Im Straßenverkehr ausgerastet und auf Radfahrer eingeprügelt - Schläger mit Bildern gesucht

Freitag, 30.01.2015

Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 sucht Zeugen eines Vorfalls, der sich am 9. Juli 2014 in Mitte ereignet hatte. Mit der Veröffentlichung von Bildern hoffen die Ermittler auf Hinweise, die zur Namenhaftmachung eines bisher unbekannten Schlägers und seines Begleiters führen.
An dem Mittwoch fuhr ein 34 Jahre alter Radfahrer gegen 17.30 Uhr mit seinem Herrenrad auf dem Radfahrstreifen der Wilhelmstraße von Tempelhof in Richtung Mitte. Nach bisherigen Erkenntnissen musste der Radfahrer dann einem braunen „Hyundai“ Geländewagen mit Heidelberger Kennzeichen ausweichen, der aufgrund eines Staus halb auf dem Radfahrstreifen stand. Der Radfahrer war nach eigenen Aussagen über den Gehweg ausgewichen und dann kurz nach dem Fahrzeug wieder auf die Fahrbahn gefahren. Ob er das haltende Auto hierbei berührt hatte, konnte der Mann nicht mehr sagen. Der Radfahrer fuhr anschließend weiter bis zur Leipziger Straße und bog nach rechts in Richtung Alexanderplatz ab. Plötzlich wurde er von dem braunen „Hyundai“ überholt, der über den Gehweg gefahren war, um ihm zu folgen. Der Geländewagen bedrängte den Radfahrer zunächst vom Gehweg aus. Hierbei gefährdete der Autofahrer diverse Fußgänger, die auf dem Gehweg liefen, verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Anschließend fuhr der Wagen zurück auf die Fahrbahn und bedrängte den inzwischen aufgrund des aggressiven Verhaltens des Fahrers verängstigten Radfahrer von der anderen Seite. Als der Wagen auf gleicher Höhe wie der 34-Jährige fuhr, öffnete sich plötzlich das Beifahrerfenster und der Radler wurde mit einem Schlagstock mehrfach geschlagen. Gleichzeitig wurde das Auto immer wieder nach rechts gegen den Radfahrer gelenkt, um ihn am Bordstein einzuklemmen. An der Kreuzung Leipziger Straße Ecke Mauerstraße überholte der Autofahrer den Radler schließlich und stellte sich ihm mit seinem Wagen in den Weg. Der Radfahrer musste ruckartig bremsen, um nicht gegen das Auto zu prallen. Der Autofahrer sprang heraus und rannte auf den 34-Jährigen zu. Dieser versuchte noch zu wenden und davon zu fahren, wurde jedoch in diesem Moment schon von dem Unbekannten mit dem Schlagstock mehrfach gegen den Kopf geschlagen. Hierbei schrie der aggressive Mann diverse Beleidigungen und drohte den Radfahrer zu töten. Auch herbeieilende Zeugen beleidigte und bedrohte der Unbekannte. Nachdem Passanten eingeschritten waren, lief der Schläger zunächst zurück zu seinem Fahrzeug. Das Opfer fotografierte dann sowohl den Autofahrer als auch das Fahrzeug, woraufhin der brutale Mann erneut auf den 34-Jährigen zulief und ihm mehrfach gegen den Kopf trat, bis dieser umfiel und regungslos liegen blieb. Nach dieser erneuten Attacke stieg der Unbekannte in das Fahrzeug, wendete und fuhr auf der Leipziger Straße zurück in Richtung Potsdamer Platz.
Der Radfahrer erlitt Verletzungen, die stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Er leidet psychisch noch heute sehr unter dem Angriff.

Die Ermittlungen zu dem Autofahrer und seinem Beifahrer blieben bis heute ohne Erfolg.

Der Autofahrer wird folgendermaßen beschrieben:

30 bis 40 Jahre alt
südländisches Aussehen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
hatte muskulöse Unterarme und eine trainierte Statur
trug ein helles T-Shirt, Jeans und Schuhe mit einer hellen Applikation
hatte dunkle Haare und einen Drei-Tage-Bart
trug eine auffällige, goldfarbene Uhr am linken Handgelenk
Sein Begleiter wird folgendermaßen beschrieben:

20 bis 25 Jahre alt
auffallend schlank
über 180 cm groß
kurze dunkelblonde oder bräunliche Haare
kariertes Hemd in unterschiedlichen Türkistönen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
Der Verkehrsermittlungsdienst fragt:

Wer kennt die beiden Männer und kann Angaben zu ihnen machen?
Wer kennt das Fahrzeug?
Wer hat den Vorfall beobachtet, sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet und kann Angaben zu dem Übergriff machen?
Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?
Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 in der Invalidenstraße 57 in Moabit unter den Telefonnummern (030) 4664 – 381 352 bzw. – 381 800 zu melden. Selbstverständlich nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise entgegen.

Meldung der Berliner Polizei Nr. 0247 vom 30.01.2015
Weitere Bilder des Gesuchten sind hier veröffentlicht.

Critical Mass Januar 2015

Freitag, 30.01.2015

In der langen Geschichte der Berliner Critical Mass war der Jahrgang 2014 der mit Abstand erfolgreichste. An zwölf Freitagen radelten zusammen mehr als zwölftausend Teilnehmer eine Gesamtstrecke von 480 Kilometern, das entspricht etwa der Entfernung vom Kreuzberger Heinrichplatz bis zum Kölner Dom. Radfahrer, die bei jeder CM von Anfang bis zum Schluss dabei blieben, haben locker mehr als 30 Stunden im Sattel verbracht. Kann ich gut verstehen, schließlich kann das Radfahren auf glattem Asphalt bei endlos grüner Welle im Windschatten der Mitfahrer süchtig machen.

Heute Abend gibt es bei Schmuddelwetter und Temperaturen um den Gefrierpunkt die Chance, zu zeigen, dass Radfahrer auch 2015 lästig bleiben. Abfahrt Punkt zwanzig Uhr vom Mariannenplatz in Kreuzberg. Ziel Goldelse oder Quadriga oder Alex oder irgendwo im Stadtgebiet.

