Berlin und Kopenhagen spielen beim Fahrradverleih in einer Liga

Freitag, 27.02.2015

Berlin hat Erfahrung damit, wie man ein Fahrradverleihsystem vor die Wand fährt. Der Vertrag mit der Deutschen Bahn über den eher unbeliebten Leihfahrrad-Service namens Call a Bike ist bereits Ende letzten Jahres ausgelaufen, das Stadtbüro von Call a Bike in der Schönhauser Allee 179 steht leer. Die Stadtentwicklungsverwaltung hat es verschlafen, rechtzeitig die Ausschreibung für einen neuen Betreiber vorzubereiten. Niemand rechnet damit, dass ein neues System vor dem Jahresende am Start ist. Unterdessen kündigt die DB an, ihr System auf jeden Fall weiterführen zu wollen, zur Not auch ohne die Unterstützung des Senats. Call a Bike hatte in Berlin in der Vergangenheit nur sehr mäßige Ausleihzahlen und war anderen Systemen wie beispielsweise dem Hamburger StadtRAD sowohl hinsichtlich der Nutzung als auch hinsichtlich der Rentabilität um Längen unterlegen.

Auch Kopenhagen zeigt, wie man es besser nicht machen sollte. Im vergangenen Jahr wurde das Leihfahrrad GoBike vorgestellt, ein stark aufgepimptes E-Bike mit integriertem Tablet-PC als eine Art Steuerkonsole mit GPS, digitalem Schloss, einer LED-Lichtanlage und und und. Das Rad hat einen großen Nachteil: es ist 6.000,- Euro teuer, Räder anderer Leihsysteme kosten nur einen Bruchteil davon. Der hohe Anschaffungspreis führt zu einem hohem Vermietungspreis. In Kopenhagen kostet die erste Stunde eines Leihfahrrades 25,- dänische Kronen, das sind etwa 3,30 Euro. Das wiederum führt dazu, dass das System kaum genutzt wird und wenn, dann lediglich von Touristen. Durchschnittlich wird jedes GoBike 0,8 mal am Tag ausgeliehen. Folge: das Fahrradverleihsystem ist unwirtschaftlich und kann nur durch permanente Subventionen der Stadt aufrechterhalten werden.

Berlin und Kopenhagen stehen also vor der gleichen Aufgabe: in die Hände spucken und noch mal komplett neu anfangen!

copenhagenize: Watching Copenhagen Bike Share Die

Berliner Verkehrsunfallstatistik 2014

Donnerstag, 26.02.2015

An einem ganz normalen und durchschnittlichen Tag wurden im vergangenen Jahr in Berlin 2356 Anzeigen wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit geschrieben, im gesamten Jahr 2014 wurden 860.000 Autofahrer erwischt. Die Rate der Autofahrer, die deutlich zu schnell fuhren, lag bei 5,25 Prozent, das heißt, dass jeder 19. Kraftfahrer zu schnell und damit potentiell andere Menschen gefährdend unterwegs war.

Ebenfalls stark im Kommen war 2014 der gemeine Rotlichtverstoß. Exakt 29.101 Verstöße notierte sich die Berliner Polizei. Der so genannte qualifizierte Rotlichtverstoß mit mehr als einer Sekunde rotem Ampellicht stieg gar um satte 30 Prozent von 3.894 im Jahr 2013 auf 5.213 im Jahr 2014.

Angesichts dieser Zahlen ist es kaum verwunderlich, dass der Kraftverkehr für den Großteil der in der Stadt verursachten Unfälle verantwortlich ist. Zählt man Pkw, Lkw, Motorräder und Busse zusammen, so kommt man auf einen Wert von 86,59 Prozent aller Unfälle, die durch diese Gruppe der Verkehrsteilnehmer verursacht wurden.

Das Bild wird ein anderes, wenn man sich die Unfälle des vergangenen Jahres nicht unter dem Aspekt der Verursacher sondern unter dem der Opfer betrachtet. Die Leidtragenden dieses Verkehrssystems sind die Fußgänger, sie verursachen gerade einmal ein Prozent aller Unfälle, stellen jedoch mit 40,38% aller im Straßenverkehr getöteten Personen die mit Abstand größte Gruppe der Verkehrsunfallopfer.

Auch die Radfahrer sind mit 19,23% aller getöteten Personen eine große Gruppe. Zehn Radfahrer kamen im vergangenen Jahr im Straßenverkehr ums Leben. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der verunglückten Radfahrer im Zeitablauf seit dem Jahr 2000. Trotz einer stark anwachsenden Zahl von Radfahrern in Berlin steigt die Zahl der Opfer nicht an respektive sinkt sogar leicht.

Polizei Berlin: Verkehrsunfallstatistik
ADFC Berlin: Unfallstatistik

Unfall am Moritzplatz

Donnerstag, 19.02.2015

“Zu einem Zusammenstoß zwischen einem Taxi und einer Radfahrerin kam es gestern Abend in Kreuzberg. Gegen 21.20 Uhr fuhr der 49-Jährige mit einem „Toyota“ von der Prinzenstraße kommend in den Kreisverkehr des Moritzplatzes. Hierbei stieß er mit der 34-jährigen Radfahrerin zusammen, die auf dem Weg in Richtung Oranienplatz war. Die Frau stürzte und erlitt Verletzungen am Kopf zu. Sie kam mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus, wo sie stationär aufgenommen wurde. Der Taxifahrer blieb unverletzt. Wegen des Unfalls kam es für eine knappe halbe Stunde zu einer Straßensperrung der Oranien- und der Prinzenstraße vor der Einfahrt zum Moritzplatz.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 0411 vom 19.02.2015

Der Kreisverkehr am Moritzplatz fordert mal wieder seinen Blutzoll. Seit vielen Jahren ist dieser Ort ein Unfallbrennpunkt in Bezug auf Radfahrer. In den Jahren 2011 bis 2013 gab es hier 154 Verkehrsunfälle mit 61 Verletzten, darunter waren 75 Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern oder Radfahrern.

Was tut Berlin dagegen, dass hier regelrecht Schwerverletzte in Serie produziert werden? Nichts. Dabei reicht ein Blick auf das Luftbild, um zu erkennen, dass mit einem Eimer Farbe der Kreisverkehr erheblich entschärft werden könnte. Auffällig ist zunächst, dass die Fahrbahn im Kreisel riesig breit ist und die Kraftfahrer zum Fahren in zwei Reihen animiert. Auch die Ausfahrten aus dem Kreisel sind teilweise zweispurig. Dadurch werden Unfälle durch verdeckte Sichtbeziehungen geradezu provoziert.

Abhilfe könnte man schaffen, indem man die Fahrbahn im Kreisel deutlich verengt, sodass nur noch einspurig gefahren werden kann und zwar möglichst eng am inneren Kreisel. Dadurch entsteht zwischen Fahrbahn und Radspur ein nicht befahrener, mindestens zwei Meter breiter Puffer. Radfahrer werden besser gesehen und Kfz und Radfahrer kreuzen einander in stumpferem Winkel.

