Heute 20:00 Uhr ab dem Mariannenplatz: CM

Freitag, 29.08.2014

Heute ist Fahrradfreitag, an dem sich diejenigen Leute um acht auf dem Mariannenplatz treffen, die sich für bessere Bedingungen für Radfahrer einsetzten. Critical Mass in Berlin, das sind zwanzig bis dreißig Kilometer auf glattem Asphalt bei endloser Grüner Welle im Windschatten der Mitfahrer. Kurz: Critical Mass ist Radfahren in seiner schönsten Form. Wie krass das abhebt vom “normalen” Radfahren, bemerkt man immer, wenn man von der CM abbiegt und die letzten fünf/sechs Kilometer allein oder zu zweit zurückfährt. Da ist sie dann wieder, die Berliner Fahrradinfrastruktur, die Radfahrerschikanen ohne Ende.

Nachtrag vom 31.08.2014:
Hier ein Fünf-Minuten-Film über die August-CM.

VIZ-Tafeln informieren über Verhalten gegenüber Radfahrern

Montag, 18.08.2014

Überholabstand gegenüber Radfahrern - Anzeigetafel der VIZDie Anzeigetafeln der Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) weisen an vielbefahrenen Straßen normalerweise auf besondere Verkehrsinformationen hin oder wünschen eine gute Fahrt. Derzeit vermitteln sie aber auch einige Grundlagen zum Verhalten von Autofahrern gegenüber Radfahrern. Dabei werden abwechselnd folgende Texte eingeblendet:

  • Beim Überholen von Radfahrern: mind. 1,5m Abstand halten!
  • Beim Parken: Vor dem Türöffnen auf Radfahrer achten!
  • Beim Abbiegen: Besonders auf Fußgänger und Radfahrer achten!

Schrotträder im öffentlichen Raum

Montag, 11.08.2014

Eine der unschönen Begleiterscheinungen des Fahrradbooms sind die vielen Schrotträder, die Fahrradbügel blockieren.

Am Bahnhof Alexanderplatz befindet sich zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem Kaufhaus eine Fahrradabstellanlage mit insgesamt 54 Bügeln. Unter der Woche sind alle Parkplätze dieser Anlage restlos besetzt. Am Sonntag um 14:00 Uhr standen dort lediglich 71 Fahrräder. Davon hatten 18 Räder keine Luft im Hinterreifen, das ist ein Anteil von 25,3 Prozent an allen Velos.

Das Ordnungsamt Mitte hat einen Mitarbeiter, der sich um verwahrloste Fahrräder kümmert. Die betreffenden Räder werden mit einer gelben Banderole versehen, auf denen angekündigt wird, dass die Velos nach einer Wartezeit von drei Wochen von der BSR entsorgt werden. “Es kann nur ein wenig dauern, weil der Ordnungsamtsmitarbeiter zur Zeit überlastet ist.”

8. August: Schraub-mit-Aktion

Donnerstag, 07.08.2014

Der VCD Nordost lädt zusammen mit der Bike-Kitchen-Northeast und BikeAid Berlin und denTeilnehmenden der VCD Radbegegnung zu einer gemeinsame Fahrrad-Reparier-Aktion ein. Die Idee ist, gemeinsam Räder zu reparieren und dabei auch Zeit zum kennenlernen zu haben. Die reparierten Räder werden anschließend der interkulturellen Begegnungsstätte Luisenkulturgarten sowie Flüchtlingen übergeben. Termin ist Freitag den 8. August, von 15:00 bis 18:00 Uhr. Wir treffen uns in der Kiefholzstraße 74 in 12057 Berlin. Anschließend gibt es ein gemeinsames Abendessen im Luisenkulturgarten, Lilienthalstraße 7, 10965 Berlin. Wer mitschrauben will, alte Fährräder oder Fahrradteile spenden will, kann sich unter bike@vcd-nordost.de anmelden.

Trauer um getötete Radfahrerin

Donnerstag, 07.08.2014

Am Mittwoch um 7:00 Uhr wurde eine 39-jährige Radfahrerin an der Kreuzung Karl-Marx-Allee und Straße der Pariser Commune von einem rechtsabbiegenden LKW überfahren und starb an der Unfallstelle.

Flächen-Gerechtigkeits-Report für Berlin vorgestellt

Dienstag, 05.08.2014

Nur 3% der Berliner Straßenflächen stehen Radfahrern zur Verfügung, 19 mal mehr dagegen den Autofahrern. Tatsächlich wird aber nur noch jeder dritte Weg in Berlin mit dem Auto (33%) zurückgelegt, 15% bereits mit dem Rad. Soll das Fahrrad-Ziel des Berliner Senats erreicht werden, sind die Radverkehrsflächen um 600% auszubauen. Das sind die Ergebnisse eines heute veröffentlichten Flächen-Gerechtigkeits-Report.

Studierende der Berliner Best-Sabel-Hochschule haben in einem Projekt fast 200 Berliner Straßen mit Zollstock, Excel und GoogleMaps vermessen. In den Stadtteilen Lichtenberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg, Neukölln, Zehlendorf, Wilmersdorf, Tiergarten und Wedding wurden jeweils etwa zwanzig Straßen untersucht. Hier das Ergebnis der Analyse dargestellt in einer Tortengrafik:

Nur 3% aller Verkehrsflächen sind für das Fahrrad vorgesehen. Dem steht ein Radverkehrsanteil von 15% aller Wege gegenüber. Für den Autoverkehr sind 58% aller Verkehrsflächen vorgesehen, obwohl der Wegeanteil nur noch bei 33% liegt. Allein 19 Prozent der gesamten Verkehrsfläche ist für parkende Autos reserviert, das ist sechs mal mehr als für den Radverkehr in Berlins Straßen vorgesehen ist. 13 mal mehr Fläche ist für Pkw-Fahrer zum Fahren gegenüber Radfahrern reserviert. Summiert man Parken und Fahren, wird der Unterschied noch klarer: 19 mal mehr Fläche haben Pkw-Fahrer gegenüber Rad-Fahrern zur Verfügung.

