meint, die Kette nicht querziehe (kleiner Kranz, kleines Ritzel, etc.) dann hält eine Kettenschaltung incl. aller Teile mit ein bißchen Schmieren der Kette locker bis zu 10.000km. Bei mir im Pendlerzug fährt ein Reiseradler, der seine 20000 pro Jahr macht - und der wechselt vielleicht mal die Kette, fährt einen steinalten Bock mit 62er Blatt und großen Ritzeln - weil die eben länger halten.
Wenn man aber das ganze Jahr fährt, und damit meine ich WIRKLICH das ganze Jahr, also auch bei Schnee und Eis und Streusalz, und dann noch sein Rad schön häufig Temperaturwechseln aussetzt, dann muss man ein wenig mehr tun. Und dann ist auch eine Nabenschaltung NICHT wartungsfrei.
Meine erste Nexus war nach 9 Monaten von innen komplett verrostet, weil Shimano bei dem Teil Wochenendfahrer als Kunden im Visier hatte und Stein und Bein behauptete, die Nexus wäre WARTUNGSFREI. Ein Witz.
Durch Temperaturwechsel bildet sich am Nabenkörper Kondenswasser, und das mischt sich in’s Fett oder Öl. Wenn man nichts tut, dann rostet es halt.
Shimano hat übrigens die Nexus auf eine Laufleistung von 10.000km hin konstruiert! Hat mir ein Shimano-Mann auf der IFMA selbst erzählt.
Fazit 1:
JEDE Schaltung braucht Pflege.
Fazit 2:
Kettenschaltung nervt; allein, weil es in der Stadt Ampeln gibt.
Fazit 3:
If you pay peanuts, you get monkeys:
Ich fahre seit zwei Jahren Rohloff - da kommt einmal pro Jahr neues Öl rein, und das war’s. Ich habe jetzt nach 12.000 km die Kette (Rohloff SL-T) wechseln müssen und bin gespannt, ob die neue Shimano Dura-Ace genau so lange hält.
Ansonsten arbeitet der Antrieb absolut IMMER zwischen -20 und +45 Grad, bei Regen, Schnee, Eis, Sommer, Fön, Nebel Dreck und Matsch.
Und so sollte das auch sein.