Fahrradklimatest: gute Noten, schlechte Noten

Donnerstag, 19.02.2015

Heute wurden die Ergebnisse des Fahrradklimatests 2014 in einer gemeinsamen Pressekonferenz des ADFC und des Bundesverkehrsministeriums präsentiert. Der Klimatest war der sechste seiner Art; seit dem Jahr 1988 werden regelmäßig Radfahrer danach befragt, wie sie die Radverkehrsbedingungen vor Ort bewerten.

Keine großen Überraschungen gab es bei den Siegern in vier Kategorien. Auf dem Siegertreppchen finden sich mehr oder weniger die Städte wieder, die bereits bei den letzten Tests die besten Ergebnisse abgeräumt hatten. In der Kategorie über 200.000 Einwohner lag Münster vor Karlsruhe und Freiburg. In der Kategorie 100 bis 200.000 Einwohner kamen Erlangen, Oldenburg und Ingolstdt auf die ersten Plätze. Bei den kleineren Städten erhielten Bocholt, Nordhorn und Wesel die begehrten Tropäen und unter den ganz kleinen Städten bis 50.000 Einwohner lagen Reken aus NRW, Ketzin aus Brandenburg und Rhede ebenfalls aus NRW vorn. In der Bundesländerwertung kommt Nordrhein-Westfalen mit fünf siegreichen Städten eindeutig auf den ersten Platz. Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen teilen sich den zweiten Platz mit je zwei Städten auf dem Podium und das Land Brandenburg erhält für das nur 6000 Einwohner kleine Ketzin an der Havel einen Preis, alle anderen Bundesländer gehen leer aus.

Wie haben die Berliner Radfahrer über ihre Stadt geurteilt? Zunächste einmal fällt auf, dass die Zahl der Berliner Teilnehmer überproportional gewachsen ist. Exakt 3.814 haben bei der Befragung teilgenommen (zum Vergleich: 2.375 Teilnehmer am Klimatest 2012), ein klares Zeichen dafür, dass die Radfahrer in der Stadt ein großes Interesse an dem Thema haben. Das ist allerdings das einzig Positive am aktuellen Klimatest, ansonsten wird Berlin nach hinten durchgereicht. Berlin wird im Gesamtergebnis schlechter als 2012 benotet (4,1 statt 4,01), Berlin rutscht im Ranking der großen Städte noch einmal deutlich nach hinten (Platz 30 statt Platz 24 von 39 Städten) und in den Einzelbewertungen hagelt es regelrecht Fünfen. Ob bei der Falschparkerkontrolle auf Radwegen, ob bei Führung an Baustellen, beim Winterdienst auf Radwegen, überall gibt es sehr schlechte Noten.

Eva-Maria Scheel, Landesvorsitzende des Berliner ADFC zum Klimatest: “Was Berlin fehlt, ist ein klares Handeln für das umwetfreundlichste und gesundheitsfördernste Verkehrsmittel, das Fahrrad.”

ADFC: Klimatest 2014
ADFC: Klimatest 2012
Klimatest 2014: Auswertung Berlin

Radverkehr, Fußverkehr, Autoverkehr und ÖPNV - was kostet wieviel?

Dienstag, 17.02.2015

Ein Forschungsprojekt der Universität Kassel hat eine Methode entwickelt, die kommunalen Kosten für verschiedene Verkehrsträger zu errechnen. Bisherige Methoden der Kostenrechnung hatten große Defizite. Die Kasseler Forscher haben am Beispiel von drei Städten (Kassel, Bremen, Kiel) alle kommunalen Aufwendungen und Erträge erfasst und den einzelnen Verkehrssystemen – Radverkehr, Fußverkehr, Autoverkehr und ÖPNV – zugeordnet. Dabei seien alle Kosten von Bau und Unterhalt bis hin zu Lichtsignalanlagen, Straßenreinigung und begrünten Randstreifen berücksichtigt. Die Einnahmen aus Bustickets fließen ebenso ein wie Bußgelder für Falschparker. Neu ist auch die Aufteilung von Gemeinkosten – beispielsweise in der Verwaltung in den Rathäusern – auf die Verkehrsträger nach bestimmten Schlüsseln, die auf dem Verursacher- bzw. Nutzerprinzip fußen; etwa indem sie nach den Flächenanteilen der Verkehrssysteme an der Gesamtverkehrsfläche zugeordnet werden.

Das Ergebnis fasst Carsten Sommer, Professor am Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme der Uni Kassel so zusammen: “Die Ergebnisse in den drei Städten zeigen, dass der Radverkehr grundsätzlich den geringsten städtischen Zuschuss erhält. In allen drei Städten lag der relative Zuschuss erheblich unterhalb des Radverkehrsanteils am gesamten Verkehrsaufkommen. Anders gesagt: Der Radverkehr ist besonders günstig. Umgekehrt ist es beim Auto: Der Kfz-Verkehr erhielt die höchsten Zuschüsse. In den drei untersuchten Städten ist der relative Zuschuss mindestens zehnmal höher als der des Radverkehrs.”

Universität Kassel: Kommunale Kostenrechnung: Investitionen in Radverkehr für Städte am günstigsten
via it started with a fight

Kulturgeschichte des Fahrrads im ländlichen Raum

Sonntag, 15.02.2015

In den ersten Jahren nach seiner Erfindung war das Fahrrad ein Spielzeug der Reichen und Wichtigen in der Stadt. Auf dem Land kam das Fahrrad damals nicht vor, allenfalls hinter den Zäunen herrschaftlicher Häuser zur Ergötzung der reichen Kinder.

Das änderte sich, als das Fahrrad Anfang des zwanzigsten Jahrhundert zum Massenprodukt wurde. Das nun erheblich günstigere Rad konnte sich manch Landarbeiter leisten und kam nun schneller vom Dorf in die Stadt als der Bauer mit seiner Kutsche. Und statt ein Pferd anzuspannen konnte man die Milch nun mit dem Lastenfahrrad von der Weide zum Hof transportieren.

Den Wandel der Mobilität auf dem Land dokumentiert die Ausstellung “Fahrrad und Mobilität”, die heute im Museumsdorf Cloppenburg eröffnet wird. Das Museum hatte vor einigen Jahren die einzigartige Sammlung eines Abkömmlings der Fahrrad-Dynastie Kalkhoff aus Cloppenburg übernommen. Einige wertvolle Stücke der 200 historischen Fahrräder (von 1868 bis ca. 2000) werden dem Besucher im 1. Obergeschoss Münchhausenscheune präsentiert.

