Autokrieg im indischen Musikvídeo

Donnerstag, 04.02.2016

Mal wieder ein Musikvideo, allerdings kein Fahrradvideo im engeren Sinn. Es handelt sich um einen Song aus dem Film “Maryada Ramanna”, der in telugischer Sprache aufgenommen wurde. Im Video geht es um das alltägliche Verkehrschaos in Hyderabad, der Hauptstadt des Bundesstaates Telangana in Indien. Der Held des Films ist Fahrradkurier und erlebt mit seinem Rad, das eine sprechende Rolle im Film einnimmt, allerlei Abenteuer im Moloch Verkehr.

Der Film Maryada Ramanna (2:05:36) bei Youtube
via

Studie „Fahrsicherheit von Fahrradfahrern unter Cannabiseinfluss”

Montag, 01.02.2016

Wenn man am letzten Freitag eines Monats kurz vor der Tagesschauzeit mit einem Berliner in der Hand auf dem Heinrichplatz steht und darauf wartet, dass der Platz mit Radfahrern geflutet wird, dann riecht es manchmal so komisch. Cannabis auf der CM, dürfen die das und was bewirkt das eigentlich?

Die letzte Frage haben sich Forscher am Institut für Rechtsmedizin an der Universität Düsseldorf gestellt und Anfang des Jahres die Studie “The effect of cannabis on regular cannabis consumers’ ability to ride a bicycle” veröffentlicht. In einem Cannabis-Praxis-Test rauchten Versuchspersonen Marihuana und absolvierten dann mit dem Fahrrad einen Hindernisparkour. Die Forscher nahmen an, dass der Genuss eines Joints die Fahrleistung ähnlich reduziert wie 0,5 Promille Alkohol im Blut.

Insgesamt 14 Radfahrer fuhren die Teststrecke mehrfach ab. Nach einer nüchternen Eingangsrunde wurde ein kleiner Jount geraucht und die Strecke erneut abgefahren, bevor es wieder einen Joint gab und die Probanden ein drittes Mal auf das Fahrrad stiegen. Auch nach drei Joints und deutlich erhöhtem Cannabis-Influence-Faktor erlaubte sich keiner der Probanden größere Fahrfehler als zuvor im nüchternen Zustand. Versuchsleiter Dr. Benno Hartung: “Der Versuch hat mir gezeigt, dass es gar nicht so einfach zu bestimmen ist, welchen Einfluss Cannabis auf das Fahrvermögen tatsächlich hat. Aus der THC-Konzentration allein – und sei sie noch so hoch – ist jedenfalls kein Rückschluss auf eine Fahrunsicherheit eines Radfahrers möglich.”

Springer: The effect of cannabis on regular cannabis consumers’ ability to ride a bicycle
ze.tt: Nüchtern oder bekifft: Fahrradfahren bleibt immer gleich leicht

Holländer auf dem Holzweg

Freitag, 29.01.2016

In der niederländischen Gemeinde nahe der deutschen Grenze entsteht bis zum kommenden Sommer der weltweit erste Radweg aus recycletem Holz und organischem Harz. Das so hergestellte Material soll sehr hart und extrem verschleißfest sein und angeblich länger halten als Asphalt oder Beton. Auf einem 200 Meter langen Abschnitt eines Radweges sollen vorproduzierte Platten aus zusammengeklebten Holzschnitzeln verlegt werden. Danach wird in einer mehrjährigen Testphase erprobt, als wie sicher (und vandalensicher) sich das Matrial erweist. Erste Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet.

Fietsberaad: Bio-fietspad in Drenthe

Aktion „Feinstaub gemeinsam weghusten!“

Donnerstag, 28.01.2016

Schöne Aktion heute morgen im Berufsverkehr vor dem Rathaus Neukölln. Um Punkt neun Uhr versammelten sich vielleicht fünfzig Fußgänger, Radfahrer und Cargobikepiloten zu einer Protestaktion für bessere Luft und gegen die Untätigkeit politisch Verantwortlicher. Direkt gegenüber der Luftmesssation an der Karl-Marx-Straße wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Berliner Luftwerte regelmäßig über den zulässigen Grenzen liegt. „Es ist erwiesen, dass Husten auch von Feinstaub und zu vielen Autoabgasen herrührt“, sagt Carolin Kruse, eine der Initiatorinnen der Aktion vom Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln.

 

Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln

HexLox, die Fahrradteilesicherung

Freitag, 22.01.2016

Fahrraddiebstahl bleibt auch in diesem Jahr ein Thema. Angesichts der hohen Diebstahlraten von weit über 300.000 Fahrrädern im Jahr in Deutschland gerät das Problem des Diebstahls von hochwertigen Fahrradteilen aus dem Blickfeld. Mit einem passenden Inbus-Schlüssel ist der Abbau eines Brooks-Sattels eine Sache von Sekunden, wenn man einen Moment unbeobachtet ist. Bei Ebay läst sich so ein Sattel locker für 30 oder 40 Euro verticken, schnelles Geld für Leute, die es darauf abgesehen haben.

Eine Innovation aus Berlin könnte es in Zukunft Fahrradteiledieben schwer machen. Das System HexLox kann alle Fahrradteile sichern, die mit Hilfe einer Inbusschraube am Rad befestigt sind. Ein sehr kleines Schloss verschließt den Hohlraum einer Innensechskantschraube, sodass es nicht mehr möglich ist, den zugehörigen Schraubenschlüssel aufzusetzen. Das HexLox-Ssytem wird es für die Standardschraubengrößen 4#, 5# und 6# geben. Die Entwickler schreiben auf Facebook: “I took it to the Berlin lock pickers society last December… they couldn’t crack it!”

Zur Finanzierung der Fahrradteilesicherung HexLox wird in gut einem Monat eine Kickstarter-Kampagne durchgeführt. Dann werden wir wohl auch erfahren, wie teuer ein HexLox-Mini-Schloss wird. Auf der Webseite sieht das System jedenfalls recht vielversprechend aus.

HexLox
HexLox auf Facebook
(via)

“Husten, wir haben ein Problem!”