Agentur für clevere Städte: Pressemeldung
Agentur für clevere Städte: Wem gehört die Stadt? Der Flächen-Gerechtigkeits-Report (pdf-Dokument)

Johnnyrandom: Bespoken

Mittwoch, 30.07.2014

Der Künstler Johnnyrandom aus San Francisco bezeichnet sich selbst als “sound composer and music designer”. Er macht aus Alltagsgegenständen Musikinstrumente. In der Komposition Bespoken sind alle verwendeten Soundschnipsel mit dem Instrument Fahrrad aufgenommen. Im kleinen Video wird deutlich, wie er die Geräusche herstellt:

Die gesamte Komposition Bespoken kann man auf iTunes kaufen. Auf der Audioplattform Soundcloud hat Johnnyrandom eine Auswahl seiner Fahrradgeräusche hochgeladen.

Ein wenig erinnert die Musik von Johnnyrandom an den jungen Frank Zappa.

via: Radpropaganda

Velo Berlin und Berliner Fahrradschau 2015 am selben Wochenende

Mittwoch, 30.07.2014

Leute von außerhalb, die extra wegen einer Fahrradmesse nach Berlin kommen, können sich freuen: die beiden großen Fahrradmessen in Berlin werden am Wochenende 21. und 22. März 2015 stattfinden. Bisher wurden beide Messen im März veranstaltet, jedoch im Abstand von vierzehn Tagen. Ein gemeinsamer Messetermin im nächsten Jahr kann Synergieeffekte bringen, nicht auszuschließen ist aber, dass der Konkurrenzdruck zwischen Velo und Fahrradschau zunimmt.

Via: BikeBlogBerlin bei Facebook

Das perfekte Verbrechen

Montag, 28.07.2014

Ein paar Zahlen zu Beginn: in den USA starben im Jahre 2012 exakt 33.561 Menschen bei Verkehrsunfällen. Der Anteil der Fußgänger an den Verkehrstoten lag bei 4.732, das waren 14% aller Verkehrsopfer. In New York City lag der Anteil getöteter Fußgänger im gleichen Jahr bei 52 Prozent. Fünf Prozent aller Kraftfahrer, die in einen tödlichen Unfall mit Fußgängern verwickelt waren, kamen in Haft. Wenn man als Autofahrer einen Fußgänger tötet, hat man eine große Chance, ungeschoren davon zu kommen. Ist also das Auto die perfekte Tatwaffe, wenn man jemanden umbringen möchte?

Diese Fragen werden in einem Podcast von Freakonomics mit allen Pros und Cons diskutiert. Abgesehen von der nervigen Werbeunterbrechung in der Mitte ist das eine spannende halbe Stunde.

Freakonomics: The Perfect Crime - A New Freakonomics Radio Podcast

Radfahren in Berlin im Tagesablauf

Montag, 28.07.2014

Human ist eine Smartphone-Applikation, die die Menschen animieren will, sich täglich mindestens dreißig Minuten zu bewegen. Die App trackt die Aktivität des Users - sei es Gehen, Laufen oder Radfahren - und schickt die gewonnenen Daten nach hause. Aus den Aktivitätsprotokollen von mehr als 250.000 Benutzern der App wurden kleine Animationen, die zum Beispiel das Radfahren im Verlauf von 24 Stunden in einer Stadt dokumentieren. Hier ein 30-Sekunden-Spot, der die Aktivität Radfahren in Berlin im Tagesablauf zeigt. Je stärker ein Straßenzug befahren wird, desto heller leuchtet er auf.

Auffällig ist, dass die App in den Bezirken Mitte, Kreuzberg-Friedrichshain und Pankow deutlich stärker genutzt wird als in den westlichen Bezirken. Einzelne Straßen zeigen ein signifikantes Aktivitätsmuster. So wird der Straßenzug Potsdamer und Hauptstraße als Arbeitsweg genutzt, hauptsächlich zwischen sieben und neun Uhr sowie ab 15:00 Uhr. In der ganzen Stadt wird der von Human aufgezeichnete Radverkehr ab 20:00 Uhr deutlich geringer und reduziert sich am späten Abend auf den Verkehr zwischen den Feierkiezen in Kreuzberg und Neukölln.

Human: Human data shows how we move in cities.

Charmeoffensive der Fahrradstaffel

Donnerstag, 24.07.2014

“Wurde heute von einem der Polizeistaffel Unter den Linden rausgezogen. Mit den Worten “Ick wollt mich ma bedanken, dass se an der Ampel angehalten haben und n Vorbild waren!” So kann ein Tag auch mal beginnen.”

Aus der (geschlossenen) Facebook-Gruppe Radfahren in Berlin

Justin Ancheta rockt das Bike

Donnerstag, 24.07.2014

Wie geil ist das denn! Die Bühne mit der Band rollt über die Straße und jeder kann sich mal problemlos in die erste Reihe treiben lassen. Konzerte auf dere „LiveOnBike”-Stage gehören zum Programm des jährlichen Bicycle Music Festival von San Francisco. Ausschließlich von Fahrrädern mit Strom versorgt, ist es weltweit das größte seiner Art. Kostenlos, mit jeder Menge Konzerten, Partys, Critical-Mass-Aktionen verteilt es sich auf die Parks und Straßen der Stadt.