Studie zu Alkoholkonsum und Fahrradfahren

Donnerstag, 29.01.2015

Noch bis morgen findet der 53. Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar statt, von dem Vorschläge an den Gesetzgeber hinsichtlich des Alkohol-Grenzwertes für Radfahrer erwartet werden. Nachdem in der Presse ausschließlich Stimmen zu hören waren, dass der Richtwert gesenkt werden müsse, stellt heute Prof. Dr. Thomas Daldrup, Bereichsleiter Forensische Toxikologie und Leiter des Alkohollabors am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf, auf dem Verkehrsgerichtstag eine Studie vor, die manchen überraschen mag. Auftraggeber der Studie war der Gesamtverband der Versicherer beziehungsweise deren Abteilung zur Unfallforschung, Kernfrage war, ob man mit 1,6 Promille noch Fahrrad fahren kann.

Die Ergebnisse der Studie mit den Worten von Thomas Daldrup: “Nach unseren Ergebnissen müsste die Rechtsprechung eigentlich in dem Sinne revidiert werden, dass es für Fahrradfahrer keine Obergrenze mehr gibt. Auch mit 1,6 Promille oder mehr – manche Teilnehmer hatten sogar zwei Promille – können einige ohne große Ausfallerscheinungen Rad fahren. Ein pauschal mögliches Strafverfahren bei 1,6 Promille erscheint nach unserer Untersuchung etwas zu restriktiv.”

FAZ: „Mit 1,6 Promille kann man noch fahren“

“Je dicker das Auto, umso egoistischer das Parkverhalten”

Donnerstag, 29.01.2015

Im letzten Frühjahr veröffentlichte die Agentur für Clevere Städte die so genannte Wegeheld-App, ein kleines Smartphone-Programm, mit dem genervte Fußgänger und Radfahrer rücksichtsloses Parkverhalten im Internet veröffentlichen können. Erstmals sind nun über 7.000 Falschparker, die mit der App gepostet wurden, nach Marke, Farbe und Parksünde ausgewertet worden.

Bezogen auf die Zulassungszahlen sind Oberklasse-Fahrzeuge ganz vorne dabei. Am Ende der Liste stehen die Marken Hyundai, Mazda und Suzuki. Betrachtet man die absoluten Zahlen, fuhr jeder zweite gepostete Falschparker ein Fahrzeug der Marken VW, Mercedes, Opel oder BMW oder hatte ein schwarzes, graues oder silbernes Auto. Dem Ordnungsamt mit Foto und Nummernschild gemeldet wurden besonders gerne Jaguar, Porsche und Smart, bezogen auf die Zulassungszahlen.

Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte fasst das Ergebnis zusammen: “Je dicker das Auto, umso egoistischer das Verhalten”. Stefan Lieb vom Verband FUSS e.V. unterstützt Strößenreuther: “Eltern mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Senioren können ein Lied von diesen Blockaden singen. Die Bußgelder heute werden aus der Portokasse bezahlt, doch auch Menschen mit teuren Autos können sich rücksichtsvoller verhalten: Der Bußgeldkatalog sollte das Erlernen unterstützen”. Einmal mehr zeigt sich, dass die Bußgelder für das rücksichtslose Zuparken steigen müssen, wie es die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ fordert.

Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“
Wegeheld-App
Agentur für Clevere Städte
Fuss e.V.

Piratenpartei Göttingen: “Tempo 30 ist nicht mehr zeitgemäß”

Montag, 26.01.2015

Göttingen ist eine Universitätsstadt in Südniedersachsen. Durch die Stadt führen zwei Bundesstraßen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung sowie Durchgangsstraßen, die die Vororte und Dörfer im Umland der Unistadt erschließen. Weil in einer dieser Straßen in den Nachtstunden ein Tempo-30-Gebot zur Verkehrsberuhigung eingeführt wurde, kritisiert die Piratenpartei die Tempo-30-Strategie als nicht zeitgemäß:

“An Straßen, die für 70 km/h ausgelegt sind, Tempo 30-Schilder aufzustellen und dann mit erzieherischen Maßnahmen wie Bußgeldern zu versuchen, deren Einhaltung durchzusetzen, ist kein Mittel einer modernen Verkehrspolitik.

Es ist heutzutage z. B. durchaus möglich, Ampeln induktiv zu schalten und dann, wenn ein rasendes Auto registriert wird, die nächste Ampel umgehend eine Minute lang auf Rot zu stellen. Ebenso kann nachts ein Auto, das mit 30 km/h registriert wird, an der nächsten Ampel umgehend dann Grün erhalten, wenn kein anderer Verkehr kreuzt. Die Piraten fordern, endlich Gelder für intelligentere Ampelschaltungen bereitzustellen.

An den Durchgangsstraßen Tempo 30 auch tagsüber vorzuschreiben wäre nach Ansicht der Piraten die falsche Strategie. In den Städten geht es heute darum, mit moderner Technik Verkehrsströme energiesparend und lärmreduziert durch optimal genutzte Straßenräume zu leiten und den Radverkehr attraktiver zu machen, beispielsweise mit neuen Schildern.”

Ich bin nicht ganz sicher, welche neuen Schilder den Radverkehr nach Ansicht der Piraten attraktiver machen sollen. Meinen sie die Schilder des französischen Künstlers Clet Abraham, der unter anderem in Berlin Verkehrsschilder kreativ verändert? Hier ein Video von Raphael Haddad über Clets Kunstschilder.