Donnerstag, 21.01.2016

Nach einer Studie des Umweltbundesamtes ist Feinstaub für etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Als größte Emissionsquelle gilt der Straßenverkehr im Allgemeinen und Dieselfahrzeuge im Besonderen, die die Hälfte des innerörtlichen Feinstaubs produzieren. Die Europäische Union hat verbindliche Grenzwerte für Feinstaub festgelegt. Nach der  EU-Luftqualitätsrichtlinie 1999/30/EG darf die zulässige Höchstgrenze für Feinstaub (PM10) bei einem Tagesmittel von 50 µg/m³ nur an 35 Tagen überschritten werden. Im Jahresmittel darf die Belastung mit Feinstaub nicht 40 µg/m³ übersteigen.

In Berlin wird täglich an elf Stellen die Feinstaubbelastung gemessen. Eine dieser Messstationen steht in der Karl-Marx-Straße 76 in Neukölln. Im vergangenen Jahr 2015 gab es an der Karl-Marx-Station 48 Überschreitungen, im aktuellen Jahr 2016 sind bereits 5 Überschreitungen zu melden. Der Mittelwert der Feinstaubbelastung in den ersten zwanzig Tagen dieses Jahres liegt in der Karl-Marx-Straße bei 45,65 µg/m³ und damit mehr als zehn Prozent über dem zulässigen Jahresmittel.

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln will das nicht länger hinnehmen und fordert die politisch Verantwortlichen auf, wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Gesundheit zu ergreifen! Tempo 30, autofreie Tage, Fahrrad-Verkehrsförderung, Parkraumbewirtschaftung – die Instrumente sind da, aber die Senatsverwaltung, der Bezirk Neukölln, aber auch andere Bezirke kuschen lieber vor dem Auto. Jedes Jahr lassen sie die die EU-Feinstaubgrenzwerte und Stickstoffdioxidgrenzwerte aufs neue zu überschreiten, zum Teil um mehr als das doppelte.

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln und andere Verbände werden deshalb am Donnerstag, dem 28. Januar 2016 ein Zeichen für saubere Luft und nachhaltige Mobilität in der Stadt setzen. Die Aktion startet um 9.00 Uhr und ist spätestens um 10.00 Uhr zu Ende! Der Treffpunkt ist vor dem Rathaus Neukölln.

Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln: Husten, wir haben ein Problem!

Kinderwagen verwandelt sich in Beiwagen

Mittwoch, 20.01.2016

Bereits im Jahre 1951 hat ein Erfinder in Mittelengland einen Kinderwagen konstruiert, der sich im Handumdrehen zu einem Beiwagen für das Fahrrad verwandeln lässt. Die Achsen des Kinderwagens besitzen Teleskopstangen, die sich ausgefahren mit dem Fahrrad verbinden lassen. Wenn man den Handgriff des Kinderwagens nach hinten klappt, werden drei Räder des Wagens nach oben gezogen, sodass nur das hintere linke Rad als Beiwagenrad fungiert. Gut gelöst ist auch, dass der Beiwagen eigentlich rückwärts fährt, so hat der Radfahrer jederzeit Augenkontakt zum Kind.

Tempo 30 im oberen Teil der Kastanienallee

Mittwoch, 20.01.2016

Die Verkehrslenkung Berlin (VLB) hat in der Kastanienallee im Bezirk Pankow eine weitere Niederlage erlitten. Nach einer Verbreiterung der Fahrbahn und einem Umbau der Kastanienallee in den Jahren 2001 und 2012 hatte die Verkehrslenkung Tempo 50 und eine Radwegbenutzungspflicht auf den Straßenbahnhaltestellenkaps angeordnet. Die blauen Schilder waren bereits vor gut einem Jahr von einem Bürger weggeklagt worden. Nun hat das Verwaltungsgericht entschieden, im oberen Teil der Allee zwischen der Oderberger Straße und der Schönhauser Allee Tempo 30 anzuordnen.

Ein Anwohner der Straße war 2012 vor das Verwaltungsgericht gezogen, um die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h aus Lärmschutzgründen zu reduzieren. Dagegen hatte die VLB argumentiert, dies hätte negative Auswirkungen auf den öffentlichen Personennahverkehr. Durch die Straße führen die Straßenbahnlinien M 1 und 12. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) selbst hielten die Auswirkungen durch Tempo 30 dagegen für überschaubar.

Nun entschied der Richter, dem Widerspruch des Anwohners stattzugeben, “um eine Lärmreduzierung und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit zu erreichen”.

Berliner Zeitung: Anwohner klagt erfolgreich auf Tempo 30 in der Kastanienallee

Doppelstockparker am S- und U-Bahnhof Pankow

Dienstag, 19.01.2016

Im Umfeld des S- und U-Bahnhofes Pankow sind 316 neue Fahrradstellplätze entstanden. Sie befinden sich an mehreren Standorten links und rechts der Berliner Straße sowie auf dem Garbátyplatz. Alle Parkanlagen befinden sich auf Bahngrundstücken, finanziert wurden sie mit Fördergeldern des Senats und gebaut von der S-Bahn, die auch die Pflege der Anlagen übernehmen wird.

Gebaut wurden ausschließlich Doppelstockparkanlagen. Die “obere Etage” der Fahrradabstellanlage liegt auf etwa 1,5 bis 1,6 Meter Höhe. Für eine zierliche und eher kleine Person ist es nicht einfach, ein Fahrrad auf diese Höhe zu hieven. Die meisten Radfahrer suchen deshalb den einfachen Weg und parken auf der unteren Ebene. Doch es ist jetzt schon abzusehen, dass auch die obere Ebene bald voller geparkter Fahrräder stehen wird, dazu ist der Parkdruck um den Bahnof zu groß.

Kritik wird geäußert am städetebaulichen Erscheinungsbild. “Auf dem Garbátyplatz ist es schon zu sehen: der U-Bahn-Zugang ist kaum noch ungehindert zugänglich. Die Fahrrad-Doppelstock-Parker und viele abgestellte Fahrräder verändern das Stadtbild. Aus der wachsenden Stadtbevölkerung resultiert eine wachsende Enge und Beengtheit auf den Gehwegflächen.”, schreibt die Pankower Allegemeine Zeitung und auch der Kiezblog Florakiez findet die Abstellplätze hässlich: “Neue Fahrradstellplätze am Bahnhof Pankow waren dringend nötig, darüber besteht weitgehend Einigkeit, doch schön sind die neuen Stellplätze nicht geworden. Vor allem zwischen U- und S-Bahn-Eingang wirken die Metallschienen sperrig, kühl und raumgreifend in der angespannten Gemengelage zwischen Bushaltestelle, Taxistand und Fußgängern.”