Museumsdorf Cloppenburg: Ausstellung “Fahrrad und Mobilität auf dem Lande”
Blog zur Ausstellung: Fahrtwind
via: ADFC Bremen

Fünf Minuten Chaos in der O-Straße

Donnerstag, 12.02.2015

92 Leute hatten bei dem Facebook-Event “Erster Internationaler Falschparker-Tag” auf “Zusage” geklickt, bei 51 weiteren Facebook-Freunden war die Teilnahme unsicher. Gutmütig gezählt standen gestern nur zwei Dutzend Radfahrer auf dem Heinrichplatz, um einmal für wenige Minuten den Spieß umzudrehen beim Falschparken. Eine Hand voll Medienvertreter waren anwesend und die Polizei war auch am Start mit einer sichtbar geparkten Wanne. Kaum hatten die Lasten- und sonstigen Radfahrer nach einer Zuckelrunde um den Block die Oranienstraße wieder erreicht und ihre Fahrzeuge in zweiter Reihe geparkt, ging einige Minuten nichts mehr. Doppeldeckerbusse, Lastwagen, Autos und Räder waren hilflos ineinander verkeilt. Die herbeieilenden Polizeibeamten bemühten sich, Räder und Lastenräder an den Fahrbahnrand zu schieben; keine ganz einfache Aufgabe, wenn Räder und Lastenräder zusammengeschlossen sind. Nach wenigen Minuten war der Parkspuk vorbei und die Oranienstraße war wieder die ganz normale Radfahrerhölle. Positiv an der Sache war immerhin das recht große Medienecho. Eine kleine Auswahl:

Tagesspiegel: Falschparken gegen die “Radfahrer-Hölle”
Bild: Gegenschlag im Fahrrad-Auto-Krieg
Zeit-Fahrradblog Velophil: Mit den Rädern in die zweite Reihe
RTL: Am 11.02. ist Falschparker-Tag: Hat niemand ein Herz für Parksünder?  

Bullshit-BINGO “Ausreden für Falschparker”

Dienstag, 10.02.2015

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Bin nur grad einen Latte Machiatto trinken. Du kannst doch einfach rumfahren! Willste auf die Fresse? Ich störe doch niemanden. Ich warte auf jemand.
Wo soll man denn sonst parken? Als Taxi/Mutter darf man das. Ich darf hier stehen. Ist nur für 2/5/10 Minuten. Jetzt stell dich mal nicht so an.
Die Parklücke ist zu klein für mein SUV. Hier gibt es keine Parkplätze. Du kannst doch einfach rumfahren. Sehn Sie nicht, ich bin ein Kindertaxi. Ich bin Diplomat und darf überall parken.
DHL/UPS/Herr Müller hat ne Ausnahme- genehmigung. Ich bin ja auch Radfahrer. Auf der Straße würde ich den Verkehr behindern. Willste Ärger? Dauert nicht lange.

Anleitung: Seite ausdrucken und bei einer richtigen Antwort das entsprechende Feld ankreuzen. Wenn du eine waagerechte oder senkrechte Reihe zusammen hast, rufst du laut “BINGO!” und unterschreibst anschließend die Petition “Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!”. Außerdem darfst du teilnehmen am 1. Internationalen Falschparker-Tag morgen, Mittwoch ab 13:00 Uhr rund um den Heinrichplatz.
Originalquelle habe ich leider nicht mehr gefunden.

das Fahrrad | the bicycle | le vélo | la bicicletta | jitensha

Montag, 09.02.2015

Der Designer Adam Bell hat das Fahrradwörterbuch geschrieben und gezeichnet, ein illustriertes Wörterbuch in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Japanisch rund um das Thema Fahrrad. Vom Rahmen über den Lenker und die Bremsen bis zum Innenlager sind die verschiedenen Bauteile nach Themengebieten geordnet und können so unabhängig von der Sprache des Benutzers schnell gefunden und übersetzt werden. Ebenso behandelt werden verschiede Schrauben und Muttern, Anbauteile und Zubehör, sowie Tätigkeiten, die mit dem Radfahren einher gehen. Auf 40 Seiten liebevoll illustriert und koloriert, im handlichen DIN A5 Format, mit abgerundeten Ecken - der ideale Reisebegleiter oder Werkbank-Gefährte. Das Fahrradwörterbuch  ist im Selbstverlag erschienen, kostet 9,90 Euro und kann über den Umwerk-Shop bestellt werden.

Dem Fahrradblog Radl-Wadl hat Bell die Geschichte des Büchleins erzählt, von der Entwicklung des Autors vom Radfahrer zum Schrauber, von seinen Recherchetouren im Internet nach gebrauchten Fahrradteilen und dem Wunsch, eine Liste mit Fahrradteilen in verschiedenen Sprachen anzulegen. “Da habe ich mir überlegt, man bräuchte noch Bilder dazu, dann könnte man das unabhängig von einer Sprache anhand der Bauteile sortieren und somit ganz leicht finden.” Gedacht, getan, schließlich ist Adam Zeichner. Ein richtiges Abenteuer wurde es, die korrekten Begriffe in den unterschiedlichen Sprachen zu finden. Nachzulesen bei Radl-Wadl.

Umwerk-Shop: das Fahrrad | the bicycle | le vélo | la bicicletta | jitensha
Homepage Adam Bell
Radl-Wadl: Das ultimative Fahrradwörterbuch - nie wieder ohne Worte im Urlaub…

Ferd: “Mein Bike”

Sonntag, 08.02.2015

Ferd ist ein weltberühmter Rapper aus Bremen, dessen Ruhm aber noch nicht über Osterholz-Scharmbeck und Delmenhorst hinausgegangen ist. Vielleicht kommt jetzt, da der Rapstar ein neues Video herausgebracht hat, der endgültige Durchbruch. “Mein Bike” ist ein Loblied auf das Fahrrad und behandelt dessen Überlegenheit gegenüber anderen Fortbewegungsmitteln, egal ob Auto oder Skateboard. Textprobe:
“Wir Fahrradfahrer fürchten weder Teufel noch Tod,
und wenn der Schutzmann mal nicht guckt,
dann fahren wir einfach bei Rot”.

Der WDR lässt drei Fahrräder klauen

Samstag, 07.02.2015

Aus den USA ist bekannt, dass manche Medien die Jagd auf Fahrraddiebe öffentlich inszenieren. Seit der Möglichkeit, Räder mit GPS-Trackern zu bestücken, ist das ja auch ein Kinderspiel. Man deponiert ein Rad an einem belebten Platz und wartet, bis es gemopst wird. Der Dieb hat natürlich keine Ahnung, dass ab jetzt jede seiner Bewegungen aufgezeichnet und verfolgt werden kann.

Genau dieses Experiment führt gerade der Westdeutsche Rundfunk mit drei Fahrrädern durch. Es handelt sich um ganz normale abgeschlossene Stadträder. Das erste Rad wurde gestern in Münster in der Nähe des Schlosses abgestellt. Fahrrad Nummer zwei stand seit gestern nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs am Königswall. Bereits um 10:30 Uhr wurde es vom Bahnhof entfernt und über die Kirchenstraße, Gneisenaustraße in eine Nebenstraße gebracht. Dort ist die Verbindung zu dem Rad zunächst abgebrochen. Wenn der GPS-Tracker sich wieder meldet, berichtet der WDR weiter. Das dritte Fahrrad soll am kommenden Montag in Köln deponiert werden. Die Wege der Velos können live und in Echtzeit auf einer Seite des WDR nachvollzogen werden, wobei die Position der Räder nicht metergenau dokumentiert wird.