Piratenpartei Göttingen: Piratenpartei kritisiert Tempo 30-Strategie als nicht zeitgemäß
via: Zukunft Mobilität

Thema “Promillegrenze für Fahrradfahrer” auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag

Freitag, 23.01.2015

In der kommenden Woche findet vom 28. bis zum 30. Januar 2015 der Deutsche Verkehrsgerichtstag statt, eine jährlich stattfindende Konferenz für Straßenverkehrsrecht im Harzstädchen Goslar. Sie hat bundesweit Relevanz, da ihre Empfehlungen häufig in der Politik bei der Ausgestaltung von Gesetzen und Vorschriften berücksichtigt werden. Radfahrer stehen im Focus der diesjährigen Veranstaltung, denn im Arbeitskreis 3 soll über neue Promillegrenzen für sie diskutiert werden. In der Presseinfo für den Gerichtstag wird die Veranstaltung so angekündigt:

“Für Fahrradfahrer liegt die Grenze der strafbewehrten, so genannten absoluten Fahruntüchtigkeit nach höchstrichterlicher Rechtsprechung bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille. Eine Bestrafung von Radfahrern bei einer weniger hohen Alkoholisierung verlangt den Nachweis alkoholbedingten Fehlverhaltens, der in der Praxis auch für Radfahrer nicht immer leicht zu führen ist. Im Unterschied zu Kraftfahrern existiert für Radfahrer bislang kein bußgeldbewehrter Gefahrengrenzwert, wie er in § 24a Straßenverkehrsgesetz vorhanden ist.

Rechtsmedizinische Untersuchungen zu den Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit von Fahrradfahrern stammen aus den frühen 80er Jahren. Vor diesem Hintergrund wurden aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen mit der Frage durchgeführt, ob bei dem immer dichter werdenden Straßenverkehr die Grenze von 1,6 Promille, die erst nach sehr erheblichem Alkoholkonsum erreicht wird, noch sinnvoll ist.

Ab welcher Promillezahl sind betrunkene Fahrradfahrer ein Sicherheitsrisiko? In welchem Umfang gefährden alkoholisierte Fahrradfahrer nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer? Sollen neue Promillegrenzen eingeführt werden?”

Referieren wird zu diesem Thema unter anderem Roland Huhn, Rechtsreferent des ADFC bei der Bundesgeschäftsstelle. Der ADFC setzt für eine Absenkung der Promillegrenze für Fahrradfahrer auf 1,1 Promille ein.

53. Deutscher Verkehrsgerichtstag
ADFC: Geringerer Grenzwert für Radfahrer

Markt für Leihfahrräder wächst

Donnerstag, 22.01.2015

Eigentlich ist Fahrradverleih ein ganz alter Hut. Im Jahre 1965 stellte Luud Schimmelpennink, ein holländischer Politiker, Erfinder und Provo (so nannte man die Anarchos in den sechziger Jahren in den Niederlanden), den „witte Fietsenplan“ („weißen Fahrradplan“) vor. Idee war, weiß gestrichenene Fahrräder in Amsterdam jedem kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das erste Gratisrad wurde am Lieverdje weiß gestrichen und sofort von der Polizei beschlagnahmt, da das gesetzlich vorgeschriebene Fahrradschloss fehlte. Schimmelpennink machte noch einen zweiten Anlauf zu seinem Wittefietsenplan, den er der Amsterdamer Stadtverwaltung vorschlug. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, die Zeit des Fahrrades sei abgelaufen.

Heute, fünfzig Jahre später, hat der Gedanke des Leihfahrrades sich weltweit durchgesetzt. Inzwischen kann man in 553 Städten auf allen Kontinenten Räder ausleihen. Die Unternehmensberatung “Roland Berger Strategy Consultants” schätzt, dass der Weltmarkt für geteilte Räder ungefähr um 20 Prozent pro Jahr wächst und im Jahre 2020 zwischen 3,6 und 5,3 Milliarden Euro groß sein wird.

Verkeer in Beeld: Markt voor fietsdelen groeit wereldwijd naar 5,3 miljard

“Was Fahrradfahrer über ihre Rechte wissen sollten”

Dienstag, 20.01.2015

Die Deutsche Anwaltshotline hat in Kooperation mit dem ADFC einen kleinen Ratgeber Recht für Radfahrer herausgegeben. Die Autoren Rechtsanwalt Frank Böckhaus und Manuel Christa beantworten acht Fragen zu den Rechten und Pflichten von Radfahrern, angefangen von der Fahrradbeleuchtung bis zum Handyverbot.

Die Rechtsfragen im Einzelnen:

  • Ist wirklich nur das Dynamolicht verkehrssicher?
  • Kann ich bei Verkehrsverstößen mit dem Rad meinen Autoführerschein verlieren?
  • Haben Radler ohne Helm immer Teilschuld an Unfallverletzungen?
  • Besteht eine Pflicht, den Radweg auch immer zu nutzen?
  • Sind Kopfhörer mit Musik beim Radfahren eigentlich verboten?
  • Ist es wirklich immer verboten, mit dem Rad rechts zu überholen?
  • Müssen Fahrradfahrer immer hintereinander fahren?
  • Gilt das Verbot, mit dem Handy zu telefonieren, auf dem Fahrrad genauso?

Nicht unproblematisch finde ich Frage Nummer drei: “Haben Radler ohne Helm immer Teilschuld an Unfallverletzungen?” Diese Formulierung suggeriert, dass es der Normalfall ist, wenn einem unverschuldet in einen Unfall geratenen Radler ohne Helm eine Teilschuld zugesprochen wird. Das Gegenteil ist der Fall.

In der Beantwortung der Frage wird korrekterweise auf das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts und der Überprüfung des Urteils durch den Bundesgerichtshof eingegangen. Ich hatte die große öffentliche Wirkung des Urteils des OLG Schleswig-Holstein immer so verstanden, dass bisher Radfahrer ohne Helm keine Mitschuld trugen und dass erstmals einem helmlosen Radfahrer eine Sorgfaltspflichtverletzung unterstellt wurde. Der BGH hat aber das vorinstanzliche Urteil kassiert.

Der kleine zehnseitige Velorechtsratgeber wird ergänzt durch einen Auszug aus dem Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer.

Deutsche Anwaltshotline: Was Fahrradfahrer über ihre Rechte wissen sollten (pdf-Dokument)

Grüne Initiative “Fahrradstraßen” in Berlin

Montag, 19.01.2015

Die Rede von Stefan Gelbhaar, die weiter unten als Youtube-Film gezeigt wird, ist schon etwas älter, sie wurde Anfang Juli 2014 vor dem Berliner Abgeordnetenhaus gehalten. Sie bezieht sich auf die bündnisgrüne Initiative “Fahrradstraßennetz für Berlin”. Die Grüne hatten auf einer eigens eingerichteten Homepage Vorschläge der Bevölkerung für Fahrradstraßen gesucht.