Vielleicht sind die neu enstandenen Fahrradabstellanlagen auch nur eine Zwischenlösung bis zum Bau eines Fahrradparkhauses, das an dieser Stelle dringend notwendig wäre.

Pankower Allgemeine Zeitung: U + F + S – Bahnhof Pankow
Florakiez: Einsame Doppelstockparker am Bahnhof Pankow

Feinstaubalarm in Stuttgart

Montag, 18.01.2016

Stuttgart hat als erste deutsche Großstadt Feinstaubalarm ausgelöst. Seite heute Nacht um null Uhr bittet die Stadt ihre Bürger bis mindestens einschließlich Donnerstag, ihre Autos stehen zu lassen. Bereits seit gestern um 18:00 Uhr galt: “Bitte lassen Sie Ihren Komfort-Kamin aus!” Stattdessen empfiehlt die Stadt Stuttgart, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden, Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen.

Zu hohe Feinstaubwerte werden in vielen Städten in Deutschland gemessen, Stuttgart gilt aber als Rekordhalter, weil die Lage der Stadt in einem Talkessel dazu führt, dass bei einer bestimmten Wetterlage der Luftaustausch mit dem Umland unterbleibt. Die Europäische Union hat einen Grenzwert für Feinstaub von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft festgelegt, der nicht häufiger als 35 Mal im Jahr überschritten werden darf. Im vergangenen Jahr 2015 lag die Feinstaub-Belastung in Stuttgart an 61 Tagen über dem Grenzwert.

Im Laufe dieser Woche wird sich zeigen, ob ein freiwilliger Autoverzicht zu einer Reduzierung des Feinstaubs in Stuttgart führt. Auf Zeit Online konnte man allerdings schon ab 10:30 Uhr lesen: “Stuttgarter ignorieren den Feinstaub-Alarm”. Sollte der freiwillige Appell bei Feinstaub-Alarm nicht die erhoffte Wirkung erzielen, könnten ab 2018 verbindliche ordnungsrechtliche Maßnahmen für die Autofahrer folgen. Geprüft werden zwei Alternativen:

  • die Einfahrt nach Stuttgart nur noch für mit mindestens zwei Personen besetzte Fahrzeuge oder emissionsarme Fahrzeuge (Blaue Plakette).
  • die Einfahrt nur mit entsprechendem Kennzeichen (gerade/ungerade Kfz-Kennzeichen).

Auch Berlin hat mit zu hohen Feinstaubwerten zu kämpfen. In den ersten 16 Tagen dieses Jahres wurde bereits an neun Messstellen in Berlin an fünf Tagen der zulässige Messwert überschritten. Das heißt praktisch, dass die Berliner Bevölkerung an jedem dritten Tag in diesem Jahr krank machende Luft einatmen musste. Eigentlich wäre Senator Geisel sofort verpflichtet, im Interesse der Gesundheit der Berliner wirksame Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung einzuleiten.

Stadt Stuttgart: Feinstaubalarm in Stuttgart
Aktuelle Luftdaten des Umwelt-Bundesamtes
Zeit Online: Stuttgarter ignorieren den Feinstaub-Alarm

Erster Entwurf für ein Berliner Fahrradgesetz (BerRG)

Montag, 18.01.2016

Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ hat das vergangene Wochenende genutzt, um einen ersten Entwurf des Berliner Radverkehrsgesetzes (BerRG) zu erstellen. 30 Teilnehmer des Treffens, darunter Planer, Juristen und Verkehrsexperten, schrieben mit Hilfe zahlreicher “Facebook-Joker” einen Gesetzentwurf. Auftretende Fragen konnten per Telefon-Joker geklärt werden. Über Facebook waren bundesweit über 20 Radverkehrsexperten zugeschaltet: Über 100 Hinweise und Beiträge gingen ein, zum Beispiel Erfahrungen über Grüne Wellen für Radfahrer in Kopenhagen oder Regelungen zu Radabstellplätzen bei Altbau-Sanierungen.

Der Gesetzestext muss nun noch geprüft und vereinheitlicht werden. „Mehr als die Hälfte der Arbeit ist geschafft, einzelne Punkte sind zu 70 Prozent fertig“, so die Einschätzung eines anwesenden Rechtsexperten.

Ziel des Fahrradgesetzes ist es unter anderem, ein Netz von sicheren Wegen und Straßen für Radfahrer in Berlin zu schaffen. „Es würden viel mehr Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, wenn die Bedingungen dafür in Berlin besser wären“, ist Mobilitätsforscherin Kerstin Stark überzeugt. „Wir wollen den klimafreundlichen Verkehr stärken.“

Voraussichtlich im April soll die erste Sammlung von 20.000 Unterstützungsunterschriften beginnen.

Volksentscheid Fahrrad

Tempo 30 ganztags in der Berliner Allee

Dienstag, 05.01.2016

Das Berliner Verwaltungsgericht hat gestern einem klagenden Weißenseer Bürger recht gegeben, der die Einführung einer Tempo-30-Zone rund um die Uhr in der Berliner Allee gefordert hatte. Auf dem 900 Meter langen Straßenabschnitt fahren täglich etwa 30.000 Fahrzeuge, bisher tagsüber bei einem Tempolimit von 50 km/h und nachts von 30 km/h. Feinstaub- und Lärmgrenzwerte werden regelmäßig überschritten. Der Richter ordnete an, dass ab jetzt Tempo 30 ganztags gilt.

Diese Anordnung wäre eigentlich eine Aufgabe der Senatsverwaltung für Stadtenwicklung gewesen und zwar seit Jahren, verstößt der gegenwärtige Zustand doch gegen geltendes EU-Recht. Und eigentlich beträfe so eine Anordnung nicht nur die Berliner Allee sondern mehr als 80 Straßenabschnitte in fast allen Bezirken Berlins. Statt aber das Urteil als Vorlage zu nehmen, den eigenen Berliner Luftreinhalteplan zügig umzusetzen, kündigte der Fahrradbeauftragte des Berliner Senats, Staatsekretär für Verkehr und Unwelt Christian Gaebler an, dass der Senat gegen das Urteil Berufung einlegen wird, “wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieses Urteils”.

