Das “intelligente” Fahrrad

Dienstag, 25.11.2014

Die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung, abgekürzt TNO, hat auf dem Nationalen Holländischen Fahrradkongress den Prototypen eines intelligenten Fahrrads vorgestellt, das so genannte “slimme fiets”. Dafür haben die Forscher des TNO ein herkömmliches E-Bike mit allerlei Elektronik aufgepimpt.

Ein Radar scannt den Bereich vor dem Fahrrad, eine Kamera auf Höhe der Rückleuchte alles das, was sich hinter dem Rad abspielt. Das Radar ist zum Beispiel in der Lage, Stützpfosten und Poller zu erkennen und den Radfahrer aufmerksam zu machen. Dies passiert haptisch mit Hilfe von vibrierenden Lenkergriffen. Analog wird der Radfahrer vor einem Ereignis hinter dem Fahrrad gewarnt durch einen vibrierenden Sattel, etwa, wenn sich ein Fahrzeug mit großer Geschwindigkeit von hinten nähert.

Zur Zeit arbeiten die Forscher des TNO an einer weiteren Version des intelligenten Fahrrads, das im Frühjahr 2015 präsentiert wird. Es soll mit anderen Rädern aber auch mit anderen Fahrzeugen sowie mit Objekten auf der Strecke kommunizieren.

Fietsberaad: TNO presenteert ‘slimme fiets’

Petition für angemessene Bußgelder für Falschparken

Montag, 24.11.2014

Die “Intiative Clevere Städte” hat gestern die Online-Petition “Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!” losgetreten. Auf der Plattform
openPetition
haben sich in den ersten Stunden bereits mehr als tausend Menschen beteiligt.

Ziel der Initiative ist es, die Bußgelder für Zuparken in Deutschland dem europäischem Niveau und dem allgemeinen Rechtsempfinden anzupassen.

“Zuparken und das gelegentliche Knöllchen für 20 Euro sind für einige allemal günstiger, als ein Parkticket zu ziehen und sich korrekt zu verhalten. Wenn Falschparker in Deutschland durchschnittlich nur 1,5-mal im Jahr erwischt werden, kostet das Falschparken umgerechnet nur 15 Cent pro Arbeitstag. Das steht in keinem Verhältnis zu einem Parkschein von 1,20 Euro pro Stunde oder der Einzelfahrt in Bus und Bahn für 2,40 Euro.”

Angesichts der bevorstehenden Entscheidung des Bundesrates, den Tarif für Schwarzfahren von zur Zeit 40 auf 60 Euro zu erhöhen, sollten auch die Bußgelder für Falschparken angehoben werden: 80 Euro für das Parken auf Rad- und Gehwegen, 100 Euro für Zweite-Reihe-Parken und 130 Euro für Falschparken auf dem Behindertenparkplatz.

Prof. Dr. Knie, einer der prominenten Erstunterzeichner: “Damit bestärken wir die Bund-Länder-Gruppe, den Bußgeld-Katalog an die Realität anzupassen. Der öffentlichen Raum ist besonders in Städten ein knappes Gut, für das entsprechend bezahlt werden muss.”

Open Petition: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!
Intiative Clevere Städte: Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!

16. bis 22. März 15: Berlin Bicycle Week

Mittwoch, 19.11.2014

Radfahrer aus der Hauptstadt können sich die zwölfte Kalenderwoche des nächsten Jahres dick anstreichen, denn es erwartet sie ein Feuerwerk von Events, Rennen, Ausstellungen und Veranstaltungen rund ums Rad. Die Berlin Bicycle Week als Dachevent der Messe Berliner Fahrradschau will das legendäre Radrennen “Rund um Kreuzberg” unter dem  Namen “Primavera Berlin” wiederaufleben lassen, sie kündigt unter dem Label “Tempelhof Time Trials” eine Serie von Einzelzeitfahren auf dem ehemaligen Flugfeld an. Natürlich kommen auch Indoorrennen nicht zu kurz, es gibt Wettbewerbe im Trial, Slowbiking und im Bike Polo, ein Last-Man-Standing-Rennen mit internationalen Spitzenfahrern und und und.

Ein weiterer Wettbewerb für Rahmenbauer scheint ebenfalls interessant zu werden. Die Berlin Bicycle Week lobt einen ATB-Award aus, einen Preis für das beste handgemachte All Terrain Bike. Was ein All Terrain Bike genau ausmacht, lassen die Ausrichter offen. Das kann ein Rad für den Wochenendausflug ins Berliner Umland sein oder ein Fahrrad für die Weltreise.

Zusammen mit verschiedenen Kunstgalerien will sich die Berlin Bicycle Week dem Thema “Fahrrad und Kunst” widmen, im Bicycle Cinema sollen spannende Kurzfilme, Filmklassiker und Dokumentationen rund ums Rad gezeigt werden. Auch ein Fahrradkongress ist geplant, hier “Bicycle Congress” genannt. Er hat das Ziel, “Bicycle Start-Ups und Kapitalgeber zu vernetzen. Denn auch die suchen nach lohnenden Investitionen und sehen das Potenzial im Bike. Der Bicycle Congress bringt Kreativität und Kapital zusammen.”

Höhepunkt und Ende der Berlin Bicycle Week wird durch die beiden zeitgleichen Messen “Berliner Fahrradschau” und “Velo Berlin” markiert.

Berlin Bicycle Week

Berliner Fahrradschau
Velo Berlin

Immer dieser Schilderwald

Dienstag, 18.11.2014

Ein häufig zu hörender Kritikpunkt an der aktuellen Verkehrsgestaltung ist der Vorwurf des zu komplizierten Schilderwaldes. Werden Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel dazu dann konkret, offenbart sich oft ein erschreckendes Ausmaß an Unwissen der Verkehrsteilnehmer. So musste der damalige Verkehrsminister Peter Ramsauer in einer “Hart aber fair”-Sendung zugeben, einfache Schilderkombinationen nicht nachvollziehen zu können, er nannte das Lesen der beispielhaft gezeigten Verkehrszeichen gar “Sterndeuterei”.