Zur Zeit existieren lediglich siebzehn Straßen in Berlin, auf denen die Radfahrer Vorrang genießen. Diese Straßen sind bunt über die Stadt verstreut, sie bilden mitnichten ein zusammenhängendes Netz.

Aus einer Vielzahl von eingereichten Vorschlägen destillierten die Grünen zwei Pilotrouten durch Berlin,  um je eine durchgehende Verbindung von Nord nach Süd und eine von Ost nach West fertig zu stellen und den Netzgedanken sicht- und nutzbar zu machen. Die erste West-Ost-Route verbindet die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf über Schöneberg und Kreuzberg mit Neukölln. Sie soll am Wilmersdorfer Volkspark beginnen und führt über Belzigerstraße, Crellestraße, Monumentenstraße, Kreuzbergstraße, Körte- und Grimmstraße, Bürknerstraße, Maybachufer und Weigandufer bis zum Endpunkt an der Ederstraße.

Die zweite von den Grünen vorgeschlagene Pilotroute verläuft aus Pankow kommend durch Mitte und Kreuzberg nach Schöneberg. Beginnend ab der Dunkerstraße führt sie über Stargarder, Senefelder und Kollwitzstraße durch Pankow, läuft über Max-Beer-Straße und Rochstraße zur Museumsinsel. Von da ab geht es südlich durch die Innenstadt und über Markgrafenstraße, Lindenstraße, Großbeerenstraße bis zur Crekllestraße, wo der Kreuzungspunkt zur anderen Pilotroute liegt. Ab hier führt ein Zug aus Fahrradstraßen, die neu eingerichtet werden sollen über Crellestraße und Eberstraße bis zum Innsbruckerplatz. Nach dem Queren dieses Platzes führt der Verlauf über Rubensstraße, Semperstraße und Hedwigstraße. Nach Meinung der Grünen sind Teilstrecken der Routen sind schnell umzusetzen, nur an Knotenpunkten sind bauliche Veränderungen notwendig.

Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben das Projekt Grünen am 15.01.2015 im Plenum abgelehnt.

Bündnis 90/Die Grüne: Fahrradstraßennetz für Berlin
Bündnis 90/Die Grüne: Berlin wird Fahrradstadt – Berlin braucht ein Fahrradstraßennetz

Flashmob sprüht Radweg-Markierung auf falschparkende Autos

Freitag, 16.01.2015

“Aber bitte mit Sahne!” hieß der Flashmob, zu dem heute in der westlichen City aufgerufen wurde. In weiße Bademäntel gekleidete Sauberfrauen und -männer verzierte falsch geparkte Autos mit Fahrradpiktogrammen und führte die weiße Linie über die Wagen hinweg. Ziel war, die Markierungen wieder sichtbar zu machen und damit die Gefahr für Radler und von Nachahmern zu bannen sowie auf die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ aufmerksam zu machen.

Open Petition: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!

Polizeigewerkschaft will Warnwestenpflicht für Radfahrer

Donnerstag, 15.01.2015

Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost möchte die Deutsche Polizeigewerkschaft in Berlin eine Pflicht für Radfahrer einführen, vom Einbruch der Dunkelheit bis zum nächsten Morgen reflektierende Warnwesten zu tragen. Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der DPolG, begründete diesen Vorstoß mit dem Argument: “Mit Warnwesten sind Radfahrer in der Dunkelheit besser zu erkennen.” Daher solle es in der Dämmerung und nachts eine Pflicht zum Tragen von Warnwesten geben.

Die originelle Forderung entstand bei einer Fachtagung der Funkwagenfahrer gemeinsam in Gesprächen mit den Beamten der Verkehrsüberwachung. “Endlich mal eine gute Idee”, kommentiert die Morgenpost die Initiative der Gewerkschaft der Polizei und führt fort: “Weil aber die vielen Kontrollen der Polizei, die ungezählten Hinweise für Radfahrer, bitte doch Licht am Rad zu haben, nicht zu mehr Einsicht führten, muss man sie nun zwingen. Licht an und Weste tragen. Zur eigenen Sicherheit.”

Berliner Morgenpost: Warnwesten sollen Pflicht für Radfahrer werden

Neukölln: Fahrradsuchmeldung

Montag, 12.01.2015

J. mailt uns: “Die ….. haben mir mein Fahrrad geklaut!!
Am 9.1. zwischen 19:30 und 23:00 am S-Bahnhof Neukölln. Wer irgendwo wen mit diesem Superrad antrifft: hau ihn vom Rad und ruft mich an!
Schwarzes Manufaktur T-100 Da 55 schwarz 24-G
Rahmennummer: PK 115719
Silberne Klingel rechts, braune Korkgriffe, Vorderes Schutzblech mit Gaffertape geklebt. Gelsattel. Links fehlt die Abdeckung der Gangschaltanzeige. Ich hab am 8.1. erst 150€ reingesteckt für neues Schaltwerk, Kurbelgarnitur, neue Bremsen… ”

Telefon 0177-2936226
Telefon 030-28372214

Fahrradfahrer sind die Nervigsten

Donnerstag, 08.01.2015

“Fahrradfahrer sind die Nervigsten”, so titelt die Berliner Zeitung. Dabei zitiert sie die BVG-Busfahrerin Angela N., die aus ihrem Alltag berichtet. Eine Passage hat es in sich, und dürfte das Selbstverständnis einiger BVG-Fahrer gut wiederspiegeln:

Auf Busspuren fahren sie oft im Pulk, 20 oder 30 zusammen, und in der Mitte, so dass wir hinterher zuckeln müssen.

Was das genau bedeuten soll, ist klar: Die Radfahrer sollen lieber hintereinander und ganz rechts fahren, so dass der Bus in der Busspur bleiben kann, während er sie überholt.

Da weiss man, warum das Sicherheitsgefühl im Pulk so viel höher sein kann: Nach wie vor werden Regeln wie das Einhalten von Ampeln ernster genommen als vorgeschriebene Sicherheitsabstände beim Überholen.

Wie sind Eure Erfahrungen mit den Bussen der BVG?