Der BUND freut sich über das Urteil: “Wir erwarten, dass der Senat auch auf den übrigen Straßen, in denen die Feinstaub- und NO2-Grenzwerte überschritten werden, Tempo 30 ganztags anordnet, so wie es im Luftreinhalteplan steht. Falls nicht, stehen die nächsten Anwohner, die klagen möchten, schon bereit.”

BUND: Anwohner setzt Tempo 30 in der Berliner Allee vor Gericht durch
Tagesspiegel: Anwohner klagt Tempo 30 auf Berliner Allee ein
Berliner Zeitung: Berlin könnte zur Tempo-30-Hauptstadt werden

Öffnungszeiten Januar 2016

Donnerstag, 31.12.2015

Schlauchomat abgebaut in Werkstatt
Für uns Fahrradfahrende beginnt das neue Jahr häufig mit spitzen Scherben auf unseren vertrauten Routen. Wir wünschen Euch daher pralle Schläuche und gut geölte Ketten für einen flotten Rutsch nach 2016. Unser Schlauchomat ist aus Gründen der Betriebssicherung über den Jahreswechsel leider abgebaut und in unserer Werkstatt verwahrt. Ab 4.1.2016 sind wir und unser Schlauchomat wieder wie gewohnt für euch da.

Zwei tote Radfahrer: Radfahrerin von Lkw überrollt, Radfahrer auf Autobahn überfahren

Donnerstag, 17.12.2015

In Lichtenberg wurde heute früh eine 32-jährige Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden Lkw überrollt und dabei tödlich verletzt. Der Fahrer bemerkte zunächst nichts vom Unfall, wurde aber 100 Meter von der Unfallstelle entfernt durch Zeugen gestoppt. Er wollte von der Karlshorster Straße nach rechts in die Hauptstraße abbiegen. Darüber, auf welchem Straßenteil die Radfahrerin fuhr oder ob sie ihr Fahrrad schob, hatte die Polizei zunächst keine Informationen. Für Fußgänger gibt es allerdings derzeit keine Fußgängerfurt, die über die Hauptstraße führt und mit den Rechtsabbiegern in Kontakt käme.

Die Bahnunterführung in der Karlshorster Straße sowie die Kreuzung ist seit Jahren eine Baustelle und wird in den Tagesspiegel-Diskussionen als chaotisch beschrieben. Ein knapper, nur um einen Meter vorgezogener Aufstellstreifen für Radfahrer regt diese an, sich rechts neben die wartenden Fahrzeuge zu stellen. Das Foto zeigt den Blick von der Karlshorster Straße auf die Hauptstraße und ist vom Unfalltag.

Unfallstelle Karlshorster Straße

Ein weiterer Radfahrer, der die Autobahn A114 in Pankow überqueren wollte, wurde ebenfalls heute bei einem Unfall getötet. Laut Berliner Zeitung war der 70-jährige möglicherweise verwirrt.

Berliner Polizei: Radfahrerin starb am Unfallort (17.12.2015)

Tagespiegel: Radfahrerin von Lastwagen getötet

Berliner Morgenpost: Mehrere Radfahrer bei schweren Unfällen in Berlin getötet

Berliner Zeitung: Radfahrer will Autobahn überqueren und wird getötet

“Volksentscheid Fahrrad” geht in Berlin an den Start

Freitag, 11.12.2015

Mitte November trafen sich fahrradinteressierte Menschen in Kreuzberg zu einem Workshop, um Möglichkeiten auszuloten, das Thema Fahrrad stärker auf die politische Agenda zu heben. Eine lange Liste von fahrradpolitischen Zielen wurde auf dem Treffen zu einem Zehn-Punkte-Katalog eingedampft, der den Berliner Senat zwingen soll, sich stärker für das Radfahren einzusetzen.

Die zehn Ziele:

1. Sichere Fahrrad-Straßen auch für Kinder und Senioren
2. Jede Hauptstraße mit sicheren Radspuren
3. Kreuzungen entschärfen und abgasfreie Ampelaufstellzonen markieren
4. Radkomfort und –sicherheit per Bürgerdialog steigern
5. Fahrräder parken können
6. Grüne Welle fürs Radfahren
7. Radschnellwege konkret
8. Freie Wege und mehr Verkehrsmoral für Alle
9. Berliner Verwaltungen für mehr Radverkehr aufstocken
10. Berlin mit mehr Öffentlichkeitsarbeit auf mehr Radverkehr vorbereiten

Bisher haben diese Ziele den Charakter eines Arbeitsdokuments. Auf der Grundlage des Katalogs soll ein Berliner Fahrrad-Gesetz erarbeitet und für einen Volksentscheid Fahrrad geworben werden.

Ein Volksentscheid besteht in Berlin aus drei Stufen. In einem ersten Schritt müssen 20.000 gültige Unterstützungsunterschriften für einen Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens gesammelt werden. Wenn diese Hürde erfolgreich überwunden wurde, startet das eingentliche Volksbegehren, für das die schriftliche Unterstützung von gut 170.000 Personen mit Wohnsitz in Berlin notwendig ist. Gelingt es, auch diese Marke zu meistern, werden die Berliner Bürger zu den Wahlurnen gerufen, um über ein Fahrradgesetz abzustimmen.

Noch ist nicht sicher, ob die Initiative für einen Fahrradvolksentscheid die Unterstützung von verkehrspolitischen Verbänden erhält. Der Ball liegt nun bei ADFC und VCD, bei den Interessenverbänden der Fußgänger und Nahverkehrsnutzer, bei den Opfern von Feinstaub und Verkehrslärm, bei all denen, die eine menschengerechte Mobilität in Berlin wollen.

Volksentscheid Fahrrad

Kleine Anleitung zum Radfahren in Amsterdam

Dienstag, 08.12.2015

Radfahren als Touri in Amsterdam ist nicht so einfach wie ihr denkt. Ohne gewissenhafte Vorbereitung von Mensch und Material geht gar nichts. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum korrekten Radfahren inklusive Bonusmaterial des Amsterdamer Bürgermeisters mit der wichtigsten Radfahrregel.