Einer der von Beginn an (2007) dabei war ist Justin Ancheta. Mit seiner Band geht er in den USA grundsätzlich nur per Fahrrad und Bahn auf Tour. Der Sänger, Gittarist und Komponist beschreibt seinen Style selbst als Flamenco-Reggae und Folklyrico Americana. In seinen Texten plädiert er für ökologische Nachhaltigkeit und den erforderlichen radikalen Wandel auf dem Weg dahin.

“…to promote sustainable culture in general and bicycle culture in particular, by physically engaging and immersing our community in the magic of bike culture, and cultivating and nurturing a network of local sustainable musicians, through our staging of free, community participatory, bicycle-based music events.”

ist auch das Ziel des Festivals.

Das nächste rollt am 11. Oktober 2014 durch San Francisco. Und als gebürtiger Kalifornier surft Justin singend auf dem Bike um für das Festival zu werben.

Guny

Bekommt Berlin bald Fahrradstationen?

Dienstag, 22.07.2014

In Berlin gibt es zur Zeit etwa 28.000 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Bahnhöfen, Stationen und Haltestellen. Davon wurden etwa die Hälfte in den letzten 15 Jahren neu gebaut. 2014 kommen noch einmal etwa 1000 neue Anlagen.

Gefühlt wird es dennoch von Jahr zu Jahr schwieriger, einen Fahrradparkplatz nahe eines Bahnhofs zu finden, denn die Nachfrage steigt wesentlich stärker als das Angebot.

“Der Senat plant zur Bewältigung der Abstellproblematik in der Stadt die Erarbeitung neuer Strategien zum Fahrradparken. Es soll ein Handlungskonzept mit Maßnahmen zur Anpassung des Fahrradabstellangebots an den in den letzten Jahren erheblich gestiegenen Bedarf erstellt werden. Die Errichtung von Fahrradparkhäusern bzw. -stationen wird dabei ein wesentlicher Schwerpunkt sein.” (aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf eine schriftliche Anfrage zum Thema Fahrradstationen).

Am Bahnhof Ostkreuz sieht der Senat einen großen Bedarf für eine Fahrradstation. Im Zuge der Umgestaltung der Bahnhofsvorplätze ist ein Wettbewerbsverfahren mit integriertem Fahrradparkhaus geplant.  In diesem Zusammenhang soll die funktionionale, gestalterische und betriebliche Tragfähigkeit einer solchen Anlage geprüft werden. Ergebnisse werden zum Ende des Jahres 2014 erwartet.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: Radverkehr stärken – mehr Fahrradstationen für Berlin (pdf-Dokument)

Ausstellung im Bildhauermuseum Bremen: Gerhart Schreiter - Gestalter des Alltags

Dienstag, 22.07.2014

Gerhart Schreiter (1909–1974) liebte das Fahrrad. Er hielt es für „eine der schönsten Erfindungen unserer Zeit, – ein Freund für tausend Situationen“. Dieses Bekenntnis steht symbolhaft für das gesamte Schaffen des Künstlers, denn er gilt als ein Bildhauer von Kleinplastiken, dessen Figuren der „Welt aller Tage“ entstammen. Seine Arbeiten spiegeln anektodenhaft beobachtete Szenen des täglichen Miteinanders wider. Unter dem Einfluss englischer Kollegen öffnete er sich um 1950 einem gemäßigtem Modernismus. Volumen, Raum und später auch die strukturelle Auflösung der Oberfläche gehörten zu seinen bildhauerischen Kernfragen.

Das Gerhard Marcks Haus in Bremen zeigt bis zum 7. September 2014 Schreiters Skulpturen.

Gerhart Schreiter: Rennfahrer, 1960 Bronze
Copyright: Gerhard-Marcks-Stiftung

Gerhard Marcks Haus

Bilanz der Verkehrskontrollen zur Verhinderung von Radfahrunfällen

Montag, 21.07.2014

“Im Rahmen einer siebentägigen Schwerpunktaktion hat die Polizei Berlin in der vergangenen Woche im gesamten Stadtgebiet Kontrollen zum Schutz von Radfahrern an verkehrsreichen Kreuzungen und Einmündungen durchgeführt. Im Fokus der intensiven Überwachungsmaßnahmen stand fast ausschließlich das Verhalten rechtsabbiegender Kraftfahrzeugführer gegenüber parallel geradeaus fahrenden Radlern. Täglich kann massenhaft beobachtet werden, wie unaufmerksame Kraftfahrer dabei den Vorrang der Radfahrer missachten. Verkehrsunfälle sind regelmäßig mit Verletzungen der Radfahrer verbunden. Fast die Hälfte aller Radfahrerunfälle mit tödlichem Ausgang resultierte in den vergangenen Jahren aus Kollisionen mit Rechtsabbiegern.

Insgesamt wurden 424 Kraftfahrzeugführer nach einem Fehlverhalten beim Abbiegen angehalten und eindringlich zu den Gefahren ihrer Fahrweise aufgeklärt und sensibilisiert. In 281 Fällen waren die Verstöße so eindeutig, dass Verkehrsordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt werden mussten. Dabei kam es weniger darauf an, möglichst viele Verstöße festzustellen. Vielmehr stand die Qualität der Überwachung im Vordergrund. Beispielsweise wurden stets auch die betroffenen Radfahrer angehalten und zum Kontrollort gebeten, um auch gegenüber den Kraftfahrern die Gefährlichkeit des gerade Erlebten anschaulich zu bezeugen. Gerade diese Einsatzkomponente war es, die Radfahrer besonders positiv bewerteten. Gezielte Kontrollen dieser Art würden sie sich viel öfter wünschen.