Berliner Zeitung vom 4.1.: “Fahrradfahrer sind die Nervigsten”

Stadt Eindhoven testet spezielle Räumfahrzeuge für Fahrradwege

Mittwoch, 07.01.2015

Eine für Fahrradwege konzipiertes Räumfahrzeug wird in der niederländischen Stadt Eindhoven in diesem Winter getestet. Das “Velocity” genannte Gerät ist eine Variante von Fahrzeugen, die für die schnelle Räumung von Flughäfen eingesetzt werden. Das bis zu 30 km/h schnelle Fahrzeug kann Schnee schieben, von der Straße bürsten und den Fahrweg mit einer Salzlösung besprühen. In den Niederlanden ist es zwar üblich, Traktoren für die Straßenreinigung einzusetzen, ich frage mich aber, wie man den Schnee weggebürstet bekommt, wenn man ihn vorher mit breiten Treckerreifen fest fährt.

Verkeersnet: Eindhoven doet ervaring op met speciale fietspad-strooimachine

Verkauf nach Ladenschluss

Dienstag, 06.01.2015

Jedes Jahr zum Jahreswechsel scheint es ein Volkssport zu sein Altglas auf den Radwegen zu entsorgen. Das sorgt für massenhafte Plattfüße bei Fahrrädern, dummerweise haben genau jetzt auch noch alle Fahrradläden geschlossen, ein ärgerlicher Start ins neue Jahr! Für solche Fälle und andere Notsituationen (wer weiß was alles mit Schläuchen angestellt werden kann) haben wir uns einen Schlauchomat vor den Laden gehängt. Ab sofort könnt ihr Fahrradschläuche rund um die Uhr bei uns bekommen!

Der Schlauch-Automat ist mit folgenden Schlauchgrößen bestückt:

26 Zoll:

SV 13: Französisches Ventil 40 bis 62 - 559

AV 13: Autoventil gleiche Größe

27,5 Zoll, 28 Zoll, 29 Zoll:

SV 15: Französisches Ventil 18 bis 28 - 622, 22 bis 25 - 630

SV 17: Französisches Ventil  28 bis 47 - 622, 32 - 630, 40 - 635

DV 17: Dunlopventil gleiche Größe

SV 19: Französisches Ventil 50 bis 60 - 584, 40 bis 62 - 622, 40 - 635

Die Schläuche kosten 7,50 €, Pumpen oder Werkzeug gibts leider noch nicht im Automaten, wir arbeiten dran.

Chris Mass 2014

Montag, 29.12.2014

Bei einer Temperatur von knapp unter null Grad trafen sich am zweiten Weihnachtstag etwa 120 Leute auf dem Mariannenplatz zur finalen CM 2014. Auf dem ersten Teilstück der Strecke über Oranien- und Moritzplatz und durch Kreuzberg 61 hatte sich ein Polizeiauto an die Spitze gesetzt, dem die Radfahrer folgten. Ab der Potsdamer Straße wählten die Radfahrer an der Spitze dann einen anderen Weg als den von der Polizei vorgegebenen. Das führte beim Polizeifahrzeug zu abrupten Richtungswechseln und hektischen Versuchen, sich erneut an die Spitze der CM zu setzen, ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen CM und der Rennleitung.

Die letzte Critical Mass des Jahres führte über insgesamt 40 Kilometer und dauerte drei Stunden bis ungefähr 23 Uhr. Zu dem Zeitpunkt saß ich aber schon wieder hinter dem Ofen, um aufzutauen.

Linienstraße im Jahr 2000 und 2014

Mittwoch, 24.12.2014

Der Fotograf Michael Lange hat von 1991 bis Anfang des Jahrtausends den Osten Berlins auf schwarz-weiß dokumentiert. Viele der Bilder, die Lange auf dem Tumblr-Blog “Berlin in den 90ern” publiziert, wirken wie aus einer längst vergangenen Zeit. Die Brachen, leerstehenden Häuser und Baustellen zeugen von einer Stadt im Wandel.

Für ein Buchprojekt hat Michael Lange manche Orte noch einmal neu fotografiert, um alt und neu einander gegenüberzustellen. Die beiden folgenden Aufnahmen zeigen die Kreuzung Linienstraße und Tucholskystraße im Bezirk Mitte in den Jahren 2000 und 2014. Die Gegend ist 2000 bereits komplett durchsaniert, nur ein Arbeiter mit Schubkarre deutet an, dass irgendwo noch gebaut wird. Im Jahre 2014 ist auch der Gehweg erneuert, die alten Schweinebäuche sind verschwunden und an der Kreuzung sind Gehwegvorstreckungen entstanden. Während das Foto von 2000 eine komplett fahrradlose Ecke zeigt, zählt man im Foto aus diesem Jahr elf Räder und eine Fahrradleiche. Neu ist auch, dass die Linie nun eine Fahrradstraße ist.

Foto “Linien- Ecke Tucholskystraße in Mitte, 2000 und 2014″ im Großformat (1280 mal 1786 Pixel)
Berlin in den 90ern

Weihnachten 2014 Öffnungszeiten

Dienstag, 23.12.2014

Liebe Leute,

am 24.12.2014 haben wir von 12 bis 16 Uhr geöffnet, danach machen wir Ferien bis Freitag, den 2. Januar 2015.

Schöne Ferien und einen guten Rutsch (bei Bedarf empfehlen wir Spikesreifen) wünscht Euch eurer Radspannerei-Team

104. Berliner Six Days

Mittwoch, 10.12.2014

Jedes Jahr im Januar zieht es zehntausende Besucher in das Velodrom an der Landsberger Allee zum traditionellen Sechstagerennen. Das seit 1909 ausgetragene Radsportevent feiert vom 22. bis zum 27. Januar 2015 seine 104. Auflage. Während der sechs Tage und Nächte verwandelt sich das Velodrom Berlin zum Mittelpunkt der Radsport-Szene und lässt Rennfahrer aus der ganzen Welt, darunter Weltmeister, Olympiasieger und hoffnungsvolle Talente, gegeneinander antreten. Ein spannendes Entertainment-Programm mit Musik und Liveacts rundet das sportliche Geschehen ab.