Fahrradparkhaus in Potsdam eröffnet

Montag, 30.11.2015

Am Nordausgang des Potsdamer Hauptbahnhofes wird heute ein Parkhaus für 550 Fahrräder eröffnet. Es befindet sich auf einer Ebene der Auto-Tiefgarage am Hauptbahnhof und hat etwa 645 000 Euro gekostet. Davon übernahm das Land 440 000 Euro, der Rest wurde von der Stadt Potsdam getragen.

Im Parkhaus befinden sich
- 548 Fahrradstellplätze
- 9 Stellplätze für Sonderräder (Tandem, Dreirad, Lastenrad)
- 2 x 3 E-Bike Ladeschränke (verschließbar)
- 17 x 3 Schließfachmodule.

Im Fahrradparkhaus wird es auch eine Fahrradwerkstatt geben. Das Fahrradparken kostet einen Euro pro Tag, ein Ticket kann am Automaten gezogen werden. Dauerparker zahlen 10 Euro im Monat.

Neben dem seit zwei Jahren offenen Fahrradparkhaus in Bernau ist Potsdam der zweite Standort mit Fahrradparkhaus im Berliner Umland. Berlin hat noch kein einziges, obwohl Bedarf für mindestens ein Dutzend Parkhäuser besteht. Immerhin diskutiert man bereits die Errichtung von Fahrradparkhäusern am S+U-Bahnhof Pankow sowie am Ostkreuz.

Märkische Allgemeine: Potsdam bekommt 550 Fahrrad-Parkplätze
Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: Fahrradparkhaus in Potsdam fertig

Update 1. Dezember 2015: In einer früheren Version dieses Beitrags waren die Baukosten des Fahrradparkhauses auf 800 000 Euro beziffert worden.

Erstes Teilstück des Radschnellwegs RS1 eröffnet

Freitag, 27.11.2015

Heute wurden die ersten fünf Kilometer des im Endausbau mehr als 100 km langen überregionalen Radschnellwegs RS1 zwischen dem Hauptbahnhof von Mülheim und der Mülheim-Essener Stadtgrenze eröffnet. Der RS1 besteht aus einem vier Meter breiten bidirektionalen Radweg und - klar abgegrenzt - aus einem zwei Meter breiten Fußweg. Noch ist das heute eröffnete Teilstück nicht beleuchtet, das soll in den nächsten Jahren nachgeholt werden. Anfang des nächsten Jahrzehnts könnte dann ein 101,7 km langer Radschnellweg Ruhr die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Hamm und den Kreis Unna miteinander verbinden, staufrei, schnell, sicher und komfortabel.

In einer Machbarkeitsstudie im Auftrag werden die Kosten für den Radschnellweg auf insgesamt 183,7 Millionen Euro geschätzt. Die größten Summen sollen in den Bau von Brücken und Unterführungen fließen. Die Kosten für jetzt eröffnete Modellstrecke beliefen sich auf 5,7 Millionen Euro, finanziert aus EU-Töpfen (50 %), Landesmitteln (30 %) und Eigenmitteln des Regionalverbands Ruhr (20 %). Noch ist nicht geklärt, wie der Ausbau der Gesamtstrecke finanziert werden soll. Zwar prangt auf der offiziellen Internetseite des RS1 das Logo des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit dem Zusatz “gefördert durch BMVI aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages”, eine verbindliche Zusage einer Finanzierung durch Bundesmittel existiert bisher aber nicht.

 

Nun sind alle gespannt, wie die neue Radverbindung zwischen Mühlheim und Essen angenommen wird. In der Machbarkeitsstudie war man auf dem jetzt eröffneten Teilstück von 3000 bis 4000 Nutzern pro Tag ausgegangen.

Regionalverband Ruhr: RS1
Regionalverband Ruhr: Machbarkeitsstudie RS1 (pdf-Dokument)

Perlenkette

Freitag, 27.11.2015

Heute findet wieder eine Critical Mass (CM) in Berlin statt. Dabei treffen sich hunderte Radfahrer an einem vorher festgelegten Ort (Heinrichplatz, 20 Uhr), um im Idealfall STVO-konform durch die Stadt zu fahren und durch die bloße Anzahl an Radfahrern auf die eigenen Belange aufmerksam zu machen.

Die Critical Mass lotet Grenzen aus - es gibt keine Anmeldung und keinen Ansprechpartner. In Hamburg erstattet die Polizei daher jeden Monat Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht. In Berlin duldet die Polizei die CM, sieht aber eine rechtswidrige übermäßige Straßennutzung (§29 STVO). In beiden Städten begleitet sie die Ausfahrten.

Wenn sehr viele Verkehrsteilnehmer gemeinsam eine Straße nutzen, bremsen sie andere aus. Das gehört zum Alltag in den Städten, insbesondere der “schnelle” Autoverkehr führt zu einer Verlangsamung aller Verkehrsströme durch Stau, lange Wartezeiten an Kreuzungen, verlängerte Wege etc.

Und auch durch die Critical Mass werden andere ausgebremst. Dem Selbstverständnis nach aber nur so weit, wie das die STVO hergibt. Was zum Beispiel bedeutet, dass ein geschlossener Verband mit mehr als 15 Radfahrern gebildet wird, die in Zweierreihen fahren dürfen und von denen die letzten nicht bei Rot anhalten müssen, wenn die ersten bei Grün durchgefahren sind. Allerdings muss der Verband “in angemessenen Abständen” Zwischenräume für den übrigen Verkehr freigeben, wenn seine Länge dies erfordert. Spätestens hier besteht ein Dilemma zwischen Realität und Gesetz, denn wegen der nicht vorgegebenen Fahrstrecke wird bei der CM auf diese Lücken verzichtet. Andernfalls würden verschiedene, “angemessen” lange Verbände unterschiedliche Strecken fahren.