Interessant ist auch eine Mex-Sendung vom 29.10.2014. Die zeigt als Beispiele für komplizierte Schilder Einbahnstraßen mit Radfahrerfreigabe oder das Aufheben einer Tempo-30-Zone mit anschließender Tempo-30-Anordnung.

Neben einigen nachvollziehbaren Fällen widersprüchlicher oder schwer nachvollziehbarer Beschilderung kommt in Minute 1:58 das Beispiel einer Ausschilderung zum Parken. Ein “Absolutes Halteverbot” (Z283) ist kombiniert mit einem Schild “Parken längs ganz auf rechtem Gehweg” (Z 315-65). Eine redundante Ausschilderung, denn das eine Schild verbietet das Parken auf der Fahrbahn, das andere erlaubt es auf dem Gehweg. Befragte Autofahrer zeigen sich vollkommen hilflos: “Das geht eigentlich überhaupt gar nicht”, aber “ich weiss, dass ich hier parken darf, also mehr gefühlsmäßig”.

Der Verkehrsanwalt des ACE, Peter Sermond, zieht denn auch eine erschreckende Bilanz: “Der Anteil der Autofahrer, die überhaupt nicht mehr auf Schilder achten, ist unglaublich hoch, viele Autofahrer […] blenden Schilder komplett aus.” Das wiederum will so gar nicht zu der medial immer wieder behaupteten besonderen Regeltreue von Autofahrern passen, die sich angeblich so viel besser als alle anderen Verkehrsteilnehmer benehmen. Vielmehr klingt es nach weit verbreitete Regeluntreue, für das man den Verkehrsbehörden die Schuld in die Schuhe schieben will.

Es gibt manchmal fehlerhafte oder widersprüchliche Ausschilderung, aber die STVO und ihre Verkehrszeichen sind prinzipiell so gestaltet, dass sie erfassbar und verständlich sind. Vollkommen ohne Zusatzschilder (z.B. Radfahrer frei, 3,5 Tonnen o.ä.) geht es aber nunmal nicht und die Vergabe des Führerscheins sollte wohl stärker an der Verständnisfähigkeit der Verkehrsteilnehmer orientiert werden. Wer gerade mal Symbole aus einem Baby-Bilderbuch versteht, gefährdet sich und andere!

ARD Mediathek, Mex-Sendung vom 29.10.2014: “Verirrt im Schilderwald”

Wer trägt die Schuld?

Montag, 17.11.2014

Man stelle sich folgendes vor: In einer engen Straße “muss” eine Autofahrerin einen Radfahrer so nah überholen, dass es zur Berührung - laut Autofahrerin ein Schlag des Radfahrers auf ihr Dach - und zum Sturz des Radfahrers kommt. Als die Frau und ihr Beifahrer helfen wollen, beschwert sich der Radfahrer lauthals und in unfeiner Art. Die Frau geht dann zur Polizei, gibt ihren Verkehrsverstoß gegen §5. Abs. 4 der STVO unumwunden zu und erstattet Anzeige. Wer wird für die Polizei der Verkehrsrowdy sein?

Die Antwort gibt die Kölner Polizei (Beschreibung eines Unfalls vom 7.11.2014): POL-K: 141107-5-K Fahrradfahrer als Verkehrsrowdy - Zeugensuche

Mircrocrossmos

Samstag, 15.11.2014

Lust auf Crossen???!!! Am 29.-30. November findet in Wernsdorf der Microcrossmos statt.

Infos unter:  https://www.facebook.com/microcrossmos

Prost !!!

Wolfgang Müller: Immer Noch Fahrrad

Mittwoch, 05.11.2014

Der Sänger Wolfgang Müller aus Hamburg veröffentlichte 2011 das Akustik-Album “Ahoi” mit einem Song über eine nicht mehr ganz rüstige Frau aus dem Erdgeschoss, die schon seit Ewigkeiten hier lebt und die alle Leichen in allen Kellern kennt. Ach Gott, ist die alt geworden. Ob die nicht besser ins Altersheim gehört?

“Die fährt immer noch Fahrrad. Die kommt doch immer noch klar. Ist schon lange nicht mehr gefallen. Kauft noch immer selber ein. Lass die noch ein bisschen hier sein.”

Wolfgang Müller

Fahrradstation am Potsdamer Hauptbahnhof

Montag, 03.11.2014

Wer heute den Hauptbahnhof in Potsdam verlässt, der findet an den beiden Eingängen nach Norden und Süden ein einziges Fahrradchaos vor. An jedem Geländer und an jedem Schild, das sich zum Anschließen eignet, parken Räder dicht an dicht. Deshalb wird in Potsdam schon seit langer Zeit um ein Parkhaus für Velos gestritten.

Nun macht die Stadt einen neuen Anlauf. Im Februar 2015 soll mit dem Bau einer Fahrradstation mit 550 Fahrradstellplätzen an der Babelsberger Straße begonnen werden, eine Eröffnung ist für September 2015 geplant. Von den Baukosten in Höhe von 650.000 Euro übernimmt das Land einen Anteil von 435.000 Euro. Der Betrieb der Fahrradstation soll europaweit ausgeschrieben werden.

Gut möglich, dass das Fahrradparkhaus von Beginnn an zu klein ist. Die wesentlich kleinere Stadt Bernau am nordöstlichen Rand Berlins baute ein Parkhaus mit 566 Fahrradparkplätzen, das sehr gut angenommen wird.

Matthias Klipp, Chef des Potsdamer Stadtentwicklungsressorts: “Wir erhoffen uns damit, dass mehr Menschen, vor allem auch die täglichen Pendler zwischen Potsdam und Berlin, ihre Wege kombiniert mit Rad und Bahn zurücklegen und so der Umweltverbund insgesamt gestärkt wird.”