Allerdings wurden auch die Radfahrer selbst in ihrem Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen überwacht. Die als zivile Beobachtungsposten eingesetzten Polizeibeamten verschlossen auch bei Radfahrern nicht die Augen, wenn sie rotes Ampellicht missachteten. So mussten sie auch gegen Radfahrer viele Anzeigen schreiben.

Auch die neue polizeiliche Fahrradstaffel war an dieser Schwerpunktaktion mit eigenen Kontrollen beteiligt. Die Resonanz der Verkehrsteilnehmer fiel diesbezüglich sehr positiv aus.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1711 vom 21.07.2014

Radstreckenvisualisierungstool Cyclodeo

Montag, 21.07.2014

Im Jahre 2012 haben wir hier die Website Cyclodeo vorgestellt, eine Seite, auf der man Radwege im Video betrachten und gleichzeitig die Fahrradstrecke auf einer animierten Landkarte verfolgen kann. Damals steckte das Radwegevisualisierungsprojekt noch in den Kinderschuhen, war technisch noch nicht perfekt und die angebotenen Radwegvideos beschränkten sich auf die niederländische Fahrradstadt Eindhoven respektive einem kleinem Ort nahe Eindhoven.

Inzwischen hat Cyclodeo einen mächtigen Sprung nach vorn gemacht. Das Tool zeigt nun Radverbindungen von acht Orten weltweit. Neben San Francisco, New York und London sind das die holländischen Städte  Amsterdam, Eindhoven und Helmond, schließlich Kopenhagen und nicht zuletzt Berlin.

In Berlin werden mehr als achtzig georeferenzierte Videos von Radstrecken innerhalb des S-Bahnrings mit einer Gesamtlänge von mehr als 200 Kilometern gezeigt. Das sind häufig kurze Clips, die einen oder zwei Kilometer einer Radverbindung dokumentieren und nur einige Minuten kurz sind. Eine der längsten Strecken führt über 15 km vom Rathaus Pankow in der Breiten Straße bis weit in das Charlottenburger Westend am Theodor-Heuss-Platz. Wer sich die ganze Radstrecke am Stück antut, braucht dazu fast eine Stunde am Rechner.

Während man ein Radwegvideo betrachtet, sieht man auf dem zweigeteilten Bildschirm gleichzeitig eine animierte Googlemap der ausgewählten Strecke. Der grüne Punkt auf der Karte zeigt den aktuellen Standort des betreffenden Wegs. Da Video und Karte synchronisiert sind, kann man den grünen Punkt mit der Maus verschieben, sodass man schnell bestimmte Punkte auf dem Radweg ansteuern kann.

Da auch der Aufnahmezeitpunkt des Videos erfasst wird, ist Cyclodeo das ideale Tool, um Veränderungen im Zeitablauf zu dokumentieren. Die Berliner Cyclodeo-Videos zeigen recht gut die Ist-Situation für Radfahrer in Berlin, mit all den schönen, grünen Wegen aber auch allen Unzulänglichkeiten, mit denen das Radfahren in Berlin verbunden ist.

Cyclodeo
Berlin-Seite von Cyclodeo

Werkstatt Mitarbeiter_in gesucht

Freitag, 18.07.2014

Voraussetzung:

- Längere Zeit in einer professionellen Fahrradwerkstatt gearbeitet (Reparatur von Fahrrädern, Getriebenaben und Laufradbau).

- Vollzeitstelle: Bereitschaft sich täglich dem Ansturm der Kund_innen zu stellen (gewisse Stresstoleranz).

- Übernahme von Verantwortung in einer selbstorganisiertenWerkstatt (Teamfähigkeit)

- Langfristige Perspektive

Wir bieten: Stress (positiv wie negativ), schlechte Entlohnung und täglich dreckige Fingernägel in einer netten Arbeitsumgebung.

Wer trotzdem Interesse hat bitte eine Bewerbungen per Mail an: mail@rad-spannerei.de

Y’akoto radelt in Ghana

Donnerstag, 17.07.2014

Sie verpasst den Bus, den Zug und das Flugzeug in Accra…  bleibt das Fahrrad für das perfekte Timing. Eine Frau auf der Suche, die sich fragt, ob die Liebe einen neuen Versuch wert ist. In ihrem aktuellen Video radelt Y’akoto durch die Straßen der Hauptstadt von Ghana, wo sie aufwuchs. Als Pendlerin zwischen den Welten, geboren in Hamburg (Mutter Deutsche, Vater Gahnaer) erlebte sie Jugendjahre auch in Kamerun, Togo und dem Tschad. Gegenwärtig wohnt sie in Hamburg, Paris und Lomé.

Passenderweise entstand das Video ihrer aktuellen Single „Perfect Timing” aus einer internationalen Kooperation von südafrikanischem Regisseur, kenianischem Kameramann und einer Berliner Produktionsfirma.

Der Song hätte auch gut von Amy Winehouse gesungen werden können. Sein Groove bestimmt das relaxte Tempo der Bilder. „Soul-Seeking-Music” nennt das Y’akoto und ihr „Timing” hat (als Vorbote ihres am 22. August erscheinenen Albums „Moody Blues”) das Zeug zum Hit.