Und auch gegen die Zweierreihen spricht einiges. Man stelle sich eine Kette aus 3500 Radfahrern - so viele waren es im Sommer bei der Berlin CM - vor. Wenn ein Rad 1,80 Meter lang ist und man einen ebensolchen Abstand annimmt, dann benötigt man pro Radfahrer 3,60 Meter Länge. Knapp gerechnet. Multipliziert man das, wegen der Zweierreihen, mit 1750 Radfahrern, so kommt man auf eine Verbandslänge von 6,3 Kilometern. Eine “unendliche” Perlenkette, die bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h insgesamt 19 Minuten den Verkehr blockieren würde. Vierrerreihen halbieren diese theoretische Dauer, das STVO-widrige Fahren im Pulk ist ein Kompromiss zwischen Machbarkeit und Regeltreue.

Im Verkehrsalltag hat man schnell erkannt, dass Einspurigkeit ihre Grenzen hat. Jede wichtigere Straße hat daher mehrere Fahrspuren pro Richtung. Nebeneinanderfahren ist - für Autos - der Normalfall. Radfahrern ist es bis heute nur dann erlaubt, wenn “der Verkehr” dadurch nicht behindert wird. Unabhängig von ihrem Verkehrsanteil müssen sie sonst hintereinanderfahren. Auf der Critical Mass funktioniert das nicht, und auch im Alltag würde es in vielen Straßen nicht funktionieren. Man stelle sich vor, Unter den Linden führen die Radfahrer hintereinander statt im Pulk. Pro Ampelphase kämen dann vielleicht 10 Fahrräder durch, man würde viele Ampelphasen pro Kreuzung benötigen und das Einreihen in die volle Schlange wäre kaum möglich.

Die CM ist ein Grenzfall, nicht richtig erlaubt und nicht richtig verboten.

Der Radverkehr mit seinen hohen Anteilen ist auch schon lange ein solcher Grenzfall - der heute etablierte Radfahrerpulk, der sich in der Realität einfach ergibt, widerspricht den Verkehrsregeln. Grund genug, heute wieder auf sich aufmerksam zu machen!

Man muss ja nicht immer radfahren…

Mittwoch, 25.11.2015

Am 28.11.2015 machen wir einen Betriebsausflug und haben aus diesem Grund Werkstatt und Laden geschlossen.

Am Montag, den 30.11. sind wir wie gewohnt wieder für euch da.

Liebe macht blind

Dienstag, 24.11.2015

Das Projekt “Sicher durch Münster” - eine Ordnungspartnerschaft von 23 Unternehmen unter der Geschäftsführung durch das Ordnungsamt Münster - weist in einem Video auf die Gefahren des toten Winkels hin und verwechselt dabei Gefährdete und Gefährder:

“Ein träumerisch-verliebter Fahrradfahrer fährt hinter einer attraktiven Radfahrerin unbedarft in Richtung Straßenkreuzung. Auf den Verkehr achtet er hierbei nicht und wird von einem LKW überrascht, der rechts abbiegt. Zum Glück landet nur seine Gitarre unter den Rädern des LKW. “

Sicher durch Münster: “Liebe macht blind - Toter Winkel auch”

In der Fahrradnewsgroup de.rec.fahrrad wird darauf hingewiesen, dass es an der im Video zu sehenden Wolbecker Straße in den letzten Monaten drei schwere Unfälle zwischen Rechtsabbiegern und Radfahrern gab. Dabei wurde eine 27-jährige Studentin getötet, ebenso erging es einem überrollten 88-Jährigen, “Glück” hingegen hatte eine 12-jährige, die vom Lkw 30 Meter mitgeschleift wurde und dabei nur leicht verletzt wurde.

Der am Projekt “Sicher durch Münster” beteiligte ADFC distanziert sich daher scharf von dem Video (Auszug):

“Dieser Kinospot stellt die Fahrradfahrer pauschal als dümmlich dar, ist einseitig, sexistisch und rücksichtslos gegenüber den Opfern. Er stellt das Opfer-/ Täter- Verhalten auf den Kopf! […] Hat eigentlich jemand der Verantwortlichen des Kinospots an die Angehörigen der letzten Unfalltoten und Unfallverletzten gedacht? Sollen diese jetzt im Kino erfahren, dass ihr 12 jähriges Kind, ihre 27-jährige Tochter oder ihr Vater/Großvater zu blöd waren sich richtig im Verkehr zu verhalten, weil sie sich ein „sinnloses Kräftemessen mit dem LKW“ geliefert haben? Und die 27-jährige Studentin ist jetzt tot, weil sie statt auf den Verkehr zu achten einem jungen Mann hinterher starrte?”

Radfahrer schwer verletzt zurückgelassen - Zeugen gesucht

Sonntag, 22.11.2015

Mit schweren Verletzungen brachten Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr in Friedrichshain heute Mittag einen 42-Jährigen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Nach den Schilderungen von Zeugen fuhr der Radfahrer gegen 12.30 Uhr auf der Conrad-Blenkle-Straße in südliche Richtung, als es aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Streit zwischen ihm und dem Fahrer eines roten Mazdas gekommen sein soll. Während der Fahrradfahrer zunächst seinen Weg fortsetzte, soll der Autofahrer darauf mehrfach sehr dicht an dem radelnden Mann vorbeigefahren sein. An der Kreuzung Conrad-Blenkle-Straße Ecke Landsberger Allee soll der Radler erneut mit dem Unbekannten gestritten haben. Schließlich fuhr er über die Landberger Straße und folgte der Ebertystraße. Wieder sei der Mazda-Fahrer sehr dicht am Fahrradfahrer vorbeigefahren, bevor es zu einer weiteren Konfrontation an der Kreuzung Ebertystraße Ecke Kochhannstraße gekommen sein soll. Hierbei soll der Radfahrer an der roten Ampel gestanden haben, als der Wagen seines Kontrahenten sich von hinten näherte, den wartenden Radler erfasste, zu Boden schleuderte und schließlich die Beine des am Boden liegenden Mannes überrollte. Anschließend entfernte sich der Fahrer des Unfallwagens, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.

Die Polizei fragt nun:

Wer wurde Zeuge des Verkehrsunfalls und kann den Unfallhergang schildern?

Wer kann die Geschehnisse vor dem Unfall beschreiben?

Wer kann Hinweise zu dem roten Mazda und dessen Fahrer machen?
Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 5 in der Golßener Straße 6 in Kreuzberg unter der Telefonnummer (030) 4664 – 581 800 oder bei einer anderen Polizeidienststelle zu melden.