Stadt Potsdam: Land fördert Bau der neuen Fahrradstation am Hauptbahnhof

Innovationen im städtischen Wirtschaftsverkehr: Von der Elektromobilität bis zum Lastenrad-Boom

Sonntag, 02.11.2014

“Lärm, schlechte Luft, verstopfte Straßen – und der Lieferverkehr wächst ohne Ende. So oder ähnlich gestaltet sich in vielen Städten und Regionen das Stimmungsbild zum Wirtschaftsverkehr. Ein Thema mit wenig Popularität, gleichwohl mit vielen wichtigen Bezügen zu Lebensqualität und Standortattraktivität. In den letzten Jahren ist wieder deutlich Bewegung in das Thema gekommen. In den Modellregionen der Elektromobilität werden Einsatzfelder für Elektrofahrzeuge untersucht, das Lastenfahrrad wird immer beliebter und moderne City-Logistik-Konzepte sind in der Entwicklung. Damit eröffnen sich auch neue Gestaltungsspielräume in den Kommunen. Im Difu-Dialog werden Ergebnisse aus Forschungsarbeiten des Difu sowie des DLR zu innovativen Lösungen im Wirtschaftsverkehr vorgestellt und diskutiert.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei. Aufgrund begrenzter Raumkapazitäten ist eine Anmeldung erforderlich.”

Zeit: Mittwoch, 12. November 2014 um 17:00 Uhr
Ort: Deutsches Institut für Urbanistik
Zimmerstr. 13-15
10969 Berlin

Deutsches Institut für Urbanistik (Difu): Innovationen im städtischen Wirtschaftsverkehr: Von der Elektromobilität bis zum Lastenrad-Boom

Kastanienallee ohne blaue Schilder

Donnerstag, 30.10.2014

Neues Kapitel in der unendlichen Geschichte der Radfahrer in der Kastanienalle im Bezirk Pankow. Nach jahrelangem Kampf um die Umgestaltung der Straße hatte sich der Bezirk durchgesetzt. Die Fahrbahn wurde zugunsten von Radfahrstreifen verbreitert, die Bürgersteige wurden schmäler. Im Zuge des Umbaus der Straße wurden für die Straßenbahn drei Haltestellenkaps gebaut, um einen  ebenerdigen und barrierefreien Zugang zur Tram zu ermöglichen. Der Radweg wird im Bereich der Haltestellen etwa einen Meter schmal und springt um etwa zwanzig Zentimeter nach oben. Im Bereich der Haltestellen hatte die Verkehrslenkung Berlin eine Radwegbenutzungspflicht (Zeichen 237) angeordnet.

Dagegen klagte ein Bürger und bekam Recht. Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts hob die Anordnung der Radwegbenutzung auf. Eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ist zulässig.

Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz: Keine Radwegbenutzungspflicht in der Kastanienallee
Urteil des Verwaltungsgerichts vom 29.10.2014

Live-Chat mit Abgeordneten des Verkehrsausschusses: „Helmpflicht für Radfahrer“

Donnerstag, 30.10.2014

Die Verfechter der Helmpflicht lassen nicht locker. Nun sorgen die Abgeordneten des Verkehrsausschusses mit einem Chat dafür, dass keine Ruhe einkehrt bei diesem Thema.

“Es gibt keine Vorschrift, nach der Radfahrer einen Helm tragen müssen. Nach einer Entscheidung des BGH behalten Radfahrer bei unverschuldeten Unfällen auch dann Anspruch auf vollen Schadenersatz, wenn sie ohne Schutzhelm unterwegs waren. Also kann grundsätzlich jeder selbst entscheiden, ob er sich durch einen Helm vor Unfällen besser schützen möchte. Soll das so bleiben, oder sollten Radfahrer zu ihrem Glück - oder ihrer Gesundheit - gezwungen werden?”

Diskutieren werden:
Gero Storjohann (CDU/CSU)
Birgit Kömpel (SPD)
Herbert Behrens (DIE LINKE)
Matthias Gastel (Bündnis90/Die Grünen).

Der Chat ist ohne vorherige Anmeldung möglich.

Zeit: Dienstag, 04. November 2014, 18:30 Uhr
Ort: www.bundestag.de/chat

Das “Rädchen für alle(s)” in Oldenburg

Sonntag, 26.10.2014

In Oldenburg hat sich der Lastenradverein “Rädchen für alle(s)” gegründet. Ziel ist die Verbreitung von Transportfahrrädern als Gemeingut. Los geht es ab sofort mit zwei Transportern. Das “Käfer” getaufte Bäckerrad mit zwei stabilen Gepäckträgern schleppt locker zwei Kästen Bier oder einen mittleren Wochenendeinkauf nach Hause. Noch mehr, nämlich bis zu 100 Kilo Ladung, kann das Lasti “Jaguar” transportieren, ein Long John mit sieben Gängen und abnehmbarer Kiste.

Beide Cargobikes sind im Zentrum von Oldenburg stationiert und können kostenlos entliehen werden. Für jedes der beiden Lastis steht ein eigener Kalender auf der Webseite von  “Rädchen für alle(s)” zur Verfügung, auf dem man die Räder für einen bestimmten Tag reservieren kann.

Am Wochenende wurde die Initiative mit einer Feier aus der Taufe gehoben.

Rädchen für alle(s)
Rädchen für alle(s) auf Facebook

Neue EU-Verkehrskommissarin Bulc über das Radfahren

Freitag, 24.10.2014

Vorgestern wurden die neue EU-Kommission vom Europaparlament bestätigt, am 1. November werden 28 neue EU-Kommissare aus 28 Ländern im Amt sein. Nachdem die eigentlich für das Verkehrsressort vorgesehene Kandidatin Bratusek abgelehnt worden war, trat die Politikquereinsteigerin Violeta Bulc aus Slowenien an und erhielt die nötigen Stimmen des Parlaments.

Bei der Anhörung der Kandidaten äußerte sich die zukünftige EU-Verkehrskommissarin auch über ihr Verhältnis zum Fahrrad: “Ich bin eine überzeugte Radfahrerin. In Slowenien kommen die Minister zu den Sitzungen in großen, schönen Autos, nur ich fahre mit dem Rad vor, ich mag das einfach lieber. Ich habe erlebt, was der Kohäsionsfonds und der Strukturfonds der EU für das Radfahren getan hat, zum Beispiel in meinem eigenen Land. Wir haben einige unglaublich gute Radwege und wir nutzen sie gut. Ich hoffe, dass die Kultur des Radfahrens Teil unserer gesamten Kultur sein wird.”