WDR: Fahrradklau-Projekt des WDR: Wo sind die Fahrräder?
via: ADFC-Blog

1. Internationaler Falschparker-Tag am 11. Februar

Freitag, 06.02.2015

Am kommenden Mittwoch, dem 11. Februar, findet in Berlin und anderswo der 1. Internationale Falschparker-Tag statt. Anlass ist die Gewohnheit von Motorisierten, auf Rad- und Gehwegen zu parken, ihr Fahrzeug mal eben in der zweiten Reihe abzustellen, um was auszuladen, einen Kaffee zu trinken – oder auch ganz selbstverständlich über Nacht, ohne Warnblink und jedes Unrechtsbewusstsein.

Nun wollen Radfahrer in der Kreuzberger Oranienstraße testen, ob für sie das Gleiche gilt. In-der-zweiten-Reihe-Parken mit (Lasten-)Rad. Um mal kurz was abzuladen, eine Besorgung zu machen oder eine Briefsendung einzuwerfen. Eine Idee der Initiative Clevere Städte.

Zeit: Mittwoch, 11. Februar 2015 ab 13:00 Uhr
Ort: Oranienstraße 14A in Kreuzberg vor dem Buchladen “Müßiggang”

Facebook: Erster Internationaler Falschparker-Tag
Initiative Clevere Städte

Starrgang-Weltmeisterschaft Ende Mai in Berlin

Donnerstag, 05.02.2015

Am Sonntag, dem 31. Mai finden in Berlin im Rahmenprogramm des Velothons die ersten Fixed-Gear-Weltmeisterschaften über die Marathon-Distanz statt. Die drei Rennen für Frauen, Männer und Teams werden auf einem abgesicherten Straßenkurs zwischen Ludwigsfelde und dem Brandenburger Tor ausgetragen, bevor die Velothon-Profis auf der gleichen (aber längeren) Strecke an den Start gehen. In der Teamwertung werden die Zeiten der drei schnellsten Fahrer jedes Teams addiert. Das Team mit der schnellsten addierten Gesamtzeit wird Weltmeister.

Die Fixed 42 WM ist für alle Frauen und Männer geeignet, die es drauf haben, mit ihrem Fixed Gear Bike einen 35-er-Schnitt als Minimum hinzulegen. Wer zu langsam fährt, den winkt der Besenwagen raus. Zugelassen sind ausschließlich Starrgangräder ohne Bremse. Bis zu 500 Fahrer mit elektronischer Zeitnahme legen einen rollenden Start mit moderatem Tempo hinter dem Führungsfahrzeug hin. Nach dem Signal gibt das Fahrzeug Gas und ab dann wird es ernst. Um Weltmeister zu werden müsst Ihr im Affenzahn und schneller als alle anderen die 42,195 Kilometer bis zum Brandenburger Tor zurücklegen.

Zeit: 31. Mai 2015, genaue Zeit wird noch bekannt gegeben.
Ort: Start ist in Ludwigsfelde am Rathaus Potsdamerstraße / Theodor-Fontane-Straße
Entfernung vom DB-Bahnhof Ludwigsfelde sind 700 Meter. Ziel: Strasse des 17. Juni

Rad Race: Fixed 42 World Championship

“Crossrail for bikes” wird in London gebaut

Mittwoch, 04.02.2015

Heute hat die für den Verkehr in Großbritanniens Hauptstadt London zuständige Dachorganisation Transport for London (TFL) beschlossen, das Projekt “Crossrail for bikes” zu realisieren. Es besteht aus zwei gesonderten Zweirichtungsradwegen vorwiegend auf Haupstraßen, die das Stadtgebiet von London in Ost-West-Richtung sowie in Nord-Süd-Richtung durchqueren. Allein der Radweg von Osten nach Westen ist mehr als 28 Kilometer lang, der zweite Radweg in Nord-Süd-Richtung wird kürzer sein.

Baubeginn der neuen Fahrradverbindung wird bereits im nächsten Monat sein, im Wesentlichen soll der crossrail for bikes bis zum Jahr 2016 fertig gestellt sein. Die Kosten des Projekts werden auf 160 Millionen britische Pfund geschätzt.

Vor der heutigen Abstimmung im Vorstand des Transport for London hatte es eine neun Wochen lange öffentliche Diskussion gegeben, an der sich mehr als 20.000 Personen und Organisation beteiligten und von denen 84 Prozent den Bau der Radwege unterstützen.

London24: London gets two new cycle superhighways as TfL approves ‘Crossrail for bikes’

Reisevorträge im ADFC-Buchladen

Dienstag, 03.02.2015

Schlussspurt bei den Vorträgen des ADFC zu Reisezielen in aller Welt, bevor im Frühling die Reisesaison startet.

Am Freitag, dem 06. Februar 2015 führt uns Robert Pelz “Von Berlin nach Budapest”. Die Radreise beginnt vor der Haustür in Berlin und führt über Prag und Wien, dann entlang des Donauradweges nach Bratislava mit dem Ziel Budapest. Es geht durch fünf Länder, mit viel Kultur und Natur. Ein Abschnitt des Vortrages widmet sich der Reiseplanung mit GPS Gerät, das bei dieser Reise zum Einsatz kam.

Am Freitag, dem 13. Februar 2015 geht es in einem Vortrag von Carmen und Lüder Wienberg um “Carretera Austral - Traumpiste in Westpatagonien”. Die Carretera Austral (span. “südliche Landstraße”) ist eine erst seit den 1990er Jahren bestehende Straße, die von der Hafenstadt Puerto Montt aus in den bis dahin straßenmäßig unerschlossenen Süden Chiles führt. Sie bietet die gesamte landschaftliche Schönheit Westpatagoniens und verläuft - überwiegend als Schotterpiste - durch eine immergrüne Pflanzenwelt entlang von grandiosen Bergpanoramen mit vergletscherten Gipfeln, vorbei an türkis leuchtenden Seen und unendlich vielen Wasserfällen bis zum südlichen patagonischen Eisfeld, wo sie als Sackgasse endet. Es sei denn, man ist wie Carmen und Lüder Wienberg mit dem Fahrrad unterwegs und wagt eine nur Wanderern und Radlern vorbehaltene abenteuerliche Grenzpassage nach Argentinien, wo am Fuße des Monte Fitz Roy ihre Fahrradreise endete, von der sie heute berichten.

Am Freitag, dem 20. Februar 2015 berichtet Thomas Jakob aus “Israel, Palästina, Jordanien - unterwegs per Rad in den faszinierendsten Ländern des Nahen Ostens”.