Der Rad-Spannerei Blog verlost 2×2 Swingtickets (Kategorie PK 2) für Dienstag, den 27. Januar 2015 im Wert von 100,00 €. Die Tickets erlauben freie Platzwahl in den Blöcken 13 – 36 sowie den Zugang zum Innenraum. Zu jedem Ticket gibt es einen kostenlosen 6-Tage-Pass für den Fitnessclub “Holmes Place” mit fünf Filialen in Berlins Mitte.

Wenn du an der Verlosung teilnehmen möchtest und zwei Tickets gewinnen willst, dann schreibe bitte bis zum 20. Dezember einen Kommentar unter diesen Beitrag. Wenn du dich mit einer Fake-Mail-Adresse angemeldet hast, dann schaue bitte ab Sonntag, dem 21. Dezember in die Kommentare, damit du erfährst, ob du die Tickets gewonnen hast. Nach der Verlosung teilen wir dem Veranstalter des Sechstagerennens die Anschriften der Gewinner mit, damit die Eintrittskarten per Post an euch verschickt werden können.

Berliner Sechstagerennen

Update 22. Dezember:

Insgesamt 30 Leute haben mit 31 Kommentaren an der Verlosung teilgenommen. Stefan B hat doppelt kommentiert, kam aber nur mit einem Zettel in den Hut. Glücksfee war Lasse (4 Jahre), Ziehungsbeamter war Leo (10 Jahre). Gezogen wurden die Lose von “ich” und von “qx87″. Herzlichen Glückwunsch, ihr beide habt eine Mail im Postfach.

Aus dem rot-rot-grünen Koalitionsvertrag in Thüringen

Freitag, 05.12.2014

10.3 Straßenbau / Verkehrsinvestitionen

(…) Wir stellen Straßenerhalt vor Straßenneubau. (…) Die Straßenbaumittel zur Förderung des Radverkehrs außerhalb von Ortschaften sollen erhöht werden und mindestens zehn Prozent der Mittel für Erhalt, Um- und Ausbau betragen. (…) Die Koalition wird einen Landesstraßenbedarfsplan aufsetzen, um notwendige Verbesserungen der Landesstraßen umsetzen zu können. Bei grundlegenden Sanierungen von Überlandstraßen ist der Radverkehr mit einzubeziehen. (…) (Seite 71f)

10.6 Car- und Fahrradsharing / Fuß- und Radwegepläne

Die Koalition will die Mobilität mit dem Fahrrad deutlich erhöhen. Dazu wird das Radverkehrskonzept fortgeschrieben. Ein Alltags- und Schnellradwegenetz soll mindestens alle zentralen Orte sicher miteinander verbinden.

Das Thüringer Radwegekonzept wird um Komponenten wie Schnellradwege, Rad-Elektromobilität sowie Mountainbike-Konzepte erweitert. Die Mitnahmemöglichkeiten von Rädern in öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere Regionalbussen, sollen verbessert werden.

Der Radweg am ehemaligen Eisernen Vorhang soll zügig durchgängig ausgeschildert und als Qualitätsfernradweg vermarktet werden. Radwege müssen nicht zwingend versiegelt werden. (Seite 72f)

Quelle: Thüringen gemeinsam voranbringen – demokratisch, sozial, ökologisch (Erfurt, 4. Dezember 2014)
Koalitionsvertrag zwischen den Parteien DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die 6. Wahlperiode des Thüringer Landtags
via Fahrradportal

Cycle, das Bike & Style Magazin

Donnerstag, 04.12.2014

Seit einigen Tagen liegt im Bahnhofsbuchhandel und in gut sortierten Zeitschriftenläden ein neues Magazin in den Auslagen: Cycle - Ausgabe 1 -, gut einhundert durchgehend farbige Seiten, gediegene Blockbindung, 6,80 Euro. Cycle will das “zeitgemäße Magazin für den neuen Fahrradlifestyle” sein, im Zentrum stehen “Fahrradtypen im städtischen Raum, stilvolle Bike-Fashion sowie all die netten Events, die um diese Fahrradkultur herum stattfinden.”

Seine Berliner Herkunft kann das Journal für stilvolles Radfahren nicht verhehlen. So wird der Treptower Titanrahmenbauer Daniel Pleikies porträtiert und eine Reportage befasst sich mit dem Alltag einer Fahrradkurierin auf Berlins winterlichen Straßen. Ein weiterer Schwerpunkt der Erstausgabe ist die englische Fahrradkultur, ein Portrait der britischen Kultmarke Pashley findet sich ebenso im Heft wie eine Story über das nicht weniger kultige Eroica Britannia.

Das Auge kommt nicht zu kurz bei Cycle. Wer nach einer opulenten zehn-Seiten-Strecke im Querformat über Lastenräder nicht Lust bekommt, ein Cargobike selbst zu testen, der ist vermutlich resistent gegen Lastifieber. Weitere Themen im Heft sind ein Test mittel- und hochpreisiger Räder mit Riemenantrieb, ein schön bebilderter Artikel über Bambusräder und ein Test wetterfester und stylischer Rucksäcke, in der die Chefredaktion ihre Qualität als Model beweist.

Alles in allem ein gelungener Auftakt für eine lesenswerte Zeitschrift. Für die nächsten Ausgaben - vier im Jahr sind geplant -  wünscht man sich, dass die Macher des Cycle zwischendurch die Designerbrille ab und die Brille des technischen Sachverstandes aufsetzen.

Cycle
Cycle bei Facebook

5 Euro für radfahrende Beamte

Mittwoch, 03.12.2014

Heute will die Bundesregierung das “Aktionsprogramm Klimaschutz 2020″ beschließen. Ziel soll die Minderung der Treibhausgasemissionen in Deutschland bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 sein.

Ein Sektor zur Reduzierung der CO2-Emissionen ist der Verkehrsbereich. Laut Umweltministerin Barbara Hendricks sind erhebliche Einsparpotenziale durch die Nutzung effizienter Technologien sowie durch Verkehrsverlagerungen möglich.