Der Europäische Radfahrverband ECF schlug Bulc vor, einen EU-Aktionsplan zum Radfahren zu entwickeln, um das Radfahren in Europa nachhaltig zu unterstützen. Außerdem wurde Bulc eingeladen, ihre Vision des Radfahrens auf der Velo-City-Konferenz im Juni 2015 in Nantes zu präsentieren.

ECF: New EU Transport Commissioner Bulc declares her devotion to cycling

Wenn Film-Kritiker Fahrräder sehen, ist man nicht unbedingt: „Hin und weg“

Donnerstag, 23.10.2014

Die letzte Fahrradtour-Premiere des deutschen Kino-Films fand vor  56 Jahren statt. Heinz Erhardt, Hans-Joachim Kulenkampff und Wolf Albach-Retty ließen es noch mal so richtig krachen und wiederholten den Trip ihrer Jugend durch Kärnten. Da es in den fünfziger Jahren reichlich zu verdrängen gab, diente ein Kino-Besuch vornehmlich der völlig sinnfreien Unterhaltung: Hauptsache es gab was zu Lachen! Nicht zuletzt deshalb wird „Immer die Radfahrer“ von 1958 immer wieder gerne von Fahrradfreunden angeschaut.
Heute kommt mit „Hin und weg“ der Nachfolger in die deutschen  Lichtspielhäuser und statt Quatsch mit Soße serviert er Radspaß mit Sterben und Tod.  Schon der Trailer (hier unten im Blog) warnte vor und hielt mich davon ab, mir den Film anzuschauen und den vielen Kritiken eine weitere hinzu zu fügen.  Umso interessanter (aus Fahrradsicht), was den Schreibern zum  Rad auf der Leinwand einfiel:

Ein letztes Mal in die Pedale treten (quotenmeter.de)
Roadmovie mit Drahteseln (StuttgarterZeitung.de)
Alle Jahre wieder unternehmen Hannes und seine Kumpel eine Radtour.  (echo-online.de)
Wie jedes Jahr … mit seiner Frau, mit Freunden und seinem Bruder …. Das Paar drängt diesmal auf Belgien, und alle stöhnen: Muss das sein? Belgien ist doch unsexy. (abendblatt.de)
… eine Radtour. Diesmal 548 Kilometer von Frankfurt zum Exitus. (echo-online.de)
Eine Radtour in den Tod (kulturnews.de)
Eine Radtour in den Suizid (krone.at)
Regisseur Christian Zübert weicht dem dunklen Kern seiner Geschichte aus wie der Radler dem Schlagloch. (DasErste.de)  Er umkurvt gekonnt den Kitsch. (bild.de)
Über Strecken aber kommt die Fahrradtour ans Sterbebett gehörig in Fahrt … (dpa)
Das Ende aber ist so sicher wie der Fahrradplatten auf der Strecke. (morgenpost.de)
(Denn es schließlich geht es…)
mit dem Rad ins Grab. (bild.de)

Der einzige Fahrrad-Kenner unter den Kritikern, den ich aufspüren konnte, ist Manfred Riepe von der Badischen Zeitung.  Er schaute tatsächlich genauer hin:
„Eine Fahrradtour ist eigentlich etwas Schönes. Wie jedes Jahr treten Hannes (Florian David Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz) mit Dominik (Johannes Allmayer) und Mareike (Victoria Mayer) sowie dem Frauenheld Michael (Jürgen Vogel) und Hannes’ Bruder frohgemut in die Pedale. Im Vorbeifahren spiegelt sich die sonnenbeschienene Frankfurter Skyline im Main. Dass die Gruppe schnurstracks nach Südosten radelt, obwohl das von Hannes ausgesuchte Reiseziel Belgien im Nordwesten liegt, ist wohl künstlerische Freiheit. Der Vintage-Ghettoblaster auf dem Anhänger zuckert das Idyll mit Gute-Laune-Musik…
Die Stationen in den idyllischen Städtchen auf dem Weg sind auch ausnehmend schön. Obwohl der Film kaum originelle Anknüpfungspunkte mit der Reiseroute herstellt, radelt man als Betrachter eine Weile entspannt mit.“

Guny

Berlin: Polizist der Fahrradstaffel schwer verletzt

Sonntag, 19.10.2014

Ein Beamter der Fahrradstaffel verletzte sich heute Morgen bei einem Unfall in Mitte schwer. Nach den bisherigen Erkenntnissen folgten zwei Beamte mit ihren Diensträdern gegen 7.15 Uhr in der Invalidenstraße in Fahrtrichtung Sandkrugbrücke einem anderen Radfahrer, der zuvor bei „rot“ eine Ampel passiert hatte. Als der unbekannte Radler die Fahrradstreife bemerkte, trat er in die Pedalen und ergriff die Flucht. Als die Polizisten ihm nachsetzten geriet einer der beiden mit dem Vorderrad in die, auf der Fahrbahn befindliche Straßenbahnschiene und stürzte zu Boden. Der Polizeioberkommissar zog sich dabei eine Klavikulafraktur und Prellungen zu, die stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Der Rotlichtsünder entkam.

Pressemeldung der Berliner Polizei # 2458 vom 19.10.2014

Spielfilmpremiere “Hin und weg” im Zoopalast

Freitag, 17.10.2014

“In jedem Jahr unternehmen Hannes, seine Frau Kiki, das befreundete Paar Dominik und Mareike sowie der Womanizer Michael eine längere Fahrradtour. Das Ziel ist immer ein anderes und darf pro Ausflug von einem anderen Mitglied der Gruppe bestimmt werden. In diesem Jahr ist Hannes an der Reihe und wählt Belgien aus, was keine große Begeisterung bei den anderen Radlern hervorruft. Allerdings offenbart er ihnen erst nach einiger Zeit den Grund für seine Wahl: Aufgrund einer unheilbaren Nervenkrankheit und der in Sachen Sterbehilfe liberaleren Gesetzgebung im Nachbarland will er diese Radtour zu seiner letzten Reise überhaupt werden lassen. Die Freunde sind geschockt, können Hannes jedoch nicht umstimmen. So macht sich die Gruppe auf den Weg – und erfährt viel über den Wert des Lebens.”