Meldung der Berliner Polizei Nr. 2910 vom 21.11.2015

Update am 23.11.2015:
“Nach Informationen des Tagesspiegels hat sich ein Zeuge das Kennzeichen des älteren roten Mazda 626 gemerkt. Unklar blieb am Sonntag, ob der Halter schon befragt werden konnte. Die Polizei sucht dringend weitere Zeugen unter der Telefonnummer 030/4664-581800.”
Quelle: Tagesspiegel: Radler überrollt: Polizei kennt Kennzeichen des Autos 

Das Projekt “Radbahn” zwischen Zentrum West und der Oberbaumbrücke

Dienstag, 17.11.2015

Kaum ist die Diskussion um den projektierten Radschnellweg auf der ehemaligen Stammbahn ein wenig verebbt, da kommt der nächste Vorschlag für eine innerstädtischen Radschnellverbindung. Eine Gruppe von Stadtplanern schlägt vor, den brachliegenden Raum unter Berlins Hochbahnlinie U1 zum Radfahren zu nutzen. “8,9 Kilometer überdachter Radweg mitten durch die Stadt – das wäre weltweit einzigartig und für Berlin ein Schritt in die Zukunft”.

Der große Vorteil dieses Plans ist, dass 80 Prozent der Radbahn bereits existiert. Heute befindet sich unterhalb der U-Bahn ein sehr selten genutzter Fußweg oder es werden Autos geparkt. Mit bescheidenen Mitteln könnte dieser Weg zu einer Fahrradstrecke aufgewertet werden. An anderen Abschnitten müsste baulich investiert werden. So könnte zum Beispiel die Radbahn als hängende Fahrbahn unter der Brücke über den Landwehrkanal realisiert werden.

Die Projektgruppe schlägt die Radbahn vor als Teststrecke für Services und Produkte rund ums Rad und Labor für moderne Technik mit dem Ziel, die Stadt von Morgen umweltfreundlicher und nachhaltiger zu machen. Service-Stationen zum Warten der Fahrräder entstehen an der Strecke, grüne Inseln laden zu einem Zwischenstop ein und in einem fahrrad-Drive-In kann man einen schnellen Espresso ordern. Darüber hinaus soll die Radbahn mit moderner Verkehrstechnik ausgestattet werden, damit die Radfahrer auf einer grünen Welle fahren können.

Radbahn
Broschüre Radbahn Berlin (pdf-Dokument)

Zeugen zu einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht gesucht

Freitag, 06.11.2015

Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Klärung des Hergangs eines Verkehrsunfalls in Kreuzberg, bei dem heute Vormittag eine Frau schwer verletzt wurde.

Die 74-Jährige war gegen 10:30 Uhr mit ihrem Fahrrad in Richtung Platz der Luftbrücke unterwegs, als sie an der Kreuzung Dudenstraße/Katzbachstraße von einem abbiegenden Pkw touchiert wurde. Dabei kam die Radlerin zu Fall und zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu. Der Fahrzeugführer setzte seine Fahrt fort.

Die Polizei fragt:

  • Wer hat den Verkehrsunfall beobachtet?
  • Wer kann Angaben zum Fahrer oder zur Fahrerin des flüchtenden Autos machen?

Zeugen des Unfalls werden gebeten, sich mit dem Verkehrsermittlungsdienst der Polizei, Dir 5 K 23 VED, in der Golßener Straße 6 in Berlin-Kreuzberg unter der Telefonnummer (030) 4664- 581 800 oder einer anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizeimeldung Nr. 2667 vom 06.11.2015

Radfahrer nach Unfall auf dem Tempelhofer Feld verstorben

Mittwoch, 04.11.2015

Nach einem schweren Unfall am Samstag ist gestern ein 64-jähriger Radfahrer verstorben. Ein 26-jähriger Kitesurfer wollte den Radfahrer auf dem Tempelhofer Feld überholen, dabei brach der Schirm zusammen und traf den Radfahrer am Kopf, so dass dieser stürzte.

Bereits im Jahre 2013 war ein Radfahrer seinen Rückenverletzungen erlegen, nachdem er auf dem Tempelhofer Feld mit einem Jogger kollidiert war.

Somit gab es seit der Öffnung des Feldes für das Publikum im Jahre 2010 bereits zwei tödliche Fahrradunfälle. Im Tagesspiegel und unter den Lesern werden nun verschiedene Maßnahmen diskutiert, um das sportliche Miteinander sicherer zu machen.  Einem abgegrenzten Bereich für Kitesurfer erteilten eine Mehrheit der vom Tagesspiegel befragten Besucher vor dem Bekanntwerden des Todesfalls noch eine Absage, in den Onlinekommentaren beschweren sich einige darüber, dass viele Radfahrer zu schnell zwischen den spielenden Kindern und Fußgängern hindurchfahren.

Tagesspiegel: Radfahrer erliegt schweren Verletzungen (4.11.2015)

Tagesspiegel: Besucher wollen keine Abgrenzung auf dem Tempelhofer Feld (3.11.2015)

Tempelhofer Feld

Angriff auf der Critical Mass Linz

Montag, 02.11.2015

Auf der Critical Mass in Linz am 30.10.2015 fuhr ein Audifahrer zweimal einen Radfahrer an, bis dieser stürzte, und flüchtete dann.

Das Kennzeichen ist den Geschädigten bekannt und die Polizei ist bereits informiert.

Eckernförde: Busfahrer gegen Radfahrer

Montag, 02.11.2015

Radfahrer sind für viele Mitmenschen immer der Unfallverursacher. Sind sie bei rot gefahren und verunglückt, dann ist das klar. Sind sie bei grün gefahren und verunglückt, dann haben sie “auf ihr Recht gepocht” und darauf hingearbeitet, dass in ihrem Grabstein steht: “Ich war im Recht”.

Auf die Spitze getrieben wird diese Denkweise in der Eckernförder Zeitung, die zwei Busfahrer zu Wort kommen lässt.  Zu den vielen Unfällen am Eckernförder ZOB befragt, gibt Stefan Kreutzer vom Busunternehmen “Der Riesebyer” folgendes von sich:

„Viele Radfahrer pochen auf die Vorfahrt, die ihnen der Radweg einräumt.“

Der Radweg am ZOB scheint mehrere Meter von der Fahrbahn abgesetzt zu sein, so dass dort aus dem ZOB einfahrende Busse den vorfahrtberechtigten Radweg blockieren müssen, um auf den fließenden Verkehr zu warten. Nach normalem Menschenverstand eine saudumme Kreuzungsgestaltung, nach Kreutzer hingegen alleinige Schuld der Radfahrer, die einfach mal zehn Sekunden warten könnten, statt so zu fahren, wie es die STVO dort vorgibt.