P.S.: „Moody Blues” war einmal eine Kultband aus den sechziger Jahren. Übersetzt könnte man das als “launische Niedergeschlagenheit” lesen. Y’akoto, die 2012 schon ein erfolgreiches Top-20-Debut mit „Babyblues” hatte, macht mit „Perfect Timing” - bei aller Melancholie - Laune auf Radfahren.

Guny

Berliner Polizei stellt Fahrradstaffel vor

Mittwoch, 16.07.2014

In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Berliner Polizei, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Unfallforschung der Versicherer wurde heute die neue Fahrradpolizei vorgestellt, die vorerst in den nächsten drei Jahren in der östlichen City zwischen Alexanderplatz und dem Brandenburger Tor eingesetzt werden soll. Die insgesamt zwanzig Beamten, darunter fünf Polizistinnen, die in den kommenden 36 Monaten ihren Dienst auf Rädern ableisten, sollen 365 Tage im Jahr zwischen 8:00 und 18:00 Uhr im Innenstadtbereich des Bezirks Mitte – einschließlich des Ortsteils Tiergarten und des Regierungsviertels – eingesetzt werden. Ausnahmen sollen nur an Tagen gemacht werden, an denen es unter minus fünf Grad Celsius ist. Hauptaufgabe der Fahrradstaffel wird die Verkehrsüberwachung sein, “und zwar mit deutlichem Bezug zum Verhalten von Radfahrern aber auch gegenüber Radfahrern.”

Finanziert wurde das Polizeiprojekt auch mit Mitteln der Versicherungsindustrie sowie dem Stadtentwicklungsenat. 32.000,- Euro wurden investiert, um 20 Treckingbikes und zwei Pedelecs anzuschaffen. Ursprünglich hatte man geplant, die gesamte Fahrradstaffel mit schnellen S-Pedelecs auszustatten. Diesen Plan habe man schnell aufgegeben, weil die Fahrradpolizisten auf Fahrradwegen und Radstreifen fahren sollen und dort sind die 45 km/h-schnellen E-Bikes nicht zugelassen.

Allein 39.000,- Euro wurden aufgeboten, um einen kompletten Satz neuer Polizeiuniformen für die Rennleitung zu kaufen. Das Fotoshooting nach der Pressekonferenz hatte denn auch den Charakter einer kleinen Modenschau. Jeder Entlüftungszipper, jede atmungsaktive Textilie von Sommer- und Winterkollektion wurde gesondert vorgestellt.

Der Einsatz der Berliner Fahrradstaffel bis zum Sommer 2017 wird umfangreich evaluiert. Dazu Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer: “Das zunehmende Radverkehrsaufkommen erfordert neben entsprechenden Investitionen in die Infrastruktur auch eine Verbesserung der polizeilichen Überwachung. Das betrifft sowohl Verstöße von Radfahrern, als auch von Kraftfahrern gegenüber Radfahrern. Ob polizeiliche Radstaffeln hier erfolgreich sein können, ist eine Vermutung, die noch nie bewiesen wurde. Wir sind deshalb dankbar, dass alle Beteiligten die wissenschaftliche Begleitung der Einführung durch die Unfallforschung der Versicherer unterstützen.” Da man sehr viele Daten bereits vor der Einführung der Fahrradstaffel ermmittelt habe, könne man einen Vorher- Nachher-Vergleich als auch einen Ja-Nein-Vergleich durchführen, etwa, indem die verkehrliche Situation im Einsatzbereich der Fahrradstaffel mit einem Bezirk ohne Polizei auf Rädern vergleiche.

Nach dem dreijährigen Erprobungszeitraum der Berliner Fahrradstaffel soll entschieden werden, wie es weitergeht. Das könne bedeuten, dass das Modell der Fahrradstaffel auf andere Bezirke ausgeweitet wird, im anderen Falle könne es aber auch das Ende einer Berliner Fahrradpolizei heißen.

Schwerpunktaktion der Berliner Polizei zur Verhinderung von Radfahrunfällen

Sonntag, 13.07.2014

“Unfallfrei durch die Fahrradsaison – Getreu diesem Motto wird die Polizei Berlin in der kommenden Woche vom 14. bis 20. Juli in einer Schwerpunktaktion ihr Hauptaugenmerk in der Verkehrsüberwachung auf Fehlverhaltensweisen von abbiegenden Kraftfahrzeugen gegenüber Radfahrern richten.

Polizeibeamte werden im gesamten Stadtgebiet intensive Verkehrskontrollen zum Schutz des Radfahrverkehrs durchführen. Im Rahmen dieser Aktionswoche wird auch für mehr Rücksichtnahme und Verständnis zwischen Rad- und Kraftfahrern geworben.

In den vergangenen Jahren war fast die Hälfte aller getöteten Radfahrer an Verkehrsunfällen mit abbiegenden Kraftfahrzeugen beteiligt. Daraus wird deutlich, wie gefährlich Vorrangmissachtungen an Kreuzungen und Einmündungen für Radfahrer sind.”

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1637 vom 11.07.2014

Im Frühjahr und Sommer führt die Berliner Polizei regelmäßig Verrkehrskontrollen dieser Art durch. Allerdings scheint sich der Fokus der Aktionen langsam zu verändern. Noch im letzten Jahr hatte die Aktion den Titel “Schwerpunktkontrollen zur Überwachung und zum Schutz des Radfahrverkehrs”.

Bernd Zanke, beim ADFC-Berlin für Verkehrssicherheit zuständig, nimmt übrigens gern Hinweise zur Durchführung der Schwerpunktkontrollen entgegen, Kontaktdaten hier.