Die Bildzeitung berichtet, dass für Beamte “Anreize zur verstärkten Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie des Fahrrads durch entsprechende Kilometerpauschalen” gesetzt werden sollen. Dafür ist geplant, das Bundesreisekostengesetz (BRKG) zu ändern. Für die viermalige Benutzung eines Dienstfahrrades sollen Beamte pauschal 5 Euro im Monat erhalten. Laut Bild kann dadurch bis zu 300 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Bild: Extra-Zuschlag für Radfahrer-Beamte

Müller über die Radverkehrsstrategie in Berlin

Freitag, 28.11.2014

Michael Müller wird in vierzehn Tagen Regierender Bürgermeister sein. In seiner jetzigen Funktion als Stadtentwicklungs- und Verkehrssenator wurde Müller gestern zur Entwicklung des Radverkers in Berlin befragt.

Vor einigen Monaten hatte Müller dem Sinn nach gesagt: “Es ist gut, dass wir nach dem Fehler der autogerechten Stadt nicht auch noch den Fehler der fahrradgerechten Stadt machen.”

Nun klingt Müller ein wenig moderater, im Kern bleibt die Botschaft aber die gleiche.

via: Stefan Gelbhaar

Mit wieviel Bier steigst du aufs Rad?

Donnerstag, 27.11.2014

Im Straßenverkehr in Deutschland herrscht eine Promillegrenze von 0,5 Promille Alkohol, das betrifft sowohl die Auto- als auch die Radfahrer. Bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen und bei einem Unfall wird seitens der Rechtsprechung regelmäßig eine Grenze von 0,3 Promille angenommen. Als absolut fahruntüchtig gilt ein Autofahrer, wenn er 1,1 ‰ intus hat, bei einem Radfahrer geht man bei 1,6, Promille davon aus, dass er fahruntüchtig ist. Organisationen wie ADFC, UDV, GdP und Deutsche Verkehrswacht setzen sich einträchtig dafür ein, dass die letzte Regelung verschärft wird.

Mit dem Thema “Alkoholfahrten mit dem Fahrrad und Auto” beschäftigt sich Markus Kronmaier von der TU Dresden. Der Student des Verkehrsingenieurwesens will im Rahmen seiner Studienarbeit herausbekommen, ob Radfahrer/innen und Autofahrer/innen wissen, ab welchem Grenzwert ein Bußgeld und/oder der Führerscheinentzug droht, wie Rad- und Autofahrer die Gefahren von Alkohol einschätzen und wie sich die Einstellung auf das Verhalten von Pedalisten und Kraftfahrzeugführern auswirkt.

Dazu hat Kronmaier eine Umfrage ins Netz gestellt. Unter
https://umfragen.psych.tu-dresden.de/sozsci/SocialWeb/
werden Radfahrende und Autofahrende gebeten, sich mit dem Thema 15 Minuten zu beschäftigen.

Das “intelligente” Fahrrad

Dienstag, 25.11.2014

Die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung, abgekürzt TNO, hat auf dem Nationalen Holländischen Fahrradkongress den Prototypen eines intelligenten Fahrrads vorgestellt, das so genannte “slimme fiets”. Dafür haben die Forscher des TNO ein herkömmliches E-Bike mit allerlei Elektronik aufgepimpt.

Ein Radar scannt den Bereich vor dem Fahrrad, eine Kamera auf Höhe der Rückleuchte alles das, was sich hinter dem Rad abspielt. Das Radar ist zum Beispiel in der Lage, Stützpfosten und Poller zu erkennen und den Radfahrer aufmerksam zu machen. Dies passiert haptisch mit Hilfe von vibrierenden Lenkergriffen. Analog wird der Radfahrer vor einem Ereignis hinter dem Fahrrad gewarnt durch einen vibrierenden Sattel, etwa, wenn sich ein Fahrzeug mit großer Geschwindigkeit von hinten nähert.

Zur Zeit arbeiten die Forscher des TNO an einer weiteren Version des intelligenten Fahrrads, das im Frühjahr 2015 präsentiert wird. Es soll mit anderen Rädern aber auch mit anderen Fahrzeugen sowie mit Objekten auf der Strecke kommunizieren.

Fietsberaad: TNO presenteert ‘slimme fiets’

Petition für angemessene Bußgelder für Falschparken

Montag, 24.11.2014

Die “Intiative Clevere Städte” hat gestern die Online-Petition “Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!” losgetreten. Auf der Plattform
openPetition
haben sich in den ersten Stunden bereits mehr als tausend Menschen beteiligt.

Ziel der Initiative ist es, die Bußgelder für Zuparken in Deutschland dem europäischem Niveau und dem allgemeinen Rechtsempfinden anzupassen.

“Zuparken und das gelegentliche Knöllchen für 20 Euro sind für einige allemal günstiger, als ein Parkticket zu ziehen und sich korrekt zu verhalten. Wenn Falschparker in Deutschland durchschnittlich nur 1,5-mal im Jahr erwischt werden, kostet das Falschparken umgerechnet nur 15 Cent pro Arbeitstag. Das steht in keinem Verhältnis zu einem Parkschein von 1,20 Euro pro Stunde oder der Einzelfahrt in Bus und Bahn für 2,40 Euro.”

Angesichts der bevorstehenden Entscheidung des Bundesrates, den Tarif für Schwarzfahren von zur Zeit 40 auf 60 Euro zu erhöhen, sollten auch die Bußgelder für Falschparken angehoben werden: 80 Euro für das Parken auf Rad- und Gehwegen, 100 Euro für Zweite-Reihe-Parken und 130 Euro für Falschparken auf dem Behindertenparkplatz.

Prof. Dr. Knie, einer der prominenten Erstunterzeichner: “Damit bestärken wir die Bund-Länder-Gruppe, den Bußgeld-Katalog an die Realität anzupassen. Der öffentlichen Raum ist besonders in Städten ein knappes Gut, für das entsprechend bezahlt werden muss.”

Open Petition: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!
Intiative Clevere Städte: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!