Deutschlandpremiere Hin und weg
Zeit: ab Montag 23, Oktober 2014
Ort: Zoopalast

Polizeimeldungen vom 16. Oktober 2014

Donnerstag, 16.10.2014

Polizeimeldung Nummer 2420
Gegen 17.40 Uhr war ein Funkwagen mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg zu einem Einsatz und befuhr die Hauptstraße in Richtung Potsdamer Straße. An der Akazienstraße überquerte ein 28-Jähriger bei „Grün“ mit seinem Fahrrad die Hauptstraße in Richtung Akazienstraße und wurde dabei von dem Funkwagen erfasst. Der Radfahrer stürzte, erlitt Arm-, Bein- und Rumpfverletzungen und kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Verkehrsermittlungsdienst der Polizeidirektion 4 hat die Ermittlungen übernommen.

Polizeimeldung Nummer 2425
Die Polizei Berlin sucht Zeugen zu einem Verkehrsunfall, der sich am Abend des 14. Oktober in Adlershof ereignet haben soll, bei dem ein 14-Jähriger schwer verletzt wurde. Die Mutter des schwer verletzten Jungen erschien gestern auf einem Polizeiabschnitt und erstattete Anzeige. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Junge mit seinem Mountainbike kurz nach 19 Uhr auf dem Radweg des Glienicker Wegs in Richtung Adlergestell unterwegs gewesen sein. Der Jugendliche musste plötzlich eine Vollbremsung machen, da ein Autofahrer, der zuvor in die gleiche Fahrtrichtung fuhr, nach rechts in die Anna-Seghers-Straße abbog und offensichtlich den Radfahrer übersehen hatte. Aufgrund der starken Bremsung stürzte der 14-Jährige, ohne den Pkw zu berühren. Der Autofahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Gestürzten zu kümmern. Der Mountainbiker erlitt eine Fraktur eines Fingers und Kopfverletzungen und wird bis heute stationär in einem Krankenhaus behandelt.

Polizeimeldung Nummer 2427
Bisherigen Ermittlungen zufolge fuhr ein 46-jähriger Autofahrer in der Stresemannstraße in Richtung Potsdamer Platz. Als der Mann mit seinem Wagen kurz vor 7 Uhr den Einmündungsbereich Stresemannstraße Ecke Dessauer Straße erreicht hatte und nach links in die Dessauer Straße abbiegen wollte, erfasste er den entgegenkommenden 26 Jahre alten Radler. Dieser kam mit der Berliner Feuerwehr zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

Gegenwindrennen 2014 unter erschwerten Bedingungen

Mittwoch, 15.10.2014

Nach der erfolgreichen Premiere des Gegenwindrennens im letzten Jahr mit etwa 300 Teilnehmern wird die diesjährige Veranstaltung unter noch krasseren Bedingungen ausgetragen. Statt bei Windstärke 5 wird das Rennen in diesem Jahr nur bei mindestens 7 Beaufort angeschossen. Der exakte Starttermin bleibt wie im letzten Jahr offen, da er von den Windbedingungen abhängt. Unverändert bleibt die Strecke: 8,5 Kilometer gegen den Wind über das Oosterschelde-Sturmflutwehr.

In diesem Jahr ist das Gegenwindrennen auch für Nichtniederländer offen, ein Teamwettbewerb für Vierergruppen wird ebenfalls eingeführt. Für die Teams und für die Einzelbewerber gelten die gleichen Bedingungen: gefahren wird auf einem Hollandrad mit Rücktrittbremse und ohne Gangschaltung. Der Gewinner des letzten Rennens, Mountainbikeolympiasieger Bart Brentjes wird versuchen, seinen Titel zu verteidigen.

Facebook: NK Tegenwindfietsen

Senatsverwaltung stellt neuen Berliner Radroutenplaner vor

Mittwoch, 15.10.2014

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Radroutenplaner Naviki stellten heute die erste auf die lokalen Bedürfnisse angepasste Naviki-Oberfläche vor. Unter der Adresse
www.naviki.org/berlin
kann man schnell eine Fahrradroute berechnen, ganz so, wie man es früher bei Naviki auch konnte. Ich habe das heute mit verschiedenen Strecken getestet und fand die auf einer übersichtlichen Karte präsentierten, vorgeschlagenen Wege plausibel und schnell. Die Ergebnisse sind bis auf wenige Ausnahmen identisch mit den Routenvorschlägen des Platzhirsches BBBike.

Das Besondere an Naviki-Berlin soll die nahtlose Verknüpfung mit dem Nah- und Regionalverkehr sein. Auf der Naviki-Karte sind auch sämtliche Berliner Bus- und Bahnhaltestellen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) zu sehen. Klickt man eine Haltestelle an, erscheinen unmittelbar die jeweils nächsten Abfahrtszeiten. In der Kombination mit den VBB-Infos erweist sich Naviki als sehr praktisch. Nehmen wir an, wir wollen zur Stadtbahn radeln, um von dort aus mit dem Zug nach Potsdam zu fahren, dann  zeigt uns der Routenplaner nicht nur die benötigte Fahrtzeit zum Bahnhof an sondern auch die nächsten Zugverbindungen.

Der klassische Berliner Radroutenplaner BBBike kommt im Vergleich mit Naviki-Berlin recht oldschool-mäßig rüber, kann aber durch eine Vielzahl von Einstellungen punkten. Egal, ob man einen bestimmten Straßentyp bevorzugt, ob man viele oder wenig Ampeln auf der Strecke haben möchte, ob man grüne Wege präferiert oder nicht, BBBike kann alle diese Wünsche beherzigen.

Naviki-Berlin
BBBike

Holländische App belohnt Offlinemodus beim Radfahren

Dienstag, 14.10.2014

Nach einer schon älteren Studie aus dem Jahre 2010 benutzten etwas mehr als sechs Prozent aller Radfahrer in der Stadt Groningen während der Fahrt elektronische Geräte. Fünf Prozent hörten einen Audioplayer, ein weiteres Prozent nutzte ein Mobiltelefon und gut 0,25% der Radler nutzte das Menu eines Mobilfunkgeräts und wählte, schrieb Textnachrichten oder rief andere Funktionen des Smartphones auf. Eine andere Untersuchung aus dem gleichen Jahr ergab, dass von 2.500 Radfahrern aus den Niederlanden ungefähr 17% ein Handy beim Radfahren nutzte. Weitere Studien belegen, dass das Unfallrisiko um den Faktor 1,4 steigt, wenn man ein Smartphone während der Fahrt benutzt.