(Dank an Michael S. für den Hinweis.)

Get on your bike, Europe!

Donnerstag, 10.07.2014

„Get on your bike, Europe!“ ist das Motto der vom 6. bis zum 16. August 2014 stattfindenden internationalen Radbegegnung.. Für diese Begegnung gibt es noch freie Plätze. Junge Menschen aus Belgien, Polen und Deutschland besichtigen in Berlin spannende Projekte wie Selbsthilfe- und Jugend-Fahrradwerkstätten und fahren den Mauerradweg der deutsch-deutschen Teilung entlang und entwerfen eine Vision eines radfahrenden Europas. Auch praktisch dürfen die Teilnehmenden tätig werden. So werden alte Fahrräder repariert und gemeinsam Reparaturanleitungen erstellt. Auf dem internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen fährt die Gruppe anschließend nach Greifswald zur Ostsee. Die Gebühr für Unterkunft, Verpflegung, das inhaltliche Programm und die Fahrtkosten nach Berlin beträgt 150,- Euro. Doch am Geld soll die Teilnahme an der Begegnung für niemanden scheitern. Auf Anfrage gibt es Ermäßigungen. Interessierte im Alter von 16 bis 30 Jahren können sich noch anmelden. Eine schnelle Anmeldung empfiehlt sich, da nur noch wenige freie Plätze vorhanden sind. Veranstalter der Begegnung ist der Landesverband Nordost des ökologischen Verkehrsclub Deutschlands, VCD Nordost. Die Anmeldung ist unter der Telefonnummer 030 446 36 64 möglich.

Weitere Infos: www.getonbike.eu.

Berlin Mitte: Radfahrer zusammengeschlagen – Polizei sucht Zeugen

Donnerstag, 10.07.2014

Wegen einer brutalen Prügelattacke eines unbekannten Autofahrers auf einen Radfahrer gestern Abend sucht die Polizei nach Zeugen. Der 33-jährige Radfahrer musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Autofahrer ist geflüchtet.

Nach den bisherigen Erkenntnissen benutzte der Radfahrer gegen 17.30 Uhr den Radweg der Leipziger Straße in Richtung Mauerstraße, als der Unbekannte mit einem Pkw „Hyundai“ mit so geringem Abstand überholte, dass es zu einer Berührung zwischen Radfahrer und Auto kam.

Der Pkw-Fahrer setzte das Fahrzeug danach neben den Radfahrer, wobei aus dem Beifahrerfenster mit einem Schlagstock auf den Rücken des Radfahrers eingeprügelt wurde. An der Kreuzung Mauerstraße blieben beide stehen. Der Pkw-Fahrer stieg aus und schlug mit dem Stock auf Kopf und Oberkörper des Radfahrers ein. Als der Radfahrer, nachdem er zu Boden gegangen war, das Kennzeichen fotografieren wollte, erhielt er einen Tritt ins Gesicht und weitere Hiebe mit dem Schlagstock auf den Kopf, bis er bewusstlos wurde. Der Unbekannte ließ erst ab, als Zeugen zur Hilfe geeilt kamen, sprang ins Auto und fuhr davon. Die Ermittlungen zu einem möglichen Tatverdächtigen blieben bisher erfolglos.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder auch Hinweise zu dem oder den Fahrzeuginsassen machen können, werden gebeten, sich mit dem Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 3 in der Invalidenstraße 57 in Mitte unter der Rufnummer (030) 4664 381800 oder einer anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Pressemeldung der Berliner Polizei Nummer 1632 vom 10.07.2014

All-Age-Cycling in Kopenhagen

Dienstag, 08.07.2014

Fast alle, die ein Altersheim betreten haben, kennen das. Im Eingangsbereich sitzt immer eine mehr oder weniger große Zahl von Bewohnern, die warten. Warten auf Besuch, warten darauf, einmal abgeholt zu werden. Zu manchen kommt nie jemand, trotzdem sitzen sie dort. Andere werden abgeholt. Meist mit dem Auto an eine Kaffeetafel gefahren, dort hingesetzt, um nach zwei Stunden wieder zurück gebracht zu werden. So sieht der Regelfall aus, und er hat mehr mit schlechtem Gewissen der Verwandtschaft, als mit echtem Interesse zu tun.

Seit etwa einem Jahr gibt es in Kopenhagen eine Alternative zu diesem Trauerspiel: Das Projekt „altersloses Radfahren” (Cykling uden alder). Alte Menschen werden von Freiwilligen zu einer Fahrrad-Tour abgeholt. Und das bringt eine komplett andere Qualität in ihr Leben. So ein typischer Ausflug mit einer Christiania Rikscha hat einiges zu bieten. Das Rad bietet vorne zwei Sitzplätze mit einem tiefen Einstieg, damit freie Sicht und kommunikativen Austausch mit dem Mit- sowie dem Radfahrer. Die Reise an der frischen Luft dauert ungefähr eine Stunde und führt oft an vertraute Orte der Passagiere. Das kommen Gefühle von Freude und Freiheit auf und es gibt viel zu erzählen. Radler allen Alters begleiteten die Ausflüge und es gibt aber auch individuelle Fahrten.

Die Idee zu diesem Projekt stammt vom Kopenhagener Ole Kassow. Inzwischen sind über 100 Aktivisten dabei und die Stadt unterstützt die Aktion durch den Kauf von Rikschas. Ziel der kommenden Monate ist, das vor allen Kopenhagener Altersheime zumindest eine Rikscha steht, mit der 10 bis 15 Freiwillige Ausflüge anbieten. Andere dänische Städte haben bereits nachgezogen und auch in Norwegen beginnt die Bewegung sich zu entfalten.