Alle Vorträge beginnen jeweils am Freitag um 19:00 Uhr.

Eintritt:
EUR 3,00 (ADFC-Mitglieder)
EUR 6,00 (Nichtmitglieder)
EUR 4,50 (Ermäßigt)

Ort: ADFC Buch- und Infoladen
Brunnenstraße 28
10119 Berlin-Mitte

ADFC Berlin: Reisevorträge 2014/2015

Im Straßenverkehr ausgerastet und auf Radfahrer eingeprügelt - Schläger mit Bildern gesucht

Freitag, 30.01.2015

Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 sucht Zeugen eines Vorfalls, der sich am 9. Juli 2014 in Mitte ereignet hatte. Mit der Veröffentlichung von Bildern hoffen die Ermittler auf Hinweise, die zur Namenhaftmachung eines bisher unbekannten Schlägers und seines Begleiters führen.
An dem Mittwoch fuhr ein 34 Jahre alter Radfahrer gegen 17.30 Uhr mit seinem Herrenrad auf dem Radfahrstreifen der Wilhelmstraße von Tempelhof in Richtung Mitte. Nach bisherigen Erkenntnissen musste der Radfahrer dann einem braunen „Hyundai“ Geländewagen mit Heidelberger Kennzeichen ausweichen, der aufgrund eines Staus halb auf dem Radfahrstreifen stand. Der Radfahrer war nach eigenen Aussagen über den Gehweg ausgewichen und dann kurz nach dem Fahrzeug wieder auf die Fahrbahn gefahren. Ob er das haltende Auto hierbei berührt hatte, konnte der Mann nicht mehr sagen. Der Radfahrer fuhr anschließend weiter bis zur Leipziger Straße und bog nach rechts in Richtung Alexanderplatz ab. Plötzlich wurde er von dem braunen „Hyundai“ überholt, der über den Gehweg gefahren war, um ihm zu folgen. Der Geländewagen bedrängte den Radfahrer zunächst vom Gehweg aus. Hierbei gefährdete der Autofahrer diverse Fußgänger, die auf dem Gehweg liefen, verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Anschließend fuhr der Wagen zurück auf die Fahrbahn und bedrängte den inzwischen aufgrund des aggressiven Verhaltens des Fahrers verängstigten Radfahrer von der anderen Seite. Als der Wagen auf gleicher Höhe wie der 34-Jährige fuhr, öffnete sich plötzlich das Beifahrerfenster und der Radler wurde mit einem Schlagstock mehrfach geschlagen. Gleichzeitig wurde das Auto immer wieder nach rechts gegen den Radfahrer gelenkt, um ihn am Bordstein einzuklemmen. An der Kreuzung Leipziger Straße Ecke Mauerstraße überholte der Autofahrer den Radler schließlich und stellte sich ihm mit seinem Wagen in den Weg. Der Radfahrer musste ruckartig bremsen, um nicht gegen das Auto zu prallen. Der Autofahrer sprang heraus und rannte auf den 34-Jährigen zu. Dieser versuchte noch zu wenden und davon zu fahren, wurde jedoch in diesem Moment schon von dem Unbekannten mit dem Schlagstock mehrfach gegen den Kopf geschlagen. Hierbei schrie der aggressive Mann diverse Beleidigungen und drohte den Radfahrer zu töten. Auch herbeieilende Zeugen beleidigte und bedrohte der Unbekannte. Nachdem Passanten eingeschritten waren, lief der Schläger zunächst zurück zu seinem Fahrzeug. Das Opfer fotografierte dann sowohl den Autofahrer als auch das Fahrzeug, woraufhin der brutale Mann erneut auf den 34-Jährigen zulief und ihm mehrfach gegen den Kopf trat, bis dieser umfiel und regungslos liegen blieb. Nach dieser erneuten Attacke stieg der Unbekannte in das Fahrzeug, wendete und fuhr auf der Leipziger Straße zurück in Richtung Potsdamer Platz.
Der Radfahrer erlitt Verletzungen, die stationär in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Er leidet psychisch noch heute sehr unter dem Angriff.

Die Ermittlungen zu dem Autofahrer und seinem Beifahrer blieben bis heute ohne Erfolg.

Der Autofahrer wird folgendermaßen beschrieben:

30 bis 40 Jahre alt
südländisches Aussehen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
hatte muskulöse Unterarme und eine trainierte Statur
trug ein helles T-Shirt, Jeans und Schuhe mit einer hellen Applikation
hatte dunkle Haare und einen Drei-Tage-Bart
trug eine auffällige, goldfarbene Uhr am linken Handgelenk
Sein Begleiter wird folgendermaßen beschrieben:

20 bis 25 Jahre alt
auffallend schlank
über 180 cm groß
kurze dunkelblonde oder bräunliche Haare
kariertes Hemd in unterschiedlichen Türkistönen
sprach deutsch mit leichtem Akzent
Der Verkehrsermittlungsdienst fragt:

Wer kennt die beiden Männer und kann Angaben zu ihnen machen?
Wer kennt das Fahrzeug?
Wer hat den Vorfall beobachtet, sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet und kann Angaben zu dem Übergriff machen?
Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?
Zeugen werden gebeten, sich beim Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 3 in der Invalidenstraße 57 in Moabit unter den Telefonnummern (030) 4664 – 381 352 bzw. – 381 800 zu melden. Selbstverständlich nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise entgegen.

Meldung der Berliner Polizei Nr. 0247 vom 30.01.2015
Weitere Bilder des Gesuchten sind hier veröffentlicht.

Critical Mass Januar 2015

Freitag, 30.01.2015

In der langen Geschichte der Berliner Critical Mass war der Jahrgang 2014 der mit Abstand erfolgreichste. An zwölf Freitagen radelten zusammen mehr als zwölftausend Teilnehmer eine Gesamtstrecke von 480 Kilometern, das entspricht etwa der Entfernung vom Kreuzberger Heinrichplatz bis zum Kölner Dom. Radfahrer, die bei jeder CM von Anfang bis zum Schluss dabei blieben, haben locker mehr als 30 Stunden im Sattel verbracht. Kann ich gut verstehen, schließlich kann das Radfahren auf glattem Asphalt bei endlos grüner Welle im Windschatten der Mitfahrer süchtig machen.

Heute Abend gibt es bei Schmuddelwetter und Temperaturen um den Gefrierpunkt die Chance, zu zeigen, dass Radfahrer auch 2015 lästig bleiben. Abfahrt Punkt zwanzig Uhr vom Mariannenplatz in Kreuzberg. Ziel Goldelse oder Quadriga oder Alex oder irgendwo im Stadtgebiet.