Das niederländische Verkehrsministerium und einige Telefongesellschaften haben deshalb die App Fietsmodus für Android und IOS vorgestellt. Der Fietsmodus ist eine Art Flugzeugmodus, der das Telefon in einen Ruhestand versetzt. Nachdem man den Fietsmodus eingestellt hat, kann man für jeden gefahrenen Kilometer Punkte sammeln und erhält die Chance, Fahrräder, T-Shirts und anderen Schnickschnack zu gewinnen.

Eigentlich eine ganz gute Idee, nur an der Umsetzung scheint es zu hapern. Obwohl die App allein im Android-Store mehr als 10.000 mal installiert wurde, hagelt es reihenweise schlechte Beurteilungen.

Fietsmodus
SWOV Fact sheet: Use of media devices by cyclists and pedestrians (pdf-Dokument)

Nahverkehrsplaner spielen mit “Linie Plus”

Montag, 13.10.2014

In der letzten Woche wurde die kollaborative Beteiligungsplattform “Linie Plus” zur Erarbeitung einer Zukunftsvision für den Berliner Nahverkehr aus der Taufe gehoben. In der Vergangenheit war die Nahverkehrsplanung eine Angelegenheit von Fachleuten, eine Beteiligung von Fahrgästen war nicht erwünscht. Linie Plus möchte dagegen die Nutzer des Nahverkehrs in die Planung einbeziehen, damit das Expertenwissen der Bevölkerung Eingang findet in die Planung und Gestaltung der Nahverkehrsinfrastruktur. Deshalb lädt Linie Plus alle Interessierten auf, sich mit konstruktiven Vorschlägen zum Nahverkehr der Zukunft zu beteiligen.

In einer ersten Phase können Vorschläge gezeichnet, beschrieben, diskutiert und weiter ausgearbeitet werden. In den ersten fünf Tagen wurden etwas mehr als 200 Anregungen vorgeschlagen. Das reicht von der Umbenennung des Umsteigebahnhofs “S-Bahn Charlottenburg / U-Bahn Wilmersdorfer Straße” in “S+U Chalottenburg Bhf.” über eine neue Straßenbahn zwischen der Glienicker Brücke und Wannsee bis hin zu komplett neuen U-Bahnlinien, die durch Berlin gepflügt werden sollen.

In Phase 2 werden anschließend die eingereichten Vorschläge durch Experten bewertet und vertieft zur Diskussion gestellt. Dabei erfolgt auch eine Priorisierung, die eine Art Favoriten-/Machbarkeitsliste zum Ergebnis hat. In Phase 3 wird schließlich aus den Ergebnissen der vorherigen Phasen eine kollaborative Nahverkehrsvision für die Region Berlin-Brandenburg ausgearbeitet und vorgestellt. Idealerweise sollen die Ergebnisse in die zukünftigen Planungen der verantwortlichen Stellen miteinfließen.

Eine wachsende Stadt wie Berlin benötigt ein optimiertes Nahverkehrssystem, das die Nutzungsgewohnheiten seiner Bewohner abbildet. Davon würden auch die Radfahrer profitieren.

Linie Plus

Man Ingwe: Boda Boda Yangu

Sonntag, 12.10.2014

Man Ingwe ist ein kenianischer “Gospelsänger, Prediger, Standesbeamter, Schauspieler, Politologe, Geschäftsmann sowie Musik- und Videoproduzent” und lebt in der Nähe von Nairobi in Ostafrika. Als Musiker hat er bisher fünf Alben veröffentlicht, die meisten Stücke in Suhaeli, einige wenige auch auf englisch.

Kenia ist auch die ursprüngliche Heimat der Boda Boda, robuster Fahrräder mit großem, stabilen Gepäckträger und Sitzkissen, die als Taxi oder Lastenrad genutzt werden. Inzwischen gibt es Boda Boda auch in vielen anderen Regionen Afrikas.

Hier Man Ingwe mit dem Track Boda Boda Yangu aus dem Album “Wrong Number”, in dem es vermutlich um eine christliche Thematik geht.

Homepage: Man Ingwe
Lyrics von Boda Boda Yangu

17. Oktober: ADFC-Fahrraddemo für mehr Sicherheit

Sonntag, 12.10.2014

“Die Tage werden kürzer, die Nächte werden länger. Zu Beginn der dunkleren Jahreszeit sind wir mit leuchtenden Fahrrädern in der beleuchteten Stadt unterwegs.

Unter dem Motto »Lasst uns die Stadt erleuchten!« demonstrieren wir dafür, dass die Sicherheit für Radfahrende verbessert wird.
Für eine hohe Sicherheit bedarf es nicht nur guter Straßen- und Fahrradbeleuchtung, sondern insbesondere infrastruktureller und ordnungsrechtlicher Maßnahmen. Was nützt das beste Licht am Fahrrad, wenn der Schutz- oder Radfahrstreifen zugeparkt ist? Was nützt die gute Straßenbeleuchtung, wenn Kfz-Fahrende beim Abbiegen nicht auf Radfahrende und Fußgänger achten?

Wir demonstrieren für die Anerkennung des umwelt- und klimafreundlichen Fahrrades als gleichwertiges Verkehrsmittel. Wir weisen darauf hin, dass Radfahrerinnen und Radfahrer einen großen Beitrag für die Lebensqualität in Städten leisten und mehr für deren Sicherheit getan werden kann und muss.

Wir betrachten die objektive Sicherheit, ein hohes subjektives Sicherheitsempfinden der Radfahrenden und möglichst wenig Unfälle als unverzichtbare Voraussetzung, um das Radfahren für alle Berlinerinnen und Berliner zu ermöglichen. Unser Ziel ist ein Straßenverkehr ohne Verkehrstote.”