„Jeder hat ein Recht auf Wind in den Haaren!” lautet das Motto. Im Alter heißt das, die Reichweite wieder auszudehnen, Isolation und Einsamkeit zu durchbrechen. Und so mancher 70jährige, wird vielleicht den Mut zurückgewinnen, wieder auf ein Rad zu steigen. Von den Vorteilen für die Geist und Gesundheit ganz zu schweigen.

Und für den 11. September 1914 2014 plant Ole Kassov den großen grenzüberschreitenden Trip. Ein Gang von tapferen Oldies und kräftigen Youngstern am Lenkrad machen sich mit Rikschas (und einem Begleitbus) von Odense nach Hamburg aufmachen, um für die Bewegung zu werben. Immerhin sind das über 300 Kilometer. Rikscha-Fahrer werden noch gesucht.

Guny

We aren’t blocking traffic, We Are Traffic!

Dienstag, 08.07.2014

Der Film We Are Traffic! beschreibt die Geschichte der Critical-Mass-Bewegung in den USA Anfang der neunziger Jahre. Die monatliche gemeinsame Radfahrt durch die Stadt erlebte in vielen US-amerikanischen Staaten einen großen Aufschwung. Die 50-Minuten-Dokumentation von Ted White beschreibt die Anfänge dieser Basisbewegung ohne Anführer in San Francisco im Jahre 1992 und verfolgt den Siegeszug dieser Bewegung in Nordamerika und in vielen weiteren Ländern.

Ted White: We Are Traffic!

Wolken und Wind in den Niederlanden

Mittwoch, 02.07.2014

Der Radweg auf dem „Afsluitdijk” steht ganz oben auf meiner Liste. Dieser „Abschlussdeich” trennt das Ijssel- vom Wattenmeer. 32 Kilometer rechts und links nur Wasser. Alle die ihn schon gefahren sind, schwärmen davon! Besonders, wenn einen der Wind von hinten schiebt und die Sonne von oben wärmt.

Im Lied „Bagagedrager” (Gepäckträger) besingt Spinvis das Leben als langen Radweg. Im Video groovt der chillige Sound im Rhythmus des Pedaltritts. Und die schnurgerade Strecke verleitet dazu, seinen Gedanken und Phantasien nach zu hängen. Davon (und nicht alle erschließen sich dem Hörer) hat Erik de Jong jede Menge.

1961 geboren schlug er sich jahrelang als Briefträger und Fabrikarbeiter durch, ehe er 2002 als Newcomer die niederländische Musikwelt überraschte. „Spinvis” (Spinnenfisch) war zunächst ein Ein-Mann-Projekt, bei dem Erik sang und alle Instrumente selbst einspielte. Inzwischen begleiten ihn namhafte Musiker bei seinen Auftritten und seine Konzerte sind ausverkauft. Aktuelles Projekt des kreativen Sound-Tüftlers ist eine getanzte Oper.

„Bagagedrager” ist der erste Song auf seinem ersten Album, wurde sein erfolgreichster und gehört für mich zu den All-Time-Classics niederländischer Fahrradlieder. Wie bei vielen seiner Texte gehören verschwommene Bilder zum “Gepäck”. Höchst real besingt er jedoch den kalten Morgen und den Gegenwind, der durch die Handschuhe in die Finger kriecht und sie versteinern lässt. Aber alle Widrigkeiten auf dem Deich halten diesen Niederländer nicht davon ab, dem Spiel von Wolken und Wind zu lauschen.

Guny

RBB bringt Verkehrsinformationen für Radfahrer

Mittwoch, 02.07.2014

Seit vielen Jahren bietet der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) den Autofahrern unter den Hörern den aktuellen Blitzer-Service. Nun zieht die öffentlich-rechtliche Anstalt mit Verkehrsmeldungen für Radfahrer nach. Auf der RBB-Seite
Verkehrsinformationen für Radfahrer
werden vorwiegend langfristige Baustellen und Straßenfeste aufgeführt, die den Radverkehr ausbremsen.

Verwirrenderweise werden auf einer zweiten Seite des RBB noch einmal Verkehrsinfos für Radfahrer gepostet. Auf
Aktuelle Verkehrsmeldungen
werden ebenfalls Behinderungen für den Radverkehr angezeigt, die nicht komplett identisch mit der ersten verlinkten Seite sind.

Informationen über aktuelle Fahrradkontrollen der Berliner Polizei findet man auf der Facebook-Seite
Fahrradkontrolle Berlin.

Möbeltransport mit dem Lastenradkurier

Montag, 30.06.2014

Heute eröffnet die erste innerstädtische Ikeafiliale in Hamburg-Altona. Einerseits bringt das eine Menge Autoverkehr in ein dicht bevölkertes Wohngebiet, andererseits wird der Ikea-Einkauf auch für Nicht-Auto-Besitzer bequem gemacht. So können die Bausätze des schwedischen Möbelkonzerns in einem definierten Liefergebiet am gleichen Tag mit dem Fahrradkurier geliefert werden. Neun Euro neunzig nimmt Ikea den Kunden für diesen Service ab. Wer seine Möbel selbst transportieren möchte, kann die ersten drei Stunden einen Fahrradanhänger gratis leihen, danach kostet er 5,- Euro pro Stunde.

Foto: Stadtleben Hamburg

Critical Mass - ein Dilemma?