Stefan Kreutzer über die Radfahrer, die nicht warten: „Es nützt ja niemandem etwas, wenn er zwar Vorfahrt hatte, aber trotzdem am Ende unterm Bus liegt.“ Genau, denn wenn einer Vorfahrt hatte und der andere nicht - oder in jeder anderen Unfallsituation - ist immer Schuld: Der Radfahrer.

Bis hierhin sind das alltägliche Äußerungen von motorisierten Mitbürgern, die unumwunden zugeben, anderen ab und zu die Vorfahrt zu nehmen und diesen die Schuld geben. Kreutzer hat sogar das Ordnungsamt angeschrieben und darum gebeten, entweder Hinweise auf die Gefahrensituation, Drängelgitter zur Verringerung der Geschwindigkeit der Radfahrer oder gar eine Neugestaltung des Platzes vorzunehmen. Nur die eigene Geschwindigkeit zu verringern und damit selbst auf die erkannte Gefahrensituation einzugehen, das ginge dann wohl doch zu weit.

Eckernförder Zeitung: “Busfahrer warnt: Radfahrer leben gefährlich” (20.10.2015)

Gefunden auf rad[irr]wege.

Radfahrer (in Amsterdam) sind schlecht

Freitag, 30.10.2015

In Berlin wurden bei bezirksübergreifenden Verkehrskontrollen vom 26. bis 28. Oktober 1.569 Verstöße gegen die verbotswidrige Handynutzung im Straßenverkehr festgestellt, darunter waren 101 Radfahrer. Wenn in Amsterdam jemand auf dem Fahrrad zu seinem Telefon greift, dann passiert … gar nichts, weil es nicht verboten ist, auf dem Rad zu telefonieren. Die zuständige Ministerin Schultz van Haegen setzt auf Verkehrserziehungsmaßnahmen und nicht auf Verbote.

Viele Radfahrer in Amsterdam setzen sich mit einigen Bierchen intus aufs Fahrrad, sie fahren nachts ohne funktionerendes Licht, sie brettern über rote Ampeln und scheuen sich nicht, auch mal den Bürgersteig zu benutzen. Ein Besucher könnte auf die Idee kommen, dass Amsterdam der wilde Westen des Radfahrens ist.

Wieso wird nonkonformistisches Verhalten von Radfahrern in Amsterdam toleriert? Und was hat das damit zu tun, dass man in Holland einen Joint ohne Angst vor der Polizei rauchen kann?  Die folgende Animation von Lucas Brailsford sucht darauf eine Antwort.

Where is Lucas?: Cyclists behaving badly

Internationales Festival des Fahrrad-Films: Die besten Fahrradfilme des Jahres

Donnerstag, 29.10.2015

Am kommenden Wochenende begeht das Internationale Festival des Fahrrad-Films sein zehnjähriges Jubiläum. Gefeiert wird das Fahrrad.

Es gibt eine Leichtigkeit, eine gute Laune, die ausschließlich auf dem Fahrrad erlebt werden kann. Albert Einstein wusste dass, David Byrne weiß es, viele Gedichte des großen Horst Tomayer zeugen davon. Auf der Leinwand des 10. International Cycling Film Festival (ICFF) erbringt Spiderman den Beweis, das Fahrradfahren das Leben in einen Urlaub verwandelt, auch wenn er sich im Film „Time for Vacation“ aus Estland blaue Flecken holt.

Seit inzwischen zehn Jahren zelebriert das ICFF das Fahrrad als eine der besten Erfindungen der Menschheit. Und, quasi nebenbei, zeigt es das Fahrrad als Spiegel der Gesellschaft. Am kommenden Wochenende präsentiert es im Hauptprogramm 18 Fahrradfilme aus zehn verschiedenen Ländern.

Bereits am Freitag startet das Festival mit dem “International Cycling Film Festival”. Am Sonnabend wird die Anfahrt nach Herne von Dortmund und Bochum als CM gefahren, bevor ab 17:00 Uhr ein Biky Horror Spezialfilmprogramm läuft mit feinen vegane Speisen von der Dortmunder Velokitchen. Ab 20:00 Uhr dann das Hauptprogramm in drei verschiedenen Sessions vor der Verleihung der Goldenen Kurbel um 23:00 Uhr. Alles weitere steht auf dem Plakat.

International Cycling Film Festival
International Cycling Film Festival bei Wikipedia englisch mit allen Preisträgern seit 2006

Fahrradparkplatz mit Lichtprojektion

Dienstag, 27.10.2015

Die Fahrradparkplatznot in Amsterdam ist groß. Die Stadt Amsterdam hat deshalb neben dem Bau von 40.000 weiteren Fahrradparkplätzen bis zum Jahr 2020 eine Reihe von Pilotprojekten gestartet, um zu untersuchen, wie bestehende Fahrradstellplätze besser genutzt werden können. So wird zum Beispiel untersucht, mit welchem Leitsystem Radfahrer am besten zum wenig genutzten Fahrradparkhaus unter der Zentralbibliothek in Amsterdam geführt werden können. An den meisten Bahnhöfen darf man sein Rad 14 Tage parken. Ein Pilotprojekt untersucht, wie man die 14-Tage-Regel besser kommunizieren kann, zum Beispiel mit einem bestimmten Bodenbelag oder Bodenfliesen. Eine weitere Idee ist die Schaffung von “Pop Up”-Fahrradstellplätzen. Auf dem Blumenmarkt, der in der Nähe vieler gut besuchter Restaurants und Kneipen liegt, darf man sein Rad außerhalb der Marktzeiten parken. Radfahrer werden mit einer Lichtprojektion darauf hingewiesen, dass sie hier zwischen 23:00 und 5:00 Uhr parken können.

Gemeinde Amsterdam: Fietsparkeerpilots om bestaande fietsparkeerplekken beter te benutten
Foto: BicycleDutch

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