ADFC-Fahrrademo: Lasst uns die Stadt erleuchten!
Zeit: 17. Oktober 2014 um 20 Uhr
Ort: Potsdamer Platz, an der historischen Ampel

Playlist Fahrradmusik

Freitag, 10.10.2014

Fahrradio, der Podcast zu allem, was mit Fahrrädern zu tun hat, sammelt Musik zum Fahrrad und bringt bei Spotify eine Playlist mit mehr als vierzig Titeln. Die Spannweite reicht dabei vom Flachwitz (Torfrock) über Bands, bei denen der Fahrradbezug nur im Namen der Band liegt (Bombay Bicycle Club), über Kinderlieder bis hin zu All-Time-Klassikern (Jango Edwards). Für jeden, der gern Fahrradmusik hört, ist da das eine oder andere neue Stück dabei.

Spotfy: Playlist Fahrradmusik
Fahrradio

ADFC und BUND stellen Ergebnisse der Kampagne “Radspuren frei!” vor

Freitag, 10.10.2014

Von März bis Juli 2014 hatten ADFC und BUND ein Online-Formular mit dem Titel “www.radspuren-frei.de” ins Netz gestellt und die Berliner Radfahrer gefragt, welche Erfahrungen sie mit zugeparkter Radspuren machen. Während der 99-tägigen Kampagne gingen 2.022 Meldungen ein, die insgesamt 5.964 Blockaden auf 138 Radfahrstreifen und Schutzstreifen betrafen. Hier die Hitliste der 10 am stärksten betroffenen Straßen nach der Zahl der Blockaden pro Kilometer Radspur:

Rang Straßenname Blockaden/km Länge (beidseitig)
       
1 Schlesische Straße 692 970 m
2 Franklinstraße 556 1120 m
3 Wilhelm-Kabus-Straße 508 130 m (einseitig)
4 Vor dem Schlesischen Tor 429 280 m
5 Fasanenstraße 400 75 m (einseitig)
6 Alt-Moabit (vor Stromstr.) 382 170 m (einseitig)
7 Joachim-Friedrich-Straße 343 1340 m
8 Westfälische Straße 324 1360 m
9 Gruner Straße 323 65 m (einseitig)
10 Uhlandstraße 147 3000 m

Auffällig ist, dass sich die Meldungen an bestimmten Orten häufen. So ist der Straßenzug Köpenicker Straße (Platz 17), Schlesische Straße (Platz 1) und Vor dem Schlesischen Tor (Platz 4) sehr stark von Falschparkern betroffen. Auf einer Gesamtlänge von 3,2 Kilometern wurden insgesamt 967 Fahrzeuge gemeldet, die die Radspur blockierten.

Fast 90 Prozent der Behinderungen wurden in den drei innerstädtischen Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte gemeldet. Privatwagen sorgen mit 71 % für den Hauptanteil der Meldungen, weit vor gewerblichen Fahrzeugen (16 %), Taxen (5 %), Postfahrzeugen (4 %), LKW (3 %) und Bussen (1 %). Je nach Charakter der Straße und anliegenden Nutzungen ergeben sich jedoch ganz unterschiedliche Problemlagen. In Geschäftsstraßen wie der Schlüterstraße oder der Westfälischen Str. behindern überproportional viele Privat-Kfz den Radverkehr. In Straßen wie der Franklinstraße (Autotransporter) oder der Huttenstraße sind hingegen gewerblich genutzte Fahrzeuge vorherrschend, in der Köpenicker Straße und Vor dem Schlesischen Tor wiederum Taxen an mehreren irregulären Taxihalteplätzen. Unterschiede git es auch in der zeitlichen Verteilung der Behinderungen bezogen auf die die Tageszeit beziehungsweise auf den Wochentag.

Welche Empfehlungen lassen sich aus den Ergebnissen der Kampagne ableiten? ADFC und BUND schlagen ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, angefangen bei einer besseren Logistik (verstärkte Nutzung von Paketstationen, Modelle zur Feinverteilung von Gütern mittels Lastenrädern etc) über bessere Planung bei der Neuanlage von Rad- und Schutzstreifen (geradlinige Führung der Streifen), eine einheitliche Halteverbots-Regelung auf Schutzstreifen bis hin zu Kennzeichnung und Freihaltung von Lieferzonen für den gewerblichen Verkehr. Außerdem sollen Angebote zum legalen Kurzzeitparken geschaffen werden.

In einer abschließenden Einzelbetrachtung besonders kritischer Straßen werden auf 20 Seiten die Probleme erörtet und Empfehlungen ausgesprochen. Bleibt die Frage, ob die betroffenen Bezirke die Ratschläge von BUND und ADFC beherzigen.

ADFC und BUND: Ergebnisse der “Radspuren frei!”-Kampagne

Fahrradtour zu Orten vietnamesischer Migrant_innen in der DDR

Donnerstag, 09.10.2014

“Rund 60.000 vietnamesische “Vertragsarbeiter_innen” und eine kleine Zahl vietnamesischer Studierender, Lehrlinge und Gastwissenschaftler_innen lebten in der späten DDR. Die sogenannten Vertragsarbeiter_innen kamen ab 1980, um personelle Engpässe in der Produktion zu stopfen: Sie schufteten in Fabriken, lebten abgeschottet in Wohnheimen. Nicht minder isoliert lebten die Studierenden, mit deren Ausbildung die DDR Vietnam unterstützte. Mit der Wende veränderte sich die Lage der Vietnames_innen abrupt. Viele wurden mit einer Abfindung von 3.000 Mark zur „freiwilligen Ausreise“ motiviert, andere konnten sich ein Bleiberecht und den Nachzug von Familienangehörigen erkämpfen. Auf unserer kleinen Radrundfahrt werden wir Orte besuchen, an denen die Vertragsarbeiter_innen lebten und arbeiteten. Eine Tour über den großen Dong-Xuan-Markt steht auch auf dem Programm.”

Naturfreundejugend Berlin
Zeit: 12. Oktober 2014 um 14:00 Uhr
Ort: Bahnsteig S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost (mit Fahrrädern!)