Studie zu Alkoholkonsum und Fahrradfahren

Donnerstag, 29.01.2015

Noch bis morgen findet der 53. Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar statt, von dem Vorschläge an den Gesetzgeber hinsichtlich des Alkohol-Grenzwertes für Radfahrer erwartet werden. Nachdem in der Presse ausschließlich Stimmen zu hören waren, dass der Richtwert gesenkt werden müsse, stellt heute Prof. Dr. Thomas Daldrup, Bereichsleiter Forensische Toxikologie und Leiter des Alkohollabors am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf, auf dem Verkehrsgerichtstag eine Studie vor, die manchen überraschen mag. Auftraggeber der Studie war der Gesamtverband der Versicherer beziehungsweise deren Abteilung zur Unfallforschung, Kernfrage war, ob man mit 1,6 Promille noch Fahrrad fahren kann.

Die Ergebnisse der Studie mit den Worten von Thomas Daldrup: “Nach unseren Ergebnissen müsste die Rechtsprechung eigentlich in dem Sinne revidiert werden, dass es für Fahrradfahrer keine Obergrenze mehr gibt. Auch mit 1,6 Promille oder mehr – manche Teilnehmer hatten sogar zwei Promille – können einige ohne große Ausfallerscheinungen Rad fahren. Ein pauschal mögliches Strafverfahren bei 1,6 Promille erscheint nach unserer Untersuchung etwas zu restriktiv.”

FAZ: „Mit 1,6 Promille kann man noch fahren“

“Je dicker das Auto, umso egoistischer das Parkverhalten”

Donnerstag, 29.01.2015

Im letzten Frühjahr veröffentlichte die Agentur für Clevere Städte die so genannte Wegeheld-App, ein kleines Smartphone-Programm, mit dem genervte Fußgänger und Radfahrer rücksichtsloses Parkverhalten im Internet veröffentlichen können. Erstmals sind nun über 7.000 Falschparker, die mit der App gepostet wurden, nach Marke, Farbe und Parksünde ausgewertet worden.

Bezogen auf die Zulassungszahlen sind Oberklasse-Fahrzeuge ganz vorne dabei. Am Ende der Liste stehen die Marken Hyundai, Mazda und Suzuki. Betrachtet man die absoluten Zahlen, fuhr jeder zweite gepostete Falschparker ein Fahrzeug der Marken VW, Mercedes, Opel oder BMW oder hatte ein schwarzes, graues oder silbernes Auto. Dem Ordnungsamt mit Foto und Nummernschild gemeldet wurden besonders gerne Jaguar, Porsche und Smart, bezogen auf die Zulassungszahlen.

Heinrich Strößenreuther von der Initiative Clevere Städte fasst das Ergebnis zusammen: “Je dicker das Auto, umso egoistischer das Verhalten”. Stefan Lieb vom Verband FUSS e.V. unterstützt Strößenreuther: “Eltern mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Senioren können ein Lied von diesen Blockaden singen. Die Bußgelder heute werden aus der Portokasse bezahlt, doch auch Menschen mit teuren Autos können sich rücksichtsvoller verhalten: Der Bußgeldkatalog sollte das Erlernen unterstützen”. Einmal mehr zeigt sich, dass die Bußgelder für das rücksichtslose Zuparken steigen müssen, wie es die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ fordert.

Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“
Wegeheld-App
Agentur für Clevere Städte
Fuss e.V.

Piratenpartei Göttingen: “Tempo 30 ist nicht mehr zeitgemäß”

Montag, 26.01.2015

Göttingen ist eine Universitätsstadt in Südniedersachsen. Durch die Stadt führen zwei Bundesstraßen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung sowie Durchgangsstraßen, die die Vororte und Dörfer im Umland der Unistadt erschließen. Weil in einer dieser Straßen in den Nachtstunden ein Tempo-30-Gebot zur Verkehrsberuhigung eingeführt wurde, kritisiert die Piratenpartei die Tempo-30-Strategie als nicht zeitgemäß:

“An Straßen, die für 70 km/h ausgelegt sind, Tempo 30-Schilder aufzustellen und dann mit erzieherischen Maßnahmen wie Bußgeldern zu versuchen, deren Einhaltung durchzusetzen, ist kein Mittel einer modernen Verkehrspolitik.

Es ist heutzutage z. B. durchaus möglich, Ampeln induktiv zu schalten und dann, wenn ein rasendes Auto registriert wird, die nächste Ampel umgehend eine Minute lang auf Rot zu stellen. Ebenso kann nachts ein Auto, das mit 30 km/h registriert wird, an der nächsten Ampel umgehend dann Grün erhalten, wenn kein anderer Verkehr kreuzt. Die Piraten fordern, endlich Gelder für intelligentere Ampelschaltungen bereitzustellen.

An den Durchgangsstraßen Tempo 30 auch tagsüber vorzuschreiben wäre nach Ansicht der Piraten die falsche Strategie. In den Städten geht es heute darum, mit moderner Technik Verkehrsströme energiesparend und lärmreduziert durch optimal genutzte Straßenräume zu leiten und den Radverkehr attraktiver zu machen, beispielsweise mit neuen Schildern.”

Ich bin nicht ganz sicher, welche neuen Schilder den Radverkehr nach Ansicht der Piraten attraktiver machen sollen. Meinen sie die Schilder des französischen Künstlers Clet Abraham, der unter anderem in Berlin Verkehrsschilder kreativ verändert? Hier ein Video von Raphael Haddad über Clets Kunstschilder.

Piratenpartei Göttingen: Piratenpartei kritisiert Tempo 30-Strategie als nicht zeitgemäß
via: Zukunft Mobilität

Thema “Promillegrenze für Fahrradfahrer” auf dem Deutschen Verkehrsgerichtstag

Freitag, 23.01.2015

In der kommenden Woche findet vom 28. bis zum 30. Januar 2015 der Deutsche Verkehrsgerichtstag statt, eine jährlich stattfindende Konferenz für Straßenverkehrsrecht im Harzstädchen Goslar. Sie hat bundesweit Relevanz, da ihre Empfehlungen häufig in der Politik bei der Ausgestaltung von Gesetzen und Vorschriften berücksichtigt werden. Radfahrer stehen im Focus der diesjährigen Veranstaltung, denn im Arbeitskreis 3 soll über neue Promillegrenzen für sie diskutiert werden. In der Presseinfo für den Gerichtstag wird die Veranstaltung so angekündigt:

“Für Fahrradfahrer liegt die Grenze der strafbewehrten, so genannten absoluten Fahruntüchtigkeit nach höchstrichterlicher Rechtsprechung bei einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille. Eine Bestrafung von Radfahrern bei einer weniger hohen Alkoholisierung verlangt den Nachweis alkoholbedingten Fehlverhaltens, der in der Praxis auch für Radfahrer nicht immer leicht zu führen ist. Im Unterschied zu Kraftfahrern existiert für Radfahrer bislang kein bußgeldbewehrter Gefahrengrenzwert, wie er in § 24a Straßenverkehrsgesetz vorhanden ist.