16. bis 22. März 15: Berlin Bicycle Week

Mittwoch, 19.11.2014

Radfahrer aus der Hauptstadt können sich die zwölfte Kalenderwoche des nächsten Jahres dick anstreichen, denn es erwartet sie ein Feuerwerk von Events, Rennen, Ausstellungen und Veranstaltungen rund ums Rad. Die Berlin Bicycle Week als Dachevent der Messe Berliner Fahrradschau will das legendäre Radrennen “Rund um Kreuzberg” unter dem  Namen “Primavera Berlin” wiederaufleben lassen, sie kündigt unter dem Label “Tempelhof Time Trials” eine Serie von Einzelzeitfahren auf dem ehemaligen Flugfeld an. Natürlich kommen auch Indoorrennen nicht zu kurz, es gibt Wettbewerbe im Trial, Slowbiking und im Bike Polo, ein Last-Man-Standing-Rennen mit internationalen Spitzenfahrern und und und.

Ein weiterer Wettbewerb für Rahmenbauer scheint ebenfalls interessant zu werden. Die Berlin Bicycle Week lobt einen ATB-Award aus, einen Preis für das beste handgemachte All Terrain Bike. Was ein All Terrain Bike genau ausmacht, lassen die Ausrichter offen. Das kann ein Rad für den Wochenendausflug ins Berliner Umland sein oder ein Fahrrad für die Weltreise.

Zusammen mit verschiedenen Kunstgalerien will sich die Berlin Bicycle Week dem Thema “Fahrrad und Kunst” widmen, im Bicycle Cinema sollen spannende Kurzfilme, Filmklassiker und Dokumentationen rund ums Rad gezeigt werden. Auch ein Fahrradkongress ist geplant, hier “Bicycle Congress” genannt. Er hat das Ziel, “Bicycle Start-Ups und Kapitalgeber zu vernetzen. Denn auch die suchen nach lohnenden Investitionen und sehen das Potenzial im Bike. Der Bicycle Congress bringt Kreativität und Kapital zusammen.”

Höhepunkt und Ende der Berlin Bicycle Week wird durch die beiden zeitgleichen Messen “Berliner Fahrradschau” und “Velo Berlin” markiert.

Berlin Bicycle Week

Berliner Fahrradschau
Velo Berlin

Immer dieser Schilderwald

Dienstag, 18.11.2014

Ein häufig zu hörender Kritikpunkt an der aktuellen Verkehrsgestaltung ist der Vorwurf des zu komplizierten Schilderwaldes. Werden Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel dazu dann konkret, offenbart sich oft ein erschreckendes Ausmaß an Unwissen der Verkehrsteilnehmer. So musste der damalige Verkehrsminister Peter Ramsauer in einer “Hart aber fair”-Sendung zugeben, einfache Schilderkombinationen nicht nachvollziehen zu können, er nannte das Lesen der beispielhaft gezeigten Verkehrszeichen gar “Sterndeuterei”.

Interessant ist auch eine Mex-Sendung vom 29.10.2014. Die zeigt als Beispiele für komplizierte Schilder Einbahnstraßen mit Radfahrerfreigabe oder das Aufheben einer Tempo-30-Zone mit anschließender Tempo-30-Anordnung.

Neben einigen nachvollziehbaren Fällen widersprüchlicher oder schwer nachvollziehbarer Beschilderung kommt in Minute 1:58 das Beispiel einer Ausschilderung zum Parken. Ein “Absolutes Halteverbot” (Z283) ist kombiniert mit einem Schild “Parken längs ganz auf rechtem Gehweg” (Z 315-65). Eine redundante Ausschilderung, denn das eine Schild verbietet das Parken auf der Fahrbahn, das andere erlaubt es auf dem Gehweg. Befragte Autofahrer zeigen sich vollkommen hilflos: “Das geht eigentlich überhaupt gar nicht”, aber “ich weiss, dass ich hier parken darf, also mehr gefühlsmäßig”.

Der Verkehrsanwalt des ACE, Peter Sermond, zieht denn auch eine erschreckende Bilanz: “Der Anteil der Autofahrer, die überhaupt nicht mehr auf Schilder achten, ist unglaublich hoch, viele Autofahrer […] blenden Schilder komplett aus.” Das wiederum will so gar nicht zu der medial immer wieder behaupteten besonderen Regeltreue von Autofahrern passen, die sich angeblich so viel besser als alle anderen Verkehrsteilnehmer benehmen. Vielmehr klingt es nach weit verbreitete Regeluntreue, für das man den Verkehrsbehörden die Schuld in die Schuhe schieben will.

Es gibt manchmal fehlerhafte oder widersprüchliche Ausschilderung, aber die STVO und ihre Verkehrszeichen sind prinzipiell so gestaltet, dass sie erfassbar und verständlich sind. Vollkommen ohne Zusatzschilder (z.B. Radfahrer frei, 3,5 Tonnen o.ä.) geht es aber nunmal nicht und die Vergabe des Führerscheins sollte wohl stärker an der Verständnisfähigkeit der Verkehrsteilnehmer orientiert werden. Wer gerade mal Symbole aus einem Baby-Bilderbuch versteht, gefährdet sich und andere!

ARD Mediathek, Mex-Sendung vom 29.10.2014: “Verirrt im Schilderwald”

Wer trägt die Schuld?

Montag, 17.11.2014

Man stelle sich folgendes vor: In einer engen Straße “muss” eine Autofahrerin einen Radfahrer so nah überholen, dass es zur Berührung - laut Autofahrerin ein Schlag des Radfahrers auf ihr Dach - und zum Sturz des Radfahrers kommt. Als die Frau und ihr Beifahrer helfen wollen, beschwert sich der Radfahrer lauthals und in unfeiner Art. Die Frau geht dann zur Polizei, gibt ihren Verkehrsverstoß gegen §5. Abs. 4 der STVO unumwunden zu und erstattet Anzeige. Wer wird für die Polizei der Verkehrsrowdy sein?

Die Antwort gibt die Kölner Polizei (Beschreibung eines Unfalls vom 7.11.2014): POL-K: 141107-5-K Fahrradfahrer als Verkehrsrowdy - Zeugensuche

Mircrocrossmos

Samstag, 15.11.2014

Lust auf Crossen???!!! Am 29.-30. November findet in Wernsdorf der Microcrossmos statt.

Infos unter:  https://www.facebook.com/microcrossmos

Prost !!!

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