Große Berliner Resonanz auf den Fahrradklimatest

Donnerstag, 09.10.2014

Vor zwei Wochen hat der ADFC den Fahrradklimatest 2014 gestartet. Beim letzten Fahrradklimatest im Jahre 2012 hatten sich mehr als 80.000 Radfahrer aus ganz Deutschland am Test beteiligt. Um mindestens die Gesamtstimmenzahl der letzten Klimaerhebung zu erreichen, wurde der Abstimmungszeitraum bei der aktuellen Erhebung um einige Wochen verlängert. Letzter Tag der Abstimmung ist der 30. November 2014.

Bis zum 7. Oktober 2014 haben sich bundesweit 17.340 Menschen beteiligt, das ist weniger als ein Viertel der Gesamteilnehmerzahl von 2012. In einzelnen Bundesländern liegen die Abstimmungszahlen nahe Null. So haben sich im Saarland bisher bescheidene 46 Radfahrer am Klimatest beteiligt.

In Berlin stößt der Test auf große Aufmerksamkeit. 1259 haben bisher am Test teilgenommen, das ist mehr als die Hälfte der Berliner Gesamtteilnehmerzahl von 2012, die damals bei 2375 lag.

Fahrradklimatest 2014
ADFC: Häufig gestellte Fragen zum Fahrradklimatest

Android-App Weermeister / Wettermeister

Mittwoch, 08.10.2014

Wenn ich meinen Arbeitsweg jetzt mit dem Fahrrad antrete, komme ich dann trocken an meinem Ziel an? Ist die Chance größer, trocken anzukommen, wenn ich zehn Minuten warte und erst dann aufs Fahrrad steige?

Fragen dieser Art will eine gestern frei gegebene App aus dem Google Play Store beantworten. Bevor man die App nutzen kann, definiert man eine Route mit Start-, End- und Zwischenpunkten. Nachdem der Weg festgelegt wurde, berechnet die App die Regenwahrscheinlichkeit, Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Temperatur während der Route bezogen auf einen Startzeitpunkt.

Leider arbeiter die App nur mit Daten des Königlich-Niederländischen Meterologischen Instituts und ist damit nur in Holland nutzbar. Gäbe es so etwas auch hier, ich würde es sofort installieren.

weermeister.nl

via: Fietsen123

Siegfried Lenz oder Fahrrad fahren in Schleswig-Holstein

Dienstag, 07.10.2014

„…lange segelte er gebläht und kräftig gebauscht vor dem Wind, doch dann, als er sich gegen den Deich wandte, den Deich gebeugt erklomm, glich er sofort […] einem verbissenen Wanderer, der durch Versteifung, Krümmung und vom Sattel abgehobenem Gesäß bereitwillig die Mühsal erkennen ließ, mit der man sich hier fortbewegen muß auf der Suche nach heimischer Schönheit.“

Wir schreiben das Jahr 1943. In der nördlichsten Ecke Deutschlands ergeht an den dort die Ordnung sichernden Polizisten der Nazi-Befehl aus Berlin, einem Maler ein Malverbot zu überbringen. Pech für den Zusteller: der Künstler ist sein Freund. Im Roman „Deutschstunde“ von 1968, dem wichtigsten Werk von Siegfried Lenz, geht es um Schuld und Pflicht, gesehen aus der Perspektive des Polizisten-Sohnes Siggi.

Im Bild des Gesetzeshüters, der auf dem Dienstfahrrad den Befehl überbringen soll, erhält der Konflikt seine Beschwerlichkeit. Die vom Gewissen und der Landschaft aufgezwungene Strapaze gleicht einer Gratwanderung. Sie erfordert ein „Maß der Geschicklichkeit […], das notwendig ist, um bei fallsüchtigen, seitlichem Nordwest mit dem Fahrrad auf dem Kamm des Deiches zu fahren.“

Mit seiner Hinterfragung der fanatischen väterlichen Pflichterfüllung versucht Siggi das eigene Gleichgewicht zu finden, und es gelingt ihm (nach über 500 Seiten) im Kopf wie auf dem Sattel, „selbst wenn es anstrengend und mühsam war bei Gegenwind“. Auf seiner täglichen Weg zur Schule verschafft im das Fahrrad einen neuen Blick auf die Welt: „Alles war an seinem Platz, aber alles sah anderes aus jeden Tag, unter verändertem Licht, unter verändertem Himmel, mit vielen Überraschungen konnte allein die Nordsee aufwarten, die bei der Hinfahrt noch breit, fast verschlafen den Strand leckte, auf der Rückfahrt dann taumelige Wellen aus grünblauer Tinte gegen die Buhnen schleuderte.“

Siegfried Lenz gelingen aus der Sicht des Fahrradfahrers literarische Perlen. Diese im ausgedehnten Roman aufzuspüren, erfordert allerdings einen langen Atem.

Heute ist der Schriftsteller 88jährig in Hamburg gestorben.

Guny

International Cycling Film Festival in Herne

Montag, 06.10.2014

Am kommenden Wochenende findet die neunte Ausgabe des Internationalen Festivals des Fahrrad-Films (ICFF) in Herne in Nordrhein-Westfalen statt. Los geht es bereits am Freitag mit dem abendfüllenden Spielfilm “Beijing Bicycle”. Der Streifen von 2001 basiert auf Vittorio de Sicas Film berühmtem Film “Fahrraddiebe”.

Sonnabend wird in den Flottmann-Hallen in Herne nach der Dortmunder Critical Mass ein Potpourri bekannter und unbekannter Fahrradkurzfilme im ICFF-Hauptprogramm gezeigt. In drei unterschiedlichen Sessions kommen 16 Filme aus 11 Ländern zur Aufführung. Hier eine provisorische Aufführungsliste: Off the Beaten Track, Sunday, Tortour de Berlin, Cruising Döppersberg, Sommer – The motion cicle, Come on Eileen, Oh Herr für ein Klapprad, Cycle, I ride to the edge of the atmosphere, Havanna Bikes, Tronkong, Lupi, Die Helmkamera, The bicycle, The Bell, Panamerican childhood.

Anschließend wie wie gewohnt die Goldene Fahrradkurbel verliehen, der Preis für den beeindruckendsden Fahrradfilm des Jahres.

International Cycling Film Festival

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