Rechtsmedizinische Untersuchungen zu den Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit von Fahrradfahrern stammen aus den frühen 80er Jahren. Vor diesem Hintergrund wurden aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen mit der Frage durchgeführt, ob bei dem immer dichter werdenden Straßenverkehr die Grenze von 1,6 Promille, die erst nach sehr erheblichem Alkoholkonsum erreicht wird, noch sinnvoll ist.

Ab welcher Promillezahl sind betrunkene Fahrradfahrer ein Sicherheitsrisiko? In welchem Umfang gefährden alkoholisierte Fahrradfahrer nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer? Sollen neue Promillegrenzen eingeführt werden?”

Referieren wird zu diesem Thema unter anderem Roland Huhn, Rechtsreferent des ADFC bei der Bundesgeschäftsstelle. Der ADFC setzt für eine Absenkung der Promillegrenze für Fahrradfahrer auf 1,1 Promille ein.

53. Deutscher Verkehrsgerichtstag
ADFC: Geringerer Grenzwert für Radfahrer

Markt für Leihfahrräder wächst

Donnerstag, 22.01.2015

Eigentlich ist Fahrradverleih ein ganz alter Hut. Im Jahre 1965 stellte Luud Schimmelpennink, ein holländischer Politiker, Erfinder und Provo (so nannte man die Anarchos in den sechziger Jahren in den Niederlanden), den „witte Fietsenplan“ („weißen Fahrradplan“) vor. Idee war, weiß gestrichenene Fahrräder in Amsterdam jedem kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das erste Gratisrad wurde am Lieverdje weiß gestrichen und sofort von der Polizei beschlagnahmt, da das gesetzlich vorgeschriebene Fahrradschloss fehlte. Schimmelpennink machte noch einen zweiten Anlauf zu seinem Wittefietsenplan, den er der Amsterdamer Stadtverwaltung vorschlug. Dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab, die Zeit des Fahrrades sei abgelaufen.

Heute, fünfzig Jahre später, hat der Gedanke des Leihfahrrades sich weltweit durchgesetzt. Inzwischen kann man in 553 Städten auf allen Kontinenten Räder ausleihen. Die Unternehmensberatung “Roland Berger Strategy Consultants” schätzt, dass der Weltmarkt für geteilte Räder ungefähr um 20 Prozent pro Jahr wächst und im Jahre 2020 zwischen 3,6 und 5,3 Milliarden Euro groß sein wird.

Verkeer in Beeld: Markt voor fietsdelen groeit wereldwijd naar 5,3 miljard

“Was Fahrradfahrer über ihre Rechte wissen sollten”

Dienstag, 20.01.2015

Die Deutsche Anwaltshotline hat in Kooperation mit dem ADFC einen kleinen Ratgeber Recht für Radfahrer herausgegeben. Die Autoren Rechtsanwalt Frank Böckhaus und Manuel Christa beantworten acht Fragen zu den Rechten und Pflichten von Radfahrern, angefangen von der Fahrradbeleuchtung bis zum Handyverbot.

Die Rechtsfragen im Einzelnen:

  • Ist wirklich nur das Dynamolicht verkehrssicher?
  • Kann ich bei Verkehrsverstößen mit dem Rad meinen Autoführerschein verlieren?
  • Haben Radler ohne Helm immer Teilschuld an Unfallverletzungen?
  • Besteht eine Pflicht, den Radweg auch immer zu nutzen?
  • Sind Kopfhörer mit Musik beim Radfahren eigentlich verboten?
  • Ist es wirklich immer verboten, mit dem Rad rechts zu überholen?
  • Müssen Fahrradfahrer immer hintereinander fahren?
  • Gilt das Verbot, mit dem Handy zu telefonieren, auf dem Fahrrad genauso?

Nicht unproblematisch finde ich Frage Nummer drei: “Haben Radler ohne Helm immer Teilschuld an Unfallverletzungen?” Diese Formulierung suggeriert, dass es der Normalfall ist, wenn einem unverschuldet in einen Unfall geratenen Radler ohne Helm eine Teilschuld zugesprochen wird. Das Gegenteil ist der Fall.

In der Beantwortung der Frage wird korrekterweise auf das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts und der Überprüfung des Urteils durch den Bundesgerichtshof eingegangen. Ich hatte die große öffentliche Wirkung des Urteils des OLG Schleswig-Holstein immer so verstanden, dass bisher Radfahrer ohne Helm keine Mitschuld trugen und dass erstmals einem helmlosen Radfahrer eine Sorgfaltspflichtverletzung unterstellt wurde. Der BGH hat aber das vorinstanzliche Urteil kassiert.

Der kleine zehnseitige Velorechtsratgeber wird ergänzt durch einen Auszug aus dem Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer.

Deutsche Anwaltshotline: Was Fahrradfahrer über ihre Rechte wissen sollten (pdf-Dokument)

Grüne Initiative “Fahrradstraßen” in Berlin

Montag, 19.01.2015

Die Rede von Stefan Gelbhaar, die weiter unten als Youtube-Film gezeigt wird, ist schon etwas älter, sie wurde Anfang Juli 2014 vor dem Berliner Abgeordnetenhaus gehalten. Sie bezieht sich auf die bündnisgrüne Initiative “Fahrradstraßennetz für Berlin”. Die Grüne hatten auf einer eigens eingerichteten Homepage Vorschläge der Bevölkerung für Fahrradstraßen gesucht.

Zur Zeit existieren lediglich siebzehn Straßen in Berlin, auf denen die Radfahrer Vorrang genießen. Diese Straßen sind bunt über die Stadt verstreut, sie bilden mitnichten ein zusammenhängendes Netz.

Aus einer Vielzahl von eingereichten Vorschlägen destillierten die Grünen zwei Pilotrouten durch Berlin,  um je eine durchgehende Verbindung von Nord nach Süd und eine von Ost nach West fertig zu stellen und den Netzgedanken sicht- und nutzbar zu machen. Die erste West-Ost-Route verbindet die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf über Schöneberg und Kreuzberg mit Neukölln. Sie soll am Wilmersdorfer Volkspark beginnen und führt über Belzigerstraße, Crellestraße, Monumentenstraße, Kreuzbergstraße, Körte- und Grimmstraße, Bürknerstraße, Maybachufer und Weigandufer bis zum Endpunkt an der Ederstraße.

Die zweite von den Grünen vorgeschlagene Pilotroute verläuft aus Pankow kommend durch Mitte und Kreuzberg nach Schöneberg. Beginnend ab der Dunkerstraße führt sie über Stargarder, Senefelder und Kollwitzstraße durch Pankow, läuft über Max-Beer-Straße und Rochstraße zur Museumsinsel. Von da ab geht es südlich durch die Innenstadt und über Markgrafenstraße, Lindenstraße, Großbeerenstraße bis zur Crekllestraße, wo der Kreuzungspunkt zur anderen Pilotroute liegt. Ab hier führt ein Zug aus Fahrradstraßen, die neu eingerichtet werden sollen über Crellestraße und Eberstraße bis zum Innsbruckerplatz. Nach dem Queren dieses Platzes führt der Verlauf über Rubensstraße, Semperstraße und Hedwigstraße. Nach Meinung der Grünen sind Teilstrecken der Routen sind schnell umzusetzen, nur an Knotenpunkten sind bauliche Veränderungen notwendig.

Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben das Projekt Grünen am 15.01.2015 im Plenum abgelehnt.

Bündnis 90/Die Grüne: Fahrradstraßennetz für Berlin
Bündnis 90/Die Grüne: Berlin wird Fahrradstadt – Berlin braucht ein Fahrradstraßennetz

Flashmob sprüht Radweg-Markierung auf falschparkende Autos

Freitag, 16.01.2015

“Aber bitte mit Sahne!” hieß der Flashmob, zu dem heute in der westlichen City aufgerufen wurde. In weiße Bademäntel gekleidete Sauberfrauen und -männer verzierte falsch geparkte Autos mit Fahrradpiktogrammen und führte die weiße Linie über die Wagen hinweg. Ziel war, die Markierungen wieder sichtbar zu machen und damit die Gefahr für Radler und von Nachahmern zu bannen sowie auf die Petition „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister“ aufmerksam zu machen.

Open Petition: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!

Polizeigewerkschaft will Warnwestenpflicht für Radfahrer

Donnerstag, 15.01.2015

Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost möchte die Deutsche Polizeigewerkschaft in Berlin eine Pflicht für Radfahrer einführen, vom Einbruch der Dunkelheit bis zum nächsten Morgen reflektierende Warnwesten zu tragen. Bodo Pfalzgraf, Landesvorsitzender der DPolG, begründete diesen Vorstoß mit dem Argument: “Mit Warnwesten sind Radfahrer in der Dunkelheit besser zu erkennen.” Daher solle es in der Dämmerung und nachts eine Pflicht zum Tragen von Warnwesten geben.

Die originelle Forderung entstand bei einer Fachtagung der Funkwagenfahrer gemeinsam in Gesprächen mit den Beamten der Verkehrsüberwachung. “Endlich mal eine gute Idee”, kommentiert die Morgenpost die Initiative der Gewerkschaft der Polizei und führt fort: “Weil aber die vielen Kontrollen der Polizei, die ungezählten Hinweise für Radfahrer, bitte doch Licht am Rad zu haben, nicht zu mehr Einsicht führten, muss man sie nun zwingen. Licht an und Weste tragen. Zur eigenen Sicherheit.”

Berliner Morgenpost: Warnwesten sollen Pflicht für Radfahrer werden

Neukölln: Fahrradsuchmeldung

Montag, 12.01.2015

J. mailt uns: “Die ….. haben mir mein Fahrrad geklaut!!
Am 9.1. zwischen 19:30 und 23:00 am S-Bahnhof Neukölln. Wer irgendwo wen mit diesem Superrad antrifft: hau ihn vom Rad und ruft mich an!
Schwarzes Manufaktur T-100 Da 55 schwarz 24-G
Rahmennummer: PK 115719
Silberne Klingel rechts, braune Korkgriffe, Vorderes Schutzblech mit Gaffertape geklebt. Gelsattel. Links fehlt die Abdeckung der Gangschaltanzeige. Ich hab am 8.1. erst 150€ reingesteckt für neues Schaltwerk, Kurbelgarnitur, neue Bremsen… ”

Telefon 0177-2936226
Telefon 030-28372214

Fahrradfahrer sind die Nervigsten

Donnerstag, 08.01.2015

“Fahrradfahrer sind die Nervigsten”, so titelt die Berliner Zeitung. Dabei zitiert sie die BVG-Busfahrerin Angela N., die aus ihrem Alltag berichtet. Eine Passage hat es in sich, und dürfte das Selbstverständnis einiger BVG-Fahrer gut wiederspiegeln:

Auf Busspuren fahren sie oft im Pulk, 20 oder 30 zusammen, und in der Mitte, so dass wir hinterher zuckeln müssen.

Was das genau bedeuten soll, ist klar: Die Radfahrer sollen lieber hintereinander und ganz rechts fahren, so dass der Bus in der Busspur bleiben kann, während er sie überholt.

Da weiss man, warum das Sicherheitsgefühl im Pulk so viel höher sein kann: Nach wie vor werden Regeln wie das Einhalten von Ampeln ernster genommen als vorgeschriebene Sicherheitsabstände beim Überholen.

Wie sind Eure Erfahrungen mit den Bussen der BVG?

Berliner Zeitung vom 4.1.: “Fahrradfahrer sind die Nervigsten”

Stadt Eindhoven testet spezielle Räumfahrzeuge für Fahrradwege

Mittwoch, 07.01.2015

Eine für Fahrradwege konzipiertes Räumfahrzeug wird in der niederländischen Stadt Eindhoven in diesem Winter getestet. Das “Velocity” genannte Gerät ist eine Variante von Fahrzeugen, die für die schnelle Räumung von Flughäfen eingesetzt werden. Das bis zu 30 km/h schnelle Fahrzeug kann Schnee schieben, von der Straße bürsten und den Fahrweg mit einer Salzlösung besprühen. In den Niederlanden ist es zwar üblich, Traktoren für die Straßenreinigung einzusetzen, ich frage mich aber, wie man den Schnee weggebürstet bekommt, wenn man ihn vorher mit breiten Treckerreifen fest fährt.

Verkeersnet: Eindhoven doet ervaring op met speciale fietspad-strooimachine

Verkauf nach Ladenschluss

Dienstag, 06.01.2015

Jedes Jahr zum Jahreswechsel scheint es ein Volkssport zu sein Altglas auf den Radwegen zu entsorgen. Das sorgt für massenhafte Plattfüße bei Fahrrädern, dummerweise haben genau jetzt auch noch alle Fahrradläden geschlossen, ein ärgerlicher Start ins neue Jahr! Für solche Fälle und andere Notsituationen (wer weiß was alles mit Schläuchen angestellt werden kann) haben wir uns einen Schlauchomat vor den Laden gehängt. Ab sofort könnt ihr Fahrradschläuche rund um die Uhr bei uns bekommen!

Der Schlauch-Automat ist mit folgenden Schlauchgrößen bestückt:

26 Zoll:

SV 13: Französisches Ventil 40 bis 62 - 559

AV 13: Autoventil gleiche Größe

27,5 Zoll, 28 Zoll, 29 Zoll:

SV 15: Französisches Ventil 18 bis 28 - 622, 22 bis 25 - 630

SV 17: Französisches Ventil  28 bis 47 - 622, 32 - 630, 40 - 635

DV 17: Dunlopventil gleiche Größe

SV 19: Französisches Ventil 50 bis 60 - 584, 40 bis 62 - 622, 40 - 635

Die Schläuche kosten 7,50 €, Pumpen oder Werkzeug gibts leider noch nicht im Automaten, wir arbeiten dran.

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