Sonntag, 29.06.2014

Die CM wächst ganz offensichtlich, auch in Berlin. Ich bin erst zwei Mal mitgefahren, nun wo sie massig geworden ist. Als ich die ersten Male an eine Mitfahrt dachte, war ich noch nicht so recht von dem Sinn überhaupt überzeugt, dann kamen immer wieder Termine dazwischen oder ich vergaß die Sache über Monate hinweg einfach. Seit Anfang des Jahres ist der Termin endlich im Planer auf Wiederholung gesetzt. Vor diesem Hintergrund mag meine Frage merkwürdig klingen: Ist die CM noch eine CM? Mein Anfangsinteresse und meine Anfangsskepsis gleichzeitig basierten auf dem Charakter des subversiven. Als größere Gruppe deutlich sichtbar im KFZ-Verkehr einen Raum beanspruchen, die Selbstverständlichkeit des Radfahrens dort sichtbar machen und sich dabei der Regeln bedienen, die diese Auto-Verkehrspolitik geschaffen hat. Was ich jetzt erlebe, ist dagegen mehr oder weniger eine Demo mit Polizeibegleitung, incl. abgesperrter Straßen. Angefangen hat es für mich diesmal schon beim Treffpunkt in Lichtenberg, wo ich 2 Polizei-Motorräder vorfand. Mangels dort aufschlagender Radfahrer sind die zwar dann wieder abgedüst, was aber hätten die eigentlich dort gewollt, wenn tatsächlich 20-30 Leute aufgetaucht wären? Wer braucht denn diese Extrawurst? Neben diesem Versuch, die CM in eine normale, ordnungspolitisch handhabbare Form zu bringen, wundere ich mich auch über die Teilnehmer selbst, die sich scheinbar sehr wohl damit fühlen. Auch dort wo die Gruppe auseinandergezogen luftig entlang 3-spuriger Fahrbahnen rollerte, wurden einzelne KFZ auf der Aussenspur von Oberaktivisten gestoppt. Wozu eigentlich? Das ist doch eigentlich das angestrebte Bild - KFZ und Radler teilen sich den Verkehrsraum auf der Fahrbahn.

Foto: Autos als Mitfahrer auf der Elsenbrücke - 50m weiter gestoppt.

Es steht mir nicht zu, mich nach einer Ur-CM zu sehnen, die ich nie mitgefahren war. Ja, die geringe Gruppenstärke in den vergangenen Jahren irritierte mich sogar und ich kann den “Fahrspaß” in der großen Menge natürlich auch nachvollziehen und selbst genießen. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, die Masse bei der Critical Mass ist ein kritischer Faktor. Gibt es einen Mittelweg, der den Anspruch nach Sichtbarmachung im normalen Verkehr und Sichtbarkeit durch pure Masse mit Sonderregelungen besser darstellen könnte?

Gastbeitrag von M. Stoß

Emi, lass die Sonne rein!

Donnerstag, 26.06.2014

Aber, hallo! Wer würde bei diesen Straßenmusikern nicht stehen bleiben? Was sofort ins Auge fällt ist der Kontrast zwischen der Band und der Sängerin. Drei gestandene Kerle an Bass, Drums und Mandoline. Am Mikrophon ein kleines Mädchen mit einer Ukulele und einer souveränen Show. Kaum macht sie den Mund auf, weiß jeder sofort: Das hier ist die Chefin im Ring. Die großen Jungs sind zwar Vater, Bruder und Onkel, haben aber nichts zu melden.

Denn wenn Emi Sunshine anfängt zu singen, gibt es kein Vertun: wer so selbstbewusst und stimmkräftig antritt, hat noch Großes vor. Das girl stammt aus dem Bluegrass-Homeland in Tennessee, begann mit 4 Jahren zu singen, mit 5 schrieb sie ihren ersten Song und mit 6 lernte sie Ukelele zu spielen. Musikalisch beeinflusst von Folk- und Country-Größen wie Buddy und Julie Miller, Dolly Parton und Emmylou Harris. Ihr Publikum findet sie in den Fußgängerzonen der USA. Aber im YouTube-Zeitalter katapulierten über eine Million Klicks „Emi Sunshine and The Rain” aus dem Nichts zu den Sternen.

Was sie in ihrem Fahrradlied gekonnt kräht, kann ich nicht alles verstehen. Auf jeden Fall es geht blutig zu. Sie brettert die Mountains runter, kommt mit dem Schuh in die Kette, kann nicht mehr bremsen, die Kette reißt. Kein Problem für Emi, am Ende des Songs legt sie noch richtig einen drauf.

Guny

Critical Mass: Freitag, 27. Juni um 19:50 Uhr ab dem Mariannenplatz

Donnerstag, 26.06.2014

Manches ist neu bei der Berliner Critical Mass, die morgen in Kreuzberg beginnt. Der Heinrichplatz ist für die Massen an Radfahrern schlicht zu klein geworden, deshalb ist der Startpunkt auf den nahegelegenen Mariannenplatz verlegt worden. Von dort geht es kurz vor 20:00 Uhr los, um die Leute am Heinrichplatz abzuholen.

Wer bereits die Anfahrt zur CM im Verband radeln will, kann sich der mitRADgelegenheit anschließen. Im Verbund ab 16 Radfahrern kann man nebeneinander fahren und eine Fahrbahn nutzen. Man hat  mehr Platz auf der Straße und wird besser gesehen.

Facebook-Gruppe Critical Mass Berlin
Facebook-Gruppe mitRADgelegenheit
BUND-Jugend: mitRADgelegenheit

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